Nachbarin - untragbarer Zustand

Diskutiere Nachbarin - untragbarer Zustand im Familie & Freunde Forum im Bereich Smalltalk; Hallo Ihr Lieben, vielleicht hat ja hier jemand von Euch eine Idee, was man noch machen kann. Über mir wohnt eine Dame Mitte 60, Diabetikerin...
seven

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Hallo Ihr Lieben,

vielleicht hat ja hier jemand von Euch eine Idee, was man noch machen kann.
Über mir wohnt eine Dame Mitte 60, Diabetikerin, stark übergewichtig und Kettenraucherin. Problem: Sie ist seit ca. 2 Jahren quasi ein Pflegefall - wir haben vor ca. 2 Jahren mindestens 3x Polizei und Krankenwagen rufen müssen, die die Wohnung aufgebrochen haben, weil sie gestürzt war und sich allein nicht helfen konnte. Seither kommt täglich 3x ein Pflegedienst, der für sie auch Einkäufe erledigt, Insulin spritzt, sie wäscht etc. Sie kann das
Haus aus eigener Kraft nicht mehr verlassen, ist also darauf angewiesen.
Soweit, so noch nicht schlimm.
Was aber schlimm ist: Die Frau ist völlig - nuja... geht gar nicht. Als wir ihr damals geholfen haben (einmal kam ich auch mittags nach Hause, als sie wieder mal gestürzt war, aber die Wohnungstür offen war - da hab´ ich 2 Stunden bei ihr auf dem Fußboden gesessen, bis ich sie endlich soweit hatte, den RTW zu holen...), hat sie uns permanent nur wüstestens beschimpft. Seit einer ganzen Weile schon brüllt sie jeden Tag die unmöglichsten Schimpfwörter und unterste Fäkalsprache durch die Gegend - meine Noch-Frau hat das nachts bei uns im Schlafzimmer häufiger gehört, ich hatte immer Ohropax - aber seit ich das nicht mehr nehme, höre ich es auch öfter mal - und durchs Treppenhaus dröhnt es auch in voller Lautstärke.
Ich hab´s mal mit dem Handy aufgenommen und unserem Hausverwalter vorgespielt. Dem entgleisten sämtliche Gesichtszüge - aber er meinte, da könnte man nichts machen.
Ja, und jetzt erfahre ich gerade von unseren Nachbarn, dass der Pflegedienst (ist inzwischen mindestens der 3.) ihr gekündigt hat, weil sie einfach nicht tragbar ist. Offenbar raucht sie auch im Bett - das ist eine Gefahr fürs ganze Haus, denn wenn sie wieder mal stürzt, brennt alles...
Jetzt war die Rede von Zwangseinweisung - aber wer ist dafür zuständig? An wen kann man sich wenden? Der Pflegedienst ist offenbar nicht zuständig, die Hausverwaltung laut eigener Angaben auch nicht (die Dame ist Eigentümerin der Wohnung) - aber wohin kann man sich dann wenden?
Ich hab´ allmählich echt Angst...

LG seven
 
20.03.2017
#1
A

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Guest

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Dondon96

Dondon96

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Ich bin in dem Gebiet kein Profi, meine aber zu wissen dass man sie nur zwangseinweisen kann, wenn sie Selbst- oder Fremdgefährdend ist.
Ob das Rauchen im Bett eine akute Fremdgefährdung darstellt wage ich (leider) zu bezweifeln. Ebenso wie die Beschimpfungen.
Und auch eine Selbstgefährdung wäre wohl erst gegeben, wenn sie euch gegenüber konkrete Suzidgedanken o.Ä. äußern würde. Auch die sehe ich hier nicht.

