Rottweiler frisch aus dem Tierheim - panische Angst vor Treppen!

Diskutiere Rottweiler frisch aus dem Tierheim - panische Angst vor Treppen! im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, mein Freund und ich haben uns am 21. März einen Rottweiler aus dem Tierheim geholt. Er ist ca 4 Jahre und ist sehr aufgeschlossen gegenüber...
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Quentin

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Hallo, mein Freund und ich haben uns am 21. März einen Rottweiler aus dem Tierheim geholt. Er ist ca 4 Jahre und ist sehr aufgeschlossen gegenüber allen anderen Tieren und Menschen. Doch jetzt meine 2 Probleme: 1. zieht er sobald irgendwas gut riecht ziemlich stark an der Leine & da ist es schon ein Kraftackt ihn bei mir zu behalten. Bei anderen Hunden
oder ähnlichem zieht er gar nicht. Was soll ich da machen? Ich habe ihn immer straff an der Leine und wenn er eine Weile gut bei Fuß gelaufen ist, lobe ich ihn und er bekommt ein Leckerbissen. Doch wenn er was riecht ist alles vergessen. Das macht das spazieren gehen sehr anstrengend. Und zum zweiten ist mir gestern aufgefallen, dass er keine Stufen laufen will. Im Haus läuft er die Treppen hoch und runter. Auch im Garten läuft er die 3 Stufen. Nur bei unserer Gassirunde kommt es zu einer Unterführung mit ca 20 Stufen nach unten, dann unter den Gleisen den Weg entlang und wieder die Stufen rauf. Er kommt mir bis an den Rand der ersten Stufe. Dann bekommt er Panik und zieht mit all seiner Kraft nach hinten. Wie kann ich ihm zeigen das diese Stufen genauso wenig schlimm sind wie all die anderen? Egal wie langsam ich an die Sache ran gehe und gut auf ihn einrede, er bekommt Angst. Wenn ich erst mit unserer Deutschen Dogge runter laufe, schaut Addi nur, aber kommt trotzdem nicht. Hilfe! Was kann ich tun?

LG Tina
 
24.03.2014
#1
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Guest

Hast du schon mal die Tipps vom Hundeflüsterer gelesen? Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem!?
canis-beatus

canis-beatus

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Hi,
zu Deinem Leinenproblem zunächst eine Frage:


Was heißt denn , Du hast ihn immer straff an der Leine und gibst ihm einen Leckerbissen, wenn er eine Weile bei Fuß gelaufen ist? Könntest Du das genauer beschreiben?


Das Treppenproblem ist wenn er andere Treppen gut läuft vermutlich kein Treppenproblem, sondern ein Unterführungsproblem. Wenn die Unterführung nachts beleuchtet ist, könntest Du versuchen, das mal vorsichtig im Dunkeln zu machen, dann geht ihr nicht vom Hellen ins Dunkle sondern umgekehrt.
Keinesfalls zwingen und Stufenweise vorgehen, mit Superleckerchen (Fleischwurst/Leberwurst oä). Wenn er nur EINE Stufe mitgeht, wieder rauf und doll loben, dann langsam immer tiefer gehen.


Dabei wenn möglich den Schienenverkehr im Auge behalten. Wenn Ihr bis unten gekommen seid und dann oben was drüberdonnert, wars das wahrscheinlich erstmal wieder...
 
suno

suno

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Hallo,
ich habe ähnliche Fragen bzw. Ansätze wie canis-b

Klar ihr habt den Hund jetzt gerade mal 3 Tage....da ist eben alles neu - für ihn und für euch.Kennenlernen werdet ihr euch so in den nächsten 1-2 Jahren, und das ist mein Ernst.Immer schön langsam....der muss erst mal bei Euch ankommen und ihr bei ihm

Zuerst mal freut euch einen freundlichen und aufgeschlossen Rottweiler zu haben - aus dem TH. Darauf könnt ihr super aufbauen.
Vielleicht habt ihr ja ein Hunde frei lauf Gelände in der Gegend und da geht ihr mit eurem Hund mal hin : an der Leine. Stellt euch vor...den anderen Leuten und Hunden. denkt daran, keiner kennt Euch oder euren Hund bis jetzt . Kommunikation zwischen Hund und Hund UND zwischen Mensch und Mensch UND zwischen Hund und Mensch ist wichtig, zoll und macht Spaß.
Nach und nach könnt ihr "Leine geben" um dann auch mal mit der Schleppleine zu arbeiten - und schließlich im Freilauf.

