Katze einschläfern lassen...wie geht man mit den Schuldgefühlen um?

Diskutiere Katze einschläfern lassen...wie geht man mit den Schuldgefühlen um? im Katzenkörbchen Forum im Bereich Katzen Forum; Hallo, ich bin neu hier. Hab zwar schon den ein oder anderen Beitrag gelesen und verfolgt, mich aber jetzt endlich mal angemeldet, weil ich euren...
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funzi-1

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Hallo,
ich bin neu hier. Hab zwar schon den ein oder anderen Beitrag gelesen und verfolgt, mich aber jetzt endlich mal angemeldet, weil ich euren Rat brauche.

Es geht um eine meiner zwei Katzen, ich glaub ich muss etwas weiter ausholen (sorry schon mal dafür):

Sie wäre im August 14 geworden. Ich hatte sie, seit wir sie als Baby aus dem Tierheim geholt haben...eine wunderschöne Glückskatze!

Sie war, bis auf ihre letzten 4 Jahre eine reine Hauskatze und schon immer sehr kränklich, so mussten wir ihr, als sie noch klein war, sämtliche Zähne reissen lassen, da sich darunter tiefe Eitertaschen gebildet hatten. Der damalige Tierarzt hat es profan mit einer "Allergie auf den eigenen Zahnstein" beschrieben (ich hab davon noch nie was gehört und bin da auch kein Experte, deshalb mußte ich das ja glauben).

Dann hatte sie eine extreme Futtermittelallergie, welche wir aber mit entsprechendem Spezialfutter in den Griff bekommen haben.

Sie war sehr schreckhaft und empfindlich und fühlte sich durch alles gestört, was ausserhalb ihres normalen Tagesablaufes passierte. Als ich damals meinen jetzigen Mann kennenlernte, war das schon ein Schock für sie, lernte allerdings damit umzugehen. Dann kam eines meiner beiden Kinder und auch das war ihr zuviel! Sie zog sich
immer total zurück, wenns rund ging und es lauter wurde. Als dann das zweite Kind zur Welt kam, wußte sie gar nicht mehr was hier los war.
Trotz ihrer Angst suchte sie ihr Heil in der Flucht und hielt sich den ganzen Tag draussen auf. Ich versuchte, ihr immer neue Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, eine Decke unter dem Kachelofen etc. Ich versuchte ihr auch klarzumachen, dass die Kids nix böses von ihr wollten, ich hab viel mit ihr geschmust (naja, so viel, wie man halt Zeit hat mit zwei kleinen Babys). Irgendwie half alles nix! Ich hätte ihr ein ruhigeres Zuhause gesucht, aber wer will denn schon ne 10-12 jahre alte Katze, die auf sauteures Spezialfutter angewiesen war und immer irgendwie kränkelte?
Ab 2011 hat sie dann ständig erbrochen und Duchfall gehabt. Ich bin mit ihr von Pontius zu Pilatus und niemand wußte so Recht, was sie hatte. Natürlich hab ich auch immer angesprochen, daß sie vllt unter seelischen Stress litte aber das wurde immer als Ursache verworfen.

Im Januar letzten Jahres hatte sie wohl eine Art "Schlaganfall" oder "Blutgerinsel im Hirn" (lt. Tierarzt). Sie konnte auf einmal die Hinterbeine nicht mehr kontrollieren, hat den Kopf nur noch ganz schief gehalten und war total dehydriert.
Ich bin natürlich sofort zum Tierarzt und der hat sie mit div. Medikamenten und Infusionen wieder hinbekommen, auch Durchfall und Erbrechen waren weg!

