Zoo's besuchen... Ja oder Nein?

Diskutiere Zoo's besuchen... Ja oder Nein? im Hobby & Freizeit Forum im Bereich Smalltalk; Hallöchen zusammen, da dies ein Tierschutz-Orientiertes Forum ist, erhoffe ich mir eine hilfreiche Diskusion zu diesem Thema. Es geht mir hier...
FinnFinn

FinnFinn

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Hallöchen zusammen,

da dies ein Tierschutz-Orientiertes Forum ist, erhoffe ich mir eine hilfreiche Diskusion zu diesem Thema.

Es geht mir hier vor Allem um einen bestimmten "Zoo", nämlich SeaWorld. Da ich mich in den letzten Tagen intensiv mit dem Thema beschäftigt habe und feststelle, das es viele parallelen zu Zoo's generell gibt, aber die allgemeine Frage...
Erstmal zur Vorgeschichte: Wir fahren im kommenden Jahr nach Florida und verbringen dort auch 2 Tage in Orlando. Der Plan war, dort DisneyLand und SeaWorld zu besuchen. Ich selbst
war schon in beiden Einrichtungen (ca. 1999) und würde mich freuen, den Kindern dieses Erlebnis auch zu bieten.

Nun ist aber SeaWorld in den letzten Jahren arg in die Kritik geraten, wegen seiner Haltung von Orca's und Delfinen. Die Dokumentation "Blackfish" habe ich vor einiger Zeit mal gesehen, ich bin sicher sie ist einigen bekannt? Es geht hier um die schlechten Haltungsbedingungen, den Stress und die Profitgier, dem die Tiere ausgesetzt sind.
Seit 2 Tagen lese ich nun schon Rezensionen zu dem Film, der allem Anschein nach starke Tierschut-Propaganda ist und sehr viele Lügen und falsche Aussagen enthält. Falls jemand hier interessiert ist, hätte ich ein paar sehr gute Links.

Der Punkt für mich ist: Wenn ich davon ausgehe, das Tiere mit einer höheren Intelligenz und/oder einem starken Bewegungsdrang nicht in Zoo's gehören, wie kann ich dann generell zwar Zoo's besuchen, aber eben diesem speziellen nicht? Und im Umkehrschluss, was macht diese Tiere soviel "besser" als tausende andere Arten, die ihr Leben ebenfalls in viel zu kleinen oder uralten Gehegen fristen müssen? Müsste ich aus diesem Standpunkt aus auch alle anderen Tierparks und Zoo's meiden?

SeaWorld und viele andere Parks machen auch sehr viel für die Erforschung umd Erhaltung der Arten. Wiegt das das Leid einiger einzelner Individuen auf? Wie hoch ist der Nutzen für mich und meine Kinder, die durch das sehen verschiedener Tiere vielleicht Fan werden und sich selber angagieren wollen?

Wie seht ihr das? Geht ihr in Zoo's oder Tierparks? Meidet ihr vielleicht solche mit Tigern, Löwen, Elefanten, Menschenaffen?
 
25.08.2017
#1
A

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Guest

Kennst du schon die Warehouse Deals? Amazon bietet hier zurückgesandte und geprüfte Ware deutlich billiger an.
Dort gibt´s das auch speziell nur mit interessanten Dingen aus dem Haustierbedarf. Was haltet ihr davon?
McLeodsDaughters

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Hallo,

ich persönlich würde nicht hin.

Ich meide Zoos mit Wassertieren. Einfach, weil ich der Meinung bin, dass man die so rein gar nicht annähernd artgerecht halten kann. Allein vom Platzbedarf. Bei Raubkatzen kann man das noch irgendwie mit Beschäftigung auffangen und auch besser mit Platz (da kann man das Gehege einfach mal erweitern, was mit Wasserbecken schlecht geht). Wir haben hier in der Nähe auch einen Zoo, der sich in den letzten Jahren stark vergrößert hat. Die Elefanten haben deutlich mehr Platz bekommen, ebenso Giraffen, Zebras usw. War leider schon länger nicht mehr da. Die haben an Raubkatzen "nur" Geparde und Wildkatzen.

