Bis dass das Altersheim uns scheidet

Diskutiere Bis dass das Altersheim uns scheidet im Hundehütte Forum im Bereich Hunde Forum; Ich finde es immer wieder so traueig, wenn ich lese, dass Tiere von alten Leuten vermittelt werden, die ins Altersheim gehen firstund deren...
Elkecita

Elkecita

Registriert seit
03.09.2013
Beiträge
816
Reaktionen
11
Ich finde es immer wieder so traueig, wenn ich lese, dass Tiere von alten Leuten vermittelt werden, die ins Altersheim gehen
und deren Familie sich nicht um das Tier kümmern können oder wollen. Da werden zwei Herzen gebrochen, und ein alter Mensch muss sich nicht nur von seiner gewohnten Umgebung trennen, Sonde n sich auch noch vom geliebten Freund und Tier verabschieden.

Ist mir grad wieder so durch den Sinn gegangen, weil ich heut früh wieder so eine Tiervermittlung aus dem Grund in Facebook las
 
30.05.2018
#1
A

Anzeige

Guest

Ich kann dir empfehlen, mal einen Blick in den Ratgeber von Heike zu werfen.
Lydina

Lydina

Registriert seit
11.12.2011
Beiträge
360
Reaktionen
0
Hallo,

deswegen überlegt man sich doppelt und vierfach, ob man in höherem Alter noch ein Tier aufnimmt, das 10 Jahre oder länger lebt und was mit dem Tier geschieht, sollte man plötzlich in ein Pflegeheim müssen. Meiner Meinung nach ist das dann einfach selbstverschuldet.
Damit sage ich nicht, dass Menschen in höherem Alter keine Tiere mehr halten sollen oder gar dürfen, sondern dass sie einen Rückhalt brauchen, der sich kümmert und falls es diesen nicht gibt, dass sie mit bestem Gewissen davon ausgehen können, dass das Tier dann anderweitig vermittelt wird bzw. im Tierheim landet.
Das ist traurig, aber wie gesagt: das weiß man in der Regel vorher und plant das entsprechend.

Liebe Grüße!
 
E

Eifelkater

Registriert seit
23.09.2014
Beiträge
157
Reaktionen
0
Ich kenne nicht viele Leute die wirklich davon ausgehen, dass sie im Altenheim landen.
Allerdings sollte man sich zumindest ab 60 ( auch wenn vorher schon immer was passieren) kann, überlegen, ob es tatsächlich noch ein Welpe sein muss, oder ob ein deutlich älteres Tier nicht auch eine Option wäre.
Darüberhinaus brauchen wir dringend mehr Altenheime oder betreutes wohnen, wo Tierhaltung tatsächlich erlaubt ist. Aber das ist dann auch wieder dementsprechend teurer.
 
Lydina

Lydina

Registriert seit
11.12.2011
Beiträge
360
Reaktionen
0
Hallo,

das Ding mit den Pflegeheimen, die Tierhaltung erlauben, ist aber das gleiche: Das Pflegeheim wäre im schlimmsten Falle für die Versorgung des Tieres verantwortlich, deswegen ist das auch entsprechend und gerechtfertigterweise teuer.
Und egal, ob ich davon ausgehe, dass ich in ein Heim muss oder nicht: Wenn ich älter bin, so ab 50, muss ich davon ausgehen, dass ich jemanden brauche, der sich kümmert (ob aufgrund von plötzlichen körperlichen Problemen wie Arthrose, BSV, Herzerkrankungen etc. oder aufgrund der Tatsache, dass ich mit 65 plötzlich in ein Heim muss).
Finde ich keinen, der sich bereit erklärt, dann weiß ich ganz klar: Wenn mit mir was ist, dann ist der Hund/das Tier im Heim.
Klar, das kann auch mit 25 passieren, die Wahrscheinlichkeit ist aber wesentlich geringer und die Ausgangssituation familiär gesehen bzw. der soziale Rückhalt und die Möglichkeiten meist noch besser (man hat i.d.R. noch Eltern/Geschwister/gleichjungen Lebenspartner/Freunde etc.).

