Hunde aus dem Ausland

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cherry-lein

cherry-lein

31.03.2012
1.273
1
Hallo!

Wir denken ja nun schon lange über einen Hund nach. Der erste Versuch einen Hund zu adoptieren musste leider abgebrochen werden, mittlerweile wissen wir aber das mein Freund doch keine ausgeprägte Hundeallergie hat und wir vermuten das er damals wahrscheinlich eher auf ein Mittel allergisch war womit der Hund im Tierheim behandelt oder gebadet wurde, er ist auch bei Kosmetika sehr sensibel und reagiert da schnell mal auf ein neues Produkt.

Nun habe ich bei Faceb*ok auf einer Seite einen Hund gesehen der es uns total angetan
hat. Ein 7 Jahre alter Rüde der von seiner Familie angeblich einfach dort in Ungarn in der Tötung abgegeben wurde. Er soll lieb und umgänglich sein und wir haben ein kurzes Video und einige Bilder aus dem Zwinger bekommen. Auf Nachfrage ob es mehr Bilder gibt wurde uns gesagt das der Schindler keine weiteren Bilder macht, sie würde aber probieren weitere Bilder aufzutreiben. Wirklich viele Infos konnte die Dame uns auch nicht geben sodass der Hund zwar lieb und süß aussieht aber trotzdem irgendwo doch ein Ü-Ei bleibt.

Habt ihr schon mal Erfahrungen mit solch einer Auslandsadoption gemacht?
Ich bin etwas verunsichert weil man den Hund ja erst live sieht wenn er endgültig bei uns einziehen würde. Was macht man wenn die Sympathie doch nicht passt wenn der Hund dann tatsächlich vor uns steht?
Einerseits würde ich dem Hund gern eine Chance geben andererseits scheint es schon ein hohes Risiko zu sein weil es keinerlei Infos über Gesundheitszustand, Verhalten gegenüber Menschen, Hunden, anderen Tieren, Ängste usw gibt :?

Vom Preis den sie uns nannte hatte ich das Gefühl das es fair ist und es wurde uns auch aufgezählt wie der Preis zustande kommt. Was positiv ist, ist das der Hund geimpft, gechipt und kastriert nach Deutschland reist und einen Pass bekommt. Angeblich wird der Hund sogar bis zum neuen Zuhause gebracht sodass man den Hund nicht, wie ich es sonst oft lese, irgendwo auf einem Parkplatz entgegen nimmt.

Mich würde mal interessieren ob hier jemand schon mal einen Hund über eine solche Organisation aufgenommen hat und wie eure Erfahrungen so sind :)
 
R

Revic

20.05.2017
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Hallo cherry-lein,

wäre es denn euer erster Hund? Bei Ersthundebesitzern würde ich eher von Auslandshunden abraten, da hier sehr viel im Unklaren liegt und man nie wissen kann, was man am Ende bekommt.

Wir hatten vor ein paar Jahren selbst einen Hund aus dem Ausland. Aus Bulgarien, um genau zu sein. Wir haben ihn allerdings von Privat übernommen von einer netten jungen Frau, die ihn von dort aus einem Public Shelter geholt hatte, jedoch leider nicht behalten konnte (im Nachhinein kann ich mir auch vorstellen, warum). Da es auch unserer erster Hund war, wollten wir natürlich alles richtig machen und haben die Besitzerin ordentlich mit Fragen "durchlöchert", da wird von vorneherein einen "Anfängerhund" suchten. Uns wurde erzählt, dass der Hund total umgänglich wäre, super mit allen Menschen, Katzen und Artgenossen zurrecht kommen würde. Im Endeffekt hat sich das dann aber als unwahr herausgestellt. Nach dem der Hund sich bei uns eingelebt hatte (ca. nach 2 Wochen), traten die Probleme langsam zum Vorschein. Er hat bei Artgenossen massiv an der Leine gepöbelt und war ein Angstbeißer, der auf Besuch losging und diesen über Stunden verbellte. Wir waren total überfordert mit der Situation und mussten den Hund letztendlich abgeben. Ich habe noch heute Kontakt zu seinem neuen Zuhause und es scheint ihm deutlich besser zu gehen. Er hat dort auch eine souveräne Hündin mit im "Rudel", die ihm sehr geholfen hat. Aber für uns war es eine Lehre und ich würde wahrscheinlich auch jetzt, wo ich mich mehr mit der Thematik auskenne, kein "Ü-Ei" mehr zu mir holen. In diesem Fall ist es für den Hund zwar gut ausgegangen, aber es gibt genug andere Fälle, bei denen Hunde zu Wanderpokalen werden und schließlich im Tierheim landen, wo sie nie wieder herauskommen. Das möchte ich keiner treuen Seele antun müssen.