Bei "Blackfish" sind original Aufnahmen, also zumindest die können ja nicht irgendwie "falsch" sein.

Kommt ihr vielleicht irgendwo vorbei, wo man Whale watching machen kann? Sowas würde mich ja tierisch interessieren, allerdings nicht an den Touristen Stellen, wo die Wale ständig gestört werden.
 
seven

seven

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Welche Tierart kann man in einem Zoo schon artgerecht halten?
(Ok, das Gleiche könnte man jetzt für Haustiere fragen).
Wir fahren mit der Schule alle paar Jahre mal in den Dortmunder Zoo - die haben da einiges umgebaut und auch riesige Gehege geschaffen, sodass man unter Umständen die Bewohner überhaupt nicht zu Gesicht bekommt, weil sie eben in den Weiten der Gelände verschwinden. Find´ ich aber allemal besser, als sie in kleine Gehege zu "quetschen", nur damit sie auch ja jeder sehen kann...
Wo war ich denn mal in "SeaWorld"? *grübel* Da gab´s aber zumindest keine Orcas oder Delphine. An Piranhas kann ich mich noch erinnern... aber verdorrie, wo war das? Ist auch schon diverse Jahre her....

Grundsätzlich gibt es ja das Argument, dass Zoos der Arterhaltung aussterbender Tierarten dienen - dennoch bin ich keine Freundin davon und geh´ da wirklich nur noch hin, wenn das als Schulausflug oder Klassenausflug beschlossen wird - und bespreche dann natürlich auch vorher mit meinen Kiddies die Vor- und Nachteile einer Tierhaltung im Zoo...

LG seven
 
FinnFinn

FinnFinn

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McLeod, ja, die Aufnahmen sind natürlich real, aber total aus dem Kontext gerissen oder missverständlich zusammengeschnitten. Die "Experten" in dem Film haben vor 15-20 Jahren bei SeaWorld gearbeitet und nur einer davon für ein paar Monate mit den Orcas. Ist halt alles ein bisschen schwammig.
Auch die Beschäftigung ist abgedeckt... In den Shows, aber auch ausserhalb davon. Und die Becken sind echt groß... Nix gegen die Delfine in Wuppertal oder ähnlichen Einrichtungen.
Ich habe heute durch Zufall eine Reportage über Florida gesehen und dort wurde auch ein Dolfin-Watching-Cruise gemacht. Habe direkt eine Website gefunden und überlege mir das jetzt! Im Prinzip kann man das Geld ja auch dafür ausgeben und hat damit vielleicht eine bessere Message gesendet.

Seven, genau das meine ich. Ist es nicht verlogen, diesen einen Zoo nicht zu besuchen, aber munter weiter hierzulande zu gehen? Und einen Hund haben wir auch...
Und wir sind sogar recht oft in Zoo's. Und hier gibt es immer von - bis was die Tierhaltung angeht. Eisbären in Wuppertal... Ohje! Eisbären in Gelsenkirchen... Super! Dafür Löwen in Wuppertal... Wow! Da ist nix mit armen Mietzen die stundenlanf auf der gleichen Strecke auf und ab laufen.
Meinst du vielleicht SeaLife? Das ist was ganz anderes, ein Aquarium. Da gibts eins in Oberhausen.
 
