Meine Anfängererfahrungen..

Diskutiere Meine Anfängererfahrungen.. im Pferde Ausbildung und Reiten Forum im Bereich Pferde Forum; Hallo! Ich würde hier gerne meine Erfahrungen der ersten Reitstunden mit euch teilen und immer wieder Tipps von euch einholen, man lernt ja nie...
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Lesya

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Hallo!

Ich würde hier gerne meine Erfahrungen der ersten Reitstunden mit euch teilen und immer wieder Tipps von euch einholen, man lernt ja nie aus..

Ich war damals schon mal kurz reiten, habe aber vollends keine Erinnerungen mehr daran, ausser dass ich mal runtergefallen bin.. Da mir damals von meiner (unglaublich motiverenden - nicht) Mutter gesagt wurde, dass das mit dem Reiten alles eh nie was werden würde, das alles eh zu teuer ist,ich das eh nie durchhalte und ich damals leider etwas leichtgläubig war, war das Thema danach für mich abgehakt.. Zwar fand ich Pferde weiterhin wunderschön, aber es gab zuviele Hintergedanken.. Irgendwann später lernte ich dann meinen Ex-Freund kennen, der mir nach und nach mein Selbstbewusstsein nahm - das ist aber ein anderes Thema. Nun wohne ich seit 5 Jahren alleine und kann mich langsam motivieren wieder an irgendetwas zu glauben und irgendetwas zu wollen und jedes Jahr etwas neues dazulernen zu wollen. Dieses Jahr hab ich mir gleich 2 Sachen vorgenommen (wovon leider schon wieder die Motivation für das erstere fehlt) und das ist eine neue Sprache lernen (schwedisch) und reiten lernen. Jedenfalls so, dass ich sagen kann, ich würde drauf sitzen bleiben können. Nachdem ich das einer Freundin erzählte und diese mir gleich alle meine Sorgen mit "oh man, was fürn quatsch, mach einfach", was mir natürlich nicht viel half, abgetan hatte, war meine Motivation zwar wieder weg, der Reiz jedoch nicht. Ich habe dann nach Reitschulen in der Nähe geschaut und nach einigem suchen auch eine gefunden.

Schon am Telefon kam mir der Reitlehrer irgendwie merkwürdig vor, was mich selbstverständlich, wie könnte es auch anders sein, wieder zweifeln lies. Er sagte mir, ich solle Stiefel/Stiefeletten mitbringen und eine enganliegende Hose anziehen. Mehr würde ich nicht brauchen. Helm gibts dort für den Anfang. Meine erste Reitstunde begann dann am 19.06. diesen Jahres. Seitdem bin ich jede Woche 1x dort.

Der erste Tag war schon einfach unendlich merkwürdig. Er begrüßte mich gar nicht richtig, lief danach einfach weiter, lies mich dort stehen, zeigte mir den Hof nicht. Als er dann wiederkam, lief ich ihm einfach hinterher in die Sattelkammer. Er sagte, dass wir ein bestimmtes Pferd holen würden und gab mir dann die Trense in die Hand und sagte, ich solle ihm folgen. Wir gingen dann zu Stallungen die nach hinten auf einen Reitplatz hinaus"schauten" und er holte einen Fuchs heraus. Er war - meiner erfahrungslosen Meinung nach - reichlich groß. Zuerst zeigte mir der Reitlehrer nur, wie man sattelt etc, putzte vorher nur einmal drüber und war dann fertig. Er erzählte mir kurz, dass "A." (Pferdename schreib ich hier mal nicht ganz aus, damits anonymer bleibt, hoffe das ist ok) eigentlich ein Springpferd ist, welches auch schon öfter einfach über Zäune gesprungen ist und eigentlich garkein reines Anfängerpferd sei. Das munterte mich wirklich unglaublich auf..... Nungut, er ging dann mit dem Pferd vor (bzw. ich daneben) in die Halle und sagte mir, ich solle erstmal ein paar Runden mit ihm laufen.. Um mich selbst zu beruhigen, redete ich eine Runde leise mit dem Pferd.. :D Er half mir dann beim aufsteigen und lies A. erstmal ein paar Runden an der Longe herumlaufen.. Sofort zeigte sich wohl schon mein erstes Problem. Mein Rücken. Ich saß wohl ziemlich schrecklich da. Ich dachte mir schon, dass ich üben muss, gerade zu sitzen, aber dass es so schlimm war, war schon komisch. Vor allem war es komisch für mich, dass wirklich ICH das PROBLEM war. Aber es ist ja ein lösbares. Er zeigte mir, wie ich meine Hände bzw. die Zügel halte, und dass ich das Pferd dauerhaft treiben muss. (Hierzu schonmal die Frage - ist das jetzt nur im Training und bei seinen Pferden so oder ist das eig. IMMER so?) Links - rechts - links - rechts, immer wenn die rechte Schulter hinten ist, muss ich auch rechts treiben. Wie gut, dass ich so unglaublich multitaskingfähig bin und schonmal bei sovielen Sachen einfach GAR nicht mehr klarkam. Grade sitzen, schultern zurück, rechts links rechts links, gerade sitzen, gerade aus gucken, rechts links.. usw.. es war schrecklich :D Gleich nach der ersten Reitstunde war ich überzeugt davon, dass ich das niemals hinkriege. Wir haben dann A. fertig für die Box gemacht, einen neuen Termin ausgemacht und ich bin gegangen.

