Mein Hund aus dem Tierheim langweilt sich enormst

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Rapunzel

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Hallo! :D

Seit Anfang des Monats habe ich mir den Traum vom Hund erfüllt. Ich bin Studentin und eigentlich dachte ich mir, ich würde mit einem "großen" Haustier warten bis ich sicher weiß wo ich wohne, was ich mache, wie viel ich verdiene. Aber schlussendlich ist mir der Hund dann doch sehr abgegangen, zumal man einen Hund ja mit sich nehmen kann; anders als etwa Ratten oder eine Katze. Da ich weit weg von zu Hause studiere, hat sich das zu einem kleinen Problem entwickelt. Ich bin immer wieder mal auf der Suche nach jemanden, der sich alle paar Wochen ein paar Tage um die Kleinen kümmert, während ich bei meiner Familie vor Sorge und Rattenheimweh vergehe. xD

(Drama: Kind, komm nach Hause! / Nein, ich kann nicht. Ich will sie nicht schon wieder fast ganz alleine lassen. / Gib sie weg. / Nein, das sind meine Haustiere. Ich liebe sie. / Du hast jetzt doch einen Hund. / Sie sind wie Hunde. )

Meine Eltern haben einen großen Berner-Border-Schäfer-Mix, der viel Bewegung und Beschäftigung fordert. Da ich zu Hause einen solchen Hund hatte, hätte ich mich jetzt ehrlich gesagt auch nicht als hundeunerfahren bezeichnet - allerdings fühle ich mich jetzt wirklich so.

Meine Hündin ist eine kleine, schwarze Promenadenmischung aus einem Tierheim. Sie war die einzige, die sich hat einladen lassen und nach ausgiebigem Schmusen und einer Gassirunde war klar, wer das neue Familienmitglied wird. Sie ist 1 1/2 und schon zwei Mal zurückgebracht worden. Ich habe noch nie ein Tier fort- oder aufgegeben und auch bei meinem Hund wird das bestimmt nicht passieren. Ganz abgesehen davon, dass sie das auch überhaupt nicht verdient. Sie ist so eine liebevolle, kleine Hundedame.

Anfangs hatte sie einfach vor allem Angst. Flatternden Zeitungsständern, Autos, anderen Leuten, Radios,... Sie ist mir vorgekommen, als hätte man sie vom Mond auf die Erde verfrachtet. Darum bin ich die ersten paar Tage von der Wohnung nur bis zum Park und wieder zurückgegangen und zwar alle zwei Stunden, wie mit einem Welpen. Nachts alle drei. Da ich nebenbei auch eine Prüfung nachschreiben musste, war ich ziemlich tot, zumal mein Hund noch ein anderes Problem hatte. Sie hat sich NIE hingelegt. Sie ist ständig herum gelaufen, außer ich habe mich mit ihr ins Bett gelegt. Eigentlich gehören Hunde ja nichts ins Bett, meiner Meinung nach, aber sie war wirklich nur am Rumlaufen und wenn sie sich kurz hingestellt, NICHT hingelegt, hat, habe ich nur eine Bewegung machen müssen und sie ist wieder auf Zack gewesen.

Das hat natürlich ordentlich an unserer beider Nerven gezerrt. Inzwischen haben wir das aber hinbekommen, indem ich bei Fressnapf eine Tube Geflügelpaste gekauft habe. Jedes Mal wenn sie sich etwas beruhigt hat, hat sie etwas Paste bekommen. Das war hart, weil ich ständig auf sie achten musste. Aber es hat funktioniert. Inzwischen legt sie sich brav hin und läuft mir nur noch hinterher.

Ich arbeite daran, indem ich die Tür hinter mir immer anlehne und regelmäßig die Wohnung auf die unmöglichste Art und Weise putze. Immer brav von einem Raum in den nächsten. Meine Wohnung funkelt und meinem Hund ist es irgendwann zu blöd und wenn sie mir nicht nachläuft, bekommt sie ein Leckerli. Bisher zeigt die Taktik wenig Wirkung.
Sobald ich wieder am Schreibtisch sitze und aufstehe um mir Tee zu holen oder aufs Klo zu gehen, ist alles wieder beim Alten. Und ich will sie deswegen nicht schimpfen, weil sie so ein ängstlicher, unsicherer Hund ist. Sie klebt sehr an mir.

