Abreise zur Rückkehr

Diskutiere Abreise zur Rückkehr im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Tier Ecke; Wie jeden Tag. Maestro liegt bei Mami und Papi im Bett und döst so vor sich hin. Minky ist natürlich wie jeden Tag auf ihrem nächtlichen...
Bell430

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Wie jeden Tag. Maestro liegt bei Mami und Papi im Bett und döst so vor sich hin. Minky ist natürlich wie jeden Tag auf ihrem nächtlichen Kontrollgang. Kurz nach zwei Uhr nachts denkt auch sie mal ans nach Hause kommen und mit einem Satz rein ins Bett und schnell an Papi geschmiegt, Augen zu und Dösen. Aber ….

“Du Minky!”

“Ja Maestro was ist denn.”

“Hast Du Lust zu reden?”

“Ma i bin Müde und will a biss'l schlafen”

“Ma Du schläfst eh soviel”

“Wos gibt’s denn schon wieder?”

“Weißt was i mi oft frag?”

“Weiß i nit, warum Du ka Katze bist vielleicht?”

“Na Minky. Ich frag mich oft, ob Mami und Papi uns vielleicht amol weggeb'n”

“Spinnst Du! Des täten die niemals mach’n, wieso sollten sie auch”

“Na i man nur. Weißt Minky i bin schon einmal umgezogen, ins Tierheim, do bin i auch mit meinen G’schwistern weggeb’n worden”

“War schlimm gö?”

“Jo Minky, des war so schlimm das i sehr lang davon geträumt hab.”

“Na Scheißerle hob ka Angst, de geb’n uns nit weg. Obwohl, na passt schon.”

“Wos obwohl?”

“Na passt schon.”

“Ma Bitte Minky, wos woltast jetzt sogn?”

“Na, nix, passt schon, i hob nur zu weit gedocht.”

“Wos host gedocht? Sogs bitte. Bitte bitte”

“Na wast i wollt eigentlich, wie soll i sog'n, i hob a irgendwie Angst, Angst das i weg muss, wie soll i s sog'n, Angst das i gehen muss. Wasst?”

“Na wos? Wohin manst weg Minky, wohin?”

“Jo wast Scheißerle, i bin schon Alt, meine Tage sind gezählt und wir Katzen spüren wenn ‘s langsam Zeit wird den Weg zur Regenbogenbrücke anzutreten”

“Wos manst jetzt? Wos für Bruckn?”

“Maestro wast, es is so. Wir leben nit ewig obwohl wir es gerne täten, aber es geht nit weil auch andere wieder auf die Welt kumman woll’n. Wast Maestro, wenn i gehen muss dann wird
meine kleine Katzenseele ein kleines Engelchen und fliegt davon.”

“I vasteh des nit Minky.”

“Wie soll i dir des jetzt erklär‘n. I werd donn als klans Engale umherfliegn und auf Euch obaschau’n, auf Euch aufpass’n und in da Nocht wenn ihr tiaf und fest schlofts, donn werd i mi kurz an Euch schmiegen weil ihr mir alle sehr fehlen werdet. I werd euch sehen, ich werd euch hören i werd euch riechn nur eines werdet ihr nit können. Mich sehen, mich spüren mich hören. Aber trotzden werde ich immer da sein.”

“Wie geht denn des?”

“Weil i warten werd, warten bis auch Du bereit bist wieder zurückzukommen”

“Wos is oba wenn ma glei do bleib'n?”

“Des geht oba leider nicht. Weißt Du Maestro. Wenn wir sterben dann werden wir kleine Engelchen und dann fliegen wir umher bis wir eines Tages die Chance kriag'n noch mal auf die Erde zurückzukommen.”

“Geht des echt?”

“Wenn Du ganz fest daran glaubst und es auch willst donn funktioniert des auch, wenn Du nicht daran glaubst oder Zweifel hast, dann wirst Du lange Zeit umherflieg'n bis Du davon
überzeugt bist.”

“A so is des. A schau i donn a so aus wia jetzt, a so groß?”

“Groß? Du bist doch nit groß.”

“Oba größer als Du Ätsch.”

