Hilfe bei Angsthund

Diskutiere Hilfe bei Angsthund im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallöchen =) habe mich bei einer Tierschutzorganisation für eine Pflegestelle beworben. Dann kam wie gewöhnlich auch eine VK zu mir; wir...
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Schizophrenia

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Hallöchen =)
habe mich bei einer Tierschutzorganisation für eine Pflegestelle beworben.
Dann kam wie gewöhnlich auch eine VK zu mir; wir entschlossen uns gemeinsam
für den Anfang (da es mein erste Auslandshund ist) für einen "einfachen" Hund.

Ich teilte dies der Orga mit und sie suchte mir einen Hund aus. Getroffen hat
es dann ein größeres Mischlingsmädchen von neun Monaten.

Am 28.12. wurde mir der Hund dann gebracht.
Er hatte Angst und ließ sich nur gezwungen anfassen und fraß nix.
Ich hielt dieses
Verhalten erst einmal für ganz normal, da ja alles neu und fremd ist.

Nach zwei Tagen versuchte ich den Hund am Bauch zu streicheln und bemerkte
dann, dass ich hier einen Rüden sitzen hab :shock:
Da haben die mir ja glatt den falschen Hund gebracht... klasse...

Naja, ich wollte ihn dann auch nicht mehr zurückschicken... ist jetzt halt ein
kastriertet Rüde von 9 Monaten.

Jetzt kommt mein Problem... der Hund ist ein völliger Angsthund.
Er kannte keine Treppen, keine Menschen, Autos, Fahrräder, Katzen einfach nix.
Und das soll ein "einfacher" Hund für den Anfang sein!?

Die ersten paar Tage waren auch wirklich der Horror!

Futter bekommt er nur aus meiner Hand, zwecks Bindung aufbauen....

Jetzt mal zum Gassi... wie soll ich mich denn da Verhalten?
Leine eher kurz oder lang halten?
Soll ich Unterwegs eher mit ihm reden oder ihn machen lassen, also still sein?
Wenn uns zb Jogger entgegen kommen und er stehen bleibt, muss ich einfach weiter,
ob er will oder nicht oder?!

Und gleich zum nächsten Problem. Ich habe im Moment eine Katze von 4 Monaten hier.
Der Hund hat panische Angst vor dieser Katze. Was oder wie soll ich damit umgehen?
Er trinkt nichts weil die Katze da ist. Er läuft nicht durch die Wohnung weil die Katze
da ist. Was tun? Meint ihr, er gewöhnt sich dararan?

'Wäre echt dankbar für Hilfe und Rat mit Angsthunden. Vielleicht kann mir ja hier
jemand helfen.
Danke schön mal =)
 
03.01.2014
#1
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Guest

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Oceanblue

Oceanblue

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Hallo,

ist die Katze eine Hauskatze? Ich würde den Hund einfach erstmal in Ruhe lassen, und ihn sich an die neue Umgebung gewöhnen lassen. Beim Gassi gehen, würde ich ihn entscheiden lassen, außer wenn ein anderer Hund kommt, da würde ich ihn etwas kürzer nehmen, aber auf jeden Fall würde ich hin so halten, dass er nicht wegrennt, wenn er sich erschreckt.

LG
 
Infano

Infano

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Ganz ruhig :)

Ganz wichtig: Ruhe bewahren! Sicherheit geben!

Gewöhn du dich erstmal an den Hund und gib dem Hund Zeit, sich ein bisschen an dich zu gewöhnen :D Bedränge ihn nicht. Wenn er nicht gestreichelt werden möchte, nicht streicheln. Das kommt meist mit der Zeit.

Wie du die Leine beim Gassi gehen hälst ist völlig nebensächlich, würde ich behaupten. Wichtig ist, dass du sie sehr selbstverständlich und nicht angespannt hälst. Es ist ja auch schließlich nichts Besonderes dabei ;)
Ich halte es bei meinem Hund immer so: Wenn er jetzt vor etwas Panik hatte (zB so große Knickbusse waren da ein Problem) und es von selbst vorbei geht: Kucken lassen. Wozu zum Weitergehen zwingen und Panik verbreiten. Soll er es sich in Ruhe ansehen und feststellen, dass ihm so erstmal nichts passiert.

Wenn es etwas war, wo es keinen Umweg gab (Brücke, Mülltonne, was weiß ich): Zeit geben. Ruhig und bestimmt bleiben, aber auch nicht nachgeben. Wenn er nicht drüber wollte haben wir ihn beim ersten Mal zwei Schritte auf die Brücke getragen, den Rest musste er selbst laufen. Damit er lernt dass nichts passiert, wenn er draufsteht/drübergeht.
Dafür bekam er so viel Zeit wie er wollte, Fakt war nur dass der Rückweg versperrt war. Geht am Leichtesten wenn man sich dann selbst hinter den Hund stellt.

