Hund kommt nicht aus ihrer Box raus.

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Jenni.

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Hallo,

unsere Hündin ist 19 Monate alt und war bis vor 2 Monaten noch in Spanien. Sie hat eine schlimme Vergangenheit und hat Vertrauen zu uns gefasst. Sie weigert sich seit heute von ihrem Platz in einen anderen Raum zu gehen. Ich muss sie meistens dazu "zwingen" indem ich sie rüber trage und hinter mir die Türen zu mache. Nachts und wenn wir nicht da sind "sperren" wir sie in eine große Transportbox, wo sie seit Anfang an nicht immer raus kommt. Ich habe es mit leckerlies und rufen versucht. Wir haben noch eine zweite Hündin (12 Monate alt) die ich dann gestreichelt habe um die andere Hündin aus der Box zu locken, hat aber leider auch nicht geklappt. Was kann ich denn dagegen oder dafür tun, dass das nicht so ist? Ich kann sie auch nicht aus der Box raus ziehen, da sie sonst total ängstlich ist, weil sie von Menschen nichts als Schläge kennt. Wäre echt lieb, wenn ihr ein paar hilfreiche Antworten habt.

Danke im voraus.
 
  • #1
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simone

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Warum muss sie denn unbedingt aus der Box? Ich würde sie nicht zwingen. Ist sie jetzt seit 2 Monaten direkt bei euch oder war sie noch woanders?
 
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Jenni.

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Wenn es nach ihr gehen würde, dann wäre sie den ganzen Tag in der Box, weil sie sich dort geschützt fühlt. Aber sie soll sich ja auch bewegen. Ihr Platz ist im Wohnzimmer zusammen mit unserer anderen Hündin (sie haben wir seit 10 Monaten - war also zuerst da). Beide haben ihre eigenen Plätze und sie lassen sich auch gegenseitig in Ruhe. Die Box steht im Schlafzimmer und wenn wir abends ins Bett gehen, dann bleibt sie trotz rufen auf ihrem Platz. Und wir erziehen nach dem Prinzip - wir geben ihr ein Kommando und wenn sie es nich ausführt, dann führen wir es aus, sprich wir tragen sie aus dem Raum und wenn sie aus dem Wohnzimmer draußen ist dann geht sie auch automatisch weiter Richtung Schlafzimmer. :?: Wie gesagt sie hatte eine schlechte Erfahrung mit Menschen, und wenn ich nur zu hastig auf sie zu gehe, da fängt sie an zu fiebsen und hat dann total Angst und starrt mich mehrere Minuten an.

Was kann ich denn tun?
 
simone

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Prinzipien sind ja gut und schön. Aber nicht bei einem Hund mit solch schlechten Erfahrungen und Ängsten. Die machen ihre Erfahrungen in einem ganz eigenen Tempo. Sie muss erstmal volles Vertrauen zu euch fassen. Dann irgendwann könnt ihr anfangen, nach euren Prinzipien zu arbeiten.
Wie lange ist denn diese Hündin nun bei euch?
 
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Jenni.

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Sie ist seit dem 13.07 bei uns, vorher war sie in Spanien und wurde von einem Tierheim ins andere geschmissen, wurde von anderen Hunden gemobbt und ausgestoßen, aber mit unserer Hündin versteht sie sich gut.

Was kann ich denn tun, dass sie dann mitkommt oder raus kommt? Wir wollen sie nicht alleine im Schlafzimmer lassen, da sie sonst aufs Bett geht.
 
simone

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Gib ihr Zeit, Zeit und nochmal Zeit. Wenn sie euch wirklich vertraut, wird sie von alleine kommen. Ich denke im Moment schadet jeder Druck.
 
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Jenni.

