Pflegestelle im Tierschutz - Wie funktioniert das?

Diskutiere Pflegestelle im Tierschutz - Wie funktioniert das? im Hunde Haltung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo, ich spiele mit dem Gedanken, "in ferner Zukunft" vielleicht mich als Pflegestelle für Hunde aus dem Tierschutz anzubieten. Dabei geht es...
Mickey48

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Hallo,

ich spiele mit dem Gedanken, "in ferner Zukunft" vielleicht mich als Pflegestelle für Hunde aus dem Tierschutz anzubieten. Dabei geht es mir um große, schwarze bis dunkle Hunde zwischen drei und eventuell mit "Macken" wie einem Körperteil weniger oder die Folgen von (nicht mehr ansteckenden) Krankheiten wie z.B. nervöses, neurologisch bedingtes Zittern im Ruhezustand nach Staupe oder kahle Stellen nach einer Räude. Also grob gesagt Hunde, die der handelsübliche, naive Bildzeitungleser als "hässlisch"/"gefährlich"/"zu anstrengend" empfindet und deshalb bei der Suche nach einem neuen Familienmitglied einfach übersieht. Sprich ich rechne auch mit längerer "Betreuungszeit".

Nun zu meinen Fragen. Hauptsächlich beschäftigen mich die Punkte:

  1. Kostenübernahme
  2. Rechtliche Grundlage
  3. Auflagen durch den Verein/das Gesetz
  4. Haftung im Schadensfall


  1. Ich habe gehört, dass Vereine die laufenden Kosten ihrer Pflegestellen übernehmen. Nun ist die Frage: Was und wie viel (bzw. anteilig oder
    komplett)? Futter- und Tierarztkosten beispielsweise. Nur Spezialfutter (z.B. bei Nierenproblemen) und Operationen (Kastration eingeschlossen?) oder alles? Und was ist, wenn ich den Hund mithilfe einer Hundeschule ausbilde oder in einen Hundesportverein eintreten "muss", da der Hund regelmäßig körperlich und geistig ausgeastet werden muss?
  2. Welche rechtliche Grundlage besteht bezogen auf die "Verwarung" des Hundes bei mir? Muss ich laut Gesetz als "private Laienpflegekraft" irgendwelche Bestimmungen erfüllen? Ich bin ja nicht zum Tierpfleger oder zur Tierarzthelferin ausgebildet worden. Unsere Gemeinde hat in der Hundesteuersatzung stehen, dass man einen Hund anmelden muss, wenn er länger als einen Monat bei einem lebt. Der Hund gehört aber nicht mir, sondern dem Verein. Muss ich ihn dann anmelden, und wenn ja, wer von uns zahlt die Steuer?
  3. Wie ist das mit der rechtlichen Bindung von Auflagen durch den Verein? Viele Vereine werden beispielsweise durch Futterfirmen gesponsert und verlangen, dass der Hund dann auch damit gefüttert wird. Meist sind diese Futtersorten aber alles andere als gut. Pedigree, Pro Plan, Royal Canin und Happy Dog sind da das beste Beispiel. Ist das überhaupt rechtlich haltbar? Und wie ist es bezüglich der Leinenpflicht mit vorgeschriebener Leinenlänge? Manchmal heißt es ja höchstens zwei Meter Leinenlänge und immer an der Leine. "Darf" ich dann keine Schleppleine/Flexileine (Bitte keine "Flexi-ist-ganz-dolle-böse-Diskussion", ich möchte gerne beim Thema bleiben und weiß, dass sie nichts am Halband zu suchen hat.) benutzen oder gar im Freilauf trainieren, sollten wir beide (der Hund und ich) im Training so weit fortschreiten können? Und was ist, wenn mein "Zuwiederhandeln" "auffliegen" würde? Habe ich dann Vertragsbruch begangen und wenn ja, was bedeutet das für den Hund und mich?
  4. Und was ist, wenn etwas durch oder mit dem Hund passiert, während er in meiner Obhut ist? Sollte ich eine OP- und Haftpflichtversicherung für den Hund abschließen bzw. könnte ich das überhaupt? ich bin ja nicht der Eigentümer des Hundes. Wenn er zum Beispiel sich losreißt, einer Katze auf die Straße nachjagt und angefahren wird oder ein Lamm reißt oder jemanden anspringt und dann als gefährlicher Hund eingestuft wird? Ich habe nicht den Schein zum führen gefährlicher Hunde. Könnte ich dann mit dem Hund zum Sachkundenachweis und Wesenstest hinarbeiten oder würde er aus meiner Pflege entfernt werden? Und was ist, wenn der Hund etwas Wertvolles von mir zerstört? Kann ich das geltend machen oder heißt es dann "Pech gehabt"?

