Problem mit Jack Russell Terrier

Diskutiere Problem mit Jack Russell Terrier im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo zusammen, wie man an unserern vorigen Posts sehen kann, haben wir schon längere Zeit ziemlich Probleme mit unserem Jack Russell Terrier...
ViviMali

ViviMali

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Hallo zusammen,

wie man an unserern vorigen Posts sehen kann, haben wir schon längere Zeit ziemlich Probleme mit unserem Jack Russell Terrier.

Das Problem noch mal kurz zusammengefasst: Wenn er seine Ruhe haben möchte oder gerade nicht angefasst werden will, knurrt er uns an und beißt sogar.
Außerdem hat er eine Futteraggression, die aber schon deutlich besser geworden ist und mit der wir auch gut umgehen können.

Ich habe immer noch die Hoffnung, dass wir jemanden finden, der genau so etwas erlebt hat und uns helfen kann. Wir hatten in der Zwischenzeit zwei Hundetrainerinnen hier. Die erste war der Meinung, dass unser Bommel ein Trauma aus dem Welpenstall hat, da er der kleinste war (wie man aus einem unserer ersten Beiträge lesen kann, hat er schon mit 8 Wochen nach mir gebissen (aggressiv, kein Spiel!)). Sie sagte er sei einfach unsicher und habe Angst und aus der Futteraggression vom Anfang, mit der wir nicht richtig umgegangen seien, habe sich diese andere Aggression entwickelt. Wir haben Übungen bekommen und homöopathische Mittel zur Traumabewältigung, haben uns an die Übungen gehalten und trotzdem ist es in der Zeit nicht besser geworden, wir hatten sogar einen ziemlich krassen Zwischenfall, bei dem er meinen Mann angegriffen hat, nur weil er ihm zu nahe kam. Daraufhin haben wir die Hundetrainerin nochmal kontaktiert, worauf sie meinte, dass das nicht normal sei und sie gerne noch mal ein paar Termine machen würde.

Da wir
uns eine zweite Meinung einholen wollten, hatten wir dann eine weitere Hundetrainerin zu uns geholt, die sich bei uns im Tierheim um Problemhunde kümmert. Diese meinte, dass Bommel keine Frustrationstoleranz gelernt hat und uns anknurrt bzw. beißt, weil er in dem Moment einfach keine Lust darauf hat, gestreichelt zu werden. Sie sagte, er müsse lernen, Dinge zu ertragen, die er vllt. nicht so toll findet und hat uns auch Übungen dazu gezeigt-zB viele Sachen im Alltag wo er nicht sofort das bekommt was er will, oder er immer erst etwas tun muss, oder er warten muss usw. Auch das haben wir beherzigt, trotzdem haben wir keine Besserung festgestellt.

Man muss vllt noch dazu sagen, mein Mann ist den ganzen Tag zu Hause, ich bin arbeiten und daher weniger mit dem Hund zusammen. Zu meinem Mann ist er seit einiger Zeit nicht mehr so schlimm, ich bin eigentlich meistens die, die es abbekommt. Und ich muss auch gestehen, dass er von mir auch schon mal was auf den Po bekommen hat, nachdem er mich gebissen hat. (Bitte hierzu jetzt keine Kommentare, ich weiß, dass man das nicht machen soll, aber iwann weiß man sich in dem Moment, wenn er einen wieder beißt einfach nicht mehr zu helfen und denkt "Wenn ein Kind böse ist,bekommt es auch einen Klaps auf den Po). Mittlerweile habe ich kaum noch Freude an dem Hund, morgens zB wenn ich aufstehe, freut er sich zwar zuerst, wenn ich dann aber mit ihm draußen war, kommt er nicht mehr zu mir, legt sich ins Körbchen und will auch seine Ruhe haben, ich sehe dann schon an seinem Blick, dass ich jetzt besser nicht zu ihm hingehe. Ich bin es eigentlich gewöhnt, dass Hunde sich gerade morgens immer freuen und um einen rum wuseln, er will dann nicht mal bei mir sein :-(

Nun waren wir bei meinen Eltern, deren Hündin 4 Wochen vorher! läufig war. Unser Bommel war gar nicht wiederzuerkennen, wollte sie ständig besteigen, hat Fressen und Trinken verweigert, hat den anderen Hund (unkastrierter Rüde) von meinen Eltern blutig gebissen, hat mich gebissen, nur weil ich den Raum betreten habe. Er ist jetzt neun Monate alt und wir haben ihn gestern kastrieren lassen, natürlich auch mit der Hoffnung, dass sich sein allgemeines Problem bessert. Aber gestern abend ging es schon wieder los. Was das komische ist, er kommt zu mir woraufhin ich ihn streichle und in dem Moment knurrt er mich aber an. Gestern abend und eben auch. Klar kann man das jetzt auf evtl. Schmerzen oder Unwohlsein zurück führen, aber sonst macht er das ja auch.