Und wenn wir mal den traurigen Fakt betrachten, dass es nicht mal annähernd genug Pflegekräfte gibt, um überhaupt unsere ältere Generation zu versorgen (sowohl stationär als auch (und gerade da ganz besonders!) ambulant), dann weiß ich nicht, wie diese wenigen Leute sich auch noch um irgendwelche Haustiere kümmern sollen, wozu sie auch nicht mal ausgebildet sind. Noch dazu kenne ich Altenpfleger persönlich, die sich zum Teil zeitweise um die "Pflegeheimkaninchen" kümmern mussten oder sich gar mal um die Vögel von Bewohnern. Das war mit das lästigste, da es unnötige Zeit fraß (was evtl freie Zeit, die man für die Bewohner nutzen könnte, komplett vernichtet), überhaupt nicht deren Ausbildung entsprach und zwanghaft aufgebunden wurde. Dementsprechend waren diese Tiere alle nur notdürftig versorgt, denn die Qualität der Pflege darf ja nicht leiden, die wird ja schließlich überwacht.

Dazu kommt, dass diverse Menschen auch diverse Allergien haben. Da ich selbst von Allergien betroffen bin, weiß ich wie schrecklich es ist, wenn man diese aushalten muss. Somit können Pflegeheime auch gar keine Tiere aufnehmen, da manche Bewohner allergisch sein könnten oder werden könnten. Mir fällt spontan ein privates Altenheim ein, das explizit Tierhaltung sogar erwünscht. Allerdings bringen diese Bewohner nicht ihre eigenen Tiere mit, sondern die Tiere gehören dem Heim.

Eine Familienangehörige arbeitet in einem Pflegeheim, in welches über die Zeit hinweg mittlerweile nun 3 Katzen zugelaufen sind. Der eine Besitzer kam eines Tages mit Impfausweis und Kratzbaum, weil sein Tier nicht mehr heim kam, die anderen beiden sind vermutete Streuner. Die Katzen werden gut versorgt, das übernehmen größtenteils die Senioren, fahren die Katzen sogar auf ihren Rollatoren umher, bürsten sie etc. Gesetzlich ist es wegen der Hygienevorschriften mehr oder weniger in der Grauzone. Der MDK hat es zumindest mal noch nicht bemängelt, PDL und Heimleitung auch nicht. Aber bekommt einer eine Allergie, müssen alle direkt ins Tierheim. Es sei nun dahingestellt, ob das so gut ist.

Liebe Grüße! :)
 
McLeodsDaughters

McLeodsDaughters

Registriert seit
09.01.2007
Beiträge
13.183
Reaktionen
16
Es kann genauso passieren, dass jemand mit 40 oder 50 stirbt und das Tier ins Tierheim muss. Oder jemand noch jüngeres hat einen Unfall und kann sich anschließend nicht mehr kümmern?! Ich könnte auch einen Unfall haben, querschnittsgelähmt sein und dann? Alle meine Viechers könnte ich dann sicher nicht behalten. Und meine Eltern lieben meine Monster zwar auch, aber ich würde denen gar nicht alle aufs Auge drücken wollen. Dann dürfte sich keiner Tiere anschaffen.

In jedem Alter kann was passieren, dafür muss man nicht alt sein. Und ab 60 keinen Welpen mehr... Nur, wie viele Tierheime vermitteln an Menschen ab 60 auch keinen Hund? Liest man doch ständig.
Natürlich würde ich ab einem gewissen Alter keinen Welpen mehr empfehlen, aber 60 finde ich da noch etwas früh bzw. kommt es auf den generellen Allgemeinzustand an (gibt ja mit 60 schon Leute, die das auch körperlich nicht mehr schaffen). Meine Eltern sind 61 bzw. 62 und noch fit, allerdings würden sie schon wegen der Arbeit, die mit einem Welpen zwangsläufig kommt, keinen Welpen haben wollen. Sie sind auch nicht die Leute, die in eine Hundeschule "rennen" würden. Ich würde auch einen Hund, der aus dem gröbsten raus ist, bevorzugen.

