Arbeitskollege wirkt deprimiert. Kann man ihm helfen?

Diskutiere Arbeitskollege wirkt deprimiert. Kann man ihm helfen? im Schule & Beruf Forum im Bereich Smalltalk; Hallo, ich hab da einen Arbeitskollegen auf der Arbeit, der mir schon seit langem irgendwie deprimiert vorkommt, auch wenn ich natürlich nicht...
Amber

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Hallo,

ich hab da einen Arbeitskollegen auf der Arbeit, der mir schon seit langem irgendwie deprimiert vorkommt, auch wenn ich natürlich nicht sicher sagen kann, ob er tatsächlich deprimiert ist.

Meist sehe ich ihn in der Frühschicht oder eben zu Beginn der Spätschicht in der Übergabe und fast ausnahmslos, wenn man ihn fragt wie es ihm geht, kommt die Antwort, dass es ihm nicht so gut gehe...
Ich frag natürlich dann was los ist, denn ich möchte ernsthaft wissen was los ist, denn falls ich helfen kann helfe ich gerne und sei es nur durchs zuhören.

So richtig mit der Sprache heraus rücken tut er dann aber eigentlich nie...
Er sagt dann nur, dass er es selber nicht so recht weiß und das alles irgendwie nicht stimmig oder
richtig ist.

Laut den anderen Kollegen fehlt er auch meist Freitags, da er dann krank geschrieben ist (hab seltener Frühschicht, aber aufgefallen ist mir das jetzt eigentlich nicht). Angeblich soll er auch mal auf der Arbeit einschlafen und mir sagte er erst kürzlich, dass er auch Schlafprobleme hat und allgemein scheint er sich über vieles zu sehr den Kopf zu zerbrechen...

Momentahn tendiert es auf der Arbeit auch verstärkt, dass leider über andere Kollegen gelästert werden, wenn diese nicht da sind und sich sonst ein bisschen auffällig verhalten.
Gestern war der Betroffene Kollege Krank geschrieben (ich hatte Frühschicht) und da war er natürlich das Thema der Pause...
Die anderen denken dann immer gleich, dass hinter solches Verhalten Faulheit oder keine Lust stecke, aber ich kenne das nur zu gut von mir selber wie man sich fühlt, wenn man einfach einen völligen Tiefpunkt hat, der einfach über Wochen anhält... Da geht dann einfach kaum noch was richtig, zumindest bei mir.

Ich weiß jetzt auch nicht so richtig was ich mir hier von euch erhoffe, aber ich komme mir auch langsam etwas hilflos und auch etwas blöd vor, wenn ich wissen möchte wie es ihm geht und er dann nur wieder mit: "Nicht so gut!" ankommt, weil ich ihn ernst nehme, aber einfach auch nicht mehr weiß wie ich ihm helfen könnte oder wie ich überhaupt darauf noch reagieren sollte.

Diese Woche war es schlimm... Da kommt er zu mir und fragt mich und ich dann nur natürlich, dass alles super ist und es mir gut geht (ich sag es immer, selbst wenn man es mir ansieht, dass es nicht so ist) und er meinte dann nur, dass es ihm nicht so gut gehe, es aber schon etwas besser sei. Hab ihm dann begeistert gesagt, dass das doch gut ist (ich meinte, wegen dem besser sein) und er ist dann völlig gekrängt weg gegangen, weil er wohl dachte, dass ich mich freue, dass es ihm nicht gut geht. Stimmt natürlich nicht.:|

Hat jemand vielleicht einen Rat? Ich erwische mich schon selber bei dem Gedanken, ihn aus dem Weg gehen zu wollen, weil ich so ratlos bin, was eigentlich nicht meine Art ist und ich auch nicht so handhaben möchte, weil ich weiß, dass das verletzend für den anderen ist.


Liebe Grüße
 
02.09.2017
#1
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Guest

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cherry-lein

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Sprich ihn doch einfach mal direkt drauf an. In der Pause zum Beispiel, sag ihm dass dir aufgefallen ist das er sehr deprimiert aussieht und frag ihn ob er über seine Probleme reden möchte. Von selber sprechen die meisten Leute ihre Probleme ja eher weniger an, vor allem nicht wenn sie so belastend sind.
Er wird ja bestimmt wissen das auch über ihn gelästert wird und weiß dann vielleicht auch nicht mit wenn er im Vertrauen reden kann oder er hat Angst wegen seiner Probleme gemobbt oder ausgegrenzt zu werden.
Biete dich einfach mal offen als Gesprächspartner an, sei nett zu ihm und lass ihm seinen Raum. Ich denke wenn er merkt das er dir vertrauen kann und wirklich reden möchte wird er das schon wahrnehmen.
 
