OP bei 15 jährige Hündin?

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Lemontree

28.01.2018
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Hallo liebe Hunde-Erfahrene,
unsere Hündin Amy, eine mittelgroße Mischlingshündin (30kg) , ist mittlerweile 15 1/2 Jahre alt. Sie ist altersgemäß langsam zu Fuß unterwegs und hat etwas Schwierigkeiten beim Treppensteigen (wir wohnen im 2. Stock).
Nun waren wir heute mit ihr in der Tierklink, da sie starken
Ausfluss hatte (ähnlich wie bei Läufigkeit), aber teilweise sehr stark, so dass sie richtig nass war. Außerdem schien sie Schmerzen zu haben.
In der Tierklink wurde sie geröngt und ein Ultraschall gemacht. Die Untersuchung hat ergeben, dass sie einen Gebärmuttertumor hat. Der Tierarzt meinte, eine OP sei das Mittel der Wahl. Vom Allgemeinzustand her meinte er, dass er gute Chancen sehen würde, dass Amy es packen würde.
Wir haben Amy wieder mit nach Hause genommen, nachdem sie in der Tierklinik erstmal Antibiotika und Schmerzmittel bekommen hat und wir müssen uns entscheiden, ob wir sie operieren lassen.
Ich selbst tendiere dazu, sie in ihrem Alter nicht mehr operieren zu lassen. Aber es ist eine so schwere Entscheidung...Daher möchte ich fragen, wie eure Erfahrungen sind bei OPs mit alten Hunden.
Vielleicht kann uns das ein wenig bei unserer Entscheidung helfen!
LG Martina
 
Kompassqualle

Kompassqualle

Moderator
27.11.2006
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Hallo Lemontree, willkommen im Forum :)

Mein alter Rüder hatte im Alter von 13 Jahren einen relativ schwierigen Beinbruch (vermutlich wegen einer unentdeckten Entzündung im Knochen, die Knochenmasse war total abgebaut). Ich habe ihn an diesem Bruch zwei mal operieren lassen und er hat es tatsächlich sehr gut weggesteckt, der Knochen ist gut zusammengewachsen, 6 Wochen nach der OP konnte er problemlos laufen, 12 Wochen nach der OP war nichtmal mehr ein Hinken zu sehen, er ist gelaufen (sogar kurze Strecken am Fahrrad), geschwommen, hat nach Mäusen gestöbert und sich jeden Tag über den Spaziergang gefreut. Knapp ein Jahr nach dem Beinbruch bekam er einen Tumor am Rückenmark, drei Wochen später musste ich ihn gehen lassen. Ich habe die Entscheidung zu den OPs am Beinbruch nie bereut, man hat deutlich gemerkt, dass er noch Leben wollte.
Genau das wäre für mich auch immer das Kriterium, nimmt der Hund noch am Leben teil? Hat er Freude im Alltag und wirkt allgemein noch unternehmungslustig? Oder wirkt er passiv, gleichgültig, zeigt keine Freude mehr?

In deinem Fall würde ich wahrscheinlich die OP wagen, wenn ich das Gefühl habe, dass der Hund noch Lebensfreude besitzt, denn auch ältere Hunde stecken OPs oft recht gut weg (und die Entfernung der Gebärmutter gehört zu den Routineeingriffen). Der Tierarzt schätzt ihren Allgemeinzustand als gut ein und rät zur OP, ich würde da in diesem Fall auf sein Urteil vertrauen.
Wie viel Zeit ihr danach noch bleibt kann natürlich keiner sagen, vielleicht sind es nur ein paar Monate, vielleicht sind es aber auch noch 1 oder 2 Jahre.
 
L

Lemontree

28.01.2018
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Liebe Kompassqualle,
vielen Dank für deine Antwort. Das ist toll, dass ihr in eurer Situation gute Erfahrungen gemacht habt mit Operationen. Mit 13 Jahren war dein Rüde auch nicht mehr ganz jung, aber du hast deinen Hund wohl gut eingeschätzt, so wie er das verkraftet hat. Das war in eurem Fall ganz klar die richtige Entscheidung. Bei uns ist das ein wenig anders, denke ich. Wir haben uns jetzt entschieden, bei unserer 15 1/2 jährigen Hündin nicht mehr operieren zu lassen. Es war eine schwere Entscheidung, aber auch wenn sie noch gerne Leckerlies mag und im Park schnuffelt, ist sie doch schon sehr schwach auf den Hinterläufen, so dass sie öfter einfach ausrutscht und ich Angst habe, dass sie sich ein Bein auskugelt. Was soll das erst werden nach einer OP, wo der Organismus dann noch mehr geschwächt ist. Und wir denken, dass 15 1/2 Jahre für einen Hund in ihrer Größe ein wirklich sehr hohes Alter ist. Ich bin erst neulich einer ehemaligen Hundehalterin im Park begegnet, die Amy noch von früher kannte. Sie konnte es gar nicht glauben, dass das immer noch unsere Amy ist :'-)
Wir haben uns entschieden, sie nun palliativ behandeln behandeln zu lassen, das heißt sie bekommt Schmerzmittel und Antibiotika wg. der Entzündung, die der Tumor ausgelöst hat. Sie soll die Zeit, die sie noch hat, möglichst schmerzfrei und angenehm erleben :049:
 
Nienor

Nienor

Moderator
04.11.2008
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Hey

Das ist wirklich immer eine schwere Entscheidung, ob man einem so alten Tier einen derartigen Eingriff noch zumuten kann oder nicht. Gerade wenn es um Leben oder Tod geht wie in eurem Fall :(
Auch wenn du die schwere Entscheidung schon getroffen hast, mag ich noch kurz mitteilen, was mir beim Lesen durch den Kopf ging:
aber auch wenn sie noch gerne Leckerlies mag und im Park schnuffelt, ist sie doch schon sehr schwach auf den Hinterläufen, so dass sie öfter einfach ausrutscht und ich Angst habe, dass sie sich ein Bein auskugelt.
Hattet ihr dem Tierarzt das gesagt und hat er sich dazu geäussert? Oder leidet sie bereits an Athrose & Co., was die Probleme erklärt.
Gerade Gebärmuttergeschichten können sich ähnlich auswirken, bei Ratten kann es sogar zu ziemlichen Lähmungserscheinungen der Hinterhand kommen, wenn die Gebärmutter tumorös und damit einhergehend infektiös verändert ist. Da spielen auch die (sehr starken) Schmerzen eine Rolle. Vielleicht bessert sich das ja jetzt durch die Medikation etwas. Zu wünschen wäre es eurer Amy, damit sie am Ende ihrer Tage nochmal etwas weniger Beschwerden hat.

Auf jeden Fall wünsche ich euch noch möglichst viele schöne Tage mit eurer Amy. Geniesst wirklich jeden Moment, denn mit dieser Erkrankung kann es wirklich jeden Tag soweit sein :(
 

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