Tips fürs Longieren

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SoylentGreen

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Hi,
ich versuche derzeit mein Pflegepony zu longieren. Ich weiß nicht ob er zuvor schon mal longiert worden ist. Grundsätzlich stellt das ja kein Problem dar, ich habe mehrere junge Pferde an die Longe gebracht. Dieses Pony jedoch ist von der Macht der Peitsche nicht so leicht zu überzeugen. Zudem ist er recht klug. Ich bräuchte mal ein bisschen Rat.

Ich longiere auf einer Weide, habe also nur zwei Seiten Zaun zur Begrenzung. Eine andere Örtlichkeit habe ich leider nicht.

Die Probleme sind konkret:
1. Er drängt an der Zaunseite enorm zu mir herein, um dann an der offenen Seite fast senkrecht davon zu marschieren. Das ist definitiv keine fehlende Balance oder Unsicherheit. Er will einfach genau
da hin, wo er hinzieht.
Von der Peitsche lässt er sich nicht beeindrucken, ich kann damit auf seine Schulter zeigen, wedeln, ihn pieksen, ist ihm egal. Ihn neu anzuführen bringt höchstens etwas für die aktuelle Runde. Manchmal hilft es ihn zu verblüffen: Ich hopse unverhofft hoch, dann weicht er.

2. Er trabt keine volle Runde. Ich bin daher die ersten paar Male dazu übergangen ihn einfach dafür zu loben, dass er überhaupt antrabt.
Er lässt sich einfach nicht weitertreiben, kürzt wieder stark ab und kommt dadurch so steil zur Longe, dass er einfach in der engen Wendung durchparieren muss oder er steuert direkt auf mich zu um anzuhalten.
Manchmal lässt er sich von vornherein überhaupt nicht antraben.
Fakt ist: Der Boden ist nicht zu tief oder unwegsame, außerdem hat er entsprechende Kondition so lange zu traben. Er will einfach nur nicht und findet seinen Weg sich zu entziehen.

3. Seine Motivation ist stark schwankend und wenn man nicht aufpasst, ist sie sehr plötzlich auf dem Tiefpunkt. Gerade am Anfang schnaubt er viel, streckt sich ab und läuft häufiger brav den Zirkel aus, auch lässt er sich da noch ziemlich easy antraben. Anfangs hat er auch noch mega Energie. Manchmal quiekt er beim ersten antraben und wirft den Kopf. Es kann auch passieren, dass er dann erstmal in den Galopp fällt.
Das ist ca. die ersten 5 Minuten so, mit zugegeben einigen Aussetzern und Grenzen des guten Willens. Die nächsten Minuten werden die Machtkämpfe dann zunehmend heftiger.
Das ganze ist auch für mich eine Geduldsprobe. Ich versuche schon in gewisser Weise "zu gewinnen", länger als 15 Minuten longieren, macht aber dennoch keinen Sinn, irgendwann ist meine Geduld dann auch erschöpft und das ist keine gute Lernbasis.

Ich habe schon gemerkt, dass es nicht hilfreich ist, sich mit ihm anzulegen. Je mehr ich darauf bestehe und je mehr Druck ich auf ihn ausübe, dass er genau das tut, was ich sage, desto mehr geht er gegenan. Es ist besser ihn für wenig zu loben und es mit möglichst wenig Nachdruck zu verlangen.


Habt ihr Tips, um dann irgendwann mal anständige Longenarbeit hinzukriegen?
 
21.10.2017
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Susanne zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter?
Foss

Foss

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Hallo,

Spontan fällt mir nur ein, statt der Longierpeitsche vielleicht etwas andere zu nehmen? Oder vielleicht einen weißen Fetzen, Band etc. anzubringen um ihn doch etwas zu beeindrucken?
Bei der Haflingerzucht damals hatten wir so einen typischen Hafi...hat sich durch den üblichen Kram nicht beeindrucken lassen, wenn man aber mit sehr ungewöhnlichen Sachen ankam konnte der Hengst auf einmal doch vorwärts marschieren.