Die restlichen Reitstunden liefen mal besser und mal schlechter. Ich war danach noch einmal an der Longe, sonst immer frei mit dem Pferd. Meine Rückenhaltung wurde offenbar viel besser, er lobte noch einmal, dass es viel besser geworden ist, danach wurde nur noch, wenn überhaupt, kurz darüber gesprochen. Mein links-rechts-links-rechts Problem besteht auch heute noch. :D Ich hatte viele Probleme damit, das Pferd wirklich beim laufen zu halten, weil ich zu sehr dadurch verunsichert wurde, dass "L." immer langsamer wurde und dann blieb sie auch schon stehen. Das wieder "zum laufen bekommen" ist offenbar auch schwerer als gedacht. Ich gehe wohl immer zu viel mit dem Körper nach vorne, als nur mit den Händen und habe nicht immer sofort getrieben, wodurch L. einfach stehen geblieben ist. Sie ist wohl auch eine eher "gechillte" Persönlichkeit und sobald sich die Situation ergibt, kann man ja mal stehen bleiben. Wie ihr erkennt, hatte ich noch ein anderes Pferd. Die ersten 2 Reitstunden war es A. danach immer L. ("Punkt?"schimmelstute, der wohl auch schon einiges passiert ist.. :/).

Vorletzte(oder vorvor?) Stunde sollte ich sogar L. schonmal alleine aus der Box holen und schonmal anfangen sie zu putzen. War ein super Gefühl. Sie drehte mir zwar erstmal den Po zu, habe sie dann aber doch überzeugen können, mit mir zu kommen und es hat alles super geklappt.

Die letzte Stunde letzten Freitag lief aber - nicht so wie alle anderen Reitstunden - echt gut, jedenfalls meiner Meinung nach. Mir wurde vorher schon gesagt, dass es diesmal nicht L. wird. War ein komisches Gefühl, da man sich ja schon daran gewöhnt hatte. Mir wurde gesagt, es wird wieder A. sein und da ich immer so früh da bin, könne man alles (also satteln etc.) alles ganz in Ruhe machen und mir nochmal zeigen. Ich mir dann mit einer Frau in die Sattelnkammer, habe alles mitgenommen und bin zu A. Sie hat mir nochmal genau gezeigt, nachdem sie ihn aus der Box holte, wie ich putze, nicht nur das Fell, sondern auch an den Hufen den "Dreck" abputze, die Hufe nehme und auskratze (das muss ich aber wohl noch öfter üben^^) und den Sattel aufsetze. Auch hat sie mir gezeigt, wie genau ich die Trense anlege. Das durfte ich vorher noch nicht :p.. Als es dann soweit war, hab ich dann leider in der Halle zur "Leiter" hin A. zu nah geführt und keinen großen Kreis gemacht, aber danach lief es besser als sonst. Ich saß auf, zeigte ihm er solle loslaufen und es hat sofort geklappt!!!! :D Er ist direkt losgelaufen!! Ich hab mich so gefreut. Die ganze Stunde lang ist er auch nicht 1x stehen geblieben!! Das war auch das erste mal!! Den Reitlehrer lies das wohl eher kalt, er hat mich nicht einmal deswegen gelobt oder sonst was, aber ich weiß ja, dass es ein 2 maliges Erfolgserlebnis für mich war. Ich sollte dann zwischendurch, was ich vorher noch nicht sollte, diagonal durch die Halle zu bestimmten Punkten.. das hat noch nicht immer so super geklappt, aber es war auch nicht richtig schlecht. Ich war damit zufrieden. Leider kam am Ende ein Mädchen mit in die Halle mit einer Freundin und einem Pferd, welche ich nicht sonderlich leiden kann, aber trotzdem ist alles ganz gut weitergelaufen - soll sie halt denken was sie will. Ich sollte, weiß gar nicht mehr aus welchem Grund, dann so gut wie die ganze Stunde ohne Steigbügel treiben.. ihr könnt euch die Schmerzen vorstellen.. aber es war eine gute Erfahrung und nachdem ich dachte, dass mir meine Beine sicher gleich absterben, hatte ich mich auch daran gewöhnt. Als die Stunde dann zuende war, sollte ich absteigen und auf dem seitlichen Ausgang raus, weil A. da noch bei einer nächsten Reitstunde mitlaufen sollte. Ich hielt ihn, obwohl die neue Reiterin schon da war, noch fest (worauf sie sich bedankte und sage, sie könne das auch, ich das aber verneinte :D) und streichelte ihn etwas, weil er ja so lieb war diese Stunde. Danach bin ich dann heim. Bin gespannt wie es diesen Freitag wird.

