Kater hört nicht und ist ausser Rand & Band

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YoshiRinoa

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Hallo liebe Tierffreunde,



ich habe lange überlegt, ob ich diesen Schritt wagen soll, aber mittlerweile ist mein Problem so riesengroß, dass ich mir einfach nicht mehr zu helfen weiß. Also dachte ich mir, dass ich es einfach mal versuche und hoffe natürlich auf DIE eine Lösung :eusa_doh: (Ich weiß ich weiß DIE Lösung wird es nicht geben)

Nun aber zu meinem "kleinen" Problem:

Es geht um meinen 3 Jahre alten Kater Yoshi. Ich habe ihn mit 7 Wochen (Oh ja zu früh!!) von einer Arbeitskollegin bekommen.
Er ist auf einem Bauernhof geboren worden und von der Kollegin gerettet worden, da der Bauer zu viele Katzen auf seinem Hof hatte und ihm nach Aussage des Bauern "das Genick umgedreht werden" sollte. Bei der Kollgein war er 1 Woche da drehte allerdings leider die "alteingesessene" Katze durch und fing an zu pinkeln. Da ich schon lange eine eigene Katze wollte erklärte ich mich also bereit den Kleinen aufzunehmen.

Schnell stellte sich heraus, dass der Kleine fürchterlich lebhaft ist und wir bekamen die erste Nacht kein Auge zu, da er ständig neuen Quatsch anstellte (wie für Neuankömmlinge ja üblich) Die Nacht darauf entdeckte er aber, wie schön unser Bett ist und legte sich zu uns.

Kurz darauf fingen seine "Eigenheiten" dann an:

Urinieren und Kot absetzen auf die Decke (trotz Verständnis der Katzentoilette), Tapeten kratzen trotz Kratzbaum (und Verständnis der Funktion des Kratzbaumes).
Das sind nur kleine Auszüge aus seinem Repertoire.
Hinzu kommt, dass er den ganzen Tag fressen will und 5 Stunden des Tages mit hartnäckigem Betteln verbringen kann, wenn er dann was zu essen bekommt fängt er bei dem kleinsten Geräusch an zu knurren und zu brummen wie verrückt. Wir müssen uns ganz still verhalten damit er nicht durchdreht und sich auch nicht aufregt.
Er muss 24 Stunden des Tages unter Beobachtung stehen, da er so gut wie gar nicht hört und einfach "sein Ding" durchzieht.
Das traurige an der ganzen Geschichte ist, dass er durchaus weiß, was er nicht darf, einen aber anguckt (wirklich darauf wartet) und eben dann das macht was er nicht darf.
Er versteht das sehr genau, vergewissert sich aber ständig, dass man auch mitbekommt was er als nächstes anstellt.

Um ihn auszulasten haben wir verschiedene Spiele, sowie Spielzeuge besorgt. Sowohl Spiele mit uns, als auch Gegenstände, wie Bälle etc. mit denen er sich alleine beschäftigen kann. Hier allerdings peitscht er sich nach 10 Minuten so hoch, dass er völlig aggressiv ist und knurrt und brummt.
An der Katzenangel hängt er nach 2 Minuten brummend und lässt sie nicht mehr los.
Man kann ihn nur auf bestimmte Art und Weise steicheln, sonst greift er sofort an und kratzt und beisst.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich liebe ihn von ganzem Herzen (deshalb suche ich ja auch nach einer Lösung).
Kastriert wurde er mit 8 Monaten (auch der Tierarzt, sowie seine Helferin wurden trotz Falknerhandschuh böse gebissen).
Nach der Kastration wurde er auch etwas ruhiger... hier kommt dann die große F Frage.. Freigänger???
Er hat Probleme mit der Beinstellung sprich er kann nicht richtig abschätzen, was seine Hinterbeine tun bzw. wo sie gerade stehen.
2. Problem ein Haufen unkastrierter nicht geimpfter etc. Katzen + Kater.
Also war das Thema Freigang für uns Geschichte.

