das optimale training für vollblut

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Satori

Satori

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hey!

ich suche für mein pferd ein training das zu ihr passt und wollte gern nochmal euch fragen was ihr machen/ empfehlen würdet :)

kurz zu meinem pferd und ihrem charakter: stute, 11 jahre, engl. vollblut, freizeitgeritten (seit einem jahr kaum geritten wegen krankheit und schwangerschaft), war nie auf der rennbahn
zum charakger: sie ist recht
sensibel. reagiert auf die kleinsten sachen.sie schwankt zwischen nervosität und ruhigen phasen. sie ist recht unausgeglichen und deswegen oft anstrengend. sie ist recht verspielt und das mit pferd und mensch. sie ist sehr gern bei mir und gern in meiner nähe(knuddelt gerne). wenn sie nervös is oder grade bock hat einfach nur zu rennen dann is sie manchmal total rücksichtslos und is auch dann stur und will ni mehr auf mich hören.


mir wird immer gesagt das sie viel training an der longe braucht und viel laufen muss(trab, galopp). eben ein vollblut das sich auspowern muss.

eine freundin empfiehlt eher das gegenteil. viel bodenarbeit mit viel denkarbeit und viel im schritt laufen. sie soll nicht zuviel an ausdauer gewinnen, denn sonst stehe ich irgendwann da und muss vor dem reiten stundenlang ablongieren.


was is nun besser? was würdet ihr empfehlen, damit mein pferd an nervosität verliert und runter kommt, damit ich wieder ein zuverlässiges pferd habe.

danke schonmal für die antworten

lg
 
07.06.2013
#1
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Guest

Hast du schon mal einen Blick in Pferde verstehen geworfen? Mit Achtung und Respekt Vertrauen zu deinem Pferd herzustellen, kann dir vielleicht helfen.
SoylentGreen

SoylentGreen

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Hey !
Bei Pferden, die einen enormen Vorwärtsdrang haben, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es mehr bringt sie mehr auszulasten. Nicht in Form von "Renn so viel du willst", sondern "arbeite härter". Kann dein Pferd Seitengänge ? Wenn nicht, dann aber mal zu ! Vorhandwendung, Übergänge... Steiger das Niveau. Nicht ins Unermessliche, aber eben so, dass dein Pferd mehr nachdenken muss und sich vermehrt auf dich konzentrieren muss.

Wann genau passiert es, dass dein Pferd hibbelig wird ? Was geht dem voran ? Wird um es herum galoppiert, raschelt da Jemand herum, knallt eine Gerte/Peitsche, fällt ihm eine Übung schwer ?

Es gibt da ganz verschiedene Typen. Mein eigenes Pferd war früher immer eine tickende Zeitbombe, da ein Geräusch und schon war er auf 180. Da half viel Ruhe, viel Beschäftigung. Hier ein wenig Schenkelweichen, da mal eine Galoppvolte. Selber mal tief durchatmen... und schon war das Pferd wieder bereit.
Eine Ponystute verlor unter mir absolut die Nerven, wenn ich mit Schenkeldruck kam, aber zu verstehen gab, nicht schneller. Sie explodierte förmlich unter mir, wenn ich Schenkelweichen wollte. War von Sinnen, wenn vor ihr Jemand angaloppierte und total heiß, sobald Pferde um sie herum trabten. Sie war nach jedem Reiten schweißgebadet. Auch hier half Ruhe und Wiederholung. Beschäftigung in Form von Übergängen, Schenkelweichen usw. Das Pony lässt sich inzwischen wieder treiben, läuft Seitengänge als hätte sie nie etwas anderes getan und ist voll und ganz auf ihren Reiter konzentriert.
Momentan habe ich eine Stute unter mir, die auch sehr zum Rennen neigt, weil sie noch nicht die richtige Balance gefunden hat. Auch hier helfen Seitengänge, Übergänge und eine gehörige Portion Ruhe und Geduld. Inzwischen ist sie schon viel ruhiger, wenn auch hin und wieder der Renner durchkommt. Aber dann heißt es eben wieder unter Kontrolle bringen. Langsamer Mitsitzen, zur Not durchparieren und Konzentrationsübungen. Und dann legt sich der Schalter wieder um und man kann weiterarbeiten.

