Reh überfahren und erstmal weiter gefahren

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Gastgast

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Habe vor ein paar Tagen ein Reh überfahren und ich ärgere mich sehr wie ich vorgegangen bin, aber es ging alles so schnell.

Ich war in einem bergigen Waldstück unterwegs mit kleiner Fahrbahn. einige hundert Meter hinter mir fuhr noch ein Fahrzeug und einige hundert Meter vor mir kam ein Fahrzeug entgegen.

Auf einmal schließt ein Reh aus dem Gebüsch und ich habe es komplett überrollt. Habe nur noch ein poltern wahrgenommen und wußte, dass ich komplett drüber gefahren bin. Als ich in den Rückspiegel schaute konnte ich nichts erkennen (es war schon stockfinster).
Ich war geschockt und beschloss aufgrund der engen Fahrbahn erstmal weiterzufahren um irgendwo zu halten wo ich den Verkehr nicht aufhalte und wo Licht ist. Also bin ich ca. 2 km weitergefahren zur nächsten Ortschaft. Bin ausgestiegen und habe mir das
Auto angeschaut. Es war vorne komplett demoliert. Da wo ich stand konnte ich nicht halten, also bin ich noch ca. 100 Meter weiter gefahren zu einem Supermarkt Parkplatz. Darauf hin habe ich meine Frau angerufen und erzählt was passiert ist. Nach diesem kurzen Gespräch, habe ich gesagt, dass ich die Polizei jetzt anrufe. Die Polizei wollte aber nicht vorbeikommen, weil die gesagt hat, dadurch, dass ich weiter gefahren bin, können die, dass Reh jetzt nicht mehr finden (hätte es aber toll gefunden, wenn ein Beamter gekommen wäre und mit mir schnell das Reh gesucht hätte). Ich habe gesagt, ich schicke meine Frau zu mir und wir gehen mit dem anderen Wagen (Nummernschild von meinem Wagen war auch weg und Motorleuchte war an). Die Straße abfahren um das Reh zu finden.

Leider haben wir absolut nichts gesehen. Es war dunkel und auf der Fahrbahn war kein Tier zu sehen und absolut keine Unfallspuren. Ich habe darauf die Polizei angerufen und die meinten ich solle jetzt einfach mit dem kaputteren Auto selber zur Polizeistation fahren um mir meine Wildunfallbescheinigung zu holen.

Ich ärgere mich sehr, wie ich vor gegangen bin. Ich weiß das ich gleich hätte anhalten sollen, vielleicht wäre dann ein Förster schnell gekommen, hätte das Reh noch gefunden und falls es noch gelebt hätte, schnell erschossen. Ich hätte mich wesentlich besser gefühlt, wenn ich die Rehleiche gefunden hätte und ich gewusst, hätte dass es schnell gestorben ist. Überlebt hat das Reh das auf keinen Fall.

Ich musste mir das mal von der Seele reden. Ich lese oft von Leuten, die Tiere überfahren und einfach weiter fahren und dachte mir, dass ist ja schrecklich. Aber es kommt denke ich immer ein bisschen auf die Situation an und es ist auch ein ziemlicher schock wenn das erstmal passiert und man nicht direkt weiß, wo man anhalten soll.

Auf jeden Fall fühle ich mich ganz schön schuldig. Meine Familie meint zwar, kann nicht mehr lang gelebt haben wenn überhaupt, bei dem Zusammenknall. Aber ich ärgere mich ziemlich über meine Vorgehensweise.

Im Nachhinein denke ich, ich hätte sofort anhalten sollen, auch wenn ich die ganze Fahrbahn damit blockiert hätte.

Vielleicht an alle, die mal in so einer Situation sind. Man ist echt super geschockt und weiß nicht was man machen soll, aber egal wie blöd die Verkehrslage ist. Erstmal anhalten .

Ich überlege mir mal den Förster anzurufen, ob er mehr Informationen hat und das Reh vielleicht gefunden hat. Geht das so einfach?
 
21.01.2016
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Candy1983

Candy1983

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Ich verstehe deine Situation sehr gut. Mir ist das auch mal passiert. Ich bin in der Morgendaemmerung gefahren und aus dem Nichts kam ein Stinktier und rannte ueber die Strasse. Ich habs mit den Vorderreifen getroffen:(. Ichb noch versucht zu bremsen, aber es war zu spaet. Hab dann gleich umgedreht, aber das Tier war weg. Ich denke, es schon noch gelebt...bin auch aus dem Auto raus, konnte aber nichts finden. Ich denke, es ist zurueck in den Wald gerannt.

