Kirchenaustritt nachweisbar?

Diskutiere Kirchenaustritt nachweisbar? im Schule & Beruf Forum im Bereich Smalltalk; Hallo ihr Lieben! Zwar habe ich schon Google gefragt, habe allerdings trotzdem keine Antwort auf meine Frage bekommen. Deshalb probiere ich das...
Die Ente :)

Die Ente :)

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Hallo ihr Lieben!

Zwar habe ich schon Google gefragt, habe allerdings trotzdem keine Antwort auf meine Frage bekommen. Deshalb probiere ich das mal hier, vielleicht hat hier ja jemand Ahnung zu dem Thema.

Mein Problem ist folgendes: Ich würde gerne in einem bestimmten Kinder- und Jugendheim arbeiten, es sind auch offene
Stellen frei. Was den Träger der Einrichtung angeht, ist er zum Teil städtisch zum Teil (noch) kirchlich. Nach meiner Frage, ob nun auch Mitarbeiter ohne Konfession eingestellt werden dürfen, kam die Antwort, dies sei auf jeden Fall kein Problem, sofern ich nicht selbst aus der Kirche ausgetreten bin.

Nun ja...bin ich aber:silence: Warum, ist ein ganz anderes Thema, auf jeden Fall schätze ich mich als weltoffenen und toleranten Menschen ein. Für mich persönlich ist es kein Problem in solch einer Einrichtung zu arbeiten.

Inwiefern ist es denn für den Arbeitgeber nachweisbar, dass ich, nun konfessionslos, eigentlich getauft worden bin? Muss ich diese Information eigentlich an den potentiellen Arbeitgeber weiergeben? Ob ich nun auf diese oder auf jene Art konfessionslos bin hat doch wohl kaum Relevanz? An sich, denke ich, möchte ich dies zu meiner Privatsache zählen.

Vielleicht weiß hier ja jemand was dazu, ich wäre auf jeden Fall sehr dankbar

Liebe Grüße!
 
18.05.2017
#1
A

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Guest

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Julia_93

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Huhu,
ich bin auch aus der Kirche ausgetreten und ich meine, man kann das im System nach sehen, ob du ausgetreten bist oder ob du von Anfang an konfessionslos warst. Bin mir aber nicht 100 % sicher.
Was ich komisch finde ist, wo ist den der Unterschied ob du vorher ner Religion angehört hast oder nicht:eusa_think:
Ob er das erfragen darf oder nicht, weiß ich allerdings nicht.
Ich würde aber immer die Wahrheit bei sowas angeben, sonst kann man damit auch ziemlich auf die Nase fallen, vor allem in der Probezeit.
 
Maravilla

Maravilla

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Hallo,

du hast freiwillig nachgefragt, vermutlich, weil es nicht so explizit in der Stellenausschreibung vermerkt war.

Ich würde den Lebenslauf schreiben, das Thema Religion komplett außen vor lassen (angeben würde ich es nur, wenn eine bestimmte Zugehörigkeit zwingend erfordert ist). Wenn im Gespräch die Frage dahingehend gestellt wirst, kannst du mit "keine Konfession" antworten. Möglicherweise werden die gar nicht vertieft fragen, weil andere Sachen viel wichtiger sind. Oder eine andere Person hätte dir eine andere Antwort gegeben. Du schreibst ja selbst, die Einrichtung hat nur zum Teil einen kirchlichen Träger.

Viel Glück!
Maravilla
 
McLeodsDaughters

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Ob du in der Kirche bist, sehen sie ja schon daran, was auf der Gehaltsabrechnung steht.
Off-Topic
Bin ja auch z.T. in der Personalbuchhaltung und es ist echt erstaunlich, dass im Osten fast alle nicht in der Kirche sind (von unseren 7 Mitarbeitern in Sachsen-Anhalt ist, glaube ich, eine in der Kirche), aber fast alle kirchlichen Feiertage mitnehmen... Bei uns hier in Hessen ist mit den Feiertagen im Juni erstmal Ende, der nächste ist im Oktober erst wieder. Die im Osten haben, meine ich, den im August auch noch.


