Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit

Diskutiere Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit im Katzen Gesundheit Forum im Bereich Katzen Forum; Hallo, ich schreibe, weil ich meine Katze gestern habe einschläfern lassen und ich mit den Schuldgefühlen völlig überwältigt bin. Meine 9 Jahre...
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #1
S

schneli

Beiträge
7
Punkte Reaktionen
0
Hallo,
ich schreibe, weil ich meine Katze gestern habe einschläfern lassen und ich mit den Schuldgefühlen völlig überwältigt bin.

Meine 9 Jahre alte Katze ist vor ca. einem Monat krank geworden. Sie hat schon seit vielen Jahren eine Hausstaub und Futtermilbenallergie gehabt, die wir mit einer geringen Cortisongabe aber ganz gut eingestellt bekommen haben. Vor einem Monat hat sie ständig Atemnotanfälle bekommen, hat viel gepumpt beim atmen und schlecht Luft bekommen. Die Anfälle dauerten immer nur kurz und warrn nach ca. 30 sekunden dann vorbei. Wir sind zum Tierarzt sie wurde untersucht und geröntgt und die Tierärztin war schnell dabei zu sagen, dass das durch die Allergie sowieso sind so sensible Tiere einen allergieschub hat und aus der Allergie ein Asthma entwickelt hat. Das Röntgen der Lunge hat auch zu diesem Befund gepasst, die Lunge sah nicht gut aus, war milchig belegt, das Herz war aber nicht vergrößert. Über weitere Tests wurden Lungenwürmer ausgeschlossen und auch das Blutbild zeigte erstmal keine Auffälligkeiten - lediglich die Thrombozyten Werte zu niedrig und ein Nieren früh Marker war erhöht. Wir sollten der Katze zunächst hoch dasiert Cortison geben. Wir haben ihr 5 mg Prednisolon am Tag geben, durch das Cortison wurde es zunächst auch besser Punkt. Nach ca 3 Wochen fiel mir auf dass sie schlechter frisst und einem allgemeinen abgeschlagen wirkt, zusätzlich hätte sie Durchfall - ich muss dazu sagen dass wir uns im Moment im Umbau unseres Hauses befinden und dies ohnehin für die Katze ein Stressfaktor ist. Ich bin dann mit ihr postwendend wieder zum Tierarzt der feststellte dass ihre Bindehaut stark gereizt und gerötet ist und er vermutete einen sich anbahnende Infekt, daher hat er ihr ein Antibiotika und ein paar Vitaminpräparate gespritzt und hat uns gebeten das Cortison abzusetzen damit das antibiotika wirken kann. Das haben wir dann auch getan. Das war Dienstag. Sie fraß weiterhin schlecht, nur kleine miniportionen die ich ihr mit dem Löffel anbat oder hier und da ein paar Leckerlies. Am Freitag stellte ich fest dass meine Kleine schwer Luft bekam sie verkroch sich unters Bett und kam auch nicht mehr zu den abendlichen Schmuseeinheiten hervor. In der Nacht bin ich mehrmals aufgestanden um nach ihr zu sehen. Und habe festgestellt dass ihre Nase ganz verstopft war, es hörte sich an als wenn sie schnorchelt und ihre augen tränten. Ich bin daraufhin am nächsten Tag mit ihr noch mal zum Tierarzt weil die Atmung so schlecht war. Die Tierärztin im Notdienst stellte fest dass sich Flüssigkeit in der Lunge und im vorderen Brustraum angesammelt hat, zudem waren die Vitalwerte insgesamt schlecht. Sie hat gesagt, dass meine Katze in einem sehr kritischen Zustand ist und hat ihr ein Cortison Depot ein schnelles Kortisonpräparat und etwas zu Entwässerung gespritzt. Die Entwässerung sollten wir dann zu Hause weiter fortführen. Die Entwässerung am Wochenende zu Hause mit Spritzen klappte gut. Sie ist viel Pipi gegangen und begann auch wieder zu trinken Punkt allerdings verweigerte Sie nun vollständig das Futter und Namen nicht mal mehr Ihre Lieblings Snacks und Futter vom Löffelchen. Da die Tierärztin schon nach dem Röntgen und der viel Flüssigkeit sagte, dass wenn keine Besserung eintritt wir das Tier einschläfern sollten, kämpften wir natürlich und pflegten das Tier sehr intensiv. Jeder klitzekleineäe Bissen war ein erfolg für mich. Wir stoppten alle Bauarbeiten und schafften eine ruhige Vertraute Atmosphäre, in der sie sich erholen kann. Sie verkroch sich zunächst komplett, kam aber am Sonntag dann ab und an mal hervor und kam sogar kurz auf meinen schoss zum kraulen. Ich hatte Hoffnung, jetzt müssen wir sie nur wieder ans fressen bekommen. Am Montag sind wir dann wieder mit ihr zum Tierarzt, da sich die Atmung deutlich verbessert hat. Ihre Atemfrequenz ging von knapp 45 wieder auf 25 Atemzüge pro Minute runter. Die Tierärztin bestätigte unsere Vermutung durch eine erneute Röntgenaufnahme. Die Flüssigkeitsansammlung sei deutlich zurückgegangen, allerdings war die Katze inzwischen in einem lebensbedrohlichen Zustand weil sie nicht frisst. Sie gab uns erneut, wie auch nach dem Besuch zuvor, Flüssignahrung mit ubd ein appetitanregendes Medikament (eigentlich ein antidepressiva). Es wurde kein neues blutbild gemacht. Sie bat uns mit der Spritze zu füttern. Sie sagte wenn das Tier morgen nicht anfängt zu fressen wäre es ratsam, dass wir sie einschläfern, weil ihr die Substanz fehlt, gegen die Krankheit zu kämpfen.