Ich muss sagen, dass ich am Anfang auf A. nicht richtig fühlen könnte, mann ich rechts und links treiben muss, durch L. wurde es dann besser, weil sie so nen dicken Bauch hat, aber ich muss sagen, dass es auf A. die letzte Stunde eigentlich auch super geklappt hat. Klar, ich komme immernoch aus dem Takt, aber hey, wer ist perfekt.

Meiner Freundin, die alle nur als Quatsch abgetan hatte, habe ich bis jetzt noch nicht klar erzählt, dass ich Stunden nehme. Sie scheint es auch nicht besonders zu interessieren. Ich habe gott sei dank noch ein paar andere Leute, die immer versuchen mich aufzubauen, wenn mal eine Reitstunde total scheiße läuft oder sich total mit mir freuen, wenn es gut gelaufen ist. Mein Problem ist auch weiterhin, dass mir dort Leute zuschauen und ich dann immer denke, dass diese über mich reden und ich da nie jemanden finden werde, mich dem ich mich austauschen kann. Ein paar "ältere" Frauen kenn ich dort schon, aber das wars auch. Mein Reitlehrer sagte mir auch, dass ich es ablegen sollte, so komplett negativ zu sein. Dass das ein riesen Problem von mir ist, wusste ich aber leider schon. Mein Glas ist immer halb leer. Ich mache sicher alles falsch. Was ist wenn ich wieder was falsch mache? Wenn alle lachen? Wenn er sich denkt dass ich blöd bin und das nie schaffe und mir am Ende sagt, ich solle es lieber sein lassen? Oder dass er es nur nicht tut, weil er da ja Geld für bekommt? Werde ich je mit Trab "anfangen" wenn ich jetzt schon so schlecht bin? Oh man.

Der Reitlehrer ist ein merkwürdiger Mensch. Er erklärt alles ziemlich gut, allerdings ist er manchmal sehr streng, schreit auch mal rum. Man kann jedoch auch ruhig "frech-witzig" antworten und zur Not ignoriert er es einfach. Er ist sehr aufbauend, wenn er mal wieder merkt, dass heute wieder ein mehr-negativer Tag ist als sonst. Ich solle einfach machen, wenn etwas passiert, passiert halt was, na und? Aber ich solle nicht vorher dran denken. Mein Glas soll halb voll sein, er tut mir ja nichts, er wird aufpassen dass ich nicht runterfalle oder ich mir wehtue und er wird mich auch nicht anschreien (also halt richtig) oder sonst etwas. Das hat mir schon durch einige Stunden geholfen. Habe noch nie gedacht "was fürn a***". Er weiß wahrscheinlich einfach, wie er die Menschen behandeln muss. Manchmal weiß ich nur leider nicht genau, was er in den Stunden von mir will, wenn er sagt ich solle irgendwohin laufen.. und dann kommt nur "ja jez is auch zuspät", da fühl ich mich nen bisschen doof, aber darüber kann ich wegsehen und scherze machen.

Normal muss ich mich wohl ach nach einigen Stunden dort beim Verein anmelden. Davon hat bisher aber noch niemand gesprochen. Wieso frag ich mich? Wollen die erst warten, ob ich wirklich dabei bleibe? Bisher hatte ich 7 Stunden.