Dass das mit den Beschreibungen der Hund immer so eine Sache ist, möchte ich an dieser Stelle auch nochmal beleuchten: Ich habe letzten Sommer für eine Weile in einem privaten, rumänischen Tierheim mit etwa 400 "Insassen" gearbeitet. Viele Hunde dort waren total lieb und umgänglich, andere haben sich gegenseitig totgebissen oder ließen niemanden in ihre Zwinger. Aber das wird natürlich nicht gesagt, weil die Hunde sonst keine Chance auf Vermittlung hätten. In ihrer Beschreibung steht dann so etwas wie "ist sehr schüchtern/misstrauisch" oder "braucht eine Weile, um aufzutauen/Vertrauen zu fassen" oder "bei Artgenossen entscheidet die Sympathie". Man kann sich einfach nicht daraud verlassen, dass die Charakterbeschreibungen der Hunde auch wirklich der Wahrheit entsprechen. Deshalb würde ich euch raten, den Hund vor der Adoption entweder persönlich kennenzulernen oder wirklich zu überlegen, ob ihr damit umgehen könntet, wenn: der Hund sich nicht anfassen, womöglich sogar nach euch schnappt, sich nicht mit Artgenossen verträgt, nicht stubenrein ist und Monate braucht, dies zu lernen, nicht alleine bleiben kann, dauerhaft bellt, keinen Besuch einlässt, fremde Männer beißt, eure Wohnung auseinandernimmt, Krankheiten/Verletzungen mitbringt usw. Das soll bitte nicht als abwertend den Auslandshunden gegenüber verstanden werden. Natürlich gibt es auch genug völlig unkomplizierte Auslandshunde und natürlich gibt es auch in deutschen Tierheimen viele "Problemhunde", aber in Deutschland hat man jedenfalls die Möglichkeit, den Hund auf "Herz und Nieren" zu prüfen und der Wahrheitsgehalt der Beschreibungen ist in der Regel deutlich höher.

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen weiterhelfen. Am Ende müsst ihr selbst entscheiden, was ihr tut.

MfG
Revic
 
Windhundliebe

Windhundliebe

24.02.2017
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Wenn der Kontakt seriös ist und man sich so eine Herausforderung zutraut, sehe ich darin kein Problem.
Es gibt viele seriöse und sehr gute Orgas, die können ihre Hunde sehr gut beschreiben, man muss aber auch bedenken, dass die Hunde die Umgebung dort kennen und dann kommen sie hier her und alles ist anders. Autos, Menschen, Stadt, Wohnung. Der Hund kann sich ändern und dann hat man eventuell ein Problem, was vorher nicht beschrieben wurde. Wenn das für euch jedoch kein Problem ist und alle Widrigkeiten, die kommen könnten, stellt, dann nehmt ihn. Wenn ihr euch unsicher seid, dann sucht eine andere Orga, wo ein Hund bereits auf Pflegestelle ist und dann wisst ihr genau, was ihr bekommt.

Unseren Galgobuben haben wir auch nur auf dem Bild gesehen und gleich übernommen. Allerdings war das auch die Orga, für die wir Pflegestelle sind. Bei ihm ging alles gut. Er ist ängstlich ja, und mein Mann musste ganz schön dran arbeiten und Fernbedienung und andere Sachen waren eine Weile auch nicht sicher vor ihm, aber er passt wie die Faust aufs Auge und ich bereue es nicht und würde immer wieder ungesehen adoptieren, wenn mein Bauchgefühl ja sagt.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

13.12.2010
3.399
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Off-Topic
ch bin etwas verunsichert weil man den Hund ja erst live sieht wenn er endgültig bei uns einziehen würde. Was macht man wenn die Sympathie doch nicht passt wenn der Hund dann tatsächlich vor uns steht?
Das wäre dann der nächste Hund namens "!!!!SOS-NOTFALL!!! Braucht SOFORT PS oder Endstelle!!!!!!!!!!" auf Facebook.
Nimm´s mir nicht übel, aber wenn man sich einen Hund ungesehen aus dem Ausland einfliegen lassen will, dann muss man auch mit den eventuell vorhandenen Konsequenzen leben.

Ist jetzt nicht nur auf dich bezogen gemeint deswegen im OT, aber wenn man eine halbwegs vorhandene Vorstellung des Hundes hat sollte man keine Ü-Eier in Betracht ziehen.
Klar, jeder Hund kann Macken entwickeln usw., aber die Tierheime quellen über vor Hunden, die unbedingt geholt werden mussten.
Im Prinzip entwickelt sich gerade munter ein "2. Markt" für Auslandstiere, die dann plötzlich doch keiner mehr wollte.