Ich weiß mir wirklich nicht mehr zu helfen :-( Wir waren sogar schon so weit, ihn abzugeben, aber dann haben wir es doch nicht übers Herz gebracht. Er hat auch so viele gute Seiten. Er ist wirklich gehorsam, Spazierengehen macht so viel Spaß mit ihm (er holt liebend gerne immer sein Bällchen und spielt auch in der Wohnung ganz viel) und er hat auch schon so viel gelernt. Er ist teilweise auch iwie anhänglich, kommt oft zu einem und kuschelt sich an und dann kann man ihm einfach nicht mehr böse sein. Aber es belastet uns trotzdem sehr, unser Leben dreht sich nur noch um den Hund. Klar haben wir jetzt auch festgestellt, dass es vllt nicht die richtige Rasse für uns war und dass wir wohl überfordert sind. Trotzdem hängen wir so sehr an ihm, dass wir ihn nicht hergeben wollen. Wir haben uns das Buch "Aggressionsverhalten des Hundes" von James O'Heare geholt und so wie wir es sehen, hat er auf jeden Fall ein Dominanzproblem. Mittlerweile denken wir sogar darüber nach, ober vllt einen Hirntumor oder sowas hat :-(

Wir haben es auch mal versucht ihn komplett zu ignorieren, das hat sein Verhalten etwas besser gemacht, dass er zB öfter von sich aus kommt. Aber wie lange soll man ihn denn ignorieren um das Problem zu lösen? Und kann man das überhaupt damit? Ich habe doch kein Hund, um ihn sein ganzes Leben zu ignorieren :-(

Ich bitte um hilfreiche Tipps und evtl auch Erfahrungen. Vorwürfe brauchen wir keine! Konstruktive Kritik gerne. Und danke an jeden, der sich das alles durchgelesen hat.

LG,

Virginia & Manuel
 
27.06.2015
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
HoundMan

HoundMan

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Hallo, mir fehlen ein paar Infos um mir einen Kopf zu machen :)
1. wie alt ist er ?
2. kastriert, unkastriert, ich denke wohl noch unkastriert oder ?
3. Habt ihr ihn schon mal in größeren Gruppen aktiv sein lassen, wie z.B. Hundeplatz usw. ?

LG HM
 
ViviMali

ViviMali

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Hallo HoundMan,

wie schon geschrieben, ist er 9 Monate alt und wir haben ihn gerade gestern frisch kastrieren lassen.

Wir waren mit ihm in der Welpenschule, sind dann aber iwann nicht mehr hin gegangen, weil da eig nicht viel gemacht wurde, außer ein paar Grundkommandos, die er schon beherrschte. Mit anderen Hunden versteht er sich eig ganz gut, außer dass die oft schnell von ihm genervt sind und keine Lust haben,mit ihm zu spielen, weil er so aufgedreht ist.
 
HoundMan

HoundMan

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Okay, eine Hormonelle Verhaltensveränderung wird auch nicht sofort erkennbar, dass kann sich noch bis zu 3 Monate ziehen. Allerdings ist eine Kastra auch nicht immer das Problems Lösung, Von daher hätte man da eventuell vorher was andres versuchen können.
Ich kann zum Momentanen Status eigentlich nur sagen, sieht zu, dass er unter seines Gleichen kommt, sodass er seine Grenzen dort auch erkennen und erleben kann, dazu muss es keine Schule sein, es reicht eine Gruppe. Jack Russel haben ein riesen Potenzial, allerdings auch Energie, die muss man schon recht firm im Griff haben und auslasten. Habt ihr Infos über seine Herkunft und wie er bzw. wann von seinen Geschwistern getrennt wurde?

