Betty und Ihr Jagdtrieb

Diskutiere Betty und Ihr Jagdtrieb im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Guten Morgen zusammen. Ich habe folgendes Problem. Unsere Betty ist ein Mischling aus Bretone und Setter. Kniehoch und eigentlich total lieb...
bretonefreunde

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Guten Morgen zusammen.
Ich habe folgendes Problem.
Unsere Betty ist ein Mischling aus Bretone und Setter. Kniehoch und eigentlich total lieb.
Betty kam vor ca. 2 Jahren über eine Organisation aus Spanien zu uns. Wir beide, also meine LAg und ich, haben immer schon Hunde gehabt, die verschiedensten Rassen und gehen einfach mal davon aus, das wir einigermaßen Kenntnisse haben. Bisher waren alle unsere Hunde aber auch pflegeleicht.
Betty macht uns jedoch Sorgen.
In Haus und Garten hört Betty auf das Kommando. Manchesmal muss man es jedoch mehr als einmal sagen, teilweise auch mit Nachdruck. Aber Betty macht dann schon was Sie soll. Soweit
so gut.
Doch wehe es geht raus zum Gassi gehen. Schon das Leine anlegen ist ein Problem, weil Sie so aufgregt ist vor Freude, das es schon ziemlich lange braucht, bis Sie einigermaßen beruhigt ist um die Leine anzulegen. Damit komme ich aber auch noch klar. Das Problem beginnt mit dem Öffnen der Türe.
Betty hört auf nichts mehr. Ist nur noch besessen von dem Gedanken, jagen zu gehen ( obwohl wir gar nicht jagen wollen). Sie zieht an der Leine ohne Ende, röchelt nur noch, aber gibt nicht nach. Wochenlanges Training mit stehenbleiben und Richtungswechsel haben bisher keinen Erfolg gebracht. Kaum Veränderung. Betty ist auf Jagen getrimmt worden. Und zwar ganz massiv, nehme ich an. Klar, beide Rassen für sich sind ja schon Jäger, aber doch zu händeln. Betty ist ausserhalb des Hauses nicht zu händeln. Nicht mit Lob, nicht mit Leckerli´s......
Bis vor kurzem, hatte Sie sich auch immer noch irgendwo ein Schlupfloch durch den Gartenzaun gefunden und ist dann abgehauen. Ohren dabei auf Durchzug. Betty lässt sich draussen nicht abrufen. Nicht um die Burg.
Nun haben wir wieder eine zweite Hündin dazu genommen. Lea ist seit ca. 3 Monaten bei uns. Ein Angsthund aus schlechter Haltung. Lea geht sehr gut an der Leine, man muss teilweise sogar nachschauen ob Lea noch da ist, weil man Sie kaum spürt. Unsere Hoffnung war eigentlich, das Betty sich dadurch etvl. was abschauen würde. Nichts, keine Veränderung. Ich weiss mir keinen Rat mehr. Die Suche nach dem absoluten " Überspielzeug" etwas was definitiv wichtiger ist als alles andere auf der Welt, habe ich mittlerweile aufgegeben. Wenn man dies nach 2 Jahren nicht findet, wird das auch in zehn Jahren nichts ( vielleicht liege ich da aber auch falsch).
Ich hoffe Ihr versteht mein Wirrwarr an Schilderungen aber ich weiß selber nicht weiter und hoffe das einer von Euch vielleicht einen Rat für mich hat.
 
06.01.2014
#1
A

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Guest

Hast du schon mal die Tipps vom Hundeflüsterer gelesen? Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem!?
Michse89

Michse89

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Wie lastet ihr den Hund aus? Weshalb rastet er beim raus gehen so aus? Wie oft geht ihr am Tag raus?
wenn mein Hund so.abdreht geht es zur Belohnung nicht noch raus. Erst muss er sich beruhigen und nich so abdrehen.

Wie oft hatte er schon jagterfolg? Sprich hetzen etc
 
bretonefreunde

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Neben den täglichem Gassigang, der max. ne halbe Stunde dauern kann, sonst erwürgt Betty sich, kommt dann noch der Garten. Jedoch hat Betty nichts mit spielen am Hut. Nur ganz selten. Sofern Nachbars Katze auftaucht, ist sowieso schon alles vorbei. Da dreht Sie absolut durch. Sobald das im Garten losgeht, muss Sie ins Haus und darf auch nicht raus. Dafür dreht Sie dann im Haus ab. Bisher hatte Sie erst zweimla Erfolg. Das einmal hat Sie Nachbars Katze einen Kirschbaum raufgejagt. Da konnten Wir Betty dann vom ersten Ast runterholen und das zweite Mal einen Holzstapel rauf. Die Beiden Male sind aber schon lange her.
 
E

exe

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Damit wird der Hund auf keinen Fall ausgelastet sein, was ein weiteres Training sehr erschwert bis unmöglich macht.
Informiere dich mal über Dummyarbeit, Mantrailing, Fährten, Schleppfährten, etc.
Und DANN über Schleppleibentrainint, Impulskontrolle, etc. Im Jagdhundehalterforum bist du vllt. eher an der richtigen Adresse...

