Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten

Diskutiere Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten im Schule & Beruf Forum im Bereich Smalltalk; Hallo! :) Ich weiß zwar, dass bereits ähnliche Fragen zu diesem Thema in älteren Beitragen gestellt wurden, aber dennoch würde ich gern die...
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kiiwi

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Hallo! :)

Ich weiß zwar, dass bereits ähnliche Fragen zu diesem Thema in älteren Beitragen gestellt wurden, aber dennoch würde ich gern die Gelegenheit nutzen um noch mal etwas genauer nachzuforschen ^^ Erstmal zu mir: Ich bin 22 und stecke gerade in einer Ausbildung, bei der ich mir immer unsicherer werde, ob es die richtige Wahl für mich war. Die ganze Sache bedrückt mich zunehmend, deswegen habe ich angefangen über Alternativen nachzudenken. Beim Durchstöbern der Ausbildungsangebote bin ich dann auf
den Beruf der TMFA gestoßen :)
Natürlich habe ich mich bereits über Inhalte der Ausbildung und des Berufs im Netz informiert, aber es bleiben dennoch ein paar Fragen offen, die mir nur jemand beantworten kann, der den Beruf selbst gelernt hat :)

Zum einen würde es mich interessieren, wie viele Verwaltungsarbeiten tatsächlich im Berufsalltag auf mich zukommen würden (auch wenn das grundsätzlich natürlich von Praxis zu Praxis variieren kann). Ist es im Allgemeinen nur das Verwalten der Termine, Patientenakten, Kostenaufstellungen/Rechnungen etc oder sind es auch klassische Verwaltungsarbeiten, die nicht direkt mit den tierischen Patienten zu tun haben? In den Ausbildungsbeschreibungen klang es für mich so, als ob ein sehr großer Teil der Ausbildung darin bestüde, eben diese Verwaltungsarbeiten durchführen zu lernen (Wirtschaftskunde, Kommunikationssysteme etc) und irgendwie bin ich mir unsicher, wie viel man tatsächlich über die Tiere selbst und den Umgang mit ihnen, Medikamenten, der Beratung der Halter usw zu lernen bekommt. Wie viel "Tier" steckt also in der schulischen Ausbildung? Worauf liegen die Schwerpunkte?

Zum anderen würden mich eure persönlichen Erfahrungen interessieren: Dass die Arbeitszeiten und der Lohn nicht gerade traumhaft sind, ist mir durchaus bewusst und macht mir auch nichts aus ^^ Wichtiger wäre es mir zu erfahren, wie euch der Job im Allgemeinen gefällt? Wie sieht ein typischer Alltag aus? Würdet ihr mir diese Ausbildung empfehlen und was müsste ich eurer Meinung nach unbedingt mitbringen, damit ich in diesem Beruf richtig bin?

Ich würde mich sehr über Antworten freuen :)

Liebe Grüße
kiiwi
 
14.04.2016
#1
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Guest

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Dort gibt´s das auch speziell nur mit interessanten Dingen aus dem Haustierbedarf. Was haltet ihr davon?
Casimir

Casimir

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Huhu!

Ich mache zwar eine Tierpflegerausbildung, diese aber in einer Tierarztpraxis und bekomm dadurch einiges von den TMFA mit und mach auch selbst deren Arbeiten. Ich kann dir nur von unserer Praxis erzählen, das wird in einem gewissen Rahmen aber von Praxis zu Praxis varrieren.

Zu den Arbeiten ohne Tier: die Arbeit am Empfang (sofern die Praxis einen hat) ist ein wichtiger Teil. Patienten aufnehmen, neue Akten anlegen, das Kernproblem des Tieres herausfiltern (um dem TA einen ersten Anhaltspunkt zu geben- klingt einfacher, als es ist), Termine verwalten, Bestellungen von Medikamenten und Verbrauchsartikeln tätigen, Bestellungen annehmen und einsortieren, allen "Papierkram" verwalten und ordnen. Abrechnen, "Kasse machen", Medikamente und Co verkaufen, Patientenbesitzer beraten, Telefonate führen etc pp. Mittlerweile passieren vor allem Abrechnungen einfach am PC, aber auch handschriftlich muss man das bringen. Bei uns ist es so, dass eine fertig Ausgelernte alle diese Tätigkeiten macht, die Azubis sind größtenteils in der Behandlung.

