Saatkrähenästling aufgenommen

Diskutiere Saatkrähenästling aufgenommen im Wildvogel Forum Forum im Bereich Vogel Forum; Liebe Tierfreunde, ich möchte Euch unsere Geschichte erzählen. Nehmt euch Bitte einen Moment Zeit zum lesen..... Mein Lebensgefährte und ich...
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nICOLLI

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Liebe Tierfreunde,

ich möchte Euch unsere Geschichte erzählen. Nehmt euch Bitte einen Moment Zeit zum lesen.....
Mein Lebensgefährte und ich haben nun schon zum vierten Mal die Chance bekommen, einem hilfsbedürftigem Tier helfen zu können. Beim ersten Mal war es ein Weisser Schäferhund - Husky - Mix aus Spanien, beim zweiten Mal war es ein Spatzenbaby, beim dritten mal ein Krähenbaby und jetzt ganz aktuell auch wieder ein Krähenbaby. Eine Saatkrähe um genau zu sein. Ein Baby ist der Kleine eigentlich nicht mehr. Ästling wäre treffender. Das mal vorab. Nun aber zum eigentlichen...

Vorgestern, 13.06.2016, kam mein Lebensgefährte von der Arbeit und brachte einen Karton mit. Er sagte nur: "Wir haben ein Problem! Eine Neue Herrausforderung!" An dieser Stelle habe ich den Karton aber noch nicht gesehen. Ich hab mit allem gerechnet. Dann trat er ein wenig zur Seite und ich sah den Karton. In dieser Sekunde war für mich völlig klar, egal was da in diesem Karton sitzt, zieht bei uns ein. Ich öffnete den Karton und zum Vorschein kam ein kleiner Saatkrähenästling. Der kleine Kerl machte einen total fitten Eindruck und eroberte mein Herz im Sturm. Er Hobste da im Karton umher und schaute mich mit seinen wahnsinns Augen an. Mein Lebensgefährte hat den kleinen Racker während seines Dienstes nicht aus den Augen gelassen, in der Hoffnung, dass er beobachtet, das seine Mama ihn noch füttert. Nach 8 Stunden war eindeutig klar: der Kleine braucht Hilfe. Nix von Mama zu sehen. Karton besorgt und präperiert und den Kleinen eingepackt. Soviel dazu....

Da unsere letzte Hilfsaktion schon gut 5 Jahre zurück liegt und wir damals auch garnicht soweit kamen,(dazu später mehr), einen Käfig zu besorgen, war der 2. Punkt auf der to Do Liste: Käfig besorgen, Punkt 1: FUTTER BESORGEN! Gesagt, getan... Futter hatten wir bereits 20 Minuten später und ein Käfig, ein grosser Kanninchenstall, war gut 3 Stunden später organisiert, gereinigt, platziert und mit Küchentüchern und Handtüchern ausgelgt. Der Kleine konnte jetzt einziehen... An dieser Stelle hat er schon ordentlich Tatar gefuttert. Also mit gefülltem Kropf rein ins Neue Zuhause...

Kleiner Zeitsprung....

Die erste Nacht verlief wunderbar. Ausgeschlafen und hungrig schaute uns der Kleine kurz nach Sonnenaufgang an. Also Tatar zum Frühstück.... Für heute standen noch eine Sachen auf dem Plan... Futterergänzung besorgen und den Tierarzt besuchen... Leichter gesagt als getan die Sache mit dem Tierarzt. Futter war schnell gekauft. Wir wussten ja noch von den letzten beiden Malen was wir brauchen und wo wir es bekommen. Aber beim Tierarztbesuch wurde es echt knifflig... Es war mittlerweile Mittag und mir viel hier zum ersten mal auf, das der linke Flügel ein bisschen hing. Es waren aber keine Verletzungen oder Brüche zu erkennen. 2 Stunden später hing der 2 Flügel auch. Der kleine wirkte auch nicht mehr ganz so fit. Fütterungszeit! Die Menge, die der kleine Kerl aufnahm, war nicht mal die Hälfte eines Esslöffels. Vielleicht hat er noch keinen Hunger?!? An diesem Punkt habe ich bereits schon einige Telefonate mit Tierärzten gehabt. Angefangen bei meinem Tierarzt, wo ich seit 11 Jahre mit unserem Hund bin. Die Gespräche endeten abrupt mit EINEM SATZ, nach dem ich erwähnte, dass es sich um eine Saatkrähe handelt. Der Satz lautete: Wenden Sie sich an die NABU..... An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir vor circa 5 Jahren mit einem Krähenbaby da waren und der kleine wegen eines gebrochenem Flügels eingeschläfert wurde. Deswegen haben wir auch keinen Käfig oder ähnliches gehabt. Natürlich ist eine Auswilderung an sich schon sehr schwierig, ABER MÖGLICH. Auch nach einem geheieltem Bruch des Flügels. Die Krähe damals hätte nicht eingeschläfert werden müssen. Also die NABU war für uns absolut keine Alternative. Wieder ans Telefon. Es muss doch hier einen Tierarzt geben, der mich nicht nur darüber aufklärt, das ich mich mit dem "Besitz" einer Saatkrähe strafbar mache oder mich an diese Institution verweist. Nach weiteren 3 Stunden hatte ich einen Riesen Radius an Tierärzten abtelefoniert und immer das gleiche gehört. Frustrierend!!! Dem Kleinen ging es immer Schlechter. Also alle Freunde und Bekannten angerufen, ob noch irgend jemand endweder einen Tierarzt kennt, der Helfen kann oder Elektrolytelösung und Wurmkur hat. Das grosse Problem war, dass der Kleine Durchfall bekommen hatte. Nix! Wir haben sogar bei hiesigen Hühnerzüchtern und Bauern, die Hühner haben und deren Eier verkaufen, nachgefragt. Da haben wir nur gehört, dass diese keine Wurmkur für Ihre Hühner verabreichen. Noch ein denkanstoß! Mittlerweile war es 23.00 Uhr und wir den Tränen nahe. Nichts erreicht.... Ich nahm den Kleinen aus seinem Käfig um Ihm Nahrung oder weinigsten Wasser anzubieten. Er kauerte nur noch. Ich nahm Ihn also raus und er verweigerte komplett die Nahrung. Dann war es nur noch eine Sache Minuten und wir mussten zusehen, wie der Kleine Kerl, eingekuschelt in meiner Hand, den letzten Atemzug machte und aus seinen wundervollen Augen das Leben wich....