Jetzt kommt ein großer Zeitsprung:

Da Yoshi uns Leid tat und immer deutlicher wurde, dass er nichts mehr mit seinen Spielzeugen etc. anzufangen weiß beschlossen wir, eine kleine Katze hinzu zu nehmen.
Als Rinoa bei uns zuhause ankam war Yoshi total aufgeregt und mehr als interessiert.
Die Kleine war die ersten beiden Tage sehr ängstlich und traute sich schließlich aus ihrem Versteck heraus und erkundigte ihr neues Zuhause.
Yoshi erwies sich als absoluter Gentleman und "nahm sie sofort auf". Sogar an seinen Fressnapf durfte sie gehen. Das war für uns eine große Sorge....

Bereits nach einer Woche tobten die beiden fröhlich durch die Wohnung, spielten fangen, oder rollten sich auf dem Boden herum.

Doch etwa nach einem Monat schlug die ganze Stimmung um...
Wenn sie zu ihm kommt ist er angewidert, faucht sie an oder schlägt sie mit einem Aufschrei.
Eine Woche nach Weihnachten dann geschah das, was wir immer für unmöglich hielten...
Ich habe ein paar Dinge aus den Schränken geräumt und schaute Yoshi noch an und sprach mit ihm.. dann drehte ich mich mit den Dingen von ihm weg und fing an vorwärts zu laufen, als plötzlich ein lauter Angriffsschrei und fürchterliche Schmerzen in meiner Kniekehle begannen.
Er hing in meiner Kniekehle und biss und kratzte immer wieder. Nachdem ich anfing AUA zu schreien ließ er nach ein paar Sekunden los und verkroch sich unter das Bett, von wo aus er mich mich lauten Drohgebärden bedrohte und mich sauer anfunkelte. Jegliches freundliche sprechen half nichts. Er hörte 5 Minuten nicht auf mich lautstark zu bedrohen.
Also dachte ich es sei besser ihm erst einmal aus dem Weg zu gehen und den Raum zu verlassen. Als ich rückwärts ging peitschte er wieder auf mich zu um mich anzugreifen, ließ mich aber das Zimmer verlassen nachdem ich NEIN schrie.

Ich ließ ihm also 15 Minuten Ruhe und traute mich dann noch einmal in das Zimmer.. es war sofort das Gleiche er bedrohte mich und schrie.
1 Sunde später verhielt er sich wieder normal und schien auch kein Problem mit mir zu haben.

Nun ist die Situation seit diesem Vorfall noch schlimmer denn je... Er verabscheut Rinoa, will nichts mit ihr zu tun haben faucht und schreit sie an.
Wenn sie mit einem Spielzeug spielt fällt er sie regelrecht an und wird immer aggressiver auf sie.
Wenn er allerdings spielen will gibt es keine Rücksicht auf Verluste, wenn sie sich beschwert und schreit weil es ihr zu viel ist lässt er sie nicht los und beisst immer weiter nach.
Seit neuestem kommt er nur noch zu uns, wenn er Essen erwartet verschwindet aber sofort wieder, wenn er feststellt, dass wir nichts essbares in der Hand haben. Ist sie bei uns wird er regelrecht sauer und greift sie sofort an, sobald sie von uns weg ist. wenn beide bei uns sind, bzw. er als 1. und sie kommt hinzu schreit er sie an, oder er geht richtig angewidert weg.

Nun wende ich mich an euch mit diesem für mich so gut wie unlösbaren Problem.
Wir wissen uns einfach nicht mehr zu helfen und werden 24 Stunden am Tag auf eine harte Probe gestellt.

Das Thema Freigänger ist nun wieder offen, da die Nachbarn mit der Katzenmeute ausgezogen sind, ich habe aber mal gehört, dass es nun für Yoshi mit 3 Jahren zu spät wäre ihm Freigang zu geben. Was sagt ihr dazu?
Wäre dies eine Möglichkeit? Vor allem mit seinem Problem (und Angst vor draussen) ?