Wichtig ist, dass man dieses absolute Entziehen jeglicher Kontrolle unterbindet. Wüstes Herumrennen macht keinen Sinn, Herumziehen am Zügel und Halt Stop brems ist auch nicht die Lösung. Ersatzarbeit anbieten.
 
Satori

Satori

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huhu!
danke erstmal für deine antwort.
genau seitengänge üben wir immer fleißig, hab mich aber zuerst immer mehr auf longieren konzentriert. aber nun sind ohren dran, denn sie ist sehr scheu was das angeht. klappt aber von mal zu mal besser.
sie wird z.b. hibbelig wenn was aufregendes in der umgebung passiert. es galoppiert ein pferd und sie nicht. sie erschreckt sich... und wenn die pferde in den stall kommen und sie darf nicht dann sowieso aber so geht es da den meisten pferden. wenn irgendwo was raschelt geht es mittlerweile. ich merke aber auch dass durch das bodentraining schon ni mehr ganz so der drang zum rennen da ist. die folgt mir brav und gibt sich echt mühe.

ich arbeite auch gern im roundpen und das mit körpersprache. schon eine klitzekleine bewegung von mir und sie geht entweder langsamer, schneller oder wechselt die richtung. da ist es auch erstmal so das sie rennen will aber das lasse ich nicht durchgehen und zügle sie. falls sie mal ganz zickig ist dann muss sie anhalten und warten bis es weiter geht.

wie oft sollte ich im roundpen die woche mit ihr trainieren? ich wollte mal einen ball für sie kaufen aber die verkäuferin meinte dass das eher was für jungs is. ich dachte mir halt das man damit auch noch was hat zur abwechslung.

lg sato
 
M

Machtnix

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Bei Vollblütern muss man anders vorgehen als bei 90% der anderen Pferderassen.
Auf Zwang reagieren sie meist hektisch und nervös. Ein Vollblüter muss immer einen Ausweg sehen.
auch wenn ich normalerweise ein Fan vom starren Ausbinden bin (das Pferd soll sich abstoßen bzw. nachgeben) und flexible Ausbinder für Expander halte (das Pferd lernt, dass es alles lang ziehen kann), sind Vollblüter eben die Pferde, bei denen ich genau mit den Expandern arbeite.
Ein hektisches Pferd lernt nicht und Blüter können sich wunderbar in alles hineinsteigern.
Die Arbeitsleistung bei unerwünschtem Verhalten zu erhöhen, ist geschickt, muss aber mit sehr viel Umsicht erfolgen. Das Pferd darf weder hektisch werden, noch darf es seinen Willen durchsetzen, denn Blüter sind sehr durchsetzungsstark. Darauf sind sie gezüchtet. Eben darauf zu laufen um gegen andere zu gewinnen - egal ob das Pferd auf der Rennban war, oder nicht.
Ein schneller Adrenalinstoß liegt deinem Pferd daher im Blut - Vollblüter eben.

Dagegen sind Vollblüter ungeheuer sanfte und sensible Pferde, die Zielgerichtet mit dem Reiter arbeiten wollen, wenn sie einmal wirklich ihren Job kennen und sicher sind. Richtig motiviert arbeitet ein Vollblüter bessr als ein Kaltblut im Pflug.
Du solltest daher mit sehr viel Konsequenz, Ruhe, Gelassenheit, Selbstsicherheit und Lob vorgehen.