“Ja des schon. Kann sein, aber auch nicht. Kann sein das Du als Regenwurm wieder kommst oder als Maulwurf oder Ente oder was weiß ich was”

“Na bitte ka Maulwurf und Regenwurm a nit i mag kann Regn und Ente is sowieso Scheiße weil de geht ins Wossa und i nit”

“Scheißerle. Im nächsten Leben is alles anders, aber wünsch es Dir und glaub daran.”

“Jo oba ans vasteh i nit so recht”

“Wos denn?”

“Glaubst das Mami und Papi wieder ins Tierheim kumman damit sie mi donn nochamol mitnehmen?”

“Des glaub i nit, Maestro, des glaub i sicher nit.”

“Jo oba wie soll donn dei Plan funktionieren?”

“Scheißerle des is ka Plan, des ist der Lauf der Zeit. Wenn Du wieder zurück willst dann denk fest daran wenn Du über die Regenbogenbrücke gehst und dreh Dich auf der Brücke jo nit um, auch wenn es noch so schwer fällt, Dreh di auf gar keinen Fall um. Do sitzen viele am Rand die dich ablenken, die dir was nachrufen, nur damit Du dich umdrehst und dann ist dein Traum geplatzt und wir sehen uns nie wieder.”

“Woher weißt Du des olles Minky?”

“Wir Katzen sehen und spüren mehr als Ihr glaubt.”

“Aber trotzdem kann i mir nit vorstellen das i wieder g’fundn wer.”

“Du musst bei Mami und Papi tief im Herzen sein Maestro, ganz tief im Herzen.”

“Wie kumm i do eine?”

“Du bist schon drin, wir beide sind schon drin und frag nicht wie man da rein kommt.”

“Und nur donn geht’s?”

“Ja nur so funktioniert des. Wenn Du böse bist, schlimm bist dann wirst Du den Weg aus dem Herzen finden, wenn das Gegenteil eintritt, dann wirst Du ewig im Herzen bleiben und nur so wirst Du zurückfinden. Dorthin zurückfinden wo Du am liebsten warst.”

“Dos hast i brauch ma also kane Gedonkn mochn?”

“Nein brauchst Du nicht.”

“Ma Minky Danke Du bist so g'scheid, so klas das i mit Dir red’n konn.”

“Schlaf ma jetzt a bissl, komm. Gute Nacht Maestro träum süß.”

“Du auch, schlaf gut.”


In den letzten Wochen hat sich Minky’s Krankheit verschlechtert und es gibt keine Möglichkeit mehr diese zu heilen. Es helfen nur noch Medikamente und tägliches Verbinden der mittlerweile schon offenen Wunde. Von Tag zu Tag merkt man nun schon wie ihre Krankheit voran schreitet. Eines Nachts, bei heftigem Gewitterregen, schaffst es Minky nicht mehr ins Haus und bleibt über Nacht im Garten liegen.
Am frühen Morgen wird sie gefunden und kann gerade noch den Kopf heben. Es geht ihr sehr schlecht und der Weg zum Tierarzt ist unvermeidlich.
 

“Ma Minky!! Wos isn mit Dir?”

“Es is für mi soweit, Schatzale, es ist so weit.”

“Wos denn?”

“I muß jetzt gehen, Maestro. Du weißt jo was i dir erzählt hab.”

“I was nimma, wos manst denn jetzt?”

“Die Brücke, Maestro, die Brücke.”

“Ahjo de Bruckn. Na Minky bitte nit, wos soll i ohne di onfongan. I man, mit wem soll i Redn. Wos soll i tuan?”

“Du kannst nur eines für mi tun Maestro, nur eines. Denk fest an mich und vergiss mich nie. Beschütz und tröst Mami und Papi, die brauchen dich jetzt mehr als je zuvor.”

“Jo klor, des mach i eh. Oba i kann mit Mami und Papi nit red’n, die die verstehn mi jo nit, de verstehn mi nit”

“Doch doch mein Scheißerle, die versteh'n die schon”

“Jo, i was, oba i will mi untaholtn sowie mit Dir”

“Maestro, mein Schatzale”

“Jo Minky, wos is denn?”

“Pass auf die auf, wir sehn uns wieder, des versprech ich Dir.”

“Versprochen?”

“Versprochn, Pfote drauf. Bitte gibt acht auf dich und vor allem auf Mami und Papi. Papi wird sicher sehr leiden weil i sei Maugi bin und jetzt länger nicht bei ihm sein kann. Pass auf sie auf und hab sie lieb, so lieb wie sie dich lieb haben.”

