Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie

Diskutiere Mein Leben mit Agoraphobie/Emetophobie im Gesundheit & Ernährung Forum im Bereich Smalltalk; HuHu ihr Lieben, da ich gemerkt habe, dass viele ähnliche Probleme haben, dachte ich, ich schreibe einfach mal was zu dem Thema :) Darüber...
Mitch

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HuHu ihr Lieben,

da ich gemerkt habe, dass viele ähnliche Probleme haben, dachte ich, ich schreibe einfach mal was zu dem Thema :)
Darüber schreiben tut mir auch oft ganz gut

Also, das ganze fing vor etwa 2 Jahren richtig an. Ich hatte auch vorher schon oft Probleme zur Schule zu gehen und habe viel gefehlt, aber sonst ging' immer alles.
Dann, im November 2011, hatte ich plötzlich sehr oft Bauchschmerzen und bin quasi in jeder Stunde zur Toilette gerannt. Das war mir natürlich wahnsinnig peinlich, und irgendwann kamen sogar schon Sprüche von meinen Mitschülern. Einmal habe ich z.B. welche vor mir drum gebeten, dass die doch bitte etwas leiser sind, da ich mich gerne konzentrieren wollte. Daraufhin meinten die, ich würde doch eh ständig fehlen.
Das ging' soweit, dass ich nicht mehr zur Schule ging. Erst nur ein paar Tage, dann eine ganze Woche und plötzlich waren schon Weihnachtsferien.
Meine Eltern haben dann entschlossen, mich zu einer Therapie zu schicken. Ich hab' dann allerdings sehr schnell die Therapeutin gewechselt, da die erste mir total unsymphatisch war und ich das Gefühl hatte, dass die mich und mein Problem gar nicht richtig ernst nahm.

Es dauerte nicht lange, da hatte ich auch Probleme, das Haus zu verlassen und auch zur Therapie bin ich nur sehr unfreiwillig gegangen. Ich hatte eben immer Bauchschmerzen und wahnsinnige Angst, an fremden Orten oder irgendwo, wo keine Toilette war, Durchfall oder ähnliches zu bekommen.
Die Psychologin meinte dann recht schnell, dass ich am besten in eine Klinik sollte. Ich selber habe ich da aber niemals für einen so heftigen Fall gehalten. Nachdem es aber nicht besser wurde, sind wir dann doch mal zu einem Erstgespräch in eine Klinik gefahren, allerdings nicht die hier in Oldenburg, oder eine, in der meine Psychologin selber mal in der Ambulanz tätig war.
Anfang Sommer 2012 wurde es dann aber schlagartig besser. Ich konnte nahezu Beschwerdefrei mit meiner Mutter in die Stadt und mit Amy spazieren gehen. Wir konnten sogar zu meinem Vater fahren, der hinter Osnabrück in einer Klinik zur Kur war, und dort durch den Ort spazieren und was essen gehen.
In der
Zeit sollte ich eigentlich in die Klinik kommen, aber da es mir soviel besser ging, habe ich abgesagt. Das hielt dann ein paar Wochen an und mir ging es so gut, dass ich unbedingt zu einer Hundeausstellung in Bremen wollte, da ich vorher noch nie auf einer war.
Ich hatte allerdings schon kurz bevor wir gefahren sind unangenehme Bauchschmerzen. Meine Eltern wollten aber unbedingt, dass wir trotzdem fahren.
Erst ging es dann auch doch, aber dann wurde mir von einer Sekunde auf die andere plötzlich kotzübel. Ich hab' mich dann erstmal an den Rand gesetzt und tief durchgeatmet. Da habe ich erstmal Panik bekommen, weil ich dachte, ich müsste mich übergeben und nicht wusste, wo die nächste Toilette war.
Wir sind dann schnell raus und haben uns erstmal an die frische Luft gesetzt. Da es nicht richtig besser wurde, hat Papa den Wagen geholt (mussten etwas weiter weg parken) und wir sind nach Hause gefahren.
Da fing es dann mit der Übelkeit an. Mir war wochenlang ständig total schlecht. Solange ich in meinem Zimmer war, ging' es, aber sobald ich nur in den Garten gegangen bin, wurde es schlimmer. Meine Eltern waren in der Zeit für 2/3 Wochen in Italien und ich war mit meinem Bruder und Amy alleine zu Hause. Spazieren gehen ging' da schon gar nicht mehr, das musste dann immer mein Bruder machen.
In der Zeit habe ich dann die Angst vor dem Erbrechen entwickelt. Mir war also schlecht -> Ich bekam Angst -> mir wurde noch schlechter usw. Also ein echter Teufelskreis.
Am Ende der Sommerferien sollte ich dann entscheiden: Schule oder Klinik. Ich habe mich dann sehr schnell für die Klinik entschieden, da Schule für mich unmöglich war. Das ging dann auch ziemlich schnell - am 05. Septemer 2012 kam ich also das erste Mal in eine Klinik.
Die erste Zeit ging noch recht gut, aber schnell packte mich extrem starken Heimweh, so dass es mir sehr, sehr schlecht ging.
An einem Wochenende, an dem ich zu Hause war, habe ich mich geweigert, wieder hin zu gehen. Tja, meine Eltern haben mich natürlich trotzdem wieder hin gefahren.
Nach 7 Wochen waren meine Eltern dann auch sehr unzufrieden und wir haben das ganze da abgebrochen.
In der Zeit habe ich auch das erste Mal gegoogled, um zu gucken, was ich eigentlich habe. Da bin ich das erste Mal auf den Begriff "Emetophobie" gestoßen. Das ist sie starke Angst vor dem Erbrechen. Man kann sich das so vorstellen, dass man eben Angst davor hat, dadurch aber eben die entsprechenden Symptome wie Übelkeit, Bauschmerzen etc. und Panikanfälle ausgelöst werden. Dann kriegt man natürlich erst recht Panik, da man denkt, wenn die Symptome da sind, kann es ja auch jederzeit passieren.

