Vertragsstrafe wegen nicht geplantem Deckakt

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Bluebulls21

Guest
Hallo ihr Lieben,
es bietet sich folgender Sachverhalt: Mein Mann und ich haben uns im März 2017 einen Welpen gekauft, bei einem Züchter der beim DBC gelistet ist.

Der Kaufvertrag beinhaltet lediglich eine Klausel in der steht, ich zitiere:
Abs.5
Beabsichtigt der Käufer, den Hund abzugeben, informiert er den Verkäufer.
Für den Fall der Abgabe räumt der Käufer dem Verkäufer ein Vorkaufsrecht zum oben angegebenen halben Kaufpreis ein.
Verletzt der Käufer diese Verpflichtung, wird in diesem Falle eine Vertragsstrafe in Höhe von 2500,00€ fällig.
Abs.6
Die eventuelle Zuchtverwendung des Hundes bedarf der Zustimmung des Verkäufers und ist ausschließlich nach den Zuchtbestimmungen des DBC'S gestattet.

Nun ist es so, das wir zum Zeitpunkt des Kaufes schon eine Hündin hatten von der der Verkäufer wusste.

Jetzt kommen wir zu dem eigentlichem Problem:
Unsere Hündin war läufig und in der Zeit in der wir nicht Zuhause waren in einer für sie vorgesehenen Box,(dafür gibt es Zeugen) als wir der Meinung waren die läufigkeit seie vorüber durfte die Hündin wieder mit dem Rüde zusammen sein,
Wir können uns nicht erklären wie es trotzdem zu einem Deckakt kommen konnte.
Wir stellten dann ca. am vierzigsten Tag fest das unsere Hündin trächtig ist.
Jetzt ist es so, das der Züchter von der trächtigkeit unserer Hündin erfahren hat, und wirft uns vor wir würden den Rüden
zur offiziellen und geplanten Zucht verwenden,
was überhaupt nicht in unserem Interesse steht.

Der Züchter hat uns einen Brief zukommen lassen in dem steht,ich zitiere:
Sie haben den Hund X ohne unser Wissen zur Zucht genommen. Dies ist ein Vertragsverstoß, zudem haben sie nicht nach den Richtlinien des DBC's gezüchtet.
Der Hund X war zum Zeitpunkt des Deckens höchstens 11 Monate alt.
Aus diesen Gründen kriegen sie von uns diese Abmahnung mit der Aufforderung die Vertragsstrafe von 2500,00€ innerhalb von 2 Wochen bis zum 23.03.2018 auf unser Konto zu zahlen.
Sollten sie das nicht tun, werden wir diese Angelegenheit unserem Anwalt weitergeben, was weitere Kosten nach sich ziehen wird.

Gestern hatte sich der Züchter telefonisch mit uns in Verbindung gesetz und verlangte nicht mehr die angegebenen 2500€ sondern die Offenlegung der von den Welpen verkauften Kaufverträge und möchte sich davon einen aussuchen und hätte dafür gerne das Geld.

Es sind beides meine Hunde ich habe sehr viel Geld dafür bezahlt als ich sie gekauft habe, ich habe nicht vor zu züchten dies war eher ein Unfall der lange unentdeckt blieb da wir zu der Zeit ein Haus umgebaut haben und ich selbst schwanger bin und eine schwere autoimunerkrankung habe die mich im Alltag extrem einschränkt.

Wir hoffen auf baldige Aufklärung.

Mit freundlichen Grüßen
Sarah und Andy
 
11.03.2018
#1
A

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Guest

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Foss

Foss

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Grüß dich,

Das ist ein gar nicht so einfaches Thema und ich würde dir empfehlen, Online mal in einem Rechtsforum nachzufragen.
Einige meinen, dass so ein Kaufvertrag Nur rechtens ist, wenn darin auch schriftlich festgehalten wird, dass alle Verantwortung/Besitzrecht des Hundes an dich geht. Damit bist du Käufer und entsprechend kann es dem Züchter egal sein was du mit deinem Hund machst oder nicht.