Entschuldigt bitte die Ausführlichkeit meines Anliegens, aber ich hoffe je detaillierter ich das Problem beschreibe, desto besser könnt ihr uns helfen.

Bei Nachfragen etc. werde ich mich natürlich bemühen alles so gut wie es geht zu beantworten.

Vielen lieben Dank für das Lesen meines Problems und vielen Dank im Voraus für eure Lösungsansätze :)
 
  • Kater hört nicht und ist ausser Rand & Band Beitrag #2
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Wuschelmonsterchen

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Hallo und herzlich Wilkommen im Forum :)

Das ist ja schon ein ziemlich hartes Päckchen, euer Yoshi.

Als er anfing, agressiv auf die 2. Katze zu werden, hat sich da etwas verändert? Im Alltag vielleicht? Ist die Katze kastriert (nicht nur sterilisiert)? War sie mal krank?

Hat sich überhaupt etwas bei euch geändert? Ein Umzug zum Beispiel.

Wenn du sagst, er hat Koordinationsprobleme, wurde er mal auf Ataxie geprüft?


Ich fürchte schon fast, da stimmt etwas im Hirn nicht :shock:


Ich würde euch raten, mal den TA zu fragen was er meint wegen den Beinen. Aber ich denke, Freilauf ist fast die einzige Lösung. Das ist ein wilder Kater, eigentlich fast ein Wildtier. Der will frei sein, muss sich bewegen. Ich glaube nicht, dass ihr den jemals ordentlich in der Wohnung auslasten könnt. Nicht diesen Rabauken.

Wegen der Krankheiten: Der Kater wird regelmässig geimpft oder? Ich glaube bei Wohnungskatzen macht man das ja so alle 3 Jahre, werden sie Freigänger dann bitte jährlich. Unkastrierte Katzen sollten kein Problem sein, er ist ja ein kastrierter Bub.
 
  • Kater hört nicht und ist ausser Rand & Band Beitrag #3
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YoshiRinoa

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Hallo Wuschelmonsterchen,

vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort und danke für's willkommen heissen :)

Bei uns hat sich nichts verändert, weder im Alltag, noch eine größere Umstellung. Darüber dachten wir auch schon nach, leider fällt uns nichts bezüglich dessen ein :(

Das mit der Krankheit allerdings bringt mich auf folgende Idee:

Die Kleine ist nun 6 Monate alt und ist noch nicht kastriert, da sie erst ein Gewicht von 3 kg erreichen muss.
Sie leidet unter einer Herzschwäche und bekommt jeden morgen eine Tablette.
Ob dies ein Anhaltspunkt sein könnte? Diese "Abneigung" ihr gegenüber könnte sich ja mit der Zeit aus diesem Grund entwickelt haben, oder? Puh...

Ataxie ist ausgeschlossen worden damals, da er sich sonst absolut normal läuft, geht, rennt. Dieses Problem tritt auch nicht immer auf. Vieleicht sollte ich hier noch einmal eine 2. Meinung einholen?
Um Gottes Willen... die Hirnsache wäre mein Albtraum :(

Yoshi hat alle Standardimpfungen und bekommt Sie auch in regelmäßigen Abständen.

Dass du ihn als Wildtier bezeichnest bestätigt allerdings auch unseren Eindruck.
In der letzten Woche sprachen wir auch noch über das Thema Freigang und ich muss sagen, dass auch ich das als einzige Lösung sehe.

Dass er Angst hat und draussen nicht kennt sollte doch kein Problem sein mit Eingewöhnung oder?

Viiielen lieben Dank für deine Einschätzung. Ich freu mich:D
 
  • Kater hört nicht und ist ausser Rand & Band Beitrag #4
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Wuschelmonsterchen

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Ah da klingelt schon was :)

Das mit der Krankheit allerdings bringt mich auf folgende Idee:

Die Kleine ist nun 6 Monate alt und ist noch nicht kastriert, da sie erst ein Gewicht von 3 kg erreichen muss.
Sie leidet unter einer Herzschwäche und bekommt jeden morgen eine Tablette.
Ob dies ein Anhaltspunkt sein könnte? Diese "Abneigung" ihr gegenüber könnte sich ja mit der Zeit aus diesem Grund entwickelt haben, oder? Puh...

