Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western

Diskutiere Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo Leute, wie der Titel es schon anmerken lässt, interessiere ich mich für die Unterschiede der Hilfen der klassisch-barocken-, "englischen"-...
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greenDOG

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Hallo Leute,

wie der Titel es schon anmerken lässt, interessiere ich mich für die Unterschiede der Hilfen der klassisch-barocken-, "englischen"- und der Westernausbildung.
Eine Bekannte stellt ihr Pferd demnächst wahrscheinlich von Western auf Barock um, sucht aber noch nach einem geeigneten Ausbilder für sie und ihr Pferd.

Welche Reitweise reitet ihr denn und warum (was gefällt euch daran so gut und seid ihr vllt auch schonmal umgestiegen)? Wie ist die Hilfengebung vorallem für die Grundlagen wie Anreiten, Halten, der Gangartenwechsel in den Grundgangarten, Richtungsänderung etc...


Viele Liebe Grüße ;)
 
02.09.2013
#1
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Guest

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Beatbonbon

Beatbonbon

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Inwiefern meinst du denn "Barock"? In erster Linie ist die barocke reitweise ja auch eine Form der klassischen dressur.
Finde es jetzt schwierig auf Hilfengebung einzugehen ^^
also ich reite klassisch Dressur jedoch mit vielen Elementen aus der iberischen/barocken reitweise. Spanischer Schritt, etc
 
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greenDOG

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Naja man unterteilt ja in klassische-barocke Dressur und in die "moderne" Dressur. Beide Reitweisen haben auch unterschiedliche Hilfengebungen und die würde ich gerne grob vergleichen. Klar sind sich Barock und "moderne" Dressur recht ähnlich, aber dennoch muss es doch entscheidende Unterschiede geben... Wieso sollte meine Freundin sonst umstellen? Western ist da ja nochmal was anderes, interessiert mich aber auch sehr.
 
Beatbonbon

Beatbonbon

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Ja der Unterschied zwischen Western und klassisch englisch leuchtet mir ein, nicht aber der Unterschied zb barocker und modernen Dressur. Lasse mich gerne eines besseren belehren ;)

[VERSTECK]http://de.wikipedia.org/wiki/Reitkunst[/VERSTECK]
das spuckt Wiki mir aus und deckt sich eigentlich mit meiner Vorstellung, nämlich zunächst einmal klassische Dressur. Anlehnung, Losgelassenheit, etc. Bis man lektionen der barocken reitweise reiten kann zB piaffe, Passage, Kapriole Bedarf es jahrelanger Übung. Sicherlich vorallem wenn man von western darauf umsteigt.
Hat deine Bekannte denn schon eine Reitlehrerin?
 
Zuletzt bearbeitet:
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greenDOG

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Ja sie hat momentan noch eine Reitlehrerin, die klassisch englisch unterrichtet. Da sie aber umsteigen möchte, sucht sie nach einer Ausbilderin fürs Barockreiten... Daher ja meine Frage. :eusa_think: Bisher ging ich auch davon aus, dass der Unterschied vorallem darin liegt, dass die Barockausbildung auch Übungen "über der Erde" kennt und eine andere Ausbildungsreihenfolge verfolgt (erst Schritt, dann Trab, dann Seitengänge etc und zuletzt erst der Galopp, der durch das Vorbereiten mit den anderen gymnastischen Übungen direkt leichter fallen soll und schöner gesprungen sein soll).
 
miezenfan

miezenfan

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Verstehe nicht ganz: in Deinem ersten Beitrag schreibst Du, sie möchte demnächst von Western auf Barock umstellen, und weiter unten schreibst Du davon, dass ihre momentane Lehrerin sie klassisch englisch unterrichtet?
Reitet sie nun im Moment Western oder englisch, bzw wie ist ihr Pferd ausgebildet?