Tierschutz im Ausland ist sicherlich nicht weniger wert als hiesiger Tierschutz, aber entweder kann man absolut alles annehmen was man bekommt oder man sucht sich einen Hund, den man zumindest vorher kennen lernen kann.

Beim letzten Mal hattest du auch beim Probewohnen Probleme mit der Sympathie bei einem Hund, den du kanntest- zwar nur kurz, aber heftig und da würde ich, wenn ich das von mir wüsste, nicht das Risiko Ü-Ei eingehen.
 
Kompassqualle

Kompassqualle

Moderator
27.11.2006
4.157
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Ein 7 Jahre alter Rüde der von seiner Familie angeblich einfach dort in Ungarn in der Tötung abgegeben wurde. Er soll lieb und umgänglich sein und wir haben ein kurzes Video und einige Bilder aus dem Zwinger bekommen. Auf Nachfrage ob es mehr Bilder gibt wurde uns gesagt das der Schindler keine weiteren Bilder macht, sie würde aber probieren weitere Bilder aufzutreiben. Wirklich viele Infos konnte die Dame uns auch nicht geben sodass der Hund zwar lieb und süß aussieht aber trotzdem irgendwo doch ein Ü-Ei bleibt.
Obwohl ich ja selbst jetzt schon den zweiten Hund aus dem Auslandstierschutz habe rate ich aufgrund der Umstände dringend ab. Der Hund befindet sich offenbar nicht in der Obhut der Organisation, weswegen nicht wirklich etwas über Verhalten, Vorgeschichte und Gesundheitszustand bekannt ist. So funktioniert keine seriöse Vermittlung, denn ein Hund soll zu seinen neuen Besitzern passen und nicht 'Hauptsache in Deutschland'-sein, sonst ist es oft schon vorprogrammiert, dass er zum Wanderpokal wird.

Eine seriöse Organisation erkennt man daran, dass sie die Hunde vor der Vermittlung selbst betreut (vielleicht sogar in Pflegestellen vor Ort) und Auskunft über das Wesen und die Gesundheit der Tiere geben kann. Es werden angemessene, aber nicht überhöhte Schutzgebühren genommen (meist 250-350€) und es stehen nicht nur Welpen in der Vermittlung. Die Anzeigen sollten ein paar aussagekräftige Bilder haben und es sollte in der Anzeige auch kein Druck gemacht werden mit Überschriften wie "Muss SOFORT adoptiert werden, wird sonst übermorgen GETÖTET!!!!!".
Wichtig finde ich auch eine Vorkontrolle, damit beide Seiten wissen mit wem sie es zu tun haben und damit man einen Ansprechpartner hat. Bei der Vorkontrolle sollte auch Platz sein über die eigenen Ängste zu sprechen wie z.B. was passiert, falls man mit dem Hund nicht klar kommt. Seriöse Organisationen nehmen ihre Hunde im Notfall zurück, bzw vereinbaren erstmal einen Pflegevertrag. Im Übernahmevertrag wird dann auch geregelt, dass der Hund nicht an Dritte, oder ins Tierheim weitergegeben werden darf, falls ihr ihn wirklich nicht mehr halten könntet.

Was für mich noch wichtig ist, ist das die Organisation sich Zeit nimmt mit einem zu sprechen, bereitwillig Auskunft gibt und weitere Bilder schickt, sowie einen nicht unter Druck setzt schnell eine Entscheidung zu treffen. Freundlichkeit und telefonische Erreichbarkeit, bzw zuverlässige Antwort auf Mails gehören für mich auch dazu.
Ich persönlich bin auch kein Freund von "wird vor Ausreise kastriert" bzw von Frühkastrationen vor der Vermittlung von Welpen. So ein Hund hat durch Reise und Umzug genug Stress, da kann die Kastration ruhig noch ein paar Wochen warten (oder hätte schon längst gemacht werden sollen). Frühkastrationen bringen noch dazu ihre ganz eigenen Probleme mit sich.

Auch wichtig ist es um was für einen Hund es sich handelt, gerade aus dem Osten werden auch gerne Herdenschutzhunde vermittelt (vor allem als Welpen ja oft plüschig-niedlich), diese Hunde entwickeln oft starke Territorialansprüche und gehören definitiv nicht als Begleithund ins Familienleben, bzw wenn dann nur in wirklich erfahrene Hände von Leuten die wissen worauf sie sich einlassen.

Andere Hunde, wie z.B. die Windhundgruppe sind dagegen unkomplizierter da sie in der Regel sehr ruhig und genügsam sind, hier sollte man sich allerdings auch darauf einstellen, dass sie oft starken Jagdtrieb entwickeln und oft trotz Training nicht abgeleint werden können.

