Stundenlanges Gitternagen - mit den Ideen am Ende

Diskutiere Stundenlanges Gitternagen - mit den Ideen am Ende im Degu Verhalten Forum im Bereich Degu Forum; Hallo Liebe Tierforum Mitglieder! Wir haben seit geraumer Zeit ein Problem mit unseren Degus Frodo und Sam und sind mit den Ideen (und Nerven)...
ChaosRatzen

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Hallo Liebe Tierforum Mitglieder!

Wir haben seit geraumer Zeit ein Problem mit unseren Degus Frodo und Sam und sind mit den Ideen (und Nerven) mittlerweile am Ende. Aber am besten fange ich von ganz vorne an:

Vorgeschichte:
Letztes Jahr am 25.03 zogen unsere ersten Degus Frodo und Sam ein, somit sind die beiden aktuell etwas älter als ein Jahr. Bekommen haben wir sie von Bekannten, die ungewollt Nachwuchs bekommen haben, beide sind mittlerweile kastriert. Die beiden lebten sich relativ schnell ein.
Ca. Anfang Sommer, hätten wir noch zwei weitere Notfalldegus im ca. gleichen Alter bekommen. Da wir aber noch ziemliche Neulinge waren holten wir uns Hilfe (erfahrener Deguhalter, mit VG Erfahrung) und bauten ein Trenngitter ein. Das Problem war nur, dass in beiden „Gruppen“ jeweils ein Dominanzbolzen war (Sam, in der anderen Gruppe Gimli) und sich am Trenngitter keine Besserungen, sondern nur Verschlechterungen zeigten. Damals fing Gimli an, am Gitter zu
nagen und zu „graben“. Da wir merkten, dass die Tiere einfach nur mehr gestresst waren, suchten wir schweren Herzens für Gimli und Tom ein neues gutes zu Hause. Als wir dann sahen, wie sehr unsere Jungs wieder aufblühten wussten wir, dass es die richtige Entscheidung war. Sprich: zu dieser Zeit (Herbst) war alles wieder gut.
Im Oktober zogen wir dann um und seitdem stehen die Degus in einem eigenen hellem Raum, der vorsichtshalber immer abgeschlossen wird, da wir zwei Kater haben. Kontakt zwischen Katzen und Degus ist somit nicht möglich. Ca. im Jänner fing es dann an: Frodo begann am Gitter zu nagen. Anfangs war es nur ab und zu, aber seit etwas mehr als einem Monat nagt er teilweise stundenlang. Sam beteiligte sich anfangs kaum, seit ca. einer Woche nagt aber Frodo kaum mehr am Gitter, dafür aber Sam. Bei Frodo habe ich dennoch schon den ersten Fellverlust auf den Pfoten bemerkt. Beide sind laut TA aber ansonsten top fit.

Käfig:
Wir haben einen großen Gitterkäfig 100x70x170, was laut verschiedenen Info-Seiten, größer als das Mindestmaß ist. Im Käfig befinden sich 4 große Etagen und zwei kleinere (ca nur 30cm Länge). Als Einrichtung haben wir mehrere Häuschen (die sie anfangs immer zerstört haben, seit dem Gitter nagen aber in Ruhe lassen), Höhlen, Brücken, Röhren, (Kork-) Hängematte, zwei Sandbäder, zwei Laufräder und etwas zum Buddeln, was sie aber gar nicht nützen. Zusätzlich bekommen sie immer frische Äste, bzw. über den Winter waren es halt eher getrocknete Äste. Beinahe die ganze Einrichtung besteht somit aus Holz/dicker Pappe, also Materialien die sie getrost annagen könnten (und auch dürften/sollten). Äste haben wir auch schon die verschiedensten Sorten durchprobiert.

Was wir bisher probiert haben:
- Käfig umgestaltet, teils mit neuer Einrichtung
- Häuschen an die Nagestelle gestellt und dort befestigt
- Äste vor die Nagestelle befestigt
- Nagestelle mit Karton/anderen Materialien komplett verbaut
- Käfig im Raum umgestellt
- Jedes Mal geschimpft wenn sie nagen
- Zweites Laufrad auf die Ebene wo sie nagen hingestellt
- Nagestelle von außen abgehängt/verdunkelt
- In der Nähe stehende Leckerlis weggestellt
- Futter als Beschäftigung ausprobiert

Doch all das hat einfach nichts geholfen. Entweder haben sie stundenlang gearbeitet um wieder an ihre Nagestelle zu kommen oder sie haben an einer anderen Stelle angefangen. Teilweise nagen sie auch ein paar Stunden durch. Wir hätten uns schon wegen Nagerterrarien umgesehen, aber in dieser Größe nichts gefunden und eigentlich wollen wir unseren Käfig gerne behalten. Nur das ständige Gitternagen ist mittlerweile, vor allem für meinen Freund, extrem nervend und auch für die Tierchen sicher nicht optimal.