Western ist ja auch nicht gleich Western. Es kommt immer auch sehr stark auf die Disziplin an. Reiningpferde sind völlig anders geritten als z.B. Pferde, die mehr in Richtung Horsemanship, Pleasure, Trail geritten werden.
In der Reining z.B. stoppst Du Dein Pferd, indem Du die Beine wegnimmst, und bei anderen Westernsparten hast Du zum Anhalten die Beine eher dran, mehr wie beim Englischreiten im Sinne von "halben Paraden".
Was alle höher ausgebildeten Westernpferde aber gemeinsam haben, ist das "Neck-Reining", also das einhändige Reiten mit durchhängendem Zügel, bei welchem das Pferd auf minimales seitliche Berühren des Zügels am Hals weicht und dadurch die Richtung ändert. Als Gebiss wird dabei auf "blanker Kandare" geritten, welche aber in der Regel nicht wirklich angefasst werden sollte. Die Pferde reagieren im Allgemeinen vermehrt auf leichte Gewichtseinwirkung, wenig Schenkelhilfen und minimale Zügelhilfe im Sinne des Neck-Reining. Gut ausgebildete Westernpferde sind unheimlich fein eingestellt.
 
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greenDOG

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Achso, das hab ich garnicht erklärt... :lol: Sie reitet eigentlich seit vielen Jahren Western (sie nimmt auch immer noch ein mal die Woche Unterricht zur Korrektur), da sie sich damit aber nicht mehr wirklich wohlfühlt, was wahrscheinlich auch an einem Trainerwechsel vor einem halben Jahr liegen kann, sucht sie nun nach einer Alternative. Interessiert hat sie sich schon länger für das Barockreiten, fand aber keinen Trainer in der Nähe. Nun reitet sie (als alternative Übergangslösung) seit etwa 2-3 Monaten klassisch "englisch", auch um dem barocken schonmal etwas näher zu kommen. Sie ist aber trotzdem weiterhin auf der Suche nach einem geeigneten Barockausbilder. Tut mir leid, dass ich das nicht erwähnt habe... ich wollte hier keine Verwirrung stiften. :uups:

Neck Reining wird teilweise ja auch in der klassischen englischen Reitweise ansatzweise gebraucht und ich meine auch beim Barock, wobei ich mich da eher weniger mit auskenne. Das selbe gilt meiner Meinung nach auch für die Gewichtshilfen. Fein gerittene Pferde sollten vorallem auf diese fein reagieren, egal ob Western, Englisch oder Barock.

Wie sieht das eig. aus... Sagt man nicht die Schenkelhilfen (und teilweise auch die Gewichtshilfen) sind beim Western genau umgedreht wie beim Englischen? Da es beim Westernreiten keine wirklich einheitliche Reitlehre gibt, ist das da ja immer recht schwierig einheitliche Definitionen der Hilfen zu finden. Jeder Trainer machts da irgendwie anders. :eusa_think: Wie macht ihr das denn (hiermit meine ich sowohl Englisch- als auch Westernreiter)?
 
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Machtnix

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Ich bin vom Englischreiten auf Western umgestiegen und kenne beide Reitweisen in mehreren Disziplinen gut.
Beim Englischreiten - wie auch beim Barockreiten - soll das Pferd die Hilfen annehmen. Das Westernpferd soll den Hilfen weichen.
Beim Westernreiten gibt es im Gegensatz zum Englischreiten mehr Disziplinen.
Die Ausbildungsskala Englisch / Western gibt schon einigen Aufschluss:

Englisch
Takt
Losgelassenheit
Anlehnung
Schwung
Geraderichtung
Versammlung
Ergibt die Durchlässigkeit

Western
Takt
Losgelassenheit
Nachgiebigkeit
Engagement der Hinterhand (Aktivierung der HH)
Geraderichtung
Durchlässigkeit

Wer die Definition der einzelnen Punkte kennt, wird hier schnell einen Unterschied erkennen. Wer hier noch Probleme hat, ich kanns gern erklären (wird aber lang).
 
ponnyfreundin

ponnyfreundin

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@ Machtnix

wird die Versammlung wirklich für die Durchlässigkeit benötigt?

unter Versammlung verstehe ich halt Absenkung der HH und "größer werden" vorn (Weiß grad nicht wie ich das besser beschreiben soll:|)

Ich hab jedenfalls das Gefühl meiner ist Durchlässig reagiert schon auf kleinste Hilfen usw. Ist er dann durchlässig?? (Gerade geht im Gallopp noch nicht)
 
Beatbonbon

Beatbonbon

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Nicht erst die Versammlung ergibt die Durchlässigkeit, das ist falsch!
Die Durchlässigkeit kann sich schon aus der Losgelassenheit ergeben.

ponnyfreundin: nimmt er deine kleinsten Hilfen ohne widerstand an, kannst du schon von Durchlässigkeit sprechen.