Unser nächstes Problem ist, dass sie bestimmte Altersklassen anknurrt bzw. verbellt. Nicht draußen beim Gassigehen, aber zum Beispiel in der Wohnung oder im Haus meiner Eltern. Meine Großmutter, meine Mutter und mein Vater
(er hat eine Krankheit, die ihn manchmal laute Geräusche machen lässt) sind die Betroffenen. Andererseits liebt sie meine Schwester, meine Freunde und vor allem alle jungen Männer, die groß und blond sind. Sie lässt dann alles mit sich machen; sich überall anfassen.
Aber bei den beschriebenen Altersklassen schnappt sie zwar nicht und sie macht entweder Beschwichtigungsgesten oder zeigt eine "Bitte, bitte, tu mir nichts"-Körperhaltung, aber sie hat eindeutig Angst.
Meine Mutter hat ein bisschen zu viel Cesar Milan geschaut und sie gegen meinen Willen als sie einen Beißkorb oben hatte, in eine Ecke getrieben und dann auf den Bauch gelegt. Anders als der besagte "Hundetrainer", hat sie sie dann aber gestreichelt und ihr Leckerlis gegeben. Bis zum Ende des Besuchs gab es dann keine Probleme mehr, allerdings hat sie vermehrt gegen meinen Vater gewettert und ich weiß nicht, wie es beim nächsten Zusammentreffen sein wird.

Auch vor anderen Hunden hatte sie Respekt und wenn jemand sich über sie stellt, zeigt sie ebenfalls die Zähne und knurrt. Allerdings schnappt sie auch hier nicht.
Anfangs hat sie nie mit Hunden gespielt. Nachdem ich aber ständig auf alle Hunde zugegangen bin, ist sie nun aber etwas aufgetaut. Vor zwei Tagen hat sie das erste Mal gespielt. ;)

Ich bin mir nicht sicher, wie intelligent ich sie einstufen soll (sie knurrt ihr Spiegelbild regelmäßig an :mrgreen: ), aber wir haben Probleme mit den Grundkommandos.

Hier und den Namen hat sie sehr schnell gelernt und anfangs auch sehr brav angewandt. Inzwischen werde ich im Park regelmäßig ignoriert. Wie kann ich denn dagegen vorgehen?
Ich gebe ihr immer wieder mal ein Leckerli wenn sie kommt und rufe sie auch in der Wohnung öfter, worauf eine Belohnung folgt. Mehr kann ich doch nicht machen, oder? Ich lobe auch immer, wenn sie auf mich zuläuft und schimpfe sie nicht, wenn sie vorher was Doofes gemacht hat. Sobald sie folgt, wird gelobt, auch wenn vorher geschimpft wurde. Verwirre ich sie??? :roll:

Also, das erste Problem war "Sitz". Ich wollte so früh wie möglich damit anfangen, ihr das beizubringen, um ihr dann "Platz" und "Bleib" beizubringen. Das war an und für sich die erste Idee, um ihr das Herumlaufen abzugewöhnen. Hat aber nicht funktioniert. Weder mit der Leckerli- noch mit der Herumschiebmethode. Ich habe daher gewartet, bis sie sich so weit eingelebt hatte, dass sie in der Wohnung auch ohne dass wir im Bett kuscheln, entspannt.

Aber auch als sie in der Wohnung endlich ruhiger geworden war, habe ich gefühlte vier Leckerlipackungen für "Sitz" verbraucht. Mein Familienhund zu Hause hat das in einer Minute gelernt. :eusa_doh:
Ich habe ihr wie gewohnt das Leckerchen vor die Nase gehalten, es dann über ihren Kopf geführt. Wenn es den Platz erreicht hat, wo sie nur sitzend herangekommen wäre, ist sie einfach ein paar Schritte zurückgegangen.
Wenn ich ihr das Leckerli nun nicht gegeben hätte, wäre sie frustriert gewesen. Ich bin also von ihr weg und habe sie gerufen, um die Belohnung wertig zu machen. Aber auch das hat sie bald frustriert.
Ich weiß gar nicht, wie genau das gegangen ist, aber irgendwann hat sie sich dann doch hingesetzt und ich hab sie gelobt bis zum Gehtnichtmehr, woraufhin sie sich gedacht hat "Ui, das freut mein Frauerl aber. Setzen wir uns jedes Mal hin, wenn sie ein Leckerli in der Hand hat."
Danach habe ich das Zeichen und dann das Kommando eingeführt. Jetzt macht sie "Sitz". Auf Kommando und vorsichtshalber auch schon vorher. :angel: Es ist in Ordnung. Ich bin glücklich damit.