Und selbst wenn: Man kann genauso gut im hohen Alter z.B. eine 10 jährige Katze aufnehmen und die lebt dann auch noch 10 Jahre.

Ich sehe das Problem eher an den Heimen. Natürlich kann nicht jeder sein Tier mitbringen und jemand der intensiv gepflegt werden muss, kann sich ja gar nicht mehr kümmern. Aber es sind ja auch genug Leute im Heim, die sich noch selbst versorgen können und die könnten sich um einen Hund kümmern. Bei uns gibt es eins, wo Tiere in die Wohnanlage dürfen, aber nur in den Bereich, wo die Leute sich noch selbst versorgen.
Und das Problem mit den Pflegekräften ist Hausgemacht. Gestern Abend war ein Bericht im TV, da war ein Mann aus dem Kosovo, der Pfleger war und nicht arbeiten durfte, im Kosovo hat er keinen Job gefunden in seinem Beruf. Er ist dann zurück, weil ihm versprochen wurde, dass er dann eine Arbeitserlaubnis bekommt. Soweit ich mitbekommen, hatte er diese noch nicht bekommen, obwohl das schon 3 Jahre her war.
 
E

Eifelkater

Registriert seit
23.09.2014
Beiträge
157
Reaktionen
0
Wie gesagt...da müsste sich in der Pflege eben schon einiges ändern. Ich kann die Problematik ja durchaus nachvollziehen. Kleintiere sind ja noch relativ einfach händelbar. Aber lass sich mal ständig ein paar Kater kloppen. Oder der kleine Dackel am Rollator rennt plötzlich der Katze hinterher und die rennt durch den Mittagstisch.....Oder Opa Paul kommt ständig mit Oma Erna ins Gehege, weil Ihre Katze auf seinem Vogelkäfig sitzt....

Da müsste man wahrscheinlich schon Tierartenheime oder so anbieten.....
 
Elkecita

Elkecita

Registriert seit
03.09.2013
Beiträge
816
Reaktionen
11
Ja klar, ist schon irgendwie logisch, dass die meisten Heime keine Tiere akzeptieren, wobei es ch beim betreuten Wohnen das nicht so ganz einsehe.

60 Jahre sehe ich als Altersgrenze doch recht früh, grad wenn man bedenkt, dass wir demnächst alle bis zum 70. Lebensjahr arbeiten müssen ....!!!!!
 
Lydina

Lydina

Registriert seit
11.12.2011
Beiträge
360
Reaktionen
0
Hallo,

es ist nun auch keine Lösung, diverse Menschen aus anderen Ländern hier her zu holen, damit sie die Pflege der Tiere übernehmen oder dafür sorgen, dass Pflege(!)heime die Tierpflege anbieten können, weil die "Deutschen" dann ja mehr Zeit haben. Welch Logik :mrgreen:

Zudem kann ich versichern, dass gerade die Generation, die jetzt 65+ ist, in den meisten Fällen sich sehr unwohl fühlt, wenn da Menschen sind, die nicht gut und/oder gebrochen Deutsch sprechen. Ganz davon ab - und das weiß ich auch aus direkter Erfahrung - sind die Pflegeausbildungen in anderen Ländern vollkommen anders aufgebaut, weswegen diese Berufe oft auch nicht anerkannt werden und wenn doch, hat man da einen neuen Pfleger, der sich wundert, dass er Popos sauberwischen muss, weil er in seinem Ursprungsland nur dem Arzt assistiert hat etc. Beispielsweise ist das mit Krankenschwestern so, die bei uns die komplette Pflege machen, in anderen EU-Ländern aber tatsächlich nur dem Arzt assistieren. Dann werden die hier im Pflegeheim angestellt und man holt sich zwangsläufig erst mal einen Lehrling, der mühevoll eingearbeitet werden muss, bevor er das Team entlasten kann. So einfach ist das also gar nicht und Berichterstattungen im Fernsehen sind ja häufig auch nur sehr einseitig dargestellt.