Was die Ü-Ei Sache angeht, so stimmt das natürlich. Einen Hund aus dem Ausland lernt man kennen wenn man ihn in Empfang nimmt. Das Bezieht sich auch darauf, dass viele dieser Hunde nicht oder nur ungenügend sozialisiert sind. Man sollte also in jedem Fall bereit sein, Arbeit in den Hund zu stecken und sich nicht davon abschrecken lassen, dass vielleicht alles ganz anders kommt als geplant war.
Gleichzeitig weiß man aber auch bei einem Welpen vom Züchter nicht genau wie er sich entwickelt (auch wenn es vorhersehbarer ist), man sollte also letztendlich immer bereit sein individuell auf die Persönlichkeit des Hundes einzugehen.

Letztendlich würde ich euch davon abraten diesen Hund zu nehmen, die Arbeit der Organisation klingt zumindest zweifelhaft und ein Hund der bereits 7 Jahre ungewisse Vorgeschichte hat, halte ich auch nicht unbedingt für das richtige für Hundeanfänger.

Ich denke ihr solltet euch Zeit lassen, schaut euch doch erstmal mehrere Organisationen an und nehmt Kontakt auf, schaut was ihr für einen Eindruck von den Orgas habt und lasst euch die Hunde ganz genau beschreiben. Gleichzeitig könnt ihr euch ja auch Hunde in Pflegestellen hier in Deutschland anschauen, oder mal die Tierheime rundherum abklappern.
Was für ein Hund sollte es denn überhaupt im Idealfall sein? Habt ihr Vorstellungen was Alter, Geschlecht, Größe, Rasse etc angeht?


Im Prinzip entwickelt sich gerade munter ein "2. Markt" für Auslandstiere, die dann plötzlich doch keiner mehr wollte.
Nur um es nochmal zu erwähnen, keine seriöse Organisation wird ihre Hunde ins Tierheim abgeben lassen.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

13.12.2010
3.399
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Off-Topic
Seriöse Vereine sind aber leider in der absoluten Minderheit.
 
Tanjarine

Tanjarine

14.07.2014
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Hallo :)
Ich habe meinen Shorty auch von einer Auslandstierschutz Orga adoptiert. Er kam ursprünglich aus Spanien. Da er aber auch mein erster Hund ist, war ich auf der Suche nach einem kleinen Mitbewohner, der bestimmte Merkmale mitbringen musste. Ich hatte also eine Checkliste. Alleine auf den cuteness-Faktor und Liebe auf den ersten Blick würde ich persönlich mich nicht verlassen, denn süß sind sie ja alle ;)
Ich meine das jetzt nicht böse und ich kenne einige Leute, die mit ihren Fellnasen sehr glücklich sind, aber gerade beim ersten Hund würde ich mir nicht zu viel auf den Teller packen. :eusa_think: Aber wenn ihr euch sicher seid und abenteuerlustig...

Es gibt einige Orgas, die schon Hunde auf Pflegestellen in Deutschland haben, wenn ihr einem Auslands Hund eine Chance geben wollt. :) So könnt ihr ihn vorher kennenlernen.
Shorty's Verhalten hat sich, nachdem er sich bei mir eingelebt hatte, auch stark von dem verändert, was auf seinem Online Profil angeprießen wurde. Trotzdem sind wir ein tolles Team. Also kann ich euch nichts vorschreiben. Immerhin "wo ein Wille ist, ist auch ein Weg".
Ich wünsche viel Erfolg bei der Suche nach einem neuen Familienmitglied :D
 
Kompassqualle

Kompassqualle

Moderator
27.11.2006
4.157
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Off-Topic
Seriöse Vereine sind aber leider in der absoluten Minderheit.
Ich kenne keine Statistik, aber es stimmt schon, habe ja auf der Suche nach meiner Greta selbst erlebt wie schwer es ist jemanden zu finden, dem es nicht nur darum geht möglichst viele Hunde egal an wen zu vermitteln und wo gute Vermittlungsarbeit nicht von blindem und emotional gefärbten Aktionismus überschattet wird.

Dennoch gibt es sie. Ich würde auf die Punkte die ich oben schon erwähnt habe achten, sowie darauf, dass eine Genehmigung nach §11 vorliegt und dass der Verein nicht erst gestern gegründet wurde. Auch der Webauftritt sagt oft viel aus.

Übrigens kann man auch bei den Veterinärämtern anrufen und nachfragen ob über bestimmte Orgas was bekannt ist (das für die jeweiligen Orgas zuständige Veterinäramt ist in der Regel das, welches am nähsten am Vereinssitz der Orga dran ist).
 