Wir haben es nicht Verstanden. Er hätte nicht sterben müssen!!!! Bestimmt 35 angerufene Tierärzte verweigerten die Hilfe. Bringt die Untersuchung einer Saatkrähe nichts in die Kasse? Ist die Behandlung eines Wildtieres für den Finder etwa kostenlos? Wir hätten bezahlt! Keine Frage... Als wir wegen uns wegen möglicher Krankheiten, Parasiten und vorbeugender Massnahmen wie Impfungen u.s.w. in vielen Foren informiert haben, bekamen wir viele schöne Geschichten zu lesen. Auch über Tierarztbesuche. Das Thema war für viele Finder von Rabenvögeln kein Problem. Was für ein Glück für die Fundtiere... Warum nicht bei uns in der Region???? Wir kamen schon im Laufe des Nachmittags ins Krübeln, warum das so ist, wie es sich immer mehr abzeichnete. Warum sollten wir gleich zur NABU? Der kleine brauchte doch ärztliche Hilfe? Bei der Nabu hätten wir 30 Euro bezahlt und wir wären nicht mal am Auto gewesen, da hätte man den Kleinen eingeschläfert. Natürlich ist nichts gegen eine Schutz- oder Bearbeitungsgebühr zu sagen die kassiert werden. WO LANDEN WIR, WENN WIR ALLE NOTHILFEVEREINE UND PRIVATE HAUSHALTE, DIE FUNDTIERE AUFNEHMEN UND AUFZIEHEN, WEG DENKEN????? Dann geht es schlicht und ergreifen nur noch um ein riesen Politikum!!! Und was wird aus den kleinen die wirklich Hilfe brauchen???

Und jetzt kommt der absolute Oberhammer:
Mein Lebensgefährte stiess eben auf folgenden Hinweis auf der Seite des nabuzentrum-leiferde.de:

Hier ein Auszug:

Transport

Setzen Sie den Vogel in einen Karton, der mit Zeitungspapier ausgelegt ist und mit Luftlöchern versehen sein sollte. Wählen Sie einen Karton, der nicht viel größer als der Vogel ist, um zusätzliche Verletzungen zu vermeiden.

Der Karton sollte gut verschlossen sein. Achten Sie darauf, dass der Vogel bei der Verwendung von Klebeband nicht daran kleben bleiben kann.

Der Transport in Käfigen kann zu Verletzungen an Flügeln und Federn führen.


Um dem Tier unnötigen Stress durch lange Transporte zu ersparen, sollte zunächst der nahe gelegene Tierarzt aufgesucht werden. Tierärzte sind entsprechend der Berufsordnung für Tierärzte des Landes Niedersachsen §13 (4) „In Notfällen (…) auch ohne Anforderung zur Leistung der Ersten Hilfe bei Tieren verpflichtet.“

Hier der komplette § 13 der Berufsordnung für Tierärzte des Landes Niedersachsen

§ 13
Ausübung der Praxis
(1) Die Tierärztinnen und Tierärzte üben ihren Beruf auf Anforderung aus. Das Anbieten oder das Vornehmen tierärztlicher Verrichtungen ohne vorherige Bestellung ist unzulässig, abgesehen von Notfällen und amtlich angeordneten Verrichtungen sowie den durch Betreuungsverträge vereinbarten Tätigkeiten.

(2) Das Behandeln eines Tieres oder eines Tierbestandes ohne vorherige Untersuchung ist grundsätzlich unzulässig.