Aufgrund des fehlenden Anbietens der Positionen, arbeite ich jetzt mit Klicker, um jede passende Bewegung zielgenau belohnen zu können. Das klappt besser, aber bringt auch nicht den durchschlagenden Erfolg.

Die letzten paar Tage habe ich erst versucht ihr Platz beizubringen. Sie steht immer auf und kommt auf mich zu, wenn ich sie erst "Sitz" machen lasse und das Leckerli dann nach unten und zu mir hin führe. Sie steht auf und knabbert meine Hand an.

Ich habe ihr jetzt "Schau" und "Stups" beigebracht. Bei "Schau" blickt sie mir kurz in die Augen, was wirklich schwer für sie ist. Sie schaut dann gleich wieder betreten weg. Es ist ihr unangenehm, weil sie nicht sehr selbstsicher ist. Aber sie macht es und ich glaube, dass das keine schlechte Übung für sie ist, auch um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Und "Stups" ist, dass sie meine ausgestreckten Mittel- und Zeigefinger mit der Schnauze berührt. Fällt manchmal noch sehr feucht aus, aber sie versteht das auch mit der anderen Hand und mit dem Fuß. An und für sich ist es einfach nur eine Abwechslung, um die Grundkommandos zu üben ohne sie zu frustrieren. "Stups" will ich dann irgendwann zu "Folgen" ausbauen, sodass die Finger zum Target werden.

Ja, bezüglich "Platz" sind wir immer noch nicht weiter gekommen. "Stups" war die einzige Übung, die sie sich schnell angeeignet hat. Ich komme mir vor, als würde ich bei ihr absolut alles falsch machen. Es muss an mir liegen... Sie ist ein Hund, der gefallen will, auch wenn sie manchmal stur ist. Aber wer ist das nicht?

Aber unser größtes Problem ist, dass sie sich langweilt und deswegen oft depressiv wirkt. Sie hat eine aufgedrehte Rute und als ich sie zu mir genommen habe, war die zwar komisch gebogen, aber als gerade zu bezeichnen. Ein paar Tage später hatte ich plötzlich einen "Staubwedelhund". :)
In letzter Zeit hängt die Rute aber immer öfter gerade nach unten, sie schläft viel (was auf eine Krankheit hindeuten könnte, aber das ist durch nächsten Punkt widerlegt) und zerrt sämtliche Sachen ins Bett. Sie klaut Schuhe, Scheren, Handtücher, einfach alles und schleift sie ins Bett. Entweder kaut sie darauf oder aber sie legt sich nur daneben hin. Ich halte das für Langeweile oder Aufmerksamkeitsdefizit.

Ich fühle mich inzwischen überfordert. Ich will sie ja beschäftigen, aber sie lässt sich nicht beschäftigen. Ich weiß auch nicht, wie ich das ausdrücken soll...

Also, unsere Routine ist, gleich nach dem Aufstehen vor dem Frühstück in den Park, damit sie pinkeln und schnüffeln kann. Das dauert etwa 20 bis 30min. Danach gehe ich erst Zähne putzen, duschen und frühstücken. Wenn ich mehr mache, als mir eine Jeans drüberzuziehen und die Jacke an, dann pinkelt sie mir ins Wohnzimmer.

