Süßes, verhaltensauffälliges Problemkind verursacht Kopfzerbrechen (;

Diskutiere Süßes, verhaltensauffälliges Problemkind verursacht Kopfzerbrechen (; im Katzen Verhalten Forum im Bereich Katzen Forum; Hallo ihr Lieben! :039: Habe mich heute dazu entschlossen, mich hier im Forum anzumelden, da ich gern die Fachexpertise von anderen Katzenhaltern...
Felicitee

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Hallo ihr Lieben! :039:

Habe mich heute dazu entschlossen, mich hier im Forum anzumelden, da ich gern die Fachexpertise von anderen Katzenhaltern in einer aktuellen Situation einholen möchte, die ich so bisher auch noch mit keinem Tier hatte.
Da ich selbst ein wenig mit meinen Latein am Ende bin und herausfinden möchte, was ich übersehen haben könnte, wende ich mich mit meiner Lage der Nation vertrauensvoll an euch. :)

Im Sommer letzten Jahres bin ich zu meinem Lebensgefährten an den äußersten Rand der Stadt gezogen. Wir wohnen in einer relativ ruhigen Seitenstraße, die jedoch recht viel Publikumsverkehr erfährt, da sich direkt neben dem Gebäude, in dem wir leben ein kleines Schreibwarengeschäft mit Postannahmestelle befindet. Seit ich hier wohne sind mir immer wieder 2 Kater aufgefallen, die vor dem Geschäft herum wuseln und jedem Passanten (was nun auf den Tag gemessen nicht wenige sind) und Anwohner nach liefen, um ihn um Futter anzubetteln. Die meisten kümmerten sich nicht weiter um die Tiere, ich als unglaubliche Tierliebhaberin, die mit allen Arten von Tieren groß geworden ist (Hunde, Katzen, Hühner, Pferde, etc.), konnte selbstverständlich nicht wegschauen und da die zwei auch sehr zutraulich sind und sich von jedem streicheln lassen, hat es natürlich nicht lange gedauert, bis wir uns anfreundeten. (;

Die zwei sehen fast exakt gleich aus, was darauf schließen lässt, dass sie Geschwister sind. Allerdings scheinen sie sich gegenseitig nur zu dulden, weil sie schlau genug sind um zu wissen, dass doppelte Niedlichkeit erfolgreicher macht. :lol:
Einer der beiden ist allerdings kleiner und außerdem recht mager; er ist auch der zutraulichere von beiden. Weil es mir das Herz brach, dass die beiden jedem hinterher liefen und dabei erbärmlich jämmerten, hatte ich den Gedanken, dass sie wohl Streuner sein müssen und kein Zuhause haben. Daher habe ich angefangen, ihnen hier und da mal ein Leckerli zuzustecken und natürlich hat es nicht lange gedauert, bis mir der Kleinere von beiden bis in die Wohnung nach lief. Und das ist der Punkt, an dem es tricky wird.

Am Anfang war der Kleine recht reserviert, hat sich sein Futter abgeholt und wollte dann wieder weg. Natürlich habe ich ihn gelassen; wenn er raus möchte, gehe ich sofort mit ihm runter. (Da wir unvorteilhafter Weise im Dachgeschoss eines mehrstöckigen Hauses wohnen, können wir leider kein Fenster auf lassen, damit er selbstständig ein und aus gehen kann.)
Mit der Zeit wurden seine Aufenthalte allerdings immer länger und wenn er sich satt gefressen hatte, blieb er gern mal ein paar Stunden auf unserer Couch. Je länger ich ihn kannte, desto mehr fiel mir jedoch auch sein recht merkwürdiges Verhalten auf.