(3) Die niedergelassenen Tierärztinnen und Tierärzte sind in der Ausübung ihres Berufes grundsätzlich frei. Sie können eine tierärztliche Behandlung ablehnen, soweit sie nicht rechtlich dazu verpflichtet sind. Sie können sie ins besondere dann ablehnen, wenn sie der Überzeugung sind, dass zwischen ihnen und den Tierbesitzerinnen und Tierbesitzern oder deren Beauftragten das notwendige Vertrauensverhältnis fehlt.

(4) In Notfällen sind alle Tierärztinnen und Tierärzte auch ohne Anforderung zur Leistung der
Ersten Hilfe bei Tieren verpflichtet.

Danach können Sie Kontakt zu den Naturschutzbehörden bzw. einer Betreuungsstation aufnehmen.


Irgendwie haben diese Tierärzte das alle vergessen!!! Warum wird es einem so schwer gemacht zu helfen? Um was geht es denn wirklich? Ganz Deutschland bläst in das Tierschutzhorn und wenn man genau schaut, ist es nur ein riesen Politikum und ein riesen Haufen an Widersprüchen wie folgender: Jäger haben uns gestern an den Kopf geknallt: Schmeiss an die Wand... Hals umdrehen und so weiter... Ist das nicht auch gesetzeswidrig? Ist es etwa erlaubt ein Wildtier umzubringen, statt Ihm ärztlich versorgen zu lassen, aufzuziehen unter Berücksichtigung wichtiger Punkte (z. B.: Gewöhnung an den Menschen), um Ihn im allerbesten Fall wieder auszuwildern? Wo leben wir denn????

Natürlich gibt es auch die andere Seite. Wir haben uns schon gefragt, ob wir Menschen uns überhaupt das Recht rausnehmen dürfen, so, fast schon massiv, in die Entscheidung der Natur einzugreifen. Es gibt für uns 2 Hauptgründe, warum ein Vogel in diesem Alter nicht in seinem Nest sitzt: rausgefallen bei Flatterversuchen oder von den Eltern aus dem Nest geworfen, weil es Krank ist. Die Natur regelt solche Sachen, aus welchen Gründen auch immer Tiere verstossen werden, völlig selbstständig. Ein eingreifen durch den Menschen ist eigentlich nicht nötig. Kannst Du "Nein" sagen, wenn jemand mit nem Kleinen hilfbedürftigem Tier vor Dir steht??? Oder Du beim Gassi gehen mit deinem Hund ein verstossenes Tier findest? Also ich möchte keinen verurteilen, der sich die Arbeit und das ganze drum herum, wie die Trauer die einhergeht, wenn der Pflegling es nicht schafft, nicht antun möchte. Wir würden es sofort und egal welches Tier wieder tun... Nur beim nächsten Pflegling bestehe ich beim Tierarzt auf eine Untersuchung. Wenn nötig mit rechtlichen Konsequenzen bei Weigerung!!!! Das Recht haben wir Helfer und vor allem die Pfleglinge... Oder sehe ich da was Falsch???

Zum Abschluss noch ein kleines Wort in eigener Sache:
Ich finde es grossartig und absolut bemerkenswert, wieviele Helferleins es gibt!!! Das es wirklich Menschen gibt, die weder Kosten, noch Mühen, noch Arbeit scheuen und Tieren helfen. Egal ob Hund, Katze, Igel, Vogel oder Fisch, egal ob Privat oder in Tierheimen oder Pflegestationen!!! Seit Stolz auf Euch und bleibt am Ball!!! Und solltet Ihr auch schon mit einem Pflegling beim Tierarzt abgewiesen worden sein, nutzt beim nächsten mal den § 13 der Berufsordnung für Tierärzte des Landes Niedersachsen. Solltet Ihr nicht in Niedersachsen wohnen, recherchiert doch kurz mal, wie sich das in Eurem Bundesland verhält. Dann muss kein Tier mehr unnütz sterben...

Danke für´s lesen!!!
 
  • #1
A

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Mariama

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Hallo Nicole,

ich habe den Titel deines Threads geändert um anderen Usern, die einen Saatkrähenästling aufnehmen, die Möglichkeit zu geben, ihn zu finden.

Deine Empörung kann ich nachvollziehen, möchte sie aber etwas relativieren. ;)

"Normale" Kleintierärzte haben wenig bis gar keine Ahnung von Diagnostik und Behandlung von Vögeln, weil diese im Studium nur ganz kurz gestreift werden. Mit einem behandlungsbedürftigen Vogel sollte man deshalb immer einen Facharzt für Ziervögel aufsuchen. Adressen findest du hier: http://www.vogeldoktor.de/

Bei manchen findest du bereits in den Bewertungen einen Hinweis, ob dort auch Wildvögel behandelt werden. Wo er fehlt, würde ich dir raten, vorher anzurufen und nachzufragen.