Wenn wir zurückkommen, bekommt sie einen Dentastick und ich mache erst einmal Sachen für mich oder den Haushalt. Was halt so anfällt.
Zwischendurch übe ich mit ihr Kommandos, die sie kann. Das beansprucht aber nicht so viel Zeit. Ich unterbreche meine Sachen auch immer um zum Park zu gehen, weil sie eben immer noch nicht stubenrein ist. :uups: Manchmal macht sie Lackerl im Wohnzimmer. Auch wenn wir Gassi waren; ab und an pinkelt sie im Park einfach nicht.

Vor dem Mittagessen oder während das Essen "steht", also köchelt, im Backrohr ist oder so, nehme ich mir die Zeit, wirklich konzentriert mit ihr zu arbeiten. Da arbeiten wir dann eben auch am "Platz". Inzwischen will sie gar nicht mehr so recht, weil das einfach nicht funktioniert und sie sich etwas verarscht vorkommt, glaube ich.

Nach dem Mittagessen gehen wir entweder eine große Gassirunde, die so eine Stunde dauert oder gehen auf den Wilhelminenberg, was je nach Lust und Laune zwei bis drei Stunden aufwärts dauern kann.

Am späten Nachmittag bis Abend mache ich was mit Freunden, obwohl das sehr selten geworden ist, weil mein Hund nicht wirklich allein sein kann und leidet. Sie pinkelt definitiv immer und wenn ich heimkomme, weiß ich, dass sie direkt vor der Tür gelegen und auf mich gewartet hat. Sie freut sich dann natürlich riesig, wenn ich endlich wieder da bin.
Wenn ich zurückkomme, wische ich erst das Lackerl weg und gehe dann mit ihr spazieren.

Nun, es ist ihr nicht genug. Ich mache regelmäßig Hundemassage mit Entspannungsmusik. Suchspiele à la Leckerli unter einem Becher oder verstecken funktionieren bei ihr nicht.
Sie hat zwar Spielsachen, aber sie benutzt sie nicht, obwohl sie einen Spieltrieb hat. Mit meinen Kleidungsstücken läuft sie regelmäßig und schüttelt diese auch. Dann strahlen ihre Augen. Ich nehme ihr dann das Kleidungsstück weg und will ihr ihr Spielzeug (dieses Gummigongteil, einen Reifen zum Kauen, einen Gummiknochen, einen Ball, einen Kauknochen, einen Stoffknochen, ein Stofftier) anbieten, aber sie legt sich dann nur hin und seufzt tief.
Ich habe schon Leckerlis und Paste in den Gong gestopft, aber sobald nichts mehr drinnen ist, ist ihr auch der Gong egal. Die anderen Sachen bis auf den Stoffknochen und den Kauknochen nimmt sie gar nicht an.
Ich kann auch nicht mit ihr Spielen, weil sie keinen Jagdtrieb hat und mich nur blöd anschaut, wenn ich mit den Spielsachen wedle oder werfe. Das einzige Beschäftigen meinerseits sind Gehorsamsübungen (Stups, Schau, Sitz, Komm) oder Fangen (Ich jag dich, du jagst mich und dann umgekehrt; was sie liebt. Ich übernehme quasi einen Hundepart...)

Den Stoffknochen habe ich Ewigkeiten am Leib getragen und dann "unabsichtlich" auf den Boden fallen gelassen. Sie hat ihn sich sofort geschnappt und benutzt ihn jetzt als Kauknochen.

Der (echte) Kauknochen war eine sehr harte Aufgabe. Sie hat Kabeln geliebt. Mein Laptopkabel, drei Mal das Kabel der Kopfhöhrer,... Irgendwann habe ich ihr den Knochen mit Leberpastete eingestrichen und ins Maul gestopft und es ihr ständig hinterhergetragen bis sie mir zu Liebe endlich daran zu nagen begonnen hat und ich sie ewig gelobt habe. Danach scheint ihr der Knochen wohl doch gemundet zu haben, auch wenn sie ihn nicht immer nimmt, so knabbert sie doch des Öfteren daran. Inzwischen sucht sie aber ständig mein Handy um es zum Nagen zu missbrauchen - und ja, sie macht es gezielt.