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Das sehe ich auch so. Aber wenn wir aus dem Raum gehen dann geht sie kurz danach aufs Bett und bleibt dann da liegen und das möchten wir nicht, da sie extrem haart.
 
simone

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Das sehe ich auch so. Aber wenn wir aus dem Raum gehen dann geht sie kurz danach aufs Bett und bleibt dann da liegen und das möchten wir nicht, da sie extrem haart.

Wenn sie da gar nicht drauf soll, würde ich eine Zeitlang irgendwas drauf packen. Kartons oder ähnliches. Ich packe tagsüber eine extra Decke für die Tiere auf's Bett :lol:.
 
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Jenni.

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Ist auch eine Variante. Machen wir im Wohnzimmer bei der Couch so. :angel::D

Danke für die Hilfe ;):clap:
 
Midoriyuki

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Ist die Box für sie auch noch sicher, wenn ihr sie woanders hinstellt?

Dann würde ich nämlich die Box da aufstellen wo ihr euch die meiste Zeit des Tages aufhaltet, damit sie sich an die Alltagsgeräusche etc. gewöhnen kann und immer noch die Sicherheit der Box hat.
Oder ihr stellt eben einfach 2 Boxen auf.

Es ist für so ängstliche Hunde extrem wichtig sichere Orte zu haben- nehmt ihr ihr diese durch "Zwangsumsiedelung" hat sie bei möglichen Panikattacken nicht mehr viele Möglichkeiten um auszuweichen.

Wenn sie sich übrigens tragen lässt: ok.
Ansonsten gilt: Finger weg.
Hunde werden im Regelfall nicht gern getragen, wenn sie es nicht kennen.
Zudem siehst du nicht, ob sie sich gerade richtig böse vor etwas fürchtet, was euch entgegen kommt.
Was ein panischer Hund tut, der gerade auf dem Arm sitzt kann man sich ja durchaus ausmalen.
Wie gesagt sie hatte eine schlechte Erfahrung mit Menschen, und wenn ich nur zu hastig auf sie zu gehe, da fängt sie an zu fiebsen und hat dann total Angst und starrt mich mehrere Minuten an.

Wenn sie sowieso schon so extrem unsicher ist, sollte man ihr das Tragen wirklich ersparen.
Gebt einfach keine Kommandos von denen ihr 100% wisst, dass sie nicht ausführen wird.
Abgesehen davon, dass sie die Bedeutung der Worte mit Sicherheit nicht versteht.

Bevor sie euch nicht vertraut, kann sie nämlich nicht lernen.
Das Gehirn aller Säugetiere ist darauf ausgerichtet bei Angst und Stress nicht lernen zu können.

Wenn ihr ihr etwas beibringen wollt, wartet bis sie entspannt ist...Sonst geht das zum Ohr rein und zum anderen wieder raus;)

Arbeitet einfach erstmal an ihr vorbei. Guckt sie nicht unnötig viel an (besonders nicht direkt in die Augen starren etc.), redet mit ihr, befasst euch mit eurer Ersthündin, kündigt Berührungen immer an, streichelt nicht unbedingt frontal von vorne/oben...Dann wird sie früher oder später feststellen, dass ihr nicht gefährlich seid und sich heraus trauen.
Übergangsweise könnte man sie auch erstmal nur noch aus der Hand füttern;)
 
Amicara

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hey,

ich kann mich Simone nur anschließen. Die Hündin braucht einfach viel Zeit und Geduld. Legt euch ne Tagesdecke übers Bett und lasst sie anfangs einfach machen. Druck und Zwang, hilft euch nicht beim Vertrauensaufbau.

Ich habe hier auch nen (ehemaligen) Angsthund und habe anfangs einfach nur versucht so gut wie möglich ein vertrauensverhältnis aufzubauen. Großartige Erziehung habe ich einfach nach hinten verschoben. Die Prioritäten bei Angsthunden liegen einfach woanders:D


lg AMicara
 
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Jenni.

