Aggressionen? Was tun?

Diskutiere Aggressionen? Was tun? im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, ich habe ende 2011 einen 2.5 Jahre alten JAckrussel,malteser, Hirtenhundmix übernommen. Dieser war bereits kastriert, hatte nur ein...
19nini91

19nini91

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Hallo,
ich habe ende 2011 einen 2.5 Jahre alten JAckrussel,malteser, Hirtenhundmix übernommen. Dieser war bereits kastriert, hatte nur ein Problem er hat Agressionen die sich in beissen äußert.
Seine Vorgeschchte(das wichtigste) 7 Vorbesitzer, 1 Tierheim aufenthalt, Bei einen von den Vorbesitzern wurde der Hund geschlagen bzw fast tot geprügelt. (hüft probleme /manchmal und überall Narben am körper) . Ich habe ihn mittlerweile seid 3 Jahren, sein Verhalten hat sich DEUTLICH! verbessert. Er will nicht mehr jeden Fahrrad fahrer beissen, kläfft nicht mehr jeden Menschen an und hat mich
schon lange nicht mehr gebissen, weil er nicht zu einem anderen Hund durfte. (hat er 2x gemacht)
Er ist dennoch immer noch am fixieren bei anderen Hunden und will sie beissen. Wenn er mit Maulkorb auf dem fremden Hund los gelassen wird ist er kurz in der REDzone aber kommt wieder runter und das spielen geht los.
Beim Menschen gibt er signale wenn er diesen nicht mag, aber die erkennt man als Laie nicht. Ich kann ihn mittlerweile lesen! Fixieren, Ohren nach vorne, steif werden ... Nach ca 5 -10 Minuten kann ich ihn dann auf dem Menschen zu laufen lassen nur mit Maulkorb! er schnüffelt springt den Menschen an, dann ist gut, dann weiss er der Mensch ist nicht gefährlich und er macht auch nichts mehr.
Kinder ein ganz anderes Bild keine Aklimatisierung die liebt er einfach.
Er ist an sich ein relativ unsicherer hund, dieses äußert sich in unter sich machen oder ganz tief gucken und beschwichtigend wedeln. Er hat aber seid 2 Jahren KEINE Aggressionen gegenüber mir, er vertraut mir wirklich sehr. Meinem neuen freund auch!
Nun es wäre schön wenn ihr noch ein paar Tipps für mich habt, wie er noch harmloser wird und vllt wie dieses Pinnkeln weg geht? was ja auch schon viel mehr war. Mir ist klar das ich nie einen so extrem freundlichen Hund haben werde der sich von jeden streichel lässt. Aber nicht sofort in der redzone ist wenn uns ein Mensch anspricht oder nah an uns vorbeiluft und ihn nicht beachtet.Ich war schon bei knapp 10 verschiedenen Hundetrainern und HuSchus alle sagen ein hoffnungsloser fal

Lg Denise
 
24.03.2015
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
HoundMan

HoundMan

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Hallo :)

Ersteinmal, Hut ab, toll das Du dir einem "Problemfall" angenommen hast und anscheinend voll bewusst damit über die 3 Jahre arbeitest ...

Wenn ich mir den Cocktail anschaue, steckt da von Hause aus ja jede menge differenziertes Potenzial drin, da werden schon bestimmte Rasse spezifische Eigenschaften nicht ganz easy sein wenn sie kollidieren :)

Ich denke, er hat ein eingeprägtes Feindbild, wie auch immer das aussehen mag. Bei Kindern scheint es wohl nicht vorhanden zu sein, wahrscheinlich waren Kinder auch immer gut zu ihm, sodass dort keinerlei Vorurteile herrschen. Nun ist es beim Hund ja auch nicht wesentlich anders als beim Mensch, er hat bestimmte Muster in bestimmte Schubladen gepackt und das einfach aus Selbstschutz. Wenn Du schreibst, er ist ein ziemlich unsicherer Hund, bestätigt das auch sein Verhalten etwas. Er fährt so für sich erstmal am besten und die letzten 3 Jahre haben es ihm ja auch irgendwo bestätigt. Das zu ändern würde bedeuten, vorweg eine systematische Verhaltensforschung zu betreiben und analytisch jedes gestörte Verhaltensmuster entgegenwirken. Das ist Sisyphusarbeit und bedarf tiefste Kenntnis in der Hundepsychologie. Da wüsste ich jetzt so pauschal auch keine Patentlösung.

