Vom Auto erfasst und Gestorgben

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Patchy

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Hallo Liebe Tierfreunde,
ich würde mich über Euere Hilfe freuen.
Mein Hund (Deutsch-Langhaar) war ein Jagdlicher Gebrauchshund und ich hing und henge noch immer sehr an ihm. Leider wurde er heute, 6.00 abends vor unserem Haus von einem Auto erfasst. Er hat sich losgerissen und ist mir hinterher. Ich wollte eigentlich nur auf meinen ca. 100 meter entfernten Acker, wo ich überprüfen wollte, ob ich das Gras Mähen muss.
Ich habe sogar noch gesehen, wie er von der Mauer auf auf die Wiese sprang und rannte. Ich bin sofort umgedreht und versuchte, ihn aufzuhalten. Wenige Meter bevor ich ihn erreichen konnte, kam ein Auto entgegen, genau in dem Moment, in dem mein Hund zum Sprung über die Straße ansetzte. Es erfasste ihn direkt und der Hund war (zum Glück) sofort tot. Somit wurde ihm leiden erspart. Der Fahrer war total geschockt und entschuldigte sich mehrfach und ich sagte, dass er doch gar keine schuld habe, da er den Hund ja nich hinter einem hohen Ranger laufen sehen konnte. Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich und alle anderen in meiner Familie sind geschockt, und wir haben den Hund noch am selben Tag begraben. Ich würde gerne wissen, wie man sich und alle anderen trauernden denn trösten kann. Ich mein, da ist ja nicht nur ein Tier gestorben, nein, sondern ein Teil der Familie. Es ist aber trotzdem anders, wie wenn ein Teil der Verwandschaft stirb.
Ich bitte alle, die sich mit so etwas auskennen, mir zu Helfen. Und an alle, denen es auch so ergangen ist und die ein geliebtes Tier verloren haben, mein herzliches Beileid.
Danke schon mal im voraus für eure Bemühungen,
Patchy
 
06.06.2013
#1
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Guest

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Michse89

Michse89

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Das tut mir sehr Leid.
Ein Heilmittel gibt es da leider nicht, außer die Zeit. Jetzt zu sagen ein neuer Hund ist die Lösung, würde ich bezweifeln, ihr würdet den neuen immer mit dem Alten Hund vergleichen, vllt einige abstoßen weil es nicht der alte ist.
Da muss man leider wirklich warten, bis die Trauer langsam weniger wird.

Es ist schade das es unter diesen Umständen passiert ist. Ich hoffe du hast, trotz Schock, dir die Daten des fahrers geben lassen. Weil Versicherungstechnisch wird da sicher was auf euch zukommen.

Ich wünsche deinem hund eine gute Reise
 
Smoothie

Smoothie

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Es ist schwierig, zu helfen. Zum einen aus der Distanz, zum anderen trauert jeder anders.

Zuerst möchte ich dir natürlich mein Beileid ausrichten. Es ist natürlich schwer, aber ich glaub den kleinen Trost hast du schon erkannt; es ging schnell und leiden wurden ihm erspart. Zudem war er in dem Moment sicherlich nicht traurig, den er hat dich gesehen und sich gefreut gleich bei dir zu sein, alles andere wird so schnell passiert sein, dass er nichts mehr hat davon wahrgenommen.

Ich verarbeite meine Trauer meist, in dem ich mir ein schönes Gedicht aussuche was passt und ein Text zum Tier schreibe, wie er war, als ich ihn das erste mal gesehen habe, was wir erlebt haben und so.

Eine kleine Auswahl meiner Lieblingsgedichte füge ich hier bei.

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein
war Teil von unserem Leben.
Drum wird dies eine Blatt allein
uns immer wieder fehlen!!<<

Im Tal des Regenbogens

Kleines Seelchen in der Nacht, hast mir so viel Glück gebracht
musstest gehen, bist nun fort, weit an einem schönen Ort.
Regenbogen, Wasserfall, grüne Wiesen überall,
spielen, toben, frohes Treiben, hier willst du ganz sicher bleiben.