Gut, die Klinik hat also kurz geholfen, schnell wurde es aber wieder schlimmer. Ende 2012 haben wir dann Termine in der Ambulanz der Klinik in Oldenburg gemacht. Dann waren wieder Ferien und die nächsten Termine hatte ich dann erst 2013. Leider wurde mein Zustand wieder rapide schlechter, so dass ich nicht zu den Terminen konnte. Meine Eltern sind dann also ohne mich hin. Da haben die dann mit den Oberarzt gesprochen, der dann in die Wege geleitet hat, dass ich wieder stationär aufgenommen werde. Dafür mussten meine Eltern aber einen Beschluss beschaffen. Davon haben die mir aber nichts erzählt, nur, dass ich wahrscheinlich wieder in die Klinik muss.
Einen Tag später, am Dienstag den 09. April 2013, rief dann eine Anwältin bei uns an, als ich alleine zu Hause war. Die meinte dann, ich könne quasi schon Mal Koffer packen. Ich war natürlich total fertig, da ich in der letzten Klinik ja so schlechte Erfahrungen (vllt sogar traumatische) gemacht habe.
Meine Eltern waren auch erschrocken, wie schnell das ging, und haben in der Klinik angerufen. Da hieß es dann, ich solle um 14 Uhr kommen - da war es 12 Uhr.
Ich lag die ganzen 2 Stunden nur auf meinem Bett und habe geheult, während meine Mutter die Sachen gepackt hat. Die haben sogar den Schlüssel aus der Badezimmertür genommen, damit ich mich nicht einschließe.
Tja, um kurz vor 2 hat mein Vater mich also aus dem Bett gezogen, ins Auto gesetzt, die Tür abgeschlossen und mich zur Klinik gefahren.
Da musste ich dann ganz merkwürdig durch mehrere Türen, was mich sehr verwirrt hat.
Tja, erst als meine Eltern dann weg waren, habe ich erfahren, dass ich auf der Geschlossenen Station, also mit denen, die sich umbringen wollten, war.
Das war natürlich krass, aber anders hätte ich vllt monatelang auf einen Platz warten müssen.
Ich hab' mich dann aber recht schnell daran gewöhnt. Die Betreuer, die anderen Jugendlichen und mein Therapeut waren alle total nett und mir ging es schnell sogar schon besser. Ich war da allerdings noch sehr froh, dass ich die Station kaum verlassen musste (und auch nicht einfach so konnte, war ja geschlossen ^^)
Nach 3 Wochen musste ich dann die Station wechseln, da kam ich auf die normale, offene Station. Erst hatte ich Angst und wollte unbedingt wieder weg, aber recht schnell ging es doch. Da blieb ich dann bis zum 17. Juli.
In der Zeit habe ich es sogar geschafft, die 3 Wochen vor den Sommerferien noch stundenweise in eine neue Schule zu gehen - das erste Mal seit 1 1/2 Jahren.
Tja, dann waren Ferien und danach ging es dann leider doch nicht mehr so gut.
Ich bin weiterhin zur ambulanten Therapie in die Klinik gegangen und seit Herbst habe ich auch einen Erziehungsbeistand, also eine junge Frau, die mich 2x die Woche besucht und mich begleitet.