Wichtig ist nun das tolle freundliche Benehmen eures Hundes nicht durcj eure eigenen Ängste / Befürchtungen kaputt zu machen - parallel eure Bindung erst mal her zu stellen, vertrauen gegenseitig und mit der Umwelt her zustellen .......

Deshalb, würde ich z.B. die UnterführunsTreppen ganz ganz vorsichtig angehen oder sogar erstmal umgehen...wenn möglich.
Wenn nicht dann nimm dir ein Kissen mit und setzt dich mal auf die erste Stufe "nichts ist schlimm" verweile und gehe wieder........dann auf die zweite....
Nimm es als Aufgabe hier Vertrauen zu gewinnen.
Ich halte große dt. Schäferhunde und bin trotzdem (oder gerade deshalb?!) ein Verfechter ganz sanfter Methoden.Ich habe so einem (dt. Schäfer-) Hund beigebracht, daß Gitter-Wendel-Treppen:): PANIK:: ) nichts weiter bedeuten wie: "runter gehen zum spazieren und rauf gehen zum zu Hause sein (=Fressen, Schmusen, Relaxen und Rudel.

Dein anderes Problem...etwas leckeres riechen und nicht weiter wollen - ist meiner Meinung nach Stufe 3 oder 4....und wenn wir ganz ehrlich sind und mal "hundisch denken" - lecker riechen...bleib ich mal stehen...noch nicht lange da wer weiss ob wieder was kommt - bei Fremden...trotzdem lieb sein..:
da hast du einen tollen Hund

LG Suno
 
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canis-beatus

canis-beatus

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Hi,
suno hat absolut Recht – der Hund muss ankommen.
Ankommen wird aber oft mit „ihn erstmal machen lassen“ verwechselt…
…und das halte ich für sehr contraproduktiv.
Auch und gerade ein neuer Hund versucht vom ersten Tag an seine Menschen zu lesen, in ihrem Verhalten Regelmäßigkeiten zu entdecken, und danach zu handeln. Gerade in den ersten Tagen entscheidet sich oft, ob ein Hund sich geführt fühlt, oder ob er meint gewisse Entscheidungen selber treffen zu müssen, was dann oft „in die Hose“ geht.
Mit einem neuen Hund an der Leine ein Freilaufgelände zu besuchen kann unter Umständen dazu führen, dass der angeleinte Hund sich vieler seiner Kommunikationsmöglichkeiten beraubt gar nicht wohl fühlt, wenn sich unangeleinte Hunde nähern. Sind es 2 oder 3 gleichzeitig, wird es sehr schwierig, die abzuwehren, was eine Pflicht wäre, wenn der eigene Hund an der Leine ist. Gleichzeitig dann mit dem neuen Hund zu kommunizieren ist noch schwieriger, denn es ist ja noch keine wirkliche Kommunikationsbasis aufgebaut. Mit anderen Worten: Ist Dein Hund an der Leine und lernt dort, dass er nicht abgehaltene Hunde selber managen muss, ist das nicht wirklich förderlich für zukünftige Leinenbegegnungen.
Sunos letzten Satz würde ich voll und ganz unterschreiben. Es muss Bindung, Beziehung und Kommunikation aufgebaut werden – vom ersten Tag an, klare Regeln, beständiges und durchschaubares Verhalten des Hundehalters, Rituale, Führung, Teamwork, Spiel. Und gerade die Anfangszeit ist dabei so wichtig, denn wenn ein Hund in dieser Zeit, in der er noch extrem nach Kommunikativen Signalen sucht auch welche findet, ist DAS die Basis für eine gute und entspannte Beziehung.
Um Hundebegegnungen zu managen sollte schon eine gute Kommunikationsbasis vorhanden sein, der Hund muss sich geführt fühlen. Dazu gehört auch ein gewisses Maß an Leinenführigkeit, und es ist von Vorteil, wenn auch Teamworkelemente gut sitzen (wenigstens Sitz).
Daher auch meine Frage zur Leinenführigkeit.
 