Was ich nicht so ganz verstehe: Wieso ist es auf der einen Seite kein Problem, aber auf der anderen Seite ist es nur kein Problem, wenn man nicht selbst ausgetreten ist. (verständlich ausgedrückt? ^^)
Das können die ja nirgends sehen, wieso du nicht in der Kirche bist. Und wenn das nicht explizit im Lebenslauf stehen muss (also in der Stellenausschreibung verlangt wird), würde ich es nicht reinschreiben. Vorab können die da, meine ich, nichts überprüfen (dazu müssten sie bei der Stadt nachfragen und ich kann mir nicht vorstellen, dass das ohne dein Einverständnis erlaubt ist...), nur bei dir nachfragen. Bei uns ist es so, dass die Daten der Mitarbeiter am Anfang über eine Stelle abgeglichen werden. Das machen wir aber nicht, sondern der Steuerberater (macht für uns die Gehälter usw.). Aber eben erst, wenn derjenige angestellt ist und die Daten stehen alle schon mal im Personalfragebogen (dadurch kam raus, dass eine im Büro nicht Regine sondern Regina heißt, sie den Namen aber nicht mag. Durch den Abgleich muss jetzt aber das "a" da sein :lol:).
 
Seraph

Seraph

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was sagt denn das Gleichbehandlungsgesetz dazu? Wenn sie religionslose (von Geburt) nicht als Problem ansehen, dürften sie das nach freiwilligen Austritt doch auch nicht oder?
 
Keisuke

Keisuke

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Bist du katholisch oder evangelisch?

Soweit ich weiß wird bei den Katholiken vermerkt, wann und wo du getauft & gefirmt bist (& sicher auch die Erstkommunion)

In wieweit ein kirchlicher Träger diese Infos abrufen kann und/oder ob die bei Austritt gelöscht werden, kann ich dir nicht sagen. Letzteres kann ich mir nicht vorstellen. Auch als ausgetretener Katholik bist du immer noch katholisch getauft und für die Kirche demnach immernoch Katholik, wenn auch "verloren gegangen" wenn du verstehst. Du bist sicher noch im Taufregister deiner Taufgemeinde aufgelistet.
 
Hexe76

Hexe76

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Mein Freund (allerdings hier in Irland) hat jahrelang bis hoch zum Bischof drum gekämpft, dass er komplett aus allen Registern getilgt wird. Er hat es geschafft. Aber wenn Du nicht explizit dafür kämpfst, bist Du natürlich weiterhin in den Büchern und das ist auch nachvollziehbar wenn der AG sich die Mühe machen möchte, das nachzuprüfen.
Ich wollte in einem Altenheim arbeiten dass katholisch ist (vor Jahren in Deutschland). Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht eingestellt werde, wenn ich konfessionslos bin, da es von der Kirche finanziert wird und es ungerecht wäre, wenn ich von denen Geld kriege, ohne Gegenleistung. Hab ich alles ein bisschen anders gesehen, also ab zum nächsten Altenheim.
Hier in Irland, obwohl die Kirche immer noch so massiv vertreten ist, ist es kein Problem, dass ich konfessionslos bin.
 
A

A-Fritz

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Hallo,
nach der Vorstellung der christlichen Kirchen kann das Sakrament der Taufe nicht rückgängig gemacht werden,
wer getauft worden ist, ist ewig mit Gott verbunden, auch wenn er aus der Kirche ausgetreten ist und keinen Glauben mehr hat .
Normalerweise werden alle Täuflinge bei der Kirche registriert und nicht wieder gelöscht.

http://www.augsburger-allgemeine.de...ich-nicht-rueckgaengig-machen-id18552091.html

Fritz.
 