Und da die Dame Eigentümerin der Wohnung ist kann auch der Hauseigentümer nicht viel machen.
Eine konkrete Stelle, an die du dich wenden kannst weiß ich spontan nicht. In manchen Städten ist der Allgemeine Soziale Dienst nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Senioren zuständig. Eventuell kann man dir dort weiter helfen und dich an die richtigen Stellen verweisen?
Ansonsten kannst du auch mal direkt beim Pfelegedienst anrufen, vielleicht können die dich auch an entsprechende Stellen verweisen.

Ich kenne von meinem Bruder (Altenpfelger), dass oft ältere Leute aus dem Krankenhaus direkt ins Heim kommen, weil diese zuhause nicht mehr alleine leben können. Leider weiß ich aber nicht, wer diese Entscheidung trifft, vermute aber die Angehörigen bzw. der gesetzliche Betreuer, falls vorhanden und wenn die betroffene Person die Situation nicht mehr selbst entscheiden kann. Einen Betreuer scheint die Frau allerdings nicht zu haben.

Habe mal eben mein Gesetzbuch durchstöbert (schreibe u.A zum Betreuungsrecht nächste Woche eine Klausur :eusa_shhh:). Da steht drin, dass ein Betreuer wohl nur auf seinen Antrag hin bestellt werden kann (§1896 (1) BGB). Und in Absatz 1a steht dann noch ergänzt, dass ein Betreuer nicht gegen den Willen des Volljährigen bestellt werden darf.
Wie die Sachlage allerdings bei Demenz und anderen krankheiten aussieht weiß ich nicht.

Als letzte Möglichkeit sehe ich den Gang zum Anwalt oder vielleicht der Mieterschutzbund (falls du selbst Mieterin bist? Ich weiß nicht, ob die da weiter helfen können, aber ein Versuch ist es wert.)
 
Sini

Sini

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Du kannst mit dem Gesundheitsam telefonieren.
Allerdings kann ich nicht recht herauslesen, warum die Frau zwangseingewiesen/ und -behandelt werden soll. Das müsste wirklich gut begründet sein.

Die Gesetze, also das Hausrecht (sie muß niemand in ihre Wohnung lassen) und das "Recht auf Krankheit" sind sehr starke Gesetze, die es auch einem Amtsarzt nicht gerade einfach machen, jemand "einfach nur" weil er psychisch krank ist, die Nachbarn sich am Geschrei stören, sie wie tausende andere im Bett raucht oder weil sie stürzen könnte, aus ihrer Wohnung zu holen und in der Psychiatrie unterzubringen.

Edit: Zu langsam, deswegen hat sich meine Antwort mit der vorigen überschnitten.
 
Hexe76

Hexe76

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Puh, ich zerbreche mir grad den Kopf, aber ich bin einfach schon zu lange aus Deutschland weg.
Versuchen kannst Du Dein Glück beim Sozialamt. Einfach mal anrufen, Lage schildern und nachfragen. Wenn sie eine Gefahr für sich und die Umwelt ist, muss sie "zwangsentmündigt" werden, was letztlich durch einen Richter stattfindet, der dann auch einen Betreuer benennt, der u.a. den Aufenthaltsort bestimmen darf und sie zwangseinweisen kann.
 
Sini

Sini

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"..." was letztlich durch einen Richter stattfindet, der dann auch einen Betreuer benennt, der u.a. den Aufenthaltsort bestimmen darf und sie zwangseinweisen kann.
Da haben sich die Gesetze in den letzten Jahren geändert. Zwangseingewiesen werden kann immer noch, gegen den Willen des Patienten zwangsbehandelt werden darf aber nicht mehr oder nur in ganz seltenen Fällen nach einem Mega Büroktie-Akt.