Dass du jetzt noch einen Angsthund dazu geholt hast, erschwert die Sache. Du wirst mit beiden Hunden viel Einzeltraining machen müssen.
 
bretonefreunde

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Neben den täglichem Gassigang, der max. ne halbe Stunde dauern kann, sonst erwürgt Betty sich, kommt dann noch der Garten. Jedoch hat Betty nichts mit spielen am Hut. Nur ganz selten. Sofern Nachbars Katze auftaucht, ist sowieso schon alles vorbei. Da dreht Sie absolut durch. Sobald das im Garten losgeht, muss Sie ins Haus und darf auch nicht raus. Dafür dreht Sie dann im Haus ab. Bisher hatte Sie erst zweimla Erfolg. Das einmal hat Sie Nachbars Katze einen Kirschbaum raufgejagt. Da konnten Wir Betty dann vom ersten Ast runterholen und das zweite Mal einen Holzstapel rauf. Die Beiden Male sind aber schon lange her.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Dessen bin ich mir bewusst. Aber mehr kann ich Betty selber nicht zumuten. Vielleicht könnt Ihr Euch das nicht vorstellen, aber Betty bekommt keine Luft mehr, ist nur noch am röcheln und zieht weiter. Stehenbleiben ist das einzigste was noch bleibt, damit Sie sich ein wenig beruhigt, aber deswegen kommt Betty noch lange nicht zurück. Wenn Sie schnüffeln würde, würde ich ja noch sagen: Okay Sie sucht." Aber Betty hat den Kopf zu 95% oben. Scheint also eher auf Sicht zu jagen, keine Ahnung.
 
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exe

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Ja, wie gesagt: Geschirr um, Schleppe (die darf ruhig richtig lang sein, 15-20m+ !) dran und vielleicht einfach mal auf eine große Wiese setzen und den Hund beruhigen lassen.

Vorher sollte sie den Dummy als das tollste der Welt empfinden. Das bringst du ihr Zuhause bei. Es gibt auch Felldummys, Geruchsstoffe, etc. vielleicht fährt sie darauf ab. Oder aber eine, sinnvoll eingesetzte, Reizangel?
Erst in der Wohnung, dann im Garten, immer so viel, wie der Hund schafft. Und irgendwann auf die Wiese.

Ich würde dem Hund aber auch ganz klar sagen, was ich davon halte, wenn er sich nicht auf mich konzentriert und die Nachbarskatze jagen will... um ihn überhaupt aus diesem Film zuholen.

Wichtig ist auch, dass so ein aktiver Hund einfach mal rennen und toben kann. Eingezäunte Hundewiesen oder Windhundausläufe bieten sich da an.
 
bretonefreunde

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Schleppleine haben wir auch. Das gleiche Spiel, da wirft Sie sich sogar richtig rein. Da hab ich jedesmal Angst und Bange, das die sich den Hals bricht. Deswegen lasse ich die Schleppe ganz gerne weg. Dummy und Geruchsstoffe, sind für mich Neuland. Hab ich auch bisher in keinem unserer Zoofachhandel gesehen und die Reizangel kenn ich nur vom Rütter
 
Infano

Infano

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Schleppleine auch nur mit Geschirr verwenden!

Kennst du das Buch "Antijagdtraining"? Da steht einiges drin was euch vielleicht helfen könnte.
Wenn etwas im Haus/Garten noch nicht funktioniert macht es keinen Sinn, das auch draußen schon von ihr zu verlangen. Wenn ihr im Garten noch Nachdruck braucht, lasst es draußen noch bleiben.

Dummy und Reizangel sind Dinge, für die du dich jetzt dringend anfangen solltest zu interessieren. Wir haben auch zu Beidem schon sehr gute Threads. Allerdings wirklich vorher gut informieren, falsch ausgeführt kann alles auch in die entgegengesetzte Richtung gehen und sie jagt noch schlimmer.

Woher wisst ihr, dass sie beim Gassi gehen läuft? Verfolgt sie etwas explizites? Oder kann sie einfach vor Aufregung nur nicht an der Leine gehen?
Habt ihr schonmal überlegt, einen Hundetrainer zu Rat zu ziehen?

Sehe das mit dem Zweithund ähnlich schwierig. Da wird viel Einzelarbeit nötig, ich hoffe sehr ihr könnt das leisten...
 
Smoothie

Smoothie

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Gehst du mit den Hunden prinzipiell immer nur eine halbe Stunde am Tag raus? Dann ist es doch logisch das Bett, zusätzlich zu ihren Jäger- Gen, so extrem ist oder? Wenn das die einzigen 30 Minuten am Tag währen wo ich mal rausdürfte aus den Alltagstrott würde ich auch wie ein Berserker ziehen. Garten schön und gut, aber Hunde wurden nicht fürs Garten- sitzen geschaffen.

