Vorurteile zum Thema Katzenfutter und was lässt sich wirklich belegen?

Diskutiere Vorurteile zum Thema Katzenfutter und was lässt sich wirklich belegen? im Katzen Ernährung Forum im Bereich Katzen Forum; Ich möchte euch erzählen wie es mir ging: Im Lauf der Jahre habe ich im Internet und vor allem in Katzenforen viele Informationen zu allen...
Sini

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Ich möchte euch erzählen wie es mir ging:
Im Lauf der Jahre habe ich im Internet und vor allem in Katzenforen viele Informationen zu allen möglichen Themen bekommen. Oft zeigt sich eine deutliche Tendenz, was die Fütterung betrifft war das zum Beispiel:

-Trockenfutter ist schädlich, das wird nur von Haltern gefüttert die keine Ahnung haben und gerne von Tierärzten angepriesen die von der Futtermittelindustrie beeinflusst wurden und sich nicht ordentlich informiert haben.
-Bei Feuchtfutter gibt es hoch- und minderwertiges Futter, hochwertiges Futter zeichnet sich durch eine gute Deklaration aus, ist oft teurer und darf keinen Zucker oder Getreide enthalten.
-BARF ist die Königsklasse, es ist natürlich und am gesündesten

Viel von dem was dazu geschrieben wurde, erschien mir völlig
logisch und schon der gesunde Menschenverstand sagt einem doch, dass rohes Fleisch am ehesten dem ähnelt was die Katze sich auch selbst fangen würde, darauf folgt gekochtes Fleisch und die Wertigkeit endet wieder beim Trockenfutter das nun mal gar keine äußerliche Ähnlichkeit zur Maus mehr aufweist.

Was natürlich ist ist gut, was unnatürlich ist, eher als schlecht einzustufen.
Soweit meine eher emotionale Sichtweise.



Verschiedene Gründe brachten mich dazu, diese Einstellung zu hinterfragen.

Bei Ratschlägen auf privaten Hompages oder in Foren ist es kaum möglich, abzuschätzen, worauf die Aussagen schlußendlich beruhen.
Alles wird als Tatsache verkauft, ob es belegbar ist, eine Vermutung, eine Schlußfolgerung, Erfahrungswerte usw. wissen wir nicht. Also begann ich nach Belegen für verschiedene Aussagen zu suchen. Das sind dann Studien oder Veröffentlichungen (meist aus Fachzeitschriften) die sich mit Zitaten und Quellenangaben auf verschiedene Studien beziehen. Auf meinem vorigen Laptop habe ich dazu eine große Linksammlung angelegt auf die ich leider nicht mehr zugreifen kann. Ich habe versucht, mich neutral zu informieren und alles gleich kritisch zu hinterfragen. Also nicht nur das was meiner bisherigen Meinung wiedersprach, sondern auch die Informationsquellen die ihr entsprachen.

Mein Fazit: Ich weiß, dass ich nichts weiß. :mrgreen:
Aber ich sehe das Thema Katzenernährung weitaus lockerer als früher und denke, dass sie einen viel geringeren Einfluss auf Krankheiten und Lebenserwartung hat als erhofft. Obwohl es eine schöne Vorstellung ist, dass ich als gewissenhafter Halter meinen Katzen zu einem gesunden, langen Leben verhelfen kann wenn ich mir nur genug Mühe mit dem Füttern gebe und bereit bin, genug Geld zu investieren.


Ich finde es sehr mühsam, sich durch die wissenschaftlichen Texte zu kämpfen, insbesonders wenn sie auch noch auf englisch verfasst sind. Deswegen möchte ich euch auch nicht mit Links zu verschiedenen Studien zuballern sondern beginne jetzt mal mit einer Publikation. Sie wurde ins deutsche übersetzt und beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Zucker und Kohlenhydraten im Katzenfutter:
https://de.scribd.com/document/174392687/Watson-Zucker-Katzennahrung?irgwc=1&content=123201&campaign=adgoal GmbH&ad_group=at102200_a151464_m1_p2732_t864_cDE_smember&keyword=&source=impactradius&medium=affiliate&irgwc=1&content=123201&campaign=adgoal GmbH&ad_group=at102200_a151464_m1_p2732_t864_cDE_smember&keyword=&source=impactradius&medium=affiliate