Der Gedanke hat mich die ganze Nacht nicht losgelassen vor allem auch die Tatsache, dass sie keine weiteren Maßnahmen ergreifen wollte um das Tier noch mal aufzupäppeln. Daher bin ich am bin den frühen Morgenstunden mit meiner Katze in die Tierklinik zum Notdienst gefahren. Ich wollte eine zweite Meinung und wollte auch wissen ob es noch Möglichkeiten gibt sie vielleicht über eine Sonde oder ähnliches wieder aufzupäppeln. Ich bin der Überzeugung dass die Tierklinik häufiger mit kritischen Fällen konfrontiert ist und vielleicht deswegen auch anders damit umgeht. Als ich mit der kleinen Maus morgens dort ankam hatte sie deutliche Untertemperatur. Nachdem sie die ganzen Tage davor erhöhte Temperatur hatte hatte sie jetzt nur noch 34 Grad. Die Kollegen haben sie direkt unter eine Wärmelampe gesetzt bis die weitere Untersuchung durch den Tierarzt fortgesetzt werden konnte. Der Tierarzt hat sie erneut geröntgt und ein Blutbild gemacht. Er hat sich meine Schilderungen über die Erkrankung von vor 4 Wochen das Husten die hohe Cortisongabe die schlechte Lunge angehört. Nach der Auswertung der Blutbilder und der neuen Rötgenbilder bat er mich noch mal herein und sagte, dass es schlecht um den Zustand meiner Katze aussieht. Die Herz Werte waren sehr schlecht. Die elektrolywerte waren schlecht - klar durch das Entwässern. Die Nierenwerte waren schlecht, die Bauchspeicheldrüse war entzündet, ein Lungenflügel war komplett dicht - er war nur noch weiß auf dem Röntgenbild die Flüssigkeit war zurückgegangen, aber es waren immer noch Reste im Brustraum. Zusätzlich kam die Untertemperatur und der allgemein schlechte Zustand meiner Katze. Er sagte wir haben nun zwei Möglichkeiten entweder wir setzen dem ganzen hier ein Ende oder wir gehen das volle Programm und selbst da ist die Prognose schlecht. Zunächst müsste man abklären ob mit dem Herzen alles in Ordnung sein, das heißt sie hätte in eine Spezialklinik nach Duisburg verlegt werden müssen um ein Herzultraschall machen lassen. Mich wunderte das sehr, da die Tierärztin zuvor ja eine Herzerkrankung ausgeschlossen hatte anhand des Blutbildes. Der Tierarzt in der Klinik war darüber sehr verwundert weil sie ihr zu Entwässerung Diazepam gegeben haben, dass bei Herzpatienten verwendet wird. Allerdings muss ich nun dazu sagen das nicht " meine Tierärztin" ihr das Präparat gegeben hat sondern eine Kollegin die den Notdienst gemacht hat. Als wir am Montag noch mal bei meiner Tierärztin waren, fing sie auf einmal auch an von einem leichten Herzfehler zu reden, den die Katze wohl sonst unter normalen Umständen ganz gut wegsteckt, der.aber aufgrund der asthmatischen Erkrankungen, des heißen Wetters und des schlechten Allgemeinzustands und dem infekt jetzt auf einmal durchkommt.

Der Tierarzt in der Klinik sagt denn jedem Fall dass selbst wenn das Herz okay wäre, wäre einfach noch so viele andere Baustellen haben. Was ihm ebenfalls Sorge macht, ist die Tatsache dass das Tier so rapide abgebaut hat in so kurzer Zeit. Denn er sagte für solche Abbauprozesse und auch für die Flüssigkeit im Bauchraum liegen in der Regel schwere Grunderkrankung vor. Und gerade wenn Tiere so schnell abbauen, so apathisch und lustlos werden, ist es wahrscheinlich dass die zu vorliegende Grunderkrankung auch so schwer ist, dass wir das Tier nicht mehr stabilisiert bekommen. Er betonte mehrmals, dass die Anzahl der Baustellen die wir bei dem Tier haben nun einfach zu viele sind und wenn es weniger wären man es durchaus versuchen sollte. Er sagte diagnostisch können wir natürlich noch einiges tun aber die Prognose ist eben schlecht. Sicherlich könnte man mehr über den grund heraus bekommem, dennoch sitzen wir dann voraussichtlich kommende Woche wieder hier, um die Frage nach Einschläferung erneut zu beantworten. Die Frage ist ob ich diesen Weg noch mit ihrem Tier gehen wolle, und selbst wenn wir sie irgendwie stabilisiert bekommen, dann ist ungewiss wie lange das Tier im Anschluss noch hat und wie schwer die Schäden dann schon sind. Ich habe mich in einem emotionalen Chaos befunden. Meine Kleine war immer sehr anhänglich und aufgeweckt und war ein festes Familienmitglied für meinen Mann und mich. Sie hat uns jeden Tag begleitet und wir haben so schöne Rituale miteinander gehabt. Sie in der vergangenen Woche so leiden zu sehen hat mir weh getan und ich hatte das Gefühl, dass es egoistisch ist wenn ich versuche hier weiter zu machen aufgrund der vielen körperlichen Probleme. Wäre sie in der Natur gewesen wäre sie vorher und wahrscheinlich grausamer gestorben. Also habe ich mich dafür entschieden sie einschläfern zu lassen. Meone Kleine ist in meinem Arm eingeschlafen. Ich habe sie danach mit nach Hause genommen und wir haben Sie bei uns im Garten in der Nähe von ihrem Lieblingsplätzchen beerdigt.

