Ängstlicher Junghund! Frustration! Ich will meinen Hund nicht mehr!

Diskutiere Ängstlicher Junghund! Frustration! Ich will meinen Hund nicht mehr! im Hunde Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Hunde Forum; Hallo! Ich weiß schon jetzt, dass mich hier alle hassen werden, ich habe schon andere ähnliche Beiträge gelesen und weiß, was hier für Antworten...
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Tina10

Guest
Hallo!
Ich weiß schon jetzt, dass mich hier alle hassen werden, ich habe schon andere ähnliche Beiträge gelesen und weiß, was hier für Antworten auf mich zukommen.
Ich hoffe trotzdem, dass mich jemand versteht und mir vielleicht Ratschläge geben kann o.ä., weil ich weiß, dass ich mit meiner Situation nicht alleine bin.

Mein Partner und ich haben einen Welpen von 3 Monaten vor ca. 4 Monaten adoptiert. Es war eine gemeinsame Entscheidung. Ich bin Ersthundbesitzerin, hatte vorher nur Vögel, Kaninchen und die letzten 12 Jahre 2 Katzen.
Die Mutter meines Freundes hat zwei Hündinnen, mit denen wir den ganzen Sommer über spazieren waren, so sind wir eigentlich zu dem Entschluss gekommen selbst einen Hund aufzunehmen, weil es soviel Freude gemacht hat, sich mit den Hunden zu beschäftigen.
Unser kleiner ist auch ein sehr pfiffiges Kerlchen, kann mit 7 Monaten bereits 8 Kommandos/Tricks und lernt sehr schnell..
Nur eines lernt er nicht: dass er keine Angst vor fremden Menschen haben muss!

Und nun zu dem Problem:
Er ist unwahrscheinlich ängstlich! Er bellt jeden (!) vorbeigehenden Passanten an! Er ist nun schon 56cm im Widerrist und wird weiter wachsen und schon jetzt, haben die wenigsten Verständnis für sein Leinengepöbel. Ich versuche dann zu entschuldigen: er hat nur angst! er ist noch so jung! Dann gibt es Kopfschütteln und Vorwürfe, man arbeite nicht richtig an der Erziehung.. Aber das tun wir!
Wir sind in der Hundeschule und schauen uns jedes Video an für Leinenführung, für Angstbewältigung, gegen Leinenpöbeln... einfach alles!
Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit Auslastung und Erziehung.
Er bekommt auch täglich Freilauf von mindestens 1,5h und eben weitere Spaziergänge. In den Garten darf er auch zum toben und für seine Geschäfte.
Als wir ihn bekamen, kannte er noch gar nichts, da wurde uns von Vermittlerin und Tierarzt geraten ihn zu konfrontieren mit allem, was ginge.
Das taten wir auch!
Er kommt auch super mit Artgenossen zurecht, spielt sehr ausgelassen. Doch vor ein paar Tagen trafen wir mehrfach auf eher kleine Vertreter von Typ Hund und jeden von diesen verbellte er so furchtbar in die Flucht, dass ich
wirklich völlig entsetzt war... Es klang so grauenhaft, als würde sich gerade Schaum vor seinem Maul bilden.
Die anderen Hundehalter nehmen ihre kleinen Hunde auch immer auf den Arm, was ich nicht verstehen kann, denn Hunde untereinander ist doch ganz natürlich. Sie reagieren übrigens schon mit dieser Geste, bevor unser Hund überhaupt den ersten Laut von sich gegeben hat.
Er war zu jedem Zeitpunkt der Konfrontation an der Leine, da wir zu nah an der Straße waren, beziehungsweise die anderen Hundehalter mit ihrer Geste ja klar symbolisierten, dass an einem Spiel kein Interesse bestehe.

Ich sagte von Anfang an zu meinem Partner, ich hätte gerne einen aufgeschlossenen Hund, da meine Oma einen Angsthund hat und ich weiß, wie viel Arbeit das bedeutet.
Bei der Vermittlerin informierten wir uns zuvor über die Eigenschaften von unserem Kleinen, die sagte er wäre eben Welpentypisch neugierig, verspielt, etc... nichts von Angst! Auch beim Probegassi-gehen war er ganz anders, als bei unserem ersten Gassigang bei uns Zuhause.
Wir wohnen ziemlich nah an der Hauptstraße, die Straße ist also dementsprechend gut befahren und es sind viele Menschen dort unterwegs.
Er wird also tag-täglich mit unserer lauten Welt konfrontiert. In die Stadt sind wir auch öfter im Monat mit ihm gegangen/mit dem Bus gefahren.
Jedesmal, wenn sich uns ein Passant nähert, frontal oder von hinten, fixiert er diesen, bleibt stehen, nähert sich wieder und auf etwa Augenhöhe kläfft er dann los. Der Witz: er zieht in die Richtung des gefürchteten Objekts! Ob Mensch, Einkaufswagen, oder besonders gefährlich, zur Straße. Er zieht immer in die Richtung wo seiner Ansicht nach die Gefahr lauert. Ich versuche ihn immer abzuschirmen von den Menschen und besonders vor der Straße, weil ich ihm auch 'Schutz' bieten will, aber er will sich ja gar nicht verstecken!
Mittlerweile ist es mir auch kaum mehr möglich ihn zu halten, aufgrund seiner Größe.
Er bellt und knurrt schon sehr aggressiv und ich bin so frustriert!!
Nichts hilft! Kein Abbruchssignal, kein 'blockieren', keine Ablenkung mit Spielzeug/Leckerchen, gar nichts!
Er hat vor allem Angst, will nirgends hin und 'fällt' jeden aus der Entfernung an. Bewegt man sich auf ihn zu, weicht er letztendlich bellend zurück.