Und wie ich bereits sagte: Es geht um alte Leute, die ins Heim kommen und deswegen ihr Haustier nicht mehr behalten können, nicht um junge Leute. Und wenn ich ein gewisses Alter überschreite, dann muss ich mir bewusst sein, dass ich schneller selbst Hilfe gebrauchen kann, als mir eventuell lieb ist und mit diesem Risiko hole ich mir auch ein Tier. Entweder ist das Risiko durch Familie/Freunde abgesichert, oder eben durch das Tierheim gewährleistet. Und da geht es nicht mal um Welpen - ein fünfjähriger Hund kann auch noch 10 Jahre leben. Und nicht jeder kann mal eben einen Hund unterbringen, Kleintiere bekommt man da noch wesentlich schneller und leichter im Umkreis unter, als den quierligen Jack Russel, der ja auch Ansprüche hat.

Aber wie gesagt, private Pflegeheime erlauben die Tierhaltung noch eher als städtische etc. Auf Nachfrage können Senioren, die ins Appartement ziehen (quasi Vorstufe zur vollstationären Pflege) durchaus noch ihren Waldi mitbringen und ihn versorgen, so lange sie eben können und zusätzlich aber die Hilfe der Pflegefachkräfte wahrnehmen, wenn sie diese benötigen. Der Übergang in die stationäre Pflege passiert ja nicht unbedingt von heute auf morgen, es ist ja meist ein eher schleichender Prozess, wenn man älter wird, dann kann man entsprechende Vorkehrungen treffen. Macht man dies nicht - dann bricht man sich eben selbst das Herz.
Ist allerdings auch nur meine Meinung und Erfahrung.

Edit: ich sage nicht, dass jemand ab Alter X kein Haustier mehr haben darf oder kein junges mehr - das muss jeder für sich selbst entscheiden, das ist nicht meine Sache. Es geht darum, dass man sich ab Alter X bewusst sein muss, dass man eben auch älter wird und durchaus pflegebedürftig werden kann bzw. die Pflege des Tieres nicht mehr tragen kann. Das fängt ja schon beim Putzen von Vogelvolieren oder beim Gassigehen mit dem Jack Russel an. Auch ist nicht jeder in der Lage, nach 60 noch arbeiten zu gehen. Rente ab 70 ist meiner Meinung nach sowieso kompletter Stuss. Das kann für manche Leute funktionieren, aber wenn man mal betrachtet, wie körperlich die meisten in dem Alter doch schon eingeschränkt sind (schlechteres Sehen/Hören, schlechterer Gang, erhöhtes Ruhebedürfnis, schnellere Erschöpfung etc., was eben völlig normal ist und selbst bei fitten Senioren der Fall ist), dann wird einem schnell bewusst, dass dies häufig gar nicht geleistet werden kann.

Liebe Grüße! :)
 
Hundefreundin12

Hundefreundin12

Registriert seit
12.12.2014
Beiträge
1.146
Reaktionen
83
Hallo.
Als ich mit 17 in einem Altenheim arbeitete, lebte dort eine Dame mit altem, kleinem Hund.
Der Hund konnte kaum mehr 200m gehen, die zwei waren so toll zusammen.

Das Ende vom Lied war, dass sie den Hund abgeben musste, obwohl sie MIT Hund einzog.
Ich wusste aber von anderen, dass der Hund nie auffaellig war.
Die Heimleitung wollte dies ploetzlich einfach nicht mehr.
Neben der Tatsache, dass ich das rechtlich sicher nicht geduldet haette als Tochter der Bewohnerin, hat diese Frau jeglichen Halt verloren.
Es war ihre Routine, ihre einzige Pflicht.

Der Hund ist im TH sicher die naechsten Wochen oder Monate gestorben.
 
S

Schweinemama

Registriert seit
17.05.2013
Beiträge
1.640
Reaktionen
58
Ich finde, daß Tiere auch im Altersheim eine Existenzberechtigung haben. WIr hier haben einige Altersheime, wo Tiere erlaubt sind, die halten teilweise selber Hasen, Hühner und Katzen. Hunde dürfen die Bewohner mitnehmen, wenn sie verträglich sind.