Kleines Seelchen warte dort, wart auf mich an diesem Ort,
eines Tages, du wirst sehen, werden wir uns wieder sehen.
Einmal wenn wir uns wieder sehen, werden wir gemeinsam gehen,
in die Ewigkeit, ins Morgen, hier gibt es nie wieder Sorgen.

Kleines Seelchen in der Nacht, hast mir oftmals Freud gemacht,
Dank sag ich an dieser Stelle, geh nun über diese Schwelle.
Geh nach Haus zu all den Lieben, sieh sie warten auf dich drüben,
mach dir keine Sorg' um mich, Seelchen, ich vergess dich nicht.

Still, seid leise,
es ist ein Engel auf der Reise,
er konnte nur kurz bei euch sein,
warum er ging weiß Gott allein,
vergesst ihn nicht, er war so klein.

ein Hauch nur bleibt von ihm zurück,
in euren Herzen ein großes Stück,
er wird jetzt immer bei euch sein,
vergesst ihn nicht, er war so klein.

geht nun ein Wind an mildem Tag,
so denkt, es war sein Flügelschlag,
und wenn ihr fragt, wo mag er sein?
ein Engel, der ist nie allein!

er kann jetzt alle Farben sehn,
auf Pfoten durch die Wolken gehn,
und wenn ihr ihn auch so vermisst,
und weint, weil er nicht mehr bei euch ist,
dann denkt im Himmel, wo es ihn jetzt gibt,
erzählt er stolz:

ich werd geliebt!

Weint nicht an meinem Grab
um mich
Ich bin nicht dort
Ich schlafe nicht

Ich bin die Winde die da wehn
Kristallglitzer auf dem Schnee.
Ich bin das Korn auf Ährengold
Ich bin des Windes herbstlich hold

Steht nicht am Grab
die Augen rot
Ich bin nicht dort,
ich bin nicht tot.


Dein Hund

Wenn alle Dich meiden und hassen, ob mit oder ohne Grund,

wird einer Dich niemals verlassen, und das ist Dein Hund.

Und würdest Du ihn sogar schlagen, ganz herzlos und ohne Verstand,

er wird es geduldig ertragen und leckt Dir dafür noch die Hand.

Nur Liebe und selbstlose Treue hat er für Dich immer parat.

Er beweist es Dir täglich auf´ s Neue, wie unsagbar gern er Dich hat.

Nennst Du einen Hund Dein Eigen, wirst Du nie verlassen sein,

und solltest Du vor Einsamkeit schweigen, dann bist du doch niemals allein.

Wirst einst der Tod Dir erscheinen, und schlägt Dir die letzte Stund´

wird einer bestimmt um Dich weinen, und das ist Dein Hund.

Drum schäm Dich nicht Deiner Tränen wenn einmal Dein Hund von Dir geht.

Nun er ist, das will ich erwähnen, ein Wesen, das stets zu Dir steht!



Du kannst Tränen vergießen, weil sie gegangen ist,
oder Du kannst lächeln, weil sie gelebt hat,
Du kannst die Augen schließen und beten, das sie wiederkehrt,
oder Du kannst die Augen öffnen und all das sehen,
was sie hinterlassen hat
.


Noch mal mein Beileid.

Meine Jessy ist im April 10 an einem Schlaganfall gestorben. Der Schmerz vergeht, die Liebe nie.
:(
 
P

Patchy

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Danke erst mal, Michse. Ich hab auch nicht vor, mir so bald wieder einen Hund anzuschaffen, obwohl ich für mein Hobby (Jagd) schon einen Bauchen könnte. Aber das is ja erst mal egal. Man muss ja die Zeit erst mal überstehen. Ich nicht die Daten des Fahrers, da wir uns darauf geeinigt haben, dass er seinen schaden zahlt und alles andere ich. So ist es, glaub ich, am einfachsten.
Danke nochmal.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Danke, ich empfinde genau so darüber, dass er einen schnellen und schmerzlosen tot hatte. Das ist mir immer sehr wichtig. So wenig leid wie möglich.
Deine Gedichte sind sehr schön, Danke auch dafür.
Einfach Danke für alles.
 