[VERSTECK]Als losgelassen bezeichnet man ein Pferd, das körperlich, seelisch entspannt und entsprechend willig mitarbeitet. Die Losgelassenheit wiederum ist die Voraussetzung für die ebenfalls elementare Durchlässigkeit, was klar wird, wenn wir auch diesen Begriff einmal definieren: Man versteht darunter, dass das Pferd auf kleinste Hilfen seines Reiters reagiert, sie sozusagen durchlässt. Das Dressurpferd nimmt die Hilfen des Reiters bereitwillig an, ohne Widerstand, in Losgelassenheit. Losgelassenheit und Durchlässigkeit dokumentieren also letztlich das Verständnis des gut zusammenarbeitenden Dressurduetts Pferd und Reiter. Das Abreiten vieler Übergänge zwischen den einzelnen Gangarten und in den und aus dem Stand kann dabei die Durchlässigkeit immer weiter ausprägen und schließlich zur antrainierten Selbstverständlichkeit werden lassen. Erst wenn sich Losgelassenheit und Durchlässigkeit in den Reitstunden herstellen lassen, kann die Dressurausbildung im Speziellen Schritt um Schritt voranschreiten. Dies bezieht sich selbstredend sowohl auf den Takt und die Fähigkeiten des Pferdes als auch auf die Techniken und Hilfen seines Reiters.[/VERSTECK]
 
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greenDOG

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@Machtnix
Ich bin bislang "nur" Freizeitreiter, versuche mich aber momentan langsam etwas weiter zu bilden, um auch mal wieder etwas vorwärts zu kommen. Natürlich sagt mir die Ausbildungsskala was und ich beschäftige mich auch immer mehr mit dieser. Ich denke jedoch, dass die einzelnen Definitionen für die Meisten (leider...) auch nach längerer Reiterfahrung noch unklar sind. Könntest du darum vllt im Interesse aller doch einmal genauere Definitionen geben...? Natürlich nur, wenn du Lust und Zeit dafür hast... :lol: Ich denke mir würde sowas schon ein wenig weiterhelfen, um einfach auch das Gelernte besser nachzuvollziehen.
Achja und darf man fragen warum du umgestiegen bist?

Liebe Grüße
 
ponnyfreundin

ponnyfreundin

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Danke Beatbonbon!

Ok mein kleiner ist dann bei Durchlässigkeit angekommen:mrgreen: Versammlung dauert noch...
 
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greenDOG

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Bei mir in der Reitschule wird sowas leider überhaupt nicht erklärt... Finde ich persönlich sehr schade, weil ja eigentlich alles darauf aufbaut. Generell ist die Reitschule eher weniger gut für Anfänger geeignet. Brauchen die Kleinen beispielsweise Hilfe beim Satteln und Putzen der Pferde, wird es ihnen nicht gezeigt oder erklärt... Nein, sie werden einfach bei Seite geschoben und eine Mitarbeiterin bereitet das Pferd weiter vor. Die Kinder lernen dabei leider so gut wie garnichts. :roll: Der Unterricht selber ist eigentlich ganz ok, aber erklärt wird auch recht wenig (gerade in den Anfängerstunden). Was in diesem Stall komischerweise dafür recht gut ist, ist der Unterricht für die fortgeschrittenen Reiter und der Springunterricht. Warum man sich aber für die Kleinen oder generell die Anfänger oft so wenig Zeit lässt verstehe ich nicht... Will man dort Fortschritte machen, muss man sich schon einges selber beibringen oder andere um Rat fragen. Leider gibt es hier bei uns nicht viele Reitschulen bzw. keine die Anfängerunterricht anbietet und zudem nicht überteuert ist. Naja... was soll man machen. :eusa_think:

Vielen Dank schonmal, Beatbonbon. Da ist alles Schritt für Schritt und recht unkompliziert erklärt. :)
 
Beatbonbon

Beatbonbon

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Das ist ja schade :( finde es so wichtig, dass von Anfang an alles genau erklärt wird. Und nur in dem man selbst sattelt, trense, putzt etc lernt man es ja :(
 
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greenDOG

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Ja eben. Genau der Meinung bin ich auch. Aber ich habe wirklich schon oft gehört, dass in Reitschulen/Vereinen gerade die Ausbildung der Anfänger vernachlässigt wird. Nur damit muss halt jeder mal anfangen und wenn die Grundlagen schlecht sind, kann die weitere Ausbildung auch nichts werden. Es baut nun mal alles auf der Grundlage auf... :roll:
 
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Machtnix

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*grummel* da habe ich gestern 30 Min. am Beitrag 'Ausbildungsskala' geschrieben und dann stürzt das Forum ab. War ich sauer.