Die meistens Therapeuten haben in der ganzen Zeit nur von der Agoraphobie geredet, also die Angst vor öffentlichen Plätzen und Menschenmassen.
Ich schätze aber, dass es eben eine Mischung aus Emo- und Agoraphobie ist.

In letzter Zeit wurde es dann leider nach und nach wieder schlechter, und ich bin wieder an einem Punkt, an dem ich kaum was machen kann.
Ich probiere aber wieder was Neues aus, die Klopfakupressur (EFT). Das soll in solchen Situationen sehr gut helfen
Meinen ersten Termin habe ich am 16.01., also an meinem 18. Geburtstag. Ich hoffe, das ist ein gutes Omen - quasi ein doppelter Neuanfang ;D

Ich hoffe, das hat jetzt auch jemand auch gelesen *gg*
Wenn es euch interessiert, würde ich gerne weiter berichten. Wie es mit dem EFT funktioniert etc.
Fragen versuche ich natürlich auch zu beantworten

Liebe Grüße, Miriam
 
09.01.2014
#1
A

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Guest

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Maische

Maische

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So hab mal alles durchgelesen.
Ist ja schon heftig, aber hab ich in der Klinik auch gehabt. Also welche mit Angst vor was und kriegen dann Panik. Aber die hatten es etwas anders als du.
Oh man, ich stelle es mir echt schlimm vor mit sowas leben zu müssen.
Würde mich über weitere Erfahrungsberichte freuen.

Lieben Gruß und alles gute für dich!
 
Mitch

Mitch

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Dankeschön :)
Naja, ist schon doof, gar nichts machen zu können.
Am Anfang hieß es von Freunden immer "Du gute musst nicht zur Schule gehen" und selbst meine Therapeutin hat mir quasi vorgeworfen, ich würde das mit Absicht machen.
Aber die vergessen dabei alle immer, dass ich ja sonst auch gar nichts machen kann. Wie sehr wünsche ich mir, mal entspannt lange Spaziergänge mit Amy im Wald machen zu können... der Deich hier hängt mir auch langsam zum Hals raus.
Und ich bräuchte dringend neue Klamotten, weil meine Mutter meint, die muss ich mir schon selber holen, quasi als ansporn...
 
McLeodsDaughters

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Hallo,

ich hab mir auch alles durchgelesen und das liest sich wie bei meinem Cousin... Nur das er eine Therapie verweigert und seit fast 10 Jahren zu Hause ist, kein Schulabschluss, keine Ausbildung nichts... Im Prinzip muss er hoffen, dass seine Eltern lang genug leben und genug Geld zurück legen, wobei er der Meinung ist, dass er vor seinen Eltern stirbt.
Seine Eltern haben es verpasst, ihn vor seinem 18. zur Therapie zu schicken und jetzt müssten sie ihn entmündigen & einweisen lassen (aber da denken sie wieder: Was denken dann die Nachbarn).