Pewee

Pewee

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Huhu,

das tut mir wirklich sehr leid. Egal, wie man sein Tier verliert: Es tut immer weh. Auch wenn es schnell und ohne Leid gestorben ist. Das könnte vielleicht ein kleiner Trost sein.

Jeder geht mit Schmerz anders um. Ich musste auch schon so manchen Hund hier begraben - sowohl alte Hunde, die ihr Leben gelebt haben, aber auch Welpen, die nichtmal 3 Monate auf der Welt verbringen durften. Ich habe bei jedem anders getrauert. Mein erster Hund war mein Ein und Alles. Er ist mit mir aufgewachsen und er wurde steinalt. Ich kannte es nie ohne Hund. Er war toll und ich vermisse ihn heute noch, obwohl er bereits 12 Jahre tot ist. Die Zeit, die er nun tot ist, ist nun genauso lang, wie die Zeit, die ich mit ihm verbringen durfte. Das tut immer noch weh. Aber er hatte ein erfülltes Leben. Irgendwann war es einfach an der Zeit.

Die Trauer bei meinem Welpen war eine ganz andere. Ich habe lange und viel gehadert, weil er doch noch viel zu jung war. Aber die Nachhaltigkeit der Trauer war zugegebenermaßen nicht so lang, wie die bei meinem ersten Hund, denn ich hatte ihn "nur" 3 Tage. Es ist immer noch schade, wenn ich seinem Bruder in die Augen schaue und dran denke, wie ähnlich die beiden ausschauen und dass er ein schönes Leben hätte haben können, wenn der Mensch es nicht wieder verbockt hätte. Aber dafür kam dann sein Bruder, der Leben durfte und bei mir ist, gerade neben mir liegt und zufrieden schläft und bei dem ich froh bin, ihn nicht missen zu müssen.

Jede Trauer ist eine andere. Nichts sollte verboten sein in der Trauerphase. Weinen ist ok, Wütend sein ist ok (auch auf den Fahrer, auch wenn man weiß, dass er nichts dafür kann und es den geliebten Hund nicht zurückbringt - aber man darf einfach mit seinem Schicksal hadern), viel viel Reden ist wichtig. Natürlich alles nur, was man möchte. Manche möchten nicht drüber reden, andere möchten nicht weinen. Aber man sollte die individuelle Trauer respektieren. Ich habe immer viel über die Hunde (generell über mir nahestehende Wesen, die gestorben sind) geredet, um es zu verarbeiten, andere in meiner Familie wollten das nicht und weinten lieber.

Irgendwann wird die Zeit kommen, wo ihr nicht mehr so viel trauert, sondern mit einem Lächeln an euren Hund zurückdenkt. Ihr werdet ihn immer vermissen und ihn immer lieben und kein anderer Hund kann ihn ersetzen, aber irgendwann schmerzen die Erinnerungen nicht mehr so sehr und man lacht über den Quatsch, den er angestellt hat oder die Eigenarten, die ihn ausgemacht haben.

Wenn es dir/euch hilft, kannst du gerne einen Thread für deinen Hund aufmachen: https://www.tierforum.de/f33-regenbogenbruecke.html und von ihm erzählen, so viel du magst. Wir haben alle solche Zeiten hinter uns (bzw. auch vor uns) und es wird immer jemand da sein, der Trost spendet!

Ich finde es übrigens super, wie du zu dem Hund stehst. Ich kenne ein paar Menschen, die ihre Hunde jagdlich führen, sie aber dann doch eher als "Nutztier", denn als Haus- bzw. Familientier sehen. Finde es schön, wie du es hälst! Nicht, dass ich bei allen Gebrauchstierhaltern denke, dass sie ihr Tier nicht als Familienmitglied sehen, aber manche gehen schon recht kühl und distanziert mit dem Tod des Hundes um, was ich sehr bedauere.