Und da ich ja eher unsicher bin, würde ich vielleicht, wenn das Sinn macht, üben. Vielleicht mit einer RB. Aber macht das denn schon Sinn? Ich kann ja kaum etwas und so wie ich reite, vielleicht ist das noch nicht wirklich gut, wenn ich das so auf anderen Pferden anwende? Weil ich noch manche Sachen zu ungenau mache etc? Und wenn eine RB, vielleicht mal fragen, ob auch eine RB auf einem Schulpferd möglich ist? DIe werden da ja offenbar alle halbwegs gleich geritten. So könnte ich mich auch an die Pferde an sich gewöhnen. Was denkt ihr darüber?
Am Samstag habe ich einen Termin für eine Pflegebeteiligung in einem Offenstall. Besseren Umgang mit Pferden möchte ich definitiv lernen, auch öfter. Mal sehen ob etwas daraus wird oder nicht.

So, das wars erstmal mit meinem Roman.. Habt ihr Ideen, wie ich mich verbessern könnte? Ist es schlimm, dass ich nicht "so schnell" lerne oder bilde ich mir nur ein, dass es nicht so schnell ist? Habt ihr Tipps?

Danke schonmal! :)
 
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Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Susanne zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
Calimero

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Hallo Leysa,

puh langer Text, aber jetzt bin ich mal durch.

Eigentlich sehe ich hier nichts anderes als einen Reitanfänger. Wenn du schon perfekt sitzen und überhaupt reiten würdest, wozu dann Geld in Reitstunden investieren? Genau dafür bist du doch da! ;)
Frag so viel du kannst und nimm so viel wie möglich mit! Gerade auch solche Dinge, wie man richtig sattelt etc., lass es dir lieber noch dreimal zeigen oder guck auch bei anderen zu, da kannst du echt viel dabei lernen!
Ich reite nun schon seit Jahren regelmäßig, Schmerzen gibt es da natürlich keine mehr, aber ehrlich gesagt wundert es mich etwas, dass du vom Treiben Schmerzen bekommst? Da würde ich evtl mal nachfragen, ob du das so wirklich richtig machst. Denn wenn du die ganze Zeit stumpf deine Beine an den Pferdbauch klopfst, wird ihm das irgendwann einfach egal sein. Mein Pferd bekommt auch mal meine Fersen oder auch Sporen ab, wenn er faul ist, denn mit so massiv starkem dauerhaftem Getreibe stumpft man ein Pferd nur ab. Aber bitte besprich das mit deinem Reitlehrer und lass dir dabei auf die Finger (Füße :p) schauen! Aber prinzipiell ist das schon richtig, dass du dauerhaft treibst, aber im Optimalfall ist das wirklich nicht mehr stark, oftmals reicht sogar die natürliche Bauchbewegung (der Bauch schaukelt beim Schritt laufen ja immer leicht nach rechts und links, dabei berührt er ja automatisch jeweils einen Schenkel stärker) des Pferdes gegen deine Schenkel aus.

Wer dir da zuschaut oder nicht, kann dir völlig egal sein. Du gibts dein Bestes und jeder fängt mal klein an! Ich erinnere mich noch, wie ich stolz war wie sonst noch was, als ich meine RB damals das erste mal auf dem Platz wirklich lenken konnte und er (im Schritt) mal dahin gegangen ist wo ich wollte und nicht sonstwo hin :p.
Aber hey, man wächst mit seinen Aufgaben! Und Reiten ist da nochmal was ganz anderes als manch anderer Sport. Es kommt hier nicht nur auf deine Fähigkeiten an, sondern du hast ein Lebewesen unter dir und auch das kann mal einen besseren oder einen schlechteren Tag haben. Ich bin mein Pferd heute nach einem entspannten Ausritt noch ein wenig ganz ohne Zaumzeug und nur mit einem Halsring in der Halle geritten - Schritt und Trab, ist perfekt gelaufen, kein einziges mal falsch abgebogen oder sonst was, hat einfach auf Gewicht, Schenkel und den Halsring geachtet. An anderen Tagen hat er scheiß Laune und macht Blödsinn. Das ist völlig normal, das muss man den Pferden in einem gewissen Rahmen zugestehen und sich selbst klar machen, um keinen falschen Ehrgeiz zu entwickeln.
Und egal wie gut oder schlecht du bist (das kann ich nun wirklich nicht einschätzen, ich kenn dich schließlich nicht ;)), du kannst lernen, dich verbessern und Spaß daran haben! Wer mir blöd kommt, den frag ich, ob er weiß, wie mein Pferd letztes Jahr aussah und wie es aussah, wenn wir geritten sind. Wissen sie nicht? Also dürfen sie nicht urteilen, denn egal wie gut wir gerade sind, im Vergleich zu dem was wir vorher waren, haben wir uns massiv verbessert! Und das zählt doch! Und dann lernt man eben weiter!
Wenn dein Reitlehrer aber sowas sagt wie "jetzt ist es auch zu spät", würde ich aber durchaus fragen, was ich denn tun sollte. Dann halt nächste Runde. Meine RL sagt mir auch oft irgendwas, ich möchte grad aber das Pferd erst noch richtig vorbereiten, dann sag ich halt einfach, dass ich es in der nächste Runde mache, ist doch kein Problem ;).