Das mit dem Pinkeln habe ich jetzt nicht verstanden bzw. rausgelesen, kannst du das mal genauer beschreiben bitte ?

LG HM
 
19nini91

19nini91

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JA ein Problemfall war er wirklich :) Er war vorher in einer Familie mit Kindern wo er die in er Pupertät steckenden freunde der Kinder gebissen hat. deswegen musste er weg oder sollte eingeschläfert werden es gab praktisch eine DEADLINE.
Ja das mit dem Muster kann ich bestätigen! Ich kann mitttlerweile genau abscchätzen wann er wie reagiert.
ja na klar. Es ist n manchen situationen ich komme nach hause zb ziehe erst meine jacke aus etc und wenn ich ihn dann begrüßn will kommt er erst freudig angelaufen um aber vor mir runterzusacken(ducken) und pinkelt oder er wird nach nem längeren Arbeitstag aufs Sofa gerufen er liegt dort und lsst sich streicheln und lässt nach 1-2 minuten unter sich, er ist auch sehr sensibel, wenn ich mal genervt bin und es mir nicht wirklich bewusst ist und in streicheln will pinkelt er und in Stuationen wo er aggressiv bei anderen Menschen werden würde "rüber beugen zb" pinkelt er bei uns.
 
HoundMan

HoundMan

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Es gibt zweierlei Möglichkeiten meiner Meinung nach.
1. Dein Hund hat einen Defekt der in Verbindung mit der Kastra aufgetreten ist und ggf. eine Schwäche des Harnröhrenschliessmuskels hervorruft. Da kann es passieren, dass durch die Freude er nicht ganz Dicht hält. Das kann man aber mit meds behandeln, also in den meisten Fällen.
2. Pinkeln in Verbindung mit Unterwürfigkeit, was oft mit Freudepinkeln verwechselt wird ist auch möglich. Da muss man leider auch sehr analytisch rangehen. Versuch mal auf unterschiedliche Art diese Begegnung zu beeinflussen, z.B. mach dich klein wenn du zu Tür rein kommst, empfange deinen Hund auf Knien :), geh nicht hin ruf ihn zu dir wenn du nicht so von oben herab schaust.
Wenn du merkst, das ist weniger oder gar weg, musst du an dem Vertrauen bei der Erstbegegnung arbeiten. Kann gut sein, dass er immer bestraft wurde wenn Leute nach Hause kamen oder so und er erstmal vorsichtshalber Unterwürfigkeit demonstriert.
Es ist einfach schwer aus der Ferne zu diagnostizieren. Vllt. gibt es hier noch weiter Anregungen und Ideen...

Viel Glück

LG HM
 
19nini91

19nini91

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Ja, das wäre eine Idee , es ist ja auch schon besser geworden, er pinkelt nur manchmal . Er hat es auch Phasenweise mal mehr mal weniger. Das pinkeln hat er wohl schon vor der kastra gemacht. Am ANfang ist er nur mit WIndel herumgelaufen weil er fast stuündlich (ich denke vor angst) gepinkelt hat. Danke für deine schnelle antwort
 
louiss

louiss

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hi nini,

ich vermute, dass dieses unkontrollierte pinkeln eng verknüpft mit willkürliche gewalt ist. das opfer der gewalt weiß in solch einem zusammenleben nie, wann es das nächstes mal gewalt erlebt. bei menschen gibts das. ein kind wird zum beispiel oft und grundlos geschlagen, natürlich zieht sich der körper bei jeder gewalttat zusammen. aber irgendwann reicht schon ein bloßes zucken der hand (des elteernteils) wenn das kind erwachsen wird, verselbständigt sich der prozess dann, jemand fährt sich einfach nur durchs haar, oder es sieht aus den augenwinkenl eine schemenhafte bewegung und es zuckt schon zusammen um sich zu schützen.



ziel wäre es zum einen, für deinen hund berechenbar zu werden (da ist wesentlich deine eigene phantasie gefragt) und zum anderen müsste man solche situationen in denen er pinkelt erstmal vermeiden, was natürlich ganz schön schwierig ist, rauszufinden was genau es auslöst. wenn du deinen hund streichelst kann ein minimale druckveränderung schon ausreichen, dass er angst bekommt. vielleicht ist es auch nicht die druckveänderung, sondern irgend eine bewegung an deinem körper, eine zu laute stimme oder ne andere winzige plötzliche veränderung.

