Kleines Reh und schocking Jäger

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Frl. Doro

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In der letzten Woche ist mir im Dunkeln bei Regen ein kleines Reh in die Beifahrerseite meines Autos gelaufen, als ich auf dem Weg von der Arbeit nach hause war.
Es war plötzlich da. Ich habe es erst gesehen, als es schon zu spät war.

Und obwohl ich fürchterlich langsam gefahren bin (kurvige Landstraße, Ortseingang voraus), hat mein Ausweichmanöver nichts gebracht.
Es hat nicht doll gescheppert, aber das kleine Reh hatte etwas abbekommen.
Ich hielt an und fand das Reh, es humpelte auf wackligen Beinchen und lag dann im Graben.

Bis auf eine kleine Stelle (nicht mal 1-Cent-Stück groß) am Rücken, an dem die Haare fehlten und etwas Haut
abgeschürft war, konnte ich keine Verletzungen entdecken (nein - ich habe es nicht angefasst).

Ich rief die Polizei. Sie versprachen zu kommen. Taten sie aber 1 1/2 h nicht.

Ich rief 2 Freunde/Bekannte an, die vorbei kamen, da ich nicht wusste, was nun weiter zu tun sei und sich weder Polizei noch Jäger (den wollte die Polizei verständigen) blicken ließen.
Es kamen ein Freund und eine Bekannte mit ihrer Tochter (11 Jahre).

Nach etwa 1 1/4 h kam dann doch ein Jäger.

Was dann passierte, schockiert mich noch immer zutiefst.
Der Jäger stieg aus dem Auto, ging mit großen Schritten zu dem Reh, hob mit der linken Hand den Kopf des Rehs. In diesem Moment sah ich in seiner rechten Hand das Messer.
Die Bekannte, ihre Tochter und ich haben geschrien, und versucht, ihn abzubringen, von dem was kommen sollte. Es half natürlich nichts. Der Jäger schnitt dem Reh die Kehle durch. Ohne ein Wort. Ohne es sich anzusehen. Trotz eines schreienden Kindes. (jaja, wir 2 Frauen haben auch mächtig geschrien...)
Das Ganze dauerte gefühlt keine 3 Sekunden.

Ich bin immer noch erschüttert über das Erlebte.
Läuft das immer so ab?

Ich habe mir danach erstmal frei genommen.

Morgen muss ich aber wieder zur Arbeit.
Ich habe immer erst spät Feierabend und ich komme aus meinem Kleckerdorf nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu meiner Arbeitsstelle.
Es gibt auch keinen anderen Weg, den ich fahren kann.

Ich habe einen Riesenschiss, dass ich nochmal ein Tier anfahre, obwohl ich eh schon schleiche wie eine Schnecke.
Und wenn das nochmal passiert, muss ich dann wieder diesem Menschen begegnen?
Gibt es irgendwelchen Rufnummern, die mir in solch einem Fall weiter helfen können?

Ich hatte direkt nach dem Unfall (während Warten auf Polizei) noch nach Tierauffangstationen gegoogelt, doch nirgendwo ist jemand ans Telefon (weil spät und alles
Festnetznummern) gegangen.

Falls jemand von Euch mir einen Rat geben kann, was ich tun kann um in so einer Situation besser gewappnet zu sein - 1000 Dank!
 
12.10.2014
#1
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Guest

Hast du schon mal einen Blick in den Ratgeber geworfen? Vielleicht hilft dir dieser ja weiter?
Sini

Sini

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Es tut mir leid, dass dich die Sache so mitgenommen hat. Wäre für mich auch schlimm gewesen.

Ich weiß nicht, ob es für dich ein Trost ist, aber das Reh muß schwer verletzt gewesen sein. Wenn Wildtiere noch irgendwie können, dann flüchten sie. Teilweise auch mit abgerissenen Gliedmaßen, Lähmungen usw. Wahrscheinlich hatte es schwere innerliche Verletzungen die es an der Flucht gehindert haben.

Selbst wenn es tierärtzlich behandelt worden wäre, seine Chancen wären wohl nicht gut gestanden.