Manchmal bemerke ich ja nicht einmal, dass jemand hinter mir ist, erst wenn er dann los bellt. Oder letztes mal im Bus, da habe ich ganz entspannt und verträumt aus dem Fenster geschaut, weil er so lieb Platz gemacht hat und plötzlich bellt er zwei kleine Jungs an!
Souverän trete ich dann vor ihn, blockiere ihn, bis er sich beruhigt hat, dann wird gelobt. Doch er zittert nach so einem 'Anfall' immer stark, da hab ich auch Sorge, ob ich ihn nicht gerade bestätige, in seiner Angst.
Er wird auch immer von älteren Hunden 'gemobbt' und ich habe gelesen, dass Hunde eben die Unsicherheit anderer Hunde spüren und Ihre Chance auf Rangordnungsaufstieg so nutzen wollen. Er war der kleinste und leichteste Welpe aus dem Wurf, ich schätze er hat gelernt immer der zu sein der einsteckt.
Er ist eben ein äußert sensibler Hund. Das ist auch erkennbar an seiner Reaktion auf Schimpfe. Wenn ich ihn erwische, wie er gerade ein Blumenbeet zerpflückt, muss ich nur einmal NEIN! oder AUS! rufen, sobald ich dann auch noch näher komme, fällt er mir vor die Füße und schleckt in die Höhe um sich zu entschuldigen.

Und bevor jetzt jemand wieder den Spruch bringt: Das liegt ja nie am Hund, sondern immer am Halter: Ich versuche immer sehr entspannt zu sein, ich geh immer motiviert ran und versuche den letzten Spaziergang abzuhaken und von Null anzufangen! Nach dem katastrophalen Spaziergang lobe ich ihn mit ,,Das war ein toller Spaziergang! Super gemacht'' und belohne ihn danach auch meistens mit irgendwas, damit er positiven Bezug zum Spaziergang findet.

Aber mittlerweile, ist es schon soweit, dass es mir vor dem nächsten Gassigang graust und ich wirklich erschöpft bin.
Er winselt auch immer nach dem Spaziergang, dass er wieder raus will und ich ertrage sein gefipe nicht mehr!
Mein Partner ist für über einen Monat aus berufliche Gründen nicht Zuhause und ich muss allein auf ihn aufpassen. Da ich dachte, wir hätten vielleicht an der Konfrontation geschludert, bin ich mit ihm abwechselnd jeden zweiten Tag Wandern und in die Stadt gegangen. Je öfter ich das mit ihm gemacht habe, desto schlimmer wurde es. Jetzt hab ich damit aufgehört und geh so mit ihm, wie ich gerade Lust habe in den Park, unsere Wanderroute oder eben in die Stadt... aber am liebsten, will ich mich nur noch in meinem Bett verkriechen und mich vor ihm unter der Decke verstecken, damit ich sein Gewinsel nicht mehr hören muss.. auch aufs spielen mit ihm hab ich keine Lust mehr, weil ich einfach nur noch eine Pause von ihm brauche!!!
Mein Partner sagt, dass unser Kleiner ihn bestimmt nur vermisst, aber eigentlich ist er nicht anders als sonst auch, nur zu zweit, haben wir ihn viel besser im Griff, weil wir uns ja auch mit dem Gassigehen mal abwechseln.

Ich nerve meinen Partner schon seit über einem Monat mit dem Vorschlag einen Zweithund zu adoptieren, weil ich soviel darüber gelesen habe, dass ein Souveräner Zweithund meistens besser hilft, als Menschen ausrichten könnten.
Er lehnt das aber Strickt ab, weil er nicht will, dass unser Kleiner dann nicht mehr unsere 'Nummer 1' ist.
Jetzt muss ich mir selbst eingestehen, dass der Wunsch wohl besonders daher rührt, dass ich eigentlich lieber einen anderen Hund hätte... Und dafür schäme ich mich ungemein! Wir haben ja einen ganz zauberhaften Hund.. aber von der Optik her, hat ihn doch eher mein Partner gewählt und besonders von seinem Wesen her, finde ich einfach keine richtige Bindung zu ihm, weil es mich eben auch so fertig macht, dass jeder Spaziergang zur Strapaze wird.. Die Freude am Tier bleibt irgendwie auf der Strecke..

Achso in der Hundeschule riet man uns übrigens zum auf die Leine stellen und mit dem Bein blockieren. Hat nie funktioniert bei uns, nicht mal im Training mit der Hundeschulleiterin.

Was ich jetzt von euch möchte? Ich weiß nicht.. es mir vielleicht einfach mal von der Seele reden, aber besser noch Mut zur Hoffnung, dass das noch werden kann, oder vielleicht Tipps zur Angstbewältigung?

Lieben Gruß
 
28.01.2017
#1
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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
seven

seven

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Ich habe leider als Nicht-Hundehalterin keine Tipps für Dich, aber ich möchte Dir die Angst davor nehmen, dass Dich hier alle hassen werden. Aus Deinen Worten lese ich, dass Du sehr bemüht um den Hund bist und bisher alles versucht hast, was Du konntest und von dem Du wusstest, dass es evtl. eine Möglichkeit ist. Ich kann Dir daher nur sagen: Ich hoffe sehr, dass es hier noch gute Tipps für Dich gibt, damit Du eine gute Zukunft mit Deinem Hund hast! Und da es hier viele erfahrene Hundehalter gibt, bin ich da sehr optimistisch ;) Also: Kopf hoch!
LG seven
 