Wieviel Tier tatsächlich in der Ausbildung steckt, hängt von der Praxis ab- einmal von der Einstellung der TÄ und schließlich auch von den diagnostischen Möglichkeiten der Praxis. Eine Praxis, die selbst auch verschiedene Operationen durchführt, kann dir als Azubi sicherlich mehr Möglichkeiten bieten als eine Praxis, die alle aufwändigeren Fälle an Kliniken überweißt. Ich kenne Azubis, die auch selbst kleinere Eingriffe am Tier durchführen dürfen und Azubis, die wirklich nur zum Halten und Vorbereiten da sind. Da gibts leider nix Allgemeingültiges, aber was du für eine Praxis vor dir hast, wirst du ja spätestens beim Probearbeiten merken.

Bei uns sieht der Alltag im Allgemeinen so aus...
9 Uhr beginnt der Dienst. Dann ist Zeit für kleinere OPs: Kastrationen, Zahnsteinentfernungen etc pp. Stehen größere OP wie Patellaluxationen oder Kastration bei einer Hündin an, beginnt der Dienst früher. Vor der Sprechstunde ist dann meist noch etwas Zeit, um Bestellungen entgegen zu nehmen, die Sprechstunde vorzubereiten, alle Dinge auf Vollständigkeit zu prüfen, einmal fix die Praxis durchzukehren etc pp.
Bis Mittags ist dann Sprechstunde und nachmittags geht es dann weiter mit Sprechstunde. Manchmal sind in der Mittagspause noch Operationen. Abends nach Sprechstundenschluss steht dann wieder Abrechnung und Putzen an.

Die Ausbildung macht schon Spaß- ich würde dir allerdings eines empfehlen: such dir eine abwechslungsreiche Praxis aus. Um es mal salopp zu sagen: ein kleiner Dorftierarzt, der den lieben langen Tag nur impft, wird dich nicht weiterbringen. In einer Klinik wirst du dich allerdings damit anfreunden müssen, dass du öfter mal Bereitschaftsdienst schieben musst. So ein Zwischending wär sicherlich nicht schlecht. Auch eine Praxis mit spezialisierten Tierärzten ist sehr interessant.

Wir haben derzeit eine Praktikantin, die den Berufswunsch wohl etwas verfehlt hat... sie will den lieben langen Tag nur mit den Tieren kuscheln, lässt sich von der Panik der Besitzer anstecken und macht dann alle verrückt und kann kein Blut sehen. Man muss Ruhe bewahren können, sollte auf Menschen eingehen können und sich nicht vor Kot, Urin, Blut und Gestank abschrecken lassen. Auch sollte man eine gewisse körperliche Belastung mitbringen können. Nicht jeder TA hat Tische, die sich auf den Boden fahren lassen und so ein 40kg Hund ist dann kein Zuckerschlecken ;)

Ich will dich jetzt nicht abschrecken, aber ich habe durch die vielen Probearbeiter in letzter Zeit das Gefühl bekommen, dass dieser Beruf unterschätzt wird. Es werden auch Tiere eingeschläfert und man kann nicht allen helfen. Damit muss man klar kommen- und zum Tiere streicheln ist in den wenigsten Fällen Zeit.
 
Maravilla

Maravilla

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Hallo,

ich habe keine eigenen Erfahrungen, deshalb nur kurz was vom Hörensagen einer Freundin. Diese hat ihre Ausbildung auf dem Land in einer Tierklinik gemacht. Dadurch zählten nicht nur Kleintiere zu den Patienten, sondern auch Großtiere. Das brachte immer wieder schlaflose Nächte mit sich, wenn es nachts Einsätze gab, entweder in der Klinik oder beim Landwirt auf dem Hof. Auch hier ist Belastbarkeit sehr wichtig. Es war in ihrem Fall auch ziemlich egal, ob am nächsten Tag Berufsschule auf dem Programm stand. Soweit ich es verstanden habe, spielten auch bei ihr verwaltende Tätigkeiten eine wichtige Rolle.