Also nochmal der 2. Versuch.

Erst einmal zu allen Kritikern:
Ich bin nicht der Erfinder der Ausbildungsskala. Allerdings befürworte ich sie und bilde Pferde relativ streng nach Ausbildungsskala aus, da ich diese für pferdefreundlich und gut halte.
Allerdings nehme ich nicht alles kritiklos hin.
Daher bitte ich von persönlichen Angriffen abzusehen.

Ausbildungsskala FN:
Takt
Zeitliches und räumliches Gleichmaß der Bewegung.

Losgelassenheit
Die Losgelassenheit unterscheidet sich in innere und äußere Losgelassenheit
Innere Losgelassenheit: Ruhe, Angstfreiheit, Konzentration
Äußere Losgelassenheit: Lockerheit der Muskulatur, die die Muskulatur in die Fähigkeit des An- und Abspannens bringt

Anlehnung
Die weiche Verbindung von Reiterhand und Pferdemaul. Die Dehnungsbereitschaft des Pferdes an die Hand des Reiters. Das Pferd soll weder nach unten drücken, noch sich nach oben entziehen. Die ideale Kopf-/Halshaltung ist Nasenspitze höhe Bugspitz. Die Nase ist an bzw. leicht vor der Senkrechten.

Schwung
Das lockere Druchschwingen der HH unter den Schwerpunkt des Pferdes. Dieses führt dann zum lockeren Schwingen des Rückens und zum vermehrten Raumgriff der VH.

Geraderichtung
Überwindung der natürlichen Schiefe.
Jedes Pferd ist erst einmal schief. Es hat eine gute, stark bemuskelte Seite und eine schwächer bemuskelte, hohle Seite. Das ist völlig normal. Ein Pferd, das in freier Wildbahn gefressen werden soll, kann nicht erst überlegen 'nehme ich den Rechts-, oder den Linksgalopp'. Beim Reiten, reitet man jedoch Rechts und Links herum. Die Fliehkräfte auf den äußeren Gliedmaßen wären in auf der starken Seite (zur hohlen Seite gebogen schief) enorm. Genauso wird das schiefe Pferd immer mehr Ausgleichsmuskulatur bilden, denn es wird versuchen das Reitergewicht auf seine starke Seite zu bringen. Im schlimmsten Fall führt das nach einiger Zeit zu Wirbelschiefstellungen.

Versammlung
Versammlung definiert sich durch realtive Aufrichtung. Das Pferd darf sich vorne so viel aufrichten, wie es die Hanken beugt. Die absolute Aufrichtung (Aufrichtung im Hals mehr als Beugung der Hanken) ist unerwünscht. In Versammlung werden Schritte, Tritte und Sprünge des Pferdes kürzer und erhabener (Kadenz).

Die Punkte Takt, Losgelassenheit, Anlehnung gehören zur Gewöhnungsphase
Die Punkte Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung und Geraderichtung gehören in die Phase Entwicklung der Schubkraft
Die Punkte Schwung, Geraderichtung und Versammlung gehören in die Phase Entwicklung der Tragkraft

Die ersten 3 Punkte der Ausbildungsskala sind austauschbar. Viele Pferde erreichen Takt erst durch Anlehnung und/oder Losgelassenheit. Andere Pferde erreichen Losgelassenheit erst durch Anlehnung. Daher ist das Ausbinden von Pferden nicht gegen die Ausbildungsskala, wenn es kurzfristig ist und dem Pferd hilft die ersten 3 Punkte der Ausbildungsskala zu verstehen und umzusetzen.



Ausbildungsskala EWU

Takt
Wie FN

Losgelassenheit
Wie FN

Nachgiebigkeit
Das Pferd soll den Hilfen des Reiters nachgeben, es soll weichen. Auf Zügelhilfe soll es den Hals nach unten dehnen und das Genick beugen ohne langsamer zu werden. Es soll den Schenkelhilfen weichen, die Schulter und HH kontrollieren lassen.

