Junge Feldmaus-Wildtier soll wieder gesund zurück an ihren Fundort

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Gerhard S.

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Hallo,
ich habe eine wohl noch junge Feldmaus gefunden. Ich hätte sie fast mit meinem Auto überfahren. Da bin ich ausgestiegen und habe sie mit der Hand einfangen können. Gebissen hatte sie mich nie. Sie lief etwas wackelig und nicht sehr schnell vor mir weg; in Richtung Gebüsch/Bäume. Was ich zunächst darauf zurückführte, dass sie wohl noch jung ist.
Der Körper ist ca. 6cm lang, das Fell hell-rötlich-braun, Ohren klein und im Fell versteckt. Stecknadelkopfaugen. Schwanz 1/3 Körperlänge. Hinterfüsse 5 Zehen; Vorderfüsse 4.

Jetzt habe ich sie in einem Aquarium 30x30x60cm zur Beobachtung untergebracht. 5cm Blumenerde als Boden, darauf die Hälfte des Bodens
mit Kleintier-Holzspäne-Streu auch 5cm belegt.
Diese Maus war erstmal hektisch im Aquarium, versuchte an den Glasscheiben herauszuspringen. Ihre Sprunghöhe 12cm reicht selbstverständlich nicht.
Knabberte auch an der Holzspäne und an kleinen Ästchen in der Blumenerde.
Dann erkundigte ich mich im Internet nach Ernährung und fand: Obst, Getreide, Körner, usw. - jedenfalls vegetarisch.
Ich machte eine Dose Erbsen auf und gab 5 einzelne Stück davon ins Aquarium; an verschiedenen Stellen.
Dann ging es sehr schnell:
Die Feldmaus hat alle (feuchten) 5 Erbsen in kürzester Zeit gefunden, 3 davon in ihre Vorderpfoten genommen und aufgefressen.
Dann hat sie sich in der Holzspäne-Einstreu ein Nest gegraben und die übriggebliebenen 2 Erbsen mit ins Nest genommen.
Die Maus schläft jetzt und hat einen Schlaf-Wach-Rhythmus von ca. 45Minuten/10 Minuten.

Und während einer Schlafphase konnte ich mich still übers Aquarium beugen und die Maus begutachten.
Und so sah ich es: Es krabbeln winzige Tierchen im Fell der Maus rum!
Ich kann es noch nicht genau sagen, aber die ?Flöhe? krabbeln auch in die Ohrmuschel.
Eine andere Körperöffnung -wie etwa eine Verletzung- konnte ich noch nicht ausmachen. Auch kenne ich das Aussehen von Würmern.
Ich tippe z.B. auf Flöhe, weil sie sich sehr flink bewegen.

Ganz klar, ein Wildtier gehört zurück in die Natur. (nächster Termin wäre kommender Montagmorgen)
Nun habe ich die Frage, ob ich der Maus/Natur einen Gefallen tue, sie von den Parasiten zu befreien? Und ob das überhaupt möglich wäre?

Wenn ich keine Verletzungen an der Maus feststellen kann, dann hätte ich auch keine Bedenken, die Maus wieder mitsamt ihren Parasiten auszusetzen.
Denn so wie ich es im Internet gelesen habe, gehören Parasiten zu Wildtieren. Vom Igel kenne ich das ja. Aber bei einer Maus?

Die Maus läuft jetzt munter umher, putzt sich, frisst, bzw. sucht ständig, richtet sich ihr Nest weiter ein. Vielleicht ist sie durch meine Futtergabe wieder fit geworden und fängt sich ihre Parasiten selber ein und frisst diese auf?

Schönen Samstag euch, Gerhard.
 
Zuletzt bearbeitet:
31.05.2014
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Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter.
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Gerhard S.