Zitat:
Obwohl sich Katzen zu Karnivoren mit einer ausgeprägten Anpassung an eine Ernährung auf tierischer Basis entwickelt haben, sind sie in der Lage, in kommerziellen Feucht- undTrockennahrungen enthalte Mengen an Zucker und Kohlenhydraten zu verdauen und zuverstoffwechseln. Als strikte Karnivoren sind Katzen jedoch nicht in der Lage, dieGeschmacksrichtung „süß“ zu schmecken. Aus diesem Grund spielen Zucker für die Katzekeine Rolle bei der Entwicklung von Nahrungspräferenzen oder der Auswahl der Nahrung.Die Akzeptanz (Schmackhaftigkeit) eines Futtermittels für Katzen lässt sich folglich nichtdurch den Zusatz von Zucker verbessern. Bedenken, dass zucker- oder kohlenhydratreicheFuttermittel bei der Katze eine Prädisposition für Adipositas oder Diabetes mellitusdarstellen, sind unbegründet.
Vielleicht regt euch dieser Thread ja dazu an, euch mal selbst zu hinterfragen, worauf eure Meinung zum Thema Futter beruht und selbst nach Belegen zu forschen die diese Meinung bestärken oder ihr auch widersprechen?
 
11.08.2017
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A-Fritz

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Bedenken, dass zucker- oder kohlenhydratreicheFuttermittel bei der Katze eine Prädisposition für Adipositas oder Diabetes mellitusdarstellen, sind unbegründet.

Dieser Behauptung kann ich nicht recht folgen, ist eine Überernährung nicht auch für die Katzengesundheit nachteilig ,
wenn sie mit stark Kohlenhydrat hastigem Futter provoziert wird ?

Deinem Fazit: Ich weiß, dass ich nichts weiß, kann ich mich an schlissen,
leider sind aber auch wissenschaftlich begründete Aussagen und Richtlinien häufig nur solange gültig,
bis diese von anderen widerlegt werden.
Auch wenn es jetzt gerade unwiderlegbare Wahrheiten gibt,
kann sich dieses durchaus morgen wieder ändern..

Fritz.
 
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Ich vermute, du hast die verlinkte Publikation gar nicht gelesen.

Der Satz den du hinterfragst bedeutet:
Es konnte kein Zusammenhang gefunden werden zwischen zucker- und kohlenhydratreichen Futtermitteln und Übergewicht oder Diabetes bei Katzen.

Ich habe nie von unwiderlegbaren Wahrheiten gesprochen, aber ich will neugierig bleiben und offen für neue Erkenntnisse ;)
 
Dr. Watson

Dr. Watson

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Man braucht sich doch gar nicht durch irgendwelche wissenschaftlichen Studien zu lesen, denn keine Katze trägt Kochtopf bei sichWarum jagen denn die Katzen Mäuse? Weil ein lebendes Tier ihrer Nahrung entspricht, ebenso Vögel und alle anderen Kleintiere. Katzen gehen aber sicher nicht auf die Weide und erlegen eine Kuh oder Schaf oder Ziege. Von den Medien und sogenannten Wissenschftlichen Studien würde zumindest ich die Finger lassen, denn sie sind manipuliert, weil eine menge Geld dahintersteckt. Das ist mit allem so, auch mit der gesunden Milch, die gar nicht gesund ist..

Es gibt ein tolles Buch, sowohl für Hunde. als auch Katzenhalter gedacht:

Hunde würden länger Leben wennn.........

Schwarzbuch Tierarzt....

Kann ich jedem ans Herz legen....

und hier einen Artikel aus dem Netz:



Katzen und Trockenfutter
Zucker in Katzennahrung
Katzen und Getreide


Häufig gestellte Fragen zur artgerechten Ernährung von Katzen (FAQ)

Brauchen Katzen Trockenfutter ?