“I versprichs Dir Minky, ich versprichs Dir”

“Hörst Du Maestro, Papi kommt wieder heim, i muss jetzt mitfahren, zum Tierarzt, wir sehen uns wieder, bis dahin leb wohl mein Scheißerle, pass gut auf und denk immer daran was i Dir erzählt hab.”

“Pfiati Minky Pfiati, lass' mi nit allan. I hob di doch soooo liab!”

“Minkyyyy!”

“___________”

“Minkyyyy! Bitte kumm zruck! Minky Bitte!”





Ich glaube es gibt nicht schlimmeres im Leben als den Zeitpunkt bestimmen zu müssen an dem dein vielgeliebtes Tier gehen muss. Ich habe gebettelt darum. Bitte schlaf ein und quäl uns nicht, bitte schlaf in meinen Armen ein, ich bin bei dir, du bist nicht allein. Aber man merkt dass es nicht geht, sie wollen nicht gehen, sie leiden, sie leiden für dich weil sie dir nicht dein Herz brechen wollen.
 

Ein Jahr nachdem Minky von uns gegangen ist verschlechtert sich auch Maestro’s Zustand. Er frisst und trinkt nicht mehr, er Erbricht sehr oft und beim stehen und gehen gibt es massive Probleme.
Maestro geht es sehr schlecht. Die letzten Tage steht er nur Teilnahmslos herum und es scheint das er nichts mehr mitbekommt. Die Tierärztin kommt ins Haus und beim betreten wedelt Maestro mit dem Schwanz. Die letzten Tage wedelte er niemals mehr mit dem Schwanz, es war so als würde er sagen wollen “Endlich bist Du da, ich kann nicht mehr.”

Die Tierärztin hat im einen Beruhigungsspritze und danach eine Narkosemittel gespritzt. Langsam lassen die Schmerzen nach, der Körper entspannt sich, die Sinne schwinden. Abwechselnd in den Armen von Mami und Papi schläft Maestro ruhig und friedlich ein.

Es ist wie ein Traum….
 

 

“Scheißerle”

“Minky? Minky? Bist du das?”

“Jo Scheißerle i bin's. Servus Maestro, freust di das du mi wieder siehst?”

“Jo und wie. Wo warst denn so long?”

“Überall, und trotzdem immer bei Euch.”

“I freu mi so das i die wieder seh. Oba schau amol Minky. Mir geht’s nit so gut, i was nit wos mit mir los is, i bin so schwach, so müde, so traurig”

“Jetzt bin i ja wieder bei Dir, jetzt wird’s besser. I bleib jetzt bei Dir, für immer.”

“Ach Minky, i hob di so sehr vermisst. Mami und Papi haben tagelang geweint. Wo warst denn so lang?”

“Bei Euch, in Eurem Herzen. Aber jetzt, mein Scheißerle müssma los. I bin zrückkumman um di abzuholen, um di zu begleiten damit Du den Weg findest.”

“Wos manst denn Minky? Wos für an Weg denn, wohin muaß i jetzt?”

“Maestro, schau mol do hin, siehst Du diesen Bogen?”

“Jo. Boa wos sind denn des für Farben?”

“Siehst Du was?”

“Ja. Wos is dos? I hob noch nie so ane Forbn gsehn.”

“I weiß, mein Schatzale, ich weiß. Wenn Du Farben siehst dann ist es soweit. Du musst los.”

“I hab Angst Minky!”

“Pssssst, bleib ganz ruhig, i bin bei Dir, i begleit di. Schau amol. Siehst Du wie Mami und Papi leiden? Siehst Du das? Quäl sie nit so sehr.”

“Aber i will nit weg, i will do bleiben, i kann nit gehen, i will Auto foan, i will spaziern gehen, i will wos was i wos olls. I kann sie nit alleine lass'n. Wer passt auf sie auf?”

“Scheißerle, kannst du di noch erinnern? Weißt noch was wir beide mal besprochen haben? Weißt Du des noch?”

“Jo Minky, i denk jeden Tag dran, jeden Tag.”

