Streuner aus südlichen Ländern helfen?

Diskutiere Streuner aus südlichen Ländern helfen? im Tierhilfe Forum Forum im Bereich Tier Ecke; Hallo ihr Lieben, Ich mache mir momentan viele Gedanken über das, was ich letzte Woche gesehen habe. Mittwoch Abend bin ich aus meinem Urlaub auf...
Die Ente :)

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Hallo ihr Lieben,

Ich mache mir momentan viele Gedanken über das, was ich letzte Woche gesehen habe.
Mittwoch Abend bin ich aus meinem Urlaub auf Kreta zurück gekommen. Weil wir dort in keinem typischen Touristen-Eck waren, haben wir viel von der Situation auf der Insel gesehen. Bei Mensch und Tier sieht man leider mittlerweile viel Armut:?

Ganze freilaufende Hunderudel, unzählige abgemagerte
Katzen, und auf dem Seitenstreifen der Schnellstraße sieht man leider sehr viele verändete Tiere.
Die Problematik mit Streunern kenne ich bereits aus Spanien und Italien, allerdings war dort alles noch recht überschaubar. Jetzt nach meinem Urlaub auf der griechischen Insel bin ich sehr schockiert über die Situation dort.

Wenn wir dort in einer Taverne essen waren, hatte ich sofort einige Katzen um mich sitzen. Natürlich ist dann auch mal was untern Tisch gefallen, was sofort gierig verschlungen wurde. Egal was, selbst Brot haben diese Katzen gegessen. Das dies keine artgerechte Ernährung ist, ist mir bewusst. Allerdings frage ich mich, ob das Füttern von Streunern generell gut ist? Mein Freund meinte nähmlich, dass die Katzen so verlernen selber Nahrung zu beschaffen, also zu faul werden zu Jagen.

Was meint ihr? Streuner füttern, damit sie über den Tag kommen, oder nicht füttern nach Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe?

Wenn dann werde ich bei meinem nächsten Urlaub ein paar Dosen Katzenfutter und Hundefutter mit einpacken. Ist das Sinnvoll? Wie kann man als Tourist sonst solchen Tieren helfen?:(

Liebe Grüße an euch!
 
08.08.2014
#1
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Syn

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Das kommt darauf an wie man es sieht. Möchte man diesen wenigen speziellen Tieren helfen die man sieht, dann hilft ihnen für die wenige Tage auch eine Dose Futter. Genauso hilft es dem einen Hund auch, wenn man ihn nach Deutschland holt und dort in die Familie aufnimmt.

Möchte man allerdings wirklich nachhaltig und übergreifend helfen müssen andere Methoden her.

Wirklich Einfluss hat die Mentalität der Menschen in einem Land. Für uns in Deutschland haben Hunde und Katzen einen Wert, der in anderen Ländern nicht vorstellbar ist. Dieser Wert entscheidet wie wir mit den Tieren umgehen und was wir bereit sind für sie zu tun. Leider ist diese Einstellung ein Luxusgut was sich nicht jedes Land bzw deren Einwohner leisten kann. Als Privatperson mit normalen Gehalt hat man dahingehend aber leider so gut wie keinerlei Einfluss.

Was übrig bleibt:
Kastrationsprojekte (bzw. wesentlich sinnvoller: Sterilisationsprojekte) unterstützen!
Jedes Tier was sich nicht mehr fortpflanzen kann (im Idealfall - Sterilisation - aber trotzdem noch versucht und verteidigt es zu tun!) hilft das eigentliche Problem zu lösen.

Fütterst du die Tiere, sorgst du dafür, dass sie das Gefühl haben es gibt genügend Futter, holst du die Tiere von der Straße weg, schaffst du wieder mehr Platz. Beides ergibt im Endeffekt größere und häufigere Würfe.
 
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Syn

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Ich schrieb es schon: Ja, damit Revierkämpfe erhalten bleiben. ;)
Tatsächlich alle Hunde zu kastrieren ist ein Projekt, welches so leider nicht wirklich realisierbar ist. Dafür kommen auch einfach zu viele neue Hunde dazu (nicht nur durch die Vermehrung, aber wie gesagt.. an der Mentalität der Menschen kann man wenig ändern). Was man erreichen kann, ist aber ein großer Teil, vielleicht irgendwann sogar die Mehrheit. Ein kastrierter Hund wird kein Interesse mehr zeigen und überlässt damit all den nicht kastrieren Hunden kampflos das Feld. Ist er "nur" sterilisiert, wird er die anderen vertreiben und schießt selber aber nur mit Platzpatronen. Ist also im Endeffekt sinnvoller.
Bei Hündinnen könnte man durchaus bei der guten alten Kastration bleiben, da sie so nicht mehr attraktiv sind für die Rüden.