Wir hatten eine Patientin, die dachte sie ist die Königin von Saba, der faulte der Fuß ab. Der königliche Fuß durfte aber nicht behandelt werden weil die Götter der Königin von einer Operation abrieten. Sie ist dann gestorben.
 
cherry-lein

cherry-lein

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Ich habe (leider) tagtäglich mit solchen schwierigen Patienten zu tun. Eine Zwangseinweisung in ein Heim oder ähnliches ist nur möglich wenn man die Dame für unzurechnungsfähig erklären lässt und einen gesetzlichen Betreuer einsetzt der sie einweisen lässt. Legt die Dame selbstgefährdendes Verhalten auf Grund einer geistigen Einschränkung (z.B. Demenz) an den Tag kann man sowas recht zügig erwirken allerdings geht das nur über das Betreuungsgericht, dieses lässt dann ein Gutachten erstellen und bestellt innerhalb von 24 Stunden einen Betreuer. Häufig nehmen Angehörige die Funktion des gesetzlichen Betreuers ein, gibt es keine Angehörigen bestellt das Gericht einen fremden Betreuer, häufig ist das ein Sozialarbeiter oder ähnliches der das Hauptberuflich macht.

Als Eigengefährdung kann schon zählen das die Frau sich nicht allein versorgen kann und droht zu verdursten oder zu verhungern weil sie nicht an Lebensmittel kommt und/oder Lebensfunktionen beeinträchtigt sind weil sie nicht an ihre Medikamente kommt und sie sich so in eine nachweislich lebensgefährliche Lage bringt. Hat die Dame eine Demenz ist eine Eigengefährdung z.B. durch unsachlichen Gebrauch von Haushaltsgegenständen (Thema Herd anlassen) gegeben, dazu kann es sein das sie nicht in der Lage ist sich adäquat zu ernähren, zu kleiden (Thema Unterkühlung) und Medikamente korrekt einzunehmen (Überdosierung).
Sollte die Dame allerdings geistig orientiert und sich ihrer Lage bewusst sein und von jemandem mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgt werden gibt es keine Grundlage die sich als Eigengefährdung stellen lässt. Wenn sie orientiert ist kann sie leider niemand zwingen sich zu waschen oder ihren Haushalt zu führen, schon gar nicht wenn die Wohnung ihr Eigentum ist. Eine Einweisung in die Psychiatrie funktioniert nur wenn akute suizidale Absichten vorliegen und auch dann nur für 24 Stunden, möchte jemand danach die Klinik verlassen darf er ohne weiteres nach Hause gehen.

Im Krankenhaus besprechen wir solche Fälle mit der Familie und den Patienten, sind sich alle einig wird eine Heimeinweisung in die Wege geleitet. Hat ein Patient keine Familie/Angehörige läuft es über das Betreuungsgericht. Die Anträge bei der Pflegekasse und die Heimplatzsuche laufen über unsere Sozialarbeiter.
Schau doch mal ob die Dame Angehörige hat und sprich die mal auf die Situation an und versuch dort etwas zu bewirken wenn du den Eindruck hast das die Dame nicht in der Lage ist selbst für sich zu sorgen. Gibt es keine Angehörigen würde ich mal beim zuständigen Betreuungsgericht anrufen und mich erkundigen wie es abläuft wenn jemand sich nicht allein versorgen kann und niemanden hat der sich kümmern kann.
 
seven

seven

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Ok, ich versuch´s nochmal ;)
Für mich ist die Situation so klar seit mindestens 2 Jahren, dass ich vielleicht einiges unterschlagen habe oder vergessen habe oder falsch erklärt habe - sorry ;)