Alternative wäre gewesen, dass du die Polizei informierst und es dann zur nächsten Tierklinik bringst. Mit der Gefahr, dass du auch zumindest erst einmal für die Behandlungskosten aufkommen musst.

Warum der Jäger erst so spät kam und warum er das Messer zum Töten gewählt hat, kann wohl nicht mehr nachvollzogen werden. Ich selbst kenne mehrere Jäger und weiß, dass diese zu jeder Tages- und vor allem Nachtzeit alles stehen und liegen lassen wenn sie darüber informiert werden, dass ein Wildtier durch einen Unfall schwer verletzt wurde. In der Regel werden die Tiere aber mit einer Pistole erschossen.
 
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Frl. Doro

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Dank Dir für Deine Antwort!

Doch, es ist schon tröstlich zu wissen, dass das Reh leider keine Chance hatte und getötet werden musste.

Ich bin echt unerfahren in solchen Geschichten und vermutlich auch viel zu schwach besaitet.
Aber irgendwie hatte ich gehofft, das Rehchen wäre zu retten.
Aber vor allem war ich nicht darauf vorbereitet, dass der Jäger wortlos und (scheinbar) ohne Begutachtung das Tier tötet.
Wenn er sich schon über eine Stunde Zeit lässt, um zur Unfallstelle zu kommen, hätte die eine Minute, in der man den anwesenden Menschen erklärt, was gleich passiert, auch noch drin sein müssen.

Naja, hm, ich werd jetzt wohl einfach noch ´n bissl langsamer schleichen.

Also falls Euch irgendwo nachts in Norddeutschland ein vorherfahrendes, kleines, grünes Auto wegen Schleicherei auf einer Landstraße den letzten Nerv raubt - habt Nachsicht, denn ich bin das dann mit großer Wahrscheinlichkeit.
 
Michse89

Michse89

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Leider ist damit auf Landstraßen immer zu rechnen. Du kannst nichts dafür, jedoch hätte ich zu einem verletzten tier kein Kind dazu geholt.
Wenn das Tier nicht geflohen ist war es innerlich wohl ziemlich dahin.
Bei uns wird meistens nur erschossen, das Bild war sicher nicht toll
 
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Mathilderich

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nein ! Normal wird es nicht mit dem Messer elegt :O wie böse :(

Mein Papa hat auch ab und an mit angefahrenen Tiere zu tun ( Er ist Polizist) und wenn dann der Jäger kommt, guckt er das Tier gescheid an und dann wird es ( wenn es nicht anders geht) mit dem bolzenschuss erlegt. Normal wird das immer so gemacht.
 
Sini

Sini

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Ich finde es auch befremdlich, dass der Jäger nicht mit euch gesprochen hat.

Das er rasch gehandelt hat ist richtig, er wusste, dass dieses Tier schon lange liegt und ihm wohl nicht zu helfen ist. Das sind keine Tierärzte, ihre Aufgabe ist es lediglich, das Tier von seinem Leid zu erlösen.
Die mir bekannten Jäger sagen aber den Zeugen was sie machen wenn das Tier noch an der Unfallstelle liegt, fordern sie auf sich zu entfernen und wären entstetzt, wenn sie hören würden dass der Jäger dies vor dem schreienden Kind gemacht hat.

Viele Jäger führen ihr Hobby neben einem ganz normalen, anderen Beruf aus. Sie haben Jagdreviere, in denen sie auch für das Suchen und Erlösen von verletztem Wild verantwortlich sind. Die Polizei hat eine Liste der jeweils verantwortlichen Jäger.

Teilweise liegen die Jagdreviere an einem ganz anderen Ort an dem der Jäger wohnt und teilweise gehen Jäger auch noch andere Freizeitaktivitäten nach bei denen sie sich von ihrem Revier auch mal weiter entfernen. Man kann also nicht erwarten, dass es lauft wie beim Notarzt und innerhalb weniger Minuten ein Jäger parat steht. Auch wenn es traurig ist, dass das Reh und auch du so lange aushalten musstet.

Du wusstest es nicht, aber am besten ist es, man entfernt sich so weit wie möglich von dem verletzten Tier und holt keinesfalls noch mehr Personen dazu. Für Fluchttiere ist es ein großer Stress wenn der Mensch ihm so nahe ist.
 