Ich bin ja nicht gegen Kastration bei Straßenhunden. Ich schrieb ja nicht umsonst man solle Kastrationsprojekte unterstützen. Nur finde ich Sterilisationsprojekte (zumindest bei Rüden) eben noch sinnvoller zur Bekämpfung der Vermehrung.

Übrigens sind Revierkämpfe, auch mit Verletzungen und sogar Todesfolgen, etwas vollkommen natürliches. Du wirst ja auch nicht in den Wald gehen und jeden Hirsch davor bewahren wollen, dass sie sich mit den Hörnern verletzen...
Straßenhunde unterliegen meiner Meinung nach aus gutem Grunde den Gesetzen der Natur. Dazu gehören neben den (sehr selten tödlichen) Revierkämpfen auch so tragische Dinge wie ausgesetzte Welpen. Die Natur ist nun mal grausam.
 
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Hundenase

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Hm, unter der Prämisse der Natürlichkeit versteh ich nicht, warum man dann verhindern soll, dass sie Welpen bekommen. Is doch alles natürlich und die meisten sterben dann ja eh an Infektionen.

Dass ein kastrierter Hund den unkastrierten kampflos das Feld überlässt, stimmt einfach nicht. Man entfernt den Sexualtrieb, nicht den Überlebenstrieb. Ich hab auch Straßenrudel gesehen, die von kastrierten Tieren angeführt wurden. Dürfte ja nach deiner Theorie nicht möglich sein.
Als Tierarzt kann und werde ich kein leidendes Tier einfach hinnehmen, egal ob Wildtier oder Streuner, egal ob hier oder im Ausland. Und ich versteh auch nicht, warum ich das sollte. Die klassische natürliche Selektion ist vom Menschen eh schon größtenteils unterbrochen werden. Das heißt übrigens nicht, dass ich auf Teufel komm raus, jedes Tier rette, aber durchaus das mehr oder minder unausweichliche Ableben beschleunige.
 
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exe

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Wenn sich die Zahl der Straßenhunde, durch Sterilisation, natürlich dezimiert, weil die Hunde weiter um Nahrung, Revier, usw. kämpfen, ist das doch eigentlich nur begrüßenswert für die Zukunft?

Man will doch weniger Hunde. Man greift ein, leitet, aber die Natur stoppen kann (und sollte) man nicht.
 
Die Ente :)

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Naja, man definiere mal Natur, wenn die Straßen voller domestizeirter Hunde und Katzen wimmelt. Schlussendlich hat der Mensch sie doch dort hin gebracht:?
 
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Hundenase

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Wie gesagt, Revierkämpfe gibt es auch bei kastrierten Hunden. Man schneidet ja eben nicht den Überlebenswillen raus...
 
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exe

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Naja, man definiere mal Natur, wenn die Straßen voller domestizeirter Hunde und Katzen wimmelt. Schlussendlich hat der Mensch sie doch dort hin gebracht:?
Stimmt. Trotzdem sind sie da und müssen weg.

Revierkämpfe mag es vielleicht noch geben, aber Rüden z. B. prügeln sich ja auch mal gern um ne Hündin oder so. Sowas fällt dann weg.
 
Syn

Syn

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Richtig. Es gibt noch Kämpfe an sich und auch noch die Revierkämpfe in diesem Sinne - also wirklich "um das Revier" (dadurch übrigens auch noch die Verletzungen etc... die aber auch in dem Falle selten sind). Was wegfällt ist der Drang sich Fortzupflanzen und damit eben auch der "Kampf" um die Hündin. Zu einem Kampf mit Verletzungen kommt es dabei in den seltensten Fällen. Meistens regelt sich das schon alleine durch das Auftreten der Tiere.

So oder so.. ich wäre auch schon mehr als zufrieden, wenn die Leute Kastrationsprojekte unterstützen würden, wenn sie wirklich helfen wollen.
Schrieb ich ja nicht umsonst.
 
McLeodsDaughters

McLeodsDaughters

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Zur eigentlichen Frage: Ich würde schauen, welche Orga in der Region arbeitet, wo die Erfahrungen gut sind (gibt ja auch genug schwarze Schafe) und die Kastra-Aktionen machen. Und wo man vll. im nächsten Urlaub mal vorbei schauen kann.
 