Katzen brauchen kein Trockenfutter, ganz im Gegenteil. Katzen sind Wüstentiere. Ihre alleinigen Vorfahren, wie Genetiker jetzt eindeutig beweisen konnten, sind die nordafrikanischen Falbkatzen (Felis silvestris lybica). Als Wüstentiere sind sie perfekt an die ariden Bedingungen ihres Lebensraums angepasst; Wasser ist dort ein rares Gut und Katzen haben im Laufe der Evolution gelernt, ihren Flüssigkeitsbedarf vorwiegend aus der Nahrung zu decken. Trockenfutter enthält jedoch laut Untersuchungen der Stiftung Warentest (2008) nur rund 8% Wasser. Jeder Katzenhalter einer gesunden Katze, die nicht mit Trockenfutter gefüttert wird, kann täglich beobachten, das sie relativ wenig trinkt. Dies ist normal und kein Grund zur Besorgnis. Trockenfutter entzieht dem Katzenorganismus mehr Wasser, als die Katze in der Regel wieder zu sich nimmt. „Um bei Trockenfutternahrung ausreichend Flüssigkeit zu erhalten, müsste die Katze analog zur gefressenen Menge an Trockenfutter die 3fache Menge an Wasser trinken“ (Dr.med.vet. Ziegler 2011)
Zudem besteht Trockenfutter aus bis zu 80% aus Getreide, was von Katzen nicht richtig aufgespalten und verdaut werden kann und zu einer „Dauerüberlastung der Nieren führen kann“ (ebenda). Gesundheitliche Folgen können wie Tierärzte vermuten entstehen, wozu Nieren – und Harnwegserkrankungen, sowie durch Getreide in der Nahrung ausgelöste Verdauungsprobleme und die Bildung von Blasensteinen durch ph-Wert Verscheibungen im Urin.


Warum gibt es Trockenfutter für Katzen ?

Trockenfutter ist eine Antwort der Industrie auf die Bedürfnisse von berufstätigen Katzenhaltern und keine artgerechte Ernährung für Katzen, es ist sozusagen von Menschen für Menschen erfunden worden. Aus unserer Sicht hat es vielfältige Vorteile: es riecht viel weniger unangenehm, es sieht für uns appetitlicher aus und wir können es bequem den ganzen Tag stehen lassen, während wir bei der Arbeit sind und wissen die Katze versorgt. Trockenfutter besteht teilweise aus 80% Getreide, ein viel billigerer Rohstoff als Fleisch.

Mögen Katzen Trockenfutter ?

Ja, leider ist dies oftmals der Fall. Wir mögen auch oft Dinge, die uns nicht gut tun. Einer gesunden Katze braucht man auch Trockenfutter nicht völlig zu verweigern, auf die Dosis und die Relation zu sonstigem Naßfutter kommt es an. Trockenfutter kann man nur als reines Leckerchen und als spezielle Belohnung wie z.B. beim Clickertraining verwenden (ähnlich einem vernünftigen Gebrauch von Süßigkeiten beim Menschen).

Warum mögen Katzen Trockenfutter, auch wenn es ihnen nicht entspricht?

Fälschlicherweise leiten wir daraus ab, dass die Katze noch einen Instinkt dafür besäße, nur dass zu mögen, was ihr gesundheitlich auch gut täte. Dies ist leider nicht der Fall. Paul Leyhausen schreibt dazu: „wer glaubt, sich bei der Ernährung seiner Katze auf deren »Instinkt« verlassen zu können, wird unter Umständen böse Überraschungen erleben. Anders als die alles fressende Ratte, die sehr schnell lernen muß, was sie von der Vielfalt des Angebots an Eßbarem vertragen kann und was nicht, »weiß« die Nahrungsspezialistin Katze oft nicht, was ihr bekommt“. (Leyhausen 2005)

Brauchen Katzen Zucker in ihrer Nahrung ?

Nein. Sie haben laut verschiedener Untersuchungen keine Geschmacksrezeptoren auf der Zunge für süß. Futter schmeckt dadurch weder besser für sie, noch hat Zucker ernährungsphysiologische Vorteile für Katzen.

Warum wird der Mehrzahl gängiger Katzenfuttermittel Zucker zugesetzt ?

Zucker wird von der Industrie eingesetzt, „um das Futter für den Katzenbesitzer gut aussehen zu lassen. Die Farbe wirkt fleischiger, die Konsistenz stückiger“ (Stiftung Warentest 2008)

Brauchen Katzen Getreide oder Soja in ihrer Ernährung ?

Katzen brauchen keine Kohlenhydrate in Form von Getreide (Mais, Weizen, Reis etc.) in ihrer Nahrung. Der Katzendarm ist als Verdauungstrakt eines Fleischfressers sehr kurz (Verhältnis Darmlänge zu Körperlänge 3:1; im Vergleich Mensch 6:1, Schaf 24:1); Getreide kann dadurch nicht richtig aufgespalten und verwertet werden. Die Folge ist eine zu lange Verweildauer des Futters im Darm und dadurch entstehende Verdauungsprobleme sowie Blasensteine aufgrund ungünstiger ph-Werte im Urin der Katze.