ein ansatz wäre zum bespiel das begrüßungsritual anders aufzubauen, so dass es weit entfernt von der situation ist wo er gewalt erfahren hat. vielleicht hilft es wenn man sich hinsetzt, vielleicht wenn man den hund nur von unten streichelt (also bauch oder kinn), oder wenn man nicht die ganze hand nimmt, oder wenn man sich auf den rücken legt und sich vom hund beklettern lässt (in deinem fall ist der hund ja nicht soooo groß, da geht das vielleicht noch). das sind alles dinge, die "normale" hundehalter eher nicht machen, weshalb die chance relativ groß ist, dass er das nicht mit gefahr verknüpft.... kann vielleicht schon ausreichen, den hund vorzuwarnen, dass man ihn berührt.

genauso wenn du ihn auf der couch streichelst. wenn es psychisch ist, wird immer genau vor dem pinkeln irgendwas passieren was ihn an seine vergangenheit "erinnert". vielleicht kannst du rausfinden was es ist. jede bewegung die auch nur im ansatz mit schlagen/treten/bewerfen zu tun hat, könnte ihm angst machen... oder du baust ein ganz neues ritual auf, zum beispiel setzt du dich grundstätzlich auf den boden, wenn du ihn streicheln möchtest während er auf der couch ist, oder du warnst ihn vor bevor du ihn berührst.

ne frage, kuscheln bzw. einfach so kontaktliegen tut er ohne pinkeln?
 
19nini91

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Ja, er schläft ja sogar im bett (manchmal) und wenn dann pohne zu pinkeln. Er kommt auch mit ins Bett oder auf die couch für einen mittagsschlaf wo er dann kuschelt. Abends wenn wir vor dem Fernseher sitzen liegt er meistens auf unseren füßen, also er benutzt sie als kopfkissen alles ohne Probleme.
Ja es gibt auch situationen wo man unbewusst eine Zeitung zusammenrollt zb oder in seinem beisein eine fliegenklatsche benutz, da flüchtet er nur und pinkelt nicht.

wie gesagt er vertraut mir wirklich sehr. er springt mir aus 3 metermn höhe in die arme zb.
 
louiss

louiss

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Wäre dein Hund ein Mensch würde ich von einem Trauma sprechen (weiß nicht ob es bei Tieren auch so heißt). Ein Trauma ist eine Situation in der du in Lebensgefahr schwebst, weil deine Existenz wie du sie kennst und/oder deine körperliche Unversehrtheit in Gefahr ist. (Zum Beispiel bei Naturkatastrophen, Überfällen, Unfällen, im Krieg, bei häuslicher Gewalt, Verlust der Familie und, und, und). Es gibt langfristige und kurzfristige Traumata, und verschiedene Schwierigkeitsgrade.

Bei deinem Hund hat das Trauma sich schon verselbständigt, bzw. führt ein "Eigenleben", das Tier kann in Situationen nicht selbst entscheiden, sondern spult ein Programm ab. Der Alltag ist gekennzeichnet von "Triggern" und "Flashbacks". Ein Trigger wäre im Fall deines Hundes, zum Beispiel die Zeitung, die Fliegenklatsche, sicher über ihn beugen, ihn zu fest anfassen oder streicheln. Ein Trigger löst einen Flashback aus, er wird zurück in die lebensbedrohliche Situation geworfen und spult dann seine Überlebensstrategie. Zum Beispiel Flucht, oder Agression, oder Pinkeln (Kontrollverlust.)

Wobei Flucht und Agression noch die harmloseren Reaktionen sind, denn in beiden Fällen hat der Hund noch Handlungsspielraum, er kann also noch entscheiden sich zu wehren/zu schützen. In manchen Situationen, darf das Opfer sich aber weder verteidigen noch schützen, weil es dadurch seine Situation noch verschlimmern würde. Menschen können sich in solchen Extremsituationen "ausschalten" (nicht zu verwechseln mit erstarren), was heißt, dass sie funktionieren wie es verlangt wird, sie aber weder Schmerz noch Angst oder sonst was spüren. Ich vermute, das die Situation des Pinkelns eben dieser Kontrollverlust bedeutet, wo dein Hund geschlagen wurde, er aber weder angreifen durfte, noch fliehen konnte.

