Sag mal, weinst du?

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Silberfeder

Silberfeder

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Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, Namen wurden jedoch geändert.
Auch nachfolgende Geschichten sind wahrer Natur. Ich möchte Euch an diesen Geschichten teilhaben und mitdenken lassen (und bitte seid nicht verwundert, in den meisten Fällen geht es um die Liebe zweier Frauen).

Sag mal, weinst du?
Unsere Liebe ist am Boden,
läuft langsam aus.
Dreht noch ´ne Ehrenrunde,
bis sie still steht.
Du, ich geh am Stock,
will nie wieder schlafen,
solange du mich Nacht für Nacht
in meinen Träumen besuchst.

Jetzt lieg ich neben dir,
wir hab´n uns alles gesagt,
hab´n uns ausgesprochen,
uns Luft gemacht.
Ich fühl mich wie ausgekotzt,
dir geht’s nicht viel besser,
da seh’ ich es in deinen Augen glitzern.

Sag mal, weinst du,
oder ist das der Regen,
der von deiner Nasenspitze tropft.
Sag mal, weinst du etwa,
oder ist das der Regen,
der von deiner Oberlippe perlt.
Komm her, ich küss den Tropfen weg,
probier ihn ob er salzig schmeckt.

Jetzt sitz ich hier
und schreib nur noch blinde Liebeslieder
von Herz und Schmerz und Schmalz
und so was tolles kommt nie wieder.
Hätt ich nie gedacht,
noch vor ein paar Tagen
lagen wir uns Nacht für Nacht im Arm.

Jetzt lieg ich neben dir,
wir hab´n uns alles gesagt,
hab´n uns ausgesprochen,
uns Luft gemacht.
Ich fühl mich wie ausgekotzt,
dir geht’s nicht viel besser,
da seh’ ich es in deinen Augen glitzern.

Sag mal, weinst du,
oder ist das der Regen,
der von deiner Nasenspitze tropft.
Sag mal, weinst du etwa,
oder ist das der Regen,
der von deiner Oberlippe perlt.
Komm her, ich küss den Tropfen weg,
probier ihn ob er salzig schmeckt.

Echt ~ Weinst du?