Was nutzt alles Pochen auf ein Recht, wenn der Tierarzt nicht die notwendigen Kompetenzen besitzt? Auch jeder Humanmediziner ist zur Hilfeleistung im Notfall verpflichtet. Würdest du deshalb einen Dermatologen zwingen, dich zu operieren? Das könnte schlecht für dich ausgehen.

Allerdings würde ich von diesem Dermatologen erwarten, dass er dich an einen kompetenten Chirurgen überweist. Gleiches erwarte ich auch von Tierärzten, die mit ihnen vorgestellten Patienten überfordert sind. Diese Forderung ist übrigens auch Bestandteil der Berufsordnung für Tierärzte.

Insofern stimme ich dir zu.

Nun speziell du eurem Krähenästling. Das gibt es viele Möglichkeiten, was da schief gegangen sein könnte. Entweder wurde er von den Eltern aufgegeben, weil er nicht überlebensfähig war. Oder er hätte gar nicht der Natur entnommen werden dürfen und hätte überlebt, wenn er an Ort und Stelle verblieben wäre. Krähen lassen sich über sehr lange Zeiträume nicht bei ihren Ästlingen sehen und lotsen sie erst gegen Abend auf einen hohen Baum.

Bitte setzt nie einen Wildvogel in einen Käfig. Sie stoßen sich am Gitter die Federn an und können erst nach der vollständigen Mauser ausgewildert werden. Der diesbezügliche Hinweis des NaBu macht durchaus Sinn.

Mitarbeiter des Nabu würden übrigens nie einen Wildvogel einschläfern, weil sie das gar nicht dürfen.
 
Sini

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Mir stellen sich gerade einige Fragen:
Wie ist es dir aus dem einmaligen Kontakt zu Einzelpersonen vom NABU möglich, zu wissen wie der gesamte Verein NABU grundsätzlich mit hilfsbedürftigen Vögeln umgeht? Hast du dir denn die Gründe erklären lassen die dazu führten, dass der Vogel damals vor fünf Jahren eingeschläfert wurde?

Wie viele Wildtiere gehen im Gegenzug wohl ein, weil sie von Menschen ohne Ahnung "gerettet" werden, die meinen sie alleine aufpäppeln zu können?

Ich bin froh, dass es Experten gibt die sich kümmern und Menschen, die ihre Defizite einsehen und Tiere genau an die Menschen übergeben die etwas davon verstehen. Wer gerne hilft, kann sich ja auch an solche Orgas wenden, egal ob es sich um Katzen, Hunde oder Wildtiere handelt und dort unter Anleitung anderer das Pflegen lernen.

Ich selbst habe eine wenige Tage alte Türkentaube an eine Mitarbeiterin der Wildvogelhilfe abgegeben. Sie wurde erfolgreich aufgezogen, lebte noch einige Zeit in einer Voliere im Garten der Dame, hat dann einen netten, wilden Mann gefunden, Voliere auf und Dudi und ihr Mann hielten sich auch Wochen danach noch in der Nähe des Hauses auf- so mein letzter Stand. Happy End.

Im Nachbarort wurde eine junge Elster von einem tierlieben aber ansonst unerfahrenen Mann von Hand aufgezogen. Auch sie wurde danach in die Freiheit entlassen, war jedoch derart auf den Menschen (Fehl)geprägt dass sie regelmäßig beobachtet wurde, wie sie Passanten anflog und teilweise attackierte. Einheimischen war sie bekannt, die vielen Touristen sind aber teilweise zu Tode erschrocken ettlichen Kindern hat sie auch große Angst eingejagt.
Nach wenigen Monaten wurde sie tot aufgefunden. Wahrscheinlich in "Notwehr" erschlagen...

Ich frage mich, wie du so ein trauriges Ende bei der Krähe hättest verhindern können? Also wie du vorgehen würdest um diese Fehlprägung zu vermeiden bzw. anderweitig zu gewährleisten, dass dieser Vogel später in der Natur zurecht kommen würden? Oder wäre auch ein dauerhaftes Leben in einem Käfig ein erstrebenswertes Ziel für dich?

Die Empörung über die Tierärzte die alle das Selbe sagen kann ich nicht so recht nachvollziehen. Ist dir denn nie in den Sinn gekommen, mal deine Haltung zu überdenken wenn so viele anderer Meinung sind? Schlußendlich ist doch dein gutgemeinter Rettungsversuch für den Vogel tötlich ausgegangen.
Der NABU in der Nähe wäre wohl durchaus in der Lage gewesen mit einem Tierarzt der Ahnung hat Kontakt aufzunehmen. Woran der Vogel gestorben ist, weiß niemand, aber vielleicht wären seine Überlebenschancen gerade dann größer gewesen wenn du einen anderen Weg eingeschlagen hättest?
 
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nICOLLI

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Hallo Sini,

als erstes hab erstmal vielen Dank für deinen kritischen Beitrag.