Aber seitdem hat sie kontinuertlich abgenommen. Sie fraß zwar halbwegs normal, nahm aber anscheinend immer zu wenig Flüssigkeit zu sich, so dass sie irgendwie ständig dehydriert war. Ich hab regelmäßig die Blutwerte checken lassen, die Nieren waren zwar nicht mehr die besten, aber durchaus noch akzeptabel für ne Katze in ihrem Alter. Auch Zucker oder sonstwas hatte sie nicht. Zum Schluss hat sie nicht mal mehr 2 kg gewogen! Ihre Hinterbeine versagten ab und zu den Dienst, weil sich die Muskeln auch schon abgebaut hatten.
Das Fell wurde immer struppiger, weil sie sich nicht mehr putzte und dann hat sie angefangen, nur noch neben das Katzenklo zu machen (das große Geschäft, gepinkelt hat sie noch im Katzenklo). Grund-unbekannt. Neue Katzenklos, neue Standorte, neues Streu...alles umsonst!
Im Januar diesen Jahres stellten wir bei ner Blutuntersuchung fest, daß sie unheimlich viele Leukozyten im Blut hatte...ein Zeichen für eine Entzündung. Also bekam sie Cortison und Antibiotika. Dann hat sie angefangen, wo sie geht und steht zu pinkeln....irgendwo, einfach drauflos. Nicht immer, aber immer öfter! Auch die Kothaufen wurden immer wahlloser in der Wohnung verteilt.

Leider wurde es nicht besser, so daß ich nun gestern den schweren Schritt gegangen bin und sie einschläfern hab lassen.

Bitte verurteilt mich nicht für diesen Schritt!!! Ich hab meine Miezi sehr geliebt und es ist mir schon so schwer gefallen.

Allerdings weiß ich jetzt nicht genau, wie ich mit der Trauer und den Schuldgefühlen umgehen soll!!!!
Vor allem die Schuldgefühle plagen mich!!!

War das wirklich der richtige Schritt? Hätte ich noch abwarten und ihr vllt noch einen schönen Sommer bescheren sollen? Hab ichs nur aus egoistischen Motiven gemacht (ich gebe zu, die Pipilachen und Kothaufen waren seeeehr unangenehm)? Der Tierarzt meinte zwar, daß sich ihr Zustand niiieee wieder bessern würde, sondern einfach nur noch verschlechtern würde, wir könnten jetzt vllt (!!!) mit Medikamenten noch für eine kleine Weile helfen, aber dann ginge es bergab, aber ich weiss nicht...hätte ich vllt auch ne zweite Meinung hören sollen? Zu nem anderen Tierarzt?

War einer von euch auch schon mal in so einer Situation? Und wenn ja, wie kommt man da wieder raus?

Ich danke euch schon jetzt mal fürs Lesen, is ja ziemlich lang geworden, aber ich wollte alle Infos bekanntgeben, damit ihr euch ein Urteil bilden könnt.
 
01.03.2014
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Julchen1998

Julchen1998

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Ich habe deinen Text gerade voller Mitgefühl gelesen und das tut mir sehr Leid mit deiner Katze ( Fühl dich gedrückt :056: )

Ich weiß das mann sich in so einer Situation sehr viele Gedanken macht und die fangen wahrscheinlich alle mit dem Satz " Was wäre gewesen wenn...."
Aber du kannst jetzt auch nichts mehr tun. Die Entscheidung ist gefallen und mann kann nur noch versuchen Positiv zu denken.

Das was du über deine Katze geschrieben hast, hörte sich ja wirklich schlimm an und meiner Meinung nach, glaube ich hast du das Richtige getan;):clap:.
Allerdings will ich dir sagen aber ich will dir keine Schuldgefühle machen sondern nur ehrlich zu dir sein, hätte ich eine zweite Meinung von einem zweiten Tierarzt eingeholt um ganz genau zu wissen wie es mit deiner Katze steht. Ich bin immer ein Mensch gewesen der seine Tiere nicht aufgegeben hat und das hat mir oftmals mein Leben vereinfacht :) Ich hatte schon fälle mit meinen Tieren wo es ebenfalls hieß wird nicht mehr besser und man kann nichts mehr tun und ich habe mein Tier trotzdem nicht aufgegeben und siehe da, durch verschiedene Mittel und Wege steigerte sich die Hoffnung wieder und selbst die Tierärzte wusste nicht mehr wie sie heißen ^^. Aber zu deinem Fall kann ich dir einfach nichts sagen was richtig und was falsch ist. Aber eins sage ich dir ;) Du darfst dir keine Schuldgefühle machen ;) Es war bestimmt die richtige Entscheidung und es war ja nicht so das du nichts versucht hast. Nebenbei darf man nicht vergessen das du Mutter von zwei Kindern bist und dies sicherlich nicht einfach wahr.

