Lange Trauer

Diskutiere Lange Trauer im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Tier Ecke; Hallo, leider weiß ich nicht ob das hier hin passt, aber nach langer Ratlosigkeit wollte ich mich nun mal an euch wenden. Hier wird man ja...
tessa-Ami-Keith

tessa-Ami-Keith

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Hallo,

leider weiß ich nicht ob das hier hin passt, aber nach langer Ratlosigkeit wollte ich mich nun mal an euch wenden.
Hier wird man ja doch eher verstanden, als von anderen Leuten..
Ich hatte glaube ich sogar schon einmal etwas dazu geschrieben hier.
Mein Kater ist vor fast 9 Jahren gestorben, als wir beide ca. 10 waren.
Wir sind zusammen aufgewachsen, kurz nach meiner Geburt kam er angelaufen und war wirklich mehr wie ein Bruder für mich. Er lag immer bei mir wenn es mir schlecht ging, ich durfte auf seinem Bauch schlafen (mit meinem Kopf), wir haben sogar manchmal verstecken gespielt und ich glaube, er hat das Spiel verstanden... Wir waren ein Herz und eine Seele, wie ich es noch nie im Leben erleben durfte. Das ist unbeschreiblich, ... ich hatte generell weniger "richtige" Freunde, da Menschen mich eigentlich eh schon immer verletzt haben, wie es halt so ist :eusa_shhh:
Mit meinen Tieren hatte ich mehr zu tun, vorallem mit ihm.
Einmal war
er einige Tage verschwunden, es war die schlimmste Zeit meines Lebens bis dahin.
Eines Tages wurde er krank, wir wussten nicht, was er hatte. Er lag bei uns im Bad und ich war die ganzen Tage bei ihm, habe in der Badewanne geschlafen, auf dem Boden, wollte mich um ihn kümmern.
Als es nicht mehr ging fuhren wir mit ihm in die Klinik, auf der Fahrt musste ich die ganze Zeit weinen. Ich wollte ihm sagen, wie sehr ich ihn liebe und dass er das wichtigste auf der Erde für mich ist, aber da meine Mutter neben mir saß konnte ich es irgendwie nicht aussprechen.
In der Klinik musste er über Nacht bleiben, ohne uns - ich wollte bei ihm bleiben, ihn nicht alleine da lassen. Wenn ich daran denke wie viel Angst er da gehabt haben muss, alleine ohne seine Familie, in so einer Klinik.. wird mir fast übel.
Wir fuhren also nach Hause, ich habe den ganzen Abend geweint. Am nächsten Morgen weckte meine Mutter mich und sagte mir, er sei gestorben. Ich habe geweint und geschrien, habe tagelang geweint, konnte nicht in die Schule,...
Es war als hätte mir jemand mein Herz rausgerissen. Ich war wochenlang, monatelang in tiefer Trauer... konnte nicht mehr lachen oder lächeln, empfand keine Freude mehr. Monatelang ging das so, fast ein ganzes Jahr.
Natürlich wurde es -zumindest das krasseste und das oberflächliche - besser, aber ich trauerte immernoch so stark ... nach knapp 4 Jahren wurde es dann ein wenig besser, ich musste nicht mehr jeden Tag an ihn denken. Ich glaube ich weinte fast 2 Jahre lang jeden Tag um ihn...

Lange Rede, kurzer Sinn - ich trauere nach 9 Jahren noch schlimm, manchmal einige Wochen nicht, weil ich kaum daran denke. Dann wieder jeden Tag.
Sobald jemand von ihm redet breche ich in Tränen aus.
Ich habe unglaubliche Schuldgefühle - zum einen, weil ich denke ich hätte erkennen müssen dass er krank ist. Dann hätten wir eher handeln können und er eine Chance gehabt..
zum anderen weil ich ihn in der Klinik alleine gelassen habe. Ich habe ihn da alleine sterben lassen! Das ist für mich unverzeihbar, weil er IMMER bei mir war als es mir schlecht ging. Und wo war ich? Einfach nicht da.
Ich glaube das ist das schlimmste...
und da ich mir das nie verzeihen kann weiß ich nicht, wie ich darüber hinweg kommen soll.
Könnt ihr mir helfen? Ich weiß nicht, ob diese Dauer der Trauer normal ist... für mich war er mein Bruder, mein bester Freund, mein Vater.
Aber niemand versteht mich in dieser Sache - zumindest weiß es fast niemand. Als alle fanden, diese Trauer sei nach 4 Jahren nicht mehr normal, habe ich aufgehört es irgendjemanden anzuvertrauen.
Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Ich will ihn nicht vergessen, das ginge ja nicht.. aber ich weiß einfach nicht, ob das normal ist und ob es nicht irgendeine Möglichkeit gibt, da ein wenig drüber hinweg zu kommen.
 