Habt ihr noch irgendwelche Tipps, was wir ausprobieren können?
Und für alle, die sich meinen langen Text durchgelesen haben, schon mal im Voraus ein großes Dankeschön für eure Mühe. :054:

(Falls ihr noch etwas wissen wollt, bzw. ich irgendwelche Infos vergessen habe, beantworte ich die Fragen natürlich gerne)
 
24.04.2017
#1
A

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Guest

Alexandra (Tierärztin) hat einen Ratgeber über Degus geschrieben. Sie erklärt in diesem Ratgeber, was die aufgeweckten Hörnchen brauchen, um sich als Heimtiere wohl zu fühlen. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
Sini

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Ich habe keine Degus, mich aber in Bezug auf Hamster viel mit Gitternagen beschäftigt. Gitternagen ist (auch bei Degus eine Verhaltensstörung). Man vermutet, dass solche Verhaltenstörungen entstehen weil die Haltungsbedingungen nicht unzureichend sind. So eine Verhaltensstörung ist nicht nur für den Besitzer nervig, sie ist ein sehr trauriges Symptom dafür, dass es den Tieren seelisch nicht gut geht. Man kann das mit dem Hospitalismus von Heimkindern aus früheren Zeiten vergleichen die sich z.B. monoton vor-und zurückgewiegt haben.

Bei Hamster gab es sogar Studien, da konnte man diese These beweisen, desto größer der Käfig, desto tiefer die Einstreu (bis zu einem Meter) desto weniger oder gar nicht mehr wurde genagt.

Das im Internet genannte Mindestmaß für Gehegegrößen ist bei fast allen Kleintieren eine recht willkürliche Zahl. Meist wird sie daran festgelegt, was man dem Halter "zumuten" kann und was auch im Handel zur Verfügung steht. Deswegen heißt Mindestmaß in der Regel nicht, daß diese Größe wirklich verhaltensgerecht für die Tiere ist.

Du könntest selbst recherchieren, was es so an fundierter Literatur zu Verhaltensstörungen bei Degus gibt und ob es da vielleicht auch Versuche zu gibt- also bei welcher Gehegegröße/ Einrichtung sie nicht mehr auftreten. Ich prognostiziere dir aber jetzt schon, dass du mit dem vorhandenen Gehege dieses Problem nicht beenden kannst.
 
ChaosRatzen

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Vielen Dank für deine Meinung.

Das Mindestmaß beträgt 120×50×100 cm (LxBxH oder HxBxL) (Quelle TierWiki und andere Info Seiten über Degus nennen die selben Zahlen). Wir haben extra darauf geschaut, dass wir ihnen nicht das unterste Mindestmaß sondern doch etwas mehr Platz bieten.

Das mit der Einstreu haben wir schon probiert, da Degus angeblich sehr gerne Graben. Unsere haben kein einziges Mal auch nur gebuddelt.

Bei meinen Recherchen bin ich meistens auf Halter gestoßen, wo die Degus weit unter dem Mindestmaß gehalten wurden. Neuer Käfig mit den Mindestmaßen wurden gekauft -> Problem erledigt. Oder der Käfig wurde umgestaltet und das Problem war somit erledigt, was wir jedoch auch schon probiert haben.

Ich habe bisher wirklich immer bei allen Tierarten darauf geachtet, sie nicht auf Mindestmaßen zu halten, mich mit sämtlichen Themen der Tierart auseinander gesetzt und alles gelesen was ich gefunden habe. Und dann kenne ich wiederum Tierhalter, die ihre Tiere jahrelang in kleinen Plastikgefängnissen halten, keine Ahnung von Artgerechter Haltung haben und nie Probleme mit ihren Tieren haben. Versteh mich bitte jetzt nicht falsch: ich finde es absolut nicht ok Tiere in viel zu kleinen Käfigen zu halten, aber ich finde es halt unfair, dass ich extra immer drauf achte den Tieren etwas bieten zu können und es dann genau bei mir nicht läuft. (Sorry, bin mittlerweile schon in einer kleinen Krise)

Ein recht viel größerer Käfig ist leider nicht mehr möglich, aber Auslauf wäre möglich. Jedoch habe ich bei meinen Recherchen schon oft gelesen, dass die Degus dann erst recht mit dem Gitternagen beginnen, weil sie raus wollen. Hat vielleicht jemand Erfahrung damit?
 