suno

suno

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Hallo,
Es muss Bindung, Beziehung und Kommunikation aufgebaut werden – vom ersten Tag an, klare Regeln, beständiges und durchschaubares Verhalten des Hundehalters, Rituale, Führung, Teamwork, Spiel. Und gerade die Anfangszeit ist dabei so wichtig, denn wenn ein Hund in dieser Zeit, in der er noch extrem nach Kommunikativen Signalen sucht auch welche findet, ist DAS die Basis für eine gute und entspannte Beziehung.
Um Hundebegegnungen zu managen sollte schon eine gute Kommunikationsbasis vorhanden sein, der Hund muss sich geführt fühlen. Dazu gehört auch ein gewisses Maß an Leinenfü​hrigkeit, und es ist von Vorteil, wenn auch Teamworkelemente gut sitzen (wenigstens Sitz).


besser geht es nicht! Danke canis-b!

ich möchte nur noch beifügen:
Klare Regeln obliegen nicht dem Verhalten des Hundes , sondern mit dem des Halters.
(und es gibt auch klare Regeln zu Zuwendung/Liebe und Lob)

LG Suno



 
HoundMan

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Es fehlt die Kommunikationsbasis bei euch. Das ist essenziell für eine Bindung zwischen Halter und Tier.
Bei uns Menschen ist es doch auch nicht anders, trifft man auf einen Afrikaner braucht es seine Zeit bis man eine Kommunikation aufbauen kann. Stell dich mal vor einem Sudanesen und frag ihn ob er mit dir ins Kino gehen mag :mrgreen:
Der Hund braucht 6 bis 12 Wochen bis er angekommen ist und Zeit um zu verstehen was du willst, hier ist Geduld gefragt.
Zu dem "Treppenproblem" kann ich nichts sagen ohne es gesehen u haben, hier kann man viel mutmaßen.... Mal versucht ihn mit Leckerlie die Treppen hoch zu locken, so stufenweise ? Wenns funktioniert, einfach öfters machen bis er die Angst verliert, wer weis welche Erfahrungen der Hund gemacht hat und was er da suggeriert...
 
Midoriyuki

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Der Hund braucht 6 bis 12 Wochen bis er angekommen ist und Zeit um zu verstehen was du willst, hier ist Geduld gefragt.
Genau genommen geht man von bis zu 6 Monaten aus bis ein Hund wirklich angekommen ist und auch erste Ansätze in Richtung Bindung zeigt- nur als kleine Ergänzung;)
 
Lunai

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Genau genommen geht man von bis zu 6 Monaten aus bis ein Hund wirklich angekommen ist und auch erste Ansätze in Richtung Bindung zeigt- nur als kleine Ergänzung;)
Kann ich so leider gar nicht unterschreiben. Takoda und ich hatten schon nach ca 3-4 Monaten eine supi Bindung (was sich ganz extrem in einer Gefahrensituation bei Takoda gezeigt hat), an unserer Beziehung allerdings arbeiten wir wirklich noch, da unsere Kommunikationsbasis noch nicht passt.
 