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Wir hatten die Box bis vor kurzem im Wohnzimmer stehen gehabt, weil wir en paar Tage im Wohnzimmer übernachtet haben, aber dort wollte sie die ganze zeit hin. Wenn ich aufgestanden bin, ist sie zur Box gelaufen und stand davor und ist dann nach 2 Minuten wieder auf ihre Decke zurück und hat sich schlafen gelegt. Ich lobe sie für fast alles was sie macht - für das was sie nicht soll natürlich nicht. Danke für den hilfreichen Tipp. :)
 
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Bubuka

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Wie gesagt sie hatte eine schlechte Erfahrung mit Menschen, und wenn ich nur zu hastig auf sie zu gehe, da fängt sie an zu fiebsen und hat dann total Angst und starrt mich mehrere Minuten an.

Das hört sich nicht nach Vertrauen an, obwohl sie ja schon relativ lange bei euch ist.
Wie die anderen schon geschrieben haben, würde ich den Hund einfach in Ruhe lassen, eine Decke aufs Bett legen, fertig. Erstmal dafür sorgen, dass sie sich sicher fühlt und Vertrauen aufbauen kann.

Zur Box: Eine geschlossene Box ist zu einem Transport im Auto geeignet, mehr nicht.
Das Aufbewahren des Hundes in einer Box ist ein Verstoss gegen das Tierschutzgesetz.
 
Midoriyuki

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Bubuka, wenn die Box offen ist entspricht eine Box weitestgehend dem natürlichen Rückzugsverhalten von Caniden- nämlich in Höhlen.

Soweit ich das dem Thread hier entnehmen konnte steht die Box ja auch offen...Der Hund SOLL ja sogar raus;)


Und 2 Monate sind gar nichts.
Sie ist in einer Phase aus ihrem ursprünglichen Habitat gerissen worden in der normalerweise die soziale Reife erreicht wird. Sie muss sich allerdings mit einer völlig neuen Umgebung auseinandersetzen, dem Leben in einem "Menschen-Haushalt" mit vollkommen seltsamen Reizen und einem weiteren Hund, der sich mitten in der Pubertät befindet und wahrscheinlich keine wirkliche Orientierung bildet.

Als Faustregel kann man übrigens grob veranschlagen, dass Hunde ca. 3-6 Monate brauchen um sich wirklich einzuleben und ihr "wahres Gesicht" zu zeigen.
Und das veranschlagt man bei ausreichend sozialisierten Hunden.
Bei Angsthunden sollte man daher nichts überstürzen;)
 
Deena

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Hallo! Wir hatten eine sehr verängstigte Hündin die ihr ganzes Leben in einem Kellerzwinger verbracht hatte (zur Zucht). Als sie zu uns kam, saß sie auch nur in ihrer Box und wenn ich sie raus holte, saß sie zitternd in der Ecke. Wir haben uns dann zusammen mit dem Tierarzt dafür entschieden, ein modernes Medikament gegen die Angst zu geben. Ihr Zustand besserte sich sehr schnell, nach einer Woche spielte sie draußen mit meiner Hündin! Das Medikament wurde dann langsam ausgeschlichen (die Dosis verringert) bis sie ohne Medikament ohne Angst leben konnte (Nach ca. einem Jahr). Das war definitiv die richtige Entscheidung, so konnte sie viel früher ihr Leben genießen als sie es hätte ohne Medikamente können. Heute zu Tage muss keiner mehr massive Angst leiden. Das Medikament zeigte keine Nebenwirkungen, dass man es ausschleichen muss, war bekannt. Ich kann nur jedem ans Herz legen die Tiere nicht so leiden zu lassen, das Medikament kostet auch nur 10€ im Monat, der Hund bekommt ja nur eine kleine Menge außer es ist ein 70Kg Hund.
 
Midoriyuki

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Deena, welches Medikament genau ist das?
Würde mich dann ja doch interessieren.
 
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Bubuka

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Bubuka, wenn die Box offen ist entspricht eine Box weitestgehend dem natürlichen Rückzugsverhalten von Caniden- nämlich in Höhlen.

