Wieder Entspannter und Lockerer bei Umgang und Reiten werden

Diskutiere Wieder Entspannter und Lockerer bei Umgang und Reiten werden im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo! Und zwar habe ich seit 9 Tagen eine Reitbeteiligung auf einer 4-jährigen Fjordmixstute. Und da habe ich folgendes Problem, und zwar bin...
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kuchenkruemel

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Hallo!
Und zwar habe ich seit 9 Tagen eine Reitbeteiligung auf einer 4-jährigen Fjordmixstute. Und da habe ich folgendes Problem, und zwar bin ich meistens immer recht unentspannt und leicht reizbar im umgang mit ihr (das heißt nicht, dass
ich sie schlagen würde oder sonstiges, nie im leben!). Da sie noch sehr schreckhaft ist, geht sie bei fast jeder Reiteinheit durch und buckelt dabei manchmal so heftig, dass ich schon einige Male unfreiwillig den Hallenboden geküsst habe. Darum bin ich auch beim Reiten selber sehr verspannt und unlocker, und zucke selbst bei den kleinsten Geräuschen zusammen, was sich logischerweise auch auf das Pferd auswirkt. Könnt ihr mir vlt. Tipps geben, wie ich: 1. Allgemein wieder entspannter werden kann im Umgang mit ihr und 2. Auch beim Reiten entspannter und wieder losgelassen werden kann? :( Denn es kostet mich so viel Überwindung auf ihr zu reiten und dieser Stress zerrt einfach an meinen Nerven :/ DANKE
 
09.07.2013
#1
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Guest

Hast du schon mal einen Blick in Pferde verstehen geworfen? Mit Achtung und Respekt Vertrauen zu deinem Pferd herzustellen, kann dir vielleicht helfen.
Herr Jefferson

Herr Jefferson

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Eiks... das hört sich nach negativer verstärkung an, du bist unlocker, weil deine Stute nervös ist, die merkt das, wird gleich noch nervöser - Teufelskreis.

kannst du irgendwas mit ihr machen, außer reiten, was euch beiden Spaß macht und das vertrauen zueinander stärkt?
Spazieren gehen, nen Hindernisparcours aufstellen, ihr am Boden Kommandos beibringen etc. und spielen, die ist noch jung, die kannst du evtl. mit nem Ball begeistern oder denk dir was aus, also Dinge, die ihr gemeinsam tut, für deren Erledigung du sie dann lobst.

Damit übst du, dass ihre Aufmerksamkeit auf dir ist, egal ob du oben oder unten bist und du lernst sie besser kennen, zum beispiel wann wird sie nervös, welche geräusche, was ist in der Halle, draußen, ist mehr Wind als sonst etc.

Du kannst dann beim reiten schneller reagieren, wenn eine Situation kommt, wo du weißt, sie reagiert nervös. damit stärkst du ihr vertrauen in dich, weil du ja "vorhergesehen" hast,dass sie deine Hilfe braucht, sich weiter auf dich zu konzentrieren.

Weiß nicht, ob ich das richtig rüber bringe, aber ich hab sonen total neurotischen, nervösen, super sensiblen auch noch jungen Kandidaten.
Solange ich cool bin, ist er es auch und der erschrickt sich wirklich alle naslang, mittlerweile weiß ich aber, was vermutlich ein Erschrecken auslöst/auslösen wird. Damit habe ich dann viel mehr Ruhe und Sicherheit und das überträgt sich auch auf ihn. Und immer drauf achten, dass die Konzentration auf dich gerichtet ist.

Wenn das zwei, dreimal klappt, bekommst du viel mehr (Selbst)vertrauen und dein pferd demgemäß viel mehr vertrauen in dich.

und kurze "Trainingseinheiten" gerade bei so nem jungen Pferd sind imo auch nicht zu unterschätzen. meiner kann sich nicht länger als 10 min. konzentrieren, dann muss ich pause machen, um seine Aufmerksamkeit wieder voll zu bekommen.
und sowas kannst du vorm reiten oder danach gut einbauen. 10 minuten oder 20 um "sich besser zu verstehen" und etwas gemeinsam zu tun, was euch beiden beim reiten dann hilft.