Von unserer Tierarztpraxis kann ich nur sagen, dass - zumindest immer wenn wir dort sind - bei der Behandlung die ausgelernten Kräfte assistieren bzw. das Tier halten (keine Ahnung, wie es bei OPs aussieht). Die Azubi hingegen sitzt am Empfang und macht dort die ganzen Arbeiten. Vielleicht ist das Zufall und der Dienstplan sieht es so vor...
 
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kiiwi

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Vielen Dank für die schnelle und vor allem ausführliche Antwort! :)

Jetzt kann ich mir schon ein wesentlich besseres Bild machen^^ Ich verstehe was du meinst, man braucht vermutlich auch etwas Glück bei der Wahl der Praxis selbst ^^
In alles andere wird man dann hoffentlich schon reinwachsen, dafür ist die Ausbildung ja da ^^ Unterschätzen werde ich sie dabei aber definitiv nicht, ich finde nämlich auch dass es ganz schön viele und vor allem vielfältige/verschiedene Tätigkeiten sind, die auf einen warten und erstmal erlernt werden müssen ^^
Dass die Tiere nicht zum streicheln da sind, ist mir durchaus bewusst :D Ich habe selbst ein Jahr lang (im Rahmen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres^^) in einem Zoo als Tierpflegerin gearbeitet :)
Daher habe ich auch keine Berührungsängste was alle möglichen Ausscheidungen eines Tieres anbelangt ;)
Wie ich mit dem Tod der Tiere umgehen werde, kann ich jetzt allerdings noch sehr schlecht beurteilen ^^ An meinen eigenen hänge ich sehr, aber ich werde mir die größte Mühe geben es nicht zu nah an mich herankommen zu lassen ^^
 
McLeodsDaughters

McLeodsDaughters

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Ich habe auch keine eigenen Erfahrungen (außer 2 Praktika beim TA), habe aber bei meinem Tierarzt nun schon einige Helferinnen in Ausbildung "mitgemacht".
Die helfen bei den Tieren im Behandlungszimmer, sind bei OPs dabei, sitzen am Empfang, geben Bestellungen auf,... Am Anfang natürlich eher zuschauen, statt selbst machen.

Darf ich fragen, wie alt du bist? In welchem Ausbildungsjahr bist du im Moment?

Ich persönlich würde ja, die jetzige Ausbildung beenden und noch eine zur Tiermedizinischen Fachangestellten dran hängen, wenn du das bis dahin immer noch willst.
Ich hätte nach 1 Jahr Ausbildung auch am liebsten aufgehört und mir was anderes gesucht (was sich auch an meinen Noten gezeigt hat, hab das erste Jahr wiederholt). Nun hatte im Juni 2015 meine Prüfung und bin übernommen worden.
 
Casimir

Casimir

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Das klingt doch schonmal gut :)
Wenn du schonmal im Zoo gearbeitet hast, muss ich dir wahrlich nichts von körperlicher Belastbarkeit und Ausscheidungen erzählen *lach*

Zum Thema Tod: ich muss ehrlich sagen, dass ich mir das schlimmer vorgestellt habe. Die Tiere, die wir einschläfern, sind wirklich am Ende. Für sie ist das schlicht eine Erlösung und unter dem Aspekt ist man nicht wirklich total bestürzt, sondern eher dankbar, dass das Leiden nun ein Ende hat.
Was mich eher mitnimmt, sind die Tränen und Reaktionen der Besitzer. Wenn die sich dann Vorwürfe machen, ob sie nicht zu lange gewartet haben usw. Das ist hart für mich. Aber auch da legt man sich mit der Zeit ein dickes Fell zu oder lernt anderweitig, damit umzugehen. So habe ich mir angewöhnt, die Materialien nach der Euthanasie beiseite zu legen, das Tier nochmal ordentlich hinzulegen und dann verlasse ich den Raum- so haben die Besitzer Zeit für den Abschied und ich kann mich selbst etwas ablenken.
Aber natürlich- Außnahmen bestätigen die Regel. Als wir einen Hund erlösen mussten, um den wir wochenlang vergeblich gekämpft hatten, waren selbst wir auch sehr nah am Wasser gebaut.
 
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Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten

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