Aber jetzt mal noch ein anderes Thema: Stehen die Pferde tagsüber in der Box? Das ist nicht schön, Pferde gehören mindestens den Tag über auf eine große Koppel zum gemeinsamen Auslauf. Ich würde schon darauf achten, dass du Unterricht auf einem Hof nimmst, wo die Pferde auch anständig gehalten werden.
Zum Thema Reitbeteiligung: Ich denke, dafür fehlt dir einfach noch die Erfahrung! Du hast ja bei einer RB an diesem Tag wirklich die volle Verantwortung für das Pferd. Du musst Verletzungen und Krankheiten erkennen, du muss es komplett alleine holen, fertig machen und auch ordentlich reiten. Nimm lieber erstmal Reitstunden, denn gerade am Anfang ist es sehr gut, wenn wirklich einfach ständig einer dabei ist und dir Tipps gibt! Eine Pflegebeteiligung finde ich eine bessere Idee, da lernst du sehr viel im Umgang und über Pferde, hast aber noch nicht das Problem, mit dem alleine Reiten. Ich hatte damals das Glück und habe eine Frau gefunden, die zwei Pferde hatte und mir quasi komplett das Reiten beigebracht hat. Sie war immer mit dabei, hat mich verbessert etc. Wenn du sowas findest, wäre natürlich auch prima ;).

Du schreibst doch selbst oben, dass du das Problem bist (in dem Fall dein Sitz) und dass das ja lösbar ist. Ist doch genau die richtige Einstellung. Warum solltest du es denn nicht lernen? Entspann dich einfach und genieß die Zeit bei den Pferden und lern in deinem Tempo! Du möchtest doch auf keine Turniere und hast auch sonst niemandem etwas zu beweisen außer dir. Und dir beweist du, dass du das kannst und nicht aufgibst!
 
Hamster_Lover

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ALso jetzt mal meine Meinung:

Auch für mich klingt das nach einem ganz normalen Anfang. Allerdings gehört es nicht dazu ständig zu treiben! Wenn ich das Pferd auffordere zu traben, dann trabt es eben, bis ich etwas anderes verlange. Ich treibe dem faulpelz doch nicht jeden Schritt raus :shock: Man muss sich überlegen: "okay für was ist der Schenkel?" Der normale treibende Schenkel ist dazu da um zu treiben= das Pferd zu animieren schneller zu laufen oder energischer zu laufen. Im Idealfall wird die Hinterhand (also die Hinterbeine) angesprochen und das Pferd läuft "energischer" (flach ausgedrückt) Später kommt noch mehr dazu, z.B. Seitwärtstreibender Schenkel. Soo und was möchte ich vom Pferd? Auch eine wichtige Frage. Du magst erstmal dass dein Pferd z.B. trabt. Also kommt du mit dem Schenkel und sagst deinem Pferd "Los, wir traben jetzt!". Im Idealfall setzt das Pferd das um und trabt los. Hilfe verstanden= das ganze umgesetzt. Soooo dein Pferd wird evtl. mal langsamer und du treibst wieder um zu sagen dass es vorwärts gehen soll und am besten nicht einschlafen soll ;) wenn du jetzt aber ständig treibst, woher soll dein Pferd nun wissen ob es schneller gehen soll oder einfach im Trab bleiben soll? Tja keine Ahnung. Daher ist das ständige treiben nicht ganz korrekt.

Hast du eine Gerte? Immer wenn das Pferd nicht auf den Schenkel hört kannst du gaaaanz vorsichtig ein bisschen anticken. Also leicht berühren. Damit sagst du dem Pferd sozusagen dass du es wirklich ernst meinst :) Aber sprech da einfach mit deinem Reitlehrer drüber.