Je nach Haltung und Auslastung des Pferdes, kannst du dein Pferd vor dem Reiten anfangs kurz ablongieren, damit es dir zuhört.
Falls du beim Reiten einen Hilfszügel benutzen musst hat sich Folgendes bewährt. Ein Tiedemannzügel, bei dem der Halsring entfernt wurde (damit das Pferd nicht in der Tiefe begrenzt wird). Er wirkt wie ein Schlaufzügel, sollte aber so verschnallt werden, dass das Pferd den Hals noch höher tragen kann als erwünscht - also nur als Begrenzung, damit dein Kopf beim Bocken oder Hochwerfen nicht in Gefahr ist.
Damit deine Zügelhilfe nicht verfälscht ankommt und der HZ immer gleich wirkt, kannst du an dem Trensenring einen längeren Haken befestigen an dem ein Ring angebracht ist. Durch diesen Ring wird dann der Zügel des HZ durchgezogen. So kannst du besser seitwärtsweisende Zügelhilfen geben, die richtig ankommen und der HZ ist schneller ausgeschaltet.

Schon in der Bodenarbeit und beim Longieren solltest du das Pferd an ein Körperband gewöhnen (kann man aus 2 Stretchbandagen schnell selber basteln, man muss nicht immer teuer kaufen). Das geht bei Blütern erstaunlich schnell. Das Körperband hilft dem Pferd ohne Druck, die Hüfte abzukippen und mit der HH unter den Schwerpunkt zu treten. Dadurch entspannt sich der Rücken und das Pferd läuft aktiver und vor allen Dingen viel gelassener. Bocksprünge sind dann schon äußerst selten und dann auch immer begründet.
Ein Pferd mit Körperband lässt sehr viel schneller und entspannter den Hals fallen, da ihm diese Haltung dann leichter fällt.
Ein Blüter sollte niemals nur vorne ausgebunden laufen, das fördert die sowieso schon angezüchteten Trippelgänge im Trab. Entweder Körperband oder Doppellonge (wenn du das kannst).

Deine Bodenarbeit sollte auf Reiten ausgerichtet sein. Es bringt wenig das Pferd ewig über Planen und um Pylonen zu führen. Das Pferd sollte in der Bodenarbeit seinen Körper kennenlernen. Wenn du Übungen dafür brauchst, beschreibe ich dir einige (fürs Anfangspost zu lang, ich weiß ja nicht ob du das willst). Es sollte sicherer im Punkt Körpermaße, HH Koordination, Zügelgehorsam, Schenkelgehorsam... werden.
An der Longe und in der Bodenarbeit muss das Pferd lernen, sich treiben zu lassen ohne hektisch zu werden. Es soll auf deine Körpersprache achten, die du natürlich im gesamten Umgang mit dem Pferd penibel einhältst (ist gar nicht so schwer und geht irgendwann in Fleisch und Blut über).

Beim Reiten sollte grundsätzlich langsam begonnen werden. Wie schon oben beschrieben, evtl. ablongieren, wenn notwendig. Ansonsten beginnt man nach dem Schrittreiten im Schlapptrab. So sehr alle auch Schimpfen einfach mal latschen lassen.
Zuvor beim Schrittreiten wird mit einigen Schritten Seitwärts schon die Schulter gelöst. Ein Pferd federt in der VH in der Schulter. Daher muss der Sattel absolut passend sein und das Pferd muss in der Schulter locker sein. Da das Pferd kein Schlüsselbein besitzt, kann die Schulter enorm federn und das Pferd kann ohne Schaden zu nehmen auch ruhige mal latschen.
Man beginnt mit ca. 5 Runden auf jeder Hand, dann Zirkel und Zügel aufnehmen und Schenkeldruck erhöhen umd das Pferd vermehrt auf die HH zu bringen. Es wird noch immer nicht vorwärts geritten.
Pferde lernen durch Wiederholungen, wenn der Anfang immer gleich ist, wirst du ein Pferd erhalten, das eben ruhig anfängt.
Gerade im Winter ist das hilfreich, denn die Muskulatur lässt sich bei bitterkalten Temperaturen oft im Schritt nicht wirklich aufwärmen. Wenn das Pferd dann nicht losdüst, sondern sich langsam und gelassen aufwärmt ist das ein echter Gewinn.

Beim Zirkeln erhöhst du langsam den Druck und bringst das Pferd in Form. Jetzt kannst und solltest du auch vermehrt vorwärts reiten - ganz langsam ansteigend.
Wenn dein Pferd an das Körperband gewöhnt ist, kannst du dieses beim Reiten erst noch benutzen - eben so lange bis das Pferd die entsprechende Muskulatur aufgebaut hat, dass ihm diese Haltung leichter fällt, als die Hüfte nach hinten zu stellen -rein über Schub laufen- und zu rennen.