McLeodsDaughters

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Meine Mutter pflegt zu sagen: In einem anderen Verein ist man ja auch nicht automatisch drin, also wieso in der Kirche? Wenn jeder die Wahl hätte (also ohne den Stress mit zum Amt und so zum Abmelden), sondern einfach wählen könnte (sobald er alt genug ist) Kirche ja oder nein, dann wäre die Kirche ausgestorben.

[VERSTECK]Bei uns ist das schon in der Familie ganz furchtbar. Meine Oma (inzwischen verstorben, Mutter meines Vaters) hat meinen Eltern quasi die Hölle heißt gemacht, als es hieß, dass sie austreten wollen. Sie selbst wurde evangelisch getauft, ist der Liebe wegen aber zu den Katholiken. Sie war die größte Katholikin, die man sich vorstellen kann (meine andere Oma ist auch katholisch, sie sieht man aber sehr sehr selten in der Kirche, obwohl sie direkt daneben wohnt); die Messen zur Beerdigung waren furchtbar. Da wurde eine Messe nur gemacht um den Rosenkranz ne Stunde hoch und runter zu beten (wir Evangelischen können damit ja nichts anfangen) und bei der Beerdigung direkt nochmal (außerdem noch zwei weitere Gottesdienste nur für die eine Beerdigung; als mein Opa, Vater meiner Mutter, gestorben ist, gab es einen Gottesdienst bzw. wurde das in dem eh schon vorhandenen Gottesdienst mitgemacht und bei der Beerdigung hat die Pfarrerin so nochmal was gesagt. Fertig.), das war grausam, muss man echt so sagen. Meine Tante meinte allerdings, dass das nur hier in Würges (OT von Bad Camberg) so extrem wäre, hier in Camberg wäre es nicht so extrem.[/VERSTECK]

Ich würde mich einfach bewerben und abwarten. Wenn du von der Stadt eingestellt wirst, vielleicht interessieren sich die dort verantwortlichen nicht dafür.
 
Die Ente :)

Die Ente :)

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Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten:D
Ich versuche mal auf alles einzugehen, tut mir leid, falls ich etwas vergessen sollte:

Was ich komisch finde ist, wo ist den der Unterschied ob du vorher ner Religion angehört hast oder nicht:eusa_think:
Was ich nicht so ganz verstehe: Wieso ist es auf der einen Seite kein Problem, aber auf der anderen Seite ist es nur kein Problem, wenn man nicht selbst ausgetreten ist. (verständlich ausgedrückt? ^^)
Ganz ganz vermutlich hängt das damit zusammen, dass Leuten, welche aus der Kirche ausgetreten sind, automatisch nachgestellt wird abweisend gegenüber dem christlichen Glauben zu sein. Einerseits logisch: der Kirchenaustritt ist ein bewusster Schritt, der erst mal gemacht werden muss. Ein bewusster Schritt eben gegen die Kirche. Dass ich einfach gerne von Anfang an ohne Konfession und somit neutral geblieben wäre ist da sicher nicht relevant. Denn ich habe mich aus den Augen vieler bewusst gegen "meinen" Glauben entschieden.

was sagt denn das Gleichbehandlungsgesetz dazu? Wenn sie religionslose (von Geburt) nicht als Problem ansehen, dürften sie das nach freiwilligen Austritt doch auch nicht oder?
Da hatte ich mich vor kurzem auch ein wenig informiert.
Laut Gesetzeslage haben die Kirchen aufgrund von Religionsfreiheit das Recht die Einstellung oder nicht-Einstellung ihrer Mitarbeiter aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit zu entscheiden. Dementsprechend dürfen sie mich ablehnen, weil ich aus der Kirche ausgetreten bin.