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Quentin

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Erst einmal: Danke für eure bisherigen Tipps und Erfahrungen!
Jetzt zu der Frage was ich mit straff führen meine: Ich habe eine "normale" Leine am Halsband & noch eine dünne Leine am Führungshalsband am Kopf. Und dann geht's los nach draußen. An Straßen nehme ich die normale Leine so kurz, dass er direkt links neben mir läuft. Eine andere Möglichkeit hat er in dem Moment nicht und so läuft er auch oft sehr gut entspannt neben mir. An Straßenübergängen lasse ich ihn Sitz machen. (Was verwunderlicherweise sehr gut klappt)
Wenn wir auf Wiesen oder ähnlichem sind, lasse ich die Leine so locker, das er schnüffeln etc kann. Doch ich lasse die Leine nie ganz locker. Sobald das nämlich der Fall ist, zieht er nach links und rechts und ich habe ihn überhaupt nicht mehr unter Kontrolle. Wenn es also gut an der Leine läuft & er das Signal "bei Fuß" bekommen hat, gebe ich ihm Leckerbissen und streichel ihn. Ich frage mich nun warum er zeitweise perfekt neben mir läuft und es Situationen gibt (ohne Hunde, Katzen oder Menschen in der Nähe) wo er einfach unendlich zieht?!
Bei unserer Dogge hat das so sehr gut funktioniert und er läuft jetzt ohne Leine neben mir. Soll ich der Sache also einfach noch Zeit geben? Oder mache ich was ausschlaggebend falsch?

Ich bin mir natürlich sehr bewusst, dass sie Bindung zwischen mir und ihm noch nicht sehr stark ist. Trotzdem bin ich der Meinung es jetzt nicht alles so locker zu sehen, weil er noch nicht lange da ist. Ich gehe mit ihm um, wie mit unserer Dogge. (Ich bestrafe nicht, wenn etwas nicht funktioniert, ich baue immer auf dem richtigen auf.)


Das mit dem Kissen auf der Treppe werde ich versuchen! Finde ich eine gute Idee. Ich habe jetzt mitbekommen das er auch nicht die Treppe zur 2. Etage hochgehen will. Soll er eigentlich auch nicht. Ich wollte nur probieren ob er es mitmachen würde. Wenige Stufen läuft er hoch & runter. Bei mehreren hat er Angst. Verstehe ich nicht aber ein paar Dinge werde ich noch ausprobieren. Wie die Idee im ihm im Dunkeln zur Unterführung zu gehen.

Wir haben nur leider keinen Platz auf dem wir die Hunde einfach abmachen können, wobei ich es mir und ihm auch noch nicht zutraue einfach auf 5 fremde Hunde zuzusteuern und zu sehen was passiert. Ich habe eine Freundin mit einem Dobermann. Mit ihr bin ich schon 2 x draußen gewesen & ohne Leine haben sie sich auch wunderbar verstanden. An der Leine Hunden zuzuschaun wie sie ohne Leine rennen dürfen, finde ich Mist. Da zieht er nur hin & her & lernt nichts dabei.

Lg Tina

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Noch ergänzend: zu der Eingewöhnungszeit von 6 Monaten kann ich auch nicht zustimmen! Natürlich verbessert sich das Verhältnis immer weiter zwischen Mensch & Hund aber aus meiner Erfahrung zwischen meiner Dogge und mir kann ich nur sagen, dass wir nach 3 Monaten ein Herz & eine Seele waren. Er hat super auf mich reagiert, hat sich nicht von anderen Menschen ablenken lassen und hat mich auch verteidigt. An solchen Situationen habe ich definitiv gemerkt, das er jetzt Zuhause angekommen ist & sich nicht noch in der Eingewöhnungsphase befindet.
 