Soweit ich das dem Thread hier entnehmen konnte steht die Box ja auch offen...Der Hund SOLL ja sogar raus;)

Ich habe "geschlossene Box" geschrieben, aus diesem Grund:

Nachts und wenn wir nicht da sind "sperren" wir sie in eine große Transportbox

@Deena
Ich finde Psychopharmaka für Hunde völlig daneben.
Die Angst entsteht ja nicht durch eine psychische Erkrankung, sondern hat einen Ursprung.
 
Midoriyuki

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Im Zweifelsfalle kann es durchaus sinnvoll sein Hunde in ihrer Box zu belassen.
Einen Angsthund würde ich persönlich auch nicht unbedingt "so" zuhause lassen, wenn ich nicht einschätzen kann, ob es Probleme mit dem Ersthunde etc. etc. geben könnte.


Off-Topic
Psychopharmaka finde ich auch nicht sonderlich prickelnd, aber man sollte bedenken, dass es in Einzelfällen durchaus Sinn machen kann.
Ich sehe das ähnlich wie bei Menschen auch:Wenn nötig so wenig wie möglich und so bald wie möglich wieder ausschleichen.
Es gibt Hunde, die sich so in ihre Angst reinsteigern, dass absolut nichts mehr bei ihnen ankommt und das über einen sehr langen Zeitraum. Frei flottierende Angst nennt sich das, wenn mal jmd. googlen möchte;) Gibt es auch bei Menschen mit Bindungsproblemen und fehlendem Ur-Vertrauen.
 
BerndFfm

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Mein Hund kam mit 6 Monaten aus der Türkei nach Deutschland und hat erstmal 8 Tage alleine auf einem Balkon verbracht.

Sie lag die ersten 8 Wochen nur auf ihrer Decke. Ich hab ihr viel Zeit gelassen, hab nur ab und zu mit ihr gesprochen. Nach und nach ist sie zutraulich geworden und hat nun einen ganz tollen Charakter.

Lasst dem Hund viel Zeit.

Grüsse Bernd
 
Deena

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Also ich bin sicher dass unser Hund wenn sie hätte wählen können, das Medikament genommen hätte dass sie früher ihr Leben genießen konnte und am Anfang diese ganz massive Angst nicht mehr hatte, das ist ein ganz schlimmes Gefühl, das kann keiner ahnen der nicht schonmal Todesangst hatte. Und es gab wie gesagt keine Nebenwirkungen. Ich konnte garnichts negatives feststellen. Der Hund schlief auch nicht mehr als ein anderer Hund und spielte wie gesagt mit meiner Hündin. War doch besser als wenn sie noch ein Jahr Angst gelitten hätte und in ihrem Kot in der Box gelegen hätte. Ich mag diese Vorurteile gegen Psychopharmaka nicht. Menschen die das Medikament genommen haben berichten ja nach absetzen auch dass es das richtige war. Warum sollten Hunde das nicht auch so sehen? Bei Angst durch psychische Erkrankung und Angst durch Erlebnisse ist ja der gleiche Bereich im Gehirn aktiv. Außerdem bekommen nicht nur Menschen mit Angst durch Erkrankung sondern auch Menschen nach Erlebnissen (z.B. Geiselnahme, Vergewaltigung) also ist diese Theorie nicht so korrekt. Das Medikament war Diazepam und bevor ihr jetzt in Ohnmacht fallt von der Beschreibung im Internet, unser Chefarzt sagt immer dann müssen sie auch mal die Beschreibung von Aspirin lesen da stehen nämlich auch die dollsten Dinge als Nebenwirkung die eh nur bei einem von 100000 Menschen auftreten.(Dass man sterben kann weil es die Blutgerinnung beeinflusst steht z.B. bei Aspirin und bei Diazepam eben dass man Atemdepressiv werden kann also ersticken)
 
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