Pewee

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Hallo Entchen,

die Problematik ist mir vor Jahren auf meinem Kretaurlaub auch aufgefallen. Da wir eher nach der Hauptsaison da waren, haben wir auch viel gesehen, da die meisten Streuner sich in der Zeit schon weitervermehrt haben. Viele verkrüppelte und tragende Hunde haben wir gesehen :(

Das Füttern ist so eine Sache. Für das einzelne Tier ist es natürlich gut, aber man unterstützt damit natürlich auch mehr oder minder die Population. Viel Essen - mehr Nachwuchs bleibt erhalten. Eigentlich etwas, was man so nicht will, wenn es um die Eindämmung der Population geht. Deinem Freund möchte ich prinzipiell nicht widersprechen, aber es sind nicht unbedingt die Touristen, die die Hauptnahrungsquelle sind, sondern eher die Hotels (also indirekt die Touristen, aber man kann ja nun deswegen nicht aufhören, dort Urlaub zu machen). Gerade die Katzen bedienen sich hauptsächlich an den Abfallcontainern. Die Hunde orientieren sich eher an den Menschen, da die nicht problemlos aus den Containern rein und rauskommen.

Ich wage zu bezweifeln, dass selbst Kastrationsprojekte viel Sinn machen, denn häufig sinds auch ausgebüchste Heimtiere, die fröhlich durch die Gegend knattern und da kann man nicht ungefragt kastrieren. Das Problem haben wir ja hier in Deutschland schon mit den Katzen. Streng genommen müsste man also bei der Öffentlichkeitsarbeit anfangen. Entweder man unterstützt die wenigen Tierhilfen finanziell, die so etwas machen oder man engagiert sich selbst dafür. Das wiederum bedeutet aber, dass man auch vor Ort sein muss, denn hier erreicht man das jeweilige Land nicht und soziale Netzwerke halte ich da auch eher für schwierig, da die Zielgruppe nicht zwangsläufig auch User solcher Plattformen ist.

Die Öffentlichkeitsarbeit ist und bleibt für mich der springende Punkt. Ist aber leider auch die undankbarste Aufgabe im Tierschutz.
 
Syn

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Das Problem mit der Sichtweise habe ich ja auch angesprochen und auch, dass es ein sehr entscheidender Punkt ist. Allerdings ist die Einstellung die wir zu Tieren haben einfach großteils ein Luxusgut. Wer Angst um seine Existenz haben muss und/oder, dass er die Versorgung von der Familie nicht gewährleisten kann, der hat einfach nicht die Kapazitäten um sich um das Wohl von Tieren zu sorgen. (Natürlich ist nicht jeder so und im Endeffekt schlägt das alles größere Wellen und man muss es mehr im Gesamten betrachten, aber ich hoffe man versteht das Grundlegende an der Aussage.)
Natürlich kann auch Öffentlichkeitsarbeit helfen und man erreicht vielleicht auch ein paar Leute die tatsächlich vor Ort helfen können, für einen großen Wandel (und den braucht es) muss sich allerdings die gesamte Situation im Land verändern und da sind die Mittel die man als Privatperson hat einfach zu eingeschränkt.
 
Die Ente :)

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Danke für deine Antwort:D

Irgendwie wird das alles zusehendst komplizierter... :?
Ehrlich gesagt bin ich nun noch zwiegespaltener als vorher. Und ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass man als einzelne Person wohl kaum was ausrichten kann. Finanziell könnte ich momentan sowieso niemanden unterstützen, ich bin ja heilfroh, wenn ich mal nen Urlaub machen kann und ansonsten über die Runden komme als Sozialgeld-Empfänger. Meine schulische Ausbildung lässt ja leider nichts springen. Da konzentriere ich mich eher darauf, dass ich für meine Tiere genug Rücklagen habe. Und auch dauerhaft vor Ort könnte ich logischerweise momentan nicht sein. Mir gings auch eher darum, ob irgeneine Art von Hilfe während einem kurzen Aufenthalt möglich währe? Aber das sieht wohl eher schlecht aus...

Was genau meinst du genau mit Öffentlichkeitsarbeit?