Ich fühle mich seitdem schrecklich, je länger ich darüber nachdenke desto mehr plagen mich Schuldgefühle ob ich überstürzt gehandelt habe. Das Leben war für meine Katze in der letzten Woche nicht mehr lebenswert, sie hatte nicht mehr die Kraft zu stehen, eigenständig zu trinken und hat sich nur noch zurückgezogen und war völlig apathisch. Dennoch ist es für mich furchtbar weil mein Tier gefühlt vor einem Monat noch völlig gesund gewesen ist. Ich weiß nicht ob ich noch hätte kämpfen sollen, ich weiß nicht ob ich noch weiteres hätte versuchen sollen oder ob ich ihr damit die letzten Tage einfach noch erschwert hätte in einer fremden Umgebung, denn ich hätte sie nicht mehr mit nach Hause nehmen dürfen. Auch schlimm ist es, dass ich nicht weiß was letztenendes den Grund war warum mein Tier gestorben ist.

Die kleine Maus war erst 9 Jahre alt. Das alles tut mir so weh - zu wissen dass sie nicht mehr wiederkommt. Ich weiß nicht was ich tun kann damit die so Schuldgefühle weggehen! Weiß jemand Rat?

Liebe Grüße
Schneli
 
  • #1
A

Anzeige

Guest
Hast du schon mal einen Blick in Notfälle bei Katzen geworfen? Wissen schafft Vorsprung... und das ist bei der Behandlung von Notfällen von Vorteil. Vielleicht hilft dir das ja weiter!?
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #2
Mangelina

Mangelina

Beiträge
8
Punkte Reaktionen
0
Hallo Schnell, ich habe mir die Zeit genommen deinen Beitrag komplett zu lesen und ich bin überzeugt dass du das richtige getan hast.

Der grösste Liebesbeweis den wir unseren Fellnasen erweisen können ist, sie in Würde gehen zu lassen. Ein Leben dass nur noch aus Qual und Schmerz besteht, ist nicht lebenswert.
Leider können Katzen Krankheiten sehr lange verbergen und oft erkennt man erst dass ihnen etwas fehlt, wenn es schon sehr schlimm ist. Sicherlich hat deine Kleine das Problem bereits länger mit sich rumgeschleppt, aber alles verborgen solange sie konnte. Auch neigen Katzen dazu sich zu verkriechen wenn sie "sterben wollen"... Anhand deiner Schilderung denke ich, dass deine Katze bereits mit dem Leben abgeschlossen hatte und einen Ort suchte an dem sie sich zurückziehen und in ruhe sterben kann...

Mach dir keine Vorwürfe, du hast im Sinne deiner Katze gehandelt damit sie nicht länger leiden muss. Du hast ihr den grössten Liebesbeweis erwiesen, den du ihr hättest geben können.

Fühl dich unbekannterweise umarmt.
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #3
Morastbiene

Morastbiene

Beiträge
9.159
Punkte Reaktionen
0
Hallo Schneli,

erst einmal herzlich willkommen, auch wenn es keinen traurigeren Anlass für eine Anmeldung hier geben kann.
Es tut mir sehr leid, dass du deine Mieze gehen lassen musstest. Fühl dich unbekannterweise gedrückt, wenn du magst. :(

Ich kann das alles leider nur allzu gut nachempfinden, denn vor sechs Wochen ist es uns leider ähnlich ergangen. Unsere kleine Fernanda, selbst nur knappe acht Jahre alt, hatte plötzlich stark abgebaut, Krankheitssymptome gezeigt, bei denen wir noch auf einen fiesen Infekt hofften und nachdem wir das Osterwochenende mit Sorgen, Medikamenten und ganz viel Liebe hinter uns gebracht hatten, blieb letzten Endes kein Zweifel mehr: Es war Krebs und er hatte bereits gestreut. Wir konnten nichts mehr tun, außer sie gehen zu lassen, alles andere hätte nur verlängertes Leiden bedeutet und es ging ihr am Tag der finalen Diagnose schon sichtbar schlecht.
Seitdem habe ich mich ständig gefragt, was ich hätte tun können. Hätte ich es verhindern können, hätte ich regelmäßig ihr Gewicht kontrolliert? Hätte ich hartnäckiger hinterfragen müssen, als sie winzige Kleinigkeiten im Alltag anders als sonst gemacht hat? Hätte ich sie ohne Anlass röntgen lassen sollen? Der Haken daran ist, dass niemand von uns Hellsehen kann. Das solltest auch du dir zugestehen. Niemand von uns kennt die Zukunft, die Weichen, die ohne unser Wissen gestellt werden und zu welchem Ziel sie schlussendlich führen.