So, viele Fragen. ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen. :)
 
09.04.2015
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
Mickey48

Mickey48

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Danke für den Link, aber ich bin nicht bei facebook... :(

Edit: Bis jetzt kann ich es aber lesen, ohne zum Registrieren aufgefordert zu werden. Mal sehen, wie lange das so bleibt. ich were es mal zitieren, damit der Text nicht verschwindet. Er ist jetzt im Versteck-Kasten, natürlich mit Quellenangabe.

[VERSTECK]
§ 11 Tierschutzgesetz/Sachkunde/ Weiter-und oder Fortbildung,Pflegestellen, selbständige Vermittler von Hunden aus dem Ausland

Unabhängig davon, ob Sie unter die neue gesetzliche Regelung fallen oder nicht, sollte es für jeden, der sich verantwortlich mit der Vermittlung von Hunden beschäftigt -auch im weitesten Sinne- selbstverständlich sein, sich sachkundig zu machen, daher empfehle ich sehr sehr gerne dieses nachstehende Werk von Martin Krause und Sabin Breu.
Ich darf Sie auch herzlich bitten, diesen Beitrag zu teilen, muss ich doch fast tagtäglich erfahren wie viel Unwissenheit gerade mit Blick auf Erkrankungen der zur vermittelnden Tiere, Hunde oder Katzen herrscht....
Dies führt häufig nicht nur zu einem horrenden Kostenaufwand bei den neuen Haltern, nein vor allem zu lang anhaltenden Fehl-oder Nichtbehandlungen der Tiere, weil die Symptome für eine Erkrankung nicht erkannt wurden. Damit einhergehendes Leid der Tiere ist die traurige Konsequenz.
Sachkundig zu sein hilft den Tieren und ist ein unerlässlicher Bestandteil eines verantwortlichen Tierschutzes.
Die nachstehende Pressemitteilung wurde mir freundlicherweise von Herrn Thomas Grahammer ( Vorsitzender des Tierschutzverein Scheuerhof) zur Verfügung gestellt.
"Auslandstierschutz: Neue Änderung des Tierschutzgesetzes tritt am 1. August 2014 in Kraft
Am 1. August 2014 treten für den Auslandstierschutz neue gesetzliche Regelungen in Kraft (siehe § 11 Absatz 1 Nr. 5 und § 21 Absatz 4a TierSchG).

Auch für Hundeschulen, Hundetrainer und Tierpsychologen wird es ab dem 1. August 2014 neue Regelungen im Tierschutzgesetz geben (siehe § 11 Absatz 1 Nr. 8 und § 21 Absatz 4b TierSchG).
Zukünftig müssen Tierschutzorganisationen und selbständig / eigenverantwortlich tätige Pflegestellen eine Erlaubnis bei der zuständigen Behörde (Veterinäramt) beantragen, wenn diese Hunde aus dem Ausland nach Deutschland bringen oder solche Tiere vermitteln.
So genannter Auslandstierschutz wird also erlaubnispflichtig.

Tierschutzorganisationen und selbständig tätige Pflegestellen müssen für die Einfuhr von Hunden aus dem Ausland und für die Vermittlung dieser Hunde in Deutschland ab dem 1. August 2014 zahlreiche Voraussetzungen erfüllen.

Ob man mit der Tiervermittlung Geld verdient (Gewinnerzielungsabsicht) oder ob man die Tiere nur gegen eine Schutzgebühr oder eine andere Gegenleistung an neue Besitzer abgibt, spielt keine Rolle.

Auch der Arbeitskreis Kleintiere der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. vertritt die klare Auffassung, dass private Pflegestellen der Erlaubnispflicht nach dem Tierschutzgesetz unterliegen (siehe TVT, Merkblatt 113 vom Oktober 2012, Seite 4).
Eine Voraussetzung wird zukünftig sein, dass die verantwortliche Person des Vereines oder die selbständig / eigenverantwortlich arbeitende Pflegestelle "sachkundig" ist.