Allerdings sehe ich auch hier meiner Meinung nach, dass sich auch Religionen an die Grundrechte eines jeden Menschen halten sollen.
Art 3 GG:
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html

Demnach handelt hier die Kirche nicht entsprechend des Grundgesetzes. Dass ein Moslem, Jude oder Buddist kein Pfarrer werden kann, finde ich logisch. Ich aber möchte einfach nur meinen Beruf Erzieherin ausüben... Genau so sehe ich das bei Pflege-Kräften, Ärzten und Arzthelfern.
Das ist aber auch wieder ein Thema für sich...

du hast freiwillig nachgefragt, vermutlich, weil es nicht so explizit in der Stellenausschreibung vermerkt war.
Genau. Ich hatte in meiner Mail nachgefragt, da es ja allgemein bekannt ist, dass ein Job bei einem kirchlichen Träger sehr schwierig zu bekommen sei, wenn man nicht ebend genau dieser Religion angehört. Da es sich in meinem Fall um eine katholische Einrichtung handelt, malte ich mir sehr geringe Chancen aus, weshalb ich den Vogel gleich abschießen wollte. Nun bin ich allerdings sehr überrascht, dass sie grundsätzlich nicht abgeneigt sind, jemanden ohne Konfession einzustellen. Mag sicher auch daran liegen, dass Mannheim so multi-kulti ist.

Bist du katholisch oder evangelisch?

Soweit ich weiß wird bei den Katholiken vermerkt, wann und wo du getauft & gefirmt bist (& sicher auch die Erstkommunion)
Weder noch:mrgreen:

Nein ernsthaft jetzt: ich wurde katholisch getauft und habe auch die Erstkommunion mitgemacht. Firmung hatte ich allerdings nicht mehr.
Lasst mich raten: Ich bekomme das nie wieder los:mrgreen::silence:

Mein Freund (allerdings hier in Irland) hat jahrelang bis hoch zum Bischof drum gekämpft, dass er komplett aus allen Registern getilgt wird. Er hat es geschafft. Aber wenn Du nicht explizit dafür kämpfst, bist Du natürlich weiterhin in den Büchern und das ist auch nachvollziehbar wenn der AG sich die Mühe machen möchte, das nachzuprüfen.
Ob ich nun Muße habe, Jahrelang darum zu kämpfen... eher nicht. Respekt, wenn dein Freund dabei so lange durchhält. Da muss er sicher auch einen triftigen Grund dazu gehabt haben. Ich kann an sich immernoch andere Stellen anschreiben. Auch wenn's echt schade wäre... Hier ist es auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Bayern und BaWü ist es schwierig. Drüben in der Pfalz oder in Hessen hätte ich viel mehr Möglichkeiten.

nach der Vorstellung der christlichen Kirchen kann das Sakrament der Taufe nicht rückgängig gemacht werden,
wer getauft worden ist, ist ewig mit Gott verbunden, auch wenn er aus der Kirche ausgetreten ist und keinen Glauben mehr hat .
Normalerweise werden alle Täuflinge bei der Kirche registriert und nicht wieder gelöscht.
Wahrscheinlich muss ich hier wirklich mit offenen Karten spielen. Wenn das rauskommt, fliege ich sicher im hohen Bogen zur Tür hinaus. Und so abwägig ist das gar nicht. In dieser Einrichtung arbeiten Bekannte meiner Großmutter. Wenn die zu Ohren bekommen, dass ich konfessionslos bin, werden die sicher hellhörig und sich wundern wie das sein kann. Auch wenns die höheren Stellen nicht interessieren sollte, kann ich mir gut vorstellen, dass sich das allgemeine Klima zu meinen Ungunsten wandeln wird...
Ach schwierig...Vielleicht sollte ich mir die Stelle einfach aus dem Kopf schlagen und in die Pfalz ziehen:| Eine Bewerbung schicke ich aber erst mal trotzdem, ist ja nicht verbinlich und schaden kann es auch nicht

Liebe Grüße und Danke euch!
 