Zwischen Potenten und nicht potenten Tieren kommt es oft zu argen Spannungen. Vor allem, wenn das nicht potente Tier so langsam auf die Geschlechtsreife zusteuert. Normalerweise legt sich das aber nach der Kastration wieder.

Ataxie ist ausgeschlossen worden damals, da er sich sonst absolut normal läuft, geht, rennt. Dieses Problem tritt auch nicht immer auf. Vieleicht sollte ich hier noch einmal eine 2. Meinung einholen?
Um Gottes Willen... die Hirnsache wäre mein Albtraum :(

Die Meinung eines Tierphysiotherapeuten würde mich interessieren...
Ich weiss nicht, wie stark er durch die Sache eingeschränkt ist. Wenn er aber dadurch einem Auto nicht rechtzeitig entwischen könnte oder zum gespött wird (genau wie bei Hunden gibt es auch bei Katzen Mobbing und Tiere die "schwächere" gerne mal runter machen :eusa_shhh:), dann sollte der Sache wirklich nachgegangen werden.



Dass er Angst hat und draussen nicht kennt sollte doch kein Problem sein mit Eingewöhnung oder?

Wie kommst du darauf, dass er Angst vor dem Rausgehen hat?
Der Kater ist "wild geboren", diese Tiere sind oft besonders schwer drinnen zu halten. Genauso Katzen denen Freigang gewährt wurde und nach einer Zeit dürfen sie nicht mehr, es gibt Tiere die drehen da regelrecht durch :silence:.
Ich denke nicht, dass der Freigang für ihn ein Poblem wäre. Das Alter spielt hier gar keine Rolle. Er würde sich wahrscheinlich sehr freuen. Ich denke auch nicht, dass er gleich auf nimmerwiedersehen verschwinden würde da er das ja seit Jahren nicht hatte. Lasst ihn aber zur Sicherheit trotzem chippen, falls er es noch nicht ist. Und bitte kein Halsband:
https://www.tierforum.de/t107266-gefahrenquelle-halsband.html

Steh dir immer zu Diensten :D
 
  • Kater hört nicht und ist ausser Rand & Band Beitrag #5
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YoshiRinoa

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Auf die Hilfe greife ich gerne zurück :D

Bzgl. der Ataxie: Ein guter Gedanke, ich werde mich direkt am Mittwoch mal darum kümmern und berichten sobald ich ein Ergebnis habe.
Lieber gehe ich da auf Nummer sicher!! Wenn Rinoa ihn allerdings auffordert zum spielen dann ist er schnell genug :) Aber das heisst ja nix..

Was mich an der ganzen Sache so irritiert (in Bezug auf Rinoa) ist, dass es völlig ok ist, wenn er Lust hat zu spielen da muss sie herhalten.
Mittlerweile ist das ganze aber ständig verbunden mit diesen Schreien und einem fuchterregenden Blick mit diesem ständigen "nachbeissen".
Ihr Hals hat schon eine Bisswunde die angeschwollen ist und auf die er gezielt losgeht.

Der Gedanke mit der Angst vor draussen:
In unserem etlichen Repertoire an Hilfsversuchen für ihn, hatten wir die Idee eine Leine zu kaufen und ihm somit zumindest 2 Stunden am Tag die Möglichkeit zu geben Auslauf zu haben. An der Leine knurrte und brummte er wie verrückt, machte sich steif und er bewegte sich nicht vom Fleck.
Wieder in der Wohnung versuchten wir die Leinengeschichte noch einmal und: Ihm gefällt die Leine nicht.
Daraufhin haben wir ein Netz für den Balkon gekauft, damit er dort etwas anderes sieht, denn Vögel beobachtet mag der kleine Mann :)
Jedesmal wenn er auf dem Balkon ist / war fängt er an zu brummen, knurren und zu schreien. Geht aber nicht von alleine wieder rein, sondern nur mit Leckerchen.. sonst bleibt er steif in einer Ecke und knurrt.