canis-beatus

canis-beatus

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Hi,
zunächst gibt es große Unterschiede zwischen Bindung und Beziehung, das kann man so nicht in einen Topf werfen.. und beides beginnt mit der ersten Minute.
Bei Hunden gibt es einen Satz, den man immer wieder verwenden kann: „Es kommt drauf an“…
…so gibt es Hunde, die sehr schnell eine gute Bindung / Beziehung aufbauen, und solche, die länger benötigen. Das hängt aber nicht nur vom Hund ab, sondern auch, wie mit ihm umgegangen wird.
Insofern würde ich nie pauschalisieren und von allgemein gültigen Zeiträumen sprechen. Bindungen von Hunden an Ihre Menschen erinnern stark an Mutter-Kind Bindungen. Es gibt da immer einen schützenden und versorgenden Part (Mensch) und den Hund, der gut gebunden seinen Menschen als sicheren Hafen für Erkundungsausflüge bei sich weiß.
Bindungsverhalten zeigt sich also zum Großteil darin, dass der Hund in gefährlichen Situationen die Nähe und den Schutz seines Halters sucht. Das kann schon nach wenigen Stunden oder Tagen der Fall sein, aber sicherlich meistens schneller, als 6 Monate, da gebe ich Lunai völlig Recht. Auch das Ausbilden einer Beziehung beginnt von Anfang an. Nach dem ersten Zusammentreffen mit einem Menschen werden zumindest Weichen für die Beziehung gestellt. Das sieht man immer wieder, wenn ein Trainer den Hund führt, dieser völlig anders reagiert, als beim Halter und beim Halter wieder wie immer. Dieser „Trainereffekt“ lebt im Grunde davon, dass der Hund mit ihm eben noch KEINE Beziehung hatte, aber sofort anfängt, eine aufzubauen, wenn mit ihm kommuniziert wird.
Erste Ansätze von Bindung / Beziehung nach 6 Monaten würde ich also so nicht unterschreiben…
Quentin, zu Deiner Leinenmethode muss ich jetzt doch nochmal was fragen:
Normale Leine am Halsband verstehe ich ja…klar. Dann eine dünne Leine am Führungshalsband am Kopf… meinst Du einen Halti oder gentle Leader, o.Ä? Also ein Kopfhalfter? Falls das so ist – hat Dir jemand, der fachkundig ist erklärt, wie man damit umgeht? Solche Kopfhalfter können gute Hilfen sein, wenn man sie entsprechend anwendet – auch wenn ich kein Freund davon bin – aber falsch angewandt werden sie zum Fluch und Beziehungskiller…
Zur Leinenführigkeit gibt es eine schöne Methode, die bei den meisten Hunden gut genutzt werden kann. Es geht dabei zunächst darum, dem Hund klarzumachen, ob gerade Leinenführigkeit angesagt ist, also Orientierung am Menschen, oder ob der Hund selber bestimmen darf, wo er hingeht – dann folgt der Mensch. Dazu kann man ein „Umleinritual“ einführen. Hund ranholen, evtl. ins Sitz bringen, Leine auf lang (darf selber bestimmen) oder auf kurz(soll sich orientieren) einclipsen. Früher oder später ist dem Hund so klar, was jeweils verlangt wird.
An kurzer Leine muss dann aber auch Leinenführigkeit gearbeitet und durchgesetzt werden. Das genau zu erklären würde jetzt den Rahmen sprengen – Stichworte sind hier Körpersprache und durchhängende Leine. Das geht ohne Leckerchen – nur über Präsenz – bei Bedarf kann ich das nochmal genauer erklären, sind dann aber immer nur Anhaltspunkte, viele Fehlerquellen möglich. Im Idealfall sollte das zumindest mal eine Einzelstunde lang von einem guten Trainer begleitet werden.
Nun fragst Du Dich, warum Dein Hund mal gut neben Dir läuft und mal zieht… na ja, er bekommt sehr wahrscheinlich kein klares Signal, was gerade gewünscht ist, du entscheidet je nach Motivation selber, ob es für ihn gerade lohnender ist, einfach neben Dir her zu laufen, oder eben vor… das bekommst Du nur mit entsprechender Leinenführigkeitsarbeit hin. Und Zeit heilt viele Wunden, aber nicht die der Leinenführigkeit. Es wird eher schlimmer werden, wenn ihr nicht daran arbeitet.
Versuche den Rotti nicht mit der Dogge zu vergleichen. Es gibt immer Hunde, die wie Geschenke sind und einfach alles so anbieten, wie man es gern hätte – aber auch das Gegenteil. Ich habe auch zwei sehr unterschiedliche Exemplare und bei mir ist es die Dogge, die mehr Führung benötigt. Es kommt also wieder mal drauf an.. J.
Bei der Dogge hat Deine ausschließlich positive Belohnungsstrategie wohl gut funktioniert….aber auch hier gibt es wieder Hunde, denen man auch manchmal vermitteln muss, dass man etwas gerade NICHT möchte. Das geht – ohne Gewalt, aber mit Training und wiederum Präsenz ( verbales und körpersprachliches Abbruchsignal). Nur und ausschließlich über Belohnung kann man je nach Hund schnell an die Grenzen des Machbaren stoßen – oder es dauert sehr, sehr lang.
Anders ist es wiederum bei Angstproblemen, wie Du sie ja bei Treppen und Unterführungen hast. Hier darf nie „gedrückt“ werden, nur „gezogen“. Also kein Druck, nur vorsichtige Annäherung / Belohnung / schauen lassen/ Gewöhnung (immer wieder den Platz aufsuchen und dort verweilen / füttern), usw.
Wenn es im Haus auch Treppenprobleme gibt, er aber ein paar läuft, kannst Du gut die paar hoch, sofort wieder runter und unten Leckerchen geben. Dann wieder und wieder, immer nur so hoch, wie er angstfrei möchte. Nach ein paar Wiederholungen dann EINE Stufe höher, wieder runter und wieder ein paar Wiederholungen machen. So bekommst Du ihn angstfrei immer höher. Dann könnte es auch sein, dass die Unterführung besser klappt, muss aber nicht.
Noch ein Wort zu einer ihren Menschen verteidigenden Dogge – das sollte eigentlich nicht regelmäßig vorkommen. Wenn ein Hund nach vorn geht, ist es auch nicht gesagt, dass er seinen Halter verteidigt – oft sieht es nur so aus und er verteidigt sich eigentlich selber. Beides ist nicht optimal, denn der Hund trifft eine möglicherweise folgenschwere Entscheidung. Er entscheidet, gegen was es sich zu verteidigen gilt, und im Zweifel auch wie. Besser wäre es sicherlich, er würde entspannt bleiben, sich auf seinen Menschen verlassen, und dessen Verhalten als „Stimmungsbarometer“ annehmen.
Falls Du noch spezielle Fragen hast, beantworte ich die natürlich gern, so gut ich kann…