~ мέмøřїέş ~
„Ich liebe den Schnee! Wie oft hatte sie ihr diesen Satz schon gesagt? Bestimmt schon tausendmal. Es war der erste Schnee des Jahres... Samantha lächelte stumm in sich hinein, während ihre Freundin wie ein Engel durch die weiße Pracht tanzte. Erst letzte Woche hatten sie sich nach einem langen Streit wieder versöhnt. Samantha bewunderte Angel. Ihre zarten, geschmeidigen Bewegungen, wenn sie tanzte und sich über jede einzelne Schneeflocke freute, die zur Erde fiel. Sie bewunderte ihre dunklen, warmen Augen. Samantha liebte sie. Sie liebte Angel, weil sie einfach sie selbst war. Weil sie sich selbst über die kleinsten Dinge freute, wie den ersten Schnee.
Plötzlich hörte Angel auf, sich zu drehen, den Blick nun nicht mehr zum Himmel gerichtet. Langsam kam sie auf Samantha zu, hakte sich bei ihr unter. Eine kleine Schneeflocke landete auf ihrer Nasenspitze. Sofort war sie getaut. Samantha küsste den kleinen Wassertropfen weg und erntete dafür ein strahlendes Lächeln. Strahlender als die Sonne, die die kleinen Schneeflocken zum Glitzern brachte, kurz bevor sie unterging. Im Licht des Sonnenuntergangs liefen sie weiter durch den Park. In Richtung Stadtmitte. Immer dichter fiel der Schnee und bedeckte ihre Mäntel und Haare. Sie störten sich nicht daran.
Angel zitterte. Es war kalt geworden. Liebevoll legte Samantha ihren Arm um sie. Sie blieben stehen. Ich liebe dich!, flüsterte Samantha. Es war das erste Mal, dass sie es Angel gestanden hatte. Angel legte ihre Hände in Samanthas Nacken und zog ihr Gesicht ein wenig näher an ihres heran. Samantha schloss abwartend die Augen. Und dann spürte sie auch schon die weichen und warmen Lippen des anderen Mädchens auf ihren eigenen. Los, komm schon!, flüsterte Angel und wieder lächelte sie. Samantha schaute sie fasziniert an, während Angel an ihrer Hand zog. Na komm, es wird lustig. Bestimmt. Für sie war es ein Spiel. Sie ließ Samantha los. Dann lief Angel voraus, drehte sich zu ihr um. Ihre Worte klangen noch in Samanthas Ohren. Ihre wunderschöne Stimme. Sie beobachtete Angel stumm. Jedes einzelne Haar beobachtete sie, wie es durch den Wind und durch ihre Bewegungen wehte. Wie es glitzerte, durch den Schnee, der darauf lag.
Angel lachte. Und plötzlich war alles ruhig. Sie hatte das Auto nicht gesehen.
~ έиđ øғ άІІ мέмøřїέş ~
Heute steht Samantha einsam vor dem schwarzen Gitter des Friedhofes. Nicht in der Lage sich zu bewegen blickt sie auf die Friedensstätte. Ein lauer Wind fegt über die Landschaft und bringt die nun mehr roten Blätter der Bäume zum Rascheln. Grelle Blitze zucken aus der schwarzen Wolkendecke und das laute Grollen des Donners lässt die morschen und knorrigen Äste erzittern. Der Regen fällt in dicken Strömen herab und ihre langen hellblonden Haare kleben an ihrem Kopf, in ihrem Nacken. Wie in Trance streicht sie sich einige feuchte Haarsträhnen aus dem Gesicht.
Zitternd greift sie nach dem Gitter und öffnet es langsam. Das Quietschen bereitet ihr eine Gänsehaut und sie verharrt in der Bewegung. Sie kneift die Augen zusammen um die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken. Nach wenigen Minuten der Starre setzt das Mädchen einen Fuß auf den Friedhof. Das Tor schließt sie hinter sich. Langsam sucht Samantha sich ihren Weg durch die Gräber. Von den Bäumen herab ist ein anklagendes Krächzen der Krähen zu hören. Langsam breiten sie ihre Flügel aus und ziehen in Kreisen über die junge Frau.
Samantha bleibt stehen und schaut betrübet in den Himmel. Für einen kurzen Moment schließt sie die Augen und breitet ihre Arme aus. Der kalte Regen benetzt ihre müden Lider und sie wünscht sich, fliegen zu können. Sie schluckt tief und setzt dann ihren Weg fort. Die Umrisse eines Grabes zeichnen sich vor ihren Augen ab und sie geht langsam darauf zu. Traurig lächelnd geht Samantha in die Knie und streicht sanft über den aus Marmor gefertigten Grabstein. Langsam zieht sie mit seinen Fingern die Konturen des Schriftbildes nach. Aus feinen Linien entstanden, kann sie das Wort „Angel vernehmen.
Erste Tränen suchen sich den Weg über ihre Wangen und sammeln sich an ihrem Kinn, wo sie unaufhaltsam zu Boden tropfen. Samantha krallt ihre Hände in das durchnässte Gras und senkt ihren Blick. Mit jedem Schluchzen zucken ihre Schultern. Wie ein hilfloses Kind kniet sie vor dem Grab und weint. Sie fährt sich durch die nasse Haarmähne und hebt den Kopf. „Es tut mir Leid, murmelt sie leise und schaut fast flehend den Grabstein an.
Samantha lässt sich zur Seite fallen und rollt sich wimmernd zusammen. Sie krallt ihre Fingernägel in ihre Arme und schluchzt laut. „Ich wollte das doch nicht!, kommt es über ihre Lippen. Sie setzt sich wieder auf und schaut das Grab nun wutentbrannt an. „Warum bist du einfach blindlings davon gerannt? WARUM??, brüllt sie verzweifelt. Die Tränen rinnen unaufhaltsam über ihre Wangen und sie schlägt mit der Faust auf die Erde. „Ich hätte dich doch retten können..., murmelt sie und kneift die Augen zusammen.
Als Samantha die Augen wieder öffnet, kann sie die Silhouette von Angel deutlich vor sich sehen. „Sag mal, weinst du oder ist das der Regen? fragt sie mit ihrer süßen Stimme. Samantha wimmert leise. „Du bist nur Einbildung!, murmelt sie verzweifelt. „Komm her, ich küss die Tropfen weg!, flüstert Angel leise. Und plötzlich kann Samantha wieder die warmen Lippen von Angel Spüren, ihren süßen Geschmack kosten. Samantha schließt die Augen. „Ich liebe dich doch auch!, haucht Angel. Doch als Samantha die Augen erneut öffnet ist Angel verschwunden. Vor ihr steht nur der Grabstein.
Samantha kauert sich zusammen und schluchzt leise. Aus ihrer Hosentasche kramt sie seine silberne Kette mit einem Herzanhänger. Lächelnd betrachtet Samantha diesen und legt ihn zwischen die vielen Blumen auf das Grab. „Ich vermisse dich, mein Engel, flüstert sie und küsst kurz den Grabstein bevor sie aufsteht und dieses den Rücken kehrt. Langsam streift Samantha über den Friedhof und kommt, ohne es eigentlich gemerkt zu haben, wieder an dem schwarzen Gitter an. Sie dreht sich um und wirft noch einen letzten Blick auf die vielen Gräber.
Langsam schüttelt sie den Kopf und öffnet das Tor. All die Erinnerungen und Gedanken an dieses wunderschöne Mädchen vernebeln noch immer ihre Sinne vollkommen. Sie tritt auf den Bürgersteig und schließt das Tor wieder. Gegen dieses lehnend betrachtet Samantha die vorbei laufenden Menschen. Wie sie schnell in ihre Häuser rennen um vor dem Gewitter geschützt zu sein. Sie vergräbt ihre Hände in den Taschen ihres schwarzen Mantels und geht die Straße hinab. Leise summend begibt sie sich nach Hause, zu ihren Eltern, Geschwistern und Freunden. Zu ihrer Familie. Doch den Menschen, den sie am meisten liebte weilt nun unter den Engel. Sie war nun zu Hause...
 
24.02.2009
#1
A

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Guest

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Morastbiene

Morastbiene

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Ich habe gerade irgendwie ganz schlimme Gänsehaut bekommen.
Berührende und sehr traurige Geschichte.
Danke, dass du das mit uns teilst!
 
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