LG HM
 
ViviMali

ViviMali

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Er trifft beim Spazierengehen eig immer viele Hunde und auch in der Verwandschaft haben wir einige Hunde, mit denen er öfter zusammen ist. Wir hatten auch schon überlegt ihn mit anderen Jack Russels zusammen zu tun, dass er mal an Hunde kommt, die genauso sind wie er. Auspowern tun wir ihn eig immer beim Spazieren indem wir ihm den Ball werfen, damit bekommt man ihn eig immer müde.
Er wurde in einer Privatfamilie geboren, wir haben ihn mit 8 Wochen bekommen und davor 2x besucht, dass er uns schon mal kennenlernt.
 
Michse89

Michse89

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Ball werfen ist einfach sehr lahm für nen Hund. Sachen für den Kopf müssen ran. Dummy, mantrailing, fahrten legen etc PP damit der Hund was arbeiten muss und nich nur balli jagen ^^
 
HoundMan

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Mit Hunden treffen und mit denen 2 std zusammenleben ist schon ein großer unterschied ;)
8 Wochen war auch einfach zu früh, verstehe immer noch nicht warum Welpen so früh abgegeben werden. Da fehlt die ganze Sozialisierungsphase !
 
ViviMali

ViviMali

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Ok...aber ich denke nicht, dass das die Gründe für sein Verhalten sind. Wenn ich den Ball übrigens in ein Feld mit hohem Gras oder ins Dickicht werfe und der Hund suchen muss, ist das auch gleichzeitig geiste Beschäftigung.
 
HoundMan

HoundMan

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Ok...aber ich denke nicht, dass das die Gründe für sein Verhalten sind. Wenn ich den Ball übrigens in ein Feld mit hohem Gras oder ins Dickicht werfe und der Hund suchen muss, ist das auch gleichzeitig geiste Beschäftigung.
Ich denke schon, dass es ein Grund mit sein kann, er ist nicht richtig sozialisiert und das Zeigt auch sein Verhalten und den Ball ins Grass werfen fordert ihn nur bedingt, das ist keine Auslastung für so einen Hund. Der Geist ist da wohl auch nicht wirklich gefordert, eher seine Spürnase :)

Ich kann Dir nur anraten, dich mit ihm zur Hundeschule zu begeben und dort mit ihm zu arbeiten, auch etwas für seine Sozialisierung zu tun indem Du ihn in einer Gruppe aktiv sein lässt, sodass eventuell ein Teil von dem verlorenen nachgeholt werden kann.

LG HM
 
louiss

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hi. zum thema körperkontakt...

das mit dem "ignorieren" kann durchaus eine lösung sein, das kommt immer auch darauf an, was man darunter versteht. gerade wenn ein tier gewalt erfahren hat oder zu oft bedrängt oder gegen seinen willen gestreichelt wurde, ist ignoriert werden keine strafe, sondern ein angenehmes zusammen sein, ein bisschen vergleichbar mit autistischen kindern, oder bei manchen kindern aus kinderheimen die in neue familien adoptiert werden. in solchen fällen nimmt man nur kontakt auf, wenn das kind von sich aus kontakt sucht, ansonsten lässt man es einfach in ruhe. bei heimkindern kann der zustand gerne ein paar monate andauern, bei autisten ein ganzes leben lang.

da es bei deinem hund tendenziell ein vehalten ist, das er sich aufgrund von erfahrungen angeeignet hat, es also keinen biologischen/vererbten hintergrund hat, kann ignorieren über ein paar monate hinweg durchaus eine lösung des problems darstellen, vorausgestzt - und das ist das allerwichtigste - ihr tut in dieser zeit nichts was das vertrauen wieder zerstören könnte. wahrscheinlich würde es bedeuten, den hund für ein paar monate überhaupt nicht anzufassen, er darf zwar kommen und euren körperkontakt suchen, aber eure hände bleiben bei euch.

wenn ich kleinen kindern den umgang mit hunden erlaube müssen die erst drei regeln beherzigen: wenn der hund schläft/döst lässt man ihn in ruhe (also kein anfassen). wenn der hund frisst lässt man ihn in ruhe. und wenn der hund weg geht lässt man ihn erst recht in ruhe (dazu zählt auch, dass man sich nicht neben ihn setzt und dass man ihn nicht ankuckt, den hunde sind sensibel genug, dass sie das merken). vielleicht können diese regeln euch im umgang mit eurem kleinen helfen.