Wenn es um's Fressen geht, scheint er absolut kein Maß zu kennen. Und da ich am Anfang wie gesagt noch dachte, dass er ein Streuner ist und vermutlich nicht regelmäßig Futter bekommt (es ging langsam auf den Winter zu, als er anfing, mit in die Wohnung zu kommen), machte ich mir noch keine großen Gedanken darüber, dass er alles geradezu in sich hinein schlingt und dann immer noch da sitzt und plärrt. Ich dachte, dass er vermutlich aus Angst, dass er nach dem Fressen bei mir wieder längere Zeit nichts gutes kriegen könnte, alles in sich rein stopft und fordert, bis er Bauchschmerzen hat. Doch weit gefehlt - eine Mitarbeiterin des Geschäfts nebenan erzählte mir eines Tages, dass er nebenan wohnt, seine Menschen aber wohl oft nicht zu Hause sind. Da wurde mir auch klar, warum er und sein Kompagnon jedem nachlaufen - ich denke, die zwei fühlen sich stark vernachlässigt.
Weiterhin fiel mir im Laufe der Zeit auf, dass 'unser' kleiner Besucher scheinbar aus heiterem Himmel aggressive Züge annimmt. Er schleicht uns um die Beine und schnurrt lautstark, will man ihm jedoch mal kurz über's Fell streicheln dreht er sich auf einmal um, kratzt und beißt sich im Unterarm oder der Hand fest. Nur um dann kurze Zeit später wieder auf den Schoß zu springen und uns ganz extrem abzukuscheln. Und selbst dann, wenn er grade super entspannt ist und sich wohl fühlt ist nicht gesagt, dass er nicht trotzdem urplötzlich drauf los beißt. Ich habe schon versucht, einzugrenzen, ob es an einer bestimmten Art und Weise liegen könnte, wie man sich ihm nähert, komme allerdings auf keinen Nenner.
Ich stelle lediglich fest, dass das Verhalten geringer wird oder ganz verschwindet, wenn er regelmäßig (also fast täglich) bei uns ist.

Ein weiteres Problem ist seine Reinlichkeit. Da die Zeiträume, in denen er sich bei uns aufhält, immer länger wurden und wir irgendwann vor der Frage standen, ob wir ihn über Nacht bleiben lassen, haben wir eine Katzentoilette gekauft. Auch wenn er sich bisher immer bemerkbar gemacht hatte, wenn er raus wollte, wollten wir auf Nummer sicher gehen. Das Klo hat er sage und schreibe 1 mal benutzt. Seither nie wieder. Er ist davor und danach ein paar Mal rein getapst, hat angefangen zu scharren, dann gemaunzt und sich vor die Tür gesetzt, damit einer von uns mit ihm runter geht. Allerdings sieht man ihm auch an, dass er sich zwischen Baum und Borke befindet, dann einerseits möchte er strullen, andererseits möchte er nicht gehen, weil er wohl Angst hat, dass ihm dann keiner mehr auf macht. Wir haben ihm das Klo immer wieder gezeigt und seine Pfote durch das Streu gezogen, damit er versteht, dass er dort sein Geschäft verrichten kann, jedoch ohne Erfolg. Kurze Zeit später fing er an, in unregelmäßigen Abständen in unser Bett zu urinieren, wenn keiner hin schaut. Nach dem ersten Mal haben wir angefangen, die Tür zum Schlafzimmer zu schließen, wenn er bei uns war. Allerdings können wir das nicht machen, wenn er über Nacht bleibt. Heute morgen dann hat er zum ersten Mal ins Bett gestrullt, als mein Freund noch direkt daneben schlafen hat.

So langsam weiß ich leider nicht, was wir noch tun können. Da er nicht unser Tier ist, sind uns leider zu einem gewissen Grad die Hände gebunden und wir können nicht einfach so mit ihm zum Tierarzt gehen und ihn durchchecken lassen. (Das hätte ich sonst schon längst mal gemacht.)
Andererseits macht mich der Gedanke, dass er vermutlich stark vernachlässigt wird, extrem sauer, da ich nicht verstehen kann, warum man sich ein Tier zulegt, wenn man keine Zeit hat, sich vernünftig um es zu kümmern. Klar könnte ich ihn einfach nicht mehr in die Wohnung lassen, aber ich finde nun mal auch, dass ich nicht etwas anfangen und ihm dann von jetzt auf gleich die Tür vor der Nase zu hauen kann. Das wäre nicht fair und das würde er auch nicht verstehen, denn er fühlt sich ja offensichtlich wirklich wohl bei uns. Er hat auch aufgehört, anderen Leuten nach zu laufen, seit er regelmäßig bei uns ist.

Habt ihr vielleicht eine Idee, was wir mit dem kleinen Stinker machen können? ;)

Vielen Dank im Voraus & beste Grüße
Feli

PS: Sorry für den utopisch langen Post; es ist nun mal wirklich ein ziemlich komplexer Fall. :095:
 
  • #1
A

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Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Gerd zu werfen.
seven

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Bevor ich jetzt einen ebenso langen Roman schreibe ;) - die allererste Lösung wäre für mich, bei den Besitzern vorzusprechen und mit ihnen über eben genau diese Situation zu reden. Auch wenn sie selten zu Hause sind - so lange probieren, bis Du sie erreichst und dann mit ihnen sprechen. Schließlich ist das ihre Katze und Du kannst sie nicht einfach "annektieren", auch wenn Du es nur gut meinst.

LG seven
 
Felicitee

Felicitee

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Hallo seven!