Du hast natürlich absolut Recht, wie es mir möglich ist, aufgrund eines einmaligen Erlebnisses zu behaupten, das die gesamte Org. so mit allen Tieren umgeht. Es ist nicht meine Absicht gewesen hier jemanden bzw. diese Hilfsorg zu verurteilen oder in ein schlechtes Licht zu rücken. Ich habe wirklich nur von der Erfahrung berichtet die ich diesbezüglich gemacht hab. Nicht nur in dem Fall mit dem Vogel von vor 5 Jahren. Dadurch sensibilisiert bekam ich schon mit, was in den Medien und anderen Foren so berichtet wurde. An dieser Stelle möchte ich aber auch nochmal deutlich machen, und das kam in meinem Beitrag wohl auch Falsch rüber, dass ich nicht sagen möchte, dass diese Hilfsorg ein inkompetenter Verein ist mit faulen MA. NEIN! Ich bin mir sicher, dass es auch hier in dem umliegenden Vereinen nicht nur kompetentes Personal, sondern auch über die Maßen hinaus engagiertes Personal gibt. Diese damalige Erfahrung hat uns insofern geprägt, das wir den Eindruck bekommen haben, dass wir diesen damaligen MA irgendwie gestört haben. Es war ja auch schon später Abend als wir mit dem Vogel hingefahren sind. Aber aufgrund dessen und da gebe ich Dir vollkommen Recht, sollte ich nicht alle Hilfsorg und deren MA verurteilen.

Also in der heutigen Zeit ist es um einiges einfacher, sich zu belesen und aufzuschlauen. Das Internet ist vollgepackt mit Informationen. Wobei man sagen muss, dass nicht alles, was veröffentlicht wird, auch der Wahrheit entspricht oder sich auf fundiertes Fachwissen stützt. Deswegen haben wir uns schon damals sehr viel Wissen angeeignet. Wir sind uns auch vollkommen im Klaren darüber gewesen, dass wir, wenn wir einen Pflegling aufnehmen, so wenig wie möglich Kontakt zu diesem pflegen. Die Gefahr einer Fehlprägung, und das braucht man nicht in Klammern fassen, ist extrem hoch, da jeder Kontakt vom Menschen alles andere als optimal ist. Zumal sich der Mensch auch schnell zu Mitleid hinreißen lässt und meint, mit vielem tätscheln und anfassen sei Ihm geholfen. Die Zukunft für diesen kleinen Zögling haben wir uns schon so vorgestellt, dass er sobald es möglich ist, ausgewildert werden sollte. Sobald die Nahrungsaufnahme selbstständig erfolgt wäre, hätten wir den kleinen in die Aussenvoliere gezogen...Wie ich bereits geschrieben hab, sollte man sich grundsätzlich die Frage stellen, ob man überhaupt das Recht hat, so in das Naturgeschehen einzugreifen. Wenn man diese Frage nüchtern und emotionslos betrachtet, wäre die Antwort ein klares Nein. Wir haben Grundsätzlich nicht das Recht dazu. Aber ich bin sehr froh, dass es beherzte Menschen gibt, die verstoßene Tiere aufnehmen und pflegen und sich dabei an die artgerechte Haltung und spätere Auswilderung halten. Ich hab kein Verständnis dafür, wenn Menschen sich an Nestern vergreifen oder, wo auch immer her, sich Rabenvögel oder andere Wildtiere beschaffen. Unser Ziel war es von Anfang an, den kleinen wieder auszuwildern. Damit keine "Notwehrhandlungen" und "Angriffe" auf Menschen passieren, ist es absolut wichtig sich an die Regeln zu halten.

Auf Deine Frage hin, wie wir so ein trauriges Ende hätten verhindern können, hab ich bereits geschildert, was wir versucht haben. Angetrieben von sehr vielen Einträgen in Foren, wo Menschen berichteten, dass Sie in Kooperation mit Tierärzten Vögel aufgezogen und erfolgreich ausgewildert haben, war das unser Ziel. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es hier so schwer ist einen Tierarzt zu finden, der uns unterstützt. Damit komme ich auch gleich zum nächsten Punkt. Hätten die TA´s gesagt, wir kennen uns nicht aus damit oder ähnliches, hätte ich es wohl auch verstanden, aber das ein sofortiger Verweis auf die Hilfsorg kam, haben wir nicht nachvollziehen können. Du bist absolut im Recht, wenn Du sagst, wir hätten zu dieser Org. fahren sollen. Die Frage haben wir uns auch gestellt: Haben wir seine Qualen nur verlängert durch den Versuch ihm zu helfen? Natürlich könnte man jetzt sagen JA! Vielleicht aber auch nicht. Es hätte so viel passieren können, wenn wir Ihn einfach da gelassen hätten, wo er gefunden wurde. Es wäre vielleicht auch anders ausgegangen, wenn wir Ihm einen Tierarzt hätten vorstellen können. Es gibt da sehr viel wenn und Aber und hätten wir nicht dies oder das machen sollen und können. Wir wissen halt auch nicht wirklich, was mit dem kleinen vorher passiert ist. Ist er verstossen worden, weil er bereits Krank war? Das weißt Du sicherlich auch, dass nicht nur Vogeleltern so den Nachwuchs schützen. Das ist in jedem Bereich der Tierwelt so. Oder ist er einfach aus dem Nest gefallen und hat sich beim Aufprall auf Beton innere Verletzungen zugezogen? Es gibt wie gesagt noch viele "Oder´s", also Gründe und Spekulationen die zu seinem Ableben führten. Aber die Hilfsorg kam für uns nicht in Frage. Es ist auch kein Geheimnis, das gerade jetzt die Auffangstationen total überfüllt sind. Damit die Gefahr, aus unserer Sicht(!), grösser ist, das ein Tier vorschnell eingeschläfert wird. Er hatte vielleicht von vor herein keine Überlebenschance und da muss ich Dir Recht geben, hätten wir Ihn umgehend erlösen müssen. Aber die Hoffnung stirbt zu letzt und was für uns bleibt, sind 1000 Fragen, die wir jetzt versuchen zu klären, damit wir beim nächsten Fundtier noch besser vorbereitet sind.