Viele dieser Zuchtklauseln sorgen im Grunde nur dafür, dass der Züchter sein Tier schützen möchte, sie aber vor dem Rechtsstaat eigentlich rechtsungültig sind. Dazu gibt es leider sehr viele verschiedene Urteile und es ist gar nicht so einfach, sich da durchzuwuseln.

Ich würde umgehend reagieren, den Züchter kontaktieren und klarstellen, dass dies keineswegs so beabsichtigt war. Vielleicht kommt ihr ja trotzdem zu einer friedlichen Abmachung, denn die ist immer diversen Streiereien vorzuziehen.
Und bloß nicht einschüchtern lassen, viele solche Verträge dienen gerade im Tierschutzbereich einfach der Abschreckung auch wenn sie nichts rechtens ist.

Ist wie bei "Vorkontrollen" - normale Tierschutz-Vereine haben kein Recht dazu, Personen im Vorraus zu kontrollieren. Viele spielen sich jedoch so auf, als hätten sie das Recht dazu.
Das selbe auch bei der Nachkontrolle...wenn da der Verein plötzlich vor der Türe steht, kann man sich weigern und den Leuten die Tür vor der Nase zuschlagen, da dies eine Behördensache ist und nicht eines privaten Vereins ;)

Nicht einschüchtern lassen und einfach mal neutral bei entsprechenden Rechtsberatungen Informationen einholen.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Unabhängig von der Rechtslage:

Wenn ihr euch nicht sicher seid über den Ablauf einer Läufigkeit dann solltet ihr es ins Auge fassen den Rüden unfruchtbar machen zu lassen. Nicht kastrieren, sondern sterilisieren.
Hündinnen können nur während der Stehtage gedeckt werden, d.h. sie muss in diesen mit dem Rüden unbeobachtet zusammen gewesen sein.

Manche Hündinnen haben leider Gottes sehr unauffällige Läufigkeitsanzeichen oder verlängerte Stehtage etc. und da fällt es selbst erfahrenen Züchtern schwer den genauen Zyklustag zu bestimmen.

Zum Züchter selbst...naja. Was will er mit einem Hund, der "inoffiziell" entstanden ist? Selbst damit züchten?
Zumal ihr die Welpen ja bereits verkauft habt- sollt ihr dann jmd. den Welpen wieder wegnehmen?
Ziemlicher Blödsinn.
Sind die Welpen überhaupt reinrassig, sprich beide Elterntiere gehören der gleichen Rasse an?
 
B

Bluebulls21

Guest
Hi, also nochmal auf den Züchter zurück.
Er möchte keinen Welpen sondern den Erlös von einem er möchte die Kaufverträge sehen und sich einen davon aussuchen.
Also jetzt keine 2500€ mehr.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

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Ja, ne...das ist Blödsinn.
Er kriegt ja keine Decktaxe, wenn sein Rüde deckt.

Irgendwie scheinen Züchter häufig Besitz und Eigentum zu verwechseln.
 
Audrey

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Witzig... Kaufvertrag ist Kaufvertrag. Ihr könnt dann mit dem Hund machen was ihr wollt. Ist ja euer "Eigentum". Weiterhin müßte dann ja erstmal bewiesen werden, daß besagter Hund überhaupt der Vater von den Welpen ist - eure Hündin hätte ja auch anderweitig gedeckt werden können?

Also ich persönlich würd mich jetzt gar nicht auf die Rechtslage fixieren, ich würd einfach sagen "sorry, euer Hund ist gar nicht der Papa, alles gut". Ist rechtlich nicht einwandfrei, aber dann hast wenigstens Deine Ruhe...
 