Und reizbar sein solltest du mit ruhe/gleichmut/wohlwolllen ersetzen. je stabiler und vorallem emotional stabiler dein verhalten, umso mehr wird das pferd dir vertrauen und eben auch ruhiger sein.

Hoffe, ich konnte das prinzip rüber bringen und vielleicht fällt dir ja selbst was dazu ein, was dein verhältnis zu ihr verbessert, noch bevor es ums eigentliche reiten geht.

und ->auch noch ganz wichtig, putzen und pflegen, wenn du deine Aufmerksamkeit da voll und ganz auf das pferd richtest, ungeteilt, nicht in Eile oder hektik, dann findest du auch viel raus, was zum besseren verständnis und schlussendlich zu mehr Vertrauen beiderseits führt.

und ich vergesse immer die Hälfte:

wenn die nicht nur durchgeht, sondern buckelt, dann will die ja obv. den Reiter loswerden. Vermutlich muss man da auch noch viel dran üben mit ihr, den reiter zu akzeptieren.

Seit wann geht die unterm Sattel?

Wenns meine wäre, würd ich ihr viel zeit geben, lange am Vertrauen arbeiten, bis sie mich wirklich auf ihr akzeptiert und ich glaube, ich würd ihr auch keine ganze Stunde zumuten, sondern eben kleine Einheiten, mit viel bestätigung und Lob, wenn sie die ohne Rumspaken und vorallem ohne bocken absolviert hat.
 
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ponnyfreundin

ponnyfreundin

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Herr Jefferson hat das schon gut beschrieben.

Nimm dir ausserhalb vom reiten Zeit für sie das ist ganz ganz wichtig, gerade junge Pferde wollen eine emotionale Beziehung haben. Putzen und dabei dein Pferd aufmerksam im Auge behalten. Spazieren gehen oder einfach mal nur zum kuscheln vorbei schauen und Leckerlie verteilen.

Mein Araber ist jetzt 5 seit 1 1/2 Jahren unterm Sattel und der freut sich wie ein Honigkuchenpferd wenn ich komme, weil er ganz genau weiß das es nicht immer nur um Arbeit geht.
Wenn du bei dem was grundlegend falsch machst, also bei ihm ist es halt so wenn man zu stark auf ihn einwirkt wenn er gerade einen Schreckmoment durchmacht, dann explodiert der auch regelrecht heißt, Rückwärtsgang schnell! oder Bocken, nur gut das er immernoch ein wenig behebe ist mit solchen aktionen...

Wenn du merkst das dein Pferd sich verspannt weil es nervös wird dann musst du positiv auf dein Pferd einwirken (selber tief einatmen zB und dich selbst beruhigen). Mein Fjordi ist jetzt 21 ich kenne ihn seit er 12 war, ich merke ganz genau wenn er etwas sieht was ihn beunruhigt, Ohren sind gespannt aufgestellt, der Kopf wird etwas höher getragen, das ganze Tier verspannt sich und in diesem Moment ist jedes Pferd unterschiedlich. Mein junger Araber lässt sich weg stellen (Biegung fordern, beschäftigen) und dabei ihm gut zu reden, bei seiner Mama hilft nur weiter treiben und auch reden. Beim Fjordi, also bei meinem gibt es kein Rezept mal reicht streicheln, mal ist er so verspannt das er nicht weiter geht da muss ich warten, oder reden oder oder oder. einfach beruhigend auf dein Pferd einwirken.

Und du kannst dich auch ganz schnell "hoch fahren" Ich kenne das aus eigener Erfahrung, bis Dato war ich immer mega hektisch, (fand mein Fjordi auch nicht toll) hat sich natürlich auf jedes Pferd ausgewirkt. Hat mir natürlich auch jeder gesagt aber man will es ja nicht wahr haben, da bist du schon einen Schritt weiter du hast es selber gemerkt! Das ist schon mal gut.