Ich hab teilweise auch viel in der Schule gefehlt. So wirklich fing das in der Berufsfachschule an. Im ersten Jahr fand ich das total blöd, einige Mitschüler waren...; die haben es aber fast alle nicht ins zweite Jahr geschafft. Jetzt in der Berufsschule hab ich auch an manchen Tagen so überhaupt keine Lust, auch schon mal gefehlt, aber es geht...

Du scheinst das ja auch zu wollen?! Find ich super und Amy dürfte doch sicher auch Motivation sein?
 
Mitch

Mitch

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Wollen ja, die Motivation ist aber fast weg, nachdem ich nach jedem Hoch ein Tief hatte und neu anfangen musste.

Amy ist auf jeden Fall eine Motivation - wegen ihr gehe ich wenigstens überhaupt noch raus, wenn auch nur ganz kurz und überwiegend im Garten
Aber ich wünsche mir eben, mal wieder richtig spazieren gehen zu können
 
Maische

Maische

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Das glaube ich dir.
Aber das schaffst du! Gib die Hoffnung nicht auf!
 
Hamster_Lover

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Ich kann dich schon verstehen, ich finde es schade dass du bei deinem ersten Klinikauffenthalt so schlechte Erfahrungen machen musstet, das kenne ich. Das ist immer mies und ein Rückschritt gibt es eben schneller als einen Vortschritt, aber das ist normal.

Ich hoffe sehr für dich dass es besser wird! Ich drück dir die Daumen, dass schaffst du schon :)
 
Mitch

Mitch

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Danke :)
Momentan ist es ja wieder ganz schlimm, mir geht's sogar schlecht, wenn jemand hier her kommt und ich hab ständig starke Kopfschmerzen.
Am 16. war ja mein 18. Geburtstag, am gleichen Tag ist mein Opa gestorben (also in der Nacht vorher, erster Anruf um kurz nach 7 kam von meiner Oma) und ich hatte, wie geschrieben, meinen ersten EFT Termin.
Das war alles sehr viel auf einmal und ziemlich krass und mir war wirklich kotzübel, als um 10:30 Uhr die Heilpraktikerin kam. So heftig und lange andauernd hatte ich das vorher nie.
Wir haben dann die ganzen 1 1/2 Stunden die Übelkeit und den Stress wegen meinem Opa (hatte mitten drin einen Heulkrampf) "beklopft" und am Ende ging es mir wirklich sehr gut und ich konte auch ohne Probleme über Opa reden und sogar kurz rüber zu Mama, Oma und meinen Onkel gehen (meine Oma wohnt direkt nebenan und die haben den ganzen Kram wegen der Trauerfeier etc. organisiert). Das hätte ich vorher definitiv nicht geschafft.
Nur Nachmittags hatte ich einen kurzen Einbruch, weil mir klar wurde, wie scheiße mein 18. Geburtstag gelaufen ist...

Letzten Donnerstag war der 2. Termin. Da ging es mir vorher schon besser und danach wieder richtig gut. Allerdings haben wir noch nicht richtig mit dem Hauptproblem angefangen
 
Syn

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Hallo.