Wie steht es denn allgemein mit der Bodenarbeit?
Machst du da in dieser Richtung etwas?
Vielleicht tut Hotti sich leichter, wenn man erstmal dauerhaft ihn bei anderen Arten der Bodenarbeit motiviert bekommt?

Was passiert denn, wenn du ihn mal auf einer freien Fläche völlig ohne Umzäunung longierst?
Oder mal testweise auf einen für ihn völlig neuen Gelände?

Beim besagten Hafi hat das super geholfen, lustigerweise konnte man sich dann auf einmal wieder konzentrieren...

Longierst du mit Kappzaum?

Nur ein paar Denkanstöße :)

LG Foss
 
SoylentGreen

SoylentGreen

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Hallo,
Die ungewöhnlichen Maßnahmen für das Treibwekzeug wäre durchaus einen Versuch wert... Ich kann mir vorstellen, dass er sich da schneller als mir lieb ist dran gewöhnt, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt :)

Klassische Bodenarbeit findet er eher nicht so geil, er mag es nicht besonders kontrolliert, korrigiert oder getrieben zu werden. Er reagiert dann mit Arbeitsverweigerung. Mit einem Leckerli würde er sich wohl verbiegen, allerdings wird er dann sehr aufgeregt bis aggressiv.
Sein Respekt vor Gerten ist so groß wie vor Peitschen ;)
Führen klappt soweit aber gut. Wenn ich neben ihm loslaufe, trabt er inzwischen brav mit - wir gehen im Gelände zusammen joggen. Außerdem kann ich einen Reifen neben ihm her ziehen - er soll bald selber ziehen, allerdings haben wir noch kein Geschirr.

Ein anderes Gelände als die Weide haben wir nicht (nur den Auslauf vom Offenstall, da ist aber der Boden zu tief und sein Verhalten im Allgemeinen ist das gleiche).
Eine freie Fläche auf der Weide gibt es zwar grundsätzlich, allerdings haben wir da ordentlich Bodenwellen und wetterbedingt auch matschige Tiefen.

Ich longiere mit Halfter. Einen Kappzaum habe ich nicht. Habe schon im Internet geguckt, aber die Teile sind für Minishettys leider nicht günstiger...
 
S

Schweinemama

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Ich würde versuchen mit der Doppellonge zu arbeiten - die Pferde merken sich ja muster, das hat das letzte mal auch geklappt - nun mach ich das gleich nochmal. Was gestern geklappt hat - funktioniert heute allemal...

Wird das Pony auch geritten? Ich frag so blöd, weil es durchaus sein kann, dass das Tierchen komplett verzogen ist, die Muskulatur ungleich aufgebaut ist, und es ihn somit immer nach innen drängt. Ich würde versuchen ihn zu gymnastifizieren, möglicherweise mit Doppellonge oder langem Zügel, damit das Tierchen ausser nichts tun - auch mal Muskeln aufbaut und zwar an Stellen die er sonst so kaum braucht. Hilft aber nichts, irgendwann hängt Pferd dann mal durch vom Bauch her :eusa_think:, und Minishettys sind sowieso darauf ausgelegt dass sie irgendwann vom Rücken her durchhängen (und das ist ungesund). Nur weil keiner drauf sitzt, heisst es ja nicht dass er in den Gangarten total versumpert.
 
SoylentGreen

SoylentGreen

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Hallo,
Doppellonge ist momentan nicht möglich, dazu fehlt mir ein Gurt für den Kleinen. Der Besitzer will aber einen besorgen, ist nur scheinbar nicht so leicht für die Größe was zu finden.
Allerdings denke ich, das die Doppellonge das Problem aktuell nur verschlimmert.
Das Pony ist mit dem Gebiss noch nicht richtig warm geworden, er kennt das noch nicht so lange und kaut daher extrem viel.
Ich habe auch schon versucht Langzügelarbeit mit ihm zu machen, das endet aber darin, dass er total gegen an geht und erst recht in die Arbeitsverweigerung wechselt.

