Völlig unkooperative CNI Katze

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Morastbiene

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Hallo ihr Lieben,

vorab muss ich sagen, dass ich nicht genau wusste, wohin mit dem Thema. Im Grunde geht es nur teilweise um Gesundheit.
Ich weiß auch gar nicht, was ich mir davon erhoffe. Mir kommt die Situation recht ausweglos vor, sollte es hart auf hart kommen...

Die Katze meiner Familie (15) hat letztes Jahr die Diagnose CNI bekommen, nachdem sie entsprechende Symptome gezeigt hatte. Bei der Katze handelt es sich um eine allein lebende Wohnungskatze, die im Endeffekt so ist, wie man es von typischen Einzelkatzen erwartet. Sehr auf ihr Territorium/ihre Menschen fixiert und in Sachen Sozialisierung natürlich völlig verkorkst. Auf Umgebungswechsel, fremde Menschen und Tiere reagiert sie mit Panik und/oder Aggressivität.

Mir ist klar, dass CNI unheilbar ist und sie schlussendlich daran sterben wird. Die Frage ist nur, auf welche Art das geschehen wird und damit bin ich beim springenden
Punkt. Ich weiß nicht, was wir tun sollen, wenn es zu dem Moment kommen sollte, an dem nur noch Erlösung eine Option ist und fühle mich beim Gedanken daran vollkommen hilflos. Vor einigen Monaten wurde bei der Katze eine Blutuntersuchung gemacht, um den Stand der Dinge zu ermitteln und nach dem, was sich in der Tierarztpraxis abgespielt hat, hat der behandelnde Tierarzt gesagt, dass weitere Untersuchungen keine Option sind, weil das Tier diese nicht überleben würde.

[VERSTECK]Sie in die Praxis zu bekommen, war schon eine sehr heikle Angelegenheit. Auf dem Behandlungstisch ist sie dann völlig ausgerastet und das meine ich mehr als nur wörtlich. Das Team kennt sie und ihre schwierige Art bereits, aber dieser Tag soll alles bisher Gewesene in den Schatten gestellt haben. Ich war nicht dabei, aber die Schilderungen haben mir gereicht. Viereinhalb Stunden hat man versucht, diese Katze irgendwie in einen Zustand zu bekommen, der eine Untersuchung ermöglicht, dabei Beruhigungsmittel in sie hineingepumpt, die für einen mittelgroßen Hund ausgereicht hätten und trotzdem war sie nicht zu sedieren. Hat die ganze Praxis zusammengebrüllt und sich mit aller Kraft gegen jeden Handgriff gewehrt, so dass selbst mehrere Personen mit dicken Handschuhen herzlich wenig ausrichten konnten. In einem günstigen Moment kam man noch an eine Blutprobe heran, aber ein weiteres Mal sei diese Tortur laut TA weder Mensch noch Tier zuzumuten. Zu Hause war alles wieder gut und Madame hat sich sehr beduselt schlafen gelegt. :roll:[/VERSTECK]

Zu Hause spielt es sich ähnlich ab, sobald man ihr an den Pelz möchte. Nicht ganz so extrem, weil ihre Menschen logischerweise die Waffen strecken, wenn sich kein Erfolg abzeichnet. Die würden ihre Hände nämlich gerne behalten. Spritzen und Infusionen, die sonst Mittel der Wahl wären, sind also keine realistische Option. Tabletten bekommt man mit viel Vitaminpaste und Geduld gerade noch in sie herein. Gestern war ich zu Besuch und doch überrascht von ihrem guten Zustand, den ich nicht erwartet hätte, nachdem ich sie ein paar Wochen nicht gesehen hatte und mir gesagt wurde, dass sie die zwei Tage davor ständig erbrochen und nicht gefressen hätte. Aber ewig wird dieses "Glück" nicht anhalten.

Momentan ist es im Endeffekt so, dass sie ohne Peritol (appetitanregendes Notfall-Medikament) nicht mehr zum Fressen zu bewegen ist.
Die unangenehme Frage lautet daher: Habt ihr eine Idee, was man tun kann, sollte es zum Zusammenbruch kommen? Im schlimmsten Fall muss man da wohl durch, oder?

Meine erster Ansatz wäre natürlich ein Hausbesuch vom Tierarzt gewesen. Damit landen wir nur leider wieder bei den Dingen, die ich oben angesprochen habe. Fremde in der Wohnung sind grundsätzlich erst einmal nicht willkommen und schon gar keine Tierärzte. Besuch von Nicht-Familienmitgliedern wird nur toleriert, wenn er sich ruhig verhält. Das heißt: Nicht laut spricht und sie in Frieden lässt und ihr nicht aktiv in die Quere kommt. Aber sobald sie merkt, dass man ihr zu Leibe rücken will, schaltet sie auf Angriff.