“Siehst Du, dann hob ka Angst, vertrau mir und verabschied die jetzt von Mami und Papi und wenn Du über die Brücke gehst, vergiss nicht was ich dir gesagt hab. Denk fest an das was danach kommen soll. Glaub mir mein Scheißerle, wir treffen uns wieder.”

“I bin Müde, Minky”

“I bin bei Dir, schlaf jetzt ein, i pass auf Dich auf”

“Wann sehn wir uns wieder Minky, wann?”

“Es liegt an Dir”

“Warum?”

“Dreh Dich nicht um und denk fest an das was kommen soll, dann kommst Du wieder und wir sind wieder vereint. Zwar werden Mami und Papi uns nicht erkennen, vielleicht ahnen sie es, aber sie werden uns nicht erkennen, nicht als das, wer wir mal waren.”

“I bin so Müde, i kann nimmer Minky, i mach mi langsam aufn Weg”

“Ja Scheißerle, ja mein lieber Maestro es wird Zeit. Du quälst Mami und Papi zu sehr”

“Ja ich weiß. Minky”

“Ja Mangi?”

“Minky, eine Frage noch. Wie ist des mit uns zwei? Kennen wir uns wieder wenn wir uns jemals wiedersehen?”

“Nein! Aber wir werden spüren das uns was verbindet.”

“Danke! Ich hab Dich so lieb. Bis später.”

“Gute Reise mein kleiner Scheißer, ich hab dich auch lieb."

“__________”

“Maestro! Maestro?”

“__________”

“Gute Reise mein Liebling! Wir sehen uns wieder, schon bald, ich kann es kaum erwarten. Mein kleines Scheißerle hob ka Angst. Bis später.”

Sechs Monate später.


Es ist ein relativ heißer Frühsommertag, das Thermometer zeigt bald 25 Grad und das um kurz nach neun Uhr Vormittags. Wie jeden Tag, vertieft in die Arbeit und doch mit den Gedanken irgendwo, man weiß es nicht, man denkt irgendetwas zum Motorengeräusch des Rasenmähers. Eine leichte Brise treibt einem immer wieder den Geruch von frisch gemähtem Gras in die Nase und hin und wieder, ach Du Scheiße, wieso schaffen es manche Menschen nicht das Häufchen ihres vierbeinigen Freundes wegzuräumen.

Mit Freude verrichte meine Arbeit doch dann plötzlich, irgendwie, man kann es nicht beschreiben, ich kann es nicht beschreiben, ruft mich jemand? Nein, ich bilde es mir nur ein, keine Menschenseele weit und breit. Irgendetwas liegt doch in der Luft, irgendetwas ist anders. Es zieht mich weg, bin aber hier noch gar nicht fertig und dennoch mache ich mich auf den Weg. Ich geh durch den Park, vorbei am Rosengarten, auch hier wäre noch genug zu mähen, aber mich zieht es weiter, Richtung Bauerngarten über die Hubschrauberwiese zum Lotusteich. Ich finde keine Ruhe, irgendwie will ich weitermachen aber meine Beine tragen mich weiter, die halten nicht an. Ich schiebe den Rasenmäher über die Brücke vorbei am Spielplatz und es zieht mich in eine Gegend in der ich gar nichts zu suchen hätte, zum Geologenweg, dort gibt es nichts zu mähen, jedenfalls nicht für mich.

Doch dann, am Weg bevor man auf den Hügel kommt, unter den Fichtenbäumen steht etwas versteckt eine Parkbank, eingemauert im Boden sodass sie nicht bewegt werden kann sehe ich etwas was mir fasst den Verstand raubt.

Sehe ich richtig oder täuschen mich meine Sinne. Ist es ein Wunschtraum von mir oder bin ich während der Arbeit einfach eingeschlafen und ich träume dies nur.


Es winselt, es winselt ganz leise und es kommt mir vor als würde Strom durch meinen Körper fließen. Ein Hund. Ein Welpe, klein hilflos, angebunden an der Parkbank, neben ihm ein Weidenkörbchen, kein Napf mit Wasser oder gar etwas zu essen. Hilflos angebunden und zurückgelassen, seinem Schicksal überlassen. Ich sehe mich um, keine Menschenseele weit und breit, doch da kommen zwei ältere Damen des Weges.

"Ist das Ihr Hund" rufe ich laut und bestimmend den beiden Damen zu und genau auf diese Antwort hatte ich gehofft.