Also:
Die Frau ist aufgrund ihres körperlichen Zustandes nicht mehr in der Lage, die Wohnung zu verlassen. Sie ist also auf den Pflegedienst angewiesen, der ihr Essen, Zigaretten, Insulin bringt.
Sie ist vor 2 Jahren mehrfach in der Wohnung gestürzt, hat dann natürlich um Hilfe gebrüllt, wir haben mehrfach RTW und Polizei gerufen, die dann die Wohnung aufgebrochen und sie unter massivstem Widerstand ins KH befördert haben (sie musste mit mehreren Leuten die Treppe runtergetragen werden), aber nach einigen Tagen war sie dann wieder da und das Spielchen ging von vorn los. Daraufhin kam dann täglich mehrfach der Pflegedienst - von dem lässt sie sich aber nicht behandeln. Die dürfen ihr allenfalls die Insulinspritze geben, sie weigert sich, sich waschen oder sonstwie pflegen zu lassen. In der Wohnung stinkt es bestialisch nach Urin und Dreck.
Der eine Pflegedienst behauptete, sie rauche nur auf der Terrasse oder in der Küche, der jetzige gibt zu, dass sie auch im Bett raucht.
So. Aber sie kann sich ja nicht eigenständig bewegen. Und da sehe ich eine große Gefahr, wenn sie im Bett raucht - braucht sie nur mal einzuschlafen. Und im Gegensatz zu anderen Leuten kommt sie da ja auch nicht allein raus. Das ist nochmal ´ne andere Hausnummer, finde ich.
Den Pflegedienst habe ich auch schon gefragt, aber die haben ebenso wie der Hausverwalter gesagt, solange sie Eigentümerin ist, kann man nix machen. Und sie hat keine Angehörigen und eben auch keinen gesetzlichen Betreuer.
(@Dondon: Nein, ich bin auch Eigentümerin. )

Fakt ist doch: Die Frau KANN nicht allein leben.
Das Gebrüll stört mich persönlich jetzt weniger, soll sie halt brüllen...
Aber wenn jetzt auch kein Pflegedienst mehr kommt - wer kümmert sich dann? Woher bekommt sie was zu essen? Wer bringt sie zur Toilette? Und und und...
Und da müsste es doch irgendwelche Handhaben geben, die da greifen.
Die wird doch ansonsten da oben schlichtweg verhungern und verdursten?
Also - Sozialamt. Gesundheitsamt. Ok. Ich werde es da mal versuchen - denn ich möchte nicht wissen, wie das wird, wenn da kein Pflegedienst mehr kommt - und selbst der konnte ja wenig ausrichten...
Dass die Frau krank ist (im Kopf), sollte eigentlich völlig offensichtlich sein, daher frage ich mich, warum da seitens des Pflegedienstes noch nichts unternommen werden konnte?

Seufzende Grüße
seven
 
cherry-lein

cherry-lein

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Pflegedienste dürfen leider kaum etwas tun, die dürfen auch nur im äußersten Notfall den Rettungsdienst rufen vorher muss der Hausarzt informiert werden.

Ich würde wie gesagt einfach beim Betreuungsgericht anrufen und die Situation dort schildern, in der Regel sollte dann von dort aus innerhalb kurzer Zeit was passieren.
 
seven

seven

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Was ist denn jetzt wieder ein Betreuungsgericht?
 
