Flake - Memoiren einer Rennmaus

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akani

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Es ist die wahre Geschichte über meinen Flake, der es leider nicht geschafft hat, weil ich ihn nicht eher zu mir holen durfte.
Er war die tollste Rennmaus auf der Welt, mehr Hund als Maus und ich habe ihn geliebt.
Er musste mich viel zu früh verlassen und ich komme immer noch nicht damit klar...
Deshalb habe ich seine Memoiren geschrieben.

_______________________________________

Es war wohl direkt Liebe, als du mich an einem Montag das erste Mal sahst.
Du hattest einen großen Mann, deinen Freund bei dir und hast mich ihm gezeigt.
Mir ging es damals schon schlecht. Die, die meine Freunde sein sollten, bissen mich und niemand tat etwas.
Aber du wolltest mich mitnehmen. Leider kriegtest du deinen Freund nicht überredet und zwei Tage vergingen. Mir ging es schlechter, meine Verletzungen waren schlimmer, zerrten an meinen Kräften, mein Fell war schlecht. Als du dann endlich am Mittwoch wieder kamst, streckte ich mich dir entgegen.
„Du hier? Nimmst du mich heute mit?“, fragte ich dich mit meinem Blick.
Du lächeltest mich an und versichertest mir: „Ja, du darfst mitkommen.“
Du bekamst mich sogar preiswerter, weil man mich loswerden wollte. Defekte Ware ist schlechte Ware.
Du nahmst
mich mit in eine dunkle Wohnung und dort wurde ich in einen kleinen Käfig gesetzt.
Ich wollte dort nicht weg, denn ich war bei dir. Weit weg von den Schlägertypen.
Du weißt es vielleicht nicht, aber an dem Mittwoch hast du meine Seele gerettet.
Ich saß nur auf Taschentüchern, du wolltest nicht, dass sich meine Wunden entzünden.
Nach ein paar Stunden musste ich wieder in den Transportkarton und wir fuhren mit dem Bus zu meinem neuen Partner, zu dir nach Hause.
Dort wartete Speedy schon lange auf mich, es fühlte sich gut an, erwartet zu werden.
Die Busfahrt interessierte mich kein bisschen, dennoch war das Gefühl, angekommen zu sein, einfach wunderbar.
Aber dann hast du mich in ein kleines Aquarium gesetzt.
Dort gab es nur ein Häuschen, Wasser, Taschentücher als Unterlage und etwas Futter.
Aber das war nur, bis der Käfig endlich da war.
Dieser kam allerdings erst später.
Du hast mich am 09.09.2009 bei dir aufgenommen, ein schönes Datum und am 14.09. war endlich mein größerer Käfig da.
Du verwöhntest mich so sehr.
Ich bekam Babybrei, mein Schmerzmittel, meine Wundsalbe und dazu gab es immer Gemüse und Körnerfutter.
Am 15.09. ging es mir in meinem neuen Käfig jedoch ganz schlecht. Ich saß in der Ecke, zitterte, es war so kalt.
Ich fühlte mich so hilflos, da nahmst du mich in deine schützenden Hände.
Du merktest, dass ich eiskalt war, aber es war mitten in der Woche. Eigentlich wärst du jetzt zur Schule gegangen, aber du nahmst ein Handtuch, packtest mich warm ein und brachtest mich zur Tierklinik. Ich hasste diesen Ort, aber du hast mich dort alleine gelassen.
Ich hatte solche Angst und habe dich so vermisst.
Ich dachte, du würdest mich wieder mitnehmen, wenn ich die starke Rennmaus spielte. Und tatsächlich, du kamst wieder, mir ging es besser. Du lächeltest, streicheltest mich und es tat so gut.
Ich lehnte mich an deine Hand und sagte dir: „Nimm mich mit nach Hause.“
Aber was du dann tatest, nahm mir meinen Lebenswillen. Du gingst einfach weg.
Mir ging es so schlecht, dass ich aufhörte, gegen die Infektion in meinem Körper anzukämpfen.
Mir wurde wieder kalt und ich kuschelte mich in die Wärmflasche. „Wo bist du nur?!“, schrie ich verzweifelt, doch niemand kam.
Du kamst erst nach Stunden wieder. Mit deiner Mutter.
Du wusstest nichts und wolltest mich mitnehmen, aber ich konnte nicht mehr. Ich war so schwach.
„Wo warst du, als ich dich gebraucht habe?“, wollte ich wissen und biss so gut es ging. Das war nicht fest und du streicheltest mich nur. Ich wankte, aber wollte nicht liegen.
„Ich habe Schmerzen, es ist so kalt, tu endlich etwas.“, flehte ich und du fingst an zu weinen und streicheltest mich weiter.
„Mein Flake“, sagtest du, „Ich liebe dich.“
Dann gab mir der Tierarzt eine Spritze und alles wurde leichter. Langsam ließ ich mich auf die Seite sinken. Du streicheltest mich weiter.
Noch als ich auf dem Weg zur Regenbogenbrücke war, hast du meinen leblosen Körper gestreichelt.
Da verstand ich erst, dass du mich nicht hattest verlassen wollen und dass ich dir damit weh getan habe, ausgerechnet einen Tag nach deinem Geburtstag zu gehen.
„Bitte hör doch auf zu weinen. Ich komme jetzt an einen guten Ort“, versicherte ich dir, aber du hörtest nicht.
Verzeih mir, dass ich dich verlassen habe. Ich vermisse dich, auch wenn wir uns nur so kurz kannten.
Und bitte sag Speedy, dass es mir leid tut, dass wir uns nie kennenlernen durften.

Vielen Dank für deine Bemühungen und all die Liebe.

In Liebe,

Flake
 
24.05.2010
#1
A

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Guest

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Nyaneko

Nyaneko

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Das ist so schrecklich traurig, mir kamen eben die tränen als ich das gelesen habe, weils mich auch total an die sache mit meiner leonie erinnert...

Aber.. es ist toll, das er wenigstens eine schöne restliche Zeit bei und mit dir hatte und nicht dort sterben musste wo er vorher war ♥
 
Knuffelmami

Knuffelmami

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Das hast du echt toll geschrieben *Pipi in Augen hat*
 
Fellnäschen.<3

Fellnäschen.<3

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...ich bin voll berührt...sehr Herzenszerbrechende gesichte...
 
nina 33

nina 33

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Ich hatte trännen in die Augen als ich das gelesen habe
 
animal101

animal101

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ouh mein gott :'(
das ist ja schrecklich..aber ich find es toll dass du so zu ihm gehalten hast ;)
*träne runter roll*
das ist echt soo traurig..!
 
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