erst wenn sich der hund sicher bei euch fühlt und vertrauen gelernt hat würde ich den nächsten schritt machen, dass er auch ihm unangehme dinge zu ertragen hat. vertrauen und sicherheit bedeuten, dass er weiß bei euch wird ihm nichts schlimmes passieren. wemn er das nicht zuerst lernt und ihr versucht ihn an unangehme dinge zu gewöhnen kann der schuss nur nach hinten los gehen, weil er nicht unterscheiden kann ob lebensbedrohlich oder nur unangehm wird. wenn er aber weiß, dass er bei euch sicher ist und zwar immer, wird es nichts mehr lebensbedrohliches für ihn geben und er kann unangehme dinge über sich ergehen lassen.

ich bin überhaupt kein hundeprofi, deshalb möchte ich dich bitten, das sehr kritisch zu betrachten was ich geschrieben habt. ihr habt einen relativ schwierigen fall, da kanns natürlich auch sein, dass es genau das falsche ist was ich geschrieben habe.

jack russels sind so gemacht, dass körperlicher schmerz sie erst recht anstachelt, sie sind aber sensibel/intelligentl genug, dass sie das in der erziehung überhaupt nicht brauchen (ich hab auch schon welpen erlebt, die erst mal nen knuff gebraucht haben bis sie merkten dass sie zu weit gehen... und für diese aussage würden mich sicher gerne wieder welche steinigen). bei jackies wird man mit gewalt also gar nix erreichen. außerdem solltest du das nicht persönlich nehmen, wenn dein hund dich beißt. oft sind das automatisierte verhaltensmuster die das gehirn abspult wenn es eine potentielle gefahr registriert um sich zu schützen BEVOR die bedrohliche situation eintritt. deshalb ist es für dich nicht unbedingt zu erkennen warum er beisst, weil noch nichts passiert ist.

auch wenn ich gegen kastration bin, aber in diesem fall kann sie, was das agressionspotenzial angeht tatsächlich helfen. gewalt in der kindheit plus hoher testosteronspiegel führt bei menschen sehr häufig zu gewaltverbrechern (straftäter werden dann zwar nicht kastriert, können aber entscheiden, ob sie sich östrogene spritzen lassen möchten). ein niedriger testosteronspiegel hingegen führt zu depression und autoagression/suizid


zum thema futteragression, habt ihr auch schon versucht ihm was noch besseres dazu zu geben, statt ihm was weg zu nehmen?
 
ViviMali

ViviMali

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Hallo louiss,

danke für deine Antwort!

Das mit dem Bedrängen frage ich mich auch oft. Die Familie in der er war hatte 4 kleine Kinder die ständig an den Hunden waren und sie immer aus der Kiste zum Kuscheln geholt haben usw. Vllt hat er da wirklich "gelernt" dass er nie seine Ruhe haben kann oder immer bedrängt wird. Dieses Verhalten von ihm hat aber erst angefangen als er so ca. 5 Monate war. Hätte er das dann nicht von Anfang an schon so machen müssen?

Deine Aussage mit dem Vertrauen passt auch dazu, dass er bei meinem Mann (der ihn noch nie körperlich bestraft hat) dieses Verhalten schon länger nicht mehr zeigt, bei mir aber schon.

Ich würde so gerne in seinen kleinen Kopf sehen und wissen, was mit ihm los ist. Oft wirkt er dann, bevor er knurrt sehr unsicher und ängstlich. Man sieht ihm dann schon an, dass man ihn jetzt besser nicht anfasst. Wenn er zB auf der Couch bei uns liegt und sich jmd von uns bewegt oder den Fuß in seine Richtung legt, dann hebt er sofort den Kopf und schaut einen ganz komisch an. Manche sagen aber auch, dass das einfach nur eine Unsicherheit ist, weil er eig weiß, dass er nicht beißen soll.

Ja wir haben ihm dann immer was besseres gegeben und nehmen ihm Sachen auch immer nur noch spielerisch weg bzw. tauschen dann.

Er war jetzt neulich auch mal bei meiner Schwiegermutter (wo er einiges mehr verboten bekommt als bei uns, zB. auf die Couch usw) und da war er wohl der liebste Hund. Ich hatte vorher schon Angst, es würde evtl einen Zwischenfall geben, aber nichts. Mittlerweile denke ich echt, dass er nur ein Problem mit uns hat :-(
 
Hundefreundin12

Hundefreundin12

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Hallo.
Louiss hat dir ja schon gute ratschlaege gegeben, stimme ihr mit dem ignorieren voll und ganz zu.
Moechte dir nur einen Tipp geben:

du schreibst du moechtest gerne in seinen kopf gucken.
Bevor er knurrt wird er aengstlich.
DA musst du reagieren.
Unsicherheit heisst er wird inruhe gelassen.
Spaetens wenn er das erste mal knurrt.
Knurren ist positiv, er warnt dich vor!