Aktivierung der Hinterhand
Besser Engagement der HH genannt, denn Aktivierung ist etwas was der Reiter macht. Dieses ist jedoch die Ausbildungsskala des Pferdes. (Ich habe bereits eine entsprechende Eingabe bei der FN gemacht). Auf das Wort Schwung wurde verzichtet, da in vielen Disziplinen ein schwungloser Gang gefordert ist. Das Pferd soll jedoch wie bei der Definition des Punktes 'Schwung', mit der locker unter den Schwerpunkt treten.
Bei Pleasurepferden wird dieser Punkt oft erst erreicht, wenn das Pferd in der Lage ist die Hüfte abzukippen und die Hanken zu beugen. Daher sind bei der EWU in Jungpferdeprüfungen extrem langsam laufende Pferde, die nur latschen, unerwünscht.

Geraderichtung
Wie FN

Durchlässigkeit
Das Pferd soll alle Punkte beherrschen. Ein durchlässiges Pferd soll alle Hilfen auf kleinste, fast unsichtbare Impulse umsetzen und selbstständig die gewünschte Form in der gewünschten Gangart halten. Ein Durchlässiges Pferd ist mit kleinsten Impulshilfen zu reiten und arbeitet freundlich mit.


Nach Ausbildungsskala ergibt sich hiermit ein entsprechendes Ausbildungsbild. Ein Pferd benötigt bei aufbauendem, pferdegerechten Training nunmal eine gewisse Zeit um entsprechende Muskulatur aufzubauen. Demnach ist es nachvollziehbar, was einem Pferd angetan wird, das in 3 Monaten manöverfertig ist.

Die Ausbildungsskala sollte bei jeder Reiteinheit durchgeritten und in die 4 Phasen einer Reiteinheit eingebunden werden.
Beispielsweise mit einem fertigen Pferd beginnt man in der Lösungsphase mit den ersten 3 Punkten. Gegen Ende der Lösungsphase wird an der Schubkraft gearbeitet. Erst in der Arbeitsphase arbeitet man an der Tragkraft.
Wie weit man innerhalb einer Reiteinheit in der Ausbildungsskala kommt, liegt also am Können von Pferd und Reiter.

Die einzelnen Übungen, werden jeder Phase der Reiteinheit und damit der Ausbildungsskala zugeordnet.
Damit ergibt sich ein Pool von Übungen, die mit einem Pferd jeder Ausbildungsstufe geritten werden können. Auch wer nur die erstne 3 Punkte der Ausbildungsskala reiten kann und somit nur 3 von 4 Phasen einer Reiteinheit reitet, muss sich nicht langweilen.
Wer aber die Übungen den Phasen und der Ausbildungsskala zuordnen kann, hat schon die halbe Miete für eine korrekte und pferdegerechte Ausbildung eines Pferdes.

Ein Gräul ist mir eher das Reiten nach der Art: Denn sie wissen nicht was sie tun.
Das ist nicht unbedingt der Fehler der Reiter, sondern leider oft ein Fehler der Trainer, die keine Theorie vermitteln und so der Reiter aus sich allein gestellt sein Bestes gibt, aber einfach nicht das Wissen hat.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Bei mir in der Reitschule wird sowas leider überhaupt nicht erklärt... Brauchen die Kleinen beispielsweise Hilfe beim Satteln und Putzen der Pferde, wird es ihnen nicht gezeigt oder erklärt... Nein, sie werden einfach bei Seite geschoben und eine Mitarbeiterin bereitet das Pferd weiter vor. Die Kinder lernen dabei leider so gut wie garnichts.....
Das ist nicht unbedingt schlecht. Wenn die Kinder nach und nach herangeführt werden und die Sache ein System hat.
Ich Sattel auch oft Pferde für Anfänger einfach so. Für einen Reitanfänger ist das erst einmal sehr viel.

- Strick am Pferd befestigen
- Pferd von der Wiese holen, also Pferd führen
- Pferd in die Box stellen
- Pferd aus der Box holen
- Pferd anbinden
- Pferd putzen
- Hufe reinigen
- ach ja, es wird gleich geritten (evtl. etwas Aufregung)

Beim Hufegeben fange ich an. Hier erkläre ich dann und bleibe bei den Schülern.
Das Satteln und Trensen erspare ich ihnen dann erstmal. Sie sind ja froh, wenn sie überhaupt ein Halfter oder eine Fliegenmaske richtig auf den Pferdekopf bekommen.
Alles zusammen würde den Reiter total überfordern.
Ich sattel relativ lange für meine Schüler, das Lernen des Sattelns kommt zum Schluss. Allein für die Pferde, denn ihnen ist das auch unangenehm wenn der Sattel erst falsch oder gar zu weit hinten aufgelegt wird (Western).
 
