Hengst beißt beim Hufe kratzen

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Terlingua

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Hallo
ich hab daheim einen 2 jährigen Hengst (Quarter Pony/Appaloosa Mix)
Er steht zusammen mit einem 19 Jährigen Wallach und einer 8 jährigen Stute (seine Mami)
Dubari ist für einen Hengst ein absoluter Traum.
Er hat jedoch, wie fasst jedes junge Pferd, seine Probleme mit dem Hufe geben.
Seine Hufe gibt er nur äußerst ungern, hat man ihn mal in der Hand, wankt das Kerlchen ziemlich auf drei Beinen
und verbeißt sich in meinem Hintern, um das Gleichgewicht zu halten
(das hört sich jetzt ulkig an, tut aber weh :D)
Habt ihr gute Erfahrungen, wie man sein Pferd lehrt, sein Gewicht problemlos auf drei Beine
zu verlagern und willig die Hufe zu geben?

Danke im Voraus, ich freue mich auf eure Ratschläge
 
  • #1
A

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Guest
Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Susanne zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
M

Machtnix

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Bei einem so jungen Pferd sollten die Hufe nicht zu lange und zu hoch hochgenommen werden und die HH eben mehr unter den Körper - dann langsam in die hintere Position. Durch Wachstum haben Jungpferde oft gleichgewichtsprobleme und können nicht so gut auf 3 Beinen stehen.
Das sich das Pferd jedoch den Halt sucht indem es dich beißt, halte ich für unnatürlich und nicht richtig interpretiert. Ein Pferd beißt nicht um sich festzuhalten.

Der Grund für das Beißen liegt meist an vollkommen anderer Stelle.
Dein Pferd meint, dass es dich beißen darf, wenn etwas unangenehm ist.
Zusätzlich muss man beachten, dass das Berühren und kneifen oder Drücken an den Beinen für einen Hengst pauschal erst einmal ein Angriff ist und auch von Hengsten anders gewertet wird, als von Wallachen oder Stuten. Es ist für einen Hengst ein Angriff oder ein spielerisches Erlernen eines Angriffs.
Wenn du dir Hengste in der Herde anschaust, so balgen sie sich indem sie sich versuchen in die Vorderbeine zu beißen und so den Anderen niederdrücken. Der gezwickte Hengst wehrt sich indem er den anderen Hengst versucht in den Mähnenkamm zu beißen und ihn so niederdrückt, das Vorderbein wird dabei nach hinten genommen.
Genau das machst du beim Hufeauskratzen, du forderst ihn zum spielerischen Balgen auf.
Nur ist das leider nicht lustig, wenn ein Pferd versucht nach Pferdeart mit einem Menschen zu Balgen, daher sollte das sofort abgestellt werden.
Das Pferd zu strafen oder gar nach ihm zu schlagen oder ihn abzuwehren, ist hierbei sinnfrei. Dein Hengstchen würde das falsch interpretieren oder überhaupt nicht verstehen.
Die Lösung des Problems ist eigentlich supereinfach:
Binde dein Pferd rechts und links an. Nicht gleich so hart und supergeng, sondern am Mittelring des Halfters, so kommt der Zug wie gewohnt. So kann dich das Pferd nicht beißen und lernt, dass das Hufeaufnehmen eine ganz ruhige und gewöhnliche Sache ist. Die Stricklänge sollte so gewählt werden, dass das Pferd genügend Bewegungsfreiheit hat, dich aber weder beißen kann, noch sich einen der Stricke über den Hals legen kann.
Hier ist dann Routine wichtig. Spätestens nach 2 Wochen täglichen Trainings sollte das Problem erledigt sein.

Jungpferde binde ich sowieso erstmal rechts und links am unteren Mittelring des Halfters an, da sie oft anfangs rumhampeln und dadurch Stress bekommen. Sie lernen dadurch sich beim Putzen zu entspannen und zu genießen. Die Bewegung des Körpers wird zwar zugelassen, allerdings wird zwangsweise unerwünsches Verhalten wie Beißen oder zu große Nähe (Rüffeln, Schubsen, Steigen, Umdrehen und den Menschen umrennen...) verboten. Das Pferd wird ruhiger und lässt nach kurzer Zeit entspannt jede Berührung zu, so lernen die Pferde, jede Berührung nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu genießen.

Wenn das beidseitige Anbinden nicht mehr notwendig ist, binde ich erst einmal kurz an. Auch das dient dem Stressabbaum, denn Jungpferde müssen lernen sich zu entspannen, wenn sie geputzt werden. Sie sollen nicht rumhampeln oder permanent angespannt durch die Gegend schauen. Sie sollen sich beim Putzen auf mich konzentrieren.
Außedem werden so Unfälle vermieden, denn Jungpferde ziehen sich gern mal den Strick über das Genick, was häufig zu Unfällen führt oder Pferde hervorbringt, die ungern angebunden werden.

Erst wenn ein Pferd gelernt hat, sich angebunden in jeder Umgebung zu entspannen (Pferd geht angebunden in Stand by) und einfach neutral steht, binde ich auch lang an.

Das Wichtigste ist also Entspannung, Stressfreiheit und liebevolle Berührung, die dem Pferd
gut tut und angenehm ist. Das Pferd muss lernen, dass es weder eine Gegenleistung erbringen muss (Mitkraulen, was bei Jungpferden, die anfangs die Zähne dazu benutzen auch nicht Lustig ist), noch sich für andere Dinge zu interessieren hat (Neutralität, denn schnell passiert ein Unfall, weil das Pferd -vollkomme gefesselt von anderen Dingen in der Umgebung- einfach vergisst, dass du da bist).

Finde also heraus, was deinem Pferd angenehm ist und was es -so na ja- akzeptiert. Mach viele angenehme Dinge, die das Pferd entspannen lassen. Gerade Hengste putze mich manchmal nur mit den Händen, da es Exemplare gibt, die Berührungen gar nicht schätzen. Rede wenig, kommuniziere jedoch permanent über Körpersprache. Fordere das Pferd körpersprachlich nicht zum Spiel auf. Finde die superschönen Stellen (bei einem meiner Hengste ist das die Fesselbeuge der HH). Putzen sollte nicht nur Dreckentfernung sein, sondern kann für das Pferd eine entspannende Massage werden, wenn man das richtig macht.
So bekommt man ein entspanntes und freundliches Pferd, das sich nicht nur freut, wenn es geputzt wird, sondern auch für die Arbeit danach pos. eingestellt ist.
Das dafür anfangs Zwangsmittel, wie das beidseitige Anbinden, notwendig sind, ist das nicht schlimm, sondern dient dazu dem jungen Pferd den Weg zu zeigen, der ja erst einmal für ein rohes Pferd unphysiologisch ist.
Eine Gefahr bietet diese Art der Ausbildung jedoch. Du fixierst damit das Pferd sehr stark auf dich. Daher sollte das Pferd so früh wie möglich auch von anderen Leuten in diesem System behandelt werden damit es lernt, dass alle Menschen pauschal erstmal toll sind.

So kannst du dir ein pauschal erstmal ruhiges und vertrauensvollen Pferd basteln, das eine pos. Einstellung zum Menschen hat und lernt mit dem Menschen eben menschengerecht umzugehen.
 
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