Unsere Nachbarin ist wenige Wochen nach ihrem Hund gestorben. Sie war eine rüstige Fast 90erin, der Hund als er starb fast 20 Jahre alt. Die zwei wackelten ihre täglichen Runden, kamen unter Menschen und waren mitten im Leben. Ohne Hund bekam sie dann noch einen Herzanfall, 8 Beipässe in einer OP, und wenige Tage nachdem sie aus dem Krankenhaus nach Hause kam, ist sie dort eingeschlafen wo sie 2 Jahrzehnte die Nächte mit ihrem Hund verbracht hat, in ihrem Bett, die Decke des Hundes lag immer noch neben ihr.
 
McLeodsDaughters

McLeodsDaughters

Registriert seit
09.01.2007
Beiträge
13.183
Reaktionen
16
es ist nun auch keine Lösung, diverse Menschen aus anderen Ländern hier her zu holen, damit sie die Pflege der Tiere übernehmen oder dafür sorgen, dass Pflege(!)heime die Tierpflege anbieten können, weil die "Deutschen" dann ja mehr Zeit haben. Welch Logik :mrgreen:
Wo hab ich denn geschrieben, dass der Mann die Tiere pflegen soll? :eusa_think: Er war Alten-(oder Kranken-)Pfleger. Solche Leute werden ja wohl händeringend gesucht!? Außerdem konnte er sehr gut deutsch (besser als so manch Deutscher oder jemand, der seit Jahren in Deutschland lebt). Das war auch eher allgemein darauf bezogen, dass du geschrieben hast, dass es nicht genug Pflegekräfte gibt. Und nicht auf die Situation mit den Tieren.

Tatsache ist, dass viele sich erst im Alter den "Traum" vom Hund erfüllen können. Sicher muss man dann nicht zum nächsten Züchter rennen. Aber theoretisch kann man auch vom TH-Hund überlebt werden. Egal wie alt dieser oder man selbst ist.
 
Midoriyuki

Midoriyuki

Registriert seit
13.12.2010
Beiträge
3.727
Reaktionen
144
Nur als Zwischeneinwurf:

Wer kümmert sich bei sowas um z.B. Erziehungsprobleme?
Ein Leben im Heim kann für Hunde echt furchtbar sein.


Katzen nicht minder- idR haben die Bewohner ein Zimmer mit Bad.
Mit Catwalks pflastern oder Freigänger, der Flöhe anschleppt?

Tiere sind von Vorteil, aber ich persönlich nicht sonderlich viel von Tieren in Pflegeeinrichtungen.

Hab in mehreren gearbeitet und in keinem wäre das für alle Seiten befriedigend realisierbar gewesen.

In einem Heim gab es Hühner, die über einen Verein und die Bewohner versorgt wurden- das war super.
 
seven

seven

Registriert seit
24.12.2006
Beiträge
15.154
Reaktionen
6
Ich sehe das als sehr zweischneidiges Schwert.
Natürlich kann ich verstehen, dass es für Senioren toll ist/wäre, wenn sie ein Haustier hätten, um das sie sich kümmern können - oder v. a. auch für Menschen, die bereits ein Haustier haben, dann ins Altersheim müssen und sich deshalb von ihrem Tier trennen müssen. Das ist traurig und tragisch.

Andererseits: Ich stelle mir gerade meine Oma vor - die hatte keine Haustiere, sie kam ins Altersheim, als sie dement wurde - im Anfangsstadium hätte sie sich sicher noch um ein Haustier kümmern können, aber ein Jahr später lag sie nur noch im Bett, war ein absoluter Pflegefall - und was dann mit dem Tier? Meine Oma wohnte nicht in unserer unmittelbaren Nähe, meine Mutter ist einmal pro Woche mit dem Zug hingefahren, und keiner aus der Familie hätte sich da um ein Haustier kümmern können bzw. auch wollen (meine Mutter lehnt Haustiere kategorisch ab und wettert auch ständig gegen meine Katzen).
Dann die Frage mit den Allergien - Hunde oder Katzen lassen sich nun mal nicht auf ein Zimmer beschränken, und wer da wirklich echte Allergieprobleme hat, der hätte ein Problem, wenn da ständig Hunde oder Katzen durchs Haus liefen (wobei ich mir beides grundsätzlich schwierig vorstelle...)
Oder Kleintiere - Hamster, Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen, Vögel... die müssen gepflegt werden, mindestens 2x täglich, viele brauchen Auslauf und sehr viel Platz - wie will man das leisten? Wer will das machen - und vor allem - wer KANN das machen?