Ich kenne einige der Hunderasse und sie sind wirklich toll, sofern sie richtig verstanden und gelenkt werden.

Ich wuensche euch viel erfolg.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Dieses Verhalten von ihm hat aber erst angefangen als er so ca. 5 Monate war. Hätte er das dann nicht von Anfang an schon so machen müssen?
Nein, sowas baut sich erst nach und nach auf.

Ich würde so gerne in seinen kleinen Kopf sehen und wissen, was mit ihm los ist. Oft wirkt er dann, bevor er knurrt sehr unsicher und ängstlich. Man sieht ihm dann schon an, dass man ihn jetzt besser nicht anfasst. Wenn er zB auf der Couch bei uns liegt und sich jmd von uns bewegt oder den Fuß in seine Richtung legt, dann hebt er sofort den Kopf und schaut einen ganz komisch an. Manche sagen aber auch, dass das einfach nur eine Unsicherheit ist, weil er eig weiß, dass er nicht beißen soll.
Wenn ihr SEHT, dass das für ihn gerade zuviel ist- dann lasst ihm seine Individualdistanz. Nur wenn er merkt, dass ihr seine Grenzen akzeptiert, was körperliche Bedrängung betrifft wird er euch irgendwann soweit vertrauen, dass sich das nach und nach immer weiter reduziert.

Wenn du jmd. sagen würdest, dass er dich bitte nicht anfassen soll, weil du Angst hast und er tut es trotzdem: Findest du das dann angenehm?;)

Er war jetzt neulich auch mal bei meiner Schwiegermutter (wo er einiges mehr verboten bekommt als bei uns, zB. auf die Couch usw) und da war er wohl der liebste Hund. Ich hatte vorher schon Angst, es würde evtl einen Zwischenfall geben, aber nichts. Mittlerweile denke ich echt, dass er nur ein Problem mit uns hat :-(
Hunde verhalten sich in fremder Umgebung immer extrem angepasst.
Das ist nicht sonderlich ungewöhnlich, sondern eher normal.


Nun waren wir bei meinen Eltern, deren Hündin 4 Wochen vorher! läufig war. Unser Bommel war gar nicht wiederzuerkennen, wollte sie ständig besteigen, hat Fressen und Trinken verweigert, hat den anderen Hund (unkastrierter Rüde) von meinen Eltern blutig gebissen, hat mich gebissen, nur weil ich den Raum betreten habe. Er ist jetzt neun Monate alt und wir haben ihn gestern kastrieren lassen, natürlich auch mit der Hoffnung, dass sich sein allgemeines Problem bessert. Aber gestern abend ging es schon wieder los. Was das komische ist, er kommt zu mir woraufhin ich ihn streichle und in dem Moment knurrt er mich aber an. Gestern abend und eben auch. Klar kann man das jetzt auf evtl. Schmerzen oder Unwohlsein zurück führen, aber sonst macht er das ja auch.
Ein pubertärer Jungrüde ohne Frusttoleranz führt sich auf wie die Axt im Urwald;) Und Hündinnen riechen recht lange nach der Läufigkeit noch ganz super.

Okay, eine Hormonelle Verhaltensveränderung wird auch nicht sofort erkennbar, dass kann sich noch bis zu 3 Monate ziehen. Allerdings ist eine Kastra auch nicht immer das Problems Lösung, Von daher hätte man da eventuell vorher was andres versuchen können.
Die Kastra wird, bei einer Angstaggresion, die Problematik vermutlich noch verschärfen.

auch wenn ich gegen kastration bin, aber in diesem fall kann sie, was das agressionspotenzial angeht tatsächlich helfen. gewalt in der kindheit plus hoher testosteronspiegel führt bei menschen sehr häufig zu gewaltverbrechern (straftäter werden dann zwar nicht kastriert, können aber entscheiden, ob sie sich östrogene spritzen lassen möchten). ein niedriger testosteronspiegel hingegen führt zu depression und autoagression/suizid
Nein. Das ist keine "wenn, dann"-Gleichung. Bestimmte Hormonmuster sind bei Straftätern durchaus häufig, allerdings gibt es auch genug "Nicht-Straftäter" mit den gleichen Auffälligkeiten.