Deine süße Katze turnt jetzt bestimmt irgendwo im Himmel mit den anderen Katzen herum und schaut auf dich hinab mit dem Gedanken * Was für ein Gutes Leben sie mir geschenkt hat und mich nie sofort aufgegeben hat*

:clap::clap::clap:
 
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Simpat

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So wie du es schilderst, hatte die Katze bereits massiv abgebaut und deutlichst auch an Lebensqualität verloren, ich denke es war die richtige Entscheidung, der letzte Liebesbeweis, dass man das Tier erlöst und nicht länger leiden lässt.
 
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funzi-1

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Ich danke euch für die aufmunternden Worte.

Tief im Herzen weiss ich natürlich, dass es wohl das Beste für meine Kleine war.
Wenn sies überhaupt noch mal geschafft hätte, sich wenigstens einigermassen zu erholen (sprich, den aktuellen Gesundheitszustand zu halten und nicht noch kränker zu werden), wär das bestimmt auch nicht mehr lange gegangen.

Natürlich hast du Recht, Julchen 1998, ich hätte noch zu nem anderen Tierarzt gehen können und mir ne Differenzialdiagnose holen sollen. Allerdings hab ich da einfach irgendwie nicht dran gedacht, ich weiß auch nicht warum! Und dann wohn ich noch dazu auf dem Land, da gibts nicht an jeder Ecke nen Tierarzt...keine gute Entschuldigung aber vllt wenigstens eine Art Erklärung...

Irgendwie hab ich mich ja schon lange mit dem Gedanken beschäftigt, dass es demnächst soweit sein könnte, als dann der Moment dann da war, war ich total überfordert. Und jetzt hab ich einfach das Gefühl, dass ich sie evtl. noch einiger schönen Monate beraubt hab...
Und da das Ganze dann auch ziemlich schnell ging, hatte ich natürlich auch im Vorfeld nicht besonders viel Zeit, die ich mit ihr mit Schmusen und Streicheln verbringen konnte. Ihre letzten Stunden waren nicht sehr schön, wir haben noch mit ihr geschimpft, weil sie wieder eine ihrer Pipilachen in der Wohnung hinterlassen hatte, die Kinder waren wieder extrawild und die Fahrt zum Tierarzt war auch nochmal Stress pur für sie. Ihre letzte Erinnerung hätt ich ihr gerne schöner gestaltet! Jetzt ists leider zu spät und das tut weh!
 
Julchen1998

Julchen1998

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In solchen Momenten denkt bestimmt jeder daran was man hätte besser machen können. Aber du konntest ja nicht wissen das dieser eine Tag, der bestimmte für deine Katze sein wird und so brauchst du dir keine Schuldgefühle machen.