Ich möchte nicht, dass das hier falsch rüber kommt.
Es ist nicht unsere Intention, das Tier 'für uns zu beanspruchen' oder zu behalten. Das war nie unsere Absicht und wird es auch nie sein.
Wir vertreten lediglich beide aus Erfahrung die Ansicht, dass Katzen (insbesondere Freigänger) ihren eigenen Kopf haben und da hin gehen, wo sie wollen. Wir haben grundsätzlich nichts dagegen, wenn der Kleine ab und zu für ein paar Stunden auf der Couch döst und dann wieder geht, wenn er das so möchte. So kenne ich das auch von anderen Katzen inklusive meinen eigenen, die ich in der Vergangenheit hatte. Auch das waren fast ausschließlich Freigänger, die gern mal für ein paar Tage woanders genächtigt haben. (Ich komm vom Dorf, da spricht sich sowas schnell rum. ;) )
Wir zwingen dem Tier nichts auf sondern gewähren ihm sozusagen lediglich 'Obdach' und sind uns völlig darüber bewusst, dass wir hier (auch rein rechtlich) keinerlei Ansprüche hegen könnten, selbst wenn wir wollten.

Nun zu deinem Vorschlag:
Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Die Sache ist nur, auch diese Menschen leben in einem mehrgeschossigen Haus mit diversen Parteien, die wir alle gar nicht kennen, noch nicht einmal vom Sehen her. Daher können wir nicht sagen, wo er genau hin gehört. Und ehrlich gesagt möchte ich mich auch nicht schon kurz nach dem Einzug mit den Nachbarn anlegen. Ich würde nur ungern sofort wieder umziehen wollen. :D
Denn wie du schon richtig bemerktest, ist es nicht mein Tier und ich bin auch nicht der Typ Mensch, der anderen in ihre Angelegenheiten reinredet. Es wäre was anderes, hätte ich den Kater verwahrlost und offensichtlich ausgesetzt vorgefunden. Da das jedoch nicht der Fall ist, weiß ich nicht, inwiefern es vernünftig wäre, sich in fremder Leute Angelegenheiten einzumischen, solange hier keine grob fahrlässige Misshandlung vorliegt.

Verstehst du, wie ich das meine?
(Es ist spät, meine Erklärungen lassen zu wünschen übrig. ^^)
 
S

Simpat

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Genau aus diesen Gründen sollte man Freigänger nicht anfüttern und nicht in die Wohnung lassen. Es ist nicht fair den Besitzern gegenüber und die meisten Halter von Freigängern sind da nicht ohne Grund absolut dagegen, wäre ich auch wenn meine drei Freigänger wären.

Wenn man streunernde Katzen vorfindet die einem nachlaufen oder anbetteln, dann sollte man sich erstmal informieren, ob sie einen Besitzer haben oder nicht. Wenn der Besitzer ausfindig gemacht werden kann, musst du erstmal auf ihn zugehen und Rücksprache nehmen, man darf nicht einfach einen Freigänger adoptieren. Sollte es sich jedoch um einen Fall von großer Vernachlässigung handeln, sollte man es auch erstmal im guten versuchen durch das Gespräch mit dem Besitzer und erst wenn es nichts bringt und man wirklich den Eindruck hat, dass die Gesundheit der Tiere gefährdet ist mit den Behörden Kontakt aufnehmen.
 
seven

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Ich kann mich da Simpat nur uneingeschränkt anschließen!

Klar, die Katzen tun Dir leid und Du meinst es ja auch wirklich nur gut - aber wie Simpat schon sagte, funktioniert das auf diese Weise nicht. Katzen haben zwar ihren eigenen Kopf - aber indem man sie anfüttert und in die Wohnung lässt, beeinflusst man sie natürlich schon, und logisch, dass die Katze sich den Platz sucht, der ihr am schmackhaftesten (im wahrsten Sinne des Wortes ;) ) gemacht wird.

Du sollst Dich ja auch gar nicht mit den Nachbarn anlegen.
Eine Idee wäre vielleicht - wenn das da ein Mehrfamilienhaus ist und Du niemanden kennst - mach einen Aushang an deren Haustür, in dem Du fragst, wer denn der Besitzer der Katzen ist und eine Telefonnummer anzugeben, damit man vielleicht mal miteinander klären kann, wie mit der Situation in Zukunft umgegangen werden soll - ich glaube nicht, dass da jemand böse ist, wenn man z. B. wirklich einfach fragt, ob es ok ist, die Katze(n) gelegentlich mal in die eigene Wohnung zu lassen, oder ob die das tatsächlich nicht wollen... Dann ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

LG seven
 
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Süßes, verhaltensauffälliges Problemkind verursacht Kopfzerbrechen (;

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