Wenn du dir sicher bist, dass das Reh tot war, haette es ja noch dort leigen muessen:eusa_think:. Bist du am naechsten Tag nochmal hin?
 
karl-käfer

karl-käfer

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Weißt du noch die Stelle, an der der Unfall passiert ist?
Normalerweise informiert die Polizei den zuständigen Förster bzw. haben die eine Liste der Jäger, die für die Nachsuche ausgebildete Hunde haben.
Ich würde mich an den zuständigen Förster wenden und ihm auch von deinen Erfahrungen mit der Polizei erzählen. Verletzte Tiere können noch sehr weit laufen....
auch mit teils abgetrennten Gliedmaßen. Um weiters Leid zu ersparen und für dich zur Beruhigung - ruf an.
 
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Gastgast

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Nein der Ort ist schon ein ganzes Stück weg von mir und die wollten den Förster bescheid geben.

Das ist ja das absolut mysteriöse. Ich habe das Reh komplett überrollt, ich habe es rumpeln hören und bei den Radmulden ist Tierhaar und hinterm Auto sogar auch ganz viel Haar auf der Rückscheibe. Das Tier kann das unmöglich überlebt haben. Ich muss zugeben, dass ich wirklich überlegt habe überhaupt stehen zu bleiben, weil ich mir sicher war nur eine riesige Sauerei zu sehen. Aber da ich ohnehin anhalten musste um den Schaden zu überprüfen, war es eh hinfällig dann darüber nachzudenken. Es war aber wirklich nicht so, dass ich das Tier nur angefahren habe - Ich habe es wirklich überfahren. In dem Augenblick war mir recht schnell klar, das Tier muss platt sein und ich kann entweder hier direkt stehen bleiben, den Verkehr komplett blockieren, oder erstmal zur nächsten Ortschaft fahren und über das weitere Vorgehen nachdenken.

Als ich dann zurückgefahren bin, konnte ich es mir nicht erklären, dass keine Leiche da ist. Ich habe sogar vermutet, dass jemand anderes das Tier aus dem Weg geschafft hat.

Ich versuche morgen mal den Förster zu erreichen. Vielleicht kann der mir erzählen, ob er was gefunden hat
 
Laura

Laura

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Ich habe sogar vermutet, dass jemand anderes das Tier aus dem Weg geschafft hat.
Je nachdem wie lange du weg warst, wäre das möglich. Ein Reh auf der Straße ist sehr gefährlich. Denkbar wäre auch, dass der Körper über die Leitplanke geschleudert wurde und du es im Dunkeln nicht gesehen hast.

So oder so wäre das richtige Vorgehen in dem Fall: Sofort anhalten und Unfallstelle absichern! Ein totes Reh mitten auf der Straße ist eine Gefahr für alle nachfahrenden Autos. Es ist besser, den Verkehr zu behindern, als ein solches Hindernis liegen zu lassen, und der nächste rast beim Versuch auszuweichen gegen einen Baum oder in den Gegenverkehr.
Ablauf also wie bei einem "normalen" Unfall: Warnblinker, Anhalten, im Dunkeln (Stand)Licht anlassen, Warnweste anziehen (grade im Dunkeln, eigene Sicherheit geht vor!), Warndreieick in ausreichendem Abstand aufstellen, Polizei rufen. Wenn das Tier noch auf der Straße liegt, nicht hingehen, es kann sein, dass es nur verletzt ist und in wilder Panik um sich schlägt, tritt, beißt.
Mit Hinblick auf Sichern der Unfallstelle finde ich die Reaktion der Polizei äußerst merkwürdig, die hätten die Strecke unbedingt abfahren müssen.

Konntest du bereits etwas über das Reh herausfinden?
 
Candy1983

Candy1983

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So oder so wäre das richtige Vorgehen in dem Fall: Sofort anhalten und Unfallstelle absichern!
Ich geb dir vollkommen Recht. Aber, er schreibt ja oben, dass er in der Nacht in einem bergigen Waldstueck allein unterwegs war. Ich bin mir nicht, ob ich in der Nacht, allein im Wald, mein Auto an der Seite geparkt haette und ausgestiegen waere.
Ich haette auch die P0olizei angerufen und gebeten das entweder jemadn kommt oder man sich irgendwo trifft und gemeinsam hinfaehrt.
 
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jesin.h

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das mit dem weiterfahren etc. ist schon eine sache für sich - die lehre daraus ziehen und in zukunft bedachter handeln.

aber für was zahlst du eigentlich steuern, wenn dir vom freund und helfer nicht geholfen wird, im gegenteil, sie erwarten, dass du mit einem ggf motorschaden noch aufs revier fährst. bleibst du liegen oder sonst was, bekommste sogar noch ne anzeige und ggf. mitschuld für die behinderung anderer (auto bleibt auf der fahrbahn stehen wissrntlich dass der motor etwas hat -> wanrlämpchen)
wird immer besser hier..
 