Er wird nicht richtig geritten, nein. Da sitzt wohl alle Nase lang mal ein Kind drauf, aber das sitzt da nur und reitet nicht.
Ob er verzogen oder eben einfach so ist, kann ich nicht sagen.
Die Muskulatur befindet sich in einem völlig natürlichen Zustand, es handelt sich um ein noch recht junges Pony. Ihn drängt da nichts nach innen, er will einfach wegstiefeln. Also drängelt er da nach innen, wo er keinen Weg sieht wegzukommen und zieht da raus, wo er Platz zum weggehen hat.

Gymnastizieren ist ja ne nette Sache, ich habe hier aber ein Pony mit sehr starkem Willen. Der lässt sich weder treiben noch lenken, wenn er gerade keine Lust hat ;) Beides ist aber notwendig, wenn ich gymnastizieren möchte.
Ich könnte jetzt auf Teufel komm raus meinen Willen durchsetzen, damit würde ich ihn aber lediglich brechen. Ich müsste eine Brutalität an den Tag legen, die mir zuwider ist.

Ich suche nach einem Weg ihn zu motivieren, dass er eben bei mir bleibt und nicht versucht sich der Situation zu entziehen.
 
S

Schweinemama

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Was macht den das Tier, wenn du nicht mit ihm arbeitest? Natürlich kann eine Longearbeit junge Kleinstponys frustrieren - kleines Pferd - großer Radius - und dann auch noch draussen bleiben, das nur mit der Stimme funktionieren sollte - tja...

Ist es sonst irgendwie gefordert - geistig und körperlich? Spazieren gehen ist ja was tolles, grüne Wiese, wald - immer beim Besitzer - aber das belastet gerade ein Fluchttier wie ein Pferd nicht sonderlich. Schon mal versucht abwechslung rein zu machen, Großes Plastikball, Pferdefussball einfach mal rein auf die Weide und sehen was das Tier damit tut. Leider weiss ich aus Erfahrung, dass diese "Miniponys" zwar schrecklich klein sind aber doch die Bedürfnisse eines Pferdes haben. Die können durchaus leistungswillig sein, die können auch ihre Kräfte gezielt einsetzen. Bei dem Pony in meinem Ex-Stall (Falabella verschnitt, zu klein um geritten zu werden, zu klein um anstrengende Touren mitlaufen zu können, es war ein Springstall, und mit 73 cm Widerrist kommt man nicht über alles drüber noch unten durch - man wird schlichtweg abgehängt ) hat das dann leider darin ausgeartet dass das Tier auf der Koppel versumpft ist - das war nur noch krankhaft böse, bösartig und es hat geschlagen, hat getreten, ist gestiegen - war sozusagen ein komplettverweigerer.
 
ShiGi

ShiGi

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Wenn die Bodenarbeit nicht funktioniert, dann würde ich einen Schritt zurück gehen und damit anfangen. Warum sollte er vorwärts gehen, wenn du mehrere Meter entfernt stehts und mit der Peitsche wackelst, wenn er sich schon aus der Nähe nicht beeindrucken lässt?

Wenn er ein Motivationsproblem hat, würde ich wirklich jede noch so kleine Kooperation loben. Er zeigt Tendenzen zum Loslaufen wenn du ihn treibst? Super! Er richtet seine Ohren auf dich und ist aufmerksam wenn du ihn ansprichst anstatt dich zu ignorieren? Auch super!
Er muss ja erstmal merken, dass es viiiiiel toller ist, kooperativ zu sein, als sein eigenes Ding durchzuziehen.