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greenDOG

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*grummel* da habe ich gestern 30 Min. am Beitrag 'Ausbildungsskala' geschrieben und dann stürzt das Forum ab. War ich sauer.
oje... das glaub ich. :roll: Vielen Dank dafür, dass du es trotzdem nochmal alles erklärt hast. So eine gute Erklärung habe ich, glaube ich, noch nie gelesen. Ich werd sie mir noch ein paar mal durchlesen. Ich denke das verhilft mir schonmal zu einem besseren Verständnis beim Reiten.

Nochmal die Frage (da du sie wahrscheinlich vergessen hast): Gibt es einen bestimmten Grund warum du von der klassischen Reitweise zu Western gewechselt bist? Was gefällt dir daran besser?

Liebe Grüße und nochmal ein grooooßes Dankeschön :)
 
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Machtnix

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oje... das glaub ich. :roll: Vielen Dank dafür, dass du es trotzdem nochmal alles erklärt hast. So eine gute Erklärung habe ich, glaube ich, noch nie gelesen. Ich werd sie mir noch ein paar mal durchlesen. Ich denke das verhilft mir schonmal zu einem besseren Verständnis beim Reiten.

Nochmal die Frage (da du sie wahrscheinlich vergessen hast): Gibt es einen bestimmten Grund warum du von der klassischen Reitweise zu Western gewechselt bist? Was gefällt dir daran besser?

Liebe Grüße und nochmal ein grooooßes Dankeschön :)
Boa, danke für die Blumen!!!
Das ist es, was meine Schüler von mir immer vermittelt bekommen. Immer und immer wieder, bis sich ganz automatisch die Übungen einprägen, die dem Pferd und seinem Ausbildungsstand entsprechen. Aber das ist ja nur ein winzig kleiner Teil der Theorie, die ich in meinem Reitsystem verwende.

Warum ich vom Englischreiten auf Western umgestiegen bin, ist leicht erklärt.
Es war ein Streit. Ich ritt damals schon sehr weit oben Englisch und mein jetziger Freund (Züchter von Quarters und Paints), den ich damals gerade kennengelernt hatte, hatte einen Hengst, der im Beritt Probleme machte.
Ich teilte ihm meine Meinung dazu mit und er meinte, ich hätte ja keine Ahnung und wir Zylinderzicken könnten ja sowieso nicht vorn loslassen.
Also bekam ich von ihm meine erste Westernreitstunde geschenkt. Klar nicht auf seinem Hengst, sondern auf dem Pferd des Trainers, einem Pleasurepferd.
Was ich nicht wusste war, dass dieser Trainer auch mit dem Pferd an eine Grenze gekommen war und das Pferd nicht einfach war. Mein Freund wollte mich einfach mal fliegen sehen.
Da ich damals schon einen Trainerschein hatte und mich schon mit Anatomie, Physilogie, Reitlehre, funktioneller Anatomie etc. etwas auskannte (bin zur Vorbereitung auf den ersten Trainerschein 1/2 Jahr mit einer Ärztin und Pferdeheilpraktikerin gefahren um Muskulaturbeurteilung zu lernen) konnte ich dem Trainer relativ schnell sagen, wo es bei seinem Pferd hakt. Er meinte, ich sollte doch mal machen. Nachdem ich also seine Erlaubnis hatte, das Pferd auch mal anzufassen, erlebte ich mein blaues Wunder. Wir sprangen wie die Hasen durch die Reitbahn. Der Trainer wusste von der Reaktion des Pferdes und ich war überrascht, wie hopsig und gelenkig so ein Westernpony doch ist. Na ja, ich blieb oben und das Pferd lief nach einigen Runden wie ein Glöckchen - die Muskulatur gab nach, das Temperament wurde ruhig.
Der Trainer meinte dann zu meinem Freund, dass ich mich doch mal auf den Hengst setzen sollte. Also tat ich das und er lief.
Ich arbeite dann weiter mit dem Hengst und begann Unterricht in altkalifornischer Reitweise zu nehmen, denn er war so geritten. Diese Reitweise kommt Englischreitern von der Haltung der Pferde etwas mehr entgegen.
Also ritt ich die ersten 5 Jahre so. Dann folgten aus eigener Zucht weitere Jungpferde und ich begann mich mit dem 'normalen' Westernreiten zu beschäftigen.
Einige Trainer und noch mehr Kurse folgten. Einige waren toll, andere brach ich ab weil ich das nicht lernen wollte (Knechten eben). Aufgrund meiner Erfahrungen im Englischreiten bei einem Händler kann ich sehr gut Pferdeknechten (auch wenn Interessenten zusehen, quasi unsichtbar) und Pferde ausbilden unterscheiden.