Ich weiß, dass es unsagbar schwer ist, weil der Verstand sich mit unglaublicher Beharrlichkeit dagegen wehrt, dass es keine Alternative gegeben haben soll. Das bringt einen dazu, dass man unaufhörlich diverse Szenarien im Kopf durchspielt und sich fragt, ob man am Verlauf etwas hätte verändern können, hätte man nur dieses oder jenes getan... Man wünscht sich angesichts der Aussichtslosigkeit immer noch Raum für ein Wunder und es fällt nie leicht, es zu akzeptieren, dass eben ausgerechnet dieses Wunder einem verwehrt bleiben sollte. Aber behalte bei aller Verzweiflung die Fakten im Blick, die du in deinem Beitrag so genau beschrieben hast und führe sie dir immer wieder vor Augen. Es gab einfach keine Heilung für deinen Schatz und das ist furchtbar traurig. Du hast alles versucht, sämtliche Karten gespielt, vernünftigerweise eine zweite Meinung eingeholt und am Ende die schwerste aller Entscheidungen für sie treffen müssen. Weitere Behandlungsversuche wären nur dem Unterfangen gleichgekommen, einen schwankenden Turm vor dem Einsturz zu bewahren. Damit hätte man ihr nur noch mehr Leid zugefügt, als sie durch die Krankheit ohnehin erdulden musste. Ich bin mir sicher, dass du die Frage, ob du das gewollt hättest, mit einem energischen "Nein!" beantworten wirst. Angesichts der schwere der Erkrankung war das Ende dieser Geschichte bereits geschrieben.

Du konntest nur noch das einzig Richtige für deine Süße tun, so schwer es auch war. Sei dir bewusst darüber, dass die Entscheidung für diesen letzten Weg, nach Abklärung aller Tatsachen, auch aus dem Inneren heraus getroffen wird und der Bauch täuscht einen selten. Du hast gewusst, dass es das Beste war und nur darum hast du diese Hürde genommen. Das tut niemand leichtfertig und schon gar nicht freiwillig, wenn er sein Tier liebt. Im Gegenteil, manche verpassen womöglich den Zeitpunkt zum Loslassen, weil sie die Wahrheit nicht sehen wollen. So bitter es ist, glaube ich, dass damit zu leben im Nachhinein noch viel schlimmer ist.

Alles ist noch so frisch und du wirst dir die Fragen, die du hier heute gestellt hast, noch sehr oft stellen...
Ich wünsch dir alles Liebe und hoffe sehr, dass auch dir die Zeit dabei helfen wird, ganz allmählich damit zurechtzukommen.

Es fühlt sich unendlich falsch an, das weiß ich. Niemand will das. Aber ein Fehler war es nicht.
Zweifle nicht an dir... Es war der letzte Gefallen, den du ihr tun konntest. Dafür wird sie dir dankbar sein. :056:
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #4
S

schneli

Beiträge
7
Punkte Reaktionen
0
Hallo Mangelina, ich danke dir für deine netten und aufbauenden Worte. Es ist einfach ein beschissenes Gefühl, dass ich im Moment habe. Die kleine Maus war mein erstes Haustier - denn eigentlich wollte ich nie Haustiere haben. Wir haben sie damals halb verhungert an der Tankstelle aufgelesen und nachdem wir keinen Besitzer ausfindig machen konnten ist sie bei uns eingezogen. Sie ist mir in den vergangenen acht Jahren so ans Herz gewachsen, das hätte ich mir niemals erträumt. Es ist einfach schrecklich daneben zu stehen und das Gefühl zu haben dass man nichts tun kann...es ging alles so schnell innerhalb einer Woche. Ich könnte nur zusehen wie es ihr immer schlechter ging. Ich Kämpfe auch mit dieser Ungewissheit, was meine Kleine jetzt so geplagt hat.
Hast du scjonmal ähnliche Erfahrungen gemacht?

EDIT (automatische Beitragszusammenführung)

Hallo Morastbiene,
Danke für deine lieben Worte. Die Geschichte von Fernanda hat mich zu Tränen gerührt :(

Ich bewundere, wie "aufgeräumt" du wirkst und ich hoffe, dass ich in ein paar Wochen auch soweit bin. Zur Zeit ist es einfach nur ein Wechselbad der Gefühle zwischen Trauer, Vorwürfe, Unsicherheit aber auch Erleichterung, dass die kleine Perry nicht mehr leidet. Denn ich vermisse ich sie sehr und bin völlig fassungslos, weshalb das alles passieren musste.

Du hast natürlich recht, wir können alle nicht hellsehen. Auch meine TA nicht. Auch wenn ich im Nachhinein irgendwo denke, sie hat sich vielleicht zu sehr auf das Asthma verkrampft und deswegen nicht links und rechts geguckt. Sie ist immer liebevoll mit meiner Kleinen umgegangen und hat sich Zeit genommen.

Der TA in der Klinik, der Perry eingeschläfert hat, hat auch den Verdacht auf FIP geäußert. Das würde zumindest diesen rapiden Abbau erklären. Aber genau Wissen, was der kleinen so heftig zugesetzt hat, dass es ihr so schnell so schlecht ging, werde ich wohl nie.

Ich hoffe einfach, dass ich bald Herr dieses Gefühlschaos werde.

Danke!

