Hund mit schlechten Erfahrungen

Diskutiere Hund mit schlechten Erfahrungen im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo erstmal und guten morgen an alle. Ich würde euch gerne etwas von meinem Hund berichten und auf die Erfahrung mancher hier bauen 1. Ich...
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Illuminus

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Hallo erstmal und guten morgen an alle. Ich würde euch gerne etwas von meinem Hund berichten und auf die Erfahrung mancher hier bauen

1. Ich hatte noch nie einen Hund und der Hund gehört meinen Eltern. (diese haben auch keine bis kaum Hunde-erfahrung)
2. Der Hund hat echt extremes erlebt.
3. Er macht immer in die Wohnung und ich bekomme seit einer Woche maximal 2 stunden schlaf pro Tag und das kann so nicht weitergehen.

So, erstmal was zu dem Hund. Sie ist eine 4.5 Monate alte Schäferhund Labrador mix Hündin und wirklich extrem Menschenbezogen und lieb, nur mit dem hören klappt das nicht so ganz. Und vorallem das mit der Stubenreinheit ist noch so ne
sache. Sie kommt aus Rumänien durch eine Tierorganisation und war vorher in einem Zwinger auf engstem Raum mit ein paar anderen Hunden. Die Fütterung war so ... man hat einen Leib Brot reingeworden und der stärkste hats eben bekommen.

Nun, soweit sogut. Meine Eltern wollten schon immer einen Hund und ich mag Tiere auch sehr und so dachte ich mir, hol den armen doch hierher, da hat ers schöner als im Zwinger und später im Tötungslager. Der Hund ist nun seit 1 Monat in Deutschland und verhällt sich eigentlich ziemlich gut. Nur alleine lassen geht garnicht, denn dann macht sie aus trotz in die Wohnung (groß wie klein), dass ist ja nichtmal das problem ... sie wischt dann ihren Hintern (wenn alleine) auch noch schön an der Couch ab und ich hab sie auch schon ein paar mal dabei erwischt und sie zusammengestaucht (verbal ... mit Nein! usw. ...) aber es interessiert sie nicht. Zudem macht sie auch ständig so in die Wohnung, gibt aber "nie!" ein Zeichen oder meldet sich in sonstiger weise ... sie geht dann außer sichtweite (wie als würd sie was trinken) nur macht dann eben irgendwo hin.

Man kann sie einfach nicht alleine lassen, doch meine Eltern sind nicht immer da (und ich bin nur im Urlaub hier) und der Hund "muss!" irgendwann mal für 3-4 Stunden alleine bleiben ... auch wenn nur 2 mal die Woche. Wie kann ich dem Hund beibringen alleine zu bleiben?

Wie bekomm ich sie Stubenrein ohne das sie sich meldet, ich kann ja schließlich auch nicht den ganzen Tag den Hund beobachten da ich noch anderes zu tun habe das genauso wichtig ist. Wie schaut es aus mit bestrafungen, würde ich zu weit gehen wenn ich den Hund in ein Zimmer sperren (denn allein sein ist das schlimmste für sie) würde wenn er in die Wohnung macht? Irgendwie muss sie es doch kapieren das sie nicht in die Wohnung machen darf oder sich wenigestens melden muss.

Ich hoffe ihr könnt mir wenigstens ein wenig helfen.

Gruß Illuminus
 
31.08.2013
#1
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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
Schattenseele

Schattenseele

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Hallo du!
Zuerst mal finde ich es gut das du den Hund aufgenommen hast.
Sie ist noch sehr jung, ein großer Vorteil.
Im Tierheim hat sie nicht lernen können das man die Geschäfte draußen machen muss.
Das würde ich so aufbauen wie bei einem Welpen. Alle 2 Stunden raus und nach jedem (!) Fressen, trinken, spielen oder schlafen.
Wenn sie draußen macht, überschwänglich loben auch mit Leckerlis. Richtig Party machen.
Erwischt du sie drinnen bringst du sie kommentarlos nach draußen. Macht sie dort, wieder loben.
Drinnen bitte ignorieren. Nicht anschreien- Sie kann es noch nicht wissen.