Und zum Abschluss möchte ich nochmals loswerden, dass es nicht meine Absicht war und auch weiterhin ist, irgendeine Person oder Institution anzugreifen oder übel nach zu Reden. Sollte sich jemand aufgrund meines Beitrages angegriffen fühlen, vielleicht ein Mitarbeiter einer Hilfsorg o. Ä, dann entschuldige ich mich auch im Namen meines Lebensgefährten hier und jetzt in aller Form.

Liebe Sini, Danke für den einen oder anderen Denkanstoß und ich würde mich freuen, wieder von Dir zu lesen.
Vielen Dank und einen schönen Tag

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Liebe Mariama,

vielen Dank für Deine Antwort und die wertvollen Tipps.

Deinen Vergleich mit dem Dermatologen verstehe ich absolut. Das war auch nicht unser Bestreben, den kleinem zu irgendeinem Tierarzt behandeln zu lassen, der sich nicht ran traut, weil Fachwissen fehlt. Aber wie du richtig erkannt hast, wäre es für mich nachvollziehbarer gewesen, wenn die TA´s mir das direkt gesagt hätten. Und im allerbesten Fall mir einen Kollegen hätten empfehlen können. Mit jedem erfolglosem Telefonat, wuchs in mir nicht nur die Angst Ihn zu verlieren, sondern auch das Unverständnis darüber, dass für die Praxisangestellten und auch die Ärzte mit denen ich sprach, das Thema sofort beendet war. Kein können wir nicht machen, weil Kenntnis fehlt und kein rufen Sie mal da an. Außer der Verweis an die Auffangstation. Also sollte mir das nochmal passieren, drauf pochen würde ich nicht, aber ein Gespräch nimmt nach dem erwähnen einer solchen Information gleich eine andere Wendung. Meistens zu mindest.
Also aufgrund des Fundortes weiß ich, bzw. bin ich mir sehr sicher, dass er das nicht überlebt hätte, wenn wir ihn da gelassen hätten. Von Füchsen und Katzen angefangen bis hin zu Menschen, die kein Verständnis für die Existenz von Rabenvögel im Allgemeinen haben (in vielen Augen ist der Rabenvogel mehr Schädling und wird als Ungeziefer bezeichnet), bis hin Autos und Co. Also mein Lebensgefährte hat wirklich aufmerksam die ganze Sache beobachtet. Natürlich können die Eltern auch irgendwo gesessen haben und haben Ihn nicht aus den Augen gelassen. Zumindest war kein Kontakt zwischen Eltern- und Jungtier zu beobachten, was aber, wie Du ja auch geschrieben hast, nicht ungewöhnlich ist, das Sie dem Nachwuchs über längerem einem längeren Zeitraum fern bleiben. Eine Entscheidung musste dann gefällt werden. Vielleicht war es falsch, sich für eine Mitnahme zu entscheiden, was mich zu der bereits öfter erwähnten Grundsatzfrage bringt: Darf der Mensch überhaupt und grundsätzlich eingreifen??? Lassen sich die Menschen, die Pfleglinge auf - / mitnehmen zu sehr von Mitleid und Co leiten? Ich kann es nicht benennen, was mich immer wieder dazu anhalten würde, wieder einen Pflegling aufzunehmen. Nur beim nächsten Mal, wollen wir noch besser vorbereitet sein. Schon allein einen TA der Wildvögel behandelt möchte ich dann in der Kurzwahl haben. Auch für den richtigen Schlafplatz werden wir dann gesorgt haben. Der kleine war zum Glück noch so klein, dass er keinen Kontakt zu den Stäben des Käfig´s hatte. Er konnte gerade Mal über den Rand des Unterteiles sehen ohne sich lang zu machen.
Der eine Mitarbeiter der besagten Org. Wildvögel nicht einschläfern darf, wusste ich nicht. Und doch hat er es gemacht. Vielleicht war es auch ein Tierarzt in Feierabend, der ehrenamtlich dort gearbeitet hat. Das weiß ich halt nicht und möchte auch absolut nicht behaupten, dass er hauptberuflich kein Veterinär ist bzw. war.
Ich danke Dir nochmal´s für die Tipps. Auch für Kritik bin ich sehr gern offen. Ich möchte mich auch nicht von der Schuld befreien, dass wir sein Leid nur verlängert haben. Man weiß es nicht…
Hab einen schönen Tag…
Liebe Grüße
Nicolli
 