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Ich verstehe das schon. Während des Urlaubs hatte ich ja nichtmal das Gefühl, dass den Menschen dort aus der Armut geholfen werden kann. Da steht der Tierschutz sicher auch erst an höchstens zweiter Stelle zu derzeitigen Landessituation
 
Pewee

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Öffentlichkeitsarbeit im Sinne, das Denken der Masse zu ändern. Einsetzen von Medien, vor Ort erklären, wie es laufen KANN. Das Problem ist nicht unbedingt die arme Bevölkerung. Es wird oft eindrucksvoll gezeigt, wie arme Menschen das letzte Stückchen Brot mit den Tieren teilen. Geteiltes Leid ist eben halbes Leid. Aber es wird teilweise noch - unabhängig von der Schicht - gedacht, dass Hunde oder Katzen "Ungeziefer" sind. Die haben teilweise denselben Ruf wie bei uns Ratten. Sie sind zu viel, sie machen Ärger, sie machen Schmutz und verbreiten u.U. Krankheiten oder greifen an. Das Denken muss man rauskriegen. Aber das ist in der Tat schwierig. Ist vor allem ein Generationsding.

Von der Mafia fängt man besser nicht an. Das scheint aber in Griechenland m.W. weniger ein Problem zu sein als in Rumänien usw.
 
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Aber es wird teilweise noch - unabhängig von der Schicht - gedacht, dass Hunde oder Katzen "Ungeziefer" sind. Die haben teilweise denselben Ruf wie bei uns Ratten. Sie sind zu viel, sie machen Ärger, sie machen Schmutz und verbreiten u.U. Krankheiten oder greifen an. Das Denken muss man rauskriegen. Aber das ist in der Tat schwierig. Ist vor allem ein Generationsding.
.
Aber sie sind doch auch Ungeziefer, zu viele, übertragen Krankheiten und greifen an... die Hunde müssen eingedämmt werden, dann kommt ein Umdenken (bzgl. dieses Punktes) von ganz allein.

Es ist traurig, bei uns sind Hunde Familienmitglieder. Aber auf der Straße, wo die Menschen selbst nix haben, schenkt man sich nichts...
mir schweben da vor allem die Slums in Serbien, Mazedonien, Albanien, usw. vor. Dort hat man nicht für Hunde über.
 
Pewee

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Aber sie sind doch auch Ungeziefer, zu viele, übertragen Krankheiten und greifen an... die Hunde müssen eingedämmt werden, dann kommt ein Umdenken (bzgl. dieses Punktes) von ganz allein.
Klar, problemtisch auf jeden Fall. Man kann die Population auch als Kritisch und Gefährlich betrachten, ohne sie gleich als Schädlinge zu betrachten, die man möglichst schnell töten muss (und schnell ist leider nicht die, die am wenigsten Leiden beschert). Aber da läufts dann eben so wie bei Ratten hier: Man tötet die, ohne Anflug on Empathie.
 
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Wieso soll man nicht Schädling sagen? Das passt nicht in unsere rosa Hundewelt, aber DORT sind sie nichts anderes.

Ne Lösung des Problems gibt es halt nicht wirklich...
 
Syn

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Naja, ich sehe den Zusammenhang durchaus in dem Zustand der Bevölkerung. Wie gesagt ist nicht jeder Mensch so und der Ärmste dort mag sein Brot teilen, während der Reichste nicht einsieht auch nur einen Cent für ein Tier auszugeben (im übrigen ist es meistens die Mittelschicht bzw. die "untere Mittelschicht" von der sowas ausgeht. Leute, die der Armut ins Gesicht blicken, aber nicht in ihr Leben bzw. eben gerade so mit einem Fuß draußen stehen, aber jederzeit hinein fallen können). Trotzdem hängt die grundlegende Einstellung gegenüber den Tieren zum großen Teil mit dem Wohlstand der Gesellschaft zusammen. Sicher nicht nur, aber eben zum großen Teil. Wie ich schon sagte sollte man das auch nicht individuell sehen.. die Gesinnung einer Gesellschaft rührt immer von der Mehrheit bzw. der stärksten Partei aus, egal ob ein einzelner das nun komplett anders sieht oder nicht.
Man kann natürlich durchaus versuchen mit Öffentlichkeitsarbeit dort etwas zu ändern. Schaden kann es nicht. Je mehr Menschen man "überzeugen" kann, desto besser.