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Tina10

Guest
Das ist eine so positive Reaktion, mit der ich nicht gerechnet habe! Ich fühle mich wirklich furchtbar, also vielen Dank für die lieben Worte!:)
 
cherry-lein

cherry-lein

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Es gibt leider Hunde die ihre Angst niemals los werden, oft kann man eine Besserung erreichen aber manchmal kann man es einfach nicht ganz kurieren. Unsere Hündin war auch ein Angsthund, sie war sehr aggressiv zu Fremden und anderen Hunden, besonders draußen hatte sie eine ausgeprägte Leinenaggression. Was wir konnten haben wir ihr mit Hilfe eines Trainers beigebracht, den Rest haben wir hingenommen und Rücksicht darauf genommen. Draußen sind wir immer zu Zeiten gelaufen wenn man wusste das gerade sonst niemand geht, kam doch jemand sind wir großzügig ausgewichen.
Ich habe die Erfahrung gemacht das solche Dinge wie blockieren die Situation nur verschlimmern. Unsere Trainerin meinte man soll lieber das Verhalten ignorieren und einfach weiter gehen, egal wie der Hund in der Leine hängt, nicht auf das Verhalten eingehen und weiter gehen. Bleibt der Hund ruhig wird gelobt und bestätigt. Ich weiß es klingt schwierig aber es geht, wir hatten einen Bernhardiner, das war zwar nicht einfach 55kg tobenden Hund weiter vorwärts zu bekommen aber es war nicht unmöglich.
Man liest heraus das du einfach gerade total überfordert mit deinem Hund bist und sich das einzugestehen ist nicht leicht. Manchmal ist der Gedanke den Hund abzugeben auch der richtige Weg, wenn man so gar keine Bindung findet und nur Schwierigkeiten hat die sich nicht lösen lassen ist das weder für dich noch für den Hund schön.
 
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Tina10

Guest
Es gibt leider Hunde die ihre Angst niemals los werden, oft kann man eine Besserung erreichen aber manchmal kann man es einfach nicht ganz kurieren. Unsere Hündin war auch ein Angsthund, sie war sehr aggressiv zu Fremden und anderen Hunden, besonders draußen hatte sie eine ausgeprägte Leinenaggression. Was wir konnten haben wir ihr mit Hilfe eines Trainers beigebracht, den Rest haben wir hingenommen und Rücksicht darauf genommen. Draußen sind wir immer zu Zeiten gelaufen wenn man wusste das gerade sonst niemand geht, kam doch jemand sind wir großzügig ausgewichen.
Ich habe die Erfahrung gemacht das solche Dinge wie blockieren die Situation nur verschlimmern. Unsere Trainerin meinte man soll lieber das Verhalten ignorieren und einfach weiter gehen, egal wie der Hund in der Leine hängt, nicht auf das Verhalten eingehen und weiter gehen. Bleibt der Hund ruhig wird gelobt und bestätigt. Ich weiß es klingt schwierig aber es geht, wir hatten einen Bernhardiner, das war zwar nicht einfach 55kg tobenden Hund weiter vorwärts zu bekommen aber es war nicht unmöglich.
Man liest heraus das du einfach gerade total überfordert mit deinem Hund bist und sich das einzugestehen ist nicht leicht. Manchmal ist der Gedanke den Hund abzugeben auch der richtige Weg, wenn man so gar keine Bindung findet und nur Schwierigkeiten hat die sich nicht lösen lassen ist das weder für dich noch für den Hund schön.

Hallo Cherry-Lein, danke für deine Antwort!
Du hast recht, ich bin wirklich überfordert. Mein Partner liebt unseren Hund sehr und spielt die Situation immer runter..
Ich denke für ihn würde die Abgabe auch nie in Frage kommen.
Ich werde versuchen, deinen Ratschlag anzunehmen und die Situation mal zu ignorieren, aber gerade bei Müttern mit Kind, oder auch nur Kindern, habe ich das Gefühl ich muss nun eingreifen und die Sache unter Kontrolle bringen um zu symbolisieren, dass mein Hund keine Gefahr ist und auch ich als Halterin meiner Verantwortung zum Schutze anderer Bewusst bin.
Das klingt als sei unser Junghund gefährlich, ist er nicht! Aber die verstörenden Blicke mancher Eltern behaupten etwas anderes.

Mit dem 'es akzeptieren' sind wir auch schon am ringen.. Ein Umzug in eine ländlichere Gegend ist schon im Gespräch.
Vielleicht hilfts.
Lieben Gruß
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Hey,

Ignorieren wird leider nicht viel bringen, die Angst bleibt und der Hund lernt nur, dass sein Toben nichts bringt.
Das wäre dann der klassische Fall "Hund beißt einfach so im Vorbeigehen" und keiner weiß warum.

Bei Angsthunden muss Sicherheit rein und das im kompletten Umfeld.
Blockaden usw. verängstigen (falsch eingesetzt) nur noch mehr.

Ich schreib dir nachher nochmal ausführlich, bin grad nur am Handy online, aber grundsätzlich erfordern ängstliche Hunde schlicht viel Geduld.
 
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Tina10

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Danke Midoriyuki! Ich freu mich auf Ratschläge!
LG
 
HoundMan

HoundMan

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Hallo!
Habt ihr mehr Infos über seiner Herkunft, Wurfgröße, wann er von seinem RudEl (Mama) getrennt wurde etc .?
Da sehe ich eventuelle Ursachen, aber auch da liegt viel Unsicherheit in seinem Verhalten und mangelndes Sozialverhalten. Ein Teil könnt und müsst ihr dran arbeiten (Sicherheit vermitteln), das Andere kann man eventuell auf einem Hundeplatz hingekommen.

LG HM
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Also:

Was genau meinst du damit, dass er nicht viel kennen gelernt hat?
Welche Rasse(n) hat er?

Was heißt genau ihr habt ihn mit Allem konfrontiert?