Lieben Gruß
Schneli
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #5
Hexe76

Hexe76

Beiträge
2.022
Punkte Reaktionen
3
Ich schliesse mich meinen Vorschreibern an. Ich musste im Januar meinen Kater Sprout gehen lassen. Er hatte FELV und hat innerhalb weniger Wochen rapide abgebaut. Zum Schluss konnte er kaum noch laufen und ich habe ihn einschläfern lassen, da keine Besserung in Sicht war und ich nicht den Eindruck hatte, dass er auch nur noch einen Hauch von Lebensqualität hatte.
Es war mein letzter grosser Liebesbeweis an ihn und ich habe das Richtige getan - genau wie Du das Richtige getan hast. Du hast Deiner Mieze weiteres Leiden erspart und das war das Beste was Du für sie tun konntest.
Es ist schwer ein Familienmitglied gehen zu lassen - denn genau das sind unsre Vierbeiner für uns, und manchmal ist es einfach nur ungerecht, dass wir sie nicht fragen können was das Richtige für sie wäre. Diese Entscheidung zu treffen ist immer eine kippelige Angelegenheit und man wird immer Zweifel haben ob es die richtige Entscheidung war - auch ich frage mich manchmal, ob ich nicht noch 1 Woche oder 1 Monat hätte warten sollen, aber tief im Herzen weiss ich, dass der Zeitpunkt der Richtige war. Horch in Dich hinein, Du wirst die Erleichterung fühlen, dass Du Deiner Mieze weiteres Leid erspart hast und die Schuldgefühle, weil Du erleichtert bist. Konzentriere Dich auf die Erleichterung und mach Dir bewusst, warum Du Dich schlecht fühlst.
Von dem was ich lese, war es die richtige Entscheidung und Du wirst das irgendwann auch wissen und akzeptieren können.
Ich hätte an Deiner Stelle genauso gehandelt.
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #6
Levana Rya

Levana Rya

Beiträge
1.710
Punkte Reaktionen
37
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #7
HoundMan

HoundMan

Beiträge
443
Punkte Reaktionen
1
Hallo,
Du hast alles richtig gemacht, mehr kann man dazu nicht sagen.
Schuldgefühle sind normal in so einer Situation, aber nur das Handeln ist der richtige weg.
Du hast deine Katze vor Leid und Schmerzen erlöst und somit einfach richtig gehandelt.

LGHM
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #8
S

schneli

Beiträge
7
Punkte Reaktionen
0
Liebe Hexe, liebe Levana und lieber HoundMan,
Ich danke euch sehr für den Zuspruch. Zu Lesen, dass andere such auch so fühlten und dass man nachvollziehen kann, wie ich gehandelt habe hilft mir. Ist jemand von euch schon mal damit konfrontiert gewesen, keine eindeutige Diagnose zu haben? :( :( genau das ist eben auch ein Grund, warum ich im Kopf alle Varianten Rauch und runter denke.

Danke an all die lieben Menschen hier.

Liebe Grüße
Schneli
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #9
Audrey

Audrey

Moderator
Beiträge
16.459
Punkte Reaktionen
147
Ich kann mich auch nur anschließen - ja, Du hast ganz sicher das richtige getan. Bei meinem Ferdl wurde im Juli 2016 ein Zungentumor diagnostiziert - er wurde operiert, aber trotzdem war auf mein beharrliches Nachfragen hin die klare Aussage meiner TÄ, daß es sich um Wochen handelt. Wir hatten noch wunderbare, intensive 2 Monate. Am letzten Tag hat er dann beim Fressen quasi literweise aus dem Maul geblutet. Fressen wollte er freilich trotzdem noch, mein kleiner Kämpfer! Und da wußte ich: morgen ist es soweit. Er wollte fressen, aber hat dabei so gelitten :( Es war beruhigend, ihn so ruhig einschlafen zu sehen. Und ich wußte einfach ganz intensiv, daß es das richtige ist, was ich da vor hatte.

Ich drück Dich ganz fest - Du hast Deiner Maus ein großes Geschenk gemacht!
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #10
S

schneli

Beiträge
7
Punkte Reaktionen
0
Liebe Audrey,
Danke dir für den Zuspruch. Eine solche Zeit zum genießen hätte ich mir mit meiner Perry auch gewünscht. Die Tatsache, dass alles so schnell ging und ich nur daneben stehen konnte um zuzusehen, wie es der kleinen innerhalb weniger Tage so schlecht ging ist furchtbar.

Auch, dass ich keine abschließende Diagnose habe wurmt mich. Meine TA hat den Verdacht auf Asthma, in Kombi mit dem Infekt und das super heiße Wetter geäußert, dass das Herz zu sehr belastet hat. Der Verdacht auf FELV und FIP stand im Raum, wegen der Flüssigkeit im Brustbereich. Aber für eine Biopsie wäre sie zu schwach gewesen... die Unsicherheit bleibt... das ist echt furchtbar!

Danke!

Liebe Grüße
Schneli
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #11
Morastbiene

Morastbiene

Beiträge
9.159
Punkte Reaktionen
0
Hallo Schneli,

auch dir lieben Dank für deine netten Worte. :001:

Ich bewundere, wie "aufgeräumt" du wirkst und ich hoffe, dass ich in ein paar Wochen auch soweit bin. Zur Zeit ist es einfach nur ein Wechselbad der Gefühle zwischen Trauer, Vorwürfe, Unsicherheit aber auch Erleichterung, dass die kleine Perry nicht mehr leidet. Denn ich vermisse ich sie sehr und bin völlig fassungslos, weshalb das alles passieren musste.

Wenn es dich tröstet: Ich kann mich bloß gut zusammenreißen, wenn der Fokus woanders liegt (in diesem Fall bei dir) oder ich das Gefühl habe, es ist wichtig. So habe ich es immerhin geschafft, dir zu antworten, ohne zu weinen. Das war neu, ist aber in dem Sinne nicht wirklich repräsentativ. Erst vorgestern Abend lag ich meinem Freund 20 Minuten heulend wie ein Baby in den Armen, weil es mich plötzlich wieder überfallen (siehe Spoiler) hat. Mitarbeiterinnen vom Tierschutz habe ich auch schon vollgeschluchzt, weil wir nun wieder nach einer weiteren Katze suchen...