Katzen brauchen auch keine pflanzlichen Proteine wie Soja, diese sind für Katzen schwer bekömmlich. Viele Tierärzte und Tierheilpraktiker vermuten, dass Soja Futterallergien auslösen kann. Zudem ist das in Tierfutter verwendete Soja oft genmanipuliert.
Quelle: http://www.tierberatungspraxis.de/pages/ernaehrung/faq-katzenernaehrung.php

Copyright Birga Dexel
 
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Es wäre nett, wenn du das was du zitierst auch als Zitat kenntlich machst und wenn du die jeweiligen Hompages auch verlinkst. Falls du nicht weißt wie das geht helfe ich dir gerne.

Frau Dexel macht genau das was ich schon im Eingangspost als Problem benannt habe: Sie macht großteils nicht kenntlich worauf ihre Aussagen basieren. Gibt es dafür Belege, vermutet sie das, hat sie sich das selbst ausgedacht und was für eine Quelle ist beispielsweise Dr. med vet. Ziegler auf die sie sich des öfteren beruft?

Frag dich mal selbst, für wie stichhaltig du so einen Text von jemanden empfinden würdest der etwas schreibt was nicht deiner Meinung entspricht und keinerlei seriöse Ausbildung auf dem Gebiet vorweisen und sich selbst zum Tierberater und unter anderem auch zum Tierkommunikator ernannt hat?


edit: Ich habe inzwischen selbst herausgefunden, dass Frau Dr. Ziegle die Herausgeberin der von dir empfolenen Bücher ist. Was mich interessiert: Woher nimmt die Autorin ihr Wissen, also wird in dem Buch genau erklärt, wie sie zu dieser und jener Aussage gelangt und woher sie weiß das Hunde länger leben würden wenn...

Oder ist das in einem ähnlichen Stil geschrieben wie der von dir zitierte Text?

edit 2: Das alles was wissenschaftlich ist oder von den Medien kommt (ich gehe davon aus du meinst die Massenmedien) für dich sowieso schon pauschal als manipuliert gilt, ist natürlich ein Totschlagargument das jegliche Diskussion im Keim erstickt.

Für mich klingt das nach Verschwörungstheorie und da ist ein vernünftiger Austausch wirklich vergebliche Liebesmüh. Eine skeptische Denkweise ist nie verkehrt, aber wie schon erwähnt sollte diese für alle Quellen gelten und nicht nur einseitig sein. ;)
 
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Dr. Watson

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Man braucht nur in die Natur zu gehen und schon weiß man, wie es geht....meine bester Lehrer ist immer das natürlich Leben gewesen, auch bei meinen Vierbeinern....Ich habe nur ein Buch empfohlen und nicht mehrere...
 
Dr. Watson

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Im Übrigen kannst zu Frau Dr. Ziegler selber fragen, denn Sie hat eine Homepage und dort gibt es Telefonnummern....und Adresse. Also nur zu: informiere dich direkt bei der Tierärtin....
 
Sini

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Ich lass das jetzt einfach mal so stehen, dieser Thread soll ja nicht dazu dienen, andere zu bekehren sondern die Hintergründe der verschiedenen Ernährungstheorien zu hinterfragen.
 