Kompassqualle

Kompassqualle

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Ich denke ebenfalls, dass es die beste Lösung war das Tier zu töten, da die Behandlungschancen meistens schlecht sind und die Tiere auch oft leiden wenn sie längere Zeit in menschlicher Obhut sein müssen.

Ich nehme an, normalerweise werden auch verletzte Tiere mit der Schusswaffe getötet, aber es mag seine Gründe habe, warum der Jäger in dieser Situation keine Waffe dabei hatte, oder es nicht benutzt hat und statt dessen das Messer genommen hat.
Wenn er sich schon über eine Stunde Zeit lässt, um zur Unfallstelle zu kommen, hätte die eine Minute, in der man den anwesenden Menschen erklärt, was gleich passiert, auch noch drin sein müssen.
Hier kann ich dir nur in vollem Umfang zustimmen, und mir fällt kein einziger guter Grund ein warum der Jäger dies nicht tun sollte. Das er es nicht getan hat lässt bei mir überhaupt nur zwei Schlüsse zu, nämlich, dass er entweder ein furchbar gleichgültiger Mensch ist, der nicht sonderlich auf seine Mitmenschen achtet oder (sorry) es hat ihm irgendwie gefallen das Tier (auf diese Weise) zu töten und euch damit Angst zu machen.

Aber wie auch immer, jetzt bleibt nur die ganze Sache zu vergessen. Für das Kind mag es jetzt vielleicht schlimm sein, in ihrem Alter bietet es sich da vielleicht nochmal an ein Gespräch darüber zu führen, dass das Töten von Tieren durchaus zum Alltag des Menschen gehört (auch wenn die Schlachthöfe meistens fensterlos sind) und das in diesem Fall auch nicht falsch war das Reh zu töten.

Also falls Euch irgendwo nachts in Norddeutschland ein vorherfahrendes, kleines, grünes Auto wegen Schleicherei auf einer Landstraße den letzten Nerv raubt - habt Nachsicht, denn ich bin das dann mit großer Wahrscheinlichkeit.
Da ich ja auch in Norddeutschland wohne nehme ich dich beim Wort, allerdings wird es wohl nie passieren, dass ich dich einhole, weil ich selbst so langsam fahre :lol:
 
Urizen

Urizen

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Mit der Pistole erschießen ist das Barbarischste, was es gibt.
Es wird dabei eine Munition verwendet, die bei Gott nicht mit einem Schuss tötet.
Entweder muss der Schuss mitten ins Hirn gehen (Herz reicht nicht) um es schnell zu machen oder es bedarf mehrerer Schüsse in den Brustkorb.

Das Abfangen durch Kehlschnitt ist auch immer meine favorisierte Methode- wenn es keine Betäubungsmöglichkeit durch z.B. Bolzenschussgerät (Bolzenschuss ist keine Tötungsmethode, sondern eine reine Betäubungsmaßnahme- danach muss das Tier noch getötet werden) gibt, dann verspürt das Tier den Schmerz des Schnittes und dämmert durch das Ausbluten weg...
Ziehe ich persönlich immer der Tötung durch die Schusswaffe (egal ob Lang- oder Kurzwaffe) vor.
Vorallem, da man dabei direkt am Tier ist und mitbekommt, wenn etwas nicht nach Plan läuft.
Tötung auf Distanz ist immer risikoreicher.

Dass der Jäger aber nicht einmal mehr sagen konnte: "Umdrehen, wer das jetzt nicht sehen kann." halte ich rein menschlich jedoch für unter aller Sau- für das Tier war es so jedoch die schnellste und "harmloseste" Methode- ohne vorher noch unnötig antatschen und angucken.
Fazit:
Für das Tier top, für die Menschen eher weniger.
 
Sini

Sini

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Mit der Pistole erschießen ist das Barbarischste, was es gibt.
Es wird dabei eine Munition verwendet, die bei Gott nicht mit einem Schuss tötet.
Entweder muss der Schuss mitten ins Hirn gehen (Herz reicht nicht) um es schnell zu machen oder es bedarf mehrerer Schüsse in den Brustkorb.
Ich war nur einmal dabei, wie ein verletztes Reh am Unfallort erschossen wurde. Mit einer Pistole, mit einem Schuß.