seven

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FinnFinn, ja, kann auch SeaLife gewesen sein - aber ich weiß nach wie vor nicht mehr, wo... Muss ich mal meine Ex fragen... Irgendwann mal im Urlaub an der Nord- oder Oststee... Jedenfalls nicht im Inland....
An Zoos hab´ ich einige gesehen - als Kind war ich häufig im Krefelder Zoo (hatte eine Freundin, die dort wohnte), der ja nun wirklich ziemlich klein ist (später war ich auch als Lehrerin mit meiner Klasse dort - Schilder im Affengehege: "Vorsicht, die Affen schmeißen mit Scheiße" (Ohne Witz!), und ansonsten natürlich leider auch alles sehr dürftig...) Ansonsten waren wir ab und an mal in Duisburg oder Wuppertal, auch nicht wirklich prickelnd.
Joar, und seit ich jetzt halt in der Pampa wohne, ist Dortmund eben der nächste Zoo. Aaaaaah - jaaaa.... genau, im Allwetterzoo Münster waren wir auch schon mit der Schule - vielleicht hab´ ich jetzt auch Dortmund und Münster verwechselt, was die Größe und Umgestaltung der Gehege betrifft *sorry*
Fazit meines Sermons: Ich persönlich gehe freiwillig nicht mehr in Zoos - wenn, dann ist das eben bedingt durch Schulausflüge, und da steh´ ich meist allein, weil der Rest des Kollegiums sagt: "Aber die Kinder müssen doch mal ´ne Giraffe gesehen haben."... Joar.

LG seven
 
Audrey

Audrey

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Welcher Film war denn das... da war doch der Wal aus so einer Anlage, wurde dann auf Drängen von Tierschützern in die Freiheit entlassen und ist dann da schnell verendet?

Ich find generell Zoos (bitte Finn, bitte - ohne Apostroph...) zur Arterhaltung nicht verkehrt. Aber es kommt natürlich auch auf den Zoo direkt an. Mal so als Beispiel: ich bin aus München. Der Tierpark Hellabrunn in meiner Kindheit war schrecklich - die Raubkatzen waren einfach in Betonquadern ohne irgendwas - gestunken hat's wie Hölle... es ist jetzt auch schon Jahre her daß ich das letzte Mal da war, aber da hat sich so wahnsinnig viel getan, daß ich mir damals einfach nur dachte "ja, jetzt haben sie's hier echt schön". Es ist nicht mehr garantiert daß man als Besucher die Tiere sieht - die können sich auch einfach zurückziehen. Der schönste Zoo, den ich jemals gesehen hab, war übrigens in Prag - da würd ich jederzeit ohne irgendwelche Gewissensbisse wieder hingehen!
 
Julia_93

Julia_93

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Hallo,
ich würde auch nicht zu SeaWorld gehen.
Ich finde (jetzt nur auf Orcas und Delphine bezogen) haben solche Tiere nichts in Becken zu suchen.
Ich habe mich auch lange mit diesem Thema befasst, wie diese beiden Tierarten in Freiheit leben und wie sie letzen endes nach Seaworld und Co kamen.
Zu Beginn wurden alle Orcas und Delphine aus dem Meer gefangen, sie wurden aus ihren Famielen und Kulturen gerissen und müssen nun in einem Becken mit
verschieden anderen Tieren ihrer Art leben.
Das Sonar ist hoch empfindlich bei diesen Tieren, durch die lauten Besucher und der Musik während der Shows, stehen die Tiere unter enormen stress.
Ich kann da auch die Dokumentation "Die Bucht" empfeheln, ob das alles so seine Richtigkeit hat kann man hinterfragen aber diese Bilder werden mir niemals aus dem Kopf
gehen....

Was auch interessant zu wissen ist das SeaWorld sein Zuchtprogramm, was Orcas angeht, gestoppt hat.
Das letzte Orca Baby Kyara wurde aber nur 3 Monate alt, ist durch eine Lungenentzündung gestorben.
Hier ein Link dazu:
http://de.whales.org/blog/2017/04/letztes-orca-baby-bei-seaworld-geboren

Jetzt ist die Frage ob das alles durch das beenden des Zuchtprogrammes ein Ende hat oder Tiere aus der Freiheit geholt werden
damit die Shows nicht aufhören.

Das ist jetzt nur auf Orcas und Delphine bezogen.
Mit anderen Tierarten in Zoos habe ich mich nicht so intersiv befasst.
Ich habe generall ein mulmiges Gefühl wenn ich Zoos besuche, denn beispielsweise Vogel haben auch im Vergleich zu den weiten
des Himmels, sehr wenig Platz in Zoos.