Mandarina

Mandarina

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Hallo,

Gitternagen kann ganz schön nervig sein. Die Käfigmaße sind schon mal gut.

Was fütterst du denn?
Fütterst du in Näpfen?

Du schreibst 4 große Etagen. Sind die so groß wie der Boden (=Volletagen), oder wie muss ich mir das vorstellen?

Magst du mal ein Foto vom Käfig einstellen, vielleich kann ich dir dann noch Tipps geben.
 
ChaosRatzen

ChaosRatzen

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Wir füttern eine selbstgemischtes Futter, dass alle Nährstoffe enthalten sollte. Zusätzlich gibt es dann noch Saaten, frisches Wasser und Heu stehen natürlich immer zur Verfügung. Grünfutter nehmen sie gar nicht an, wir probieren aber immer weiter, vielleicht finden wir mal etwas, das ihnen schmeckt.:roll:

Aktuell füttern wir wieder in Näpfen. Wir haben es schon mit Futter verstreuen/verstecken bzw. eben Futter als Beschäftigung probiert, hat nur leider nichts geholfen.

Foto hab ich leider gerade nicht zur Hand, aber ich hab mir schnell eines rausgesucht und meine Ebenen ca. eingezeichnet. Die Treppen haben wir so angeordnet, dass sie in einem Lauf von ganz oben nach unten können, was sie anfangs auch richtig gerne gemacht haben.

Wir (bzw. mein Freund) haben heute auch nochmals mit dem TA geredet. Er hat gemeint, dass wir noch ein Vitaminpräparat probieren können, da der Auslöser auch eine Mangelerscheinung sein könnte. Haltet ihr das für sinnvoll?
käfig.jpg
 
Mandarina

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Wir füttern eine selbstgemischtes Futter, dass alle Nährstoffe enthalten sollte. Zusätzlich gibt es dann noch Saaten
Das ist schon sehr pauschal. Magst du mal die Bestandteile auflisten. Wenn du selber mischst, weißt du ja was drin ist.
Ein Verteilen in der Streu ist ja in Volieren ohne Streuschutz fast nicht möglich.
Welche Frischfutterpflanzen du noch probiern kannst, findest du hier.

Optimal finde ich die Anordnung der Etagen nicht. Da könnte man mehr raus holen. Vor allem links oben von der Teiletage, sehe ich eine zu große Absturzhöhe.
Sind die unterste und oberste Etagen genau so groß wie die Bodenfläche (mit einem ca 15x15cm Aufstiegsloch)?

Wenn nicht würde ich das ändern. Bei der Käfighöhe müssten 3 Volletagen (= 3x je 100 x70 cm) gut möglich sein. Das wäre Lauffläche am Stück.
Ich binnicht sicher ob das durch die kleinen Türen nicht machbar ist. Die Türengröße kann ich nicht genau erkennen. Ein Foto mit geöffneten Türen wären hilfreich.

Lies dir mal die Käfiginfos in der Wiki durch.
 
ChaosRatzen

ChaosRatzen

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Ich hab die genaue Zusammensetzung gerade nicht zur Hand, aber es müsste sogar eine Mischung von diesem Forum sein.

Die oberste ist genauso groß, bei der untersten mussten wir mittig noch etwas mehr wegnehmen, da man ansonsten nicht mehr auf den Boden greifen könnte. Die Türen sind ca. 40*35 cm. Ich werde mal schaun, dass ich den Käfig mit den Ebenen noch etwas optimiere.
 
P

Pfote10

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Hallöchen :)

Mit meinen zwei Degus hatte ich mal das selbe Problem gehabt. Die beiden wollten einfach nicht aufhören am Gitter zu nagen. Auch ich habe die Einrichtung umgestellt und versucht die Nageecken zuzubauen. Leider auch ohne Erfolg.
Dann hat mir meine Tante den Vorschlag gemacht, einen kleinen Auslauf um den Käfig zu bauen. Einmal am Tag habe ich diesen aufgebaut und die Türen für ca 1-2 Stunden geöffnet, sodass die Degus selber entscheiden konnte, ob sie im Käfig sein möchten oder raus gehen. Nach ca. 2 Wochen haben meine Degus mit dem Nagen aufgehört. Auch als ich nicht mehr jeden Tag den Käfig für den Auslauf geöffnet habe, haben sie nicht mehr mit dem Nagen angefangen.
Das wäre das einzige was mir als Vorschlag einfallen würde, sonst habe ich auch keine Idee mehr.
Ich hoffe ich konnte trotzdem helfen und drück dir die Daumen, dass deine zwei bald aufhören.

Grüßchen Pfötchen :)
 
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