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Es ist übrigens gesetzlich vertretbar, in der Situation die Unfallstelle aus Angst (Dunkelheit, Verbrecher, Wildtiere) zu verlassen. Was aber passiert, wenn es einen Folgeunfall gibt, ist eine andere Frage.

Prinzipiell würde ich mich aber Laura anschließen, was das korrekte Vorgehen angeht.
 
Candy1983

Candy1983

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Es ist übrigens gesetzlich vertretbar, in der Situation die Unfallstelle aus Angst (Dunkelheit, Verbrecher, Wildtiere) zu verlassen. Was aber passiert, wenn es einen Folgeunfall gibt, ist eine andere Frage.

Prinzipiell würde ich mich aber Laura anschließen, was das korrekte Vorgehen angeht.
Die Unfallstelle zu sichern ist auf jeden Fall der richtige Weg. Aber ganz ehrlich, wie wohl wuerdest du dich fuehlen in der Nacht, allein im Wald in einer orangfarbenen Warnweste ein totes Reh ueber die Fahrbahn zu schleifen?
Ich bin der Meinung, dass da auf jeden Fall die Polizei helfen sollte.
 
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Gar nicht wohl vermutlich, darum gibt es ja das "Schlupfloch" ;). Wobei ich mehr Angst davor hätte, wie das Reh aussehen würde, als vor dem, was vll hinter einem Baum lauert.
 
Candy1983

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Oh na das kaeme noch erschwerend dazu. Vorallem wenns dunkel ist und man haette ploetzlich nur noch den Huf in der Hand:shock:.
 
Laura

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Aber ganz ehrlich, wie wohl wuerdest du dich fuehlen in der Nacht, allein im Wald in einer orangfarbenen Warnweste ein totes Reh ueber die Fahrbahn zu schleifen?
Du sollst das Tier nirgendwo hinschleifen, das bleibt liegen wo es ist und wird von Polizei oder Förster weggeräumt. Es besteht immer die Möglichkeit, dass das Tier noch nicht tot ist und um sich schlägt, wenn du es anfasst.
Wer sich aus welchen Gründen auch immer fürchtet, kann sich ja wieder ins Auto setzen und einschließen, bis die Polizei da ist. Natürlich ist es, wenn es dann tatsächlich passiert, alles nicht so locker wie es sich hier liest. Aber wenn man in der Theorie schon Bammel macht vor Dunkelheit und Alleine sein im Wald, dann wird das in der Praxis in einer Stresssituation erst recht nichts.
 
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Gastgast

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Ja im Nachhinein weiß ich das es besser gewesen wäre anzuhalten und erstmal alles zu sichern. Aber man ist einfach echt geschockt, im Rückspiegel war ja alles dunkel ich habe überhaupt nichts gesehen. Man will dann erstmal irgendwie an eine Stelle kommen, wo genug Platz ist und eventuell Licht um stehen zu bleiben. Erst später habe ich daran gedacht, dass das Reh eventuell noch leben könnte. Ich dachte im ersten Augenblick, dass es sofort tot sein müsste bei dem Crash. Immerhin bin ich direkt drüber, da hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass da irgendetwas nochmal aufsteht. Aber anscheinend habe ich mich da getäuscht.

Der Förster hat erst nächsten Mittwoch Sprechstunde. Meine Frau meint aber ich soll gar nicht anrufen, es würde eh nichts bringen. Entweder hat er es gefunden oder eben nicht. Zum Glück gab es keine Folgeunfälle, vielleicht hat es jemand weggeräumt oder es hat sich noch in den Wald geschleppt.

Wenn es noch lange leiden musste, dann tut es mir sehr leid für das Reh, aber ich war einfach überfordert. Ich glaube es war einfach eine andere Situation, als wenn man bei Tageslicht oder Dämmerung, auf einer Straße mit Seitenstreifen fährt und ohne Probleme sofort rechts anhalten kann, oder das Tier eben sieht, welches man überfahren hat. Ich glaube nicht, dass ich weiter gefahren wäre, wenn ich es angefahren hätte und vor meinem Auto hätte zappeln sehen, da reagiert man wieder anders :-/. Ich habe es nur humpeln gehört und gedacht "Scheiße, aber soll ich jetzt hier einfach anhalten, ich stehe ja voll im weg".

Eins ist klar, anhalten und Unfallstelle absichern wäre besser gewesen, auch einfach wegen dem Nachfolgeverkehr. Aber beim nächsten mal weiß ich es besser.
 
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