Dazu gehören unter anderem fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten über Rechtsvorschriften, Impfungen, Infektionskrankheiten durch Viren und Bakterien sowie über Parasiten (z.B. Milben, Flöhe, Pilze, Zecken, Mücken und Würmer bzw. so genannte Mittelmeerkrankheiten).

Aus einer aktuellen Petition an den Deutschen Bundestag vom 28.02.2014 (Nr. 50329) ergibt sich, dass im Falle von Junghunden zudem unter anderem auch Kenntnisse über Entwicklungsphasen eines Hundes, Zahnwechsel oder Grundregeln der Erziehung zu den zwingend erforderlichen Voraussetzungen gehören sollen, um eine Erlaubnis nach dem neuen Tierschutzgesetz zu erhalten https://epetitionen.bundestag.de/…/…/_28/Petition_50329.html.

Diese wichtigen Fachkenntnisse kann man sich durch Lehrgänge bei Tierschutzverbänden, der Industrie- und Handelskammer oder bei Hunde- und Fortbildungsakademien aneignen.

Außerdem wird es dazu auch das bereits im Internet unter www.tierfachkraft.de angekündigte Lehrbuch Tierfachkraft (Hunde) von Martin Krause und Sabine Breu geben.
Martin Krause ist Tierpfleger für Hunde und Ausbilder für Tierpfleger (Fachrichtung Tierheim und Tierpension). Sabine Breu ist zertifizierte Hundepsychologin und Hundetrainerin.
Nach Auskunft des Hundiversum-Verlages wird es allerdings nicht gelingen, das Lehrbuch bis zum Stichtag 1. August 2014 als vollständig gedruckte und im Buchhandel erhältliche Ausgabe fertig zu stellen.
Damit sich Tierschutzorganisationen und betroffene Privatpersonen allerdings trotzdem rechtzeitig vor dem 1. August 2014 auf die Sachkundeprüfung nach § 11 Tierschutzgesetz vorbereiten und sich das erforderliche Fachwissen aneignen können, haben die Autoren angeboten, schon jetzt das über 350 Seiten umfassende Manuskript des Buches kostengünstig zur Verfügung zu stellen.
Es kann über die Internetseite www.tierfachkraft.de bestellt werden.
Aber selbst dann, wenn der zuständige Amtstierarzt im jeweiligen Einzelfall die Auffassung vertritt, das eine Tierschutzorganisation oder eine private Pflegestelle (noch) nicht der Erlaubnispflicht unterliegt, muss das Buchmanuskript jeder Tierschutzorganisation oder privaten Pflegestelle dringend als Pflichtlektüre empfohlen werden.

Auch der Internationale Club für Rassehunde und Edelkatzen e.V. (ICR) schreibt dazu in seiner aktuellen Vereinsveröffentlichung: Das Buch ist ein "must have" für jeden Hundezüchter und Hundeliebhaber.

Übrigens: Wer ab dem 1. August 2014 als Tierschutzorganisation ohne die erforderliche Erlaubnis Hunde aus dem Ausland nach Deutschland bringt, als selbständig arbeitende Pflegestelle oder Privatperson Hunde aus dem Ausland gegen eine Schutzgebühr an neue Besitzer vermittelt oder als Hundetrainer arbeitet, macht sich strafbar (siehe § 18 Absatz 1 Nr. 20 Tierschutzgesetz)
Thomas Grahammer."

Quelle:https://www.facebook.com/SusanBeaucamp.Tieranwaeltin/posts/761214677222037
[/VERSTECK]

Das betrifft aber nur den Auslandstierschutz, oder?
Werist denn aktuell Pflegestelle und kann berichten?
 
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Tompina

Tompina

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Hallo, pauschal kann man keine deiner Fragen beantworten, da das viele THS und Orgas unterschiedlich handhaben.

Die einen übernehmen alle TA-Kosten. Die anderen nur Summen ueber x Euro. Wieder andere schicken einen dann zu einem bestimmten TA und übernehmen die Kosten nur wenn man da auch hingeht.