Unsichere Rüden zu kastrieren führt fast immer (besonders, wenn es eine Frühkastration ist wie in diesem Fall) dazu, dass die Hunde noch unsicherer werden. Suboptimal.

Jap.

Jackies sind kleine größenwahnsinnige Clowns, die wissen müssen woran sie sind.
Ich würde auch wirklich nochmal ganz dringend empfehlen, dass ihr in eine Hundeschule geht, zur Not ins Einzeltraining.

Was du geschrieben hast klingt für mich sehr danach, dass euer Hund euch nicht versteht, weil ihr ihn nicht versteht;)
Dass er die Grundkommandos schon beherrscht ist toll, aber das reicht nicht- IHR müsst unheimlich viel Wissen haben um früh genug zu erkennen wann es knallen wird und was man dann konkret tut.
 
T

Tapa

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Was das komische ist, er kommt zu mir woraufhin ich ihn streichle und in dem Moment knurrt er mich aber an
Das passt übrigens zu den Interpretationen der Vorredner. Er möchte schon Kontakt, deshalb kommt er, aber er will (noch nicht) angefasst/gestreichelt werden und fasst dies als Bedrängung auf.

Unsere Hündin liegt zum Beispiel oft einfach nur gern auf dem Sofa neben mir, und möchte deshalb aber nicht grundsätzlich, dass ich an ihr herumstreichle, nur weil sie meine Nähe gesucht hat. Missachte ich das, dann knurrt sie mich zwar nicht an, aber verlässt das Sofa und zieht sich zurück. Lasse ich sie in Ruhe, bleibt sie da.
 
louiss

louiss

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zum thema in kopf kucken.... hast du dich schon mit calming signals/beschwichtigungssignalen befasst? wenn sich ein hund körperlich bedrängt fühlt und der stuation nicht entkommen kann, weil er zum bsp festgehalten wird, sendet er verschiedene signale um das mitzuteilen wie schlucken, über die lippen lecken, kopf wegdrehen, blinzeln, gähnen (also nicht alle davon, sondern ein oder zwei), erst danach wird geknurrt und wenn knurren auch keine wirkung zeit wird geschnappt oder zugebissen. wenn beschwichtigungssignale zu oft übersehen werden kann es tasächlich sein, dass der hund sie nicht mehr sendet.

streicheln oder gestreichelt werden liegt auch nicht unbedingt in der natur der hunde, kein hund streichelt den anderen, manchmal lecken sie sich gegenseitig ab, aber auch nur wenn das vertrauen stimmt

in dem buch "das andere ende der leine" schreibt die autorin, dass man bei nem agressiven hund eine beißattacke oft nur noch daran ableiten kann, dass er die lippen nach vorne zieht (ähnlich wie bei uns menschen wenn wir jmd küssen), dann gehts nur noch sekundenbruchteile bis er beißt. falls du das buch noch nicht gelesen hast würde ich es auf jeden fall empfehlen, das hilft auch dabei seinen hund besser zu verstehen. da die autorin mit vielen "agressiven" hunden zu tun hat, hat sie vielleicht auch ein anderes für dich wertvolles buch geschrieben.

wenn dein hund morgens nachm gassigang oder dem fressen nix mit dir zu tun haben möchte, sondern sich in seinen korb legt und pennt ist das ein normales hundeverhalten. hunde schlafen viel, selbst mein hund dr am liebsten rund um die uhr bespasst werden möchte legt sich nachm frühstück mittlerweile wieder hin und pennt bis elf oder zwölf.

bei kleinen hunden ist es nicht ungewöhnlich, dass sie respekt/angst vor menschenfüßen haben uns ist es auch schon passiert, dass wir unseren hund getreten haben, nicht fest und auch nicht absichtlich, aber unser hund hat das talent sich in den toten winkel zu stellen. sobald wir ihm mit unseren füßen näher kommen weicht er zurück, da spielt es auch keine rolle ob ich das bewusst und ganz langsam mache. was er allerdings liiiiieebt ist, wenn ich meine füße ruhig halte und ihm das kommando gebe mir die socken auszuziehen, da machts dann auch nichts wenn ich während dessen rumzapple. vielleicht kann das euch helfen, damit der hund eure füße auch mal mit was angehmem verbindet.

weil unser hund so schreckhaft ist, warne ich ihn mittlerweile immer erst vor, wenn er bei mir liegt und ich mich bewege. ich sage dann im ganz sanften ton "achtung louis". funktioniert ganz gut
 
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