Ich weiß nicht, was ich noch machen soll.
Und ich frage mich auch, was mein Hund denn da alles erlebt hat in ihren 1 1/2 Jahren. Rein vom Verhalten her wurde sie geschlagen, im Keller eingesperrt und von jeglicher außerweltlichen Stimulation ferngehalten.
Ich will ihr so gern ein gutes Leben geben, aber irgendwie kommt sie mir vor, als wäre ihr einfach nur langweilig und sie wird depressiv...

Mit meinem Familienhund war ich inlineskaten, wir haben Suchspiele gespielt und Apportieren. Er war halt ein ganz normaler Hund, nur dass er sehr viel Aufmerksamkeit und Bewegung brauchte. Allerdings hat er sich eben auch beschäftigen lassen. Bei meiner Hündin ist das anders. Sie geht auf nichts ein, was ich ihr anbiete und beim TA habe ich sie schon vorgestellt. Alles in Ordnung; sie hat nur die Krallen geschnitten bekommen.
Also, Hilfe, bitte. :shock::roll::?:|

Liebe Grüße
Rapunzel
 
27.01.2015
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Midoriyuki

Midoriyuki

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Hey,

runterfahren.
Du machst viel zu viel^^

Du hast dein Mädchen jetzt seit 4 Wochen und sie soll die Grundkommandos lernen, allein sein, fremde Menschen kennen lernen, fremde Umgebungen kennen lernen, Tricks lernen und ausgelastet werden.

Mach erstmal das Nötigste.

Dass sie viel schläft ist super! Hunde schlafen mindestens 17 Stunden am Tag, sonst werden sie unausgeglichen.
Bei neuen Eindrücken usw. dürfen das auch gern mal 20 Stunden sein.

Die meisten Hunde haben ihre Rute bei Entspannung übrigens unten- das heißt erstmal noch nicht viel.

Du sagst selbst, dass sie verunsichert, ängstlich und vernachlässigt wirkt.
Ihre Zerstörungswut ist eher ein Anzeichen für Überforderung als für Langeweile.

Lass´sie erstmal richtig ankommen (was bei Hunden übrigens Monate dauert), arbeite weiter an den Grundkommandos mit ihr und am Aufbau des Alleinseins.
Für alles andere hast du noch Jahre Zeit und musst nicht in den ersten paar Wochen durchstarten wie mit einem Hochleistungshund;)
 
Rapunzel

Rapunzel

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Huuuuh, OK. Ich war das wohl einfach von meinem früheren Hund gewohnt, der ein richtiges Energiebündel ist und war und immer was tun konnte. Quasi halbe Stunde Gassi gehen, Nickerchen und dann das Spielzeug angeschleppt.

Sie ist wohl einfach eine Kategorie darunter. :D
Dann schalte ich mal etwas zurück. Danke.
 
louiss

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du überforderst den hund total! ich erkenne mehrere probleme die ich anfangs auch bei meinem hatte. zum bsp das ständige hinterher tappeln, das hat mehrere monate tägliches training gebraucht bis mein hund das vertrauen hatte, mich nicht zu verlieren. als der kontrollzwang sich allmählich gelegt hatte konnte ich ganz einfach ein "bleib"-kommando einführen. dazu muss der hund weder sitz, noch platz machen, er kann auch einfach stehen bleiben für den anfang. ich persönlich habe erst nach vier monaten angefangen ihn alleine zu lassen und das auch nur runter zum briefkasten.

vermehrtes kauen kann auch darauf hindeuten, dass sie sich selbst beruhigt, was bedeuten würde dass sie zu viel stress hat. auch, dass sie alles in ihr "nest" schleppt und dort alles hortet deutet auf ein erhöhtes sicherheitsbedürfnis hin. als ich meinen hund am anfang alleine ließ (so ca ne viertel stunde) hat er immer das was ich als letztes gegessen habe auf seinen platz getragen, aber nicht gegessen. rinmal hab ich nur reste gegessen, ne letze scheibe käse, ne letze cheibe wurst und noch den letzen rest fleischsalat mit majonaise, die verpackungen hab ich alle in müll geworfen und bin gegangen. als ich zurück kam lagen alle drei verpackungen auf seinem platz, aber nicht ausgeleckt (majonaise würde er sich heutzutage im leben nicht entgehen lassen). er scheint mich einfach vermisst zu haben und das war sein weg mir nahe zu sein.