Streng wäre ich bei so einem Pony trotzdem, wenn er respektlos wird. Vor dir weglaufen ist in Ordnung, aber z.B. mit der Schulter gegen dich drängen, würdest du ja bei einem großen Pferd auch nicht akzeptieren, also darf deine Reaktion auch beim Pony ruhig mal so ausfallen, dass er beeindruckt ist und merkt, dass du dir nicht alles gefallen lässt.

Wenn die Bodenarbeit funktioniert, bin ich auch kein Fan davon, das Pferd an die lange Longe zu hängen und plötzlich auf die komplette Distanz arbeiten zu wollen.
Sinnvoller finde ich es, die Distanz langsam zu vergrößern. Das bedeutet für den Anfang zwar mehr Laufarbeit für den Menschen, aber dafür kann man z.B. auch Biegung etablieren, weil man einfach nah genug dran ist, um das Pferd zu beeinflussen.
Ich "longiere" meine RB aktuell auch auf Führstricklänge. Er lässt sich zwar auch normal longieren, aber läuft dann eben einfach nur irgendwie im Kreis. An der kurzen Longe kann ich ihn dagegen Biegen, er bleibt mit der Aufmerksamkeit bei mir usw. Das kann man dann schrittweise auf die größere Distanz mitnehmen.
 
SoylentGreen

SoylentGreen

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Wenn ich nicht da bin, darf er Pferd sein. Er lebt in einer kleinen Herde, hat eben Weide und Offenstall. Ich beschäftige mich 2 mal die Woche mit ihm.

Außer den Versuchen an der Longe, gehen wir wie gesagt joggen. So weit zu kommen war schon eine Aufgabe für sich... Das gefällt ihm aber bisweilen am besten. Er hat was zu gucken, kann laufen. Da ist er sehr motiviert dabei und ist ausgelastet. Die Reifengeschichte geht leider nicht voran, da ja die Ausrüstung fehlt. Aktuell bereite ich noch ein paar Sachen für ein wenig Gelassenheitstraining vor. Dann hatte ich es ja mit den Langzügeln versucht, allerdings habe ich das nun erstmal auf Eis gelegt, da es ihn demotiviert.
So einen Ball will ich mir tatsächlich auch noch besorgen. Habe schon ein paar mal im Internet geschaut und hoffe, dass da auch mal Jemand einen verschenkt...

Grundsätzlich hilft mir das alles ja nun aber nicht beim Longieren.


Edit: Oh, ShiGi, deinen Beitrag habe ich irgendwie übersehen.

Die Probleme bei der Bodenarbeit wollte ich eigentlich mit der Longenarbeit lösen. Ich hatte gehofft, die Peitsche beeindruckt ihn mehr, sodass wir dann auch das Weichen vor der Gerte etabliert kriegen.

Hm... Ich glaube, ich werde es doch noch mal über Futterbelohnung mit der Bodenarbeit versuchen. Obwohl ich eigentlich genau das nicht wollte. Anders halte ich ihn aber sonst wohl nicht bei der Stange, er wird da sehr schnell mäkelig.
 
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ShiGi

ShiGi

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Also er weicht überhaupt nicht? Erhlich gesagt ist das etwas, wo man meiner Meinung nach ruhig auch mal deutlich werden kann.
Ich will auf keinen Fall "schlag dein Pferd" propagieren, aber ich finde man muss da durchaus zwischen Dingen, die man als Mensch vom Pferd will, und Dingen, die für Pferde eigentlich selbstverständlich sind, unterscheiden. In der Pferdeherde verlangt niemand, dass Pony brav im Kreis läuft, deshalb ist das auch nichts, was ich über Strafe etablieren würde. In der Pferdeherde ist es aber selbstverständlich, dass Pony geht, wenn der Randhöhere sagt "Geh!", und wenn Pony nicht geht, dann kommt eine ziemlich deutliche Ansage.
Wenn mir ein Pferd deshalb durch seine Körpersprache sagt "Du kannst mich mal", wenn ich es in irgendeine Richtung schicke, dann werde ich schon kurz mal sehr deutlich. Für viele Pferde reicht es, in der Körpersprache deutlicher zu werden und sie kurz mal laut anzusprechen. Wenn dein Pony darauf nicht reagiert und du meinst, du müsstest ihn richtig mit der Gerte schlagen, damit er reagiert, würde ich den Vorschlag von Foss nutzen: Eine Tüte an die Gerte binden und mal so richtig laut damit durch die Luft fahren, während du ihn mit deiner Körpersprache schickst (und vorher natürlich kein Schrecktraining mit der Tüte machen :lol:). Idealerweise lässt er sich davon beeindrucken, weil es neu ist, und nach ein paar mal weiß er, dass er auf dich reagieren muss, sonst wirds ungemütlich.