Hexe76

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Biete ihm doch einfach mal an, Dich mit Dir irgendwo auf einen Kaffee zu treffen und wenn er mag, darf er sich dann gerne bei Dir auskotzen. Ich denke, sowas muss man ausserhalb der Arbeit machen.
Sag ihm klipp und klar, dass Du ihm gerne helfen möchtest, da Du selber Erfahrung damit hast und deutlich sehen kannst, dass es ihm nicht gut geht.
Aber mehr wie anbieten kannst Du nicht. Wenn er es nicht annimmt, sind Dir die Hände gebunden. Mach Dir deswegen aber bitte kein schlechtes Gewissen. Du kannst nur denen helfen, die Hilfe wollen.
 
Audrey

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Moderator
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Du kannst nur denen helfen, die Hilfe wollen.
Ganz ganz schlauer und wichtiger Punkt!! Nachdem meine Mama im November 2014 gestorben ist hab ich ziemlich krass abgenommen - und ich war schon immer schlank und tu mich ergo extrem schwer mit dem Zunehmen. Meinem Chef ist das abnehmen aufgefallen und er hat mir deswegen Mitte 2015 eine Psycho-Tussi aufgedrängt. Ergebnis war, daß wir uns wunderbar über Katzen unterhalten haben :lol:, aber ansonsten sei alles ok mit mir, sie wäre sogar sehr beeindruckt, wie ich damit klar komme! Das hat dann extrem gut getan - aber die Ansage "ich schick dich zu der Psycho-Tussi", die hat mich extrem verunsichert! Also bedräng ihn bitte nicht, wenn er reden will wird er merken, daß Du da ein offenes Ohr hast!
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Nur als Randbemerkung:

Wenn er sich nur mal frei reden muss und das annehmen kann:Super.
Sollte er aber wirklich ernsthafte Probleme haben bürde dir das nicht allein auf, sondern hilf ihm im Zweifelsfalle Hilfe zu bekommen, aber vergiss nicht dich abzugrenzen.
 
Amber

Amber

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Hmm... bisher hab ich mich gerade deswegen davor gescheut ihn direkt auf seine Zurückgezogenheit anzusprechen, weil ich sorge hatte ihn damit zu bedrängen und auch, weil ich befürchtet habe, dass es dann vielleicht doch zu aufdringlich ist.
Über einige private Sorgen möchte man meist ja auch gar nicht mit Arbeitskollegen sprechen, besonders nicht, wenn sich die "Beziehung" untereinander rein auf beruflicher Ebene beruht, wie es bei uns ist und wir eigentlich auch nicht viel über privates u.s.w. quatschen.:eusa_think:
Ich wollte dann mehr den indirekten Weg gehen um ihm zu signalisieren, dass er mit mir ruhig reden kann wenn er mag, wenn ich ihn dann fragte, warum es ihm nicht gut geht wenn er davon erzählte, aber wenn ihr das direkte ansprechen und Hilfe anbieten in einer ruhigen Minute, wo andere Kollegen dann wohl am besten nicht gerade mit zuhören können, für völlig in Ordnung haltet, dann würde ich das bei der nächsten Gelegenheit mal versuchen.
Evtl. ist ihm das auch selber so lieber.

Danke euch! :058: Man selber macht sich da, glaub ich, zu oft zu viele Gedanken und blockiert sich damit wohmöglich selbst gekonnt. Ich bin da mittlerweile wohl richtig gut drin.

Man kommt sich allmählich immer hilfloser vor, wenn der gegenüber einem zu verstehen gibt, dass irgendwie ständig nichts in Ordnung ist und man aber auch nicht weiß, ob man helfen kann oder ob überhaupt Hilfe erwünscht währe... wiederum denke ich mir aber auch jedesmal, dass man doch einem auch nicht ständig davon erzählt, dass es einem mies geht, wenn man sich davon auf irgendeine Ebene keine Hilfe erhofft...

Bin mal gespannt ob es Erfolg verspricht und keine Sorge, je nachdem was es ist, versuch ich mich nicht all zu sehr hinein ziehen zu lassen. Wenn was ernsteres dahinter stecken sollte, währe jemand anderes sicherlich auch eine effektivere Hilfe wie ich.:)

Audrey, ich finde es toll von deinem Chef, dass er sich so um seine Mitarbeiter sorgt und was für diesen unternimmt, wenn was ist, auch wenn ich sehr gut nachvollziehen kann, dass dich das erst ziemlich verunsichert hat.
Ich glaube, so einen Chef hat wahrscheinlich auch nicht jeder. :)


Liebe Grüße
 
Sentinel

Sentinel

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Ich spreche auch diejenigen an die ich mag, wenn ich halt sehe das es denen nicht gut geht. Aber wie schon hier geschrieben wurde, helfen kannst du nur denen die Hilfe wollen.
 
danif

danif

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Grundsätzlich kann ich sagen das bei den wirklich ernsten Fällen die Leute meist nicht so transparent sind.
Dein Fall hört sich eher nach einem Menschen an, der anfängt sich selbst zu hinterfragen und dadurch an einem kritischen Punkt angelangt ist.
Für die Entwicklung eines Menschen ist dies unglaublich wichtig.
Irren ist das Menschlichste was es gibt.
 