seven

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Demnach handelt hier die Kirche nicht entsprechend des Grundgesetzes.
Ich pick´ mir jetzt nur mal den Satz da raus - das haben wir nämlich in der letzten Reli-Stunde ausführlich behandelt ;)
Das Kirchengesetz (wie auch immer das heißt) steht über dem Grundgesetz.
(Wir sprachen übers Beichtgeheimnis mit unseren Erstkommunionkindern...).
Wenn ein Mörder dem Pfarrer einen Mord beichtet, darf der nicht zur Polizei gehen und denen das weitersagen. Und er kann auch nicht dafür zur Rechenschaft gezogen werden, dass er schweigt - das ist sein gutes Recht aufgrund seiner Schweigepflicht - wenn die Polizei ihn fragt, muss er schweigen. Da kann der Staat nix machen, da steht die Kirche drüber. Ist Fakt.
Inwieweit das natürlich für andere Dinge gilt, weiß ich jetzt nicht.

Ich glaube aber - mal davon ganz abgesehen - dass ich für einen Arbeitgeber, der schon mit solchen Vorbehalten rangeht, gar nicht erst arbeiten wollte (auch wenn ich andererseits verstehe, dass man in der heutigen Zeit froh ist um jeden Job, den man bekommen kann...)
Ich überlege auch schon länger, ob ich aus der Kirche austreten soll - ich unterrichte katholische Religion. Ich hab´ aber auch eine Kollegin, die geschieden und wiederverheiratet ist - die unterrichtet auch katholische Religion, das dürfte sie laut Kirche gar nicht mehr, seit sie geschieden ist (ich dürfte es ja auch nicht mit meiner eingetragenen Lebenspartnerschaft, die ja jetzt ebenfalls auch noch geschieden wird... uiuiuiuiui... aber den Katholiken laufen die Leute scharenweise weg, daher sagen die da gar nicht mehr groß was...die sind froh, wenn überhaupt noch jemand da ist... insofern...)

LG seven
 
Die Ente :)

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Das Kirchengesetz (wie auch immer das heißt) steht über dem Grundgesetz.
Entschuldigt bitte, aber das empfinde ich als echt schockierend zu lesen:silence: Ich dachte immer das GG steht über allem... Aber klar, dein Beispiel macht es mitunter deutlich.

Ich glaube aber - mal davon ganz abgesehen - dass ich für einen Arbeitgeber, der schon mit solchen Vorbehalten rangeht, gar nicht erst arbeiten wollte (auch wenn ich andererseits verstehe, dass man in der heutigen Zeit froh ist um jeden Job, den man bekommen kann...)
Als Erzieherin werde ich sicher immer irgendwie und irgendwo an einen Job kommen. Nur bin ich kein Mensch für die Standart-KiTa. Ich möchte in die Jugend- oder Heimarbeit. Davon gibt es 1. nicht so viele freien Arbeitsplätze wie in den KiTas, 2. werden in der Jugendarbeit selten Erzieher angenommen, eher Sozialpädagogen und 3. sind die Einrichtungen die überhaupt da sind meist kirchlich... Also ja: ich wäre froh um diesen Job, auch wenn es ein wenig gegen meine Prinzipien geht. Ich denke aber auch, dass der Arbeitgeber in diesem Fall angehalten ist, diese Vorbehalte zu machen. Echt traurig für eine Zeit der Aufklärung:?
 
Nienor

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Wahrscheinlich muss ich hier wirklich mit offenen Karten spielen.
Tu das und versuch es richtig zu verpacken. Und zwar so, dass sie merken, dass du den Glauben nicht ablehnst, ihn aber nicht spürst / lebst / was auch immer.

Eine Bewerbung schicke ich aber erst mal trotzdem, ist ja nicht verbinlich und schaden kann es auch nicht
Richtige Einstellung. Mehr als ablehnen können die nicht.
Und wenn sie wirklich nur deswegen eine gute Kandidatin ablehnen, dann können sie einem auch gestohlen bleiben. Denn dort wird man schlicht nicht glücklich.