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Hallo, [SCHILD]Tag 2:[/SCHILD]

Bei den 5 Erbsen von gestern war es nicht geblieben. Hatte dann nochmal 5 Stück "nachgereicht". Mäuschen hat sie alle eingesammelt und im Nest gebunkert.
Hat den Vorteil, für's Frühstück I, Frühstück II und Frühstück III muss es nicht mehr aufstehen... :004:
Habe nun 5 Minuten beobachtet, bis Mäuschen die Augen zugefallen sind und :015: hat. Weitaus weniger, aber immerhin noch, krabbelt was im Fell :087: . Braun und länglich, winzig wie 1 Ameisen-Bein.
Allerdings hatte ich keinen Blick auf's Hinterteil. Die Maus scheint sehr wohl zu spüren, dass sich was in ihrem Fell bewegt; und schüttelt+kratzt sich immer wieder plötzlich; aber an ihren Rücken kommt sie nicht so direkt ran. Und genau dort feiern die Parasiten Party. Vielleicht versuche ich es mit einem Sandbad, vielleicht nimmt sie das an und wälzt sich darin?
Und vielleicht kann man auch was ins Sandbad reinmixen, gegen die Milben/Flöhe? Nur, wo bekomme ich am Sonntag den (Vogel- oder Chinchilla-)Sand? :eusa_doh:
(PLZ 45481)
Und momentan kann ich nur vermuten, wo's Mäuschen ist - da, wo sich Holzspäne bewegt...
Voraussichtlich Montagfrüh setze ich es wieder aus; in Karton mit "ihrer" Holzspäne drin. Vielleicht 30m weiter weg vom Haus/Gebäude, wie vorher.
Verdauung klappt auch; Köttel liegen herum.
Foto zur Erinnerung noch eben gemacht.

:cool:
 
Kittycat80

Kittycat80

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hallo,
Ich finde es ganz ganz toll, wie liebevoll du dich um das Mäuschen kümmerst :060: Ich glaube das man bei Wildtieren echt nicht soviel gegen parasitenbefall machen kann.

Zeigst du das Foto von der süßen mal? :mrgreen:
 
Nienor

Nienor

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Hey,

das werden eher Läuse sein, die die Maus da hat - Flöhe würden auch weg springen.

Aber so lang das Tier nach 5 Minuten Aktivität wieder tot müde ist, sollte es nicht wieder raus. Das Tier ist arg geschwächt - eventuell durch Krankheit. Aber auch ein massiver Parasitenbefall kann zu einer Schwächung führen, gerade Läuse trinken wie Flöhe das Blut der Tiere.
Wenn du es wirklich retten willst, solltest du es einem Tierarzt vorstellen.
 
simone

simone

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Als wir unseren Cliff damals fanden, war er auch voller Krabbeltierchen. Bei ihm waren es wohl Milben. Wir sind sofort mit ihm zum TA. Dort bekam er einen Tropfen ins Genick und war innerhalb kürzester Zeit frei von Untermietern. Wenn das Mäuschen alleine gut frisst und sich erholt hat, würde ich ihn so schnell wie möglich wieder raus lassen. Jetzt spielt das Wetter mit.
 
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Gerhard S.

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Das mit den 5-Minuten-Beobachten-bis-es-einschläft bedeutet nicht, dass das Mäuschen (noch!) geschwächt wäre. Es ist jetzt sehr schnell, läuft keineswegs mehr gemütlich durch Aquarium - sondern springt jetzt mehr, als es läuft.
So in etwa, wie in dem Videoclip hier:
[YOUTUBE]cHRGrPNln8g[/YOUTUBE]

Danke für den Tip mit den Läusen. Stimmt, gesprungen ist nie etwas, also keine Flöhe. Und ja, die Läuse müssen sich auf der Haut festgebissen haben. Denn die Läuse tauchen an einer Stelle ein, und kommen an einer anderen Stelle im Fell wieder heraus. Ich sah auch schon Läuse, die hatten dann beim Wiederauftauchen einen Artgenossen auf dem Rücken... :shock: :013:


Ich bin mir nicht sicher, ob es eine Feldmaus ist. Infage kämen z.B. noch Wiesenwühlmaus, Wühlmaus, Röthelmaus und (Ost-)Schermaus.
Denn die Augen sind wirklich winzig im Gegensatz zu dem, was in dem Videoclip zu sehen ist. Aber genausogut kann das Mäuschen noch ein Jugendliches sein, wächst noch.
Aber die genaue Art ist nicht so wichtig.
Ich kenne eine wiederaufgeforstete Waldlichtung, kilometerweit entfernt vom Strassenverkehr. Gibt dann noch ein Abschiedsfoto, vielleicht heute noch, vom Platz.