seven

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Ich brauch´ da eigentlich gar keine großartigen wissenschaftlichen Abhandlungen, Theorien oder sonstwas.
Ich brauche eigentlich nur meinen gesunden Menschenverstand.
Und der sagt mir: Trockenfutter kann´s nicht sein.
Wie ich schon im anderen Thread anmerkte: Es kann nicht sein, dass es gesund ist, sich von irgendwelchen Krümeln zu ernähren. Ich stelle mir gerade vor, ich müsste mich von trockenen Reiskörnern oder trockenen Nudeln ernähren. Wie viel sollte ich dann trinken, um das zu kompensieren? In allem, was wir als Menschen essen, ist ordentlich Flüssigkeit enthalten, sei es Brot, Obst, Gemüse, Fleisch, Joghurt etc...
Nun kann man natürlich nicht alles eins zu eins von Tieren auf Menschen übertragen oder umgekehrt - und es gibt ja auch z. B. viele Hundehalter, die ihre Tiere ausschließlich mit TroFu ernähren (mit dem Unterschied, dass Hunde eben einfach wirklich auch deutlich mehr trinken).
Aber dass das deutlich ungesünder sein muss als z. B. zu barfen, das muss man doch nirgends nachlesen, das sagt doch einfach nur schon die Logik...
Eine Katze in freier Wildbahn frisst Mäuse, Ratten, Hamster, Vögel, ab und an mal ein bisschen Gras....
Was sie da an Getreide mitbekommt ist das, was die Mäuse, Ratten, Hamster und Vögel vorverdaut im Magen/Darm haben.
Warum soll ich sie jetzt mit TroFu vollstopfen, das ja meist erstens doch sehr getreidelastig ist und zweitens, wie schon mehrfach erwähnt, quasi keine Flüssigkeit enthält?
Das sind für mich keine Vorurteile, das ist für mich, wie schon gesagt, die Schlussfolgerung aus logischen Überlegungen...
(Dass man immer und überall päpstlicher sein kann als der Papst, ist mir auch klar - es soll ja auch Menschen geben, die ihre Hunde und Katzen vegan ernähren, weil sie das für das Nonplusultra halten - das ist aber wieder ein anderes Thema ;) )

LG seven
 
Sini

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Den gesunden Menschenverstand mag ich niemandem absprechen. Aber es gibt eben Dinge, darüber hinaus und nein, man kann sich nicht jedes Wissen rein über den Verstand und dem Gang in die Natur ableiten.

Von meinem gesunden Menschenverstand her müsste die Erde eine Scheibe sein und trotzdem habe ich gelernt dass sie eine Kugel ist und wir nicht runterfallen ;)

Und auch mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass ein Stück rohes Fleisch mausähnlicher als trockene Körnchen ist.
Wenn diese Körnchen aber genau die Nährstoffe enthalten die eine Katze zum Leben benötigt dann ist es im Ergebnis egal, ob sie ihre Nährstoffe durch eine Maus oder eben Körnchen oder Fleischmansch aus der Dose enthält.


Noch ein kleines Gedankenspiel:
Wenn euch jemand erzählt, dass seine Diät hauptsächlich aus Wasser, Maisstärke, Sojaeiweiß, Sojaöl und Kokosöl besteht. Dazu Vitamine und Mineralstoffe. Nichts anderes. Und zwar tagein- tagaus...

Kann das gesund sein? Ist das anzuraten? Entspricht das unserer natürlichen Ernährungsweise? Was sagt euch da euer gesunder Menschenverstand?






Das ist eine Rezeptur für Sondennahrung.
Wissenschaftlich ausgeklügelt, DIE ideale Nährstoffzusammensetzung, damit kann ein Mensch ausschließlich ernährt werden ohne das jemals Mangelerscheinungen oder eine Überversorgung auftreten.
 
seven

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Da sagt mir mein gesunder Menschenverstand dann: Laaaaaangweeeeiliiiiig :mrgreen:
(Siehste, da haben wir noch ein Argument: Die armen Katzen kriegen tagein tagaus das gleiche langweilige Futter... Wo bleibt die Abwechslung? Meine bekommen hier diverse NaFu-Sorten, zwischendurch immer mal wieder frisches Huhn/Pute, und ihre Krümel TroFu... Hier gibt´s pro Mahlzeit 3 Näpfe, in maximal einem Napf ist abends das gleiche wie morgens, ansonsten ist alles immer anders...)
 
Midoriyuki

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Ich bin generell skeptisch bei industriell hergestelltem Tierfutter, ob das alles so wirklich des Pudels Kern ist (allerdings noch aus einigen anderen Gründen), Trockenfutter bei Katzen gebe ich allein schon deswegen nicht, weil mir auch das geringste Risiko damit z.B. Problematik mit Struvit etc. zu schaffen mehr als ausreicht um es nicht auf einen Versuch ankommen zu lassen.

An dieser Stelle sei mal hierauf https://edoc.ub.uni-muenchen.de/5970/1/Frenk_Marina.pdf verwiesen. Seite 35 finde ich da besonders prägnant.

Generell ist es mir inzwischen eigentlich egal, ob jmd. meint mit seiner Katze testen zu müssen, ob sie auch wirklich wie Nachbars Muschi mit Trockenfutter 18 wird oder nicht.