Aber egal wie du arbeitest. Wichtig ist -vor allen Dingen bei Blütern- dass du immer gleich anfängst. Standards geben dem Pferd Sicherheit.

Du darfst auch niemals das Loben vergessen.
Pferde denken dabei in Einerschritten. 5 Runden gut getrabt kannst du nicht loben, denn dein Pferd kann nicht bis 5 zählen. Du kannst das Antraben loben, jede Parade die dein Pferd annimmt, jede Hilfe die dein Pferd sofort annimmt. Um ein Pferd zu motivieren braucht es ein Feedback für jede Aktion, die es für dich macht.
Das Feedback kann auch neg. sein. Wenn dein Pferd beispielsweise nach außen schaut weil es sich erschrecken möchte, lass es schauen und stell es nach außen, dann wieder nach innen (Abstellung), wieder nach außen, wieder nach innen, usw. Das ewige Umstellen auf gerader Linie ist sehr anstrengend für das Pferd. Es wird nach kurzer Zeit den Hals gar nicht mehr heben wollen um zu schauen. Es wird in gelassener Haltung einfach blinzeln und das ist ja wirklich erlaubt.

Genauso muss für dein Pferd die Regel klar sein, dass der Reiter immer Recht hat! Wenn du eine falsche Hilfe gibst, dein Pferd auf diese Hilfe richtig reagiert, lobe es. Bleib stehen, geh in dich und sortiere dich und reite dann wieder los. Wenn mal etwas nicht klappt, gib deinem Pferd nicht das Gefühl, dass du einen Fehler gemacht hast. Dein Pferd darf dich nicht in Frage stellen, es muss von dir sie Sicherheit haben, dass du weißt wo es hin geht (das ist ein sehr häufiger Grund für Widersetzlichkeit). Wenn du beispielsweise eine Pylonengasse nicht triffst weil du zu spät die Hilfe gegeben hast, tu so als wenn du wirklich vorbei reiten wolltest. Halte freundlich an, überdenk deine Hilfen und deinen Sitz aber zeig dem Pferd nicht, dass du einen Fehler gemacht hat.
Falls es dir noch Schwer fällt zu analysieren wo der Fehler liegt, brauchst du dafür einen Trainer.
Dein Pferd darf dich nicht in Frage stellen, es muss wissen, dass du schon das Richtige machst und ihr gemeinsam gestellte Aufgaben bewältigt. Pylonenarbeit und Stangenarbeit sind dafür ideal = zielgerichtetes Arbeiten für Reiter und Pferd. Auch ein Westerntrail ist für Englischpferde dafür gut geeignet, denn einige Übungen dienen nur den Konzentration auf ein gemeinsames Ziel (die Box, Schrittstangen in engen Abständen, Brücke, Brücke mit Stange vorgelegt oder nachgelegt, Brücke mit Stange oder Plane drauf, Tor...).

Insgesamt sollte die Arbeit aufbauend und Abwechslungsreich sein, dabei aber auch immer gleich und standarisiert.
Das bedeutet, dass du die grundlegenden Dinge erst immer gleich übst. Die gut sitzenden Übungen dann in verschiedenen Situationen abrufst. So wird dein Pferd mit der Zeit immer lockerer auch neuen Situationen (im Gelände) gegenübertreten und neue Übungen, die sich aus bekannten Übungen zusammenstellen leicht und freundlich bewältigen.
 