Ich finde dies ist ein sehr schwieriges und heikles Thema.
Ich verurteile aber keinesfalls die Leute, die den Zoo besuchen, denn Zoos fördern auch Programme, wo es darum geht
verschiedenen Arten zu helfen.
Es kann auch sein das sich ein Mensch, durch den Zoobesuch entschließt aktiv bei der Erhaltung von Tierarten zu beteiligen und
das ist auch ein Gewinn für den Tierschutz und den Artenerhalt.
 
Casimir

Casimir

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Huhu!

Direkt zu seaworld und Co kann ich nichts sagen, bin weder in die Verlegenheit gekommen, einen zu besuchen noch hab ich mich näher mit deren Haltungsbedingungen beschäftigt.

Aber ich gehe gern in den Zoo und werde das später auch mit meinen Kindern machen.
Allerdings gehen wir auch nicht in jeden. Der in unsrer Heimatstadt fängt jetzt langsam an, die Gehege zu vergrößern, natürlicher zu gestalten etc pp. Aber der Großteil ist eben trotzdem noch so, wie man es von früher kennt, ich mag es da überhaupt nicht.
Wenn ich da an den einen "Zoo" in Schottland denke, da konnte/musste man mit dem Auto durch die riesigen Gehege fahren. An dieser Erinnerung orientiere ich mich immer, wenn ich mir die homepages von mir unbekannten Zoos anschaue.
Klar, in einer Großstadt ist da kein Platz zu, aber es gibt trotzdem viele Möglichkeiten.

Tiere in Privathand haben es meistens schlechter als Nachzuchten in den neuen, artgerecht gestalteten Zoos/ Gehegen. Wer bietet denn seinen Wellis schon ne große Voliere mit vielen Artgenossen und dichtem Bewuchs? Die engagierten Halter, ja. Aber leider ist das nur die Minderheit.

Ein Zoo bietet den Vorteil, dass man dort viele verschiedene Tierarten sehen kann. Und ja, das dient auch dem Artenschutz.
Abgesehen von diesem Punkt finde ich allerdings Wildgehege besser, vor allem im Bezug auf kleine Kinder. Dort kann man eher mal mit den Tieren interagieren und mal ehrlich: wie oft sieht man schon Hirsche oder Rehe in freier Wildbahn? Dachse und Füchse (außer tot im Straßengraben)? Jeder weiß, wie Löwen und Tiger aussehen, aber so viele denken trotzdem noch, dass Papa Hirsch und Mama Reh zusammen kleine Bambies machen.
 
Adraste

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Hallo,

mit seaworld habe ich mich noch nicht so intensiv befasst, daher kann ich dazu wenig sagen.

Ich besuche aber sehr gerne Zoos. Natürlich gibt es sehr große Unterschiede zwischen den einzelnen Parks, aber ich finde, es hat sich in der letzten Zeit viel getan, um möglichst tiergerechte Gehege zu gestalten und die Tiere nicht als reines Ausstellungsstück zu präsentieren.
Gerade für Kinder finde ich Zoos und Wildparks gut, um überhaupt erst ein Bewusstsein dafür zu wecken, was für Tiere es gibt, wie sie leben und wie bedroht sie in freier Wildbahn sind. Gerade für den Artenschutz ist dies auch wichtig, denn in der Regel setzt man sich doch meist nur für die Dinge ein, die man kennt und erlebt hat. Bücher und Filme allein können eben diese Erlebnisse nicht vermitteln und in freier Natur bekommt man die meisten Tiere ja doch nicht zu sehen. Und seit ich hier in der Stadt fast täglich erlebe, wie erschreckend fremd für viele Menschen die Natur geworden zu sein scheint, finde ich es um so wichtiger, dass es solche Einrichtungen gibt.
 
FinnFinn

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Audrey, was du meinst ist Keiko, der Wal der Free Willi gespielt hat. Er wurde freigelassen, aber ist nach 1 Jahr gestoben, nachdem er sich ganz schnell wieder an Menschen angeschlossen hatte (Dorf in Island). Auswildern ist sowieso ein Streitthema. Unsere Meere heutzutage haben von der Wasserqualität her nichts mit den sauberen Becken in den Parks zu tun. Alle Wale leben entweder schon ewig in Gefangenschaft oder sind dort geboren. Keiko aus dem Beispiel oben hatte wohl am Anfang regelrechte Panik vor lebendigen Fischen, da nie welche gesehen.