Für neue Erkenntnisse sollte man immer offen bleiben, keine Frage, nur bin ich durchaus zufrieden damit meinen Katzen den "Luxus" gönnen zu können nicht mit sondennahrungsähnlichen Futtermitteln vorlieb nehmen zu müssen.
Im Übrigen kenne ich auch recht wenige Sondenträger, die irre glücklich damit sind.
 
Sini

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Danke für die Studie, ich kenne sie bereits und auch für mich zeigt sie eindeutig auf, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Futter, pH Wert im Urin und dem Risiko einer Harnsteinbildung gibt. Ich denke, du wolltest auf Seite 34 verweisen?

Meinen Vergleich mit Sondennahrung scheinst du missverstanden zu haben, denn mir ging es dabei um eine ausgewogene Nährstoffverteilung und nicht darum, ob der Betroffene glücklich ist dass er sich nicht auf normalem Weg ernähren kann.



Ich habe inzwischen im "Hunde würden länger leben..." Buch geblättert soweit das mit der Lesevorschau möglich ist. Ich finde es hat eine sehr reisserische Aufmachung, denke aber so eine Schreibweise a la Bildzeitung kommt bei vielen Leser besser an als nüchterne Abhandlungen.
Die Grundidee, nämlich dass Dr. Ziegler auf Misstände aufmerksam machen will finde ich lobenswert. Jetzt ahne ich auch, woher viele der jahrelang kursierenden Aussagen im Netz zum Thema Futter stammen, viele scheinen das so von ihr abgeschrieben zu haben. Problematisch finde ich wie befürchtet die fehlenden Quellenangaben. Interessanterweise beruft sich auch die Autorin auch auf Studien (oft ungenannt) und nur dann wenn es dem entspricht was sie vermitteln will.

Was mich aber wirklich zum Staunen gebracht hat, die Dame selbst ist ein Mitglied der oft so verteufelten Futtermittelindustrie. Sie selbst hat ihren Namen für eine ganze Futterlinie hergeben bei der es Trocken- und Dosenfutter gibt, diverse Nahrungsergänzungsmittel und "Vitapilze", das sind pulverisierte Pilze in Kapseln (60 Stück für 32 Euro). Im Kleingedruckten wird erklärt
Vitalpilze für Hunde sind ein hochwertiges, natürliches Einzelfuttermittel für Hunde. Sie sind weder Medikamente noch sind Vitalpilze Heilmittel. Als Einzelfuttermittel für Hunde enthalten Vitalpilze für Hunde demnach auch kein Heilversprechen!
Ich finde das schon fast paradox, wo sie sich doch schon in Kapitel 1 beschreibt, wie der gutgläubigen Tierhalterin von den Tierärzten in Zusammenarbeit mit der Futtermittelindustrie das Geld für vermeindlich besonders gutes Futter nur so aus der Tasche gezogen wird.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Ups, ja, ich meinte 34^^

Ich finde es einfach irgendwo unsinnig gesunden Tieren/Menschen Nahrung in idealisierter Form zur Verfügung zu stellen.
Klar, kann man machen, gibt ja auch genug Menschen, die sich mit irgendwelchen Drinks o.ä. ernähren (wenn auch häufig mit dem Ziel der Gewichtsreduktion), aber generell - ist aber nur meine Meinung, da gibt es keine Nachweise zu - empfinde ich das durchaus "richtiger" ein möglichst abwechslungsreiches und sich gegenseitig ergänzendes Nahrungsspektrum anzubieten.

Darüber, ob alle Nährstoffe usw. in Trockenfutter enthalten sind braucht mMn auch nicht großartig streiten.
Die sind ja, wenn auch synthetisch, auf jeden Fall drin, das größte Problem sehe ich effektiv einfach im trockenen Zustand.

Interessanterweise wird ja auch häufig als Alternative Trockenfleisch als Leckerlie o.ä. empfohlen- macht de facto keinerlei Sinn.
Ebenfalls getrocknet hat es ja den gleichen Effekt wie Trockenfutter und vor allen Dingen bringt man damit die mühsam aufgefütterte Nährstoffbilanz durcheinander indem man ja de facto unsupplementiertes Fleisch füttert.