Off-Topic
@Calimero: ich würde keine Schenkelkorrektur mit Fersen oder Sporen machen oder gar empfehlen. Stumpfe oder faule Pferde werden maximal durch eine Hilfsperson mit einer touchierenden Hilfe korrigiert. Ansonsten kann man das per Gerte machen (finde ich aber nicht so gut) Sporen sind nicht dazu da um die Schenkelhilfe zu verstärken sondern z.B. stärker zu differenzieren ob es nun ein seitwärtsweißender oder ein "in die Hand treibender" bzw vorwärtstreibender Schenkel ist. Ob nun die HH aktiviert werden soll oder ob mehr Vorwärts gefordert wird. Sporen sind einfach ein Hilfsmittel für Präzession. Genauso die Gerte. Sie soll an der HH eingesetzt werden als "verlängerter Schenkel" um dort wo die Hilfe des Schenkels ansprechen soll mehr Druck bzw Nachdruck zu geben. Anderenfalls auch mal die HH ins Vorwärts zu treiben.


Alles in allem klingt der Reitunterricht aber normal. Du lernst erstmal ordentlich zu sitzen, dann das Pferd zu steuern, euch beide nicht im Chaos zu verlieren und ein bisschen Bahnfiguren reiten. Das ist alles vollkommen normal :D Oh Gott hatte ich Anfangs Probleme. Im Schritt ging das meiste noch, aber sollte ich einen Zirkel traben hörte es schon auf- ich hab mich ganz schlecht gefühlt und meine Reitlehrerin war sau streng. Das ist aber normal. Viele Reitlehrer sind streng und oft kommt leider nicht so viel Lob wie man es gerne hätte. Auch wenn es nicht immer toll war, mir hat dass den nötigen "Biss" verliehen an einer Sache drann zu bleiben und zu kämpfen. Als ich das erste mal gefallen bin wollte ich garnicht aufgeben, meine Reitlehrerin hat mich geschnappt und wieder auf das Pony gesetzt. Mir ging es schlecht, aber trotz ihrer "harten" Art hat sie mir irgendwie gezeigt dass ich immer weiter machen muss und am Ball bleiben muss. Man muss einfach wieder draufsitzen wenn man fällt. So ist das nunmal.

Lass dich von sowas nicht unterkriegen und du bekommst das alles hin. Klar anfangs kommt man sich evtl. etwas verloren vor, aber das schaffst du!

Und zwecks Reitbeteiligung: Ich denke auch es ist zu früh. Ganz ehrlich? Stell dir mal vor jemand bildet sein Pferd schonend aus, steckt sein ganzes Herzblut rein und das Pferd läuft super. Warum sollte man jemand fremdes draufsitzen lassen, wenn man danach das Pferd erstmal wieder Korrektur reiten muss? Das machen die wenigsten. Und die denen es egal ist wie man reitet, bei denen laufen die Pferde leider oft nicht so schön und die wollen halt dann dein Geld. Nehm lieber noch Reitunterricht, denn dafür gibt es ja Reitschulen. Wenn du schon mehr kannst und dich sicher fühlst, dann kannst du dich ja mal nach einer Reitbeteiligung umschauen :)

LG
 
Kompassqualle

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Er erklärt alles ziemlich gut, allerdings ist er manchmal sehr streng, schreit auch mal rum.
ich hab mich ganz schlecht gefühlt und meine Reitlehrerin war sau streng. Das ist aber normal. Viele Reitlehrer sind streng und oft kommt leider nicht so viel Lob wie man es gerne hätte.
Ich kenne das auch von den Reitstunden in meiner Kindheit, habe solches Verhalten allerdings damals auch schon als stark demotivierend und demütigend empfunden (hab regelmäßig nach den Stunden geweint und ein paar Mal die Ställe gewechselt, bis ich aufgegeben habe weils irgendwie überall so war).
Wer rumschreit verliert in meinen Augen die Beherrschung und von so jemandem will ich mir nichts sagen lassen, ich möchte einen souveränen Lehrer der Geduld fürs Lehren hat.
Heute als Erwachsene würde jemandem der mich einschreit (und sei es nur ein Mal) definitv keinen Cent mehr von mir sehen, ich bestehe darauf, dass man vernünftig mit mir umgeht.
Rumschreien oder unterlassenes Loben von jemandem in vermittelnder Position sind für mich definitiv nicht normal, ist es im Reitsport wirklich Gang und Gebe?
 