Ich hab nur noch Fragezeichen über dem Kopf..
Süß ist er aber trotzdem er sieht niedlich aus hihi
 
  • Kater hört nicht und ist ausser Rand & Band Beitrag #6
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Wuschelmonsterchen

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Hast du auch Fotos von den zwei? :mrgreen:


Yoshi ist jetzt 3 (oder?) Und Rinoa 6 Monate alt... Normalerweise empfiehlt man Konstelationen im ungefähr selben Alter. Ich denke, Yoshi ist recht gross und stark und wenn er seine ganze aufgestaute Energie auf das kleine Mädchen loslässt... Also ich würde auch schreien :mrgreen: Wenn er aber nach draussen kann ist er drinnen wahrscheinlich viel ausgeglichener.

Eine Leine wird bei ihm kaum funktionieren. 1. Ist er schon etwas zu erwachsen um ihn daran zu gewöhnen, das macht man sonst im Kittenalter. 2. Dieser Wildfang der den TA killen will an einer Leine? Neee :lol: Lass ihm das Geschirr ne Stunde dran und du kannst ihn beobachten wie er quitschend und weinend und sich windend gegen alle Wände rennt ;)

Das mit dem Netz ist keine schlechte Idee. Allerdings kann er da ja uch nicht so ordentlich rennen. Wenn ihr nicht gerade an einer Hauptstrasse oder neben den Bahnschienen wohnt, würde ich ihn einfach so rennen lassen, er wird sich an die Luft und alles gewöhnen.
LG
 
  • Kater hört nicht und ist ausser Rand & Band Beitrag #7
lucian

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Ich denke nicht das der Kater aggressiv im herkömmlichen Sinne ist.

Dieses in die Kehle springen etc. ist normales Spielverhalten für ihn. Dadurch das er zu früh getrennt wurde und hier leider zu lange gewartet habt, ihm einen Artgenossen gegenüber zu setzten, hat er nie gelernt, wie er richtig mit seinen Kräften umgehen muss und das zu festens Zubeißen etc. nicht richtig ist.
Er ist nicht sozialisiert, was die Vergesellschaftung mit der Katze auch erheblich erschwert, neben ihrer Unkastriertheit.
desweiteren war ein Weibchen wohl auch nicht die glücklichste Wahl die hier hättet treffen können.
Kater spielen im Allgemeinen Gröber als Kätzinnen. Wenn dazu dann noch kommt, dass der Kater nicht sozialisiert ist, ist es klar, dass es früher oder später zwischen den beiden zu Problemen kommen musste. Deswegen auch die Bisswunde bei Rinoa.

Freigang ist sicher eine Idee, leicht wird er es draußen aber nicht haben. Er wird nur schwer mit den andern Katzen Kommunizieren können und auch beim Jagen etc. an allen Ecken und Ende übertreiben. Zumindest ist es sehr wahrscheinlich.

Der Fall ist wirklich nicht einfach.

Wie steht ihr denn zu einer dritten Katze? Ein rauflustiger Kater dazu viel Geduld meinerseit wäre das erste, was ich versuchen würde bevor ich ihn mit dem Hintergrund in den Freigang lasse.
 