das allerwichtigste für deinen hund ist vertrauen aufzubauen und dass sie sich bei dir geborgen fühlt. dafür muss man garnicht viel tun, sondern einfach nur da sein, keinen (leistungs)druck auf sie ausüben, und sie vor (vermeintlichen) gefahren beschützen.

ich glaub nicht, dass der hund dumm ist, auf mich wirkt es als wär er einfach gerade mega überfordert. stell dir doch mal vor wie es wäre wenn du plötzlich bei ganz anderen wesen wärst in einer ganz neuen umgebung. als ob du nicht schon genug damit zu tun hättest, ihre (körper)sprache zu lernen und böse mitglieder von guten mitgliedern zu unterscheiden, und die umgebung zu erkunden, verlangen die auch noch die unmöglichsten dinge von dir, wie dass sie was leckeres über deinen kopf halten und du nicht da dran sollst, und dinge die du bisher gerne gemacht hast (kabel kauen, in die wohnung pinkeln) darfst du plötzlich nicht mehr.... wie lange würde es wohl dauern bis du dich in so einer welt zurechtfindest? erstmal wärst du völlig orientierungslos, weil dein weltbild komplett auf den kopf gestellt wurde. die normale psychische reaktion wäre zu resignieren und depressiv zu werden (weil man nicht mehr weiß was richtig und falsch ist, wer gut und wer böse ist).

lass ihn erst mal ankommen (ca drei monate indem du nichs von ihm forderst), übt die wichtigsten dinge wir stubenreinheit und nicht an kabeln kauen oder sonstige dinge, die nicht zum kauen gedacht sind. und dass sie dir im freilauf folgt, dafür einfach mal die richtung wechseln oder sich verstecken oder vom hund wegrennen (so dass er es bemerkt).

ich wünsch euch das allerbeste, warte ein paar wochen, da wird die welt schon ganz anders aussehen. kann durchaus sein, dass dein hund genauso ein energiebündel ist wie dein alter hund. meiner war anfangs der leibste und unterwürfigste hund den man sich vorstellen konnte. irgendwann ist er voll der frechdachs geworden ;)

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

noch etwas, lass ihr eines deiner getragenen kleidungsstücke, denn es riecht nach dir. körperkontakt ist das wichtigste für sie, aber wenn du nicht da bist hat sie zumindest etwas was nach dir riecht... sicher kennst du dieses gefühl selbst ;)

fangen ist übrigens ein super spiel um die soziale interaktion zu fördern und sich gegenseitig kennenzulernen, wenn sie das gerne spielt, müsste sie dir folgen wennn du im freilauf unvermittelt wegläufst
 
Rapunzel

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Sie würde mir nie weglaufen. Ich lasse sie im Park längst frei und auch im Wald darf sie schon frei laufen. Sie kann auch schon "Hier" und manchmal funktioniert das "Bleib" (in der Wohnung) auch schon. Wenn sie mir trotzdem hinterher läuft, würde es mir nie einfallen zu schimpfen. Ich fühle mich nur schuldig, dass wenn sie döst oder schläft und ich Durst habe oder so, sie aufspringt und mir nach trippelt. Das ist doch auch stressig für sie, wenn sie ständig Habacht gibt, ob ich jetzt eine Minute in die Küche/Bad/Klo gehe.

Alleinlassen vermeide ich auch, aber manchmal ist es einfach notwendig. Wenn ich viel einkaufe, ist ein Hund an der Leine eher ein Klotz am Bein und was bringt es ihr, wenn sie dann ohnehin vor dem Supermarkt warten darf? Anders ist es, wenn ich jetzt nur ein oder zwei Dinge brauche. Dann nehme ich sie mit, damit sie es gewöhnt wird. Das macht sie jetzt auch sehr brav.
Auch bei Freunden ist sie in der Regel dabei. Nur wenn ich jetzt babysitte oder ins Kino gehe, geht das einfach nicht. Irgendwann muss sie es ja lernen - ich kann ja nicht sagen, ich höre jetzt ein Jahr auf zu leben, damit mein Hund keine Angst alleine zu Hause hat. Auch deswegen, weil sie ja von dem Geld finanziert wird, das ich heimbringe.