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Streng finde ich persönlich schon ok, meiner Erfahrung nach lernt man nicht viel bei Personen, die alles durchgehen lassen oder immer lieb und freundlich durch die Blume reden. Ich will wissen, was ich falsch mache, warum etwas nicht funktioniert und nicht, was ich schon alles kann und warum es nicht so schlimm ist, dass es nicht klappt. Davon wird es nicht besser.
Ich finde ein Lob für harte Arbeit viel erstrebenswerter als ein Lob für jede Banalität. Das ist für mich nicht motivierend.
Schreien ist finde ich aber keine Art. Ich höre gut, da brauch keiner brüllen. So einen Lehrer würde ich mir auch nicht gefallen lassen. Gang und Gebe ist das nicht, eher eine Unart, die sich leider viel zu viele gefallen lassen.

Was mich an der Schilderung des Unterrichts hier ein wenig stört, ist, dass das Drumherum etwas zu kurz zu kommen scheint. Ich finde zum Reiten gehört definitiv auch das. Es ist ein sehr wihtiger Bestandteil des ganzen. Ein Pferd ist ein Lebewesen, kein Sportgerät, sollte so auch behandelt werden und das sollte dem Reitschüler auch von Anfang an näher gebracht werden. Verstehe nicht, warum die Leute sich da so nen Umstand machen, den Reitschülern gerade am Anfang nicht richtig zu zeigen, wie das alles funktioniert.
 
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Hamsterlover, ich bin kein Fan davon, von "gaaaaan leicht touchieren" zu reden, wenn ich das nicht tu. Bei vielen Schulpferden passiert mit ganz leicht touchieren leider nichts mehr. Und ja, ich sage meinem Pferd auch meine Meinung, das tun seine Koppelkollegen auch, wenn sie sich gegenseitig leicht mit den Hufen touchieren :p. Ich verstehe, was du meinst, allerdings ist es nicht zielführend, wenn ich das Pferd 100 mal mit der Gerte touchiere. Mein Pferd gibt auch nicht Gas, wenn sich eine Fliege auf seinen Hintern setzt. Ich gebe sehr leichte Hilfen und wenn ich keine Reaktion bekomme, verstärke ich die Hilfe. Das tu ich so weit, bis ich eine Reaktion bekomme und darauf wird der Druck genommen - mal ganz flapsig ausgedrückt (so funktioniert ein Pferd auch vom Boden aus, z.B. rückwärts richten oder so). Worauf ich raus möchte, es bringt dem Pferd gar nichts, wenn ich ihm 25 mal die Gerte auf den Po tippe und keine Reaktion darauf erhalte. Entweder es versteht mich schlicht und einfach nicht, oder aber es hat schon lange gelernt, das einfach zu ignorieren, dann gehts bequem weiter. So entsteht aber nur Frust (evtl auch auf beiden Seiten). Dann werde ich lieber einmal mit der Gerte oder den Füßen deutlich und zwar in der Intensität, dass ich eine Reaktion erhalte. Und dann kann ich entspannen, dem Pferd Komfort geben und zeigen, dass es genau korrekt reagiert hat.


Was das strenge angeht, kann ich mich Kompassqualle nur anschließen. Du hast das schön formuliert! Reiten ist mein Hobby und da braucht mich doch niemand anzuschreien. Und ich brauch schon gleich dreimal kein Geld dafür zu bezahlen, mich anschreien zu lassen. Meine Reitlehrerin wird auch mal deutlich, sagt mir auch mal klipp und klar, dass dies oder jedes langsam schon sitzen sollte. Aber der Umgangston ist immer anständig und gelobt wird auch! Ich muss doch wissen, wann und wie es richtig ist! Keine Ahnung wie oft in einer Stunde ich sie frag, ob etwas jetzt gerade gut ist oder sie mir von sich aus Bescheid gibt. Ich muss mich doch ständig reflektieren können, um besser zu werden. Wenn mir jemand nur sagt, was ich scheiße mach, wie soll ich es lernen?
Als normal würde ich brüllende Reitlehrer jedenfalls nicht ansehen, denn wie Kompassqualle sagt, ist das Beherrschung verlieren und so jemand scheint mir nicht qualifiziert genug, um Reitunterricht zu geben. Für mich ists Grundvorraussetzung, ich muss mich menschlich mit meinem RL verstehen, dann können wir das Reiten anfangen. Und gelernt habe ich bei ihr übrigens schon wahnsinnig viel, dafür braucht mich keiner anzuschreien, dass ich Fortschritte mache ;).
Lob für meine harte Arbeit sehe ich übrigens in den langfristigen Ergebnissen, wie dem wachsenden Vertrauen zum Pferd und darin, wie man einfach viel besser kommuniziert und harmoniert und bei meinem eigenen Pferd auch schlicht und einfach in der Entwicklung seines Körperbaus. Deshalb darf mich meine Reitlehrerin trotzdem gerne in der Stunde mal loben, wenn wir etwas gut machen.
Das ganze ist für die meisten ein Hobby und extreme Verbissenheit, die dann aufkommt, tut auch dem Pferd nicht gut, denn dem ist das Wurscht, das möchte fair behandelt werden und dazu gehört auch mal ein Lob, wenn es etwas toll macht. Das wird sich der Reitschüler aber kaum abringen, wenn er selbst nur rund gemacht wird ;).