  • Kater hört nicht und ist ausser Rand & Band Beitrag #8
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Simpat

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Da ist leider von Anfang an viel falsch gemacht worden, wird schwierig und viel Geduld von euch fordern, die Situation noch zu retten oder zumindestens in akzeptable Bahnen zu lenken. Da kann ich fast meinen vorherigen Beitrag wiederholen, da hat auch eine Halterin Probleme mit Kater und Kätzin, aber natürlich lang nicht so schlimm wie bei euch. (Post geht noch weiter, siehe Post nach Ina ;) )
 
  • Kater hört nicht und ist ausser Rand & Band Beitrag #9
Ina4482

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Ist Yoshi nach seinem Angriff auf dich mal so richtig auf den Kopf gestellt worden beim TA? Ein so extrem aggressives Verhalten, vor allem so plötzlich, ist alles andere als normal, auch bei einem Wildfang :eusa_think:.
Meine verstorbene Katze hat auch mehrfach so reagiert, da war es im Endeffekt krankheitsbedingt.
 
  • Kater hört nicht und ist ausser Rand & Band Beitrag #10
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Simpat

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Kann mich Lucian nur anschließen, leider wurde hier mal wieder viel zu früh getrennt, dabei spielt der Grund keine Rolle, egal wieso, die Auswirkungen sind die gleichen. Kitten sollten mindestens 12 Wochen besser noch 14-16 Wochen bei der Katzenmutter und den Geschwistern aufwachsen dürfen, dass ist sehr wichtig für ihre Entwicklung und Sozialisierung. Bei Kitten die lang genug bei der Katzenmutter haben bleiben dürfen, kommt es viel seltener später zu irgendwelchen Problemen. Es wäre halt am besten gewesen, man hätte dann gleich ein gut sozialisiertes Kitten dazugesetzt, das lange genug bei der Katzenmutter aufgewachsen ist, von ihm hätte er einiges lernen können, so ist er leider nicht nur viel zu früh getrennt worden und dann noch alleine aufgewachsen, die zweite Katze kam erst zu spät und natürlich wäre in seinem Fall ein bereits kastrierter Kater viel besser gewesen und vorallem im annähernd gleichen Alter, was sollte ihm eine deutlich jüngere Kätzin den entgegensetzen? Ich nehme mal aus der Beschreibung an, dass es sich um ein Kitten gehandelt hat zumindestens um eine sehr junge Kätzin, daher hat er sich auch anfangs mit ihr verstanden. Er hat sie zum einen nicht für voll genommen, sie war noch keine wirkliche Konkurrenz und sie hat anfangs auch wilder mit ihm gespielt, aber die meisten Kätzinnen balgen und raufen halt nur anfangs gerne mal, oft nur in den ersten Wochen und später stehen sie dann nicht mehr auf diese Balgereien, im Gegensatz zu den meisten Katern, die dieses Verhalten noch jahrelang beibehalten.

Darf ich fragen wie es sonst mit dem Klomanagement aussieht: Wieviel Klos habt ihr? Welche Art? Mit oder ohne Haube, bei Haube mit oder ohne Klappe? Wie oft werden die gesäubert? Trotzdem sollte grundsätzlich der erste Gang bei Unsauberkeit immer zum TA sein, um eine gesundheitliche Ursache auszuschließen. Wie habt ihr es ihm beigebracht? Immer wieder vorsichtig ins Klo gesetzt und dann ganz viel gelobt, wenn er dort sein Geschäft verrichtet hat?

Die Grundpfeiler der Katzenerziehung sind Konsequenz, Ausdauer, Geduld und ganz viel Liebe. Man hätte ihm von Anfang an zeigen müssen was richtig und falsch ist. Immer wenn er beim Spielen zu aggressiv und grob geworden ist, hätte man ihn einfach ignorieren und das Spiel unterbrechen müssen. Man hätte sich extrem viel mit ihm beschäftigen müssen, aber egal ob beim Spielen, Streicheln usw. immer wenn er knurrt, faucht, zuschlägt oder sonstiges aggressives Verhalten gezeigt hat, hätte man sofort ihm zeigen müssen, nein, dass ist nicht gut, dann beschäftigen wir uns nicht mehr mit dir, einfach jedesmal Spiel- und Kuscheleinheiten sofort unterbrechen, wenn solches Verhalten kommt und wenn er schön, lieb, brav, einfach nur verspielt und verschmust ist, umso intensiver ihn dafür loben und belohnen.