Was ich mir als "Kompromiss" vorstellen könnte - dass z. B. Mitarbeiter des Altersheims ihre eigenen Hunde mitbringen, die dann eben im Schwesternzimmer "geparkt" werden (unsere Schulhunde werden zwischenzeitlich auch in einem separaten Raum "geparkt", natürlich nicht stundenlang, aber so 1-2 Stunden) und dann mit Bewohnern, die dazu noch in der Lage sind, entweder allein (nach entsprechender Schulung) oder in Begleitung Gassi geführt werden können. Oder dass es wirklich einen separaten Raum gibt, in dem eine Kleintierart gehalten wird, die dann von noch rüstigen Senioren mit Unterstützung der Pfleger versorgt werden.

Aber ich denke, ein Hamsterkäfig im Seniorenzimmer geht genau so lange, wie der Senior es noch schafft - und dann?

LG seven
 
karl-käfer

karl-käfer

Registriert seit
22.08.2009
Beiträge
952
Reaktionen
0
Das mit dem Alter kann man sicher nicht pauschalisieren. Manchmal ist eben erst in der Rente ausreichend Zeit sich um einen Vierbeiner zu kümmern.
Wir haben schon immer Jagdhunde gehalten. Seinen jetzigen Hund hat mein Vater mit Ende 60 als Welpe geholt, ausgebildet, Prüfungen abgelegt. Jetzt, 10 Jahre später gehen beide immer noch gemeinsam zur Jagd.
 
H

HelgaK

Registriert seit
18.05.2006
Beiträge
1.673
Reaktionen
1
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich in Tierheimen Tiere befinden, die von jungen Leuten abgegeben wurden, sei es durch Scheidung, berufsbedingten Veränderungen, Studium, oder neuen Partnern, die die Tierhaltung ablehnten. Kenne leider Familien, die nur, damit die Kinder endlich Ruhe geben ein Haustier bekommen und das Tier dann mangels Interesse und Zeit in ein TH abgegeben wird.
Da muss ich mal eine Lanze für die "Alten" brechen, die sich nicht so einfach entschließen das geliebte Tier abzugeben und die meisten von ihnen haben einen "Nachfolger" der im Falle eines Todes das Tier übernimmt.
Selbst habe ich fast nur Hunde aus dem TH gehabt, Scheidungshunde und einen Hund, der halt überflüssig wurde, weil eine allein erziehende Mutter das 3. Kind bekam.
Schnell ist ein Tier angeschafft, aber wer kann schon ca. 15 Jahre im voraus überblicken?!
 