Was reizt dich so an ihr?
Wenn es einfacher ungehorsam ist, dann tu was dagegen, bestimmt korrigieren. Oder es ist unwissenheit und sie ist mit dir überfordert? Vorsichtig ihre Grenzen testen wenn du sie nicht kennst. Wir hatten mal eine böse Ecke in der Halle dort ist er IMMER durchgegangen (Kopfloses losrennen, situationsbedingt schneller oder unkontrollierter) Sowas muss man zB wissen wo sitzt der Hasenfuss. Ist es die Blume die neben dem Reitplatz steht die wackelt? Sind es die PFerde die draußen toben?
Denke daran das liebe TIer ist noch jung, und du beeinflusst es, zähl bis 3 wenn du dich ärgerst und denke darüber nach wie kann ich dieses Ärgerniss vermeiden bzw verhindern?

Und ein ganz blöder Satz: Manchmal ist das Pferd das du "besitzt" ein Spiegel deiner selbst. "besitzt" weil es kann an der Hand genauso wie im Sattel sein. Entspann dich beim Putzen, beim reiten in den ruhigen Sequenzen. Versuch dich immer wieder zu entspannen auf ihr, bei ihr. Das hilft versprochen!

LG

(entschuldige bitte dein langen Text, habs nicht kürzer gekriegt....)
 
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kuchenkruemel

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Vielen Dank für die schnellen, hilfreichen antworten :D Dazu sagen muss man, dass ich nicht die einzige bin die sie reitet, da die besitzerin sie manchmal für den schulbetrieb verwendet... sie ist jetzt seit ca einem jahr unterm sattel :) werde heute gleich versuchen eure tipps in die tat umzusetzen :)
 
ponnyfreundin

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4 Jahre alt und schon im Schulbetrieb??? Ok mein 5 jähriger geht auch im Unterricht aber unter seiner Reitbeteiligung.... Naja muss jeder Pferdebesitzer selber wissen.

Was reizt dich denn so an ihr?

Aber auch wenn mehrere reiten wenn der Stall nicht alzu weit weg ist kann man ja troztdem mal einfach streicheln gehen. Ich hatte damals dann natürlich Luxus 500 m die Strasse runter:D
 
Herr Jefferson

Herr Jefferson

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Ui... ich dachte der Amerikaner hier wäre da etwas hurtig unterwegs mit junge Pferde zum Arbeiten schicken. Aber obv. ist das kein rein amerikanisches Phänomen.
Muss aber eben jeder besitzer selber wissen ( ich würd dem Pferd halt mehr Zeit geben überhaupt vertrauen aufzubauen )

Und an Kuchenkrümel:

an deiner Stelle würde ich halt wirklich schauen, dass du vertrauen aufbaust zu ihr und umgekehrt, dass sie auch dir vertrauen kann.
Wie gesagt, ne konstante emotionale wohlwollende Grundeinstellung der Stute gegenüber macht sich ganz schnell in Vertrauen bemerkbar.
Nimm dir vielleicht vor, jedesmal wenn du gereizt bist, tief durchzuatmen und genau drauf zu achten, was die gereiztheit auslöst. Was macht die Stute in dem Moment oder ist es ein grundsätzliches problem, dass du ihr eben nicht traust, weil du denkst, sie hat nur zum Ziel, dich auf den Hallenboden zu befördern?

Da hilft dann Unvoreingenommenheit. Die Stute hat keine böse Absicht, die hat einfach vieles noch nicht gelernt, ist unsicher, braucht deine Hilfe.
Als beispiel: z.B. schreien wir ja auch Kleinkinder nicht an oder werden nervös und gereizt, weil sie keine Gans fachmännisch tranchieren können, sondern bringen ihnen mit Ruhe und Geduld bei, erstmal nen Löffel zu halten.

Und deine Stute hat imo grad mal gelernt, was ein Löffel ist, soll jetzt aber das fünf Gänge menue auch noch mit wechselnden Gästen servieren.
das ist imo bissi zu kompliziert für das Pferd.

Und versuch wirklich, die zeit, die du mit ihr zusammenbist, ob am Boden oder auf ihr, 100% mit deiner Aufmerksamkeit bei dem Pferd zu sein. Die spüren das sofort und du kannst viel besser wahrnehmen, was wann nicht passt und drauf reagieren.