Gruss Gerhard
 

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Gerhard S.

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Termin heute 14:00
Dr. G.

Tierarzt hat sich nach dem Befinden erkundigt, wielange ich die Wildmaus schon hätte; und sagte dann, als er hörte, dass sich die Maus zwar wieder erholt hat, sich aber immernoch ständig kratzt und schüttelt, dass er gerne dem Tierchen etwas von dem Medikament in den Nacken träufelt. Ich berichte.
Danke für eure Tips
:clap:
 
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Kittycat80

Kittycat80

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das hört sich super an! :clap:
 
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Gerhard S.

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Tierarzt erledigt. Netter Tierarzt. 1 Tropfen Stronghold in den Nacken gegeben, freiwillig 4,- in die Tierkasse. Das Rückenfell ist noch nass - aber die Parasiten sehe ich schon nicht mehr!
Link entfernt, unnötig

Mäuschen vergräbt sich noch verständlicherweise verängstigt tief in der Späne - aber sonst soweit alles ok. Und jetzt, wo sich nichts mehr regt, erkenne ich auch, dass unter der Fell-Oberschicht Löcher im Haarkleid sind und auch die Haut angegriffen ist!
Somit ist jetzt bewiesen, dass das Mäuschen von seinen Artgenossen wegen diesem Parasitenbefall verstossen worden ist und deshalb geschwächt war.

So, dann warte ich noch bis heute abend und werde es mit meiner jungen Tochter zusammen aussetzen. Wie geschrieben, Foto von dem Damm, wo schon Mäusekolonien weitab von menschlichen Behausungen leben, dürfte es alsbald Artgenossen finden. Damm ist viel näher und den Wald nehme ich jetzt doch nicht wegen den Greifvögeln dort.
Gruss
 

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Nienor

Nienor

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aber sonst soweit alles ok. Und jetzt, wo sich nichts mehr regt, erkenne ich auch, dass unter der Fell-Oberschicht Löcher im Haarkleid sind und auch die Haut angegriffen ist!
Das tun sich die Tiere selbst an durch das Kratzen - von tiefen Bissspuren berichtest du ja nicht.
Tier können sich regelrecht selbst nackt machen, wenn sie mit Parasiten befallen sind.

Im Übrigen werden ihm fremde Artgenossen nicht helfen - sondern ihn aus dem Revier vertreiben. Und im Gras haben Raubvögel leichteres Spiel als im Dickicht. Hoffentlich flüchtet er sich schnell unter einen Busch oder so und gräbt sich da ne Höhle - wenn das Revier noch frei ist.
 
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Gerhard S.

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So, das Mäuschen ist wieder frei.
Den Damm und die im Bild markierte Stelle wählte ich, weil das nächste Menschenhaus 500m weit weg ist, weil dieser Damm keine Nutzfläche ist und nicht gemäht wird und weil der Busch 3m hoch ist und mit Gehölz und Gestrüpp nur so durchzogen ist.
Ich wollte es zuerst herausheben, aber es sprang mir locker über 2 Hände weg. Dann habe ich -man möge mir verzeihen- mit dem ganzen Verstand 1 Mannes und der Klopapierrolle das Mäuschen ausgetrickst.
Als es in der "Falle" drin war, qieckte es sogar laut und deutlich. Lief zuerst nicht weg, sondern blieb halbe Minute auf meinem Schuh sitzen.
Ich hatte jetzt aber auch die Faxen dick mit den Brennesseln und habe den Inhalt des Aquariums (mitsamt den Läusen) neben die Maus ausgeleert.
Als ich das finale Abschiedsfoto knipsen wollte, sagte mein Händi: "Speicher voll."

Bis irgendwann mal wieder und vielen Dank nochmal für die Anteilnahme, war doch ganz schön lehrreich. :)
 

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