Pistolen haben Jäger nur aus einem Zweck, nämlich um Fangschüsse anzubringen. Warum die allesamt ungeeignet sind erschließt sich mir nicht?
 
Urizen

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Aufgrund der Vollmantelmunition.
Das sind Polizeiwaffen, nicht vergleichbar mit jagdlichen Waffen und deren Munition.
Jagdliche Waffen richten mit ihren Teilmantelgeschossen enormen Schaden im Körper an- sie zerfetzen quasi alles im Umkreis von u.U. 30cm und mehr.
Ist ja auch so gewollt.
Vollmantelgeschosse treten in den Körper ein und wieder aus- hinterlassen also eine saubere Wunde.
Habe damals mit meinem Schießlehrer vor dem liegenden Keiler diskutiert. Er sagte: "Schieß auf's Blatt." Ich fragte, ob dieser Fangschuss dann tatsächlich tödlich ist. "Unwahrscheinlich, aber du hast ja 5 Kugeln."
Ein Schuss ins Hirn ist tödlich, ein Schuss in die Kammer nicht zwangsläufig- je nachdem wie das Tier liegt und ob Organe verschoben sind.

Ja, es gibt Jäger, die das so machen-und bestimmt auch welche, die es können.
Ich halte die Methode aber einfach für zu unsicher.
Dann triffst du falsch, dann schreit das Tier, hat höllische Schmerzen, aber stirbt einfach nicht...nee...sorry...wenn schon töten, dann wenigstens sicher
und mit 100%iger Trefferquote.

Edit: Mal ganz davon ab, dass ich Distanztötung als feige empfinde. Aber das ist natürlich auch nur eine persönliche Meinung. ;)
 
Sini

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Aufgrund der Vollmantelmunition.
Das sind Polizeiwaffen, nicht vergleichbar mit jagdlichen Waffen und deren Munition.
Jagdliche Waffen richten mit ihren Teilmantelgeschossen enormen Schaden im Körper an- sie zerfetzen quasi alles im Umkreis von u.U. 30cm und mehr.
Ist ja auch so gewollt.
Ich stehe gerade auf dem Schlauch. Wir sprechen doch hier von Fangschüssen und Jägern mit Teilmantelmunition? Nicht von Polizisten.

Ich weiß nich, inwiefern du dich schon mit der Jagd beschäftigt hast, aber meiner Ansicht nach ist es für ein Wildtier extrem stressig, wenn der Mensch sich nähert. Da ist es wesentlich stressfreier, wenn es im Wundbett liegt und aus einigen Metern Entfernung erschossen wird, als wenn der Jäger an es herantritt und es absticht. Wenn es ganz doof läuft mobilisiert es dann nämlich wieder seine letzten Kräfte und ergreift erneut die Flucht. Das Abstechen wird beispielsweise gemacht, wenn ein Hund am Wild ist und die Gefahr besteht, dass der erschossen wird.

Das hat nichts mit Feigheit oder "Kampf Mann gegen Tier" zu tun, es geht darum, ein möglichst schnelles Ende zu bereiten.
 
Urizen

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Fangschüsse werden mit Kurzwaffen vollzogen- und das sind ehemalige Polizeiwaffen. Walther PPK z.B., an der ich selber gelernt habe.
Und dafür wird Vollmantelmunition verwendet.

Ich bin Jägerin und fange regelmäßig selber Tiere (Gatterwild) ab.
Ja, die Annäherung ist grundsätzlich Stress- trotzdem finde ich es schneller, sicherer und besser. Vorausgesetzt, man macht es schnell.
So wie es hier geschildert wurde, ging es sehr schnell- hingehen, Kopf hoch, Kehlschnitt, nach wenigen Sekunden merkt das Tier kaum noch etwas.
Schneller als erst mal 'ne Waffe aus dem gesicherten Koffer zu holen und zu laden.