Denk doch mal an die Guten Zeiten und da gibt es bestimmt welche :D
 
Yunalesca85

Yunalesca85

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Hallo Funzi,

erst einmal mein Beileid... ein Tier einschläfern zu lassen ist immer ein schwerer Schritt.
Ich kann dich total verstehen. Genau das was du durchmachst haben wir letztes Jahr mitgemacht. Unsere Katze hat lange leiden müssen bis wir sie erlöst haben und wir fragen uns heute noch "Was wäre wenn", "hätten wir vielleicht"... klar gibt es vielleicht immer eine kurzfristige Lösung aber deine Katze ist genauso wie unsere schon älter gewesen und hatte die Jahre schon genug mitgemacht... daher finde ich deinen Schritt gut.
Deine Katze konnte einfach keine Katze mehr sein und das hat sie auf dauer sicher nicht mehr glücklich gemacht. Wir sind momentan wieder an diesem Punkt wo wir überlegen müssen unsere zweite Katze einschläfern lassen zu müssen weil sie auch schwer krank ist und es immer schlimmer wird. Der TA sagt wir sollten uns überlegen sie bald einschläfern zu lassen, die Tierklinik sagt man kann sie mit Schmerztherapie wieder regelmässig fit machen, aber sie erholt sich immer weniger davon und sie ist nicht mehr die glückliche Katze die wir kennen... aber eben die Schuldgefühle..... ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft für die nächsten Wochen....
 
F

funzi-1

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Genauso ging es mir auch, Yunalesca85, die Medikamente schlugen einfach immer weniger an. Für ein paar Tage ging es ihr wieder gut, sie war mutiger als sonst, traute sich mal unter dem Kachelofen vor, OBWOHL die Kids da waren. Aber eben nur kurzfristig und die Tatsache, dass sie immer weiter abmagerte (aus welchen Gründen auch immer, denn gefressen hat sie gut), ließ sich echt nicht mehr übersehen.
Mittlerweile bin ich an dem Punkt, dass ich mir sage, wenn sie gesund gewesen wäre, hätte sie sich nicht soooo zurückgezogen und sooooviel Angst gehabt, denn zu mir, als ihre Bezugsperson, hat sie schon immer sehr gerne Kontakt gehabt. Sie war einfach gehandicapt und da hat sie sich zurückgezogen. Sie ist den ganzen Tag hinter der Couch oder unter dem Kachelofen gesessen und das ist wahrlich kein Leben für eine Katze, oder?
Denken wir als Menschen....vllt hatte sie aber kein Problem damit?
Naja, es schmerzt sehr, aber ich habe auch lange Gespräche mit meiner Freundin geführt und denke mittlerweile, dass es gut so war. Den richtigen zeitpunkt zu erkennen ist wohl immer schwer und die Schuldgefühle danan werden immer sein (bei dem einen "hätt ich noch warten sollen", bei dem anderen "hätt ichs doch schon früher gemacht").
Mein Tierarzt meinte letztens, er hatte auch ne Katze, die hat er (als Tierarzt!) viel zu spät einschläfern lassen. Da macht er sich heute noch Vorwürfe...
Also, ich glaube, egal, wie ichs gemacht hätte, wenn man sein Tierchen liebt, wird man immer diese Gefühle haben!

Dir, Yunalesca85, wünsche ich viel Kraft für deine bevorstehende Entscheidung. Es ist, weiß Gott, nicht einfach!!! Und Tierärzte reden sich ja auch immer sehr leicht: sie hängen ja nicht mit dem Herzen an diesem Tier!
Ich hoffe, euch fällt die Entscheidung, wie und wann auch immer sie ausfällt, nicht so schwer, wichtig ist immer, zum Wohle des Tieres zu entscheiden.
Ich denke an euch!
 