Falls ich mit meinen Schlussfolgerungen richtig liege, würde ich persönlich ihn erstmal gar nicht mehr sreicheln, bzw. ihn streicheln ohne ihn zu triggern (falls das möglich ist). Sreicheln ist ja auch eher eine Erfindung des Menschens. Um ein Trauma zu verabeiten, versucht man alle Trigger ausfindig zu machen und diese erst mal zu vermeiden. Wenn der Mensch psychisch stabil ist fängt man mit dem einfachsten Trigger an, diesen zu verarbeiten. Also bei deinem Hund heißt das wohl, mit ihm nur zu arbeiten wenn er entspannt ist und dann auch eher mit der Zeitung als das Streicheln. Dabei ist sehr viel Geduld gefragt. Eine Kastration würde in solch einem Fall nicht helfen, weil es weniger die Hormone sind, sondern vielmehr Verknüpfungen im Gehirn, die verändert werden müssen. Diese Verknüpfungen haben damals das Überleben gesichert, weshalb sie besonders stark sind und es viel Zeit in Anspruch nimmt diese zu verändern. Um der Agression und der Panik Herr zu werden erfordert es also eine "Therapie", viel Übung, kleine Schritte, viele Pausen und viel Geduld.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass man das Verhalten deines Hundes gut in Griff bekommen kann. Er wird immer mal wieder nen Flashback haben, aber es wird immer weniger werden und es kann gut sein, dass es irgendwann ganz aufhört. Das wichtigste hat er mit dir ja gefunden. Einen stabiles, berechenbares Lebensumfeld, das ihn stärkt und führt wo er es nötig hat. Einem traumatisierten Menschen im Genesungsprozesse würde man jeden Tag sagen, dass er es geschafft hat, dass er überlebt hat, dass die Vergangenheit Vergangenheit ist und er sich zurück ins Leben gekämpft hat. Und dass er auf jeden noch kleinsten Fortschritt stolz sein kann. Und das könnt Ihr auch ;)
 
19nini91

19nini91

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Das klingt mir ziemlich Plausibel :D Danke für die antwort. Mittlerweile pinkelt der kleine Mann nur noch in Situationen mit mir. Überhaupt nicht in Situationen mit meinem Lebensgefährten. Obwohl er eigentlich die meiste Angst vor Männern hat. Darauf bin ich ziemlich stolz. Ich denke das ich aber eher das Pinkeln auslöse weil ich mit ihm Mehr in Kontakt trete. ZB eine alltagsituatiion ich möchte ihn Bürsten, ich zeige ihm die Bürste der hund duckt sich schon. Wenn mein Freund ihm die Bürste zeigt freut er sich. Er lässt sich von ihm Anfangs bürsten, anschließend kann ich übernehmen ohne das etwas passiert. Da werde ich jetzt mit klicker arbeiten.
Ein weiterer Erfolg ist, es können Menschen im Treppenhaus ohne das ich in irgendeiiner Situation meinem Hund nicht vertraue an uns Vorbeigehen ohne das er beissen möchte.
Ich kann mich mittllerweile sogar in seinem Beisein im treppenhaus mit anderen Menschen unterhalten ohne das er Rot sieht. Ich traue mich mittlerweile ohne! maulkorb auf die Straße, denn er lässt sich sehr gut lenken ( wenn ich aber weiss ich lasse ihn frei kommt der Mauli wieder auf vorallem wegen der hier gefundenen Giftköder) . Natürlich gibt es noch hier und da Situationen, wenn ein mensch ihn fixiert den er nicht kennt. Dann flippt er aus, aber ist sofort auf Kommando wieder runter :clap:. Es ist ziemlich entspannt geworden. Der hund zeigt mittlerweile auch durch knurren an wenn ihm was nicht passt. Dieses wurde ihm schön abtrainiert vom Vorbesitzer, so das man vorher reagieren kann.
lg Denise
 
Kompassqualle

Kompassqualle

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Ich gestehe, ich finde eine Traumaanalyse bei Hunden auf diese Weise müßig.