Ich gehe eigentlich generell gerne in den Zoo... Burger's Zoo in Arnheim / Holland ist einer meiner Favoriten.

Julia, es wurden natürlich am Anfang Wale aus der Freiheit entnommen. Mittlerweile ist das aber nur noch für Russland, China und ein paar andere Länder erlaubt. Ja, das Zuchtprogramm wird nicht weitergeführt (wohl auch wegen dem geringen Genpool) ujd soweit ich gelesen habe, werden die Wale nur weiter gehalten, bis keine mehr da sind, es kommen keine Neuen mehr dazu.

Achso, ich habe auch gelesen, das der "Krach" der Shows unter Wasser kaum zu hören ist.

Casimir, wo hat man denn sonst schon die Möglichkeit, seinen Kindern die Tiere mal in echt zu zeigen? Klar gibt es TV und Bücher, aber ich denke der hinterlassene Eindruck ist wesentlich größer in echt. Wie kann man denn sonst erklären, wie groß so ein Elefant in Wirklichkeit ist?

Vielen Dank für euren Input bis jetzt, ich hoffe es kommen noch ein paar Meinungen!
 
FinnFinn

FinnFinn

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Adraste, genau das meine ich auch!
 
Midoriyuki

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Ich persönlich spende lieber für direkte Arterhaltungsmaßnahmen im jeweiligen Habitat als in Zoos zu gehen.

Und weil die Meere so dreckig sind, sind Parks ja eh besser hab ich als Argument auch noch nicht gehört.
Wer gehen will soll gehen, aber durch Schönreden werden generelle Haltungsprobleme nicht besser.

Zumal die Tiere, die jetzt in Seaworld Leben auch vor 15-20 Jahren da gelebt haben.
Diese Tiere SIND geschädigt.
Warum ist es toll seinen Kindern traumatisierte Tiere zu zeigen?

Weil sie so schön springen?

Das hat relativ wenig mit Respekt vor Lebewesen zu tun, sondern es ist halt einfach- die sind ja eh schon da, dann kann man die auch angucken.
 
ShiGi

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Ich würde nicht zu SeaWorld gehen. Ich hätte vor ein paar Jahren mal die Gelegenheit in Kanada gehabt, habe mich aber bewusst dagegen entschieden, da ich der Meinung bin, dass die Haltung von Meeressäugern dort nicht unterstützenswert ist.
Dafür wurde mir aber eine Whalewatching Tour geschenkt - selbst hätte ich mich wahrscheinlich nicht dafür entschieden, weil ich mir 1. nicht sicher war, wie sehr die Tiere dort bedrängt werden und ich 2. etwas zu Seekrankheit neige, aber so bin ich dann doch gegangen und es war einfach genial. Klar, die Wale sind weiter weg und springen auch nicht spektakulär aus dem Wasser wie im Park, aber in meinen Augen ist es ein weit schöneres Erlebnis, die Tiere in freier Wildbahn zu erleben.
Und wenn man seinen Kindern etwas mitgeben will, ist eine Whalewatching Tour die bessere Wahl, finde ich. Zum einen ist es ein schöneres Erlebnis, weil auch ein wenig Glück dazu gehört, dass die Wale auch auftauchen - man kann natürlich auch Pech haben. Zum anderen vermittelt man ihnen damit auch ein authenitischeres Bild von Tieren. Sie sind eben keine Zirkustiere, die Tricks aufführen, sondern Wildtiere.

Zoos allgemein sehe ich inzwischen kritisch. Ich war nur im Zoo in Stuttgart und im Alpenzoo in Innsbruck, also fehlt mir da ein wenig der Vergleich, aber grundsätzlich haben Zoos ja eher das Ziel, dem Besucher ein Erlebnis zu bieten und wirtschaftlich zu arbeiten. Da steht der Schutz des individuellen Tieres in meinen Augen zu wenig im Fokus.
Das Argument Artenschutz überzeugt mich auch nicht. Warum sollte man z.B. Eisbären züchten, wenn die artgerechte Haltung offenbar kaum möglich ist und eine Auswilderung nicht in Frage kommt, da den Eisbären ihr Lebensraum unter den Füßen wegschmilzt?