Bei BJ hab ich auch gerne "Mutproben des Tages" gemacht, das hat richtig Spaß gemacht :D
Ich habe draußen irgendwas gemerkt vor dem er schissert und versucht, das dann erstmal in einem gesicherten Setting nachzustellen.
Heißt: Hund hat Angst vor Türen, okay. Also liegt da ein Leckerlie hinter der nur leicht offenen Tür. Dann weggehen, Hund nicht beachten (er erwartet keine Hilfe, fühlr sich nicht bedrängt und wächst irgendwann über sich hinaus). Wenn das ging, Tür ein bisschen weiter aufgemacht, er musste sich quasi in den immer schmaler werdenden Schlitz wagen.

Oder: Hund hat Angst vor Lärm?
Dann gibt´s jetzt Leckerlies versteckt unter irgendwas, das eben Lärm macht. Mit Kieseln gefüllte Plastikflaschen oder so.

Du verstehst das System? Sinn und Zweck ist einfach, dass der Hund lernt dass du nichts Unmögliches von ihm verlangst (setzt natürlich auch voraus, dass du es erstmal nicht zu schwer machst, damit er auch Chancen hat) und er das Zeug kriegt, das selbst zu lösen. Das stärkt das Ego und macht ihn selbstbewusster.
Suchspiele bieten sich dafür auch sehr gut an.

Aber im Endeffekt wirklich: Ruhe bewahren, Geduld haben und vor allem nicht vom Hund anstecken lassen, wenn er nervös wird ;)


edit: Mit der Katze würde ich gerade erstmal gar nichts machen. Darauf achten, dass beide Tiere ihren Rückzugsort haben an dem der jeweils andere nichts verloren hat.
Ansonsten würde ich erstmal auf die angeborene Neugier des Hundes setzen. Mit neun Monaten wird er auch noch sehr schnell verstehen, dass von eurer Katze keine Gefahr ausgeht :)
Und wenn er sich mal verkriecht wenn die Katze im Raum ist - okay. Dann beobachtet er die Situation halt erstmal von außerhalb. Wo ist das Problem?
 
S

Schizophrenia

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Danke für deine Antwort =)
Ja Ruhe und Geduld bekommt er bei mir.
Leckerchen helfen bei ihm leider im Moment überhaupt nicht weiter.
Wenn wir draußen sind, nimmt er leider keine an... vielleicht kommts noch ;)
Eine leichte Bindung zwischen uns ist schon mal da. Als mein Freund nach Hause ging,
ist er zu mir auf die Couch gekommen und schläft auch mit mir im Bett :D Nur andere Personen mag
er überhaupt nicht.
Die Leute vom Verein sagten mir, wenn der Hund vor etwas Angst hat und er zurück will, soll ich
einfach weiter gehen... deshalb bin ich so verunsichert. Auf der anderen Seite sollte man ja aber auch kein
Mitleid haben :/

Zu der Katze... da sie erst vier Monate ist, will sie natürlich spielen und hat so gar keine
Angst vorm Hund... das heisst, dass sie schon mal gerne an ihm hochspringt, mit seinen Schwanz spielt etc
und der arme Kerl kriegt bald nen Herzinfarkt...
 
T

Tapa

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So grundsätzlich ist "weitergehen" als Tipp nicht verkehrt, allerdings sollte das nicht so aussehen, einen völlig verängstigten Hund an der Leine weiterzuzerren....
Gib ihm die Zeit, die er braucht. Wenn er stehen bleibt und gucken will, ruhig gucken lassen und immer mal wieder probieren, ob der Hund jetzt bereit ist, einen Schritt weiterzugehen. Lob wenn er es tut. Solange er steht, stehen lassen und Zeit geben. NICHT gut zureden, erst stimmlicher Lob, wenn er vorwärts geht.
Wichtig bei allem ist, dass DU für Dich schon klar hast: Wir gehen da vorbei, und noch wichtiger, dass DU keine Angst bzw. Angespanntheit entwickelst: Rufe dir immer wieder in Erinnerung, dass nichts wirklich gefährliches lauert, so dass DU entspannt sein kannst. Atme gleichmäßig ein und aus, und habe alle Zeit der Welt. Wenn der Hund mutig an etwas vorbei gegangen ist, würde ich danach möglichst zügig nach hause gehen. Damit der Ausflug "gut endet", der Hund mit einem positiven "Ich hab was geschafft"-Gefühl zuhause ist und das positive Erlebnis verarbeiten und verinnerlichen kann.
 
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