@ Sini:
Mit dem was du schreibst, hast du grundsätzlich recht: Fangschuss durch Kurzwaffe ist eine absolut gängige Methode.
Ich persönlich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass Abfangen mit blanker Waffe sehr schnell und schmerzlos sein kann.
Ich weiß von einem Amstaff, dem 38 Kugeln in den Körper gejagt wurden und der danach immer noch lebte.
Für mich die absolute Horrorvorstellung.
Daher ziehe ich blanke Waffen vor.
Das Risiko eines Fehlers ist weitaus geringer als mit einer Kurzwaffe, die man nur wenige mm in die falsche Richtung halten muss, damit es eben nicht funktioniert.
Ich denke, dass ich es dem Tier schuldig bin, es dann auch richtig zu machen.
 
Sini

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Der Jäger muß doch zum Fangschuß keine ehemalige, deutsche Polizeiwaffe benutzen. Und selbst wenn, dann hat er doch Alternativen zur Vollmantelmunition. Verstehe ich nicht.

Natürlich ist es falsch, wenn ein Jäger mit zu schwacher Waffe und falscher Munition auf das Wild mehrmals einballern muß. Aber deswegen kann man doch nicht pauschalisieren, dass alle Fangschüsse mit der Waffe barbarisch und feige sind?

Edit: Und das du an einen 100kg Keiler im Wundbett bei einer Nachsuche einfach mal so herantrittst um ihm einen Kehlenschnitt zu verpassen weil du nichts von Gewehren und Pistolen hälst- sorry, das kann ich mir jezt nicht so recht vorstellen. Das ist doch wesentlich risikoreicher für dich und die Sau als das Töten auf Distanz.
 
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Urizen

Urizen

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Wird aber immer noch so gemacht-zumindest in meinem Umfeld.
Ja, auch mit Vollmantelmunition.
Und doch, sowas pauschalisiere ich dann auch, weil es bei Gott nicht sein kann, dass da jemand das Magazin leer schießt, damit er da bloß nicht zu nah an den Bock ran muss.

Wir haben hier keine Nachsuchen- wir haben hier auch keine angeschossen in der Gegend rumliegenden Keiler, weil mal wieder jemand nicht richtig in der Lage war zu schießen.
Sondern Standardhirsche von Reh bis Elch und Schafe und Ziegen.
Und dort ist es so bei den meisten Tieren problemlos möglich sich zu nähern.

Und bei einem Reh, das verletzt und apathisch in einem Straßengraben liegt allemal.
Wir reden hier nicht von einer Nachsuche, sondern einem angefahrenen, liegen gebliebenen Reh.

Sorry, aber ich hab in den letzten Jahren so viele abartige Jäger kennenlernen dürfen, dass es mir schwer fällt, denen auch nur im entferntesten zu glauben, dass sie keinen Mist an der Waffe und am Tier bauen, sobald sie sich unbeobachtet fühlen-keinem von ihnen.
Folglich trau ich den Herren Waffenträgern in grün keinen Meter weit- auch nicht denen, mit denen man täglichen Umgang pflegt.
 
Barcelos

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Hm Urizen, Du scheinst Dich ja da gut auszukennen, deshalb frag ich jetzt hier einfach mal blöd.

Uns ist vor einigen Jahren auch mal ein Reh (Polizistin schätzte es damals auf ein Kitz vom letzten Jahr) gegen das Auto gerannt, ebenfalls seitlich, wie in dem hier beschriebenen Fall. Äußerlich waren überhaupt keine Verletzungen zu sehen bis auf eine kleine Wunde am Rücken. Das Tier blieb aber liegen.

Die Polizistin damals meinte, dass das Problem bei Rehen wäre, dass sie durch solche Begegnungen einfach immer unter Schock ständen, selbst wenn sie eigentlich nicht verletzt sind und wegen dem Schock kaum Überlebenschancen hätten. Stimmt das? Dass ein eigentlich unverletztes Reh wirklich durch den Schock sterben wird/kann?
 
Urizen

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Naja...ich hab mal bei 'nem Reh Klauenpflege machen müssen und hatte dabei Angst, dass es mir jeden Augenblick kollabiert.
Ich denke schon, dass so ein Tier grundsätzlich in der Lage ist an einem Schockzustand zu sterben- wenn die Panik eben groß genug ist.
Normalerweise jedoch sollte der Erhaltungstrieb das Tier wieder auf die Beine bringen, wenn sich jemand nähert.