Das alleinsein würde ich auch wie bei einem Welpen aufbauen. Sekundenweise. Wirklich nur Sekunden.
Kurz aus dem Zimmer gehen und gleich wieder rein (bevor sie unruhig wird oder bellt).
Wichtig ist das du sie nicht begrüßt oder dich verabschiedest. Sie darf nicht das Gefühl bekommen das es was besonderes ist.
Still gehen und still zurückkommen. Es ist was ganz normales.
Die länge steigerst du dann langsam.
Das Training wird sich ein bisschen ziehen weil man wirklich kleine Schritte gehen muss.
Aber es lohnt sich ;)

LG
Schatti
 
Maische

Maische

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Huhu,

ich stimme Schatti zu. Ich würde es auch so aufbauen wie bei einem Welpen.
Sie ist ja auch noch ein halber. Wenn sie grad mal 18 Wochen ist, wie soll sie das schon alles können? :) Gerade wenn sie aus einem Zwinger kommt. Auch das alleine sein, dass dauert lange. Bitte nicht gleich denken, dass sie es schon von vornherein kann. :)
Das wichtigste ist Geduld, Geduld und nochmals Geduld :)
 
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Illuminus

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Danke für die Beiträge. Ja, so hab ich es auch vor zu machen ... nur sie geht einem ständig hinterher, selbst wenn sie tief schläft und jemand steht nur auf ist sie gleich wach und versucht demjenigern hinterher zu laufen ... ich versuche ich gerade verstärkt "bleib hier" beizubringen, klappt auch teilweise ... nur nicht wenn sie unbedingt jemanden begrüßen will (was auch okay ist) ... aber das sie allein im Zimmer bleibt ist unmöglich ... ich muss immer die Tür hinter mir zumachen sonst werd ich sie nicht los. Das würde ich sagen liegt eben daran wegen ihrer schlechten Erfahungen. Sie will nicht alleine sein.
 
Schattenseele

Schattenseele

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Vielleicht kannst du ihr das Kommando "Körbchen" oder "Decke" beibringen.
Du sagst das Kommando, zeigst aufs Körbchen oder wirfst ein Leckerli rein.
Wenn sie dort liegt, kannst du ihr einfach Kekse zuwerfen.
Dann kannst du auch langsam die Entfernung steigern was die Entfernung angeht.

LG
 
Pewee

Pewee

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Huhu,

also erstmal: Der Hund ist 4,5 Monate alt ;) Das ist noch Babyalter. Unabhängig von den Erfahrungen ist sie NATÜRLICH noch anhänglich und will nicht allein sein. Das kann auch eine Kombination mit Kontrollzwang sein. Je nach Charakter kann das vorkommen und wird gerne mit "kann nicht allein bleiben" verwechselt. Meine Hündin hat diese Tendenzen auch relativ stark und muss auch nach langem Training immer zumindest gucken, wo wir hingehen, wenn wir aufstehen, aber sie kann trotzdem gut allein bleiben (haben wir gefilmt).

Ich gebe dir den weisen Rat, dich von dieser leicht anklingenden Mitleidsschiene zu entfernen. Wenn ich das richtig herausgelesen hab, war Mitleid ja schon ein großer Grund, die Maus überhaupt zu kaufen. Das ist generell immer ein sehr schwieriges Ding. Einerseits wird das hier jeder im Forum nachvollziehen können, auf der anderen Seite behindert das (wenn vielleicht auch nur unbewusst) im Training. Allein der Gedanke "die hatte ja auch schlechte Erfahrungen" lässt immer zur Inkonsequenz tendieren und Hunde nutzen das gnadenlos aus. Dein Welpe geht trotz Kommando zum Besuch? Dann wird sie sofort auf den Platz zurückgeschickt, denn ihr seid konsequent! ;) Wenn ich höre, dass dein Welpchen sich einen feuchten Dreck um dein Schimpfen kümmert - und das in dem Alter - wird die es ganz sicher mal faustdick hinter den Ohren haben ;) Daher: Tut euch alle einen Gefallen und schüttelt das Mitleid ab. Euer Hund ist nun weg von dort und wird die nächsten 15 Jahre ein wohlbehütetes Leben führen. Mitleid ist nicht mehr nötig.

Wichtig fände ich einen geregelten Tagesablauf für sie. Das hilft auch euch in der ersten Zeit. Z.B. Dinge wie alle zwei Stunden sowie nach jedem Fressen, Spielen und Schlafen gehts raus. Dann wird gemacht. Vorher gehts nicht rein. Dann wir gelobt und wenn du sie drinnen beim Machen erwischst, nimm sie und setz sie raus. Wenn sie dort noch macht, wird wieder gelobt. Im Prinzip das, was Schattenseele sagte. Übungen wie "bleib" oder "geh auf deinen Platz" würde ich üben, wenn sie müde ist. Wenn sie gerade frisch und aktiv ist, funktioniert das wenig bis kaum.