 
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Erste Ansätze von Bindung / Beziehung nach 6 Monaten würde ich also so nicht unterschreiben…
Ich schrieb, dass es bis zu 6 Monate dauern kann bis sich ein festes Bindungsverhalten zeigt. Dass das auch durchaus schneller geht impliziert das kleine Wörtchen "bis";)

Auch wenn es übrigens nach viel weniger Zeit schon nach einer festen Bindung aussieht würde ich mich darauf nicht verlassen. Das Verhalten von Hunden ändert sich nochmal entscheidet, wenn sie "endgültig" angekommen sind. Und das dauert wesentlich länger als der Aufbau einer ersten Bindung. Das sehen wir im Trainingsalltag permanent. Die Hunde waren monatelang ein Traum und ganz plötzlich entwickeln sie Problemverhalten- besonders häufig kann man das bei Hunden aus dem Tierheim oder Tötungsstationen beobachten.

Was nicht heißt, dass das passieren muss, aber es sollte einem einfach klar sein, dass Hunde nach einem Wechsel von A nach B nicht "normal" agieren und ihr Bindungsverhalten nicht unbedingt ihrem eigentlichen Naturell entspricht, da sie in der Position sind eine Zwangs-Bindung aufbauen zu müssen. Würden sie das nicht tun, wären sie tot, da sie kein Rudel hätten. Simple Verhaltensbiologie, die man berücksichtigen sollte, wenn man von Bindung und Beziehung bei Hunden spricht, die gerade einen Besitzerwechsel o.ä. hinter sich haben.
 
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Also wenn es generell um Treppen geht, hatte ich das gleiche problem mit meiner Hündin aus Rumänien ... Das war aber recht einfach zu lösen, ich hab sie stufenweise mit leckerlie hoch bekommen und am nächsten Tag den Futternapf auf die 5 Stufe gestellt, danach 3 Stufen höher... Am Dritten Tag gabs das Futter oben :) ... denn hab ich sie eine Woche Lang oben im Flur gefüttert und jetzt ist der Napf wieder unten und sie geht Treppen ohne Scheu ...
 
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