Ich kann deine Situation gut nachvollziehen. Bei mir hat es zwar andere Gründe (Traumata), aber auch ich bin zum großen Teil an meine Wohnung gefesselt. Bei mir geht es mehr um "Trigger" und andere Menschen, weswegen ich auch mit den Hunden relativ entspannt in der Pampa spazieren gehen kann (dafür bin ich sehr dankbar!). Das geht zwar auch nicht immer, aber eben meistens. Alles andere wo fremde Menschen sind ist aber nur in Ausnahmefällen und nur mit Begleitung mal möglich. Ich halte auch keine Familienfeiern oder ähnliches aus, was viele Leute einfach nicht verstehen können/wollen. Ich musste auch meine Schule damals abbrechen. In einer "guten Phase" (bzw. eher verdrängenden Phase) habe ich es später aber tatsächlich geschafft eine Ausbildung abzuschließen und auch etwas in dem Beruf zu arbeiten (Krankenpflege). Momentan mache ich per Fernschule mein Abitur nach. Wäre das vielleicht für dich auch eine Möglichkeit? Bei mir war es sehr ähnlich. Ich konnte damals nicht mehr in die Schule. War auf dem Gymnasium mit sehr guten Noten (in der Klinik wo ich dann ebenfalls von meinen Eltern hingebracht wurde, hat man auch festgestellt, dass ich hochbegabt bin) und musste dann wegen der Gesundheit abbrechen.
Fernschule kann man ja zum Glück von zu Hause aus machen.
Ich habe mich mit meinem Leben jetzt soweit arrangiert. Ich male Ölbilder (Hundeportraits natürlich) und mache eben die Fernschule. Ich lerne einfach für mein Leben gerne und sauge Wissen auf wie ein Schwamm. Ansonsten habe ich eben ambulante Therapien und regelmäßig stationäre Aufenthalte.

Sicherlich wünsche ich mir auch ein normales Leben und ich verzweifel regelmäßig wenn ich daran denke wie alt ich schon bin und ich bekomme einfach Angst (die ja durchaus realistisch ist), dass ich es "nicht rechtzeitig" schaffe... aber momentan habe ich wieder eine recht gute Phase, wo ich auch einfach mal mit meinem momentanen Leben zufrieden sein kann.
Hast du schon mal Benzodiazepine verschrieben bekommen (Alprazolam oder Lorazepam z.B.) ? Gerade bei so akuten Angst/Panik-Anfällen können die ja durchaus sehr hilfreich sein und wenn man sie nur ab und an mal nimmt besteht ja auch kaum Suchtpotential. Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar für die Mittelchen.

Edit: Alles Gute nachträglich zur Volljährigkeit. :)
 
Mitch

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Danke :)

Nee, Tabletten habe ich bisher keine bekommen ^^

Mir sagen immer alle "Du bist ja noch jung, du schaffst das schon", und ich glaube auch, dass ich das irgendwann irgendwie in den Griff kriege...

Die Schule musste ich ja in der 10. Klasse Gymnasium abbrechen, also habe ich quasi einen Hauptschulabschluss. Irgendwann möchte ich mindestens den Realschulabschluss noch machen.
An meinen Können lag es ja eigentlich nicht :) Ich musste letztes Jahr im der Klinik auch einen IQ Test machen und lag mit ca. 114 auch leicht über dem Durchschnitt (bin aber noch lange nicht hochbegabt :D).
Hundespaziergänge sind auch immer das erste, was ich wieder schaffe. Im Moment geht das allerdings nur hier am Deich und auh nur in Begleitung :/
 
Syn

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Gerade wenn man öfters richtige "Attacken" hat und sich einen Teufelskreis aufbaut, können solche Medikamente schon sehr helfen. Sie beruhigen auch schon alleine deswegen, weil sie im Notfall eben vorhanden sind. Zumindest ist das bei mir so. Ich habe ja auch Probleme mit Ängsten und gerade dahingehend beruhigen sie mich sehr (auch ohne sie nehmen zu müssen). Ich weiß einfach: Wenn mich gerade die Angst so richtig überkommt habe ich im Notfall die Tabletten mit denen ich mich beruhigen kann.