Off-Topic
Die im Osten haben, meine ich, den im August auch noch.
Und welcher soll das bitte sein? Ich bin in S-A aufgewachsen und kann mich nicht erinnern, dass wir im Schuljahr vor dem 3. Oktober einen Feiertag gehabt hätten. Vielleicht verwechselst du das mit dem hochkatholischen Bayern. Denen sagt man ja nach, dass die jeden christlichen Feiertag mitnehmen.
Im Übrigen wäre ich als Atheist froh, meine Feiertage anders legen zu können und nicht zwangsläufig an diese ganzen christlichen Feiertage gebunden zu sein. Was interessieren mich Ostern, Happy Kadaver und Co.? Christi Himmelfahrt kannt ich in meiner Kindheit nur als Männertag. Warum man da frei hat, hab ich erst später verstanden ^^
Aber es wird mir ja leider von der Religion vorgeschrieben, wann und warum frei haben soll - weil in Europa der christliche Glauben den Staat stark beeinflusst. Es lebe die Säkularisierung - auf dem Papier. An Feiertagen der Juden oder Moslems haben wir nie staatlich verordnet frei .. Ich hätte lieber ein System mit einer festen Anzahl frei nach Religion wählbarer Feiertage - und wer nicht an Gott, Allah oder das fliegende Spaghetti-Monster glaubt, legt sie halt so, wie es ihm am besten passt.

Apropos Säkularisierung:
Das Kirchengesetz (wie auch immer das heißt) steht über dem Grundgesetz.
DAS ist ein Skandal. Und eine Schande für die Demokratie.
Und unmenschlich im Fall des Beispiels. Der arme Pfaffer muss am Ende mit dem Wissen leben, dass ein Mörder frei rumläuft und er daran "Mitschuld" trägt - bzw. sein Glaube. Von der Gefahr für die Gesellschaft ganz zu schweigen. Da könnte man ja fast behaupten,, Religion wären gefährlich für die Gesellschaft. Und das nicht nur, wenn man an die radikalen Idioten denkt, die meinen, einen Glaubenskrieg führen zu müssen.
 
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Off-Topic

DAS ist ein Skandal. Und eine Schande für die Demokratie.
Und unmenschlich im Fall des Beispiels. Der arme Pfaffer muss am Ende mit dem Wissen leben, dass ein Mörder frei rumläuft und er daran "Mitschuld" trägt - bzw. sein Glaube. Von der Gefahr für die Gesellschaft ganz zu schweigen.
GENAU DAS haben wir in der Reli-Stunde auch thematisiert (Ich mach das immer mit meiner geschiedenen Kollegin zusammen, weil wir so kleine Gruppen haben, dass wir die dann einfach zusammenlegen..)... Wie denn der Pfarrer dann mit dem Wissen leben kann, dass da draußen ein Mörder rumläuft, der evtl. noch weitere Morde begehen könnte. Und wie er mit dieser "Mitschuld" umgehen soll. Der kann doch seines Lebens dann auch nicht mehr glücklich werden.
Und womöglich "vergibt" der Priester dann in der Beichte auch noch die Schuld, und der Mörder läuft mit vermeintlich reinem Gewissen herum - ok, wieder ein anderes Thema, aber ich möchte nicht in der Haut eines Priesters stecken, dem ein "Verbrecher" ein auch nur irgendwie geartetes Verbrechen (muss ja nichtmal Mord sein) gestanden hat - und der das dann mit sich herumtragen muss...