Trauer ist natürlich eine ganz individuelle Sache, damit geht jeder anders um, aber dein Gefühlschaos verstehe ich vollkommen. Das geht mir und meinem Freund genauso. Da war bisher wirklich alles dabei. Ich bin mir sicher, das wird auch noch lange so bleiben. Aber ich kann sagen, dass es schleichend besser wird. Man merkt nach einiger Zeit instinktiv, dass man sich wieder mit der Gegenwart (und der Zukunft) beschäftigen muss, ob man will oder nicht und wächst auf diese Art wieder Stück für Stück ins Leben hinein, mit seinem Schatz ganz tief im Herzen. Außerdem möchte ich persönlich an den Punkt kommen, an dem das Lächeln, die Liebe und die Dankbarkeit überwiegen. Sie hat jede Träne tausendfach verdient, aber Freude ist das Gefühl, das ich am meisten mit ihr verbinde und das ihr am ehesten gerecht wird. Darum möchte ich sozusagen darauf hinarbeiten.

Baby steps, wie man so schön sagt. Die helfen zumindest mir ganz gut. Nicht zu weit in die Zukunft denken und sich erst einmal um das kümmern, was einem quasi vor der Nase liegt. Das lenkt ab und erschlägt einen nicht mit der ganzen Gewaltigkeit des Lebens. Wenn ich das Gefühl habe, innerlich allmählich den Halt zu verlieren, konzentriere ich mich auf das, was ich gleich noch zu tun habe.

In jedem Fall kann ich dir sagen: Nimm dir die Zeit zum Trauern, die du brauchst und lass deine Gefühle zu. Vergiss aber auch nicht, dir zwischendurch mal "Pausen" zu gönnen (ob von der Trauer oder vom Alltag, das funktioniert in beide Richtungen) und dir etwas Gutes zu tun. Positive Impulse sind genauso wichtig wie die Auseinandersetzung. Unterdrücken lässt sich das Gefühlschaos auf Dauer sowieso nicht, früher oder später bricht es aus einem heraus, wenn man nicht gerade ein Meister der Verstellung ist oder generell alles mit sich selbst ausmacht.

Du könntest noch einmal Rücksprache mit dem Tierarzt halten, dem du in dieser Sache am meisten vertraut hast und fragen, welches diagnostische Schlagwort bei der ganzen traurigen Geschichte nach dessen Ansicht am besten passt. Vielleicht hilft dir das, der Sache einen Namen zu geben und besser damit umgehen zu können. Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft, das alles zu verarbeiten.

[VERSTECK]Seit März, also nur wenige Wochen vorher, habe ich abends auf der Couch Zelda gespielt und meine Nanda lag abends die meiste Zeit auf meinem Schoß. In dem Spiel kommt an bestimmten Stellen eine Melodie vor und während wir so gekuschelt haben und die Welt für mich in diesem Moment immer einfach nur in Ordnung war, habe ich mir im Kopf ausgemalt, wie ich diese Melodie nächstes Jahr auf der Flöte spielen würde. Mit Nanda an meiner Seite, die beim Üben oft dabei war... Und dann knallt einem die Realität mit der flachen Hand ins Gesicht und man weiß, man wird das -auf diese Art- nicht mehr erleben. Zum Glück haben Katzen keine Ahnung davon, was Selbstmitleid ist. Ich bin mir sicher, sie würde mich für bekloppt halten, dass ich so etwas überhaupt denke. ;)[/VERSTECK]
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #12
Jayjay!

Jayjay!

Beiträge
197
Punkte Reaktionen
0
Ich wollte heute morgen schon darauf antworten, konnte es aber nicht, weil ich nicht stark genug dafür war, die anderen Beiträge zu lesen, ohne selbst anfangen müssen zu heulen.

Ich weiß, wie Du Dich fühlst. Erst gestern früh ist einer meiner Kater, der vielleicht ein halbes Jahr alt war, tot bei uns vor dem Stadel gelegen. Am Abend vorher war er noch fit, am anderen morgen tot... Wieso, weshalb, warum? Keine Ahnung. Ich werde es auch nie erfahren, weil er keine sichtbaren Verletzungen zeigte. Mein Männe hat noch überlegt, ob wir ihn "obduzieren" lassen sollen. Aber wozu? Wir hätten zwar dann vielleicht eine Ahnung, warum, aber das bringt ihn auch nicht zurück.

Sieh es positiv: ihr habt sie damals gefunden und ihr ein Zuhause gegeben. Ihr habt sie versorgt und geliebt. Sie hatte bei Euch wunderbare Jahre. Nur das allein zählt. Manchmal heiß lieben auch loslassen, so weh es auch tut...
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #13
S

schneli

Beiträge
7
Punkte Reaktionen
0
Hallo Jay Jay.

Dein schrecklicher Verlust tut mir wirklich sehr leid. :( es ist manchmal einfach unbegreiflich, wie das Leben so spielt. Über eine Obduktion hätten wir auch kurz nachgedacht, den Gedanken aber schnell verworfen. Wie du schon sagat, es bringt die kleinen Fellnasen auch nicht zurück. Dennoch liegt die Frage nach dem "warum" mir nun schwer im Magen.

