Huflederentzündung an allen 4 Hufen. Was tun?

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rabb

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Hallo

Das Pferd meines Freundes lebt in einem Aktivstall und hat vor einem guten Jahr die Eisen abgenommen bekommen. Nach einigen Startschwierigkeiten lief er die letzten Monate echt gut. Wenn die Hufpflegerin da war ist er wieder fühliger gegangen, aber das ist ja normal denke ich.
Jetzt hat
der Stallbesitzer alleridngs im Aktivstall den Bodenbelag verändert. Da ist jetzt statt Sand so was Kiesähnliches. Also ziemlich grober Sand mit ziemlich vielen spitzen Steinen drin. Ist für seine Hufe natürlich Mist:roll:

Letzte Woche stand der arme dann abends auf 3 Beinen. Am nächsten Tag kam die Ärztin und meinte halt, dass er eine Huflederentzündung an allen 4 Hufen hat. Sie hat Boxenruhe verordnet, solange bis es besser wird...
Kann mir jemand Tipps geben, was man machen kann, damit es ihm schnell wieder besser geht? ich finde die Lösung der TÄ jetzt nämlich nicht so toll.. Sie meinte, dass er unbedingt wieder Eisen braucht und deswegen so schlecht geht. Das kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen. Ich finde das auch etwas fragwürdig, ein Pferd auf diese Art zu "Therapieren":eusa_think:
hat vielleicht jemand Ahnung, was dieses Thema angeht?

Dankeschön schonmal:angel:
 
02.11.2013
#1
A

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Guest

Hast du schon mal einen Blick in den Ratgeber zur Pferdegesundheit geworfen? Vielleicht hilft dir das ja bei deinem Problem?!
rabb

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jetzt meinte die Homöopathin, die sie deswegen dran hatten auch noch, dass man ihm nur besonders viel Brot geben soll und es sich dann davon bessern würde:roll:
Ich finde, das ganze wird immer abenteuerlicher... Wenn also jemand nur ein bisschen Ahnung davon hat, wäre ich echt dankbar!
 
Missymannmensch

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Also Brot hilft in keinster weise.Ich würde dem Pferd eher blutverdünnende Sachen geben wie z.B. Brennnessel oå.Falls ihr habt empfehle ich "kneippgänge" in einem fließendem Bach.Um dem Pferd die Umstellung zu erleichtern könnt ihr gut zu gut passenden Hufschuhen greifen.Lg shorty
 
rabb

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Ja das habe ich mir schon gedacht. Ich bin auch immer davon ausgegangen, dass Brot eher schädlich fürs Pferd sei:eusa_think:

Okay blutverdünnende Sachen ist schon mal gespeichert ;) Was meinst du genau mit Kneippgänge?
Hufschuhe hat er schon seit einem Monat. Aber dann sind die Hufe ja so schlecht geworden. Meinst du da gibt es einen Zusammenhang?:eusa_think:

lg :angel:
 
Missymannmensch

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Kneippgänge in Form von:
Pferd durch den Bach gehen lassen, gerne auch mehr als 5 Minuten.
Kühlt und massiert gleichzeitig.

Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.
Klar, Hufe schwitzen in HS auch, jedoch nicht so, dass davon die Sohle SO fühlig wird.

Wenn Pferd nicht laufen kann auf dem Schotter auf jeden Fall raufmachen.
Wenn neuer Schotter aufgebracht wurde (Kiesel) sollte es eigentlich abgerundeter sein.
Der Massiert sogar die gesamte Hufpumpe.
Ist natürlich nicht der Brüller, wenn das Pferd grade erst die Eisen entfernt bekommen hat
und/oder die Kiesel/Schotter scharfkantig ist.

Sprecht mit eurem TA ab, ob ihr evtl. Aspirin oä geben könnt.

Keine Schöne Situation :(
 
rabb

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Okay. ja wir haben einen bach in der Nähe. Müssen wir mal schauen, ob wir ihn da runter kriegen.
Es wird langsam schon besser. Wenn jemand von uns da ist, bekommt er stundenweise Auslauf auf der wiese. Der arme Kerl kann ja nicht immer in der Box stehen.

Derzeit bekommt er schon homöopathische Mittel. Soweit ich weiß Traumeel (auch noch ziemlich viel anderes, aber das ist auch für sein Herz u.a.). Aber ich werd mal nachfragen, ob das mit Aspirin nicht vielleicht besser ist.

Vielen Dank!
 