Choupette

Choupette

03.08.2014
1.083
0
Ich würde wenn dann einen Hund nehmen, der auf Pflegestelle in Deutschland ist - man kann aber immer daneben greifen. Hatten wir auch beim ersten Hund vom deutschen Züchter.;) Unser Galgo aus Spanien dagegen ist echt knorke, würde immer wieder einen Hund von der Orga nehmen - allerdings ist das Zurückgeben wenn er eingeflogen/per Transporter kam nicht so einfach, aber auch nicht unmöglich, wenns gar nicht geht. Man darf nur die Vorgeschichte dieser Hunde nicht vergessen und ihnen Zeit geben und sich selbst viel Zeit nehmen.

Nimm´s mir nicht übel, aber wenn man sich einen Hund ungesehen aus dem Ausland einfliegen lassen will, dann muss man auch mit den eventuell vorhandenen Konsequenzen leben.
Ja, oder sie selbst ziehen. Es ist keine Schande sich einzugestehen mit einem Hund nicht klar zu kommen und ihn wieder abzugeben, auch wenn einem das hier gern im Forum anders ausgelegt wird.
Off-Topic
Glückwunsch zu Greta, Kompassqualle. Hab mich nach einer Weile mal wieder eingeloggt und musste stalken, ob du einen Spanier genommen hast. Sie ist bezaubernd!:060:
 
Midoriyuki

Midoriyuki

13.12.2010
3.399
3
Off-Topic
Choupette, ich meine vorhersehbare Schwierigkeiten sprich typische Probleme bei Auslandshunden. Bevor man den Hund am nächsten Pfahl anbinden ist eine Abgabe sinnvoller, ja, aber vllt auch vorab einfach sich selbst gegenüber so ehrlich sein und eingestehen, dass man mit typischen Problemen nicht klar kommen würde.

Niemand ist gezwungen sich einen Hund auszusuchen ohne ihn zu kennen- sollte man halt auch einfach nicht tun, wenn man bestimmte Ansprüche/Erwartungen hat und bei Nichterfüllung der Hund weg muss.

Davon abgesehen bin ich durchaus dafür Hunde abzugeben, wenn es einfach nicht geht, aber ich persönlich würde mich gar nicht erst in die Situation bringen wollen einen Hund zu holen über den ich rein gar nichts weiß bzw. ihn selbst erlebt habe.
 
Kompassqualle

Kompassqualle

Moderator
27.11.2006
4.157
0
Ja, oder sie selbst ziehen. Es ist keine Schande sich einzugestehen mit einem Hund nicht klar zu kommen und ihn wieder abzugeben, auch wenn einem das hier gern im Forum anders ausgelegt wird.
Das stimmt, wobei es natürlich immer auf den Einzelfall ankommt. In einigen Fällen kann es definitiv für Hund und Mensch das beste sein, wenn man sich eingesteht, dass es einfach nicht klappt, bzw dass man einfach nicht zusammenpasst, da gebe ich dir absolut Recht.

Auf der anderen Seite gibt es aber natürlich auch die Leute, die den Hund schnell wieder loswerden wollen, weil er nach zwei Wochen immer noch nicht perfekt funktioniert, das geht natürlich auch nicht. Man sollte schon bereit sein auch mal Schweiß und Tränen in die Eingewöhnung/Erziehung eines neuen Hundes zu stecken.

Ich denke es kommt immer auf den Einzelfall an und natürlich auch auf den Hund, denn egal woher, welche Rasse und welches Alter, jeder Hund ist anders und es gibt Exemplare die schnell mit einer neuen Situation zurechtkommen und leicht zu erziehen sind und solche an denen man sich im Extremfall jahrelang die Zähne ausbeißen kann.

Bei einer Orga mit der ich Kontakt hatte konnte man mir auch keine Auskunft über den Charakter des Hund geben und brachte dann das Argument hervor "Der ist ja eh noch jung, da ist sowieso alles nur Erziehungssache". Für mich war das eine Ausrede, weil man eigentlich nichts über den Hund wusste, denn auch ein Welpe ist bereits eine Summe aus rassetypischer Anlage, individueller Veranlagung und Umweltprägung. All das trägt dazu bei wie sich seine Erziehung gestaltet und diese kann eben je nach Hund dann leichter oder schwerer sein.


Off-Topic
Glückwunsch zu Greta, Kompassqualle. Hab mich nach einer Weile mal wieder eingeloggt und musste stalken, ob du einen Spanier genommen hast. Sie ist bezaubernd!:060:
Sie ist wirklich die beste :007:
Auch wenn wir einige Schwierigkeiten haben wie ihr Angstproblem, habe ich übrigens trotzdem das Gefühl, dass es bei mir läuft wie bei dir - ich hab die Reihenfolge vertauscht und den einfachen Hund, nachdem ich erstmal den schwierigen Hund hatte. Denn Ringo war sein Leben lang ein Sturkopf und nicht einfach zu händeln, Greta hingegen ist bisher einfach nur freundlich und folgsam.
 
cherry-lein

cherry-lein

31.03.2012
1.273
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Danke für eure Erfahrungen :)

