SOS Algenaquarium

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Lizzy2000

Lizzy2000

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Hallöchen,

ich weiß, dass es hier einen Algen-Leitfaden gibt und den hab ich mir auch schon durchgelesen und weiter im Internet recherchiert, aber ich komme nicht weiter. Seit ca. einem Monat habe ich ein extremes Fadenalgenproblem.


Kurz ein paar Daten:
60l Dennerle Nano Cube
XL Dennerle Mini-Eckfilter
Eheim Heizstab, 26 Grad
Dennerle Trocal LED 18 Watt
Wurzel, Steine
Pflanzen: Wasserpest,
Echinodorus, Moos, Fettplatt, sowas wie Rotala
Besatz: 7 Blutsalmler, zwei Guppyweibchen, 2 kleine Platys und zwei Ancistrus
Licht: ca. 8 h, keine direkte Sonneneinstrahlung


Das AQ ist seit 3-4 Jahren ca in Betrieb und ich hatte nie so richtige Probleme mit Algen. Die letzten Monate habe ich nichts am Aquarium verändert, aber dennoch sind auf einmal grüne Fadenalgen aufgetaucht und sie wuchern immer mehr. Sie verschlingen die ganzen Pflanzen seit Wochen und produzieren viele Blubberbläschen. Wenn sie sich nicht zu sehr an die Pflanzen festgeklammert haben, kann ich sie teilweise manuell entfernen, aber sie kommen immer wieder.
Füttern tu ich relativ wenig und es sind keine Fische gestorben seit langem.

Nun bin ich am Überlegen, das Aquarium neu aufzusetzen. Nächste Woche ist AQUA-Fisch-Zeit und da könnte man sich ja neue Pflanzen und eventuell Schnecken bzw. Algenfressenden Fischen besorgen. Es ist nur ziemlich kurzfristig. Die Fische könnte ich in unser 85-Becker zwischenzeitlich umquartieren.


Oder was würdet ihr mir raten?
Über Antworten würde ich mich sehr freuen.


LG Lizzy
 
02.03.2018
#1
A

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Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Ulli zu werfen. Vielleicht hilft dir das ja weiter.
Der Grasfrosch

Der Grasfrosch

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Könntest du deine Wasserwerte und ein Foto des Beckens posten?
 
Cerridwen

Cerridwen

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Im Grunde haben Fadenalgen meist wenige Ursachen:
- zu wenig NO3 (Optimum: 10-20mg/l)
- zu wenig CO2 (Optimum: 20mg/l)
- zu viel Fe (Optimum: 0,05-0,2mg/l)
Kannst du diese Werte genau ermitteln? Auch PO4 (Optimum: 0,5-1,5mg/l, bzw. 1/10 des NO3-Wertes) und K (Optimum: 10mg/l) wären interessant.
Eine Optimierung dieser Parameter, zusammen mit konstantem Absammeln, bringt so gut wie immer rasche Beseitigung der Algen.

Algenfressende Tiere werden das Problem nur optisch kaschieren, aber nicht lösen. Außer Amanogarnelen gibt es auch keine mir bekannten Tiere, die zuverlässig Fadenalgen fressen; und dann auch nicht in solchen Massen, wie sie bei dir vorhanden scheinen. Davon abgesehen ist ein 60l Cube kein Heim für Amanos.
 
Lizzy2000

Lizzy2000

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Hallöchen,

hab grade das Wasser getestet:
Cl 0,8-1,5
pH 7,6
KH 6-10°d
GH >14°d
NO2 0
NO3 0

IMG_4847.jpg

IMG_4848.jpg

IMG_4849.jpg


LG Lizzy
 

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Lydina

Lydina

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Hallo,

ich würde die Fadenalgen täglich manuell absammeln bei der Menge. Mit einer Pinzette geht das gut, einfach damit greifen, etwas zusammenzwirbeln und dann abzupfen.
Sicher, dass du gar kein NO3 nachweisbar hast? Das wäre ja doch sehr ungewöhnlich, gerade da du Tierbesatz hast. Sind die Tests noch haltbar und hast du Tröpfchen- oder Stäbchentests genommen?