Missymannmensch

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Aspirin ist ja zugleich blutverdünnend und etwas entzündungshemmend.
Hat unsere chronische Rehestute bekommen.
Natürlich auf keinen Fall ohne Absprache mit dem TA benutzen.

Macht ihnen für den Weg Hufschuhe rauf.
Stuti hat dort noch alten Teppich oder Moosgummi zur Polsterung reinbekommen.
 
Herr Jefferson

Herr Jefferson

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- Schaut mal bitte, ob ihr die richtigen Hufschuhe habt. Da sollte man nicht dran sparen 1. und 2. wirklich genau auf die Passform achten und 3. die sollen nicht dauerhaft auf dem Huf sein.
- das mit dem Brot erachte ich als ausgemachten Humbug. Wenn dem Huf etwas fehlt, bekommt das Pferd das nicht über Brot.

ich würde auch versuchen Schmerzmittel und Entzündungshemmer zu geben. Wir dürfen hier ohne rezept "Bute" geben das ist wie Aspirin, weiß nicht, ob ihr in D dafür nen TA braucht.
ansonsten würd ich ihn in Ruhe lassen, täglich morgens und abends auf weichem Grund vorsichtig bewegen, aufpassen, dass er nicht rumrennt oder springt.
 
rabb

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das mit dem Aspirin hört sich dann ja wirklich passend an. Ich werde mal nachfragen. Danke!
Die Hufschuhe hat er eigentlich nur für Ausritte angehabt, weil er da doch noch fühlig gegangen ist. Die sollten eigentlich passen, da hat mein Freund sehr drauf geachtet, aber ich werd nochmal nachfragen bzw. mir das nochmal anschauen. Mossgummi ist ja auch eine gute Idee, das werd ich gleich besorgen!
 
Missymannmensch

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Regulär wurde die Stute auch nur mit Huschus bewegt, als Sie einen Schub hatte hat sie die teilw.
natürlich mit Absprache vom TA Tageweise getragen.
Das macht man logischerweise nicht, ohne täglich zu kontrollieren!

Die Alternative wäre in dem Fall narkose und Eisen nageln gewesen.
Nein, danke.

Drück dem Pferd die Daumen das es sich flott erholt und sich
daraus nicht eine volle Rehe entwickelt.
 
rabb

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Oh das mit deiner Stute hört sich ja auch nicht gut an!

Das Daumendrücken können wir gut gebrauchen. Ich würde es ihm echt wünschen, dass er bald wieder richtig fit wird... Jetzt geht es ihm Haltungstechnisch die letzten 2 jahre richtig gut, dann sollte da snicht durch so etwas wieder kaputt gemacht werden.
Wir werden auf jeden Fall alles machen, was geht, damit es wieder besser läuft.

Danke schonmal für eure Tipps!

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Mein Freund fragt grade, was ihr von dem Mittel Keralit haltet? Das soll wohl die Hufe härten
 
Missymannmensch

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Hm, da bin ich zwiegespalten.

Meiner Meinung nach helfen Hufhärter, sofern sie überhaupt helfen,
nur so lange wie man sie füttert.

Gutes Futter, ordentliche Haltung und top Hufpflege, nötigenfalls
auch im 4 wochentackt, reicht in meinen Augen.
 
C

Chiron

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rabb,

eigentlich ist es nicht normal, dass er nach jedem Ausschnitt wieder fühliger wird. Das kann durchaus schon mal bei einem Ausschnitt passieren, sollte aber nicht die Regel sein. Ich weiß, wie problematisch Barhufumstellungen sein können, gerade wenn das Pferd lange Zeit beschlagen war, allerdings kann diese Art der Fühligkeit nach Hufbearbeitung auf eine zu intensive Bearbeitung der Sohle hindeuten (Eckstrebenhorn entfernen von der Sohle ist ok, alles andere nicht), gerade bei diesem jetzt neuen Boden kann das echt Gift für den Huf sein. Ich will deinem Hufbearbeiter nichts unterstellen, aber es gibt durchaus auch Hufbearbeitungsschulen, die an dieser Stelle nicht ausreichend darauf achten, dass die Ausgebildeten diesen Teil der Hufbearbeitung angepaßt an Hufsituation und Bodenverhältnisse vornehmen.

Es kann natürlich auch wirklich sein, dass allein der geänderte Boden in Verbindung mit Hufen mit noch nicht ausreichend ausgebildeter Sohlenstärke zu der Huflederhautentzündung geführt haben.

Beschlag halte ich für keine sinnvolle Lösung, Keralit würde ich an der Sohle sowieso nicht einsetzen, dann besser dickere Polster im Hufschuh.