Luna & Artemis

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Meine Tante hatte in ihrem Haus auch einen ähnlichen Fall, alte Frau, keine Angehörigen bzw. einen Sohn der aber weit weg selber schon in einem Pflegeheim wohnte, starke Demenz teilweise in Delir abrutschend. Meine Tante hat alles versucht der Frau zu helfen das sie Hilfe bekommt. Aber Pflegedienste wurden verweigert, die Frau wurde teilweise echt bösartig und hat meine Tante beschimpft (weil meine Tante ja bei ihr eingebrochen wäre um ihre Dokumente zu klauen oder Männer in ihr Schlafzimmer reingelassen hat.) und so Scherze wie den Kabelanschluss vom Fernsehen durchzuschneiden damit sie nicht mehr beobachtet wird. Meine Tante hat echt alles getan, ist zu dem Hausarzt der Frau gegangen, hat versucht mit sämtlichen Ämtern zu reden, natürlich hat sich keiner zuständig gefühlt. Geendet hat das ganze damit das sie drei Nächte durchgesungen hat (sie war früher viel im Theater auf der Bühne) und meine Tante mit den Worten "Kommen sie rein, die Vorstellung hat schon angefangen. Die ganzen Zuschauer sind auch schon da." Die Dame hat anscheinend wirklich geglaubt sie wäre im Theater und müsste jetzt Vorstellungen geben. Meine Tante hat allerdings auch noch meinen kranken Onkel Zuhause, der sehr viel Ruhe braucht und nach 3 Tagen mit wenig Schlaf schon Nahe war im Krankenhaus zu landen. Sie hat dann die Polizei in ihrer Not gerufen und denen gesagt das sie nicht mehr kann, das was passieren muss. Die sind dann gekommen und haben den Zustand gesehen, dann kam auch am gleichen Tag noch der Amtsarzt raus. Es musste die Türe aufgebrochen werden, da die Polizisten dann Entführer waren und generell jeder ihr nur böses wollte (Dem Polizisten hat sie auch ein paar ins Gesicht geknallt :silence:) und dann wurde sie ins Krankenhaus mitgenommen, da natürlich so schnell kein Pflegeplatz verfügbar war. Aber der Zustand der Wohnung war ein ähnlicher wie du beschreibst. Da musst du echt am Ball bleiben, so hart es klingt wirklich bei jedem Rumgeschreie Nachts die Polizei rufen. Vielleicht kannst du dich ja mit anderen Mitbewohnern im Haus zusammen tun das ihr gemeinsam daran geht und nicht nur du allein.
 
cherry-lein

cherry-lein

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Hab ich in meinem ersten Beitrag erklärt ;)
Meistens ist das Betreuungsgericht am Amtsgericht deiner Stadt angegliedert. Nochmal zusammengefasst: Das Betreuungsgericht befasst sich mit Fällen wo Menschen nicht mehr in Lage sind sich um sich selbst zu kümmern und bestellen einen Betreuer der das in die Hand nimmt und Entscheidungen für diese Person trifft. Sollte die Dame an Demenz leiden oder selbstgefährdend sein (Erklärung siehe oben) kann das Gericht innerhalb von 24 Stunden jemanden bestellen der die Betreuung übernimmt und die Versorgung der Frau abklärt.
 
Dondon96

Dondon96

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Das Betreuungsgericht (ist zumindest hier) lediglich ein Notar. Zumindest haben wir es so gelernt.
Das richtige Betreuungsgericht entscheidet nur über extreme Situationen (ist zB eine Amputation nötig, Abstellen von Maschinen etc., also wenn es um Leben oder Tod geht). Einen Betreuer bestellt ein Notar. Zumindest wurde uns das im Studium so erklärt und die Dozentin war die zuständige Betreuungsrichterin die über oben genannte Fälle entscheidet :lol:.

Aber auch hier gilt: nachfragen kostet nichts. Schildere den Leuten deine Lage, vielleicht hat irgendwer einen guten Tipp für dich :001:.
 
Dondon96

Dondon96

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Du hast es erfasst Audrey :001:. Deshalb habe ich auch in Klammern ergänzt, dass das zumindest hier so ist :). Ich studiere lediglich Soziale Arbeit und bin daher im Betreuungsrecht und auch sonst rechtlich kein Profi und kann nur das sagen, was uns in den Vorlesungen beigebracht wird :).
 
seven

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Also jetzt nochmal zum Mitmeißeln: Ich müsste mich ans Betreuungsgericht wenden - so, denen kann ich ja natürlich viel erzählen, die müssten sich ja selbst ein Bild machen. Aber wie machen die das, wenn sie nicht in die Wohnung gelassen werden? Und wenn das Betreuungsgericht ein Notar ist - ist das ja auch sicher nicht irgendeiner, sondern ein bestimmter, oder? (Ich glaub´, ich muss mal Tante Google bemühen ;) )
Angehörige hat die Dame seit dem Tod ihrer Mutter vor - puuuh - ungefähr 5 Jahren? (So lange wohnt sie jetzt auch schon hier, anfangs konnte sie sogar noch Treppen steigen und Auto fahren, war aber schon immer eine Unsympathin vom Feinsten) keine mehr - damals hatte sie wohl auch noch einen Freund/Bekannten, der aber in Frankfurt wohnte und alle Jubeljahre mal vorbeikam. Den hab´ ich hier aber auch schon seit Jahren nicht mehr gesehen - im Prinzip hat sie also niemanden (kein Wunder bei ihrem Auftreten, und das war ja auch schon so, als man sie noch als klar im Kopf bezeichnen konnte... sie hat ihre Mutter ins Heim geschickt, hat die selbstgemalten Bilder des Lebensgefährten der Mutter verschwinden lassen und sich häuslich in der Wohnung ihrer Mutter eingenistet...)

