Futtermäuse - selbst züchten?

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Futtermäuse selbst züchten?

Wer Schlangen / Reptilien hält, auf deren Speiseplan Futtermäuschen stehen, hat sicher darüber nachgedacht, woher diese Futtermäuse für seine Tiere kommen sollen – Frostmäuse? Zoohandlung? Privater Futtermauszüchter? Oder selbst Futtermäuse züchten?

Wer sich dafür entscheidet, selbst Futtermäuse zu züchten, der weiß zumindest sicher, woher seine Futtermäuse stammen und wie sie bis zum Verfüttern gelebt haben. Es sollten bei der eigenen Futtermauszucht jedoch einige Punkte beachtet werden, denn schließlich möchte man seinen Tieren ja nur gesunde Futtermäuse anbieten.
Achtung: Dies sollen keine Tipps zur „Vermehrung“ von Farbmäusen sein – es gibt genug Notfallmäuschen, die in Tierheimen auf ein schönes Zuhause warten. Hier geht es ausschließlich um FUTTERMÄUSE!

1) Woher nehme ich die Mäuse, mit denen ich züchten möchte?

Mit Mäusen, die in Zooläden verkauft werden, sollte man keinesfalls eine Futtermauszucht eröffnen. Diese Tiere stammen oft aus Massenvermehrungen, bei denen nicht auf Inzucht oder Krankheiten geachtet wird. Unter Umständen würde man also diese Inzucht nur noch vertiefen bzw. mit kranken Mäusen züchten – und das kann ja nicht im Interesse des Tieres sein, das anschließend die Futtermaus erhalten soll.
Auch mit Tierheim-Mäusen sollte nicht gezüchtet werden, da bei diesen meist nichts über die Herkunft der Tiere bekannt ist und sie möglicherweise auch aus Zooläden stammen. Zudem vereinbaren Tierheime schriftlich mit den zukünftigen Mäusehaltern, dass diese Mäuse nicht zur „Zucht“ verwendet werden dürfen.
Seriöse Rassemauszüchter geben u. U. gesunde Farbmäuse ab, die sie (z. B. aufgrund der „falschen“ Farbe) aus ihren Zuchtlinien ausgemustert haben, die aber durchaus zur gesunden Futtermauszucht geeignet sind. Außerdem gibt es auch zahlreiche „Hobbyzüchter“, die evtl. Mäuse zur Futtertierzucht abgeben – hier sollte man sich aber vorher ein Bild von der „Zucht“ machen und darauf achten, dass man wirklich gesunde und möglichst nicht verwandte Mäuse erhält.
2) Wie viele Mäuse sollte ich halten?

Es empfiehlt sich, eine Gruppe von 3-4 Mäuseweibchen zu halten.
Die zweite Gruppe sollte aus einem unkastrierten Mäuseböckchen und einem Kastraten bestehen (s. u.). Mäuse sind sehr soziale Tiere, daher sollten sie nicht allein gehalten werden.
Je nach Anzahl der benötigten Futtertiere kann die Weibchengruppe natürlich auch größer sein. Man sollte jedoch nie mehrere unkastrierte Mäuseböckchen in einer Gruppe halten, da diese sich heftige Revierkämpfe liefern und u. U. totbeißen, zumal, wenn eines der Böckchen vorübergehend zu einem Weibchen gesetzt wird und dann zurückkommt. Daher empfiehlt es sich, jedem unkastrierten Böckchen einen Kastraten zur Gesellschaft zu geben.

3) Wie sollte ich die Mäuse halten?

Keinesfalls sollten alle Mäuse in einem gemeinsamen Käfig leben, da sonst die Weibchen ständig gedeckt werden und „dauerträchtig“ sind. Abgesehen davon, dass dies für die Weibchen sehr stressig wäre, würden sich die Mäuse so auch unkontrolliert und rasant vermehren.
Daher benötigt man mindestens zwei Käfige, in denen die Mäuse nach Geschlechtern getrennt gehalten werden – diese Käfige sollten, auch wenn es „nur“ Futtermäuse sind, die Mindestmaße von 80x50cm Grundfläche und 50cm Höhe nicht unterschreiten – schließlich sollen die Mäuse bis zu ihrer Verfütterung ein möglichst gesundes und stressfreies Leben haben. Ein dritter Käfig muss vorhanden sein, in dem bei Bedarf ein Böckchen und ein Weibchen zusammengesetzt werden.
Auch wenn es „nur“ Futtermäuse sind, so haben diese doch bis zum Verfüttern ein glückliches Mäuseleben verdient – daher sollte der Käfig mindestens die o. a. Maße haben und mäusegerecht eingerichtet sein (ein Häuschen pro Maus, Holzspielzeug, Ecktoilette mit Chinchillasand, evtl. ein Laufrad – dieses sollte mindestens einen Durchmesser von 25cm haben, eine geschlossene Seite und eine geschlossene Lauffläche haben, da sonst Verletzungsgefahr besteht. Plastik hat im Mäusekäfig nichts verloren, da es angenagt werden kann und bei Verschlucken zu schweren inneren Verletzungen führt!)

4) Und wie züchte ich jetzt?

Damit es keinen unkontrollierten Nachwuchs gibt und die Weibchen nicht „dauerträchtig“ sind, sollte man bei Bedarf das Böckchen und eines der Weibchen für einen bis drei Tage in einem separaten Käfig zusammensetzen. Das Böckchen kommt anschließend wieder zurück zu dem Kastraten und muss somit nicht allein leben. Das Weibchen kann ebenfalls wieder zurück zu den anderen Weibchen, diese helfen ihm bei der Aufzucht der Jungen.
Eine Maus sollte frühestens im Alter von 3 Monaten zum ersten Mal trächtig werden, spätestens im Alter von 10 Monaten zum letzten Mal. Außerdem sollten zwischen den einzelnen Würfen Zuchtpausen eingelegt werden, da Trächtigkeit und Aufzucht der Jungen für die Mäusemama sehr stressig und kräftezehrend sind. Daher sollte eine Maus auch höchstens 3-4 Würfe in ihrem Leben bekommen. (Wenn man 3 – 4 Mäuseweibchen hat, können diese „reihum“ gedeckt werden, sodass den einzelnen Weibchen immer hinreichend große Zuchtpausen bleiben.)

5) Was sollte ich sonst noch zur Trächtigkeit und Aufzucht der Jungen wissen?

Die Trächtigkeit bei Farbmausweibchen dauert ca. 21 Tage, dann werden zwischen 4 und 14 nackte und blinde Mäusebabies geboren. Sofern diese nicht als „Pinkies“ verfüttert werden sollen, empfiehlt es sich, das Nest so lange völlig in Ruhe zu lassen, bis die Kleinen das erste Mal allein herauskrabbeln (ca. am 12. Tag). Die trächtige und stillende Mäusemama benötigt zusätzliches Eiweiß, z. B. in Form von hartgekochtem Ei, Mehlwürmern / Gammarus, Magerquark, Brekkies...) Gleich nach der Geburt kann die Mäusemama erneut gedeckt werden – dies würde für sie enormen Stress bedeuten, daher ist darauf zu achten, dass die Maus bis zur nächsten Trächtigkeit mindestens 2 Monate Zuchtpause hat.
Spätestens am 28. Tag müssen die Mäusebabies nach Geschlechtern getrennt werden, damit es nicht zu ungewolltem Nachwuchs kommt.

Weitere ausführliche Tipps für eine artgerechte Mäusehaltung (z. B. Ernährung, Krankheiten) gibt´s im Unterforum „Mäuse“!

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
16.04.2007
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Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Ludwig zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter.
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