Luna & Artemis

Luna & Artemis

Moderator
Registriert seit
01.12.2006
Beiträge
2.874
Reaktionen
104
Naja aber die angesprochene Problematik in dem Thread ist schon vorhanden. Ich habe schon mehrmals tierische "Altenheimopfer" im Tierheim gesehen. Allerdings haben solche Tiere auch manchmal innerhalb der Familie Glück und die Kinder oder ein anderer Verwandter nimmt sie auf, wenn das Herrchen/ Frauchen ins Altenheim muss.
Klar kann keiner 15 Jahre überblicken, aber ich kann z.B. Senioren nicht verstehen die mit 70/ 80 Jahren teils selber schon Beschwerden haben und dann noch einen "jungen Welpen/ ein Kätzchen vom Züchter" anschaffen. Durch meine frühere Arbeit kenne ich leider einige Negativ Beispiele, Adipositas oder Vernachlässigung waren dabei keine Seltenheit. Auf der anderen Seite ist eben das Problem das viele Senioren vereinsamen und dann ein Tier ein Familienersatz aus ihrer Sicht ist. Wir hatten in der Praxis mal eine betagte Dame mit ihrer Katze, die Katze war wirklich sehr gepflegt (die Frau übrigens auch, immer sehr gut gekleidet, freundlich, aber schon einige "Altersgebrechen"; unter anderem lief sie schon am Rollator) und die Frau war auch regelmäßig Kundin bei uns, zuletzt leider wegen einem Nierenproblem der Katze, weswegen diese auch irgendwann erlöst werden musste. Während der Euthanasie saß die Frau ganz ruhig mit der Katze am Tisch, streichelte sie und flüsterte ihr was leise zu. Kaum als meine damalige Chefin sagte dass das Herz aufgehört hat zu schlagen und die Katze eingeschlafen ist sah man diese Frau wirklich zerbrechen. Die Haltung, die alte Menschen öfters haben wie bloß keine negativen Gefühle zeigen, zerfiel - die Frau weinte bitterlich und sagte das ihr Leben nun auch keinen Sinn mehr macht. Wir haben sie natürlich versucht ein wenig aufzumuntern, aber sie sagte dann das die Katze ihr einziger Halt im Leben gewesen wäre und dieser nun weg ist, zwar hätte sie noch Kinder, aber diese seien erwachsen und würden nicht mehr Zuhause wohnen und ihr Mann wäre auch schon im Himmel. Leider habe ich die Frau danach nicht mehr gesehen, da ich kurz danach umgezogen bin. Ich hoffe trotzdem das sie irgendwie ihren Frieden gefunden hat. Aber generell wenn ich an Euthanasien denke, waren es schon öfters die älteren Menschen denen es wichtig war bis zum Schluss bei ihrem Tier zu bleiben bzw. es auch wieder mitzunehmen oder den Bestatter kommen zu lassen und auch diejenigen die im ersten Moment zwar gefasster wirkten, aber im Nachhinein es schwerer hatten sich von dem Tier (auch wenn es schon tot war) sich zu verabschieden. Ich denke da sind auch immer die eigenen Gedanken mit im Raum vom Tod oder im Falle des Tierheims evtl. das man selber ins Altenheim "abgeschoben" wird.
 
Hexogen10

Hexogen10

Registriert seit
12.03.2012
Beiträge
120
Reaktionen
15
Mal ganz abgesehen von dem zeitlichen Aufwand.
Wer kommt für die Tierarztkosten auf? Sowohl während der Besitzer noch lebt als auch wenn dieser vor seinem Haustier verstirbt?
Dann der hygienische Aspekt sowie auch Allergien. Als ich in einem Heim gearbeitet habe, gab es einen Hund, welcher der Hausleitung gehörte und mehrere Vögel auf drei von fünf Wohnbereichen. Eine Voliere stand auf dem Flur. Für mich bedeutete die Arbeit damals dort täglich Medikamente nehmen zu müssen oder eben mit Atemproblemen zu arbeiten, da ich als Mitarbeiterin allergisch auf die Vögel war. Die Bewohner fanden es super.
Ein Bewohner übernahm die Vögel eines anderen Bewohners, hätte aber nie die Tierarztkosten tragen können. Da musste das Heim einspringen, was dann letztlich auf alle Bewohner umgelegt wurde. Bei Vögeln vielleicht jetzt nicht viel, aber bei Katzen oder Hunden können alleine die monatlichen laufenden Kosten für Schmerzmittel, Herztabletten o.ä. im höheren Bereich liegen. Die Kosten für ein Heim sind so schon relativ hoch und für einige nicht tragbar ohne dass der Staat mit einspringt. Eine OP oder längere Behandlung, Spezialfutter usw. da kommt schnell einiges zusammen...

es gibt mit Sicherheit einige Menschen die sich ehrenamtlich betätigen würden um den älteren Menschen im Heim die Spaziergänge abzunehmen und unter die Arme zu greifen, aber wer übernimmt die Kosten für den Tierarzt, Medikamente usw?
 