Am Westernreiten gefällt mir besonders gut, dass es sehr viel mehr Disziplinen gibt als beim Englischreiten. Ein Pferd bekommt bei mir anfangs IMMER eine Allroundausbildung und wird dann später erst auf die Disziplin, die seinen körperlichen und psychischen Vorlieben entspricht, spezialisiert. Das finde ich sehr Pferdegerecht, denn so mancher Reiner hat sich schon als Pleasurepferd herausgestellt.

Bei den Warmblütern ist die Zucht recht verwaschen. Jeder Zuchtverband will Pferde jeden Talentes und jeder Neigung hervorbringen. Heute sieht man an einem Warmblut nicht mehr was man da vor sich hat.
In der Westernzucht sind die Pferde stark durchgezüchtet. Wer sich auskennt, weiß oft was er erwarten kann und kann schon beim Anreiten bei der Allroundausbildung Schwerpunkte setzen.
Das bringt leider auch viele Fachidioten hervor, wenn man gleich zu Anfang nicht das Pferd mitentscheiden lässt und die Ausbildungsskala außen vor lässt.
Mit gefällt außerdem, dass ein Westernreiter auf die Mitarbeit des Pferdes angewiesen ist. Das Pferd muss mitmachen, sonst lässt sich ein entsprechendes Niveau nicht mit moderaten Mitteln erreichen. Sicher gibt es genügend Zusammentreter, deren Pferde mit 12 schon als alt und kaputt gelten (und das auch sind).
Ich bin ein Weltverbesserer und denke, dass man auch im Sport MIT dem Pferd arbeiten kann. Ich mag es einfach, wenn mein Pferd mitarbeitet und ich nur noch meine Wünsche mitteilen muss, die Ausführung der Übung liegt dann am Pferd. Ein Pferd dazu zu motivieren ist einfach toll!
Aufgrund der vielen verschiedenen Disziplinen, kann jedes Pferd eine Hauptdisziplin finden und trotzde in anderen Disziplinen super laufen, einfach für die Abwechslung.
Ich mag zudem Bodenarbeit. Diese beschränkt sich bei englisch gerittenen Turnierpferden oft auf das Führen zum Hänger.
Die Stimmung auf Abreitplätzen etc. ist bei Westernturnieren sehr viel lockerer. Gerade in den unteren Klassen ist das beim Englischreiten eher Hauten und Stechen. Warum auch immer.
Meinem Nervenkostüm bekommt Hektik gar nicht gut.

Ich habe dem Englischreiten nicht ganz abgeschworen und habe noch einige Schüler, die eben Englisch reiten. Ab und zu setze ich mich auch wieder in den Englischsattel und fühle mich auch dort wohl. Mein Hauptmerk und meine Neigung ist jedoch ganz klar Western.
 
Beatbonbon

Beatbonbon

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Erst einmal zu allen Kritikern:Ich bin nicht der Erfinder der Ausbildungsskala. Allerdings befürworte ich sie und bilde Pferde relativ streng nach Ausbildungsskala aus, da ich diese für pferdefreundlich und gut halte.
Allerdings nehme ich nicht alles kritiklos hin.
Daher bitte ich von persönlichen Angriffen abzusehen.
hat das hier jemand gemacht? :eusa_think:

Mit gefällt außerdem, dass ein Westernreiter auf die Mitarbeit des Pferdes angewiesen ist. Das Pferd muss mitmachen, sonst lässt sich ein entsprechendes Niveau nicht mit moderaten Mitteln erreichen.
das ist aber bei uns englisch Reitern genauso ;)
 
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Unterschiedliche Hilfengebung Barock, Englisch, Western

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