Such dir am besten eine gute Hundeschule, lies Bücher zu Antijagdtraining, trainiere schon bevor du aus dem Haus gehst mit Betty. Also Schuhe und Jacke an, in den Flur = Betty hibbelt wie blöd oder was immer sie macht was unpassend ist; du gehst mit Jacke und mit Schuhe an wieder ins Wohnzimmer und setzt dich hin oder gehst für die Familie kochen in der Küche. Solange bis Betty denkt; Frauchen zieht Schuhe und Jacke an? Langweilig da passiert eh nichts. Dann anleinen und raus.
Wie gesagt dann mal übers Antijagdtraining informieren und vor allem 3mal am Tag raus. Ich gehe mit meinen pro Spaziergang um die 60 Minuten, klar auch mal nur 30 Minuten, aber der große Spaziergang ist 60 - ?? Minuten lang-
 
Infano

Infano

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Smoothie: Ich hab es so verstanden, dass sie gerne länger gehen würde, es aufgrund der enormen Zieherei aber einfach so überhaupt keinen Spaß macht.

Vielleicht schaust du mal, ob eine Hundeschule in deiner Nähe eine Spielstunde anbietet.
Nach einer Stunde toben und rennen auf einem eingezäunten Gelände kann man vielleicht mal langsam ans Arbeiten denken... :)
 
Michse89

Michse89

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Gehst du immer noch mit Halsband obwohl sie so zieht?
Wieso probierst es nicht einfach mitn Geschirr? Und mit ner Schlepp sowieso nicht am Halsband. Ich hab das auch gemacht und es wäre beinahe schief gegangen.

Gut, bei so einer Auslastung am Tag, würde ich wohl auch so verrückt spielen.

Wie einige schon schreiben, da musst nochmal ziemlich weit vorne anfangen. Schon alleine das theater zu Beginn würde ich sofort unterbinden.

Wie sieht es draußen aus wenn du einfach stehen bleibst oder die Richtung wechselst?
So kommt dein Hund ja nicht ans Ziel, vllt nimmt das etwas die Motivation sich fast zu strangulieren ^^

Auf jeden Fall muss dein Hund sich auch mal richtig austoben können. Und der Garten ist dafür sicher nicht geeignet wenn es da schon solche Probleme gibt.
Schaut euch nach nem eingezäunten Gebiet um, da könnt ihr dann zB mit Schlepp und Dummy anfangen.
 
tobendes Element

tobendes Element

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wird viel Arbeit! Aber siehe das positiv....wenn du dir selbst richtg Mühe gibst, wirst du dich über die Erfolge um so mehr freuen.
Draußen orientiert sie sich null auf dich, wie zu lesen war.
Das ziehen wird erst besser, wenn sie dich auch draussen wahr nimmt.
Wenn sie nicht spielerisch ist, mußt du es über das Futter machen. Das kannst du auch prima mit deiner "neuen" Angsthündin zusammen machen.
Lies ein wenig über Dummytraining und fange direkt mit beiden Hunden an. Fressen nur über den Dummy. Erst nur zuhause....nicht gleich zuviel verlangen. Dann im Garten....nicht werfen oder sonst was. Nur erstmal klar machen, das es was zu fressen nur aus diesem Dummy gibt.
Das Leinen ziehen wirst du nicht sofort beheben können, wenn auch der "Rest" nicht geändert wird.
 
bretonefreunde

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Guten Morgen zusammen. Entschuldigung, das ich gestern nicht mehr geantwortet habe.
Erstmal ein Dankeschön für Eure Tips und Ratschläge. Diese werde ich jetzt mal sortieren und dann sehen wann ich was starte. Noch eine Frage zu Schleppleine und Geschirr. Haltet Ihr das für richtig damit zu gehen? Mir wurde, durch einen Tiertrainer davon abgeraten. Dadurch würde Betty nur Ihren Freiraum vergrößern und wäre noch schwerer zu kontrollieren. Deswegen verwende ich das seit ein paar Monaten nicht mehr.

Achja und dann noch: Ich glaube Euch unbesehen, das ich jetzt ein schwere und geduldige Zeit haben werde mit Betty. Aber ich freu mich drauf. Es kann Betty und uns nur gut tun, weiter dazu zu lernen. Unsere bisherigen Hunde waren ja pflegeleicht, von daher ist das schon Neuland. Danke nochmal an Euch
 
Infano

Infano

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Sinn und Zweck des Schleppleinentrainings ist ja, dass dein Hund -trotz der größeren Distanz- lernt, gerne mit dir zusammen zu arbeiten.
Wenn man einfach nur die Schleppleine dran macht und gut ist verändert das alles natürlich überhaupt nichts. Da steckt schon einiges an Arbeit drin.
Du kannst auch gerne den Thread "Schleppleinentraining" hier im Forum suchen, da haben schon einige ihre Fragen und ihr Wissen zusammen getragen.
Außerdem wird es im Buch "Antijagdtraining" von Pia Gröning auch noch einmal ausführlich erklärt, mit passenden Übungen dazu.

Außerdem bringt es etwas schon allein dadurch, dass dein Hund mehr Freiraum hat um sich auszutoben. Energie muss abgebaut werden, was ja bei einem 30min-Spaziergang überhaupt nicht passieren kann. Leider neigen Hunde mit aufgestauter Energie dazu, durchzudrehen, und sind nicht in der Lage, etwas zu lernen.
 
Thema:

Betty und Ihr Jagdtrieb