Leider wohnt der Hund nicht in dem Verein sondern sitzt in der Tötungsstation. Der Verein hat mit dem Schindler dort vereinbart das er Bilder macht und ab und an darf die Dame mit der ich Kontakt hatte hin fahren und kurze Videos der Hunde dort drehen um die Vermittlungschancen zu erhöhen.
Der Hund den wir gesehen haben hat angeblich sein ganzes Leben in einer Familie gelebt die ihn dann aber in der Tötung abgegeben hat, es gibt wohl keine Tierheime dort. Warum er abgegeben wurde wusste die Frau nicht. Auf dem Video quetscht er den Kopf durch das Gitter um gestreichelt zu werden und leckt der Dame auch schwanzwedelnd die Hand, leider ist das auch schon alles was man sieht, natürlich mit trauriger Musik untermalt.
Über den Gesundheitszustand wurde nur gesagt "Er ist bestimmt gesund, ich durfte ihn kennenlernen er ist ja ein ganz lieber"... Also scheint sie auch nichts darüber zu wissen und überhaupt konnte sie mir keine Infos über Ängste, Verhalten oder sonstigem zu geben. Nur den Vermittlungsablauf kannte sie im Schlaf und hat mir alles genau erklärt.

Ich denke an sich hätten wir kein Problem mit einem Ü-Ei, Hunde aus dem Tierheim sind ja auch gewissermaßen immer ein bisschen Ü-Ei allerdings wären wenigstens so ein paar Infos schon schön damit man überhaupt eine Grundidee bekommt was einen erwartet. Ich denke wenn man schon mal was über Ängste oder gewisse Verhaltensweisen weis kann man da gleich ganz anders mit umgehen bzw weis auch warum der Hund so reagiert und kann sich entsprechend darauf einstellen, wenn man so gar keine Infos hat stelle ich mir das schwierig vor :eusa_think:

Jetzt wo ich das alles so aufschreibe halten wir wohl doch lieber Abstand von dem Hund. Auch wenn er mir noch so leid tut aber das Risiko bzw die Ungewissheit was mit ihm ist und woher er kommt ist einfach zu groß.
 
Kompassqualle

Kompassqualle

Moderator
27.11.2006
4.157
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Leider wohnt der Hund nicht in dem Verein sondern sitzt in der Tötungsstation.
Warum holt der Verein diesen Hund nicht zuerst aus der Tötungsstation, beobachtet ein paar Wochen lang sein Verhalten und überprüft seinen Gesundheitszustand und stellt ihn erst dann zur Vermittlung? Weil das Geld kostet? Weil es zu viel Arbeit ist? Weil sie bereits mehr Hunde haben als sie versorgen können? Wie bereits gesagt so arbeitet ein seriöser Verein nicht.

natürlich mit trauriger Musik untermalt.
Anstatt mal ein paar Fakten über den Hund in Erfahrung zu bringen werden Interessenten emotional erpresst. Auch das spricht für mich eindeutig gegen den Verein.

Nur den Vermittlungsablauf kannte sie im Schlaf und hat mir alles genau erklärt.
Wenn man keine weitere Arbeit leistet als Hunde in der Tötung zu filmen und ins Internet zu stellen kann man damit übrigens sicher auch ganz nett ein paar Euro nebenbei verdienen. Immerhin hat man so keine Futter-, Tierarzt- oder Unterkunftskosten.

Jetzt wo ich das alles so aufschreibe halten wir wohl doch lieber Abstand von dem Hund.
Das ist sicher die richtige Entscheidung, Mitleid ist nicht unbedingt immer unbedingt die richtige Wahl bei der Übernahme eines Hundes.

Grundsätzlich denke ich übrigens schon, dass man auch als Anfänger mit einem Auslandshund klar kommen kann, allerdings würde ich zu einem raten der entweder definitiv schon in einer (Pflege-)Familie gelebt hat und daher zumindest ungefähr weiß wie man sich als Hund im Haus verhält, oder aber einen jüngeren Hund unterhalb von 12 Monaten zu nehmen (das verringert die Gefahr von langjährig eingeprägtem Problemverhalten). Grundvoraussetzung ist natürlich ohnehin immer, dass man die Organisation auf Seriosität überprüft (aber das sollte man auch beim Tierschutz im Inland, beim Züchter, oder bei einer Privatvermittlung immer tun).
 
Windhundliebe

Windhundliebe

24.02.2017
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Finde ich gut, dass ihr euch jetzt doch gegen den Hund entschieden habt, da der Verein nach deinen erwähnten Punkten, die auch Kompassquelle zitierte, wirklich nicht gut klang. Ich hätte ihn auch nicht als seriös eingestuft.