Leinen, Naepfe, Decken und auch Futter wird meist nicht übernommen. Es sei denn du brauchst ein spezielles Sicherheitsgeschirr, Allergikerfutter o.Ä.

In der Regel besteht eine Haftpflichtversicherung, die Schäden an Dritten bezahlt, aber nicht deine zerbrochene Vase oder das zerpflückte Sofa.

Ich hatte schon von vier THs bzw. Orgas Hunde und im Mai lerne ich die 5. Orga und ihr Vorgehen kennen. Was wichtig ist VORHER alles fragen und abklären und auch unangenehme Themen wie Abhauen des Pflegehundes etc. pp besprechen!

Ich hatte nie Probleme und wenn im Vorfeld alles klar ist, kann man sich ja auch drauf einstellen.

Ich an deiner Stelle würde mich nicht so auf einen Hundetypen versteifen und wirklich nur nach der Passung gehen, denn wenn der große schwarze gehbehinderte Hund, dann 2 Jahre bei dir sitzt, ist das einzig Wichtige, dass du in deinem Alltag mit ihm klarkommst!
 
Hexogen10

Hexogen10

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Hi!

Also ich bin aktuell Pflegestelle und hatte in den vergangenen sechs Monaten drei Pflegies vom Verein "Fellkinder in Not ev.". Meine Wibbelfutt ist von einem anderen Verein. Daher kann ich dir sagen, dass Vereine es sehr unterschiedlich handhaben.

Ich schreibe dir einfach mal die Unterschiede auf:
Bei Fellkinder in Not eV habe ich eine Kontaktperson, mit der ich alle paar Tage in Kontakt war. Es wurde nach dem Verlauf gefragt, Bilder wurden geschickt usw. Ich fühlte mich sehr gut betreut. den Paragraph 11 brauchte ich nicht, weil der vom Verein aus gegeben ist. Nur wenn du selbst mehr als vier oder fünf Hunde aufnimmst, brauchst du den selbst auch, oder eben, wenn du selbst als Vermittlerin auftrittst. Ich selbst überlasse die Vermittlung jmd vom Verein.
Ich wurde beim zuständigen VetAmt als PS gemeldet. Sporadisch kommt da auch mal wer vorbei, wenn man zu oft Hunde hat. Bei mir war noch keiner, weiß das aber von einer Nachbarin, die für einen spanischen Verein PS ist.

Das mit Schleppleine, frei laufen lassen usw. ist unterschiedlich von Verein zu Verein. Denn Wibbelfutt darf ich nicht frei laufen lassen und auch nicht einer dritten Person, die nicht im PS Vertrag steht, für einen Spaziergang übergeben. Bei Fellkinder in Not eV ist es sogar so, dass vorher abgeklärt wird, ob es jemanden gibt, der sich im Notfall um den Hund kümmern kann. Letztens lag ich mit Magen Darm flach und musste mich mit Wibbelfutt rausquälen, weil ich sonst Vertragsbruch begangen hätte. Ich muss Wibbelfutt auch so sichern, dass sie nicht entlaufen kann, was ein Witz ist, da das Halsband mit dem sie hier ankam viel zu groß war und die Leine sogar kaputt und nur durch einen einfachen Schlüsselring zusammen gehalten wurde.

Futterkosten etc. ist ebenfalls von Verein zu Verein unterschiedlich. Bei den Fellkindern habe ich Futter etc. alles bezahlt bekommen bzw. bekam einen Sack Futter gestellt.
Tilly musste eine ZahnOP über sich ergehen lassen, was vom Verein aber so gewünscht war, da die Folgeschäden gravierender gewesen wären. Die Kastration übernehmen die Vereine in der Regel immer, da sie es als notwendig betrachten. Slyngel wurde auch hier kastriert. Manchmal siehst du bei den Vereinen "PS zahlen nur Futterkosten". Ja, aber oft auch die Hundesteuer oder im Fall von Wibbelfutt musste ich sogar eine Versicherung für sie abschließen. Erkundige dich auf jeden Fall bei dem Verein deiner Wahl oder such dir bewusst einen Verein, der dir detailiert darüber Auskunft geben kann!!
Bei den Fellkindern in Not eV. ist der Hund über den Verein versichert. Stellt er was bei dir an, Teppich zerkauen etc. übernimmt es der Verein nicht. Aber wenn jemand drittes zu schaden kommt (Autounfall oder Beißvorfall) dann deckt es die Versicherung meistens. Es kommt natürlich dann auf den Fall an.
Die Vereine sind natürlich alle unterschiedlich gestrickt, aber ALLE freuen sich, wenn du einige der Kosten übernimmst! Bei Wibbelfutt muss ich wie gesagt die Versicherung zahlen, die Steuer würden sie übernehmen, Futterkosten muss ich ebenfalls tragen. Tierarztkosten werden ggf erstattet, aber so unzuverlässig wie ich den Verein bislang erlebt habe, würde ich von denen nichts zurück bekommen.
Die Hundeschule übernehmen die meisten Vereine nicht, da sie davon ausgehen, dass die Hunde schnell vermittelt werden. Hunde, die einer geübten Hand bedürfen, kommen nicht in 0-8-15 Pflegestellen.


