Das Tier in mir - 14. März 09

Diskutiere Das Tier in mir - 14. März 09 im Tagebücher Forum im Bereich User Ecke; Die Uhr zeigt eine Minute vor 4 Uhr Früh, doch die Ruhelosigkeit verfolgt mich - wie so oft seit ein paar Monaten. Ein kühler Windhauch bringt...
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Die Uhr zeigt eine Minute vor 4 Uhr Früh, doch die Ruhelosigkeit verfolgt mich - wie so oft seit ein paar Monaten.
Ein kühler Windhauch bringt die Rosenblätter meiner Terrasse zum Rascheln, ein einsamer Laut in einer sternenlosen Nacht. Ich liebe diese nächtlichen Stunden, die meisten Menschen schlafen und mit ihnen ihre Probleme, die sie jeden Tag ausstrahlen. Die Nachtluft ist kühl, sauber, frei von geistigen und seelischen 'Abfällen', frei von Kummer, Schmerz und Leid.
Ein tiefer Atemzug läßt das Tier in mir erwachen, eine uralte Seele, weiser und wissender als die menschliche Hülle je sein könnte. Es wirft sich gegen die Blockade, die ich mit meinem Bewusstsein aufbaue, es will hinausgelassen werden, raus in die befreiende Nacht.
Ich spüre seinen Drang, ein unbändiges Verlangen nach der Natur. Das Tier tobt in dem Käfig, dass ich ihm auferlegt habe, will über umgestürzte, von Pilzen und Moder überzogene Baumstämme springen, die Krallen bohren sich tief in die mit weichem Moos bedeckte Erde.
Ich sehe, was das Tier in mir sieht, ich rieche, was es riecht. Der Geruch der feuchten Erde vermischt sich mit dem krautigen Geruch von Moos, an einem Baumstamm haftet ein leicht bitterer Geruch eines Rehs, dass sich während der Dämmerung daran gewetzt hat um sich zu kratzen.

Erneut bäumt sich das Tier in mir auf, knurrt mich an, dass ich es rauslassen soll- aber ich wage es nicht. Zu
meinem eigenen Schutz. Ich habe Angst davor, die Welt mit anderen Augen zu sehen, zu erkennen, dass ich als Mensch nur ein Bruchteil dessen bin, was es auf der Erde gibt.
Zweifel quälen mich, so viel Leid ist in meinem Kopf und mein leises, gequältes Weinen durchdringt die Dunkelheit. Unsicher bin ich, unsicher in meinen Taten, in meinen Worten - und erst recht in meiner Existenz.
Habe ich das Recht, dieses Tier so einzusperren, nur weil es seinen Instinkten folgen möchte? Ich kann fühlen was es fühlt, Gerüche, Augenblicke, Hoffnungen und Sehnsüchte - alles durchdringt jede Zelle von mir.
Langsam verliere ich die Kontrolle, das Tier erkennt seine Chance und drängt mein Bewusstsein immer weiter zurück, gefährlich nahe an die Grenze.
Mein Blick verändert sich...die Bäume im Garten werden von schwarzen Schatten zu mehr, zu so viel mehr.
Hauchzarte Blätter tanzen im kühlen Nachtwind, sanft und angenehm aber auch frei und unbändig. Elastische, fein verzweifte Äste spenden Halt auch wenn eine Naturgewalt über das Land fegt. Und die Rinde...ja, die Rinde...ein Kunstwerk aus feinen Adern, dicken Wülsten, glatten Flächen und rauen Erhebung. So ehrfurchtgebietend, so beschützend, so...uralt und wissend. Eine angenehme Wärme geht von ihnen aus, fast nach mir flüsternd. Ich stehe vor dem Glas und starre weiterhin in die Dunkelheit, das schwache Mondlicht bricht sich in unzähligen Facetten in den schwankenden Grashalmen, den schmächtigen Gebüschen und den standhaften, alten Bäumen.

Ja, ich kann das Tier verstehen, kann die Sehnsucht verspüren, die es nachts hinaus in diese für uns Menschen unbekannte Welt treibt.
Keuchender Atem; dampfende Wolken nach jedem Lauf; das Trommeln der Pfoten auf dem feuchten Laub, tobender Puls, der einem zeigt, dass man doch noch lebt.
Ich kann das Tier in mir verstehen und ich stehe kurz davor, seiner Sehnsucht nachzugehen.