Anders ist das mit Parks, die auf großer Fläche Tiere halten, die tatsächlich dafür geeignet sind, oder/und bei denen der Tierschutz im Fokos steht.
Ich war z.B. letztes Jahr im Otterzentrum Hankensbüttel und fand es super. Die Tiere haben tolle Gehege und bei den Führungen, die den ganzen Tag über stattfinden (sonst bekommt man die Tiere nicht zu Gesicht), wird auch kindgerecht Verhalten, Lebensraum usw. erklärt. Giraffen, Elefanten & Co. gibts da aber natürlich nicht ;)
Was ich allerdings recht eindrücklich finde ist ein Gehegevergleich zwischen besagtem Otterzentrum und dem Alpenzoo (der verglichen mit anderen Zoos wahrscheinlich noch gute Bedingungen hat): Im Alpenzoo gibt es einen Baummarder, für den sein Gehege auf den ersten Blick völlig ausreichend erscheint - es ist ja immerhin kein besonders goßes Tier. Nachdem ich aber die Baummarder im Otterzentrum von Baum zu Baum springen gesehen habe, ist das Gehege einfach lächerlich klein.
Und ich denke so ist es in vielen Zoos bei vielen Tieren. Dadurch dass man die Tiere im Zoo nicht bei ihrem natürlichen Verhalten beobachten kann, wirken die Gehege ausreichend. Wenn man sich die Tiere in halbwegs natürlicher Umgebung anschauen würde, würde sich dieser Eindruck vermutlich relativieren.

In meinen Augen sind Zoos für Menschen da, nicht für die Tiere. Wenn man trotzdem hingehen will, steht jedem die Entscheidung frei. Allerdings finde ich, dass man dann auch dazu stehen kann, dass man die Zoos zum eigenen Vergnügen besucht. Denn Artenschutz, Bildung usw. sind meist vorgeschobene Argumente, die wenig mit der eigentlichen Motivation zu tun haben.
 
McLeodsDaughters

McLeodsDaughters

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Ich war schon in einigen Zoos und es gibt ne Menge Unterschiede.

Echt "unterirdisch" fand ich die Haltung der Jaguare oder Leoparde in Leipzig. Da stellen die mit Gondwanaland ein riesiges Teil aufs Gelände und die Raubkatzen hocken in winzigen Gehegen, denen man ansieht, dass sie von den Anfängen des Zoos sind. Halle war da schon besser, aber auch noch nicht so super. Aber kleinere Raubkatzengehege wie in Leipzig hab ich hier noch nie gesehen. Wir waren da vor 5 Jahren, kann sich natürlich wieder geändert haben.

Zoo Neuwied ist auch wieder so ein Beispiel: Kängurus sieht man keine, weil die so viel Platz haben (ist ja super). Aber die Löwen (auch noch Asiatische, also schön selten) hocken auf engstem Raum; zumindest als wir dort waren.

Wenn ich hier die Wahl zwischen Opel Zoo und Frankfurter Zoo habe (das sind halt so die nächsten von uns), dann wähle ich den Opel Zoo. Da sind, außer wie oben geschrieben Geparde, keine größeren Raubtiere und die anderen Großtiere leben auch gut. Opel Zoo liegt aber auch mitten in der Natur und kann sich eher vergrößern wie der Frankfurter Zoo.

Aber das ist halt so ein Thema für sich. Manche Tiere kann man besser im Zoo halten wie andere, bin ich jedenfalls der Meinung.
 