Aber ich verstehe auch den Sinn dahinter in dem Alter noch nicht damit anzufangen. War bei mir ja ähnlich. Da wurde natürlich auch erst alles mögliche probiert bevor ich wohl irgendwann in ein Alter kam wo es hieß: So, bei der ist alles hoffnungslos, probieren wir alles an Medikamenten durch was wir haben. :lol:

Generell scheint die Vorgehensweise ja noch ähnlich zu sein.
Bei der Schule war es bei mir genau so. Ich war auch gerade in der 10ten Klasse bzw. war ich da kaum noch in der Schule.
Der IQ Test scheint wohl Standard zu sein bei Jugendlichen in Kliniken. Ich hatte einen IQ von 134 und was noch getestet wurde (Aufmerksamkeit etc.) auch alles außergewöhnlich gut. Am Ende stand ich trotzdem mit einem Hauptschulabschluss da, ohne je in der Hauptschule gewesen zu sein. So ist das Leben.

Hast du (bzw. deine Eltern) denn schon mal über eine Fernschule nachgedacht? Da kann man Realschulabschluss und Abitur machen. Im Prinzip wirst du eben auf die Externen Prüfungen vorbereitet. Wenn es bei dir "nur" die Angst ist (sprich: Du dich Zuhause wohl fühlst und auch normale Leistung vollbringen kannst), wäre das doch etwas, was du gut auch "in der Wartezeit" tun kannst. Mache ich ja auch nur, weil ich im Prinzip eh nichts besseres zutun habe. Eine Abendschule wäre mir auch lieber gewesen (ist einfacher - nur 4 Prüfungsfächer statt 8, beim Abitur), aber ich kann nicht darauf hoffen, dass ich das noch rechtzeitig schaffen würde und bis dahin.. warum nicht. Es nimmt ja auch irgendwie den Stress und den Zwang "es auf diesem Weg zu dieser Zeit" machen zu müssen.

Ich möchte dich ganz sicher nicht runterziehen, aber so vom Lesen klingen deine Probleme (für mein Empfinden) schon "sehr groß" und nicht "mal eben überwindbar". Wobei ich mich mit puren Angsterkrankungen nun auch nicht auskenne. Ich weiß, dass es bei meiner Symptomatik Jahre bis ein ganzes Leben (und darüber hinaus) dauern kann und da meine Ängste/Phobien damit im Zusammenhang stehen werden sie gar nicht einzeln behandelt.

Hunde sind schon ein echter Segen! Ohne die Hunde hätte ich gar keinen Grund noch vor die Türe zu gehen und dann würde ich es auch schnell nicht mehr tun. Ich fühle mich auch einfach viel wohler wenn die Beiden bei mir sind.
:055:

Ich wünsche dir auf jeden Fall das Beste und eine schnelle Genesung.
 
Mitch

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Wenn's nach mir ginge, würde ich mich schon längst mit Tabletten vollstopfen ^^

Wie funktioniert das mit den Prüfungen bei so einer Fernschulung denn? Wäre vllt mal eine Idee... ich bespreche das mal mit meinen Eltern.

Ja, die Probleme sind schon groß... ich hab' bisher auch von niemanden gehört, der das so stark hatte. Vllt ähnliche Symptome, aber immer so, dass derjenige es mit Überwindung trotzdem geschafft hat.

Amy ist bei mir auch oft die Einzige, die mich überhaupt dazu bringt, noch raus zu gehen :)
 
Syn

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Naja, vollstopfen würde ich mich damit nie. Ich möchte nicht abhängig werden, deswegen versuche ich es auch nur bei Bedarf zu nehmen mit einer gewissen Regelmäßigkeit die keine Abhängigkeit hervorruft - natürlich abgesprochen mit meiner Psychiaterin.