Aber auch wenn mehrere reiten wenn der Stall nicht alzu weit weg ist kann man ja troztdem mal einfach streicheln gehen. Ich hatte damals dann natürlich Luxus 500 m die Strasse runter
hab das für US verhältnisse auch nicht weit (macht allerdings in deutschen Kilometern doch gute 13 einfach).
ich nutze wirklich jede gelegenheit: Streicheln gehen, putzen gehen, nur mal spazieren gehen und grasen lassen. Oder ich mach "Pause" vor der Koppel, nehm mir mein "Pausenbrot" mit und setz mich vor die Koppel und schau mir an, was mein bestes aller Pferde macht :)

Bekloppt?! ja :)
 
ponnyfreundin

ponnyfreundin

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Ich hab vorhin was vergessen. Was dir mit einem jungen Pferd passiert oder überhaupt nimm es nicht persönlich! sieh es sachlich und such den Fehler.
 
Herr Jefferson

Herr Jefferson

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Ich hab vorhin was vergessen. Was dir mit einem jungen Pferd passiert oder überhaupt nimm es nicht persönlich! sieh es sachlich und such den Fehler.
*lol

iwi sind wir gechannelt *lach

das wollte ich auch grad noch schreiben - Unvoreingenommen heißt: nix persönlich nehmen, sondern den Fehler suchen und das kann man nur, wenn man so neutral wie möglich schaut.
 
ponnyfreundin

ponnyfreundin

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Ich finds lustig :D dabei denk ich mir auch manchmal das hätt ich jetzt auch geschrieben:D
 
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Kitty:*

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Die haben das schon super erklärt vor mir :D

Was bei mir früher geholfen hat (verspanne micht jetzt eig. Nicht mehr), einfacht meine aktuellen lieblingslieder an zu machen. Wenn das pferde es kennt auch gerne laut (natürlich nicht zu laut). Es wäre gut wenn das eher ruhiger sind, das entspannt auch viel pferde. Wenn du willst kannst du auch leise mit singen, aber pass auf das du dich dann nicht zu doll auf die lieder konzentrierst sonder auch auf das reiten/bodenarbeit.

Den tipp kann ich noch geben, sonst haben die vor mir das eig gut erklärt :)
 
ponnyfreundin

ponnyfreundin

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Oder du hast ein Pferd das voll auf den Takt einsteigt:D Die Stute meiner Ma macht das, die geht dann nicht mehr die Gangarten die sie soll sondern die die der Takt vorgibt. ist echt witzig:D
 
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kuchenkruemel

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Vielen Dank :) kann sie auch verstehen, alle paar tage ein anderer reiter, manche sind dann auch nicht so einfühlsam, wie man bei einem jungen pferd sein soll... Aber vielen Dank für die tipps, sind wirklich hilfreich ;) habe jetzt mal die gründe für ihre 'mini herzattacken' beobachtet, es sind geräusche die meist von draussen kommen, dh geräusche bei denen sie einfach nicht sehen kann woher sie kommen
:) ich habe die besitzerin gefragt ob es möglich wäre sie in eine andere box zu stellen, sie steht jetzt in einer box ganz am eingang des stalles und mit riesen fenster, dass sie mal die dinge betrachten kann die sich draussen so abspielen ;) wir haben uns auch bei einem kurs für vertrauensbildung angemeldet, kann denke ich mir nicht schaden :) (entschuldige mich noch für ein oder anderen rechtschreibfehler, vertippe mich bei fast jedem wort mit diesen neumodernen handydreckszeug ^^)
 
Herr Jefferson

Herr Jefferson

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Super mit dem Kurs und so wie du das angehst, wird das schon werden.
ich freu mich auch dass du gleich was gefunden hast, durch beobachtung. Das Pferdi wirds dir danken - toll! das wird was mit euch beiden und was du da jetzt lernst, das ist nicht nur zum Reiten gut...
es heißt ja immer: Pferde können uns zu besseren Menschen machen, ich bin da voll von überzeugt, wenn wir uns auf sie einlassen, ist das, was wir von ihnen lernen unbezahlbar.

*hach - ich freu mich grad wirklich - schön!
 
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