F

feiveline

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Ich hatte auch schon (verletzte) Krähenästlinge. Bis auf einen (Flügelbruch) wurden sie kurzfristig behandelt (meist AB weil es sich um Hack- oder Bissverletzungen handelte) und dann so schnell wie möglich genau dorthin zurückgebracht wo sie gefunden wurden.


Kräheneltern suchen und rufen noch tagelang nach ihrem Nachwuchs und sie wissen auch genau wo sie eins „verloren“ haben. Auch in meinen Fällen haben die Eltern „ihren“ Nachwuchs sofort wieder aufgenommen, natürlich nicht ohne mich ausreichend zu attackieren.

Dass „Dein“ Ästling gestorben ist tut mir sehr leid, aber ich kann nicht anders als zu sagen, da waren nicht die TÄ schuld.

„Schuld“ waren die, die ihn aus der Natur entnommen haben, in diesem Fall Dein Freund und die die ihn nicht unverzüglich wieder zurückgebracht haben, also Ihr,

An keiner Stelle Deiner Schilderung kann ich eine nachvollziehbare Begründung sehen sich das Tier anzueignen, Du schriebst ja selber wie fröhlich er die ersten Stunden bei Euch rumhopste und futterte. Er benötigte allerwahrscheinlich keine „Hilfe“, somit war die Entnahme tatsächlich strafbar, und der Kleine hat den höchsten Preis dafür bezahlt… sein Leben… L
 
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nICOLLI

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Hallo Feiveline,

vielen Dank für Deinen Beitrag und deine kritische Meinung.

Die "Rettung" eines Tieres ist immer eine zweischneidige Klinge. Aber wenn Du all meine Antworten gelesen haben solltest, müsste Dir aufgefallen sein, dass ich durchaus in Betracht ziehe, dass es meine bzw. unsere Schuld war. Und ich gebe nicht den Tierärzten die Schuld. Ich hätte mir lediglich ein bisschen mehr Unterstützung und Offenheit gewünscht. Wie ich bereits geschrieben hab, hätte ich es nachvollziehen können, wenn die Tä´s gesagt hätten, das Sie keine Wildvögel behandeln. Aber das taten Sie nicht. Wie auch schon geschrieben, hätte er da nicht bleiben können. Natürlich hätte sich das ganze viel schneller geklärt in dem der Kleine von ‘nem Fuchs geholt worden wäre oder von ‘nem Auto überfahren worden wär. Und selbst das wäre ein schnellerer Tod gewesen, als er Ihn jetzt erleiden musste. Aber das hat sich zu diesem Zeitpunkt ja nicht abgezeichnet. Für uns stand fest, dass er eher überfahren oder gefressen worden wäre. Es hätte nichts an der Situation geändert, wenn wir Ihn wieder an diese Stelle zurück gebracht hätten. Die Gefahren wären immer noch da gewesen. Wenn das für Dich nicht nachvollziehbar ist....

Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag

Liebe Grüße
Nicolli
 
Sini

Sini

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Zuerst einmal möchte ich betonen, dass ich es ganz toll finde, wie Du, Nicolli mit Kritik umgehst. Nämlich dass du dich nicht wie leider so viele persönlich angegriffen fühlst sondern dich mit ihr auseinandersetzt.

Meine Fragen sind damit beantwortet und ich kenne mich mit der Thematik ansonst gar nicht aus, um das weiter zu vertiefen.

Mein Fazit ist, dass ich mir auch weiterhin bei einer Orga Hilfe suchen würde deren Mitarbeiter sich mit der Pflege des jeweiligen Findlings auskennen.
Das Nicolli durch ihre Vorgehensweise den Vogel nicht retten konnte steht hinterher fest und ist auch leider nicht mehr zu ändern. Ob und inwiefern sie aber den Tod des Vogels verschuldet hat, lässt sich aber wohl genau so wenig feststellen. Oder sind das Füttern von Tatar und das Einsperren in einen Käfig für Krähenästlinge grundsätzlich tödlich?
 
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nICOLLI

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Liebe Sini,

Kritik, sofern sie im "Richtigen Ton" geäußert wird, ist für mich/uns kein Problem. Es regt mich und meinen Partner in erster Linie zur Selbstreflektion an, zum "mit sich selbst ins Gericht gehen“, um draus zu lernen und vor allem sind in Sachen Kritik ja auch Antworten und Hilfestellungen verborgen. Darauf sind wir doch alle irgendwie angewiesen, da die meisten von uns ja auch kein abgeschlossenes Studium in Vogelkunde haben. Auch weiterhin bin ich dankbar für den Erfahrungsaustausch und auch auf Hinweise was man verändern kann.