BTW: Ist sicher, dass es kein durch zuviel Kohlenhydrate ausgelöster leichter Reheschub ist? Wäre um diese Jahreszeit durchaus noch möglich und passend ...

LG,

Chiron
 
Herr Jefferson

Herr Jefferson

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Mein Freund fragt grade, was ihr von dem Mittel Keralit haltet? Das soll wohl die Hufe härten
der heißt hier wohl Keratex und wird gerne verwendet und oft empfohlen. ich habs nicht gebracuht für meinen uns hat das Pinien/Birkenharz gelangt und ein Huf Conditioner (Huföl)
Ich würd das den den TA fragen ob Keratex angezeigt ist. Ich hab hier in USA nix negatives drüber gehört (das heißt aber nix)
 
rabb

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Hallo
Wir haben uns schon gedacht, dass mit der Hufpflege was nicht so ganz stimmen kann, denn seit da eine neue dran war, sind die Hufe schlechter geworden. Als sie darauf angesprochen wurde, meinte sie, dass sie jetzt eine Fortbildung gemacht hat und ab jetzt die Hufe nur noch von außen bearbeiten will (ich denke mal, dass sie die Eckstreben auch noch mit wegschneidet, aber das hat sie jetzt nicht explizit gesagt). Das war aber nachdem es ihm so shclecht ging/geht.
Herr Jefferson hast du das Pinienharz dann auf den Huf geschmiert oder wie muss ich mir das vorstellen? Hört sich ja auch ganz sinnvoll an.

Also mein Freund hat mir das so beschrieben, dass die TÄ auf eine Stelle am Huf gedrückt hat und er da an allen 4 Hufen schmerzempfindlich reagiert hat. Deswegen meinte die TÄ, dass es eine Huflederentzündung ist. Wären die Symptome bei Rehe denn die selben? Es wurde allerdings an der Haltung nichts verändert (bis auf dem Boden). Sie haben immer Heu zur Verfügung und auf die Wiese können sie auch, je nachdem wie der Chip eingestellt ist. Wie das bei Lion jetzt war muss ich mal nachfragen. Aber die Wiese ist doch jetzt auch nicht mehr so fett, dass er davon einen Reheschub haben könnte, oder?! Das wäre natürlich echt kacke..
 
Missymannmensch

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Ich mache zwischen der lederhautentzündung und rehe keinen unterschied, da die behandlung bzw. Diagnose zur unterscheidung schwammig ist.

Aus "nur" einet Entzündung emtwickelt sich flott eine Rehe.


Tut dem Pferd den gefallen und holt jemand anderen für die Hufe. Das hört sich echt ein wenig dubios an.
Nach wem arbeitet sie denn, welche Ausbildung und kann sie referenzen bzw. Scheine vorlegen?

Das ist ein trugschluss!
Grade kurz abgefressene Weiden sind gefährlich. Kurzes Gras ist gestresst und mobilisiert nochmal die
Fruktankeule. Gepaart mit evtl. Kälte und Sonnenschein ists echt böse.
Da ist genau das Gegenteil perfekt-Heu am Stiel :)
 
Herr Jefferson

Herr Jefferson

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Hallo
Wir haben uns schon gedacht, dass mit der Hufpflege was nicht so ganz stimmen kann, denn seit da eine neue dran war, sind die Hufe schlechter geworden. Als sie darauf angesprochen wurde, meinte sie, dass sie jetzt eine Fortbildung gemacht hat und ab jetzt die Hufe nur noch von außen bearbeiten will (ich denke mal, dass sie die Eckstreben auch noch mit wegschneidet, aber das hat sie jetzt nicht explizit gesagt). Das war aber nachdem es ihm so shclecht ging/geht.
Herr Jefferson hast du das Pinienharz dann auf den Huf geschmiert oder wie muss ich mir das vorstellen? Hört sich ja auch ganz sinnvoll an.

Also mein Freund hat mir das so beschrieben, dass die TÄ auf eine Stelle am Huf gedrückt hat und er da an allen 4 Hufen schmerzempfindlich reagiert hat. Deswegen meinte die TÄ, dass es eine Huflederentzündung ist. Wären die Symptome bei Rehe denn die selben? Es wurde allerdings an der Haltung nichts verändert (bis auf dem Boden). Sie haben immer Heu zur Verfügung und auf die Wiese können sie auch, je nachdem wie der Chip eingestellt ist. Wie das bei Lion jetzt war muss ich mal nachfragen. Aber die Wiese ist doch jetzt auch nicht mehr so fett, dass er davon einen Reheschub haben könnte, oder?! Das wäre natürlich echt kacke..
also ehrlich hab ich auch sofort gedacht, wenn der ne Rehe hat, dann muss man aber anders vorgehen.
Fragt da wirklich nochmal nach ner zweiten Meinung von nem Barfuss Hufschmied!