Leckerlis finde ich bei respektlosen Pferden (und danach klingt er mir) immer schwierig. Er macht vielleicht mal was du willst, ist aber nicht wirklich kontrollierbar und wenn er dann mal anfängt, sein Futter einzufordern, wird es schnell unschön. Wenn eine gewisse Höflichkeit vom Pferd gegenüber Menschen etabliert ist, kann man schon mit Futter motivieren, davor finde ich es gefährlich (auch wenn es "nur" ein Pony ist).
 
SoylentGreen

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Er weicht schon, aber eben nur so lange wie er Bock hat. Das kann 3 mal klappen und beim 4. Mal steht er wie angewachsen, fängt an mit dem Kopf zu schlagen oder versucht mich zu schubsen und so weiter. Aggressiv wird er nicht, aber eben extrem eselig.
Ist er erst mal im Eselmodus, müsste ich nen Wagen auf ihn fallen lassen um ihn dazu zu bewegen zu weichen...
Ich habe mich schon mal mit ihm angelegt. Ich habe ihn nicht verprügelt, war aber eben schon deutlich, wenn er geeselt hat. Gewonnen habe ich dadurch aber nichts. Das hat er so negativ aufgefasst, dass er bei meinem nächsten Besuch nicht so überzeugt war, sich einfangen zu lassen.
Stimmliches Lob wiegt scheinbar das "Leid des Weichens" nicht auf ;)

Ich werde es mal mit der Tüte probieren. Ich hoffe, er merkt nicht zu schnell, dass das nicht der Rede wert ist...

Genau das ist der Grund, warum ich eigentlich noch keine Leckerlis beim Training einsetzen möchte. Ich befürchte, dass er dann ungemütlich wird. Jedoch motiviert ihn nichts so sehr wie Futter. Als ich ihn an den schleifenden Reifen gewöhnen wollte, hat er das Teil regelrecht gejagt, weil ich ein Äpfelchen drauf gelegt habe... ;)
Ich kann mir vorstellen, dass er zum Brummkreisel wird, wenn ich ihn dafür ein Stückchen Möhre im Austausch biete.
 
SoylentGreen

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Hallöchen,
ich komme zurück mit weniger guten Nachrichten. Ich habe es nun mit der Tüte probiert. Er hat in keinster Weise Respekt vor dieser Tüte, tatsächlich ist es sogar so, dass er, so bald ich mit der Tüte wedele und es raschelt, anfängt sich danach umzudrehen, in der Hoffnung etwas Fressbares zu finden... bestenfalls könnte ich die Tüte also als Target benutzen 😁
Die Bodenarbeit hat tatsächlich trotzdem ganz ok funktioniert. Er ist zwar nicht unbedingt immer mit der Hinterhand gewichen, sondern hat sich wohl einfach vor Gier umgedreht, aber nun ja, immerhin bewegt er sich...
Eins A klappt aber das Traben an der Hand, egal auf welcher Seite ich mitlaufe. Beim ersten Antraben ist er zwar ein wenig übermotiviert, aber besser das als wenn ich ihn ewig bitten müsste. Nur so bald ich eben nicht mehr selber richtig laufe und mich zu ihm drehe, klappt's halt nicht mehr... aber vielleicht könnte man da ja irgendwie mit arbeiten. Vielleicht könnte ich den Abstand zu ihm beim Laufen einfach immer weiter vergrößern und erstmal davon absehen mich zu ihm zu drehen. Hm...