Um nicht nochmal selbst das Gefühl zu haben, nicht alles getan zu haben und vor allem meinen nicht ganz so positiven Eindruck der Auffangstationen zu verlieren, möchte ich mich auf jeden Fall mit den Auffangstationen in Verbindung setzten. Vielleicht hat sich dieses Bild, welches ich nun irgendwie habe, aufgrund von fehlenden Hintergrundinformationen zu der Arbeit und zu den Abläufen in einer Auffangstation, so hartnäckig eingebrannt. Es ist für mich auch ein Unterschied Abläufe in dem Moment zu beobachten, wenn ich nicht gerade gesagt bekomme, dass der Vogel, den ich mitgebracht habe, eingeschläfert werden muss. Mit ausreichend Abstand, also ohne Pflegling im Gepäck, würde ich das alles wahrscheinlich auch anders bewerten.

Also ich denke, dass es nicht das natürlichste ist, wenn man einen Pflegling in einen Käfig steckt. Aber bei einer Länge von 1,60 m, einer Höhe von 70 cm und die Tiefe des Stalls von ca. 60 cm war für den Moment erstmal ausreichend Platz. Dieser Stall war nicht als Endlösung gedacht. Wenn wir ein Findelkind bekommen, ist Tatar die erste Futteroption. Tatar oder Rührei. Alles Weitere wird dann am zweiten Tag besorgt. Nicht weil wir abwarten ob das Findelkind die Nacht übersteht, sondern weil die Zoo- und Tierhandlungen ja auch Öffnungszeiten haben. Es ist halt wirklich jedes Mal aufs Neue zu überlegen, Nimmt man einen Pflegling auf oder nicht....

Ich danke Dir nochmals für Deine Antwort und wünsche einen schönen Resttag
 
Mariama

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Hallo Nicole,

du wirfst interessante Fragen auf. Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Positionen zu der Frage, ob man einen einen verletzten, kranken oder aus dem Nest geworfenen Jungvogel überhaupt der Natur entnehmen sollte.

Die eine Seite beantwortet die Frage ausnahmslos mit nein. Die angeführten Gründe sind Weitergabe von schlechten Genen und die Tatsache, dass potentielle Fressfeinde schließlich auch Futter brauchen.

Kann man sicherlich nicht von der Hand weisen, muss es aber über das eigene Herz bringen, ein kleines Vögelchen einfach liegen oder sitzen zu lassen.

Ich arbeite seit vielen Jahren für unseren heimischen Wildvogelschutzverein und bediene oft das Notfalltelefon. Im Laufe der Zeit hat sich meine Vorgehensweise gewandelt. Ganz am Anfang weigerte ich mich, eine Amsel mit Unterschnabelbruch einschläfern zu lassen. Das arme Tier hätte sein Leben in Gefangenschaft mit ausschließlicher Zwangsfütterung verbringen müssen. Glücklicherweise hat mich unsere Fachärztin für Ziervögel überzeugt, das Tier erlösen zu lassen.

Heute weiß ich, dass manche Vögel eingeschläfert werden müssen, weil sie nie ein Leben in freier Wildbahn führen können, und ein Leben in Gefangenschaft Tierquälerei wäre.

Leider erlebe ich durch die Telefonate auch immer wieder, wie Ästlinge ohne wirklichen Grund mitgenommen werden. Die Leute wissen es einfach nicht besser und handeln aus Mitleid. Wenn sie bei uns am Telefon landen, werden die Ästlinge zurück gesetzt.

Zu den Rabenvögeln kann ich dir nur sagen, sie müssen wirklich nur "gerettet" werden, wenn sie offensichtlich schwer verletzt sind oder auf dem Bauch durch die Gegend robben. Im zweiten Fall haben sich die Knochen aufgrund von Kalkmangel nicht richtig entwickelt. Tiere mit dieser Erkrankung müssen erlöst werden.

Schlimm finde ich die Anrufer, die sich für die optimalen und kompetenten Tierschützer halten und einen Vogel selbst versorgen wollen anstatt ihn in unsere Obhut zu geben. Diese Art von Größenwahn führte einmal dazu, dass eine junge Ringeltaube nur noch erlöst werden konnte nachdem sie in der Obhut diese Finders durch unzureichende Ernährung viele Schmerzen erleiden musste. Gelernt hat er aus dieser Erfahrung wahrscheinlich noch nicht einmal.

Ich könnte Bücher zu diesem Thema schreiben...

Zur Fütterung der unterschiedlichen Jungvogelarten findest du hier eine Anleitung: https://www.tierforum.de/t103768-fu...uer-die-unterschiedlichen-jungvogelarten.html

Tartar und Ei waren für die Krähe richtig, andere Vogelarten kannst du damit umbringen.
 
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