Ich habe den Sachkundenachweis für 20/40 Hunde und darf deswegen auch Hunde über 40cm bzw. 20kg hier beherbergen. Den kann man aber bei fast jedem Tierarzt machen für ca 30-40Euro. Von Vorteil ist es immer, gerade wenn du den Hund bei der Stadt anmelden musst zwecks Steuer und Versicherung. Ich musste für meinen eigenen Hund den Nachweis über seinen Chip und die Versicherung vorlegen beim Ordnungsamt. Da du große Hunde nehmen möchtest, musst du diesen Nachweis haben, wenn es bei euch die Hundeverordnung verlangt. Das kannst du bei deiner Stadt erfragen.


Bei mir war es so, dass der Verein lieber die Kosten übernommen hat für Futter etc. weil der Hund gut untergebracht war, mit ihm gearbeitet wurde (bin sehr erfahren im Bereich Hundeerziehung) und nicht ins Tierheim musste und man die Pensionskosten übernehmen musste. So war es für sie immer noch "günstiger" und der Hund konnte quasi umsonst ausgebildet werden. In einer Pension kommen da locker 15Euro am Tag zusammen, wenn gezielt mit dem Hund geübt werden soll.

Den Verein von Wibbelfutt nenne ich bewusst hier nicht öffentlich, den kann ich dir gerne so schreiben per PN, aber da ich den Verein selbst nicht für seriös halte, möchte ich keine Werbung dafür machen. Bei den Fellkindern in Not bin ich nach wie vor für Notfälle Pflegestelle, da ich hier weder Katzen noch Kinder habe und Wibbelfutt sehr unkompliziert mit anderen Hunden ist.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden oder hier antworten. Was ich weiß, kann ich dir gerne mitteilen.
Es gibt inzwischen sehr viele Vereine und einen seriösen Verein zu finden, ist sehr, sehr schwer!!! Ich wurde zum Beispiel nicht darüber aufgeklärt, dass ich für Wibbelfutt eine Versicherung abschließen muss. Habe ich auch nicht machen können, da mir der Impfpass nicht vorliegt. Somit kann ich sie auch nicht bei der Stadt anmelden! Solche kleinen Sachen sind es, auf die man achten muss. Der Verein von Wibbelfutt hat in den sieben Wochen, die sie nun bei mir ist, drei Mal sehr knapp Kontakt aufgenommen und zwei Mal davon nur um zu fragen, wann sie vermittelt werden kann. Auf meine Fragen z.B. wegen Allergien (sie kam mit Spezialfutter hier an) wurde mir nicht geantwortet und auch viele andere Dinge bis heute nicht mitgeteilt.

LG Hexe
 
Mickey48

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@Tompina
Das mit dem Klarkommen ist mir klar, das waren Beispiele, wo viele einfach wegschauen, ich dachte ehrlich gesagt nicht an ein Tier mit allen diesen Symptomen auf einmal (wobei es das ja auch geben soll). ;)

@Hexogen10
Danke für deine ausführliche Antwort, ich würde mch über den Namen des Vereins, mit dem du nicht so gute Erfahrungen gemacht hast, freuen. Nun habe ich aber auch noch ein paar Fragen an dich.