Stäbchentests geben nur grobe Werte wieder (und das zudem abhängig von Lichtquelle, Trockenzeit etc.), wenn dir die Neuanschaffung von Tropfentests erst mal ungewollt zu teuer wäre, dann könntest du eine Wasserprobe in einem sauberen Gefäß mitnehmen und im Zooladen testen lassen (inklusive PO4 und Fe).

Chlor sollte eigentlich gar keins nachweisbar sein, sonst läuft da auch etwas gravierend falsch.
Wenn tatsächlich gar kein NO3 nachweisbar ist, könnten wir den Auslöser schon gefunden haben.

Liebe Grüße!
 
Cerridwen

Cerridwen

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Die Kombination der gemessenen Werte deutet auf Stäbchentest hin. Eine Tendenz kann man ja schon mal erkennen: kein NO3. Wenigstens an dieser Stelle besteht Handlungsbedarf. Bei 0 NO3 sind Algen vorprogrammiert.
 
Lizzy2000

Lizzy2000

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Hallo,

Ja, bei Nitrit und Nitrat war das Feld völlig weiß.
Ich habe den JBL EasyTest 6 in 1 benutzt also solche Teststreifen. Es war einer der letzten in der Packung, aber wir haben auch eine neue, deshalb werde ich nachher nochmal einen Test machen.

Die Algen manuell absammeln wird schwer, weil relativ viel Moos drin ist und die Algen richtig schön in dem Moos hängen. Wenn ich die Algenfäden rausziehe, kommt immer das Moos mit.

LG Lizzy
 
Cerridwen

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Unterstützend kannst du Salicylsäure anwenden, gibt es z.B. von Easylife. Fadenalgen reagieren darauf recht empfindlich. Die Säure ersetzt aber nicht die optimierte Nährstoffversorgung mit Makros.
 
Lizzy2000

Lizzy2000

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Hallo Leute nochmal,

ihr hattet Recht. Der Test war seit Feb 2017 abgelaufen, hab aber gerade mit einem neuen Teststreifen getestet. Das Ergebnis:

CL 0
pH 6,8
KH 6°d
GH >14-16°d
No2 0
No3 10

Wisst ihr, ob Dehner oder kleinere Fressnapf-Märkte solche Wassertests wegen Fe und PO4 durchführen können?

Und würde es Sinn machen, die komplette Beleuchtung mal für einen ganzen Tag abzustellen?



Danke und LG
Lizzy :)
 
Cerridwen

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Hallo,

Wenigstens von Fressnapf weiß ich, dass sie solche Tests anbieten. Ob du dafür bezahlen musst weiß ich nicht, das scheint marktabhängig.

Lichtpause wird bei Blaualgen (Cyanos) empfohlen, ist bei Fadenalgen wirkungslos und schwächt die Wasserpflanzen zusätzlich. Die wirkungsvollsten Bekämpfungsmaßnahmen haben wir dir ja schon genannt; ein NO3 von 10 ist schon mal viel besser, daran musst du nichts ändern. Ich bin gespannt, wie die anderen Werte liegen.

Hast du Technik im Becken, die CO2 austreibt? Dazu zählt alles, was die Wasseroberfläche vergrößert, z.B. Sprudelsteine, Diffuseraufsätze für Filter, stark bewegte Wasseroberfläche, Wasserfälle etc. Als ich einmal in einem AQ eine starke Fadenalgenbelastung hatte, half es schon enorm, den Luftheber, der den Schwammfilter antrieb, herauszunehmen und gegen eine andere Art der Filterung zu tauschen. Der gemessene CO2-Wert hob sich schlagartig um 5-10mg/l.
Dazu noch NPK-Dünger in halber Dosierung, Fe-Düngung komplett pausiert, Salicylsäure und manuelles Absammeln. Nach 2 Monaten keine Algen mehr, und sind auch nie wieder aufgetreten.
 