Ich wünsche euch viel Kraft für die kommende Zeit!

Liebe Grüße
Pewee
 
P

Patchy

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Vielen Lieben Dank,
Pewee.
Ich musste auch schon von mehreren Tieren loslassen, aber bei keinem war es so schlimm wie dieses mal. Nicht, dass die anderen Male nicht auch schlimm waren, aber nicht so schlimm halt.
Und da du das Thema Nutztiere angesprochen hast, muss ich auch etwas dazu sagen. Es ist weniger ein Nutz- oder Gebrauchshund gewesen als ein Familienhund. Ich habe ihn immer gut behandelt, aber jedes Tier suchen lassen, da im das immer so viel spaß gemacht hat. Auch wenn es difinitif schon tot war (auch hier lege ich wert auf einen schnellen tot. Deshalb lieber nicht schießen, als ein angeschossenes Tier zurück zulassen.
Danke nochmal, Pewee
 
Willi-M

Willi-M

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Auch ich möchte Dir noch mein Beileid aussprechen und Deinem Hund alles Gute im Regenbogenland wünschen.

Es muss schrecklich sein, seinen geliebten Wegbegleiter auf solch eine tragische Weise zu verlieren. Dabei kann es nur ein kleiner Trost sein, wenn der Hund nicht leiden musste. Unsere geliebten Wegbegleiter sind nicht nur Tiere, sie sind nicht nur Hunde, nein sie sind Familienmitglieder.
Nachdem ich vor gut 3 Jahren meine geliegte Hündin Benji im Alter von nur 7 Jahren gehen lassen musste, habe ich die Erfahrung gemacht, dass man um ein geliebtes Tier genauso viel oder wenigstens fast genauso viel und intensiv trauern kann, wie um einen geliebten Menschen. Es ist ein Familienmitglied und deshalb wird die Tiefe der Trauer nicht bestimmt durch den Verwandtschaftsgrad, sondern von der Tiefe der Liebe und der Bindung, die bestanden hat. Und die hängt wiederum mehr vom Umfang gegenseitiger bedingungsloser Akzeptanz und gemeinsam verbrachter Zeit sowie von gemeinsamen Erlebnissen ab, als davon ob es Mensch oder Tier war.

Auch ich kann Dir kein Rezept geben, wie man am besten mit der Trauer umgeht, da ist jeder anders. Mir hat es geholfen mich hier austauschen zu können und mit Menschen zu schreiben, die Ähnliches erlebt haben und die die Trauer um das geliebte Tier verstehen. Das können im täglichen Leben noch lange nicht alle. Viele denken immer noch ... "es war doch nur ein Hund" ... und sprechen es manchmal sogar aus. Sie wissen garnicht, was sie da sagen, sonst hätten sie sich diesen Satz geschwiegen. Für uns ist es eben nicht "nur" ein Hund, sondern ein Teil unseres Lebens, weil er uns ein Stück unseres Weges begleitet hat. Aber das können nur Hundemenschen verstehen.
Mir hat auch geholfen, meiner geliebten Benji eine eigene Internetseite zu widmen (siehe in meinem Profil). Auch das war für mich ein Stück Trauerarbeit.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen die Kraft den Verlust zu ertragen. Du wirst die Trauer irgendwann meistern, aber ich denke es wird ein wenig dauern. Die Zeit heilt alle Wunden, manchmal etwas schneller, manchmal etwas langsamer. Bei mir ist es langsamer, denn Benji's Verlust hängt mir bis heute nach.

Traurige Grüße

Willi


Nicht der geringste Kummer, den wir ertragen müssen,
wenn sie von uns gehen, diese wortlosen Freunde, ist,
daß sie so viele Jahre unseres Lebens mit sich nehmen.
Doch wenn sie darin Wärme finden,
wer würde ihnen diese Jahre mißgönnen,
die sie über uns gewacht haben?
Und was immer sie mit sich nehmen, sei versichert,
sie haben es verdient.
(Autor: unbekannt)
 
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