Nienor

Nienor

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Echt "unterirdisch" fand ich die Haltung der Jaguare oder Leoparde in Leipzig. Da stellen die mit Gondwanaland ein riesiges Teil aufs Gelände und die Raubkatzen hocken in winzigen Gehegen, denen man ansieht, dass sie von den Anfängen des Zoos sind.
Soweit ich weiss, haben die jetzt ganz aktuell für genau diese Schneeleoparden neu gebaut, die in den kleinen Gitterkäfigen hockten. Sollte sich also verbessert haben.

Halle war da schon besser, aber auch noch nicht so super.
Halle hat dafür aber noch die winzigen Bärenanlagen .. oder sind die mittlerweile weg?

Aber kleinere Raubkatzengehege wie in Leipzig hab ich hier noch nie gesehen.
Ich schon. In Merseburg hat es einen kleinen Wildpark, da leb(t)en Luchse in kleineren Gehegen gleicher Art.
Die Leoparden in Gossau sitzen aber auch ähnlich klein.

Zu Beginn wurden alle Orcas und Delphine aus dem Meer gefangen, sie wurden aus ihren Famielen und Kulturen gerissen und müssen nun in einem Becken mit
verschieden anderen Tieren ihrer Art leben.
Wenn die neueren Erkenntnisse stimmen, dann hatten die Orcas, die mit Artgenossen in einem Becken gelandet sind, noch Glück.
Die Tiere wurde ja auch verschiedensten Populationen zusammen gefangen und mittlerweile geht man davon aus, dass es sich bei den verschiedenen «Kulturen» (Säugetierfresser, Fischfresser) gar um verschiedene Arten handelt.
Bei den ersten Säugetierfressern hatten sie ja damals auch massive Probleme, die Tiere an Fisch als Nahrung zu gewöhnen.

Was das Thema Zoos allgemein angeht:
Ich bevorzuge eindeutig wissenschaftlich geführte Zoos. Denn diese haben sich der Weltzoostrategie verpflichtet.
Allerdings ist das allein kein Qualitätsmerkmal - aber Zoos, die nicht wissenschaftlich geführt worden und die ich besucht habe, hatten immer unterirdische Haltungsbedingungen.
Es gibt aber eben auch wissenschaftlich geführte Zoos, in die ich keinen Fuss mehr setze, bis ich nicht über Bilder etc. gesehen habe, dass es mittlerweile besser dort aussieht.
 
McLeodsDaughters

McLeodsDaughters

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Halle und Leipzig waren wir bei beiden vor 5 Jahren. Die Bärenanlage war nicht groß ja, jetzt wo du es sagst. Allerdings waren die damals groß am Umbauen (kompletter Zoo war quasi Baustelle).
 
FinnFinn

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Ich persönlich spende lieber für direkte Arterhaltungsmaßnahmen im jeweiligen Habitat als in Zoos zu gehen.

Und weil die Meere so dreckig sind, sind Parks ja eh besser hab ich als Argument auch noch nicht gehört.
Wer gehen will soll gehen, aber durch Schönreden werden generelle Haltungsprobleme nicht besser.

Zumal die Tiere, die jetzt in Seaworld Leben auch vor 15-20 Jahren da gelebt haben.
Diese Tiere SIND geschädigt.
Warum ist es toll seinen Kindern traumatisierte Tiere zu zeigen?

Weil sie so schön springen?

Das hat relativ wenig mit Respekt vor Lebewesen zu tun, sondern es ist halt einfach- die sind ja eh schon da, dann kann man die auch angucken.
Genau das ist es, was mich so beschäftigt im Moment! Und ich trotz einiger positiver Stimmen (im Internet generell) eher dagegen bin.

Allerdings muss man sagen, das es auch beim Whale-Watching Nachteile gibt. Alleine schon der Krach der Schiffsschrauben bereitet den Tieren erwiesenermaßen Stress. Und es gibt Gegenden, wo dies auch schon extrem kommerziell betrieben wird. Schön ist das dann auch nicht mehr, wenn mehrere Schiffe den Walen folgen um möglichst nah ranzukommen.