Satori

Satori

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huhu!
wow danke für die antwort. hat leider bei mir gedauert weil ich grade viel zu tun hab mit umzug.

also die beschreibung für blüter passt wie die faust aufs auge ;)

ich erkenne auch grade das ich den fehler gemacht habe, das wenn ich fehler gemacht habe, dann wohl so reagiert habe dass meine stute das auch merkt.
großes problem sehe ich im reiten. ich kann leider nicht reiten da ich schwanger bin. außer meinem freund habe ich auch niemanden der das übernimmt und mein freund ist anfänger. heißt ich hab longe dran. seitengänge vom reiten aus konnten wir nicht üben. mein pferd und ich hatten keinen guten start und das sollte so weitergehen. dafür das ich sie 1,5 jahre habe, bin ich nur selten geritten. erst hatte sie was, dann bin ich monatelang ausgefallen und nun schwanger. wir versuchen trotzdem deine vorschläge umzusetzen und haben auf unserem hof auch jemanden der uns ein wenig unter die arme greift.
auch wenn mein pferd engl. VB ist, wird sie westerngeritten. meine damalige RB ging mit ihr auf ein amateurrodeo(westerntrail) wo sie den 1. platz machte.

das mit den standarts einführen finde ich auch super! man denkt nur immer dass das fürs pferd irgendwann langweilig wird^^
ich danke dir erstmal für die tollen tipps und ratschläge und wir hoffen das wir nun einen guten weg gefunden haben :)

lg sato
 
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Machtnix

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Western find ich gut *gg*. Ich bilde selber sowohl Western als auch Englisch aus, wobei meine persönliche Vorliebe das Westernreite ist und ich selber mittlerweile nicht mehr Englisch reite.
Beim Westernreiten punkten Blüter in den Hunterklassen und den Disziplinen HMS, Pleasure, Westernriding und Trail. Nicht nur turniermäßig sondern gerade auch in der täglichen Arbeit, die mit viel Spaß und leichten Hilfen dem Pferd einfach fällt. Gerade das Gangwerk eines englischen Vollblüters ist hierfür gut geeignet.
Das Pferd muss nur sehr ruhig und gelassen werden.
Beim Reiten ist daher sehr auf eine lange Konzentrationszeit und Ruhe -gerade am Anfang- zu achten.

Die Seitwärtsgänge kannst du prima vom Boden aus üben. Ich mache das mit meinen Youngstern immer und habe den Effekt, dass die Pferde ohne jede Übung, die Lektion sofort vom Sattel aus beherrschen.

Du stellst dich seitlich an das Pferd. Deine Schultern und deine Hüfte sind so gestellt, dass das Pferd nach hinten geschlossen und vorn offen ist.
Du schnalzt und tippst das pferd an der Seite (dort wo sonst der Schenkel liegt) mit dem Finger an. Nicht stark drücken, nur tippen.
Sollte das Pferd nicht weichen, kannst du es etwas schubsen. Der erste Schritt seitwärts wird stark gelobt (Pause, streicheln).
Deine Hand leitet das Pferd dabei vorwärts, so dass es nicht rückwärts kreuzt.
Nach und nach wird das Pferd auf ein ganz sanftes antippen am Fell schon seitwärts gehen - wirklich, das ist kein Spaß, sondern funktioniert immer.
Beim Reiten muss man dann an der Stelle das Pferd mit dem Absatz abstreichen. Es wird sofort seitwärts gehen.
Viel Lob ist natürlich Pflicht, damit das Pferd ohne Hektik versteht, was du möchtest.

Ein Westernpferd braucht in den vorgenannten Disziplinen eine gutes Gefühl für seine HH und seine Ausmaße. Auch das kannst du am Boden stark verbessern, so wie auch den Zügelgehorsam (Trail - die Box und das Tor).