Alleinfuttermittel heißen ja auch nicht so, weil da noch irgendetwas zusätzlich gegeben werden sollte.

Was die Bücher betrifft stimme ich dir zu.
Sehr polemisch, Ansatz nachvollziehbar, aber ihre Eigenvermarktung stößt mir auch sehr sauer auf.
 
Kompassqualle

Kompassqualle

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Ich kann dich sehr gut verstehen Sini, sobald man ein Thema kritisch und differenziert hinterfragen möchte welches die Menschen bereits in zwei (meist sehr emotional vertretene) Lager gespalten hat, eckt man am Ende auf jeder Seite an wenn man sich um Objektivität und Sachlichkeit bemüht. Jeder hat sich schon für sein persönlich Pro oder Kontra entschieden und verteidigt diese Ansicht bis zu den Zähnen, selbst wenn vorher kaum fachliche Auseinandersetzung stattgefunden hat.

Dieses 'ich weiß, dass ich nichts weiß' Problem habe ich z.B. mit der Wirksamkeitsgrad verschiedener Impfungen oder dem Nutzen diverser Vorsorgeuntersuchen. Je mehr man da gräbt um so mehr Fragen tun sich auf. Nur kann man diese Fragen praktisch nicht laut äußern, da man leicht entweder von der Pro-Seite in die Ecke der Verschwörungstheoretiker gedrängt wird, oder andersrum von der Anti-Seite in die Gruppe der Pharma- und Ärztehörigen, sobald man auch nur einem einzigen Argument des jeweils anderen Lagers eine Gewichtung beimisst.
Mich haben solche Themen in der Vergangenheit bereits extrem frustriert, da ich denke die Wahrheit ist in vielen Teilen einfach 'nichts genaues weiß man'. Die Spaltung in emotional gefärbte Pro- und Kontralager scheint auch jeden fachlichen Diskurs über dieses Thema im Keim zu ersticken.

Ich denke mit der Ernährung (ob Mensch oder Tier) ist es oft nicht viel anderes. Stoffwechselvorgänge sind sehr kompliziert, immer multifaktorel abhängig und zudem noch hoch individuell. Vielleicht trinke ich heute ein Glas Milch und fühle mich wohl, vielleicht wird mir morgen aber schlecht. Auch in der Humanernährung haben viele hochgelobte Ernährungsmaximen praktisch überhaupt keine wissenschaftliche Unterfütterung (zum Beispiel die Empfehlung man solle möglichst viel, oder so-und-so viele Liter Wasser am Tag trinken).

Im Grunde kann man zu jeder Studie eine Gegenstudie finden und es ist oft völlig undurchschaubar welche das kleinere Observers bias (Befangenheit der Studienbeauftragten) aufweist.
Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Acrylamide (krebserregende Stoffe die beim Erhitzen von z.B. Pommes Frites entstehen), es war ein riesen Medienskandal. Später wurde eine Gegenstudie veröffentlicht, die die erste Studie dahingehend kritisierte, dass sie die Gefahr von Acrylamiden an Mäusen testete, während Menschen aber eine tausendfach höhere Toleranz gegenüber Acrylamiden besteht (wahrscheinlich, weil Menschen evolutionär ihr Essen schon sehr lange erhitzen) und bei der keine höhere Krebsgefahr für den Menschen nachgewiesen werden konnte. Diese zweite Studie schaffte es aber nicht in die Medien, wahrscheinlich da sie nicht so schön skandalträchtig war. Was man glaubt zu 'wissen' ist also oft nur davon abhängig welche Informationsquellen man konsultiert hat.

Mit 'Natürlichkeit' zu argumentieren ist in unserer Zeit grundsätzlich schwer, schließlich möchte ja auch niemand 'ganz natürlich' komplett auf verarbeitete Lebensmittel verzichten, oder - etwas drastischer - 'ganz natürlich' frühzeitig an Diabetes oder anderen behandelbaren Krankheiten sterben.