McLeod, ich komme aus dem gleichen Raum wie du (Mainz) und kenne alle die genannten Zoos. In Neuwied waren wir letztens erst, ca. 2 Wochen her, und ich hatte genau den gleichen Gedanken mit den Kangurus und den Löwen / Tigern!
Der OpelZoo ist echt super, da gehen wir auch gerne hin. In der City hat sich zwar einiges getan, aber da ist wie du sagst kein Platz mehr zum Vergrößern. Das Tiger-Gehege ist zwar erneuert und größer als früher, aber die armen Tiere laufen trotzdem immer auf und ab...

Nienor, über den Ernährungs-Aspekt habe ich mir noch garkeine Gedanken gemacht. Orcas ernähren sich doch auch eher von Robben etc. anstatt von Fisch... Oder meintest du das?
 
Nienor

Nienor

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Nienor, über den Ernährungs-Aspekt habe ich mir noch garkeine Gedanken gemacht. Orcas ernähren sich doch auch eher von Robben etc. anstatt von Fisch... Oder meintest du das?
Es gibt Orca Populationen, die ernähren sich rein von Fischen.
Andere wiederum rein von Säugetieren, da ist meist die Hauptbeute alles, was es so an Robben in der Gegend hat.
Es gibt aber auch Schulen, die es auf vorbeiziehende grosse Walkälber abgesehen haben - sie ertränken dann nach stundenlangem Kampf das Kalb und fressen nur die Zunge.
Und man nimmt an, dass es sich bei den Populationen nicht nur um verschiedene Kulturen mit unterschiedlichen Jagdtechniken handelt, sondern tatsächlich um verschiedene Arten.

In Nordamerika, bei Vancouver, hat es zum Beispiel 2 verschiedene Orca-Typen. Zum einen die fischfressenden und relativ ortstreuen Residents, die sehr viel über kommunizieren. Die schnattern regelrecht vor sich her.
Dann hat es dort noch Transients, die sehr weite Streifzüge machen. Diese ernähren sich nicht von Fisch, sondern von Robben, Delfinen und anderen Walen (und man nimmt an, die wollten auch mal Kälber der Residents angreifen). Diese sind extrem leise und man hört sie kaum mit Unterwassermikrophonen.
Beide Typen meiden sich regelrecht. Dagegen kommen die unterschiedlichen Schulen der Residents zum Beispiel auch mal zu grossen Treffen zusammen.

Das war aber zum Beispiel in den 1970ern noch nicht bekannt. Man dachte, es sind alles eine Art und die kennen alles an Nahrung, nehmen nur das, was grad leichter zu erreichen ist. Dass sie sich auf verschiedene Nahrung spezialisiert haben, daran hätte man wohl nie gedacht. Und so wollten sie eben auch robbenfressende Orcas an Fisch gewöhnen. Was in einigen Fällen so schief ging, dass mindestens ein Tier im Grunde verhungert ist.
 
Son-Gohan

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Achso, ich habe auch gelesen, das der "Krach" der Shows unter Wasser kaum zu hören ist.
Kann selbst auch wenig zu den SeaWorld selber was sagen, aber zu diesem Zitat.
Ich weiß, man kann es wahrscheinlich nicht wirklich damit vergleichen, aber ich z.B. bin hochgradig schwerhörig, trage also auch Hörgeräte.
Im Wasser müssen die natürlich raus und ohne höre ich eigentlich sogut wie nichts, außer sehr hohe Töne oder man quatscht mir direkt ins Ohr rein.
Im und unter Wasser allerdings "höre" ich viel besser. Das Wasser leitet den Schall der Töne besser weiter, deshalb denke ich, wird es den Meerestieren nicht anders gehen.

Aber ob man das eben so vergleichen kann, weiß ich nicht.
 
Midoriyuki

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Off-Topic
Ich würde auch sagen, dass man unter Wasser durchaus gut hört- wir haben das früher beim Distanz- und Tiefentauchen sogar als "Spiel" gehabt, dass oben jmd. stand und was in unterschiedlichen Lautstärken gesagt/gebrüllt hat und wer am meisten unter Wasser richtig gehört hat, hatte gewonnen.

Klappt eig. recht gut.
 
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Zoo's besuchen... Ja oder Nein?