Für die Disziplinen HMS und Pleasure braucht das Pferd weiche, lange, langsame Gänge.
Blüter mit viel Vorwärtsdrang neigen da zum Trippeln und zu Verspannungen im Hals, da sie mit zu viel Zügel langsam geritten werden. Gerade seit der neuen Anweisung für EWU Richter (2013) ist eine kurz tretende HH in der EWU in der Pleasure nicht erwünscht. Daher sollte das Pferd lernen schwunglos mit abgekippter Hüfte im Jog zu gehen. Dieses erreichst du indem du das Pferd mit einem Körperband arbeitest. Die HH wird aktiviert ohne dass das Pferd zu viel Druck am Schenkel hat, was wieder vorwärtsdrang und Hektik bedeuten würde.
Also kannst du auch hier das Gangwerk deines Pferdes durch Longieren stark verbessern, denn die hierfür notwendige Muskulatur und Haltung baut sich leichter erst einmal ohne Reitergewicht auf. Durch das ausgebundene Longieren mit Körperband (Dreieckszügel locker verschnallt, so dass das Pferd nach oben zwar begrenzt ist aber die wirklich richtige Haltung durch das Körperband von hinten nach vorn bekommt) baut das Pferd die erwünschte Muskulatur auf und die Haltung fällt ihm auch später beim Reiten einfach leichter als die unerwünschte Haltung.
Da ein Dreieckszügel den Hals eines Pferdes in eine recht starre Haltung zwingt, solltest sich nach dem Longieren immer Bodenarbeit mit viel Biegungsarbeit in Hals und VH anschließen.

Ein Blüter muss zudem (länger als andere Rassen) an Druck gewöhnt werden. Das muss lernen, dass Druck kommt und es folgen muss. Der Druck muss dann aufhören und das Pferd wird gelobt. Es muss lernen, dass Druck nicht Hektik bedeutet, sondern nur, dass du etwas von ihm möchtest. Es soll lernen, ruhig zu folgen und abzuwarten. Daher wird anfangs nur eine sehr kurze Zeit Druck ausgeübt, diese Zeit verlängert sich nach und nach.

Das Pferd sollte an der Longe lernen, sich treiben zu lassen ohne Hektisch oder verspannt zu werden. Dafür nimmt man am Einfachsten anfangs ein Knotenhalfter oder Sidepul und eine Bodenarbeitslonge. Das Pferd wird mit dem Longenende getrieben.

Wenn du sehr viel am Boden arbeitest und dein Pferd da nach einiger Zeit wirklich save ist, wird es vom Sattel aus verwirrt sein. Die Person am Boden, die ihm zeigt wo es lang geht, fehlt. Sobald du also wieder anfängst zu reiten, sollte Jemand in der Bahn stehen, der körpersprachlich deine Kommandos anfangs ein wenig unterstützt. Diese Person zieht sich nach und nach zurück.
 
Satori

Satori

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also das seitwärtsgehen vom boden aus klappt schon seit ner woche richtig gut. beim reiten heute hat es beim 2ten versuch geklappt. das war aber keine absicht von meinem freund XD
gestern war sie voll entspannt und nix konnte sie aus der ruhe bringen. heute war sie recht entspannt aber ab und zu leicht nervös. ich merke dass das öfters is wenn es sehr windig ist. auf unserem reitplatz konnte sie auch nur vorne geritten werden. auf der anderen seite stehen bäume und da gehen viele pferde ungern hin. da müssen wir auch noch viel üben um ihr zu zeigen das da nix schlimmes is.
wenn ich longiere oder im round pen frei longiere ist sie generell immer ruhig in den übergängen. manchmal wenn sie einen innerlichen druck hat(hummeln im hintern^^) will sie am liebsten nur rennen. wenn sie dann mal kurz buckelt oder spielerisch die vorhand hebt, is sie dann wieder etwas ruhiger, so als hätte sie mal kurz dampf abgelassen.
einmal hatte sie so einen extremen austicker beim spaziergang. sie war so verspielt und wollte nur noch laufen und buckeln. hätte ich da meinen freund nicht bei gehabt, dann hätte ich sie nicht halten können und sie wäre weg gerannt. das hätte echt böse ausgehen können, denn wenn sie weit genug gelaufen wäre, wäre sie auf eine größere straße gelaufen. was macht man in so einer situation? wir haben sie versucht zu beruhigen aber sie hat nix interessiert und hat uns nicht beachtet. das hatte sie noch nie gemacht und sie war ja sonst sehr ruhig. erst auf dem rückweg ging es los. peinlich war das auch weil die leute zum teil in fremde grundstücke sind weil sie angst hatten vor ihr. man hofft nicht dass das nochmal passiert aber wenn doch...was dann?

lg
 
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das optimale training für vollblut

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