Euer Pensum dürfte übrigens viel zu viel sein.
In dem Alter kann man grob über den Daumen 5 Minuten pro Lebensmonat veranschlagen mit neuen Reizen/Spaziergängen.
Sprich 1,5 h Stunden sind für ihn schon wirklich extrem viel.

Viel Training und viele Methodenwechsel in kurzer Zeit bringen leider auch kaum etwas, sondern verschlimmern effektiv häufig die Problematik.

Zumal er recht groß ist- da sollte man auch genau drauf achten wie die Bewegung aussieht. 1,5 h an kurzer Leine sind nicht wirklich ideal für die Gelenke.

Dass er in Richtung des Angstreizes zieht ist normal: Er ist angeleint, kann nicht weg, also muss der Angstreiz weg.
Angriff ist die beste Verteidigung.

Generell gilt bei Angsthunden, dass sie sichere Signale brauchen um zu wissen was sie tun sollen und eine Handlungsalternative haben.
Sprich wie sicher sitzen die Signale, die ihr bisher mit ihm geübt habt?

In seinem Alter gibt es zudem entwicklungsspezifische Angstphasen, die normal sind, die aber entsprechend gehandhabt werden müssen.

Wie ist er generell zuhause?
Kann er allein bleiben?

Auf die Leine stellen und blockieren...joa. Nein.
Das bringt dich irgendwann ins Krankenhaus und bringt rein gar nichts.

Ich würde mir ganz dringend einen guten (!) Trainer suchen, was euch bisher empfohlen wurde ist ganz alte Schule und wird die Problematik auf Dauer immer weiter verschärfen.

An deiner Stelle würde ich jetzt erstmal einen Schlussstrich ziehen.

Minimale, kurze Gassigänge, viel Bindungsarbeit, positive Sozialkontakte ermöglichen und einen guten Trainer suchen, der euch nicht nach Schema F abfertigt, sondern insbesondere dir erstmal zeigt wie du brenzlige Situationen sinnvoll managen kannst.

Ein Zweithund würde die Problematik übrigens mit 99%iger Wahrscheinlichkeit massiv verschlechtern.
Die Chance einen gut erzogenen, souveränen, älteren Hund mit Erziehungsfähigkeiten zu finden sind ernüchternd gering.
Und ich bezweifle, dass du zwei pöbelnde Hunde an der Leine gebrauchen kannst.
Und ein zweiter Welpe/Junghund wäre der Super-GAU schlechthin.

ABER

Wenn du dazu nicht die Kraft hast ist eine Abgabe in fähige (!) Hände keine Schande.
Lieber jetzt als in einem oder zwei Jahren, wenn das Verhalten komplett festgefahren und weitaus schwerer zu beheben ist.
 
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Tina10

Guest
Hallo!
Ja er kommt aus Griechenland, Wurfgröße unbekannt.
Die Mutter hat die Welpen verstoßen, sich auf einen raufgesetzt, der auch verstarb. Weitere Welpen sind an Krankheiten verstorben bis auf 4.
Einer davon ist unser Junghund.
Er wurde von der Mutter in die Schnauze gebissen. Wann genau sie von der Mutter getrennt wurden kann ich nicht sagen, sie soll aber wohl eingeschläfert worden sein..
Als wir ihn in Deutschland abholten, lebte er noch gemeinsam mit seiner Schwester in einem Haushalt, in dem noch zwei weitere Erwachsene Hunde lebten.
Wir haben ihn von einer Privatvermittlerin. Ihr Lebensgefährte lebt in Griechenland und seine Verwandtschaft hielt die Hündin dort wohl als Hofhund..
Er ist sehr sozial gegenüber anderen Hunden, nur an der Leine nicht. Wahrscheinlich weil er sich der unmöglichen Flucht so bewusst ist.
Die Mutter meines Partners hat zwei Hündinnen und der Bruder meines Partners hat 3 Hunde in seinem Haushalt leben.
Mit denen versteht er sich auch ziemlich gut. Sie sind nur alle schon älter und haben nicht mehr so die Lust zum spielen und toben.
Wir waren auch über die Weihnachtsfeiertage bei der Mutter zu besuch, so konnte er eine Weile im Rudel leben und sich an den zweien orientieren.
JA zu Sicherheit vermitteln!!! Aber wie??:eusa_think::?
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Da mit deinem Beitrag ja schon eine meiner Fragen beantwortet ist:

Das klingt für mich nach klassischer Reizisolation.
Sprich er ist mit viel zu wenig Reizen konfrontiert worden und konnte sich dementsprechend nicht daran gewähnen, es gibt entsprechende Phasen in der Welpenentwicklung in denen eine gewisse Toleranz gegenüber Außenreizen gefestigt wird.

Hat ein Hund das nicht erlernen können ist es unglaublich wichtig ihn LANGSAM an Reize zu gewöhnen.
"Alles was geht" ist für solche Hunde einfach viel zu viel, so leid es mir tut, das war ein besch****** Ratschlag.

Zumal ich persönlich die Vermittlerin durchaus mal fragen würde warum sie so einen Hund an eine belebte Straße vermitteln würde in einem kompletten anderen Umfeld.

Dazu dürfte dann kommen, dass er erst recht spät mit Menschen in Kontakt kam, die ihm positiv begegnet sind, d.h. das Vertrauen in Menschen per se muss da auch ganz explizit im Fokus stehen (Stichwort Bindungsarbeit).

Wann genau wurde er denn nach Deutschland importiert?
Mit allen entsprechenden Impfungen usw.?

Der Umgang seiner Mutter mit den Welpen ist auch nachvollziehbar, wenn sie an der Kette gehalten wurde, traurigerweise.
Das was beim Menschen "Urvertrauen" nennt ist dabei dann sicherlich auch empfindlich gestört worden, bei vielen Hunden macht sich das später durch eine erhöhte Stressanfälligkeit bemerkbar.
 