Elkecita

Elkecita

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Du brauchst keine Schuldgefühle zu haben. Du hast immer das beste für Deine Katze getan, viel mehr als die meisten Menschen für ein Haustier tun würden. Du hast ihr ein würdiges Zuhause geschenkt, ihr Liebe und Zärtlichkeit gegeben, ihr eine Chance auf ein Leben gegeben, welches ihr unter anderen Umständen nicht möglich gewesen wäre. Und nun hast Du sie von ihrem Leiden erlöst. Ein Tier unnötig leiden zu lassen ist grausam, ihr einen würdigen und schmerzlosen Tod zu ermöglichen war die letzte Liebesbezeugung, die Du ihr gegeben hast. Die Trauer bleibt, ebbt nach einiger Zeit ab und hinterlässt die schönen Momente und eine Wehmut, die Dich immer an sie erinnern wird.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Die Pekinesin meiner Schwiegermutter, Mini, erkrankte sehr schwer. Sie war schon 16 Jahre alt und nach einer Läufigkeit ging die Gebärmutter nicht mehr auf normale Grösse runter, sie blutete weiter, hatte starke Schmerzen, konnte am Ende gar nicht mehr die Hinterläufe aufstellen. Der Tierarzt meinte, einzige Möglichkeit wäre eine Totaloperation, aber er garantiere nicht, dass ein Tier in so einem hohen Alter die OP überleben würde. Wir mussten innerhalt kurzer Zeit entscheiden, was tun. Es ging ja nicht um die 450-500 Euro, die die OPgekostet hätte, die hätten wir gerne bezahlt, wenn wir gewusst hätten, dass sich Mini nach der OP erholt. Aber warum ein Tier noch unnötig quälen. Vielleicht wäre ihr Zustand nach der OP noch schlimmer gewesen. Es waren 2 aufreibende Stunden, viele Tränen, eine Rein- und Rauslaufen aus der Praxis, Telefonanrufe, ein Hin und Her, mal "wir operieren, Mini übersteht das schon" und kurz drauf "in dem Alter ist eine OP nicht mehr möglich, sie wird sie nie wieder erholen". Und am Ende entschlossen wir, sie einschläfern zu lassen.

Niemals werde ich den Blick von Mini vergessen, als sie die erste Schmerzspritze bekam, die Schmerzen nachliessen, sie sich entspannte und ich sie unter Tränen unaufhörlich streichelte. Der dankbare Blick der Hündin, die nicht wusste, dass ihr Frauchen und ich über ihren Tod entschieden hatten - und ich fühlte mich wie die grösste Verräterin der Welt. Manchmal träume ich immer noch von diesem Moment und wache weinend auf.
 
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funzi-1

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Danke Elkecita!
Aber hat sie wirklich gelitten? Nach aussen hin konnte man das nicht erkennen....Sicher, den ganzen Tag hinter der Couch oder unter dem Kachelofen sitzen, war bestimmt kein tolles Leben für eine eigentlich neugierige Katze...aber vllt hatte sie ja kein Problem damit? Sie war alt und vllt wollte sie gar nicht mehr so aktiv sein...
Das sind die Fragen, die ich mir immer stelle....
Wir Menschen sagen schon immer, dass es der letzte Liebesbeweis wäre, sie von ihrem "unwürdigen" Leben zu erlösen, aber war es für die Miezi auch "unwürdig"? Hat sie es so empfunden?
Ich konnte leider nie in den Kopf meiner Kleinen reinschauen um zu sehen was sie denkt...
Sicher, die Jahre davor waren schön und sie hatte ein gutes Leben, aber vllt wäre sie noch gerne geblieben....
Diese Art Zweifel und Schuldgefühle werden wohl noch eine ganze Weile andauern und ich denke, dass ich nochmal ein Gespräch mit dem Tierarzt suchen werde, um den ganzen "Fall" nochmal zu besprechen. Vllt kann er mir ein Stück Zweifel nehmen, wenn wir nochmal genau über ihre Krankengeschichte sprechen.
 
Elkecita

Elkecita

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Trotzdem weiss ich, dass wir damals die richtige Entscheidung getroffen haben. Ein Tier darf man nicht unnötig leiden lassen, wenn man es noch so lieb hat.
 
Elkecita

Elkecita

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Das kann ich nur allzugut nachvollziehen. All das ist mir seit Minis Tod auch durch den Kopf gegangen. Gut, sie litt wirklich, hatte schlimme Schmerzen. Aber hätte sie die OP nicht vielleicht doch überlebt? Sie wäre nie wieder die Alte gewesen und wahrscheinlich hätte sie sich nie wieder richtig erholt. Aber hätten wir ihr noch 1 oder 2 Jahre schenken können? Unter welchen Umständen?