Wenn das bei euch nicht der Fall war liegen entweder so dermaßen innere Verletzungen vor, dass es nicht weg konnte oder es war eben schlicht und ergreifend völlig traumatisiert und kurz vor'm Herzkaspar.
Hier stellt sich dann die Frage, wie man weiter verfahren soll.
Eventuell braucht es nur 2 Stunden Ruhe, aber vielleicht sollte man es auch beenden.
Aus der Entfernung kann man das jedenfalls nicht beurteilen.
Wie ging das damals bei euch aus?
 
Barcelos

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Ob das Reh überlebt hat oder nicht, das wissen wir nicht.

Es war jedenfalls so:

Frühmorgens wollte ich meinen Freund zur Arbeit fahren (erster Arbeitstag in einer neuen Firma) und auf dem Hinweg passierte es. Es war stockdunkel und das Reh blieb mitten auf der Straße liegen. Wir wussten erstmal nicht was wir machen sollten. Klar war nur, dass wir das Tier nicht mitten auf der Straße liegen lassen konnten, denn das wäre ja auch für andere Autofahrer dann richtig gefährlich geworden. Also haben wir es in unseren Kofferraum (Kombi) gelegt, sind auf einen Parkplatz in der Nähe gefahren und haben die Polizei gerufen.

Es kam eine Polizistin, die meinte, dass sie normalerweise das Reh erschießen müsste (Anweisung), aber in dem Fall hat sie sich geweigert, weil das Tier halt so gut aussah, sie bat uns dann ihr hinterher zu fahren (in ihrem Auto war kein Platz für das Reh) und wollte das Tierchen dann an einer geschützten Stelle absetzen wo oft Rehe unterwegs sind. So wurde es dann auch getan.

Als wir das Tier ausgeladen haben, stand es einfach da. Irgendwann mussten wir dann aber auch mal weiter, denn mein Freund kam ja so schon viel zu spät an seinem ersten Arbeitstag auf der Arbeitsstelle an (sein Spitzname in der Firma war dann Bambi-Killer). Auf dem Rückweg bin ich nochmals vorbeigefahren, da stand es immer noch (das war so ca. 1 bis 1 1/2 Stunden später).

3 Stunden später rief mein Freund mich an, dass ihn grad die Polizei angerufen hat. Dass 2 Kollegen der Polizistin grad nochmals schauen gefahren wären und das Reh immer noch an der gleichen Stelle stand. Auch die beiden weigerten sich jedoch das Tier zu erschießen, weil es eben ansonsten so gesund aussah und haben es dann in eine Auffangstation gebracht. Wie es dort dann weitergegangen ist, das wissen wir leider nicht.
 
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Jetzt, da ich die Geschichte lese, dämmert es mir wieder...hattest du das nicht sogar hier schonmal niedergeschrieben?

Dass das Reh sich da über Stunden nicht weg bewegt hat, deutet schon auf was mehr als Ernstes hin.
Draußen wären die Überlebenschancen dadurch gleich 0 gewesen...vielleicht hatte es in menschlicher Obhut eine Chance, vielleicht auch nicht.
Da kann man nur mutmaßen.

@ sini:
Ich entschärfe meine Aussage, indem ich mich korrigiere:
Mit der Pistole erschießen ist in meinen Augen das Barbarischste, was es gibt.

Tatsächlich liest es sich falsch, dieser Satz wirkt dadurch als wäre das jetzt "die ultimative, unanfechtbare Wahrheit."
Das wird er jedoch nicht sein.
Seit ich jedoch mal neben einem o.a. Feigling stehen musste, der eben sein ganzes Magazin in einen Bock reinjagte, weil er dem Tier bei dessen Tötung nicht zu nahe kommen wollte, reagiere ich diesbezüglich einfach etwas empfindlich.
 
Choupette

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Was mir an der GEschichte sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass der Jäger nicht vorgewarnt hat und dass die Mutter ein elfjähriges Kind mitbringt, obwohl sie weiß, dass dort ein angefahrenes Tier ist.:?
 
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