edit: Und soweit ich weiß, muss eine katholische Einrichtung auch mindestens einen nicht-katholischen Menschen beschäftigen. (Ich war auf einer katholischen Schule, vormals rein von Ordensschwestern geleitet, inzwischen zu meiner Zeit dann aber säkularisiert - die hatten ihre "Quoten-Evangelische" dabei - und als wir sie fragten, warum sie denn als Evangelische an der katholischen Schule arbeiten dürfte, sagte sie, es sei rechtlich vorgeschrieben, dass mindestens eine anderskonfessionelle Lehrkraft unterrichten müsste... (Dazu hab´ ich jetzt auch keine Quellen, und da mein Abi 1992 war, kann sich da auch schon wieder einiges geändert haben, aber damals war ich verblüfft ;) )
 
Sini

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Apropos Säkularisierung:


DAS ist ein Skandal. Und eine Schande für die Demokratie.
Und unmenschlich im Fall des Beispiels. Der arme Pfaffer muss am Ende mit dem Wissen leben, dass ein Mörder frei rumläuft und er daran "Mitschuld" trägt - bzw. sein Glaube. Von der Gefahr für die Gesellschaft ganz zu schweigen. Da könnte man ja fast behaupten,, Religion wären gefährlich für die Gesellschaft. Und das nicht nur, wenn man an die radikalen Idioten denkt, die meinen, einen Glaubenskrieg führen zu müssen. [/OT]
Ich verstehe nicht, was das Beichtgeheimnis mit dem Grundgesetz zu tun haben soll und warum Kirchengesetz angeblich über Grundgesetz steht?
 
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Weil das so ist ;) Verstehen tu ich das auch nicht ;)

Und natürlich hat das Beichtgeheimnis jede Menge mit dem Grundgesetz zu tun.

Nimm allein den Satz "Die Würde des Menschen ist unantastbar" - passt wieder dazu, dass ein Mörder sein Geheimnis beim Priester gut aufgehoben wissen darf... inwieweit das jetzt jeglichem Gerechtigkeitssinn entspricht, sei dahingestellt...
 
Sini

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Dann erklär mir doch wie du zu der Behauptung kommst. ;)

Konkret- welche Paragraphen des Kirchengesetz stehen denn über welchen Pragraphen des Grundgesetz? Oder noch einfacher- wo steht, daß das Kirchengesetz über dem Grundgesetz steht?

Und was hat das Beichtgeheimnis mit dem Grundgesetz zu tun?
 
McLeodsDaughters

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Und welcher soll das bitte sein? Ich bin in S-A aufgewachsen und kann mich nicht erinnern, dass wir im Schuljahr vor dem 3. Oktober einen Feiertag gehabt hätten. Vielleicht verwechselst du das mit dem hochkatholischen Bayern. Denen sagt man ja nach, dass die jeden christlichen Feiertag mitnehmen.
Im Übrigen wäre ich als Atheist froh, meine Feiertage anders legen zu können und nicht zwangsläufig an diese ganzen christlichen Feiertage gebunden zu sein. Was interessieren mich Ostern, Happy Kadaver und Co.? Christi Himmelfahrt kannt ich in meiner Kindheit nur als Männertag. Warum man da frei hat, hab ich erst später verstanden ^^
Aber es wird mir ja leider von der Religion vorgeschrieben, wann und warum frei haben soll - weil in Europa der christliche Glauben den Staat stark beeinflusst. Es lebe die Säkularisierung - auf dem Papier. An Feiertagen der Juden oder Moslems haben wir nie staatlich verordnet frei .. Ich hätte lieber ein System mit einer festen Anzahl frei nach Religion wählbarer Feiertage - und wer nicht an Gott, Allah oder das fliegende Spaghetti-Monster glaubt, legt sie halt so, wie es ihm am besten passt.
Ich hab grade mal geschaut. Hab das mit dem 6. Januar verwechselt.
 
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Danke, Ente, deswegen schrieb ich ja auch "Kirchengesetz (oder wie immer das heißt)" - genau das meinte ich aber ;) Sonderstatus trifft es sehr gut!
 
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Kirchenaustritt nachweisbar?