H

HelgaK

Registriert seit
18.05.2006
Beiträge
1.673
Reaktionen
1
Das ist richtig, wer übernimmt die Kosten, aber...............wie oft liest man hier von Kindern, die Tiere haben und die Tierarzt-Kosten auch nicht tragen können, die Eltern das nicht ausgeben wollen. Da wird an dem Hund herum gedoktert, obs was hilft steht in den Sternen. Leider ist es doch so, dass es bei vielen Familien finanziell "eng" hergeht und der Gang zum Tierarzt leider gespart wird, oder dann erst gegangen wird, wenn es fast zu spät ist.
Klar, werde ich, wenn ich noch älter werder, mir keinen Welpen holen, aber soll man sich dann überhaupt ein Tier noch holen, ich selbst denke mir, aber das ist nur meine Meinung, weshalb soll ich mir einen Hund anschaffen, der ca. 10 Jahre ist und ich mich dann nur noch mit dem Gedanken tragen müssen - er lebt ja nicht mehr lange, soll ich mir das antun?! Oder wird er krank.
Denke oft an meine Patentante, da war alles vorhanden, Haus, großer Garten, finanziell gut gestellt, sie ging viel spazieren, ein Hund ware der Hauptbestandteil in ihrem Leben. Aber nein, sie wollte keinen Hund mehr, da er ja angeblich dann mal ins Tierheim muss. Fakt war: Sie wurde fast 100 Jahre alt, war geistig und körperich fit, hätte locker einem Hund ein tolles Leben bieten können.
 
Luna & Artemis

Luna & Artemis

Moderator
Registriert seit
01.12.2006
Beiträge
2.874
Reaktionen
104
Naja aber das darf dann ja auch nicht zum Problem des Tieres werden oder auch nicht der anderen Heimbewohner. Ich fände es unfair wenn dann für das Tier von Herr/ Frau X dann alle Heimbewohner aufkommen müssten. Auch der oben angesprochene Hygiene Aspekt ist für mich fraglich. Ich würde es nicht so lecker finden wenn ich mit einer Katze + Kratzbaum, Fressen, Näpfe und Katzenklo in einem kleinen Zimmer plus Bad leben "müsste". Und zwar ist es aus unserer Sicht toll sein Leben lang Tiere zu haben, aber meine Tante war z.B. "froh" (wenn auch sehr traurig über den Verlust) als der Hund nicht mehr war, weil sie sich nicht mehr nach diesem richten brauchten.
 
Thema:

Bis dass das Altersheim uns scheidet

Bis dass das Altersheim uns scheidet - Ähnliche Themen

  • Hund stirbt bei wetten, dass...?

    Hund stirbt bei wetten, dass...?: http://www.spiegel.de/panorama/hundedrama-bei-lanz-premiere-pudel-starb-bei-wetten-dass-a-860439.html Blöder Auftakt zur Sendung. Mir tut die...
  • Ich würde gerne mal wissen ab wann ihr meint, dass ein tier misshandelt wird!!

    Ich würde gerne mal wissen ab wann ihr meint, dass ein tier misshandelt wird!!: Tiermisshandlung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Hallo erst mal also ich habe da mal eine frage so an euch! Und zwar ab wann würdet ihr sagen, dass ein Tier...
  • Ich würde gerne mal wissen ab wann ihr meint, dass ein tier misshandelt wird!! - Ähnliche Themen

  • Hund stirbt bei wetten, dass...?

    Hund stirbt bei wetten, dass...?: http://www.spiegel.de/panorama/hundedrama-bei-lanz-premiere-pudel-starb-bei-wetten-dass-a-860439.html Blöder Auftakt zur Sendung. Mir tut die...
  • Ich würde gerne mal wissen ab wann ihr meint, dass ein tier misshandelt wird!!

    Ich würde gerne mal wissen ab wann ihr meint, dass ein tier misshandelt wird!!: Tiermisshandlung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Hallo erst mal also ich habe da mal eine frage so an euch! Und zwar ab wann würdet ihr sagen, dass ein Tier...