Ich verstehe einfach nicht recht, warum er das so verinnerlicht hat, dass er zu traben hat, wenn ich loslaufe, es aber einfach nicht einsehen will, dass er zu laufen hat, wenn ich ihn von der Ferne treibe.
Das traben an der Hand haben wir doch grundsätzlich ähnlich auf die Reihe gekriegt. Ich habe ihm das Stimmkommando gegeben, bin losgelaufen und habe dann die Gerte als Meinungsverstärker benutzt... Das klappte zwar auch nicht auf Anhieb, aber nach ner Woche Pause ist er einfach schon angetrabt, wenn ich ihn aufgefordert habe und losgelaufen bin, die Gerte war kaum mehr nötig...

Tja... Habt ihr noch Ideen?
 
M

Machtnix

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Laufen
Dein Pony muss sich daran gewöhnen, kontrolliert und getrieben zu werden. Sonst endet das ganze Treiben nur in 'Abschleudern' und ein Longieren im Sinne von Muskelaufbau und Erhöhung der Rittigkeit ist nicht möglich.
Steck dir mit Band und Steckpfählen ein längliches Stück Wiese zum Arbeiten ab.
Longe seitlich am Halfter befestigen, so dass du mehr Kontrolle über den Pferdehals hast. Ansonsten Trense (mit Reithalfter) oder Sidepull.
Lass dein Pony an der Wiesenumzäunung laufen. Laufe immer mit der Schulter zu ihm, also nie vor ihm und nicht mit dem ganzen Körper zu ihm. Die Peitsche wird hinter ihm gehalten. Dein Pony muss den Abstand einhalten, wenn er angelatscht kommt, schickst du ihn wehemend von dir weg (Pferdeschulter).
In den Ecken bleibst du stehen und drehst dich nur, so dass er immer an deiner Schulter laufen muss. (Dauer ca. 1-4 Trainingseinheiten)
Hat er das verstanden, bleibst du zwischendurch mal stehen und er muss um dich herumgehen. Macht er das nicht, zupfe an der Longe. Das Zupfen muss so hart sein, dass sein Kopf in die richtige Richtung kommt in die er gehen soll, nicht härter. Das Zupfen ist nur sehr kurz und du musst sofort nachgeben und ihn seinen Weg gehen lassen. Richtet er sich nicht daran, zupfe häufiger, aber nicht härter. Zupfe dann, wenn das innere Vorderbein abfusst, so hast du den leichtesten Effekt, denn das Bein wird dann nach innen gesetzt und das Pferd ist ohne Kraftaufwand in der richtigen Richtung.
Wen dein Pferd das gecheckt hat, versucht es im Trab.
Dein Pferd wird nach kurzer Zeit (1 Woche bis 1 Monat) nicht mehr zu irgendeiner Seite ziehen, sondern die von dir eingestellte Linie gut laufen, wenn du richtig stehst.