Ich versuche, mich an gute Dinge zu erinnern. Denn so, wie Morastbiene es schon geschrieben hat, Glück und Freude ist das Gefühl, dass ich mit der kleinen verbinde... und das ihr gerecht wird.

Danke, dass du deine Geschichte geteilt hast. Es hilft wirklich all diese netten Worte und auch den Zuspruch zu lesen. Dir wünsche ich auch, dass du den Schock überwinden kannst...

Liebe Grüße
Schneli
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #14
Audrey

Audrey

Moderator
Beiträge
16.459
Punkte Reaktionen
147
meinen 2. verstorbenen Kater hab ich obduzieren lassen. Allerdings war er damals noch offiziell im Besitz vom TSV, und die wollten das so ... Toulouse war 3 Jahre alt, war grad 2 Wochen bei mir und lag an einem Sonntag Mittag auf einmal tot auf der Couch! Da wollte ich die Obduktion schon auch selber - ich mein ich hab seit 2005 Katzen, hab da also genügend Erfahrung, aber warum liegt dieser junge Wohnungskater, der vor Abgabe sogar noch vom TA "gründlich" durchgecheckt wurde, auf einmal tot auf der Couch - 2 Stunden vorher war er doch noch fit?? Da zweifelt man schon an sich selber... Der TA bei der Abgabekontrolle meinte, daß er "winzige" Blasenkristalle hätte, die sich mit der Zeit selber ausschleichen sollten. Ansonsten kerngesund. Die Obduktion sagte: riesige Blasensteine, plus ein unerkannter Herzfehler :( Armer kleiner Bub... aber da war ich auch einfach froh zu wissen, daß er nix ansteckendes hatte oder ich nichts giftiges in der Wohnung, was meine "Altkatzen" vielleicht einfach nicht interessiert hat...
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #15
L

Luna 2005

Beiträge
9
Punkte Reaktionen
0
Schuldgefühle nach einschläferung

Hallo zusammen ich bin neu ihr, und bräuchte mal ein bar aufmunterte worte wo ich leider von meinem mann nicht immer bekomme. Und zwar geht es um meine Katze, sie war bei mir seit sie 3 monate alt war. Als war wunderbar schön wir haben schönes wie auch weniger schönes erlebt, aber immer alles zusammen gemacht. Im 2009 lehrnte ich meinen jetztigen mann kennen, da war für meine süsse schon schlimm den sie hat mich nicht mehr für sich alleine und sie fing an als voll zu pinkeln. 2011 kam dann unser Sohn zur welt und es war wieder eine veränderung, aber sie schlief bei unserem Sohn. 2015 kam dann unsere Tochter auf die welt, da hatte sie keine problem und auch da schlief sie bei ihr.

Januar 17 ging es ihr plötzlich nicht mehr so gut, sie fing an fast überall in zu punkeln, erbrach nur konnte nichts drin behalten. Dann bin ich zum Tierarzt gegang und sie haben ihr Blut genomen, und fest gestellt das sie einen entzündlichen magen hat und deshalb nichts behalten kann, und das sie im Kopf psychisch angeschlagen ist. Also fingen wir an mit Psychpharmekügelchen 2 mal am Tag 6 kügelchen und Cordisontropfen auch 2 mal am Tag 5 Tropfen. Dann konnte sie alles drinen halten und nahm auch schön zu und sie bekam wieder fell. Das ging bis vor 2 monate gut, doch plötzlich fing sie wieder mit dem pinkeln an und ich musste die Psychopharmekpgelchen und die Cordisontropfen erhöhen. Bei den Psychopharma ware ich auf 10 kügelch und bei den Cordisontropfen auf 8 tropfen bis zum schluss.

Es ging ihr nur wegen den Medikament so gut ohne ging es nicht mehr. Anfangs August habe ich bem Tierarzt angerufen und um rat gebeten, sie hat mir am Telefon gesagt wir können für 330.- das ganze Blutbild testen und schauen was dabei raus kommt, es kann auch sein das es bei den gleichen Medikament bleibt wie sie jetzt schon hat oder es gäbe was anders oder ich würde sie einschläfern lassen. Ich habe mich gegen diesen Bluttest entschieden weil ich ihr den stress nicht mehr antun wollte und sie Tierärzte eh nicht mochte. Aber ich konnte sie einfach noch nicht gehen lassen weil sie noch Lebenswillen hatte und am Leben noch teilhaben wollte. Sie war zwar nicht mehr die schnellste und lag viel auf dem kühlen boden auf dem Balkon oder auf ihrem lieblings platz auf dem Mausekäfig oben.

Ca. mitte August hab ich wieder bei der Tierärztin angerufen und ihr gesagt das sie wieder anfing rum zu pinkeln und ich mit meinem latein am ende bin. Ich habe nach langen hin und her und gespräch mit meinem mann entschieden sie einschläfern zu lassen, und mein mann hat einen Termin vereinbart. Am Diensatg den 29.8.17 war es dann soweit, mein mann hat mir gesagt ich soll sie doch bitte in die Transportbox tun, ich habe das mit einem sehr sehr schlechten gefühl getan ob ich wirklich richtig entschieden habe.

Ich hab sie rein getan ohne mich von ihr verabschieden😔. Mein mann ging dann mit unserer Tochter und meiner Katze aus der Wohnung und für mich brach eine welt zusammen denn ich wusste sie kommt nicht mehr zurück. Ich konnte leider nicht mit gehen da ich es nicht geschafft hätte.