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Tina10

Guest
Was genau meinst du damit, dass er nicht viel kennen gelernt hat?
Welche Rasse(n) hat er?
A.: Wahrscheinlich Labrador/Schäferhund

Was heißt genau ihr habt ihn mit Allem konfrontiert?

A.: Bus-fahren, Aufzug-fahren, in die Stadt gehen(also mit Menschen/Menschenmassen konfrontieren), das Fahrrad kennenlernen(er ist nie am Rad gelaufen! Das Fahrrad wurde nur nebenher geschoben und ist jetzt kein Problem mehr), mit anderen Hunde auf einer Hundewiese spielen, etc.


Viel Training und viele Methodenwechsel in kurzer Zeit bringen leider auch kaum etwas, sondern verschlimmern effektiv häufig die Problematik.

A.: Viele Methodenwechsel, da nichts Wirkung zeigte.

Zumal er recht groß ist- da sollte man auch genau drauf achten wie die Bewegung aussieht. 1,5 h an kurzer Leine sind nicht wirklich ideal für die Gelenke.

A.: die 1,5h beziehen sich NIE auf Leinenspaziergänge, sondern nur auf Freilaufzeit. Unsere Spaziergänge an der Leine dauern 30-60min.

Dass er in Richtung des Angstreizes zieht ist normal: Er ist angeleint, kann nicht weg, also muss der Angstreiz weg.
Angriff ist die beste Verteidigung.

Generell gilt bei Angsthunden, dass sie sichere Signale brauchen um zu wissen was sie tun sollen und eine Handlungsalternative haben.
Sprich wie sicher sitzen die Signale, die ihr bisher mit ihm geübt habt?

A.: Anscheinend nicht sicher genug.

In seinem Alter gibt es zudem entwicklungsspezifische Angstphasen, die normal sind, die aber entsprechend gehandhabt werden müssen.

A.: Er war vom ersten Tag an ängstlich und hat nicht einen Tag ausgelassen


Wie ist er generell zuhause?

A.: entspannt, fordert zum spielen auf, schläft viel, kommt ab und zu zum schmusen.

Kann er allein bleiben?

A.: haben wir mit einer Kamera mal überprüft, er jault nicht viel und liegt sich schnell zum schlafen hin. Er ist auch kein Hund, der einen auf Schritt und Tritt verfolgt.

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Hat ein Hund das nicht erlernen können ist es unglaublich wichtig ihn LANGSAM an Reize zu gewöhnen.
"Alles was geht" ist für solche Hunde einfach viel zu viel, so leid es mir tut, das war ein besch****** Ratschlag.

A.: Oh nein:( Nun haben wir ihn immer so intensiv in die Situation mit rein gezerrt....:(:(:(


Wann genau wurde er denn nach Deutschland importiert?
Mit allen entsprechenden Impfungen usw.?

A.: Genau wissen wir es nicht, aber definitiv vor dem 3 Lebensmonat. Ihm fehlte noch eine folge Impfung. Kastriert ist er selbstverständlich noch nicht.
 
Vizi

Vizi

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Hallo Tina,
ich denke, da Ihr unerfahren seid was Hunde betrifft, muß zuerst jemand ran der sich auskennt,
an Eurer Seite Hilfe gibt und Anleitung.
Oft gibt es vor Ort einen Hundeverein. Oder einen Trainer (wobei man da auch vorsichtig sein muß)

Allein könnt Ihr es nicht schaffen.
Der Hund braucht zuerst Sicherheit.
Danach kommt der Rest.

Bei guter Hilfe schafft Ihr es bestimmt und werdet Euch irgendwann über den Hund freuen.

Meine 2 letzten Hunde waren TH-Hunde und der letzte eigentlich nicht mehr vermittelbar.
Weil das TH uns kannte, konnten wir unseren Jockel bekommen.
ER war schon 6 Jahre alt und hat in jede Hand gebissen, die er erreichen konnte.
Wir haben uns trotzdem eingelassen.
Ganz langsam, ganz sacht. Ohne großen Druck.
Wobei der Hund wissen muß, wer der Herr ist und wo der Weg.
Nämlich nicht vor Herrchen und Frauchen an der langen Leine.

Im September ist Jockel in den Rosengarten gekommen.
Nach der 1. Stressphase hatte wir noch 6 wundervolle Jahre mit ihm.

Bitte vergleiche Deinen Hund nicht mit anderen Hunden oder denen der Schwiegereltern.
Dein Hund ist ein eigenständiger Charakter und den finde raus und fördere die guten Eigenschaften.

Dann hast Du sicherlich auch Freude an Deinem Tier, wie wir Freude hatten an unseren Tieren.
Hoffe ich konnte Dir Mut machen
 
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Tina10

Guest
Hallo Vizi, Danke für deine Antwort.
Ich, für meinen Teil, bin sehr unerfahren.
Wir hatten zwar Hunde in der Familie, aber ein eigener, ist doch schon eine ganz andere Realität.
Mein Partner hingegen ist mit Hunden im eigenen Haushalt groß geworden. Mittlerweile hat die Mutter ja wie gesagt auch zwei Hunde.
Er vertritt noch die Meinung, dass wir die Angst in den Griff bekommen und will an dem Abbruchsignal weiter dran bleiben.
Der heutige Tag nähert sich nun auch wieder dem Ende und es war wieder das selbe Angstbellen, wie sonst auch.
Ich habe auch vor meinem Partner zugegeben, dass meine Nerven langsam blankliegen und er wird sich bei seiner Rückkehr verstärkt mit unserem kleinen beschäftigen.