Tiere können leider nicht reden. Können nicht ausdrücken, wie sehr oder wie wenig sie leiden. Die schwere Entscheidung über Leben und Tod zu treffen verfolgt uns den Rest unseres Lebens. Aber Deinen Schilderungen nach, ging es Deiner Katze wirklich nicht mehr gut. Viel Schönes hatte sie nicht mehr von ihrem Leben und hat sich bestimmt nur noch von Tag zu Tag gequält. Du hast das Richtige getan, da bin ich mir ziemlich sicher. Quäle Dich nicht weiter, in Deiner Erinnerung lebt sie weiter und Du warst für sie zu Lebzeiten ein echter Engel.
 
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funzi-1

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Oje...Elkecita, erst jetzt konte ich deinen hinzugefügten Beitrag lesen.
Das ist ja auch schlimm mit eurem Pekinesen! Vllt hat euer Hund aber auch geahnt, was kommt und euch deshalb so dankbar angeguckt hat. Die Schmerzen waren wohl doch sehr groß!
Und das ist es, was ich meine...diese Entscheidungen, die wir treffen...sind die richtig? War es richtig, den Hund nicht operieren zu lassen? War es richtig, meiner Miezi nicht noch ein paar Wochen zu geben?
Das nagt an mir und hier in meiner Familie kann mich niemand so richtig verstehen. Für die war es ja "nur" eine Katze! ICH hatte die Katze seit sie ein Baby war, sie ist mit mir durch dick und dünn gegangen, hat mich immer getröstet, wenns mir mal nicht gut ging! Mein Mann hat dann "dazugeheiratet" er mag Katzen nicht soo gerne. Also können sie alle nicht verstehen, wie weh es tut.
Und dann Worte zu hören wie: "Klar weiss ich, dass es weh tut, aber jetzt ist doch mal gut, oder?" helfen nicht wirkich und schmerzen nur noch mehr.
 
Ina4482

Ina4482

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Es tut mir von Herzen leid, dass du diese Entscheidung treffen musstest :(. Und noch trauriger ist es, dass du dir selbst Vorwürfe machst und an deiner Entscheidung zweifelst. Das musst du wirklich nicht. Ich habe diese Entscheidung auch schon einige Male treffen müssen, zuletzt vor gut einem Jahr. Man macht das nicht leichtfertig, sondern weil man - sei es durch das Verhalten oder einen gewissen Blick des Tieres - das Gefühl hat, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Unser Baghira hat uns letztes Jahr die Entscheidung leicht gemacht: Er sollte noch eine schöne Zeit haben nach der Krebsdiagnose, bis wir merken, dass es nicht mehr geht und er nicht mehr will. Das hat er dann schnell ganz deutlich gezeigt und wir haben schnell gehandelt und ihn zu Hause auf dem Sofa einschlafen lassen. Ebenso habe ich es bei meiner 2010 verstorbenen Tisha gemerkt: Die Tabletten schlugen immer weniger an und es hätte so einfach keinen Sinn mehr gemacht. Im Nachhinein bin ich bei beiden sehr dankbar, dass ich es frühzeitig gemerkt und ihnen somit unnötiges Leid erspart habe.

Ja, es mag einerseits "anmaßend" wirken, dass wir darüber entscheiden, wann das Leben unserer Haustiere noch lebenswert ist, aber das ist schlicht und ergreifend auch einfach unser Job, wenn wir die Verantwortung für sie übernehmen. Klar kann man immer noch ein kleines bißchen mehr Leben "rauspressen" - aber muss das denn wirklich sein? Ich kann verstehen, dass dich im Moment die Zweifel quälen, das habe ich auch schon oft selbst erlebt. Aber lass dich davon nicht unterkriegen und vertrau darauf, dass du es richtig gemacht hast! Auf der anderen Seite können wir vielleicht auch dankbar sein, dass wir bei unseren Tieren eine solche Entscheidung treffen dürfen und ihnen damit viel ersparen können.