"Nein, der ist sicher ausgesetzt worden"


Ich beuge mich runter und wurde mit ablecken im Gesicht begrüßt. Ich wusste, ich spürte, ich merkte das es da eine Verbindung gibt.

Mit aller Mühe versuche ich den Knopf der Leine zu öffnen, ich nehme den Korb, den Hund, den Rasenmäher und wir marschieren los.

Ich nahm ihn mit, in einer Hand hatte ich den Rasenmäher in der anderen die Leine mit dem Hund und den Korb. Er geht neben mir, er vertraut mir, er geht als würde ich mit ihm einen Spaziergang machen. Meine Freude war mir wohl ins Gesicht geschrieben, mein Herz klopfte bis zum Hals, ich war nervös, unbeschreiblich, vielleicht so als hätte ich mich neu verliebt.

Aber dann die Frage aller fragen.

Was mach ich mit ihm, behalte ich ihn, bring ich ihn ins Tierheim. Wir wollen keine Tiere mehr weil es uns damals fasst das Herz gebrochen hat. Was wird meine Frau sagen wenn ich ihn nach Hause bringe, wird sie mit mir schimpfen, wird sie mir überhaupt glauben das man so einen wunderschönen Hund einfach finden kann. Das man so etwas überhaupt aussetzen kann? Ich weiß es nicht.

Für den Nachmittag nehme ich frei und fahr mit meinem neuen Hund nach Hause. Er steigt ins Auto so als würden wir uns schon eine Ewigkeit kennen. Er legt sich vorne am Boden hin und schläft gleich ein. Die ganze Fahrt über, kein einziges mal ist er aufgewacht.


Zu Hause angekommen, die Angst steigt, was mach ich wenn ich ihn doch weggeben muss aber noch viel schlimmer. Was ist wenn er doch jemanden gehört.

Ich geh mit ihm ins Haus. Meine Frau hatte Nachtdienst und hat sich in der Früh als sie heimkam ins Wohnzimmer hingelegt.

Der Hund läuft rein, es ist als würde er alles kennen, er läuft schnurrgerade, durch den Vorraum in die Küche, weiter durchs Esszimmer gleich ins Wohnzimmer und stupst mit seiner kalten Nase die Hand meiner Frau.


Wie angewurzelt stehe ich da und krieg kein Wort heraus, ich wollte ihn rufen, aber wie, er hat ja keinen Namen aber was ich da sah ließ mich an meinem bisherigen Glauben zweifeln.


Es sah aus als möchte er sagen “Heh, steh auf. I bin wieder da.”


Mein Herz pocht wieder bis zum Hals, was wird sie sagen, wird sie schimpfen? Sie schaut auf, mit ihren verschlafenen Augen sieht sie den Hund an und fragt mit ruhiger Stimme ”wer bist denn du?”


Ob ich Tränen in den Augen hatte weiß ich nicht mehr doch diese vier Worte hörten sich für mich an wie “Willkommen zurück.”


Wir überlegten was wir tun werden, unser neuer Wegbegleiter legte sich in der Küche neben uns hin und schlief schon wieder.


Danach bin ich mit dem Hund ins Tierheim um die Formalitäten zu erledigen, er war, was ich auch erhofft hatte, nicht gechipt, kerngesund und ist nun wieder ein Teil unseres Lebens.


Er bekam dann noch eine ganze Seite in der Zeitung nur für sich um über sein Schicksal aber vor allem über sein Happy End zu berichten.


Lange suchten wir noch einen Namen für unseren kleinen Freund und nach langem hin und her entschieden wir uns für den Namen Frodo.


Frodo, der aus Erfahrung klug gewordene.


Monate später, es war ein eiskalter Dezembertag, ein paar Tage vor Weihnachten wurde ich mit den Worten "willst Du wieder eine Katze haben" überrascht. Natürlich schoss mir sofort meine vielgeliebte Minky durch den Kopf und ich konnte mich zuerst nicht entscheiden.

Ein paar Tage später bekam ich dann per Mail schon die ersten Bilder von unserer Prinzessin, sie war erst ein paar Tage alt, geboren am ersten Dezember, eine Maine Coon, ihre Äuglein waren noch geschlossen. Mit tränen in den Augen die ich jedoch nicht zeigen wollte entscheide ich mich für ein, ja Okay, wir nehmen sie.