Ich habe aber klein angefangen. Am Anfang habe ich die Wohnungstür nur kurz zu gemacht, während sie drinnen war und ich draußen und dann gelobt und Leckerlis gegeben. Das Ganze habe ich dann mit Müll- und Postholen erweitert. Schließlich habe ich Zeitungen geholt oder bin zum Bäcker um die Ecke. Erst dann habe ich sie länger als fünf Minuten alleingelassen.

Sie bekommt immer mein Schlafleiberl oder Halstuch bevor ich gehe.

Es tut mir ja auch Leid, wenn sie nicht dabei ist und ich vermisse sie auch sehr, weil wir einander gewöhnt sind. Aber in manchen Situationen geht's halt wirklich nur ohne Hund. Ich kann sie ja schlecht einwickeln und als Baby mitnehmen, obwohl sie von der Idee 24h getragen zu werden bestimmt begeistert wäre. :lol:

Und nein, dumm ist sie sicher nicht. Ich meine nur, weil sich im Spiegel zu erkennen ja eig. heißt, sich selbst als Individuum zu erkennen. Und sie knurrt sich regelmäßig, vornehmlich nachts an. Aber ich glaube, dass sie da eher von der Bewegung im Halbdunkeln verunsichert ist. Ich mache dann das Licht an und rufe sie einfach zu mir. Licht aus und gut ist.

Natürlich sind die ganzen Alltagssituationen viel, aber als ich mit den Kommandolernen angefangen habe, hat sie zum Beispiel ganz von allein aufgehört, bei jedem Geräusch im Gang zur Tür zu rennen.
Ich schaue schon auch darauf, wie sie sich gibt und so.

Und der gerade Schwanz ist dann wirklich gerade, wenn sie solche Tage hat. Sie hat ihn so nur, wenn sie im richtig regen Straßenverkehr unterwegs ist, kurz bevor sie ihn zwischen die Hinterläufe schiebt, oder eben wenn sie ihre "traurigen" Tage hat. Wenn sie normal entspannt, hat er unten eine Kurve nach oben, hängt aber noch. Ich weiß auch nicht, ich hatte noch nie einen Hund, der auf die Art die Rute trägt.

Na, ja, immerhin sind wir sonst schon ein richtiges Team. Anfanngs hat sie nicht einmal verstanden, wenn ich "Nein" gesagt habe, jetzt muss ich nur den Kopf schütteln. Sie ist wirklich lieb. Wir mögen uns wirklich gern. ;)
Das ist ja auch der Grund, warum ich so panisch bin, dass es ihr nicht gut gehen könnte.
 
Michse89

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auf das 'nie weglaufen' würde ich mich nicht drauf verlassen. Du bist momentan ihre einzige Bezugsquelle und die Umgebung ist mit vier Wochen immer noch recht neu. Das sie da an dir klebt ist nichts außergewöhnliches.deshalb lieber nicht drauf versteifen das sie jetzt so super deine Nähe sucht ;)
 
Midoriyuki

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Sie würde mir nie weglaufen. Ich lasse sie im Park längst frei und auch im Wald darf sie schon frei laufen. Sie kann auch schon "Hier" und manchmal funktioniert das "Bleib" (in der Wohnung) auch schon.
Hunde brauchen durchschnittlich 3000 bis 5000 Wiederholungen bis sie ein Verhalten wirklich "fehlerfrei" zeigen können.

Im Moment bist du,wie Michse schon schrieb, das Einzige was nicht fremd und gruselig ist und daher natürlich wichtig.
Aber das wird nicht automatisch so bleiben.

Wie gesagt agieren Hunde die ersten Monate in einem "Ausnahmezustand" und passen sich möglichst weit an. Fühlen sie sich sicher genug was die Befriedigung der Grundbedürfnisse betrifft kommt ihr "wahres" Verhalten zum Zuge.
Und das kann Weglaufen/Jagen usw. beinhalten.
 
Rapunzel

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Ah, ok, gut zu wissen. Bin mal gespannt, wie sie dann in einem Jahr ist. :p
 
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