Mein Beileid noch zu eurem Verlust. :(
Ich habe auch schon ein paar Fellnasen verabschieden müssen.
Wenn ich jetzt daran denke, dass auch mit unserem Marley dieser Tag kommen wird, tut mir es nur umso mehr leid, dass ich gerade solche Gedanken habe!
Ich hoffe, dass wir in vielen Jahren, wenn die Zeit kommt, auf eine eben so schöne Zeit zurück schauen können, wie Du.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Hast du mal ein Foto?

Labrador/Schäferhund aus Griechenland würde mich tatsächlich wundern, insbesondere, wenn dein Avatar-Bild dein Hund ist und er wirklich eine Maske hat.

Generell ist es ja gut, wenn Hunde fremde Reize kennen lernen, was häufig aber falsch gemacht wird ist, dass man den Hund absolut allem aussetzt was mal irgendwann in 3 Jahren passieren könnte.
Es sollte eher darum gehen, dass man immer mal wieder neue Reize hat ohne den Hund zu überfordern- sprich er soll "nur" lernen, dass ihm auch bei neuen Dingen nichts passiert.

Mit meinem Rüden konnte ich bsplw. als Welpe problemlos Zug fahren, da hat er geschlafen, andere Situationen wie z.B. laut schnatternde Enten waren ihm nach 5 Minuten zu viel. Nur als Beispiel :)

Da muss man dann einfach sehr sensibel sein für ein Zuviel und auf Stresssignale achten.
Stress an sich ist nicht schlimm, es muss nur genug Ruhepausen und insbesondere Schlafzeit geben um das zu verarbeiten. Jeden Tag was Neues ist schon durchaus sehr viel, gerade wenn der Hund nicht viel kennt.

Da würde ich generell mind. 2-3 Pause dazwischen lassen mit viel Ruhe.

Methodenwechsel sind insofern einfach problematisch, dass der Mensch für den Hund extrem unbeständig reagiert- heute so, morgen so, was gestern ok war, ist es heute nicht mehr. Das vermittelt ebenfalls Unsicherheit.

Wie lange seid ihr dann so am Tag unterwegs?
Gerade junge Hunde sollten 17-20 Stunden am Tag (!) ruhen/dösen/schlafen können.
Nervöse Hunde werden bei einem Schlafdefizit noch nervöser, stressanfällige noch stressanfälliger usw...

Wenn er generell unsicher ist fallen die Angstphasen schlicht nochmal massiver aus. Wo ein umweltsicherer Hund mal kurz zusammenzuckt o.ä. ist das für ihn ungleich schlimmer.
Als würde man einen ängstlichen Menschen in Saw IV setzen und dann mit einer Jigsaw-Maske auf ihn zuspringen.

Dass er zuhause erstmal sicher und entspannt ist, ist gut.
Allerdings auch recht typisch;)
Was vertraut ist, ist ok, draußen ist die Welt ganz furchtbar böse.

Fehler macht davon abgesehen jeder mal, besonders wenn man Anfänger ist, das ist kein Beinbruch.
Er ist noch sehr jung, da kann man ganz viel dran arbeiten.

Aber eben nicht in dem Sinne, dass du jetzt jeden Tag 5 Stunden mit ihm arbeiten musst- vorrangig ist Ruhe, Vertrauen in dich und vor allen Dingen, dass DU wieder positive Erlebnisse mit ihm hast.

Wenn du sowieso schon furchtbar gefrustet und genervt bist- raus, pinkeln, zurück.
Alles andere bringt nichts.

Zum Abbruchsignal: Bitte nicht, wenn er bellt.

Im Prinzip ist er schon gestresst durch die Situation, wenn dann ein negativ besetztes Abbruchsignal kommt- ja, wo soll er hin?
Nach vorne- gefährlich.
Mensch- gefährlich.

Wie habt ihr das Abbruchsignal aufgebaut?

Im Zweifelsfalle Leine kurz nehmen, Richtung wechseln und zügig dran vorbei. Nicht diskutieren, nciht aufregen.
Das ist nicht schön, aber schimpfen schaukelt die Situation nur hoch.

Nur als Rat für die Zukunft:

Gut sozialisierte, umweltsichere (zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit) Hunde findest du tendenziell nicht unbedingt aus doch recht dubios klingenden privaten Quellen, sondern entweder bei guten Züchtern oder seriösen Tierschutzvereinen, die dir auch sagen, welche Probleme es geben könnte.

Damit wird euer Hund nicht weniger liebenswert, einfach als Anmerkung ;)

Eine Kastration ist bei ängstlichen Rüden generell eher weniger angeraten (so jung sowieso nicht). Die Unsicherheit wird durch den Wegfall des Testosterons im schlimmsten Falle nur verstärkt und verstärkt damit auch das problematische Verhalten.

Kastrationen sind tendenziell dann sinnvoll, wenn wirklich eine sexuell motivierte Aggression relativ sicher angenommen werden kann (z.B. durch Setzen eines Chips bestätigt), andere Verhaltensweisen werden dadurch nicht beeinflusst.
 
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Tina10

Guest
Also eine schwarze Maske ist für einen Schäferhund nicht so untypisch. Dennoch wissen wir nicht die genauen Rassen, kann auch alles mögliche drin stecken.
Wozu ist die Rasse denn relevant?