Ich geh´ nochmal ein bisschen googeln und spreche auch noch mal mit den anderen Nachbarn, dann können wir alle an einem Strang ziehen.
Danke für Eure bisherigen Anregungen!

LG seven

edit: So, hab´ jetzt beim Amtsgericht angerufen - die zuständigen Personen sind natürlich nicht mehr da, sondern nur morgens von 8.30-12.30 Uhr. Da bin ich aber im Unterricht... Wird schwierig - kann ich höchstens in ´ner Pause mal versuchen und dann einen späteren Termin vereinbaren, denn sowas lässt sich nicht in 10 Minuten klären, denke ich...

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Nachtrag: Mit anderen Nachbarn telefoniert, die wollen sich parallel beim Ordnungsamt erkundigen. Arbeitsteilung sozusagen, aber hoffentlich kommt dann jetzt endlich mal was ins Rollen ;)
 
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Hexe76

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Sozialamt würde ich nicht ganz aussen vor lassen.
Frag bei denen einfach mal nach. Ich würde sagen, die sind erstmal zuständig und reichen das dann ans Betreuungsgericht weiter. Sicher weiss ich es nicht, aber ich erinnere mich dunkel, dass wir vor 20 Jahren wegen einer Nachbarin auch zum Sozialamt gegangen sind und die dann alles weitere in die Wege geleitet haben. :eusa_think:
https://www.neuraxwiki.de/artikel/details/184_Sozialamt.html
 
Cerridwen

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Ich bin gerade über eine Seite gestolpert, die den Sachverhalt und den vermuteten weiteren Ablauf ziemlich gut beschreibt:

„Angeregt werden kann die Betreuung von jedem“, erklärt Barbara Dannhäuser von der gemeinsamen Arbeitsstelle Rechtliche Betreuung der katholischen Organisationen Caritas, SkF und SkM. Fällt etwa einem Nachbarn auf, dass eine alleinstehende ältere Frau in einer übermäßig verschmutzten Wohnung lebt, sollten sie aktiv werden. Erster Ansprechpartner ist dann die Familie - doch die kennt ein Nachbar nicht unbedingt. Sie kann auch fehlen oder den Kontakt abgebrochen haben.

In diesem Fall ist das Betreuungsgericht der richtige Ansprechpartner. „Dafür reicht ein kurzes Schreiben an das Gericht. Wenn man den Eindruck hat, dass es schnell gehen muss, sollte man darauf hinweisen“, sagt Barbara Dannhäuser. (...)

Das Betreuungsgericht ist dem Amtsgericht zugeordnet, meist gibt es auf dessen Internetseite ein Formular für die Anregung einer Betreuung.
Auf den Hinweis - der den Meldenden zu nichts verpflichtet - muss das Gericht reagieren. Zunächst beurteilt in der Regel ein Sachverständiger die Situation, dann kommt es zu einer Anhörung. „Das ist eine Gerichtsverhandlung, die oft in der Wohnung des Betroffenen stattfindet“, sagt Klaus Förter-Vondey, Vorsitzender des Berufsverbands der Berufsbetreuer (BdB). Das Betreuungsrecht schreibt vor, dass der zuständige Richter sich einen persönlichen Eindruck macht, daher ist ein Ortstermin nicht ungewöhnlich. (...)
http://www.mz-web.de/wirtschaft/fin...senioren-hilfe-behoerden-vorsorge-alt-1431086
 