Mir hat der erste Hufschmied gesagt, mein Pferd kann nicht ohne Eisen und so hat er auch die Hufe gemacht, so als würden halt wieder Eisen draufkommen, wenn der Abzess abgeheilt ist. Ich hab die Hufe dann selbst gemacht, bis ich nen gescheiten Hufschmied hatte.
Meiner hatte aber keine Rehe und außer dem Abzess auch sonst nix.

Ich schneide innen gar nix weg und mein neuer Hufschmied auch nicht, das wird nur von außen getrimmed.

Das Harz (nennt sich hier venice Turpentine) kommt auf die Sohle und du kannst den Strahl mit behandeln, musst aber nicht. Das kommt NICHT außen dran, weil es da nix bringt.

Gegen Hufrehe hab ich völlig old school vor jahren gelernt: Hufteer. du musst den aber heiß genug machen, weil wenn der nicht heiß genug auf den Huf kommt, gammelt unten drunter alles nur noch schöner vor sich hin, weil die bakterien sich über die Wärme freuen.
Ich würde in deinem Fall auf jeden Fall (!) jemenden konsultieren, der sich auskennt.
Mir wär die Gefahr, dass ich Hufrehe unerkannt verschlimmere zu groß.

bekommt ihr in D "Trockensteller" (Antibiotika zum behandeln von Kuheuterinfektionen) einfach so gekauft oder müsst ihr zum TA? das würd ich nämlich jetzt als Notfall und sofort Maßnahme auftragen, auf die Sohle und um den Strahl herum. Damit kannste erst mal nix falsch machen.
Wir kaufen das hier im Hufpflegeregal, kA. ob ihr das in D so bekommt, vermutlich wegen strengerem Arzneimittelgesetz nicht, aber das kann man ja mit dem TA absprechen und von dem besorgen.
 
C

Chiron

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Hi rabb,

inwieweit sind die Hufe schlechter geworden, was genau hat sich verschlechtert? Das Laufen, die Form der Hufe?

Es kann durchaus notwendig sein, Eckstreben auch mal zu kürzen (wenn diese zu lang / hoch sind oder sich auf die Sohle legen), was allerdings etwas anderes ist als diese wegzuschneiden (was eigentlich nur bei extrem in das Hufgewölbe hochgedrückten Eckstreben sinnvoll sein kann). Ist also nicht generell falsch, die Eckstreben zu bearbeiten, kommt nur drauf an, wie diese aussehen und ob der Huf ein Problem mit (deformierten oder zu langen) Eckstreben hat.

Der Tierarzt hat dann vermutlich die normale Hufabdrückzange verwendet, dabei wird das eine Ende gegen die Sohle und das andere Ende gegen die Hufwand gedrückt (das ist zumindest die häufigste wenn auch nicht einzig mögliche Untersuchung mit der Zange). Das deutet bei Reaktion des Pferdes auf eine Sohlenlederhautentzündung hin (also eine Entzündung des Lederhautteils, der das Sohlenhorn bildet). Eine Hufrehe und eine Lederhautentzündung sind im übrigen nicht das Gleiche, jede Hufrehe geht irgendwann mit einer Lamellenlederhautentzündung einher (was ein Teil der Huflederhäute darstellt), bei einer Entzündung der Sohlenlederhaut spricht man aber nicht von einer Hufrehe, auch wenn sich diese Entzündung auf die Lamellenlederhäute ausweiten kann (und man dann eben doch in der Folge eine Hufrehe hat). Die Entzündung der Lamellenlederhaut ist aber nur ein Teil des Krankheitsgeschehens, welches man als Hufrehe bezeichnet.