Das Verhalten eures Katers ist sehr typisch für einen Kater der viel zu früh getrennt worden ist und auch für Kitten die aus Einzelhaltung stammen, er hat einfach keinerlei Sozialverhalten gelernt und weiß gar nicht mit seiner Energie richtig umzugehen und erst recht nicht, wann man Zähne und Krallen nicht einsetzen darf, er hat es nie gelernt.

Auch gut sozialisierte Kater spielen meistens viel ruppiger und körperbetonter als Kätzinnen, wollen gerne raufen und balgen, das mögen die meisten Kätzinnen eher weniger, daher empfehle ich auch eher die gleichgeschlechtliche Kombination entweder zwei Kater oder zwei Kätzinnen, aber es klappt auch oft mit Kater und Kätzin, jedenfalls wenn sie gut sozialisiert sind und der Kater nicht zu ruppig. Der Gegensatz zu eurem Kater ist, dass ein Kater mit Sozialverhalten dabei nicht zu weit geht und es akzeptiert, wenn die Katze oder Kater dass nicht will.

Ich habe damals mir noch einen zweiten Kater dazugeholt, obwohl sich Murphy und Sue wirklich sehr gut vertragen haben und auch gut miteinander ausgekommen sind, nur dass er halt immer wieder mit ihr balgen wollte und dass wollte sie gar nicht, aber Murphy hat sie jetzt nicht ernsthaft bedrängt, er ist sobald sie ihn kurz angefaucht hat, sofort wieder auf Abstand. Mir tat es nur leid, dass sie immer wieder bedrängt wurde und er, weil er sich ständig eine Abfuhr holte, dabei wollte er nur spielen. Deswegen ist dann noch ein zweiter Kater bei uns eingezogen, mit dem balgt Murphy jetzt nach Herzenslust und Katerart mehrmals täglich und Sue hat ihre Ruhe. Bei den gemeinsamen Jagdspielen ist sie aber immer ganz vorne mit dabei und wenn es ihr zu wild wird, zieht sie sich zurück und schaut den beiden Katern bei ihrem wilden Treiben zu. Bei eurem Kater kommt halt noch dazu, dass er so gut wie gar nicht sozialisiert worden ist, Murphy wollte zwar auch immer wieder balgen und raufen und tut dass jetzt auch mit Felix, aber er wußte trotzdem sich gegenüber Sue zu benehmen und hat stets akzeptiert, wenn sie etwas nicht wollte.

Vielleicht wäre es wirklich einen Versuch wert, einen wirklich super gut sozialisierten Kater, also 14-16 Wochen bei der Katzenmutter und den Geschwistern aufgewachsen, im Alter von 3-4 Jahren dazuzusetzen, der viel Temperament hat, nicht dominant ist, aber sich gut durchsetzen kann gegenüber anderen Kater und sehr verträglich ist und gut mit Katern und Kätzinnen kann. Wird nur nicht einfach, da ein wirklich passendes Tier zu finden.

Ist natürlich schwer zu sagen, ob dass in seinem Fall noch was bringt, aber ich glaube nicht, dass er bösartig aggressiv ist, er hat richtiges Verhalten einfach nie gelernt und dann dieses Fehlverhalten entwickelt, vermute ich jetzt mal. Es wäre aber durchaus zu empfehlen, da schließe ich mich Ina an, ihn nochmal gründlichst beim TA durchchecken zu lassen, solche Aggressionen können auch schmerzbedingt sein.

Ob Freigang hier eine Lösung ist, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Natürlich ist Freigang schön für Katzen und würde ihn auch mehr auspowern und er könnte sich so richtig austoben und er würde es vermutlich genießen, aber in Bezug auf sein Sozialverhalten wird es ihm nichts bringen, im Gegenteil, vermutlich wird er mehr Auseinandersetzungen mit anderen Katern und Kätzinnen haben als ihm lieb ist, weil er natürlich auch draußen fremden Katzen gegenüber sich nicht zu verhalten weiß.
 
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