Vor allem würde ich im Moment weniger auf solche Kommandos trainieren (zumindest nicht hauptsächlich), sondern mit ihr die Welt erkunden gehen. Und mit Welt meine ich ALLES. Busfahren, andere Hunde kennenlernen, Kindergärten/Spielplätze besuchen, viele Bodenbelege (Wiese, Kies, Asphalt usw.), Wasser, andere Menschen, andere Grundstücke, Baustellen, Straßen usw. Eben wirklich alles. Das ist teilweise so eine starke Reizüberflutung, dass dein Hund tot ins Körbchen fallen wird und dann erledigt sich auch oft das Problem mit dem Nachlaufen. Aber sie muss das kennenlernen. Die Sozialisierungsphase ist leider schon vorbei, aber das sollte nicht abhalten, so etwas zu üben. Je mehr sie in ihren jungen Tagen erlebt, desto offener wird sie in ihrem weiteren Leben auf neue Dinge zugehen.

Liebe Grüße
Pewee
 
I

Illuminus

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Die Übung "bleib" mache ich schon seit 3 Tagen mit ihr, klappt aber nur wenn niemand neues zu besuch kommt und nur wenig Leute da sind. Da meine Familie aber 6 Leute beherbergt ist das schon echt schwer, meistens muss ich mit ihr dann in den Keller gehn und es dort machen, ganz mit ihr allein.

Aber das mit dem weggehen ist so ne sache. Raus geht schon, auch ohne Leine (sofern keine Katze anwesend ist hört sie aufs Wort) aber weit weg gehts nie ... sie rennt immer wieder zum Haus zurück und will wider rein wenn ich zu weit weg bin. Und mit Leine und Geschirr gehts garnicht ... nur der pipi-platz kann damit aufgesucht werden. Sie setzt sich dann einfach hin und den Hund hinter mir herschleifen will ich auch nicht ... dann muss ich sie entweder tragen oder ziehen. Nichtmal mehr mit leckerchen kann man sie dann locken und das obwohl sie ein echt verfressener Hund ist. Hab noch nie sowas futterfixiertes gesehn.

Und ich werd mal den Tier-arzt aufsuchen müssen ... heute beim spielen mit nem anderen Hund hat sie auf einmal aufgequieckt und nun ist die Rute irgendwie nicht normal gerade sondern leicht gewinkelt, ich hoffe das ist nichts ernstes.

Und ich bin gespannt wie meine Eltern das weiterführen werden. Denn nach meinem Urlaub bin ich wieder gute 300km weg und kann wenn überhaupt nur alle 2 wochen am Wochenende vorbeischaun.

Gruß Illuminus
 
Infano

Infano

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Mein Hund hat als Welpe auch schlechte Erfahrungen gemacht, wir bekamen ihn mit 6 Monaten und schau sich nun einer dieses durchtrieben Vieh an ;)

Es ist klar das "Bleib" am Anfang nicht funktioniert. Du/deine Eltern sollten auch jedes Kommando generell erstmal alleine üben, ohne Ablenkung. Die Ablenkung darf nur langsam gesteigert werden.
Auch solltest du deine Eltern mehr ins Boot holen. Es ist keinem geholfen wenn der Hund nach deinem Urlaub auf keinen mehr hört, weil er nur mit dir trainiert hat :)

Du kannst deinem Hund auch mit Körpersprache zeigen, dass Nachlaufen nicht erwünscht ist.

Es ist ja alles noch ziemlich neu für sie. Erstmal solltest du versuchen, sie generell an das Geschirr zu gewöhnen. Auch mal drinnen ein paar Stunden anziehen, bis sie sich ganz normal damit bewegt.
Das Gassigehen würde ich in der allerersten Zeit auch auf eine ganz bestimmte Route legen, das hat meinem sehr geholfen. Bis sie einfach merkt, dass das sicher ist. Das kann man dann ausweiten.
Und auch da trifft man ja Neues - andere Hunde, Gullideckel, Mülltonnen die mal draußen stehen und so weiter.
Hast du schonmal versucht, dich hinter sie zu stellen und ihr da -ohne großartig körperlich zu werden- einfach ein bisschen "Druck" zu machen? Meinen treibt das immer vorwärts :)
Und es ist nunmal so, dass Hunde öfter mal etwas mitmachen müssen, was ihnen jetzt nicht so taugt.
Meiner hat relativ schnell gelernt dass er keine Chance hat, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe - dass aber auch nie etwas passiert ist, wenn er sich meinem Willen "gebeugt" hat.
Je nach Schlauheit des Hundes merken die nämlich auch ganz schnell, wenn du ihnen nachgibst und nutzen das dann für sich (vielleicht jetzt noch nicht in dem Alter, aber die Pubertät ist jetzt nicht mehr soooo weit :D )
Tragen oder Ziehen nutzen mMn überhaupt nichts. Wenn unser Hund mal getragen wurde (am Anfang wollte er keine Treppen gehen oder über Brücken) dann wirklich nur 2 Schritte, bis er ganz drauf war. Den Rest musste er selbst bewältigen. So lernt der Hund, dass ihm nichts passiert und er muss selbst über sich hinauswachsen.
 
Thema:

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