Die Frage, wodurch eine (fütterungsbedingte oder Gras-)Rehe ausgelöst wird, ist inzwischen eigentlich relativ klar durch Chris Pollit beantwortet. Hierbei sind Zuckerstoffe im Gras (und zwar nicht besondere Zuckerstoffe wie Fruktane, sondern alle Zuckerstoffe, die zu einer Erhöhung des Glukosespiegels im Blut führen) und der daraus resultierende Anstieg des Insulinspiegels im Blut nachgewiesenermaßen die Auslöser der fütterungsbedingten Rehe. Das vermehrte Insulin blockiert die IGF3-Rezeptoren der Huflederhäute und verhindert deren Grundversorgung mit Glukose, so dass die Zellen sozusagen verhungern, was wiederum zu einer generalisierten Entzündung dieser Gewebe führt. Dementsprechend kann jede Form des Zuviels an Futter (also auch das Plündern der Haferkiste) Auslöser einer Rehe sein, da dadurch der Glukosespiegel und in der Folge der Insulinspiegel stark erhöht wird. Insbesondere Pferde, die z.B. einen Chrom-III-Mangel haben, sind nicht in der Lage, die Glukose schnell in die Zellen zu bringen (aufgrund des fehlenden Chroms), so dass das Insulin toxisch gerade auf die Huflederhäute wirkt (in Verbindung mit vermindertem Glukosetoleranzfaktor des Organismus, Insulinresistenz, EMS, oder auch ECS).

Die Theorie, dass spezielle Zuckerstoffe (Fruktane) zu Fehlgärungen / Stoffwechselstörungen und in der Folge zu Hufrehe führen (Urheber: Chris Pollit), ist inzwischen von diesem selbst wieder verworfen worden - aufgrund seiner Forschungen zur toxischen Wirkung von Insulin auf die Huflederhäute.

Gras, welches einen Wachstumsschub macht aufgrund der klimatischen Bedingungen (ausreichende Feuchtigkeit bei gemäßigten Temperaturen und Sonnenlicht), was in der Regel im Frühjahr und zum Teil auch im Herbst vorliegt, beinhalten besonders viele Zuckerstoffe, weswegen auch typischerweise Rehen im Frühjahr und dann noch einmal im Herbst vermehrt auftreten.

Ich habe nach der Rehe deswegen gefragt, weil eine mechanisch bedingte Entzündung der Huflederhäute auf allen 4 Hufen eher selten ist, es aber aufgrund der neuen Bodenbeschaffenheit des Paddocks in Verbindung mit nicht darauf angepaßter Hufbearbeitung aber natürlich in euerem speziellen Fall durchaus möglich sein kann. Eine beginnende Rehe ist von einer Huflederhautentzündung nur schwer zu unterscheiden (Bewegungsunlust, klammer Gang), solange nicht die typischen Symptome einer ausgeprägten Rehe vorhanden sind (Sägebockhaltung oder Veränderungen am Huf).

Wie auch immer, da nicht klar ist, ob mechanisch bedingte Huflederhautentzündung oder fütterungsbedingte Rehe, würde ich zur Sicherheit beide Möglichkeiten in Betracht ziehen, und das heißt:
- gepolsterte Hufschuhe
- Bewegungsmöglichkeit im Schritt
- kein intensiver Weidegang
- Mineralfutter mit Chromanteil (steht meistens nicht drauf, gibt aber durchaus entsprechendes Futter hierzu)

Von allen anderen Mitteln am Huf würde ich absehen, einschließlich Hufteer.

Hat das Pferd andere bekannte Stoffwechselprobleme (ECS, EMS, ungewöhnliche Fettpolster)? Oder schon mal eine Rehe?

LG,

Chiron
 
rabb

rabb

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Wow danke für die ausführlichen Antworten!
Im Moment wird er 20 Minuten auf hartem Boden schritt geführt und hat überhaupt keinen Weidegang (wegen dem Vorfall mit den Ahornsamen. Vlt habt ihr ja davon gehört), er kommt aber auf den "Paddockbereich" für ungefähr 5 Stunden am Tag.
Es ist im Mment tagesabhängig bei ihm. Er hat tage, da gehts ihm ganz gut, da lahmt er auch nicht so stark, aber an anderen Tagen tut er einem wirklich leid.

Die Homöopathin war am Freitag nochmal da. Er soll jetzt auf eine bestimmte Art und weise an den Hinterbeinen gebürstet werden, bis er Am Maul eine Reaktion zeigt. Schaden kanns ja nicht, obs hilft wird man sehen..

Ich hab noch eine Frage. Diese Homöopathin meinte beim ersten besuch schon, dass man braunes Pergamentpapier mit einer Taschenlampe anleuchten soll und den Hufe dann damit anleuchten soll. Hat jemand eine Ahnung, was das bringen soll und ob so was helfen kann?! Jemand anderes aus dem Stall sollte das bei seinem Pferd auch mal machen, allerdings mit einer anderen Farbe.:eusa_think: Die Frau hat einen echt guten Ruf, muss man dazu sagen. Auch wenn ich die ganzen Therapiemöglichkeiten sagen wir interessant finde..
 
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