E

exe

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Mir erschließt sich irgendwie nicht, was es nötig macht einen Betreuer zu organisieren. Die Dame scheint etwas unangenehm zu sein und ein recht... lapidares Sicherheitsempfinden zu besitzen, aber das ist doch keine Grundlage um betreut zu werden?
Okay, der Pflegedienst hat ihr gekündigt... aber es gibt noch 100 andere Pflegedienste und verhungern wird auch sie nicht wollen, sich also dementsprechend eine Alternative zu ihren vorherigen Pflegediensten suchen. Letztendlich ist das auch nicht dein Problem.

Ich denke, da wirst du nichts machen können, ausser zuschauen. Es darf am Ende noch jeder selbst bestimmen, wie er lebt. Vielleicht in gute Rauchmelder investieren? :|
 
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exe, geht´s noch?
Die Frau ist eine Gefahr für sich selbst und für andere! Ich dachte, das hätte ich jetzt episch breit erläutert...
Bis sie endlich eine Betreuung bekam, haben wir sie mindestens 3x mit Polizei und Notarzt aus der Wohnung "räumen" lassen, weil sie gestürzt war und sich nicht mehr helfen konnte.
Die Betreuung verweigert sie jetzt. Sie kann sich kaum noch bewegen. Sie raucht im Bett. Sie ist zuckerkrank und benötigt ihr Insulin.
Worauf soll ich warten? Dass sie sich und mich abfackelt? Dass die Feuerwehr meine Wohnung unter Wasser setzt?
Ich bin nun mal am nächsten dran, mich erwischt entweder das Feuer oder das Wasser oder beides... Ich hab´ Rauchmelder. Gute. Und was nützen die mir, wenn die Wohnung qualmt und die Feuerwehr alles unter Wasser setzt?
Zwei Pflegedienste hat sie verschlissen, wo kommt der dritte her? Da sie ja keinen will, wird sie sich selber auch nicht kümmern.
DU kennst sie nicht. ICH kenne sie! Sag mir doch, wo Du wohnst, ich empfehle ihr dann eine Wohnung in Deinem Haus, dann kannst Du Dich kümmern und merken, wie das aussieht! Dann kannst Du gucken, wie es aussieht, wenn sie sich nicht waschen lässt, wenn sie zwischendurch irgendwo in der Wohnung sitzt und Pipi macht, weil sie es nicht bis zum Klo schafft... Willst Du das? Willst Du das für sie?
Inzwischen steht die gesamte Hausgemeinschaft auf den Barrikaden, und das wohl nicht ohne Grund. Leider sind wir nur noch 2 weitere Eigentümer, und wir haben das jetzt in die Hand genommen - die anderen sind Mieter und können sich bestenfalls beschweren, aber selber nicht wirklich was unternehmen...
 
Maravilla

Maravilla

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Hallo,

gibt es bei euch in der Stadt/Gemeinde so etwas wie einen Sozialpsychiatrischen Dienst? Dann wäre das vllt. auch eine Option, wo man sein Anliegen vortragen und fragen könnte, wohin man sich ggf. sonst noch wenden könnte. Denn aus der Schilderung im Eingangspost "Seit einer ganzen Weile schon brüllt sie jeden Tag die unmöglichsten Schimpfwörter und unterste Fäkalsprache durch die Gegend" lese ich schon ein psychisches Problem heraus. Oder kennt ihr jemanden, der grundlos so ein Verhalten an den Tag legt?

Ich weiß z.B. auch nicht was passiert, wenn eines Tages kein Pflegedienst mehr bereit ist, die Versorgung zu übernehmen. Und je kleiner der Ort, desto weniger Pflegedienste kommen überhaupt in Frage. Können Pflegedienste zwangsverpflichtet werden?

Gruß
Maravilla
 
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