Mein erster Hund, auch vom Züchter, war auch wesentlich schwerer zu führen, als meine beiden jetzt zusammen. :magreren: (und nach mehreren Jahren seines Todes vermisse ich ihn jetzt noch stark; er war mein Herzensbund) Aber ich liebe die Herausforderung und finde es gut, einen Hund gehabt zu haben, der mir gezeigt hat, wie hart es sein kann, statt in die Falle eines Ichhabe-einen-leichterziehbaren-Hund-Ersthundehalter zu tappen. Jetzt kann alles nur noch leichter werden. :mrgreen: Auch wenn meine beiden Angsthunde sind.
 
Choupette

Choupette

03.08.2014
1.083
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Off-Topic
Auch wenn wir einige Schwierigkeiten haben wie ihr Angstproblem, habe ich übrigens trotzdem das Gefühl, dass es bei mir läuft wie bei dir - ich hab die Reihenfolge vertauscht und den einfachen Hund, nachdem ich erstmal den schwierigen Hund hatte. Denn Ringo war sein Leben lang ein Sturkopf und nicht einfach zu händeln, Greta hingegen ist bisher einfach nur freundlich und folgsam.
:mrgreen: Schrecklich, diese Reihenfolge... Die Galgos, Greys etc. sind einfach toll! Ich wünsche dir viel Spaß mit ihr!:)
 
A

A-Fritz

11.07.2016
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Hallo,
in meinem Umfeld gibt es viele Hundehalter, die einen, oder mehrere Hunde aus einer Auslandsvermittlung halten,
diese Hunde sind tatsächlich, häufig Tiere mit Problemen, haben Krankheiten, Parasiten, sind überängstlich
und so wenig sozialisiert, daß sie lebenslang eine sonder Behandlung erfahren müßen.

Manchmal, aber selten, sind solche Hunde auch ohne solche Auffälligkeiten,
doch dann bleibt immer noch eine gewaltige Aufgabe, die bisher versäumte Erziehung solcher Hunde nachzuholen.

Doch, ich habe den Eindruck, es ist in manchen Kreisen etwas Besonderes und es herrscht wohl auch ein gewisser Wettbewerb,
wer einen Hund pflegen kann, der besonders hilfsbedürftig ist, und eine außergewöhnlich traurige Geschichte hat .

Sehr angesagt sind aber jetzt auch dreibeinige Hunde und Welpen,
diese besitzen wahrscheinlich einen großen Erkennungswert und erzeugen die größte Aufmerksamkeit auf jeden,
dem so einen ungewöhnliches Mensch -Hundegespann begegnet. :roll::roll:

Fritz
 
Zuletzt bearbeitet:
cherry-lein

cherry-lein

31.03.2012
1.273
1
Ja Fritz das ist mir auch aufgefallen, man wird mittlerweile selbst in den Kleinanzeigen mit Tierschutzhunden überschüttet die noch gar nicht in Deutschland sind und jede Geschichte ist trauriger als die andere aber alle Hunde werden als absolut freundlich und unkompliziert beschrieben, so richtig glauben kann ich das nicht. Ich habe das Gefühl das man jetzt entdeckt hat wie gut man mit Mitleid Geld machen kann und die Leute sind ja dann auch gutgläubig, wollen etwas Gutes tun und vertrauen auf das was man ihnen über den Hund erzählt außerdem steht man ja dann auch besser da wenn man einen Hund "gerettet" hat statt ihn vom Züchter zu holen und Tierheim kann ja heutzutage auch jeder, da ist ein Auslandshund schon was besonderes.
Ich möchte das Thema auf keinen Fall schlecht reden, ich finde es toll wenn es Leute gibt die sich solcher Hunde mit Vorgeschichte annehmen aber ich denke es sollten dann auch Sachkundige Hände sein wo ein solcher Hund auch wirklich gut aufgehoben ist und ankommen kann und wo der Mensch auch mit den Schwierigkeiten zurecht kommt und nicht gleich aus lauter Überforderung den Hund wieder abgeben muss.

Uns war das Risiko einfach zu groß und wir hatten Angst das uns dieser Hund überfordern könnte deswegen habe ich dort wieder abgesagt, für den Anfang ist das glaube ich echt ne Nummer zu groß für uns.

Wir halten einfach die Augen offen und stöbern immer mal in der Zeitung oder Kleinanzeigen und dem Tierheim, irgendwann wird "Unser Hund" schon dabei sein :)
 
Choupette

Choupette

03.08.2014
1.083
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A-Fritz, mach mal deine Schublade zu, es zieht. Die Klischeekiste steht auch offen rum, so sieht das nicht gut aus.