Ich finde Bus fahren, lebendige Straßen oder auch Stadtbesuche sind alltägliche Dinge, die uns bei jedem Spaziergang begegnen. In meiner vorherigen Wohnung, hatte ich auch einen Aufzug und da wir ihn auch am Fahrrad laufen lassen wollen, wenn er ausgewachsen ist, sollten das nicht unbekannte Dinge sein.
Und Kontakt zu Artgenossen, ist sowieso eine Selbstverständlichkeit. Also ich erkenne da jetzt nichts, was nur alle 3 Jahre mal vorkommen könnte.
Das sind alles Alltagssituationen.
Da wir in der Stadt leben, ist das wirklich unumgänglich. Selbst wenn ich mit ihm zum Wandern raus fahre, muss ich dafür den Bus nehmen, doch vorerst einmal auch zur Haltestelle gelangen.
Die 1,5 Stunden beziehen sich wie gesagt auf Freilaufzeit und finden alle 2-3 Tage statt. Je nach bereits erfolgtem Auslauf, gehen wir dann vielleicht noch eine kurze Runde im Park, oder es geht hauptsächlich nur noch in den Garten. An Tagen ohne Wanderung gibt's drei-vier Mal am Tag Auslauf von eben 30-60min. Man darf dabei nicht vergessen, dass wir immer noch Leinenführigkeit üben, oder eben diese Zwischenfälle mit Leinenaggression durch seine Angst haben. Wir maschieren also nicht dadurch, wie man es vielleicht mit einem Erwachsenen, oder unkomplizierten Hund macht. Ich denke auch nicht, dass wir ihn mit den Ausläufen überfordern. Er ist ein sehr sportlicher, wendiger Hund.
Wir haben schon über die Auslaufansprüche gelesen und wir wollen ihn auch nicht zum Marathonläufer erziehen.
Aber ein bisschen Ausdauer, ist nicht verkehrt. Wir gehen gerne Wandern und machen gerne Radtouren.
Also falls er nicht gerade frisst, spielt oder wir mit ihm Gassi gehen, schläft er.
Ab 20Uhr ist sein Tag eigentlich auch schon zu Ende, ab da schläft er durch bis um 7/8Uhr morgens.
Manchmal wird nochmal Pipi gemacht bevor wir dann alle schlafen gehen.

Ich weiß nicht, wie die Allgemeinheit dazu steht, aber ich bin definitiv für eine Kastration.
Natürlich weiß ich, dass er zu jung ist, wir wollen bis nach dem ersten 'Frühling' warten.
Ich finde es gibt schon zu viele Hunde, die kaum Chance auf ein Zuhause haben, da muss ich das nicht noch unterstützen.
 
E

exe

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Gewisse Rassen bringen eben gewisse Besonderheiten mit. Ein Pudel agiert und reagiert anders als z. B. ein Herdenschutzhund.


Ich finde Bus fahren, lebendige Straßen oder auch Stadtbesuche sind alltägliche Dinge, die uns bei jedem Spaziergang begegnen. In meiner vorherigen Wohnung, hatte ich auch einen Aufzug und da wir ihn auch am Fahrrad laufen lassen wollen, wenn er ausgewachsen ist, sollten das nicht unbekannte Dinge sein.
Und Kontakt zu Artgenossen, ist sowieso eine Selbstverständlichkeit. Also ich erkenne da jetzt nichts, was nur alle 3 Jahre mal vorkommen könnte.
Das sind alles Alltagssituationen.
Da wir in der Stadt leben, ist das wirklich unumgänglich. Selbst wenn ich mit ihm zum Wandern raus fahre, muss ich dafür den Bus nehmen, doch vorerst einmal auch zur Haltestelle gelangen.
Die 1,5 Stunden beziehen sich wie gesagt auf Freilaufzeit und finden alle 2-3 Tage statt. Je nach bereits erfolgtem Auslauf, gehen wir dann vielleicht noch eine kurze Runde im Park, oder es geht hauptsächlich nur noch in den Garten. An Tagen ohne Wanderung gibt's drei-vier Mal am Tag Auslauf von eben 30-60min. Man darf dabei nicht vergessen, dass wir immer noch Leinenführigkeit üben, oder eben diese Zwischenfälle mit Leinenaggression durch seine Angst haben. Wir maschieren also nicht dadurch, wie man es vielleicht mit einem Erwachsenen, oder unkomplizierten Hund macht.
DU findest diese Dinge alltäglich. Dein Hund aber scheinbar nicht, sie strengen ihn an und machen ihn reizbar. Wie bei kleinen Kindern: Nach müde kommt doof.
Ein Hund, gerade wenn er reizarm aufgewachsen ist, muss sowas alles langsam und dosiert kennenlernen. Den kann man in der Regel nicht in die Großstadt setzen "friss oder stirb" - dann wirds nur schlimmer. Meine Hündin ist auch ziemlich bescheiden groß geworden und relativ spät zu mir gekommen und es hat ewig gedauert, bis ich mich mal mit ihr in die Fußgängerzone getraut habe - und das auch nur mit Maulkorb und viel Leberwurst. ;)

Ich denke auch nicht, dass wir ihn mit den Ausläufen überfordern. Er ist ein sehr sportlicher, wendiger Hund.
Wir haben schon über die Auslaufansprüche gelesen und wir wollen ihn auch nicht zum Marathonläufer erziehen.
Aber ein bisschen Ausdauer, ist nicht verkehrt. Wir gehen gerne Wandern und machen gerne Radtouren.
Also falls er nicht gerade frisst, spielt oder wir mit ihm Gassi gehen, schläft er.
Ab 20Uhr ist sein Tag eigentlich auch schon zu Ende, ab da schläft er durch bis um 7/8Uhr morgens.
Manchmal wird nochmal Pipi gemacht bevor wir dann alle schlafen gehen.
Es geht bei deinem Hund nicht um die körperliche Belastung, sondern um die psychische Belastung.