Lydina

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Hallo,

ich würde NPK nur düngen, wenn CO2 ins Becken geleitet wird. Denn die Algen wachsen und verbrauchen NPK auch ohne CO2-Düngung, die regulären Wasserpflanzen aber kaum bis gar nicht.

Bevor du jetzt wahllos irgendwelche Dünger ins Becken kippst, würde ich erst einmal die CO2-Versorgung sicherstellen. Oft ist das schon ausreichend bei Becken mit Besatz, um Algenprobleme zu lösen. Durch den Tierbesatz sollte für die Pflanzen genug Nährstoffeintrag stattfinden, zumindest bei deinen derzeitigen Pflanzen, die jetzt auch nicht so aussehen, als hätten sie gravierende Nährstoffmängel. Für den Dennerle Innenfilter gibt es sogar ein spezielles, recht kostengünstiges BIO-CO2 Set, das an den Filterauslass angeschlossen wird, wenn du nicht gleich eine Druckgasanlage anschaffen willst.

Wenn sich innerhalb weniger Wochen nichts ändert, kann man immer noch schauen, welcher Nährstoff denn fehlt oder zu viel vorhanden ist.
Jedenfalls würde ich so vorgehen. :)

Liebe Grüße!
 
Cerridwen

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ich würde NPK nur düngen, wenn CO2 ins Becken geleitet wird. Denn die Algen wachsen und verbrauchen NPK auch ohne CO2-Düngung, die regulären Wasserpflanzen aber kaum bis gar nicht.
Ich habe an keinem meiner Aquarien CO2, und dünge trotzdem (erfolgreich) mit NPK. Mit dem Düngekonzept des Estimate Index klappt das hervorragend. ;)
 
Lizzy2000

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Hallöchen,

@Cerridwen: Ja, ich habe eine Pumpe mit Sprudelstein im AQ und auf der Wasseroberfläche sind viele Blubberblasen, die dann zerplatzen. Soll ich die Pumpe jetzt abstellen oder nicht?

War gestern beim Dehner, aber irgendwie nicht so erfolgreich. Der Berater war ein bisschen verpeilt und wusste glaube ich nicht so recht, welche Tröpfchen er aus dem Testkoffer nun wohin tun sollte. Bei den Fe-Tropfen blieb das Wasser farblos.
Außerdem habe ich gestern ein kleines Fläschchen Makrodünger mit NPK geholt, sollte ich das mal ausprobieren? Algizit wird ebenfalls gerade ausprobiert, das soll ja nicht schädlich sein.

Die Bio-Co2-Anlage habe ich mir mal angeschaut, die sieht ja wirklich nicht schlecht aus und ist echt nicht teuer. Mal sehen, ob ich sie auf der AquaFisch-Messe bekomme, die ist ja am Wochenende :D

LG von Lizzy und ihren Algen :shock:
 
Cerridwen

Cerridwen

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Ohne Ausgangswerte ist die Zugabe von Dünger wie Russisch Roulette. Wenn noch überhaupt nicht klar ist, wo Bedarf besteht, würde ich noch nichts reinkippen.

Für die Kontrolle des CO2-Wertes gibt es Dauertests zu kaufen. Die blaue Testflüssigkeit färbt sich je nach CO2-Gehalt im Wasser von blau über grün nach gelb. Abhängig von der KH des Wassers kann man dann mit einer mitgelieferten Tabellenskala den CO2-Wert ablesen. Bei unter 10mg/l lohnt sich die Anschaffung oder Herstellung von Bio-CO2. Selber basteln macht übrigens Spaß und kostet nicht viel, bei Interesse kann ich dir gerne eine Anleitung zukommen lassen.
 
Lydina

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Ich habe an keinem meiner Aquarien CO2, und dünge trotzdem (erfolgreich) mit NPK. Mit dem Düngekonzept des Estimate Index klappt das hervorragend. ;)
Kann funktionieren, muss aber nicht. Ich würde es nicht tun, gerade wenn sowieso schon Algenprobleme vorhanden sind und die Wasserwerte unbekannt.