Das heißt also, wenn ich als Otto-Normal-Frau einen einzigen Hund pflege, brauche ich den Paragraph 11 nicht? Fallen eigene Hunde mit darunter und ist es der selbe Paragraph 11, wie der, den man als VDH-Züchter machen muss? Ich befinde mich wahrschenlich in den nächsten Jahren in Hessen, da gibt es keine 20/40-Regelung.
Aber was fällt unter "Vermittlerin"? Bin ich schon "Vermittlerin", wenn ich Zettel mit den Daten meines Pflegis und den Kontaktdaten des Vereins (also nicht meinen persönlichen) aufhänge oder dem Verein weitergebe, dass ich den Interessenten für noch zu unerfahren für den Hund halte?

Und woran erkenne ich einen seriösen Verein? Wir hatten bisher nur Hunde als Welpen vom VDH/als erwachsenes Tier von privat und Katzen aus dem örtlichen Tierheim.

Bekommt man den Impfpass nicht ausgehändigt? Aber wo trägt der Tierarzt dann die Impfungen ein?
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Was ich auch wichtig finde und immer erfragt werden sollte: wie groß ist der Druck den Hund zu vermitteln? Es gibt durchaus Vereine, die da wirklich Druck machen. Bei unserem Pflegehund Schröder wurde jetzt insgesamt 1 x aktiv nach seinem Zustand gefragt, wir übernehmen die Futterkosten, die Versicherung und TA-kosten bis 100,- und auch da nur bei "Notwendigkeit" werden höhere Kosten übernommen. Uns macht also niemand Druck, aber wären wir Privatpersonen wäre das sehr unschön;) ein seriöser Verein wird dir übrigens nicht jeden Hund geben- wirklich massiv problematische Hunde werden eben nicht jedem in die Hand gedrückt und WENN ein hoch problematischer Hund zu euch kommt findet da eine ganz engmaschige Beratung und Betreuung statt.
 
Hexogen10

Hexogen10

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Hi,
den Verein werde ich hier nicht öffentlich schreiben mit dem ich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Schau dir die Internetpräsenz an. Wenn sie sich über Wochen/Monate "im Aufbau" befindet und man kaum Infos über die Hunde erhält, nimm einen anderen Verein. Ein guter Verein versucht die Hunde so gut sie können zu beschreiben und alle Infos, die vorhanden sind, zu geben!! Alle Infos, die ich z.B. von Wibbelfutt hatte (schriftlich) war: "7,5 Monate alt, verliert wegen Krankheit ihr Zuhause." Woher sie stammt, wie viele Geschwister sie hatte und wie sie aufwuchs habe ich mir alles selbst recherchiert.

Wenn du mit einem Verein zusammenarbeitest, brauchst du, meines Wissens nach, keinen Paragraph 11.
Vermittlerin wirst du, wenn DU das Geld für den Hund entgegen nimmst und den Vertrag unterschreibst. Eigene Hunde zählen zu den Pflegehunden dazu! Es kommt auf die Gesamtzahl der Hunde in deinem Haushalt an.
Bei Tilly und Slyngel war ich sehr aktiv in die Vermittlung einbezogen, habe u.a. bei Tilly die Vorkontrolle gemacht und die ersten persönlichen Kontakte (Besuche zum Kennenlernen etc.), aber jemand vom Verein hat den Schutzvertrag mit den jeweiligen Leuten gemacht. Ich habe zum Beispiel bei Facebook eine Seite für Tilly gepflegt, da sie aufgrund von Krankheiten nicht einfach zu vermitteln war und das viele Leute arg abgeschreckt hatte. Durch die Seite mit Texten, Fotos und Videos konnte sie schließlich vermittelt werden :) Aber Vermittlerin war ich trotzdem noch nicht. ;)
Wenn du Interessenten für ungeeignet hältst, dann ist das so und das kannst du dem Verein mitteilen. Dadurch wirst du aber immer noch nicht zur Vermittlerin. Bei Tilly hatte ich hier auch einmal Interessenten, die in fast drei Stunden nur 30 Sekunden (!) Interaktion mit dem Hund gesucht haben und auch nur, nachdem sie mich gefragt haben, wie ich sie einschätze und ich ehrlich heraus sagte: "Das ist sehr schwer, weil sie sich noch NULL mit dem Hund beschäftigt haben und ich nicht sehen kann, wie sie mit ihr agieren". Daraufhin gab es zwei Leckerli und das war's. Auch waren sie so nicht an dem Hund interessiert, haben sich mehr die Umgebung angeschaut und sich über andere Sachen unterhalten. Das war sehr anstrengend, weil sie auch nix von sich aus erzählen wollten zwecks Hundeerfahrung etc.