M

mickiemouse

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Ich kann mich den anderen eigentlich nur anschließen.
Sprich ihn direkt drauf an und wenn er ausweicht dann lass es gut sein.
Er muss ja irgendwie lernen mit sich klarzukommen.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Grundsätzlich kann ich sagen das bei den wirklich ernsten Fällen die Leute meist nicht so transparent sind.
Dein Fall hört sich eher nach einem Menschen an, der anfängt sich selbst zu hinterfragen und dadurch an einem kritischen Punkt angelangt ist.
Für die Entwicklung eines Menschen ist dies unglaublich wichtig.
Irren ist das Menschlichste was es gibt.
Guten Tag Küchenpsychologie.

Ernsthaft, es hängt ganz stark vom Menschen ab, ob transparentes Verhalten ein Alarm- oder "nur" ein Warnsignal ist.
Das kann man pauschal nicht beurteilen und schon gar nicht bei jemandem, den man nicht einmal ansatzweise kennt bzw. einschätzen kann.

Wenn jmd. äußert, dass er in irgendeiner Form Hilfe will/braucht sollte man diese Hilfe, wenn man sie selbst nicht leisten kann (und sollte!) zumindest insofern möglich machen, dass man z.B. gemeinsam nach einer Anlaufstelle schaut usw., wenn man zumindest grundlegend ein gutes Verhältnis zu der Person hat.

Nur weil bestimmte Verhaltensmuster oft (und mit Abstand nicht immer!) ein Warnsignal darstellen heißt das noch lange nicht, dass man sie weniger ernst nehmen sollte.
Gerade dann hat man im Zweifelsfalle die Möglichkeit die Person zu erreichen.

Also bitte nicht per se solche und ähnliche Äußerungen abschreiben á la "Hat man mal". Ja, kann man mal haben, nicht jeder, der eine schlechte Phase hat braucht Hilfe, aber sensibilisiert sein sollte man trotzdem.
Lieber einmal zu viel Hilfe anbieten (und wenn es eben wirklich "nur" das Vermitteln von Kontakten ist!) als irgendwann zu merken, dass das doch ernster war als gedacht.
Dafür sind die wenigsten Leute psychologisch oder psychiatrisch ausgebildet um das ad hoc einschätzen zu können ;)
 
Sentinel

Sentinel

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Mich würde interessieren ob du ihn bis jetzt angesprochen hast? Und wie ist es gelaufen?
Schön zu lesen das es noch Menschen gibt die an anderen interessiert sind, viele sind so sehr mit sich selbst beschäftigt das sie die anderen nicht sehen oder was um sie herum passiert.
 
Amber

Amber

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Hallo,

Danke euch für eure Gedanken und Ratschläge!

Zwischenzeitlich haben wir uns unterhalten, allerdings nicht darüber, weil er mir nicht mehr so drübsinnig vorkam und ich das Thema da dann natürlich nicht ansprechen möchte

Die letzten Wochen hab ich ihn dann nicht mehr wirklich gesehen. Hauptsächlich hatte ich Spätschicht, da sah ich ihn dann zur Übergabe immer nur kurz und da schien es ihm ganz gut zu gehen, von außen her betrachtet zumindest.
Vorletzte Woche hatte ich Nachtschicht und da sah ich ihn nicht (zur Frühschicht fängt er etwas später als wir anderen an) und letzte Woche hatte ich selber einen Krankenschein, weil es mir selber nicht so gut ging.
Jetzt die Woche hab ich wieder Nachtschicht, da werde ich ihn wieder nicht sehen

Ich vermute allmählich, dass er vielleicht einfach eine längere schlechte Phase oder so etwas ähnliches hatte, als es mir auffiel und die vielleicht jetzt vorüber gegangen ist.
Ab und zu reden werde ich natürlich mit ihm, irgendwann den Monat hab ich auch Frühschicht, meine ich.
Aber Ich konzentrier mich jetzt erstmal nicht zu stark darauf, sondern schau einfach wie er ausschaut.
Jeder hat mal eine schlechte Phase, dahinter muss nichts stecken oder sie kann auch wieder worüber gehen, wie ihr bereits schriebt.

Ich danke euch jedenfalls für eure Hilfe.


Liebe Grüße
Amber
 
Thema:

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