Ich würde mir bloß wünschen, dass vor allem meiner herzkranken Mutter das erspart bleibt, denn allein der Gedanke, dass diese Katze eines Tages womöglich gewaltsam auf ihren letzten Weg gebracht werden muss, der verursacht selbst bei mir als "Außenstehende" schon große Übelkeit. Es ist ein mieses Gefühl, regelrecht darauf hoffen zu müssen, dass das Tier friedlich von alleine einschläft, wenn es an der Zeit ist und gleichzeitig zu wissen, dass es anders kommen kann. Vielleicht musste ich mir das auch einfach nur mal von der Seele schreiben. Sollte jemand eine Idee haben, ist diese herzlich willkommen, ansonsten danke ich einfach jedem, der sich das bis hierher durchgelesen hat. *seufz*

Tante Edith hat kurz noch umgebaut, weil mir meine Fragestellung selbst nicht koscher vorkam.
Es gibt ja keinen Zweifel daran, was zu tun ist, wenn gar nichts mehr geht. Ist nur so schwierig, sich damit auseinanderzusetzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
05.05.2014
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Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Gerd zu werfen.
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Simpat

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Ja, leider gibt es solche Patienten, wo man fast keine Chance hat ihnen zu helfen, kann man zwar jetzt nicht wirklich vergleichen, weil ein Meerschweinchen natürlich nicht zur Gefahr wird für andere und sich so aufführen kann, aber meine Rusty, hat sich halt jedesmal wenn man sie greifen musste dermaßen aufgeregt, dass ich immer Angst hatte die bekommt noch einen Herzinfarkt, auch meine TÄ hat mir dass bestätigt, die hat Rusty immer nur ganz kurz untersucht und gesagt, bei ihr hat sie wirklich bei jeder Untersuchung Angst, dass sie ihr unter den Händen wegstirbt. Als dann die Diagnose Milztumor bei ihr gestellt wurde, der auch schon in Lunge und Darm gestreut hatte, war klar, dass Päppeln und Schmerzmittel, wie bei anderen Schweinchen bei ihr keine Option ist, wenn ich die 4-6 mal pro Tag hätte greifen müssen und füttern, dass hätte sie keine 3 Tage überlebt.

Für eure Katze gibt es da dann leider kaum Möglichkeiten außer einer der Krankheit entsprechenden Fütterung und weiterhin probieren, ihr Medikamente halt in aufgelöster oder gemahlener Form unter die Leckerlis zu mischen, wenn dass dann nicht mehr gelingt und keine Lebensqualität mehr aufrecht gehalten werden kann, dürfte es bei ihr leider keine Option sein, ihr täglich zwangsweise irgendwelche Medikamente zu geben.

Würde probieren ihr auch immer wieder mal Reconvales Tonikum unterzumischen. Welches Futter bekommt sie zur Zeit und wieviel frisst sie noch am Tag?

Aber vielleicht kann man wenigstens immer wieder mal an eine Urinprobe kommen, da kann man doch auch wenigstens teilweise den Krankheitszustand ablesen oder nicht? Habe keinerlei Erfahrung mit CNI.
 
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Ivy-maire1

Ivy-maire1

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Hey,

meine idee wäre zu versuchen Beruhigungstabletten in die Katze zu bekommen nachdem sie ja tabetten doch noch irgendwie nimmt. Und wenn sie darauf dann gut weg ist Handtuch drüber und TA kommen lassen. Mit etwas Glück bekommt ihr genug Tabletten in die Katze dass sie tief schläft, dann kann man sie hoffentlich ruhig und ohne Kampf erlösen.:eusa_think:
 
Morastbiene

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Huhu Petra und lieben Dank für deine Antwort!

Das Tonikum ist eine gute Idee, habe ich gleich mal als Vorschlag per Mail geschickt, ebenso wie Ulmenrinde zur Bekämpfung von Übersäuerung. Man befragt ja Suchmaschinen, bis man schielt. Den Tipp mit der Urinprobe habe ich ebenfalls weitergegeben, obwohl ich selber keine Ahnung habe, was man aus einer solchen Probe ablesen könnte. Schadet nicht. Danke dafür, darauf bin ich in meinem eigenen Kopfchaos nämlich nicht gekommen. :001:

Welches Futter bekommt sie zur Zeit und wieviel frisst sie noch am Tag?
Das wechselt leider ständig, weil sie dieselbe Sorte selten länger als ein paar Tage frisst, wenn sie nicht direkt verschmäht werden. Mein Stand am Sonntag Nachmittag war, dass sie etwa einen Löffel Nassfutter gefressen hatte, nachdem sie ihre Dosis Peritol bekommen hat. Das war eben auch das Wochenende mit ihrer starken Übelkeit. Ansonsten sind es wohl ein paar Häppchen mehr, aber nicht viele. Jetzt gerade will meine Mutter es wieder mit dem Futter von Animonda versuchen, zumindest wurde das gekauft. Ich habe ihr auch den Vorschlag gemacht, reguläres Futter als Notnagel zu nehmen, aber unter Zugabe von Phosphatbinder, um die Nieren nicht weiter zu schädigen als nötig.

So schwierig das ist, geht es wohl nur noch darum, die nächsten Wochen oder Monate so angenehm wie möglich zu machen. Da muss man sich irgendwie hindurch hangeln...

Edit: Hatte deinen Beitrag noch nicht gesehen, Ivy. Das wäre vielleicht eine Möglichkeit. Man weiß ja vorher nie, wie es "am Schluss" aussieht.
Ob das Tier noch geistig wach und ansprechbar ist oder wortwörtlich in den letzten Zügen liegt und dabei jeglichen Widerstand aufgibt.
Ich behalte das auf jeden Fall im Hinterkopf. Danke für die Anregung.
 
Ivy-maire1

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Man weiß ja vorher nie, wie es "am Schluss" aussieht.
Ob das Tier noch geistig wach und ansprechbar ist oder wortwörtlich in den letzten Zügen liegt und dabei jeglichen Widerstand aufgibt.
Meiner erfahrung nach wehrt sich ein Tier dass den TA dermaßen hasst bis zum bitteren ende (außer es ist körperlich nicht mehr in der Lage dazu). Leider tun einem so "renitente" Patienten selten den gefallen und geben auf. Die Angst vorm TA ist ja meist nicht rational verankert und würde auch bei einem vollkommen dementen Tier durchbrechen. Es weiß dann zwar nicht WARUM sein Körper Alarm schlägt, aber es reagiert..

Off-Topic
eine meiner Ratten hatte eine Hinterhandlähmung nach einem Schlaganfall.. trotzdem hat er den TA gebissen, gekratzt und sich gewehrt wie nur was. Obwohl er sich ohne Hilfe nicht mal mehr sauber halten konnte :roll: Und der Bordeauxdoggen-Rüde eines Bekannten hat den TA noch beim Einschlafen gebissen....
 
Ina4482

Ina4482

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Edit: Hatte deinen Beitrag noch nicht gesehen, Ivy. Das wäre vielleicht eine Möglichkeit. Man weiß ja vorher nie, wie es "am Schluss" aussieht.
Ob das Tier noch geistig wach und ansprechbar ist oder wortwörtlich in den letzten Zügen liegt und dabei jeglichen Widerstand aufgibt.
Ich behalte das auf jeden Fall im Hinterkopf. Danke für die Anregung.
Ich hatte bei Tisha damals für den "Fall der Fälle" ein Sedativum in Pastenform mitbekommen von der TK. Tisha hat ja auch bis zum letzten gekämpft und war kaum zu handlen. Das Sedativum hat mir an dem Tag wirklich etwas geholfen - das würde ich definitiv mal nachhaken, ob da was machbar ist.

Baghi hatte ja auch CNI, ist aber an den Folgen seiner Krebserkrankung dann gestorben bzw. deswegen eingeschläfert worden. Er hatte körperlich so stark abgebaut in den letzten Tagen, dass er sich nicht mehr groß hätte wehren können, wenn er gewollt hätte. Allerdings war er aber auch vorher der liebste Kater der Welt, der sich alles hat gefallen lassen und ist dementsprechend natürlich ganz ruhig gewesen :eusa_think:.
 
Morastbiene

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Ich wusste gar nicht, dass Sedativa auch als Paste zu bekommen sind. Das werde ich beim nächsten Gespräch mal anregen. Vielen Dank für diesen wertvollen Tipp, Ina. Natürlich hoffe ich, ihn nicht zu brauchen, aber ich möchte lieber ein zumindest ganz kleines Fallnetz in Aussicht haben, wenn der Tag der Tage kommen sollte. Momentan ist für mich überhaupt nicht abzuschätzen, wie lange die vierbeinige Dame des Hauses körperlich noch mitspielen wird, weil sie eben so schlecht frisst. :?
 
Ina4482

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Ich drücke die Daumen, dass ihr noch ein bisschen Zeit zusammen habt und diese auch für sie schön ist!
 
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