14.07.2016
#1
A

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Guest

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seven

seven

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Ach Süße....
Ich verstehe Dich sehr gut!
Als ich Kind war, hatte ich noch keine Tiere, die ersten hatte ich erst mit *rechne* Anfang 30...
Aber ich verstehe Dich trotzdem. Dein Kater ist mit Dir aufgewachsen. Von klein auf kanntest Du nichts anderes als ein Leben mit Deinem Kater. Und dann wurde er Dir entrissen... da warst Du 10.
In dem Alter hatte ich eine tierische Panik davor, dass meine Großeltern mal sterben - für mich damals unvorstellbar. (Als sie dann wirklich starben, war ich tatsächlich um die 30... da hatten sie ihr Leben gelebt und es war nicht so schwer.. Aber ich schweife ab...)
Was ich sagen will: Du darfst Dir überhaupt keine Vorwürfe machen! Du kannst rein gar nichts für den Tod Deines Katers!
Er war Dein bester Freund, und Du hast alles, aber auch wirklich alles für ihn getan, was Du tun konntest! Und er wird das ganz sicher gespürt haben. Nicht umsonst hattet Ihr eine so enge Bindung.
Aber was willst Du mit 10 Jahren großartig tun? Da bist Du auf Deine Eltern angewiesen, und die haben ja offenbar auch getan, was sie konnten. So wie es sich liest, kannst Du ihnen auch keine Vorwürfe machen.
Ich denke aber, dass wir hier schreiben und schreiben können - letztendlich musst DU diesen Schmerz ertragen, aber sei gewiss, dass Du Dir sicher keinerlei Vorwürfe machen darfst! Du warst 10... Ich bitte Dich!
Du warst da für ihn! Wenn nicht persönlich, dann aber zumindest in Gedanken. Das war das, was Dir in dieser schweren Zeit möglich war. Und in diesem Alter.

Fühl´ Dich mal ganz doll gedrückt, und fühl´ Dich auf jeden Fall auch verstanden! Und bitte... keine Vorwürfe mehr machen. Dein Kater hat Deine Liebe gespürt, ganz sicher!
Du sollst ihn nicht vergessen, das wäre ja völlig... daneben...
Vielleicht hast Du noch Fotos von ihm. Schau sie Dir an - erinnere Dich an die schönen Zeiten. Ich wünsche Dir, dass Du Dich bald auch mal mit einem Lächeln an ihn erinnern kannst... er sitzt jetzt zufrieden schnurrend auf seiner Käsewolke, weil er sich an die schöne Zeit mit Dir erinnert... Ich wünsche Dir, dass Du Dich auch irgendwann ebenso positiv an ihn erinnern kannst!

Alles Liebe
seven
 
McLeodsDaughters

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Ich versteh dich auch sehr gut.

Die Hündin meiner Großeltern wurde im Dezember 2007 eingeschläfert, meine Großeltern haben mir nicht Bescheid gesagt, hielten es für besser, wenn ich nicht dabei bin... Und als ich Freitags zum Mittagessen zu meinen Eltern bin, war sie nicht mehr da, schon beerdigt. Ich habe recht lang gebraucht um das meinen Großeltern zu verzeihen.
Gestern in 5 Monaten ist sie 9 Jahre tot. Als sie zu meinen Großeltern kam, war ich fast 1 Jahr alt, wir waren nur 9 Monate vom Alter auseinander.
Mir kommen heute noch die Tränen, wenn ich an sie denke. Mein Kuschelhund hat ihr Welpenhalsband & die Hundemarke an.
 
Audrey

Audrey

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Ich weiß was Du meinst - bei mir war es Johanna, die Hündin meiner Großeltern, sie war einfach mein "Soulmate". An dem Abend als sie an einem Gehirntumor ( im Alter von 6 Jahren!) gestorben ist, war meine Mami schon im Bett, mein Papa und mein Bruder haben nix gesagt... ich bin am nächsten Tag fröhlich heimgekommen und Mama meinte nur "Johanna"...?Das war im März 2000. Ich hab ihr Foto immer noch auf meiner Fensterbank - und inzwischen lächle ich, wenn ich sie seh. Ich freu mich sogar, wenn ich einen anderen Boxer (sie war ein Boxer) seh! Also es wird besser! *drück dich*
 
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