Das große Problem ist aber auch, dass Straßenhunde überall schnell zu einem Selbstläufer werden, den man nicht mehr wirklich aufhalten kann. Das mag hart klingen, aber wie soll man sie denn wirklich los werden, wenn nicht mit der Tötung (und selbst das wird schwer)? Ich bin auf keinen Fall für die Tötung, aber ich kann die Menschen dort durchaus auch verstehen. Von Straßenhunden geht nun mal eine Gefahr aus und sie sind nicht bzw. kaum unter Kontrolle zu bringen. Es sind je nach Land einfach zu viele Hunde und sie vermehren sich immer weiter. Holt man welche weg, vermehren sich die übrigen nur noch stärker.
Ein großer Teil der Ablehnung gegenüber der Straßenhunde bzw. Hunde im Allgemeinen kommt eben auch von dem Problem an sich. Straßenhunde sind da, sie sind gefährlich, sie können nun mal auch Krankheiten übertragen und sie sind nicht aufzuhalten. Die Menschen haben Angst und das durchaus auch zurecht. Im Urlaub und in Videos sieht man oft ja nur die lieben armen Straßenhunde, die nach Futter betteln und sich über jede Berührung freuen. Es gibt aber nun mal auch die, die in Gruppen unterwegs sind, teilweise seit Generationen selbstständig, die aggressiv sind (sei es auch nur wegen der Schmerzen!), die Hunger haben und auch um jeden Preis für Futter kämpfen. Sie können nun mal wirklich gefährlich werden und das sollte man auch niemals vergessen!

Eine wirkliche Lösung gibt es meiner Meinung nach also nicht. Nur ein Eingrenzen der Problematik. Ich finde Kastration/Sterilisation dafür immer noch am Besten geeignet. Lässt man seinen Hund frei dort herum laufen sollte man sich eben darüber im Klaren sein, dass er einfach kastriert werden kann... wer seinen Hund einfach herumlaufen lässt, sollte das eh schon getan haben.
Das Ganze dann noch Unterstützen mit der Öffentlichkeitsarbeit (zu der für mich z.B. auch Aufklärung gehört, gerade auch zum oben genannten Punkt) und mit Spenden für Tierheime bzw. mit dem Eröffnen von weiteren Tierheimen.

Nur wie gesagt: Das Wegholen einzelner Tiere (sei es auch in Tierheime oder zu Menschen vor Ort) und das Füttern sorgt im Endeffekt nur für häufigere und größere Würfe der verbleibenden Hunde. Ohne die Kastration/Sterilisation kann es meiner Meinung nach also nicht funktionieren. Dafür sind es einfach in manchen Ländern viel zu viele Hunde.
 
Seifenspenderin

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Ich denke, der Eindämmung der Anzahl der Streuner bringt es wirklich nichts, einzelnen Tieren ein Zuhause zu schenken, jedoch ändert es eben das Leben des einen Tieres und das finde ich toll!

Ich finde, bevor man versucht, die Meinung anderer Menschen zu ändern, sollte man sich an die eigene Nase packen: Wie viele Tiere leiden/sterben wegen einem selbst aufgrund der Art, wie man lebt bzw. der Ernährung. (Sicherlich weitaus mehr als die "wenigen" Tiere, die man auf der Straße sieht). Wenn man schon über indirekte Wege geht, den Tieren zu helfen, sollte man über die vegetarische/vegane Ernährung nachdenken (hilft indirekt ja auch, die Armut/den Hunger der Menschen zu bekämpfen). Und dann kann man auch anfangen, an andere Menschen zu appellieren. Ich liebe Hunde und Katzen und würde ihnen auch jederzeit helfen bzw. helfen wollen, jedoch macht mich manchmal der Tunnelblick vieler Menschen hier in reicheren Ländern wütend. Immer ist der eigene Lebensstil der Richtige und man versucht, die anderen zu verändern! Das Leben eines leidenden Hunden ist so wertvoll, aber das tote Huhn, das man zu Mittag verzehrt hat oder die leidende Kuh, deren Milch wir am Morgen getrunken haben, bleibt im Verborgenen und ist scheinbar nicht so wichtig, da in unseren Augen das Leben bestimmter Tiere wertvoller ist. Würdet ihr eure Ernährung umstellen, wenn aus anderen Ländern Menschen kommen würden und euch von der veganen Ernährung überzeugen würden? Z.B. Hinduisten, die meinen, dass ihr den Kühen ein besseres Leben schenken sollt und sie nicht essen sollt?! (Oder das Rind, das ihr euren Hunden verfüttert). Würdet ihr eure Hunde vegan ernähern, wenn euch jemand aus einem anderen Land eine plausible Erklärung hierfür liefern würde?

Natürlich wünsche ich mir, dass eine dauerhafte Lösung für das Leben der Streuner gefunden wird und ich finde es gut, dass man sich in diesem Forum Gedanken darüber macht, jedoch finde ich, man muss immer bei sich selbst anfangen. Und klaro ist das Thema, das ich eröffnet habe, etwas Off Topic, aber so ganz abspalten kann man das von mir gewählte Thema dann auch nicht.
 
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