Bei Menschen geht man in der Traumatherapie von zwei Dingen aus, erstens Heilung durch Einsicht (wenn der Patient versteht dass entsprechende Situation jetzt nicht mehr aktuell ist geht es ihm besser), zweitens alte Traumata können überwunden werden wenn man sie gedanklich erneut durchlebt und sie dann verarbeitet.
Über die Sinnhaftigkeit beider Punkte kann man bereits beim Menschen diskutieren, wie ein Hund seine Welt psychisch erlebt können wir letztendlich nur erahnen, deswegen würde ich mir über seine Vergangenheitstrauma gar nicht so große Gedanken machen ;)

Bei einen von den Vorbesitzern wurde der Hund geschlagen bzw fast tot geprügelt. (hüft probleme /manchmal und überall Narben am körper)
Hüftprobleme und Narben können auch ganz andere Ursachen haben. Gerade die Narben könnten z.B. von Kämpfen mit anderen Rüden stammen (was dann auch seine Aversion ihnen gegenüber erklären würde).
Ich würde überhaupt gar nicht so viel in sein Verhalten und seinen körperlichen Zustand hineininterpretieren, Hunde leben im Hier und Jetzt und ich denke nicht, dass sie Erinnerung auf ähnlich emotionale Weise bewerten wie wir Menschen es manchmal tun. Sie trauern weder melancholisch alten Zeiten hinterher, noch sind sie dankbar für eine bessere Gegenwart im vergleich zu einer vorherigen Situation.

Nun aber mal zum Fall, was du beschreibst ist tatsächlich schwierig und ich denke die wichtigsten Punkte hast du bereits erkannt und setzt sie gut um, dem Hund (viel) Zeit geben, konsequent und gut lesbar sein, akzeptieren dass Dinge nicht gleich klappen (oder einiges vielleicht auch nie klappen wird).

Darüber hinaus würde ich Dinge wie das Pinkeln z.B. völlig ignorieren (nicht schimpfen, aber ich denke das tust du auch nicht) und Bewegungen die ihn verunsichern (Drüberbeugen etc) nach Möglichkeit komplett vermeiden.
Streicheln würde ich erstmal nur wenn er es einfordert.

Hat er bei Hundebegegnungen ein Schema? Rüden, Hündinnen, kastriert, intakt?
Ich würde die Leinenführigkeit trainieren...und zwar zuerst einmal ohne Ablenkung.

Vielleicht ist er ein Kandidat für den Clicker, das würde das Training enorm erleichtern. Geht zuerst nur sehr ruhige Wege und weicht allem und jedem der entgegenkommt in großem Bogen aus. Belohne in punktgenau und ausgiebig wenn er gerade und vernünftig neben dir läuft. Steigere das Training langsam. Längere Strecken, mehr Ablenkung (aber immer noch genügend Abstand als dass er auf keinen Fall daran denkt zu bellen oder Angst bekommt). Mit der Zeit wird er verstehen, was du von ihm erwartest und auch dass alles und jeder der entgegenkommt eine Belohnung für ihn bedeutet wenn er sie nur ignoriert und seine Aufmerksamkeit bei dir hält.

Alles in allem würde ich sagen, schau nach vorn, es hat sich schon viel gebessert und es wird weiterhin aufwärts gehen wenn du dran bleibst. Ansonsten muss man schwierige Hunde auch ein bisschen nehmen wie sie sind und sie einfach mit ihren Macken lieben, aber ich denke das tust du sowieso ;)
 
19nini91

19nini91

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Hunde ist Sympatathie wobei ich sagen würde es ist eher Leinen aggression . Er hat sowohl intakte Rüden und Hündinen die er akzeptiert, wie auch kastrierte und welpen. Es sind nur diese Frontal begegnungen die uns derzeit probleme bereiten. Er kennt das Kommando "schau" das bedeutet er soll mir in die Augen schauen und auf mich achten, das klappt bei Menschen und einigen Hunden sehr gut nur leider nicht bei jedem Hund. Leinenführig ist er wenn ich alleine mit ihm unterwegs bin, sobald mein Lebensgefährte dabei ist, ist davon leider nichts mehr zu sehen.
Er liebt das Cklickern er ist ein sehr wissbegieriger Hund der da sehr empfänglich für ist :D
okay, dann wird er jetzt auch wieder für jeden Fußgänger belohnt den er ignoriert, also eigentlich alle ohne Hund. :roll:
Pinkeln wird Kommentarlos beseitigt. Also die Hinterlassen schafft.

Abgeben bzw aufgeben ist keine Option und wenn es jetzt so stehen bleibt ... auch gut... Ja das mach ich sonst wäre er ja nicht mehr bei mir/uns ;)
lg Denise
 
19nini91

19nini91

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Kleines Update: Er geht mittlerweile vor fremden Hunden ohne sich ständig umzudrehen und tertz zu machen:clap: und ich kann ihn mit zu Menschen nehmen ohne das er sie fressen will:angel:
 
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Aggressionen? Was tun?

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