Als es dann soweit war und wir sie abholen fuhren schummelte sich zu unserer ausgesuchten Katze noch ein Katerchen dazu weil die die es zuerst nehmen wollten nun doch wieder keine Katze nehmen wollen.


Also haben wir nun ein Geschwisterpärchen und man kann es nicht glauben.

Unsere Prinzessin, Funny, ist eher die aufgeweckte, die Entdeckerin, der Kater, Felix, ist eher der wie es uns eh schon bekannt ist. Er liegt genauso herum wie es Minky immer tat und was das Faszinierende ist. Er geht jeden Tag mit mir ins Bett und weckt mich Morgens.


Ob Glaube, Liebe oder Hoffnung. Man kann es sich zurechtrücken wie man will, doch nur wenn man tief in sich hört, wenn man versucht zu verstehen kann es sein dass man mehr sieht, mehr spürt als man je zu Träumen wagte.


Niemals sollte der Mensch ein Tier quälen, schlagen, verhungern lassen oder was es sonst noch alles gibt. Es sind Lebewesen wie Du und ich und betrachtet man das Leben mit anderen Augen, sind wir es die sich Entschuldigen müssen.


Wir haben kein Recht wehrlosen Geschöpfen deren Welt zu zerstören.

Glaube - Liebe oder doch Hoffnung?


Diese Geschichte entstand durch Beobachtung, Phantasien und wahrscheinlich auch aus dem Wunsch heraus, dass es so sein soll.


Solche Zeilen entstehen wenn Glaube, Liebe und Hoffnung in einer traurigen Zeit, in einer Phase in der das Herz gebrochen und sehr verwundbar ist, aufeinander prellen. Niedergeschrieben innerhalb einer halben Stunde. 30 Minuten lang auf die Tastatur gehämmert ohne nachzudenken, ohne zu überlegen, das Ergebnis ist im inneren zu lesen.


Eigentlich glaube ich nicht daran, aber wir Menschen sehen und spüren mehr als wir wahrnehmen können.


 

 

Glaube, Liebe und Hoffnung kann einem nicht genommen werden.



© MMXIII BernPlie
 
  • #1
A

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Kennst du schon die Warehouse Deals? Amazon bietet hier zurückgesandte und geprüfte Ware deutlich billiger an.
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Catnip

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Ich kann nicht aufhören zu weinen. Ehrlich, das war unglaublich und unglaublich toll geschrieben.
Ich find kaum Worte.
 
Bell430

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Oh Danke das finde ich sehr lieb von Dir. Früher hätte ich über so etwas gelacht, aber seit ich dies am eigen Leib erfahren hab, ich habe meine Meinung geändert. Alles Gute Wünsche ich Dir und Deinen Vierbeinern. Herzliche Grüße vom Wörthersee.
 
Levana Rya

Levana Rya

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Kann mich Blueberryfairy nur anschließen. Da braucht es auch keine Worte. Alles Liebe und Gute für euch
 
Bell430

Bell430

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Danke! Ich bedanke mich auch schon im voraus bei allen. Dies liegt doch ein paar Jahre zurück, geschrieben hab ich es aber erst gestern, heute noch etwas verbessert und ich wollte alle teilhaben lassen, teilhaben am Schmerz aber auch an der Freude was danach kam. Es ist unbeschreiblich und beinahe unglaubwürdig. Ein Teil meiner Kolleginnen und Kollegen glauben bis heute noch nicht das der Hund ausgesetzt war, einige glauben ich hätte ihn bestellt und nur so aussehen lassen als ob damit ich zu Hause eine gute Ausrede hab. Wünsch Euch allen mit Euren Freunden alles Gute und wenn es mal soweit sein sollte, was hoffentlich noch in weiter Ferne liegt, dann erinnert Euch an meine Geschichte.
 
Karlü

Karlü

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Oh das ist so wunderschön geschrieben..
Mehr als einmal musste ich aufhören, eine Pause machen und die Tränen stoppen
um dann weiter zu lesen und kurze Zeit später wieder anzufangen zu weinen

Es ist einfach toll
Ich wünsche euch noch viel viel Glück und Freude für die Zukunft

Liebe Grüße
 
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