Ich sehe mich mit meinem Umfeld nicht als Nabel der Welt, aber ich schätze, ich kenne von unseren Windhundtreffen so 30-40 Windis aus Spanien ganz gut und habe in drei Ps-Familien so um die 20 Hunde ein- und wieder ausziehen sehen. Keiner davon war unbehandelt krank, die wenigsten hatten eine richtige “Macke“, die einen auf Dauer im Alltag behindern würde. Man muss ihnen halt Zeit geben und kann nicht erwarten, dass die aus dem Transporter springen und für sechs Stunden stubenrein sind. Was das Sozialverhalten angeht, würde ich es eher vorbildlich nennen. Die lernen oft noch “unter Hunden“. Im Auslauf sind die Straßenhund-Windis in der Regel die unkompliziertesten. Natürlich lernen die kein SitzPlatzAus auf der Straße, aber einen Hund, der das kann, bekommt man auch in der Regel nicht beim Züchter einfach so geliefert.

Ein bisschen ein Auge muss man schon haben, eine vernünftige Orga an der Hand haben und zwischen den Zeilen lesen können. Alle, die etwas verkaufen/vermitteln wollen, umschreiben es nett. Wenn ich dann aber so... optimistisch bin und mir einen Hund hole, wo steht “unkompliziert und freundlich zu allen, Katzentest kann nachgeholt werden“ und mich dann wundere, dass der eine meiner fünf Katzen gefressen hat, ja dann kann man dem nicht mehr helfen.

Ich kenne aber die Art von Leuten, von denen du sprichst. Die wollen nicht den Hund, die wollen die Aufmerksamkeit. Sind aber die wenigsten.

Spreche in meinem Text jetzt von den spanischen Windhunden, aber das lässt sich ja durchaus auch auf andere Orgas ummünzen. Die haben ja fast alle Pflegefamilien in Deutschland, wo man den Hund besichtigen kann. Dieses Angebot sollte man wahrnehmen, wenn man ein Leben führt, das Verpflichtungen enthält, die nichts mit dem Hund zu tun haben. Wenn es trotz allem schief geht, muss man halt die Konsequenzen ziehen - das empfinde ich auch nicht als Schande. Aber dein Beitrag klingt schon sehr klischeehaft und schlechtmachend, dem möcht ich mal eben widersprechen.
 
hadschihalef

hadschihalef

30.04.2009
1.935
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Wir haben unsere Ranni aus einem Tierheim, das Kooperationen zu Rumänien und Ungarn unterhält und je nach Freiraum Hunde von dort hierher holt und vermittelt.
Die Hunde haben ausdrücklich "Bleiberecht", werden also keinem aufgedrängt. Eine Tierärztin praktiziert auf dem Gelände des Tierheims, somit sind diese ärztlich versorgt, ein nicht abschließend versorgter Hund verlässt nicht das Heim....müssen die Interessenten halt warten, war in unserem Fall so.

Es kommt schonmal vor, dass von der Vorgeschichte nicht viel bekannt ist, jedoch wird Wert darauf gelegt, dass man vor Vermittlung den Hund oft besucht (wir sind so manchen Kilometer gefahren, bis wir Ranni endlich mitnehmen durften), Kontakt aufnimmt, spazieren geht (oder in unserem Fall bisschen im Zwinger abhängt, tüdelt, Leckerli verteilt und schonmal bisschen "sitz" übt). Es geht also nicht ohne Engagement und meist teilt sich hier dann auch die Spreu vom Weizen (der Interessenten).

Wir fanden diese Vorgehensweise sehr passend!

Ranni kam mit 10 Monaten zu uns, war bereits im Tierschutz in Rumänien geboren (Mutter wohl als trächtiger Straßenhund dorthin gekommen) und hatte noch nicht viel Input erlebt.
Wir konnten also sozusagen von "0" anfangen. Sie war ziemlich bald stubenrein, nach einigen Monaten Schleppleinentraining gut ableinbar, sehr lernfähig, anhänglich und eine wunderschöne kleine Dame (obwohl es zu Beginn wirklich nicht danach aussah). Ich finde die Kombi aus Tierheim in Deutschland mit Kooperation zum Auslandstierschutz gelungen.
 
HoundMan

HoundMan

07.01.2014
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Schwierig...bei einem 7 Jahre alten Hund kann alles möglich sein und das hat wahrlich nichts mit der Herkunft zu tun.Die Orgas haben auch nicht wirklich die Zeit jeden einzelnen Hund richtig zu studieren und ihn mit diversen Sachen zu konfrontieren um auszumachen wie er so tatsächlich ist. Ich würde mich auf sowas nur einlassen wenn es möglich wäre über die Pflege einen Hund diesen Alters zu übernehmen. Also der Orga eine Pflegestelle anbieten mit der Option zur Übernahme in ca. 3 Monaten (schriftlich). Wenn nicht möglich dann finger weg ... LG HM
 

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