Loben:
Pferde haben in ihrem Leben 2-3 Intentionen. Das ist Fressen, ihr eigener Komfort und bei Hengsten und Stuten Vermehrung. Du gehörst erstmal nicht dazu, sondern bist ein Störfaktor. Ein Pferd kommt sehr gut ohne Arbeit aus.
Ein lobendes Wort kannst du dir erstmal an den Hut stecken, deinem Pferd wird das egal sein oder nur eine Pause signalisieren (Komfort). Also brauchst du erstmal nicht zu loben, sondern sei dominant. Ein Pferd beugt sich schnell der Dominanz wenn diese entsprechend körpersprachlich ausgeführt wird. Das dominante Tier bewegt das rangniedere, das ist nunmal so. Sowas kennt jedes Pferd von der Herde und akzeptiert das. Nur wenn dein Pferd etwas wirklich enorm toll gemacht hat (z.B. Abwenden wenn du stehst, ohne Zupfen), senkst du deine Stimme, sprichst freundlich ohne ein Kommando zu geben (ansonsten wird deine Stimme nur für Kommandos benutzt). Sehr schnell wird sich damit der Effekt einstellen 'wow der Chef ist zufrieden mit mir'. Das Pferd wird entspannt weiterlaufen und dich besser wahrnehmen.
Suche nach Dingen, die du loben kannst, aber sei erzkonsequent. Absolut keine Leckerchen, die gibt es nachher.
Das spätere Longieren sollte dann auch nicht in reinem Abschleudern bestehen. Der Trab oer auch Galopp sollt kein Problem mehr sein, wenn du erstmal die ersten Übungen mit Leichtigkeit hinbekommst. Das Pferd wird dich einfach akzeptieren und motiviert und vor allen Dingen auf dich aufmerksam sein.
Ist das Pferd erstmal motiviert dir zu gefallen, solltest du es fordern. Angst vor der Peitsche ist nie gut. Die Peitsche ist dein verlängerter Arm. Sie kann bei Widersetzlichkeit auch mal ein wenig konsequenter eingesetzt werden, aber sie sollte z.B. beim Longieren auf Volten auch übers Pferd geworfen werden können, ohne, dass das Pferd Angst bekommt. Eine Gerte touchiert und aktiviert, was korrigiert werden muss. Sie ist nur dann wirklich eine Strafe, wenn das Pferd dir gegenüber schweren Ungehorsam zeigt (z.B. Treten nach dir). Gertenangst ist schlimmer als Resistenz also sei vorsichtig.
 
SoylentGreen

SoylentGreen

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Tatsächlich wäre ich froh, wenn wir beim Abschleudern und nicht bei der Grundsatzdiskussion beginnen würden. Aber ja, Ziel vorerst ist, dass er sich eben doch treiben und kontrollieren lässt.

Platz abstecken sollte möglich sein, muss ich den Besitzer mal fragen, ob er das nötige dazu vor Ort hat.

Damit ich das richtig verstehe: Er soll so dicht bei mir laufen, dass die Peitsche reel hinter ihm ist?
Wie exakt würdest du ihn raustreiben? Genau das ist nämlich das schwerwiegende Problem. Werde ich energisch, wird er es auch, sprich er drückt mit der Schulter, wird schneller und bockig. Zur Not versucht er auch mal umzudrehen oder hebelt meine Hilfen völlig aus, indem er einfach direkt auf mich zustiefelt. Es ist ihm egal, ob die Peitsche dabei im Weg ist. Oder brandaktuell läuft er dann eben einen ganz kleinen Kreis direkt vor meinen Füßen um mich herum. Da passt keine Peitsche mehr dazwischen.

Ich finde übrigens nicht, dass man ihn als klassisch rangniedrig bezeichnen könnte. Er ist ausgesprochen klug. Er untergräbt die Dominanz seiner Pferdekumpels, wann immer er eine Möglichkeit dazu sieht. Z.B. kommt es vor, dass er den eigentlich Ranghöheren vom Futter vertreibt, wenn dessen Kopf mit anderem beschäftigt ist.
Es kommt ebenfalls vor, dass er allein ohne Sichtkontakt auf der Weide bleibt, während alle anderen Pferde zum Offenstall gelaufen sind.
Daher halte ich es für schwierig ihn mit reiner Dominanz zu motivieren.
Es ist aber sicher richtig, ihn nicht mit Lob und Futter zu überschütten.

Richtiges longieren bleibt wohl vorerst in Ferne. Erstmal müssen die Grundlagen geschaffen sein.
 
Thema:

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