NPK ohne CO2-Einleitung und bei Ausströmerstein, der das zusätzlich ausleitet und bei vorherrschendem, starkem Algenproblem bin ich raus, was die Zugabe angeht, erst Recht, weil der Fischbesatz gefüttert wird und somit eben genau das ins Becken gebracht wird.

Ich würde erst mal wirklich genau nachschauen (und zur Not die Tropfentests eben auch selbst kaufen), welche Werte überhaupt wo liegen (hier eben wichtig NO3, PO4, K, Fe und CO2) und prüfen, ob irgendwo überhaupt ein Mangel oder Überschuss vorhanden ist, gerade auch weil der Verkäufer offensichtlich nicht wusste, was er da überhaupt tat und bei falscher Anwendung hat man auch keine Ergebnisse.

Und irgendwelche Algenmittel ins Becken kippen, das würde ich auch nicht. Zum einen weiß man nie so genau, was da drin ist und zum anderen löst es dein Problem ja auch nicht. Sobald du das Mittel nicht mehr verwendest, werden mit Sicherheit die gleichen Algen wieder kommen, sofern sich an den Wasserparametern nichts ändert. :eusa_think:

CO2 selber basteln kann man, habe ich auch mal gemacht, allerdings ist das ebenfalls wie russisch Roulette (und die PET-Flaschen echt hässlich), gerade wenn man sich diverse höchstunterschiedliche Rezepte im Internet anschaut. ;) Dann stellt sich immer noch die Frage, wie man es einleitet und das auch so effizient wie möglich. Dazu braucht es einen Diffusor. Ich will hier keine Werbung machen, aber da sie schon den Dennerle Eckfilter besitzt, würde ich empfehlen dieses Set dafür zu besorgen, da dort ein kleiner Filterdiffusor dabei ist (wenn man dort einen sauberen Zigarettenfilter in die Öffnung steckt, kommen da nahezu so kleine Bläschen raus wie aus einer Diffusorglocke!), ein CO2-Schlauch und es ist eine passende Flasche dabei, für die es angepasste Rezepte gibt, um sie selbst immer wieder nachfüllen zu können, wenn man das denn will, inklusive Blasenzähler. :)

Liebe Grüße!
 
Cerridwen

Cerridwen

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Ich stimme dir komplett zu, Lydina. Ohne aussagekräftige Werte macht Düngung jeder Art keinen Sinn.
 
S

Simpat

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Bei mir haben meine Amano-Garnelen anfangs, aufkommende Fadenalgen verhindert. Inzwischen habe ich nur noch ab und zu so Pinselalgen, je nach Beleuchtungsdauer, aber es hält sich echt in Grenzen. Gedüngt wird nur mit einem Eisendünger, kein Volldünger und ich habe wenig Wasserbewegung an der Wasseroberfläche, kein zusätzliches CO2, aber auch keine anspruchsvollen Pflanzen, hauptsächlich Crypto, Valisnerien und Echinodorus und eine Hälfte vom Becken wird mit Schwimmpflanzen abgedeckt.

Eisendünger gebe ich auch nur alle 3-4 Wochen rein und weniger als angegeben. Eisendünger wird sehr schnell von den Pflanzen aufgenommen, den Eisenwert solltest du am besten so eine halbe Stunde nach der Zugabe vom Dünger messen, danach ist er meist kaum noch messbar. Ich würde aber wenn man testet, dann die Tröpfchentests, den Streifentests vorziehen, die Streifentests sind mir zu ungenau.
 
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Cerridwen

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@Simpat ein Volldünger ist meist auch in Hauptsache ein Eisendünger. Nur die Verteilung der anderen Mikros ist etwas anders. ;)
 
Cerridwen

Cerridwen

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Ich sag ja, Eisendünger = Mikrodünger. :)
 
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