Seriöse Vereine klären dich auf, welche Rechte und Pflichten du hast als Pflegestelle, sie schreiben auf ihrer Internetpräsenz viel zum ersten Umgang mit dem Tier, über die Herkunft und auch welche Projekte sie vor Ort unterstützen. Nur Hunde her zu holen ohne Aufklärungsarbeit oder Kastrationsprojekte, ist kein Tierschutz, sondern Tierhandel mit geschundenen Geschöpfen. Tante Google ist auch sehr hilfreich.
Verlass dich nicht auf die Meinung eines einzelnen. Erkundige dich bei Haltern und suche ehemalige oder aktive Pflegestellen des Vereins. Die können dir über den Verlauf gut informieren. Je größer die Orga ist und um so mehr Vermittler und Kontaktpersonen zu finden sind, desto seriöser empfinde ich sie persönlich.
Ein guter Verein bettelt nicht permanent nur mit traurigen Bildern um Spenden und Adoption, sondern sie versuchen die Hunde in ihrem normalen Umfeld auch in den Tötungsstationen gut aussehen zu lassen, weil die Mitleidsschiene eben nicht immer zieht. Es geht ja darum, dass die Hunde langfristig gut vermittelt werden und niemand den Hund nur aus Mitleid aufnimmt. Gute Vereine machen Vorkontrollen und nehmen sich dafür viel Zeit und stehen dir auch vor der Übernahme immer bei Fragen zur Verfügung. Wie gesagt, ich habe fast täglich Kontakt zu meiner Vermittlerin gehabt, bereits in den Tagen bevor der erste Pflegi kam, habe teilweise stundenlang telefoniert und wurde auch über mögliche Interessenten schnell informiert. Der Informationsfluss war immer gegeben und flüssig.
Kläre vorher ab, wie schnell der Hund vermittelt sein soll, ob er erst mal ankommen darf oder du nur drei Tage Zeit hast ihn "vermittlungsfähig" zu bekommen, eine "passende Beschreibung" etc. vorzulegen. Gute Vereine lassen dem Hund Zeit und machen keinen Druck, damit die PS schnell wieder frei wird bzw. der nächste Hund nachrücken kann.
Vertrau auf dein Bauchgefühl!

Die Sache mit dem Impfausweis: eigentlich ist es so, dass die Pässe da sein müssen, wo der Hund ist. Nur ist die Person, die den Impfausweis hat, theoretisch auch der Besitzer des Hundes. Kannst dich ja quasi einfach vorne eintragen... Bei den vorherigen Hunden hatte ich den Pass immer hier, eben damit ich einfach zum TA gehen kann, wenn was ist. Wenn der Verein dir das Original nicht aushändigen will, müssen sie dir zumindest eine Kopie dessen zur Verfügung stellen. In der Regel sollen Hunde nur kurze Zeit auf PS untergebracht werden, damit die Bindung zur PS nicht zu intensiv wird.

LG


 
Mickey48

Mickey48

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Danke für die Antwort. :)

Ich dachte auch eher an eine PN, da Negatives sowieso öffentlich nicht namentlich genannt werden darf, sonst begeht man Rufschädigung oder üble Nachrede. Private Nachrichten sind aber kein Problem. Wäre das so ok für dich?
 
Hexogen10

Hexogen10

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@Mickey, ich hatte dir eine PN geschickt. Hoffe es hat dir etwas geholfen?! LG
 
Mickey48

Mickey48

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Ja, das hast du auf jeden Fall, dankeschön! :D
Ich habe nur gerade viel um die Ohren (bin in der Püfungsphase, habe mein Fach-Abi auf dem 2. Bildungsweg nachgeholt, um studieren zu können) und habe schlichtweg vergessen, dir zu antworten (frag mal demona, die kann dir ein Lied von meinem phänomenalen Gedächtnis singen). :uups:
 
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