hm... -.-

Diskutiere hm... -.- im Tagebücher Forum im Bereich User Ecke; gestern bekam ich einen Anruf, dass mein Vater einen Unfall hatte und im Krankenhaus ist... er ist seit ca. 25 Jahren starker Alkoholiker und...
Goldchen

Goldchen

Registriert seit
23.03.2009
Beiträge
2.171
Reaktionen
0
gestern bekam ich einen Anruf, dass mein Vater einen Unfall hatte und im Krankenhaus ist...

er ist seit ca. 25 Jahren starker Alkoholiker und starker Raucher (2-3 Schachteln am Tag).

er hatte vorgestern einen Unfall, ist besoffen gestürzt und hat sich seinen Kopf angeschlagen, daraufhin kam er mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus und die haben ihn wieder entlassen.
gestern hat mein Onkel dann nach ihm geschaut und dann hat mein Vater nicht mal mehr die Tür aufgemacht, der Vermieter hat sie dann geöffnet und mein Vater war da, stand total neben sich und wurde dann bewusstlos.
mein Onkel hat sofort den Notarzt angerufen und mein Vater kam dann mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus wo er sofort operiert wurde, stundenlang.

er hat vorne auf der rechten Seit eine Hirnblutung die sie mit Mühe gestillt haben, denn bei Alkoholikern ist die Blutgerinnung sehr sehr schlecht.
dazu ist sein Hirn angeschwollen und deshalb mussten sie ein ca. 10 auf 10 cm großes Stück der Schädeldecke entfernen damit das Gehirn sich ausdehnen kann ohne Schaden zu nehmen.

er liegt momentan im künstlichen Koma bis Sonntag
und dann wollen sie schauen ob er überhaupt aufwacht.
die Ärztin sagte sie gibt ihm für die Überlebenschance von einer Skala von 3 bis 12 eine 7.
und wenn er wieder aufwacht dann wird er nie wieder so sein wie vorher, was aber wirklich alles Schaden genommen hat weiß man erst wenn er wach ist... wenn er überhaupt wach wird...

ich war bei ihm gestern Nacht, hab vorher meinen Bruder abgeholt der auch mit ist... aber ich habe zu meinem Vater einfach keinen Bezug.
so wie er da lag tut mir das schon total leid, überall Schläuche, Geräte, seine Augen sind zugeklebt, er wird künstlich beatmet...
ich hab ihn nur kurz angeschaut und mit den Ärzten geredet und bin wieder gegangen.
es ist nicht so wie als könnte ich mich zu ihm hinsetzten und stundenlang seine Hand streicheln, dazu war er einfach zu wenig da, dazu hat er uns einfach zuviel angetan, aber trotzdem hab ich ein schlechtes Gewissen.... wir sind seine Kinder und er liegt dort ganz alleine...
aber er is doch selbst schuld...

ich bin schon ziemlich geschockt, aber mir tut das auch nicht sonderlich weh wie er da liegt, er hat ausgeschaut wie eine Puppe, total unecht, sie haben ihm die ganzen Haare abrasiert, dabei hatte er vorher schwarze Locken...
ich hoffe für ihn dass er es schafft, dass er auch nicht so viele Schäden hat, damit er nen normales Leben führen kann, dass er vllt aus dem jetzt wirklich gelernt hat und aufhört zu trinken und zu rauchen.

im Moment merkt er vom Entzug nichts, er bekommt viele Medikamente, aber dann wenn er wirklich aufwachen sollte, dann wird er ihn merken und das ist für seinen geschwächten Körper sehr gefährlich. das Problem laut Ärztin ist, dass er auf jeden Fall Medikamente braucht die ihm den Entzug erleichtern, sonst macht sein Körper das nicht mit, aber die machen ihn auch sehr müde, aber sie wollen ihn ja wach bekommen damit man gleich weiß was er für Schäden hat, wie sich das alles auswirkt.

es ist einfach alles total komisch...

die Ärztin war auch ziemlich überrascht, dass mich und mein Bruder das nicht so bewegt hat und dass wir ihn auch nur kurz sehen wollten...

aber ich hab für ihn keine Gefühle... ausser Mitleid... wenn dort mein Verlobter liegen würde, dann wäre das anders, dann würde ich nicht von seiner Seite weichen... weil ich ihn liebe..
eigentlich sollte man ja den eigenen Vater auch so lieben, aber dafür ist zu viel passiert und an uns Kinder lag es nie, er hat alles kaputt gemacht mit dem Alkohol.

wenn der Alkohol nicht immer wichtiger gewesen wäre, dann würde jetzt dort bei ihm Frau und Kinder sein... Tag und Nacht... aber er hat sich das selbst genommen...

ich hab einfach ein schlechtes Gewissen, er tut mir leid, aber eigentlich weiß ich auch dass ich kein schlechtes Gewissen haben brauch.
dass ich überhaupt mitten in der Nacht so weit fahre, vorher meinen Bruder abhole, dass ich mich nun jeden Tag über seinen Gesundheistzustand informiere und für ihn da bin wenn er aufwacht... das ist meiner Meinung nach schon viel zu viel für das was er getan hat...

aber das schlechte Gewissen bleibt trotzdem...

einfach alles blöd... :(
 
25.02.2010
#1
A

Anzeige

Guest

Kennst du schon die Warehouse Deals? Amazon bietet hier zurückgesandte und geprüfte Ware deutlich billiger an.
Dort gibt´s das auch speziell nur mit interessanten Dingen aus dem Haustierbedarf. Was haltet ihr davon?
Morastbiene

Morastbiene

Registriert seit
12.01.2009
Beiträge
9.159
Reaktionen
0
Oh Mann, das sind ja Nachrichten... Tut mir Leid. :|
Ich kann deinen Zwiespalt total verstehen. Dass du keinen wirklichen Bezug hast, ist wohl normal in so einer Situation. Mit der Geschichte... Alkohol ist eine Sucht und was er aus Menschen macht und was das für deren Familien bedeutet, kann sich ein Nicht-Betroffener wohl nur schwer ausmalen. Ich habe nur eine vage Vorstellung davon, weil ich ebenfalls jemanden kenne, dessen Vater Alkoholiker war, aber ich vermute, ich würde ähnlich empfinden. Mach' dir keine Vorwürfe.

Auf jeden Fall glaube ich, dass es sehr für deinen Charakter spricht, dass du ihn nicht hasst, sondern sein Leid siehst und die Größe hast, ihm nicht die Pest an den Hals zu wünschen. Ich drücke euch die Daumen.
 
Tracy

Tracy

Registriert seit
05.01.2007
Beiträge
7.861
Reaktionen
0
das sind ja net so pralle nachrichten aber ich kann dem nachempfinden. Meine Mutte war ja auch alkoholikerin und ich hatt ekeinen Bezug zu ihr,da ich seid meinem 8 lebensjahr bei mein vater aufwuchs.
Und bei ihr war es so sie bekam tuberkulose und landete im krankenhaus nach 1 woche verstarb sie. Mir hatte man das alles erst gesagt als sie tot war. Das hatte mich sehr mitgenommen ich hatte kenen bezug zu ihr aber da hab ich gemerkt da sich sie doch noch ein wenig liebte und ich war mega traurig das mir das mir das keiner sagte sondern erst ein tagnach dem sie verstarb ich war sauer das ich sie nicht mehr gesehen habe oder mich verabschieden konnte.
Was ich vorher nich gedachthätte aber wäre ich dort gewesen wäre e smir vielliecht wie dir ergangen als du bei deinem Vater warst.
 
Thema:

hm... -.-