Soylent, deinen Punkt habe ich ja auch schon ein wenig angesprochen, ich finde auch, dass zur Reistunde mehr als nur reiten dazu gehört. Und eben auch, dass man das Pferd nicht aus der Box, sondern von der Koppel holt...
 
Hamster_Lover

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@Calimero, wer sprach den von "gaaanz leicht" ? Ich sagt nur dass Schenkelprobleme eher mit touchierenden Gertenhilfen einer Hilfsperson oder wenn es nicht anders geht selbst mir der Gerte angebracht sind. Klar wird die Hilfe auch stärker. Wenn es beim ersten Mal (Schenkel) nicht funkt kommt die zweite Hilfe stärker und wenn das nichts nutzt knallt es bei mir auch mal. Aber so ein Abgestumpftes Pferd habe ich noch nie gesehen dass man wenn der Schenkel nicht durch kommt mit dem Sporen kommen muss, welche nicht für den treibenden Zweck sind. Und ich hatte schon viele Korrekturpferde, Schulpferde und Privatpferde unter mir und bei vielen musste man am Schenkelgehorsam arbeiten ;) aber mit vielen klaren Übergängen und deutlicher Touchierung der HH klappt es normal immer. Ich hab bisher in einer einzigen Reitschule gehört dass eine Schülerin mit dem Schenkel "klopfen" sollte- aber die war auch noch relativ klein (evtl 1,30m) und ohne Sporen oder Gerte.

Und sorry sein Pferd so zu behandeln (oder schlagen, wie auch immer) wie es Koppelkollegen tun geht nicht, das finde ich nicht fair. Wenn ein Pferd mit einem Menschen so umgehen würde wie mit seinem Koppelkollegen dann wäre das Licht aus. Sie differenzieren zwischen Pferd und Mensch, denn wenn wir so ein Huf abbekommen landen wir im Krankenhaus- und dann hat der Spaß ein Ende.
Und wenn selbst die Pferde da unterscheiden können... Dann sollten wir das als Menschen doch gleich mindestens genausogut können.
Und eine Gertenhilfe hat ja relativ viel wenig mit einer Fliege auf der Kruppe zu tun....

 
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SoylentGreen

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Wozu diskutiert ihr, wenn ihr doch beide dasselbe meint, euch nur unterschiedlich ausdrückt? :lol:
Ob man das nun schlagen, anticken oder touchieren nennt... ist doch nur Wortklauberei. Kloppt euch doch mal selber auf den Hintern mit der Gerte, wie ihr auch den des Pferdes damit behandeln würden - tut weh, egal wie man es nun nennt...
 
Calimero

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Und wenn das Pferd anfängt, seine Grenzen zu testen und den Menschen wie einen Koppelkollegen zu behandeln, reagier ich wie einer. Wenn mein Pferd nach mit tritt, dann knallts. Und sonst knallts bei mir übrigens nicht, wenn es nicht nötig ist. Wenn ich ganz normal beim Reiten die Gerte einsetze, tut da nichts weh, hab mir die oft genug schon selbst übers Bein gezogen, um eben reflektieren zu können, wie viel Kraft ich damit ausübe ;). Weh tuts, wenn das Pony danach fragt und dann ist es notwendig, denn wie du ja selbst sagst, Hamsterlover, sind die Lichter aus, wenn wir Koppelkumpels werden ;).

Aber wie Soylent sagt, eigentlich sind wir uns im Groben glaube ich nicht so uneinig, verwenden an manchen Stellen nur andere Bezeichnungen :p
 
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