Jetzt mache ich mir total die vorwürfe das ich mich nicht verabschiedet habe, dass ich sie nicht auf ihrem letzten lebensweg begleitet habe und ich fage mich immer und immer wieder hab ich sie zu früh eingeschläfert? Hätte ich meinem mann anrufen sollen und sagen sollen er soll es nicht machen und sie wieder mit nach hause nehmen?
Fragen über fragen schwirren mir im Kopf herum und ich bekomme einfach keine antwort.

Mein mann hat gesagt das sie ganz lieb war und er war von anfang an bis zum schluss bei ihr war, aber das macht es mir auch nicht einfacher.

Jedes mal wenn ich anfange zu weinen sagt mein mann das bringts doch nicht sie kommt durch das auch nicht zurück, das hilft mir gar nicht.

Sorry für den sehr langen Text, aber ich hoffe das ich hier jemanden finde wo mich auf muntern kann. Es tut immer noch verdammt weh und es macht mich total fertig😔😭. Sie fehlt mir so sehr umd die wohnung ist leer ohne sie.

Lg Sybille
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #16
Audrey

Audrey

Moderator
Beiträge
16.459
Punkte Reaktionen
147
Hallo Sybille,

ich würd Dich wahnsinnig gern aufmuntern, aber ich versteh das grad nicht so ganz... ihr habt sie einschläfern lassen, weil sie pinkelt? Von einem Blutbild aus kann kein TA urteilen, daß sie einen Knacks hat, was für ein Unsinn! Wie alt war sie denn? Es ist für Dich schade, daß Du nicht mitgegangen bist - für mich war es gut meinen Ferdl einschlafen zu sehen, es war so friedlich, ich hab natürlich ohne Ende geweint, aber das gehört dazu und ist auch wichtig, um einen Abschluss zu finden.
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #17
Sini

Sini

Beiträge
2.028
Punkte Reaktionen
1
Hallo Sybille

Fühl dich gedrückt, jeder der an seinem Tier hängt kann wohl nachvollziehen wie schwer es ist, Abschied zu nehmen.
Jeder trauert auf andere Weise und unterschiedlich lange. Aber Schuldgefühle und das Hinterfragen "Was wäre wenn...?" gehören auch zum Trauerprozess.
Deine Katze ist noch nicht lange gestorben und sie hat dich lange durchs Leben begleitet. Da wäre es doch eher seltsam, wenn du einige Tage nach ihrem Tod weiterleben würdest als hätte es sie nie gegeben, ohne ihren Verlust zu bedauern.

Alles Gute Dir.
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #18
L

Luna 2005

Beiträge
9
Punkte Reaktionen
0
Hallo Audrey

Unser Tierarzt hat gesagt das sie einen Knacks hat und deshalb die Medikamenten dafür bekommen hat. Sie war ganz genau 12 jahre 3 monate und 4 Tage alt. Ja im nachhinein bereue ich es das ich sie nicht begleitet habe, aber das hätte ich nicht geschafft und wär warscheindlich umgekippt.
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #19
L

Luna 2005

Beiträge
9
Punkte Reaktionen
0
Hallo Sini

Ich habe leider niemanden wo ich mich ausweinen kann oder wirklich drüber reden kann. Mein mann hat zwar gesagt es sei im egal wie lang ich traure auch wenn es 5 monate lang geht das macht nicht. Aber im gleichen atemzug sagte er zu mir sorry Schatz aber es ist nur eine Katze, und was mir wichtiger ist die Katze oder die Familie. Deshalb traure ich für mich alleine. Ich kann es einfach noch nicht verstehen das sie nicht mehr da ist😔
 
  • Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit Beitrag #20
Audrey

Audrey

Moderator
Beiträge
16.459
Punkte Reaktionen
147
Mein Ferdl ist auch mit etwa 12 Jahren gestorben - viel zu jung :( Daß Dein Mann sagt daß es ihm "egal" ist wie lang Du trauerst ist ja auch toll... und für mich ist eine Katze ein Familienmitglied! Deine Eltern sind da auch nicht für Dich da?
 
Thema:

Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit

Schuldgefühle nach Einschläferung nach kurzer Krankheit - Ähnliche Themen

Schuldgefühle weil ich Katze wegen Krankheit einschläfern lassen habe.: Hallo, Ich habe am Dienstag meine Katze Chelcie mit 15 1/2 Jahren wegen einem bösartigen Tumor am Oberkiefer einschläfern lassen. 3 Wochen vorher...
Schuldgefühle wegen Erlösung meines Katers: Hallo Zusammen, Ich stand am Sonntag (Heute vor genau einer Woche 😓) vor der schwierigen Entscheidung, meinen geliebten Kater zu erlösen. 🙏🖤 Er...
Magen Tumor Katze: Hallo ihr Lieben, ich brauche unbedingt euren Rat und vielleicht hast jemand damit schon Erfahrung. Ich habe mich jetzt in mehreren Formen...
Katze einschläfern?: Hallo Ihr Lieben, Meine Katze ist 7 Jahre alt und Männlich, seit 2 Jahren kotzt er nach dem füttern regelmäßig. Seit 1,5 Jahren wird es auch...
Tierschutz Katzen brauche eure Hilfe: Hallo liebe Tier Gemeinde, ich bin dezent am verzweifeln. Ich habe 3 Katzen aus einem Tierschutz adoptiert vor fast 2 Jahren. Mit Schutzvertrag u...
Oben