Es tut mir auch sehr leid, dass du bei deiner Familie nicht auf so viel Verständnis stößt. Jeder braucht seine Zeit zum Trauern und die solltest du dir nehmen dürfen. Wenn es dir gut tut, schreib einfach hier deine Gedanken dazu weiter auf, hier gibt es eine Menge verständisvoller Leser, die genau wissen, wie du dich gerade fühlst.
 
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Ich kann mich Ina und allen weiteren VorschreiberInnen nur anschließen.
Vorwürfe helfen am wenigsten, und Du solltest Dir weder selber welche machen, noch Dir welche machen lassen.
So eine Entscheidung ist verdammt schwer, die trifft man nicht leichtfertig oder aus Bequemlichkeit...
Bei den Katzen sind wir zum Glück noch nicht in der Situation gewesen, aber das kann natürlich auch noch auf uns zukommen.
Dafür haben wir es viele Male bei unseren Mäusen und Ratten durchgemacht...
Und wir haben immer mehr gemerkt: Ein Tier gehen zu lassen, ist schwer. Aber viel mehr zählt die Zeit, die man es ihm vorher schön machen konnte.
Die Tiere leben im Hier und Jetzt, die wissen nicht, dass sie evtl. noch ein paar Tage oder Wochen oder gar Monate (im Fall von Katzen) gehabt hätten - sie haben JETZT die Schmerzen, es geht ihnen JETZT schlecht - und selbst wenn es zwischendurch nochmal kurz besser geworden wäre - wer weiß das schon?
Du hast das richtig gemacht, lass Dir da nix einreden!

Alles Liebe,
seven
 
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funzi-1

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Hallo an alle, ich danke euch für eure aufmunternden Worte.

Es ist schon sehr schwer, dass Ganze zu verarbeiten, aber es wird ein wenig leichter ums Herz! Ich vermisse meine "Socke" sehr, allerdings kommt jetzt immer mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass es für sie wohl echt das Beste war. Ich bin mittlerweile auch davon überzeugt, dass sie Schmerzen hatte, es halt einfach nicht gezeigt hatte und es für mich auch nicht erkennbar. Alleine die Tatsache, dass sie immer dehydriert war spricht ja auch schon für sich. In jüngeren Jahren war sie sehr neugierig, obwohl sie so scheu war, und sie wollte immer wissen was so abgeht. Ein Leben hinter der Couch oder unterm Kachelofen war sicher nicht das, was sie sich gewünscht hatte.

Ich hoffe, dass mir die Entscheidung über einschläfern oder nicht bei meiner zweiten katze erspart bleibt. Obwohl-wenn man dann eines Morgens die Treppe runterkommt und die Katze tot im Körbchen liegt....ich glaub, das ist auch nicht leicht.Aber da kann man sich wenigstens keine Vorwürfe machen.....

Nochmals danke an alle!!!
 
M

Maity

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Hallo an euch, das hier ist mein erster Beitrag und auch das erste was ich mir durch gelesen habe, auch wenn ich meine Katze nicht durch das einschläfern verloren habe, kann ich echt gut verstehen wie du dich jetzt fühlst! Es ist nie schön ein Tier gehen zu lassen, erst recht nicht, wenn man auch noch die Person ist, die über das Leben oder den Tod der eigenen Katze entscheiden muss, schließlich kann keiner in die Katze hineingucken und sagen ob sie schmerzen hat. Aber nach dem, was Du hier erzählt hast, mit all den Problemen, war es mit Sicherheit die richtige Entscheidung ;) Deine Katze hatte sicher ein tolles Leben bei Dir und Du hast Dir ja auch immer viel Mühe gegeben, wo andere vielleicht schon eher gesagt hätten, dass sie das ganze mit dem Spezialfutter nicht machen
wollen oder auch die Anfälligkeit für Krankheiten schreckt sicher viele ab! Zumindest kannst Du Dir immer sagen, dass
Du alles versucht hast, damit es ihr gut geht, aber das Du auch diese schwierige Entscheidung fällen musstest, damit sie nicht leiden
muss, mach Dir bloß keine Vorwürfe.
 
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