Wären da nicht....

...Bilder im Kopf, so viele Bilder im Kopf. Hellrotes Blut das aus aufgerissenen Kehlen stammt, zerfetzt, ohne Respekt vor dem Lebewesen. Röchelnde Todeslaute, die zigfach durch die Hallen dröhnen und einem das Fürchten lehren. Aufgerissene Augen, voller Panik, Angst und Unwissenheit. So viel Schmerz...Krämpfe, Zuckungen...Leben während des Todes...

Ich kann sie spüren, ich kann sie alle spüren; wie die Lebenskraft aus ihnen weicht, durchtrieben von schwarzem und braunem Schmerz der jede Zelle ihres Körpers durchflutet und die Lebewesen energethisch entstellt. Das hellrote Blut färbt sich dunkel ehe es auf den Zementboden spritzt, ein röchelnder Laut schrill durch die Halle, wissend, dass sie verloren sind. Sie alle sind verloren - durch den Menschen.

Die Lebensenergie weicht aus den dampfenden Körpern, von furchtbaren Krämpfen durchgeschüttelt. Bei vielen Tieren herrscht Fassungslosigkeit, pure Panik, einige verlieren sich sogar selbst dabei - und keine einzige Seele versteht es, versteht den Schmerz, den wir Menschen bringen.

Ich hasse es, ein Mensch zu sein, eingesperrt in dieser Hülle, festsitzend auf diesem Planeten, der voller Leid, Skrupellosigkeit und tausend anderen Gefühlen und Launen übergeht. Ich könnte so viel mehr sein - nicht auf dieser Welt fesetsitzend, nicht hoffnungslos gestrandet im puren Chaos und der Gewalt.

Mein Herzklopfen beruhigt sich, meine Aktivität verwandelt sich langsam in Müdigkeit, das Tier hat aufgegeben und wartet auf die nächste Nacht - auf seine nächste Chance.

Manchmal bin ich es leid, mit der Gabe gesegnet zu sein, mich in andere Lebewesen einzufühlen, sei es jetzt Mensch oder Tier. Ich kann es nicht ertragen, den Zerfall ihrer Seele und ihres Bewusstsein in den Schlachthöfen, Pelzfarmen, Zuchtbetrieben und dergleichen mitzuerleben - zuviel Schmerz, Schwarz, ihre Seelen und das Energiefeld ist schwarz, beinahe tot - nur Hoffnung hält sie am Leben, Hoffnung, die sie nie erwarten dürfen.

Doch mit dieser Gabe läßt sich auch viel Gutes bewirken und das ist das Einzige, was mich vom Suizid abhält - die Hoffnung, dass ich Gutes bewirken kann.

In unserem Dorf gibt es eine Frau, die sich Legehennen hält und durch das neue Gesetz werden diese Tiere demnächst geschlachtet. Ich werde diese Frau morgen besuchen und sie anflehen, dass sie mir ein oder zwei Hühner gibt. Nur wegen einem Gesetz sollen diese Tiere nicht geschlachtet werden, keine Krankheiten, keine Seuchen - nichts. Nur wegen einer falschen Haltung.

Leider kann ich nicht alle Hühner vor dem Bratspieß retten - aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Das Leben einer Veterinärenergethikerin
 
14.03.2009
#1
A

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Guest

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G

Guest

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Hallo, kenne leider nicht deinen Namen, aber was sind schon Namen. Schall und Rauch.due siehst es also auch wie ich, schreiende Not bei allen Kreaturen, geknechtet durch den Menschen in seiner Profitgier und Mitleidlosigkeit, Mitleid nur für sich selbst. Die anderen, das sind die, für die wir spenden, um unser Gewissen zu beruhigen.Wir lassen es uns gut gehen, auf Kosten der leidenden Kreatur. Wer sind wir, dass wir uns das herausnehmen dürfen?
Trauer unendliche Trauer unter der Haut. Erbarmungslose Menschen, aber auch geknechtete Menschen, die leiden durch den Menschen. Und Tiere die leiden durch den Menschen. Schamgefühle, sich Mensch zu nennen.

Die Hühner, hast Du die zwei Hühner gerettet?!

Gott segne und beschütze Dich.

Alles Liebe

Ursula Frey (alias Tantesam) im Forum
 
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