*Mischling*

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Da gibts nur eines: Einmal selbst zum Anwalt, Antwort aufsetzen lassen, dass daraus nix wird, fertig. Das klingt nach aufgeblasenem Getue und lässt sich nur auf eine Art beenden: Schnell, deutlich, sachlich, distanziert.
 
Kompassqualle

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Für den Fall der Abgabe räumt der Käufer dem Verkäufer ein Vorkaufsrecht zum oben angegebenen halben Kaufpreis ein.
Der Züchter kann sich ein Vorkaufsrecht einräumen, er kann dafür aber nicht den Preis festlegen, wenn du ein besseres Angebot hättest, wärst du nicht gezwungen den Hund unter Wert an den Züchter zurückzugeben, ansonsten hättest du ja einen entscheidenden Nachteil.

Verletzt der Käufer diese Verpflichtung, wird in diesem Falle eine Vertragsstrafe in Höhe von 2500,00€ fällig.
Abs.6
Die Formulierung über das Vorkaufsrecht nicht ganz zulässig sein dürfte, könnte es schwer werden die Vertragsstrafe für Gericht geltend zu machen. Könnte mir vorstellen, dass der Züchter damit nicht durchkommen kann.

Die eventuelle Zuchtverwendung des Hundes bedarf der Zustimmung des Verkäufers und ist ausschließlich nach den Zuchtbestimmungen des DBC'S gestattet.
Ich habe kein Ahnung ob das zulässig ist, wird dabei auch explizit auf die Vertragsstrafe verwiesen?

Aus diesen Gründen kriegen sie von uns diese Abmahnung mit der Aufforderung die Vertragsstrafe von 2500,00€ innerhalb von 2 Wochen bis zum 23.03.2018 auf unser Konto zu zahlen.
Sollten sie das nicht tun, werden wir diese Angelegenheit unserem Anwalt weitergeben, was weitere Kosten nach sich ziehen wird.
Am besten wäre es, ihr lasst die Forderung von einem Anwalt prüfen und von diesem auch einen Gegenbrief formulieren. Da der Züchter nicht beweisen kann, von welchem Rüden eure Hündin schwanger ist, dürfte er es mit so einer Forderung vor Gericht aber schwer haben.

Gestern hatte sich der Züchter telefonisch mit uns in Verbindung gesetz und verlangte nicht mehr die angegebenen 2500€ sondern die Offenlegung der von den Welpen verkauften Kaufverträge und möchte sich davon einen aussuchen und hätte dafür gerne das Geld.
Kann er ja fordern, hat er aber sicher kein Anrecht drauf. So eine Vereinbarung ist auch nicht im Vertrag formuliert, warum solltet ihr darauf eingehen? Was will er auch mit dem Hund, wenn dieser doch eh nicht unter den Richtlinien des Vereins gezüchtet wurde und damit für seine Zucht ohnehin wertlos ist?
Da gibts nur eines: Einmal selbst zum Anwalt, Antwort aufsetzen lassen, dass daraus nix wird, fertig. Das klingt nach aufgeblasenem Getue und lässt sich nur auf eine Art beenden: Schnell, deutlich, sachlich, distanziert.
So würde ich es wohl auch machen und jegliche andere Korrespondenz übers Telefon etc einfach ablehnen.
 
Maravilla

Maravilla

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die Offenlegung der von den Welpen verkauften Kaufverträge und möchte sich davon einen aussuchen und hätte dafür gerne das Geld.
Widerspricht das nicht dem Datenschutz? In der Verträgen stehen doch bestimmt die Namen und ggf. auch Anschriften der neuen Halter. In die hätten die Züchter dann ja auch Einsicht, obwohl es sie überhaupt nichts angeht.

Mich wundert auch die Höhe der Vertragsstrafe. Ich weiß nicht, wie viel ihr für den Hund bezahlt habt. Aber ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Vertragsstrafe den Erwerbspreis nicht überschreiten darf/sollte bzw. dann unwirksam ist.

viele Grüße
Maravilla
 
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