Bei den Fernschulen wirst du auf die externen Prüfungen vorbereitet. Du könntest es also auch im Selbststudium machen, aber die Fernschule ist schon eine gute Unterstützung und ein praktischer Leitfaden. In der Regel bekommt man Arbeitshefte zu den Fächern und die arbeitet man durch und am Ende jeden Heftes sind dann kleine Tests. Diese kann man einsenden und sie werden benotet. Man hat damit also einen Überblick über seine Leistungen. Allerdings fallen diese Noten nicht ins Gewicht. Die Abschlussnoten werden einzig und alleine von den Prüfungen bestimmt. Zu dem hat man dort Lehrer die man jederzeit anrufen kann, falls man Fragen hat. Ich habe das bis jetzt aber noch nicht einmal wahrgenommen. Es gibt natürlich teilweise dann auch Schulbücher dazu und in Deutsch eben Titel, die man lesen und bearbeiten muss.
Es gibt auch Seminare, allerdings sind diese in der Regel nicht Pflicht (ich glaube das Prüfungsvorbereitungs-Seminar ist Pflicht und es gibt auch von der SGD Prüfungen die genauso aufgebaut sind wie die Abschlussprüfungen (teilweise mit den selben Prüfern), die man bestehen muss, bevor sie ihr grünes Licht geben - machen sie natürlich um die Quote schön zu halten). Die Fernschulen erledigen später auch den Großteil des "Papierkrams".

Die Prüfungsfächer kann man teilweise wählen. Man muss sich dabei nur an die Regeln des Bundeslandes halten.
Ich glaube beim Realschulabschluss waren es 5 Prüfungsfächer (teils schriftlich, teils mündlich) bzw. irgend etwas davon war auch mit einer Hausarbeit verbunden und ohne Prüfung... ich weiß es nicht genau. Du müsstest da gezielt nachfragen. Ich bin bei der SGD. Es gibt auch noch andere, wie z.B. ILS, aber da sie alle vom selben Verlag kommen unterscheiden sie sich kaum. Es geht eigentlich am Ende nur darum in welchem Bundesland zu welchen Bedingungen man die Prüfung macht. Eine Fernschule kostet allerdings auch monatlich bzw. eben im Gesamtpaket mit Raten.
Je nachdem wie viel du noch von der 10ten Klasse weißt wäre es auch eine Möglichkeit gleich beim Abitur einzusteigen oder den Realschulabschluss wirklich im Selbststudium nachzuholen. Beim Abitur hat man am Ende 4 mündliche und 4 schriftliche Fächer (beim normalen Abitur sind es jeweils 2, also insgesamt nur 4). Dafür hat man natürlich auch davor keinerlei Tests und auch keine Noten in mündlicher Mitarbeit etc. Das kann Vorteil oder auch Nachteil sein.

Ob man bei den Prüfungen ganz am Ende dann eventuell per Attest andere Möglichkeiten hat als zu diesem Ort zu gehen, weiß ich nicht. Darüber mache ich mir selber noch Gedanken. Im Notfall hieße es bei mir eben Tabletten für die Prüfungen nutzen (auch wenn damit sicherlich die geistigen Fähigkeiten etwas abstumpfen). Allerdings würde man um die Abschlussprüfungen ja auch in der normalen Schule nicht herumkommen und mein Problem sind ja auch weniger die Anzahl der Prüfungen als die Tatsache, dass ich an dem Tag (bzw. den Tagen) fit sein muss.

Der Vorteil bei dir ist, dass deine Schulzeit noch nicht lange zurück liegt. Ich sage das deswegen nochmal, weil es bei mir nun leider anders ist. Es ist bei mir über 10 Jahre her, dass ich in der Schule war und vieles ist vergessen. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte hätte ich damals direkt per Fernschule bzw. Selbststudium weiter gelernt. Das Abitur per Fernschule dauert schon gerne mal 2-4 Jahre und es ist eben um einiges leichter, wenn man nicht (wie ich es musste) erst mal alles wieder aufarbeiten muss. Ich hatte nämlich ohne Mist wieder angefangen bei "Wortart so und so" und "wie dividiere ich eigentlich schriftlich". :D

Das wirklich schöne an der Fernschule (neben der Tatsache, dass man von Zuhause lernt) ist für mich, dass ich die Zeit selber einteilen kann. Geht es mir eine Woche nicht gut, dann lerne ich eben eine Woche nicht und muss niemandem ein Attest bringen und mich krank melden. Wenn ich eine gute Phase habe lerne ich auch mal den ganzen Tag und man kann im Sommer in der Sonne sitzen mit den Hunden dabei und lernen. :049:

Hmm.. mit Überwindung geschafft.. das klingt immer so, als ob Leute die es nicht schaffen nur nicht genug Kraft dafür aufwenden würden. Ich denke es gibt einfach Fälle wo es schlimmer ist und welche wo es eben nicht ganz so schlimm ist oder eben nur für eine bestimmte Zeit. Ich habe von so Fällen schon ab und zu gehört. Also von Leuten, die gar nicht mehr vor die Tür gehen können. Die Dame vom psychosozialen Dienst kümmert sich auch um solche Menschen. Du bist also ganz sicher nicht alleine damit. Man bekommt halt nur meistens nicht so viel von diesen Leuten mit. ;)

Edit: Soweit ich weiß kann man übrigens auch "Vollzeit Fernstudent" sein und damit auch entsprechende finanzielle Aspekte abdecken. Allerdings muss man dann nachweislich eine bestimmte Anzahl Hefte in bestimmter Zeit erledigen. Man hat also durchaus wieder den Druck wie in der Schule, allerdings zählt man dann eben auch als "vollwertiger Schüler". Sowas kann unter Umständen wichtig sein bezüglich Kindergeld, Bafög, Bildungsgutschein etc.
 
Mitch

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Wenn man für die Prüfungen irgendwo hin muss ist das für mich ja momentan eh nicht möglich...
 
Syn

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Naja, aber bis dahin sind es ja ein paar Jahre. Diese Jahre würdest du dann "sparen". Ich weiß auch nicht, ob man da mit Attest irgendwelche Ausnahmeregelungen machen kann. Ich würde mal nicht davon ausgehen, aber möglich ist es schon. :eusa_think:
 
Mitch

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So, ich update das mal wieder.

Den EFT Kram habe ich wieder aufgehört und eine Hypnosetherapie angefangen. Da hatte ich Montag den ersten Termin und bin mal gespannt, ob es helfen wird.
Ansonsten geht es mir momentan mal besser, mal schlechter. Hier am Deich geht's inzwischen wieder besser, so dann ich wenigstens mal mit Amy raus kann.

Momentan ist ein ganz großes Ziel, in 2/3 Monaten fit zu sein, da zu dem Zeitpunkt (wenn nix schief geht), eine tolle Aussie Züchterin wieder Welpen hat, die wir im Herbst schon mal besucht haben. Da würde ich gerne wieder zum Welpenknuddeln hin :)
 
Syn

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Hat das EFT nichts gebracht, oder warum hast du aufgehört?
Berichte dann bitte, wie gut es mit der Hypnosetherapie klappt. :)

Ich habe vor ein paar Tagen ein Zettel mit Diagnosen zur Vorlage bekommen und musste überrascht feststellen, dass sie bei mir auch Agoraphobie eingetragen haben. Ich finde ja nicht, dass das so Zutrifft (andere Auslöser), aber wenn sie meinen.
 
Mitch

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Ja, irgendwie hat es nix wirklich gebracht.
Die Frau meinte zwar ständig, das dauert halt usw, aber wenn es wirklich bisher gar nichts gebracht hat...
Das ist ja auch teuer, und das können wir uns einfach nicht leisten.
Und ich wollte gerne das mit der Hypnose testen, da hat auch eine Bekannte gute Erfahrungen gemacht, und beides gleichzeitig wäre erst recht zu teuer gewesen
 
Maische

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Dann wünsche ich dir weiterhin alles gute.
Hoffentlich schaffst du es bis Herbst. Welpis. *_*
 
Mitch

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HiHi, ja, die Welpis waren super :D
Und die nächsten werden sicher min. genauso toll - vor allem werden wieder alle Rot sein *____*

Hier ein Bild vom letzten Mal :)

Edit Kompassqualley: Bild entfernt wegen Babyfotoregel
 
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