Ich weiß nicht, wie die Allgemeinheit dazu steht, aber ich bin definitiv für eine Kastration.
Natürlich weiß ich, dass er zu jung ist, wir wollen bis nach dem ersten 'Frühling' warten.
Ich finde es gibt schon zu viele Hunde, die kaum Chance auf ein Zuhause haben, da muss ich das nicht noch unterstützen.
In Deutschland haben wir keine Streuner-Problematik und es ist absolut kein Problem, seinen Hund soweit unter Kontrolle zu haben, dass er sich nicht vermehrt.

Habe ich es überlesen oder habt ihr noch keinen guten Hundetrainer? :)
 
T

Tina10

Guest
Hallo exe,
Da die Sachen für uns alltäglich sind und er nun mal kein Hofhund ist und uns ja wie gesagt auch von allen Seiten zur Konfrontation geraten wurde,
haben wir ihn unseren Alltag so gut es ging versucht zu vermitteln und ihn auch bei solchen Aktivitäten integriert.
Wenn wir vor die Tür treten ist da nun mal Stadt. Es ist wie gesagt unumgänglich.
Es ist komischerweise auch nicht die (Innen-)Stadt, die zur Problemzone erklärt wurde, sondern viel mehr unser Wanderweg oder unser kleiner Park hier um die Ecke.
Einzelne Menschen sind viel schlimmer für ihn, als viele in der Stadt.
Nur Menschenmassen die wirklich dicht an dicht laufen wie an einem Hauptbahnhof findet er nicht witzig.

Zum Thema körperliche Belastung, habe ich auf einen Kommentar geantwortet.

Und nein in Deutschland haben wir diese Problematik zum Glück nicht, aber vielleicht sollte man auch mal über die Grenzen hinaus schauen.
Wir haben Marley auch im Internet gefunden und ich habe mir dabei unzählige Tierschutzorganisationen angesehen, die auch nach Deutschland vermitteln.

ES GIBT GENUG HUNDE!
Wo ein Wille ist, ist meistens auch ein Weg.

Achso und nein, einen (guten) Hundetrainer, haben wir wohl nicht. In der Hundeschule wurde uns ja wie gesagt auch nur zur Konfrontation und zum auf die Leine stellen+blockieren geraten.
 
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exe

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Und nein in Deutschland haben wir diese Problematik zum Glück nicht, aber vielleicht sollte man auch mal über die Grenzen hinaus schauen.
Wir haben Marley auch im Internet gefunden und ich habe mir dabei unzählige Tierschutzorganisationen angesehen, die auch nach Deutschland vermitteln.
Einen Hund in Deutschland zu kastrieren, weil sich in Süd- und Osteuropa streunende Hunde unkontrolliert vermehren ist sinnfrei und birgt nur ein unnötiges Risiko für deinen Hund. Es handelt sich dabei immer noch um eine Operation und ich glaube kaum, dass dein Hund nochmal auf der Straße landen wird, so dass er für ungewollte Welpen verantwortlich sein könnte.

Es ist komischerweise auch nicht die (Innen-)Stadt, die zur Problemzone erklärt wurde, sondern viel mehr unser Wanderweg oder unser kleiner Park hier um die Ecke.
Einzelne Menschen sind viel schlimmer für ihn, als viele in der Stadt.
Was nicht ungewöhnlich ist, sondern ziemlich typisch. Bei totaler Reizüberflutung machen viele Hunde einfach dicht und reagieren gar nicht mehr - Kopf in den Sand, quasi. Dabei lernen sie allerdings auch wenig bis nichts.

Es wird sich zeigen, ob es für euren Hund machbar ist - oder ob das Umfeld für ihn das falsche ist. Das sollte aber Jemand vor Ort einschätzen...
 
dine-jolie

dine-jolie

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Hallo Tina !

Hut Ab vor deinen Bemühungen, da hätte wohl ein anderer schon lange die Flinte ins Korn geworfen :)

Ich würde wie die anderen auch zu einem guten Trainer raten, aber du meintest ja, sowas habt ihr nicht?
Gibt es sonst keine andere Hundeschule in die ihr mal gehen könntet? Oder einfach mal umhören, was andere Hundebesitzer in deiner Gegend so an Trainern kennen?

Ich möchte dir gerne Mut machen, denn dein Hundi scheint nicht nur ein riesen Stressproblem zu haben, sondern befindet sich auch mitten in der
Pubertät. Also mit unserer Joy war es in diesem Alter am Schlimmsten muss ich sagen.
Aber ich behaupte mal, dem "Kleinen" ist auf jeden Fall zu helfen, ihr müsst nur Hilfe finden, wie.

Ich kann deine Frustration gut verstehen, ich fühlte mich an manchen Tagen mit meinem damaligen Junghund auch mehr als überfordert, wobei wir bei weitem nicht solche Probleme hatten und es ist alles andere als einfach, die Emotionen herunterzufahren und bei "null" die Arbeit von vorne zu beginnen.



Vielleicht habe ich was überlesen, dann tut es mir leid, aber was macht ihr denn so an Training zu Hause, bzw. wie benimmt dein Fellknäuel sich zuhause?
Uns hat es sehr viel gebracht, schon vor dem Gassi gehen die Hirnzellen anzustrengen. Ich muss sagen, das meiste Training geschah bei uns im Wohnzimmer. Haben da viel am Vertrauen gearbeitet und viele Tricks gelernt, die mit Vertrauen zu tun haben. Je mehr wir sowas gemacht haben, desto entspannter ist Hundi dann auch schon zur Haustür hinaus.

Das ist aber nur unsere Erfahrung, jeder Vierbeiner ist da anders. Von dem her müsste ein Profi schon das Verhalten aus nächster Nahe betrachten.

Ich hoffe, ihr findet eine Lösung, ich verfolg das ganze hier mal.

PS: Ein Bildchen würde mir auch gefallen :mrgreen:
 
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