Ich barfe inzwischen seit rund 10 Jahren und habe damit ausschließlich gute Erfahrungen gemacht und kenne auch eigentlich nur positive Rückmeldungen aus dem Bekanntenkreis. Dennoch sehe ich mich nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema und der 'ich weiß, dass ich nichts weiß'-Erfahrung als entspannten Barfer. Ich gebe Barf-Hauptmahlzeiten, aber es gibt auch oft genug was vom Tisch und als Leckerchen billig und praktisch Trockenfutter oder sogar Frolic (das Leckerchen der Hölle in der Barf-Religion).
Ich glaube es ist schwer bis unmöglich in der Sachen der Ernährung eine End-Wahrheit zu finden, dafür ist alles von viel zu vielen Faktoren abhängig. Dennoch ist es natürlich immer gut, wenn man viel liest, sich Wissen aneignet und auch seinen eigenen Kopf benutzt und bereit ist bei guten Argumenten auch Dinge neu zu überdenken. Aber das gilt ja letztendlich für so ziemlich jeden Bereich ;)

Letztendlich ist die beste Lösung wahrscheinlich alles einfach entspannt zu sehen, aber das ist oft gar nicht so einfach wenn man sich wirklich für ein Thema interessiert und es ausnahmsweise mal ganz genau wissen möchte.

Ich habe inzwischen im "Hunde würden länger leben..." Buch geblättert soweit das mit der Lesevorschau möglich ist. Ich finde es hat eine sehr reisserische Aufmachung, denke aber so eine Schreibweise a la Bildzeitung kommt bei vielen Leser besser an als nüchterne Abhandlungen.
Ich habe das komplette Buch gelesen und kann dir nur zustimmen. Die Autorin argumentiert sehr subjektiv und bezieht alle Aspekte immer auf ihre eigene, emotional gefärbte Betrachtungsweise.
Dadurch ist der Text leicht zugänglich und da sich einige ihrer Erfahrungen mit meinen decken will ich ihr nicht mal absprechen komplett unrecht zu haben, es ist allerdings meilenweit entfernt von jeglicher Form sachlicher oder wissenschaftlicher Analyse. Wer eindeutige Fakten möchte findet sie in diesem Buch nämlich genau so wenig wie irgendwo anders ;)
 
Audrey

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Sini, ich möchte Dir in einem Punkt zustimmen: ich seh das Thema Katzenernährung auch weitaus lockerer, als es hier grad angegangen wird. Ich muss darüber keine Doktorarbeit schreiben, und ich muss meine Katzen nicht besser ernähren als mich selber (wobei ich das tu :D). Das geht aber eben auch, ohne daß ich ihnen Trofu hinstelle - Dose auf und gut ist's. Als ich das Trofu abgeschafft hab hab ich so einen deutlichen Unterschied bei meinen beiden gemerkt, das war der Wahnsinn! Mögen 2 Einzelfälle gewesen sein - aber die sind's doch wert, oder?

Und natürlich darf man die gesamte Ernährung nicht überbewerten - die allein sorgt nicht für ein langes Leben. Sie kann nur dazu beitragen, wenn sonst zufällig alles glatt läuft...

Im Grunde kann man zu jeder Studie eine Gegenstudie finden und es ist oft völlig undurchschaubar welche das kleinere Observers bias (Befangenheit der Studienbeauftragten) aufweist.
Ganz genau das meinte ich übrigens im anderen Thread... für meine Bachelor-Arbeit sind Studien als Quelle auch eher nicht genehmigt.
 
Midoriyuki

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In einer Thesis keine Studien?
Warum?
Wäre mir ehrlich gesagt neu bei vernünftiger Auswertung...
 
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Deswegen "eher" - geht schon, aber mit Vorsicht zu benutzen.
 
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Danke für deinen Beitrag, Kompassqualle, du sprichst mir aus der Seele. Und damit hast du mich jetzt mal so richtig zum Lachen gebracht :mrgreen:
Ich gebe Barf-Hauptmahlzeiten, aber es gibt auch oft genug was vom Tisch und als Leckerchen billig und praktisch Trockenfutter oder sogar Frolic (das Leckerchen der Hölle in der Barf-Religion).
Mögen 2 Einzelfälle gewesen sein - aber die sind's doch wert, oder?
Klar, wenn es euch gut damit geht ist doch alles prima. :)

Welche Quellen kann man denn bei so einer Bachelor-Arbeit nutzen wenn Studien nicht als Belege dienen sollen?
 
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Naja nu, Ferdl ist vor 1 Jahr an einem Zungentumor gestorben - da ist die Ernährung halt egal.

Für die BA gut sind juristische Kommentare, Zitate aus Fachzeitschriften (MMR, GUR etc.) oder Urteile (ist halt Wirtschaftsrecht).
 
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