Charly hatte einen schweren Start

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LillyHidomi

LillyHidomi

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Es wird wieder Winter und schon ereilt Dosi die Nostalgie.
Heute musste ich daran zurückdenken, wie es meinen kleinen Charly zu mir verschlagen hat und ich möchte die Geschichte hier einfach mal festhalten.

Im Frühjahr 2009 habe ich mich endlich dazu entschlossen, meinen jahrelangen Traum von einer eigenen Katze wahr zu machen. Seit fast einem Jahr hatte ich meine erste eigene Wohnung und mit 55m² genügend Platz für einen Plüschtiger.
Lange gingen die Überlegungen hin und her. Geld, Verantwortung, Traum. Ich habe viel gelesen. In Büchern, in Zeitschriften, im Internet.
Und schließlich war es klar: Es sollte ein Kater sein! Ein klitzekleiner Kater. Der Traum vom eigenen (Katzen)kind sizusagen.
Aber welche Rasse? Woher sollte sie kommen?
Das war mir beides ziemlich egal. Ich wollte nur, dass mein künftiges Kitten es da, wo immer es seine ersten Lebenswochen verbringt, richtig gut hat.

Erst wollte ich einen Perser (ohne plattgedrücktes Gesicht), weil ich vor gar nicht so langer Zeit einen in der Bahn gesehen hatte, der an der Leine mit seinem Frauchen fuhr. Das hat mich sehr beeindruckt und ich habe davon geträumt, wie ich mit meinem Perser reisen könnte.
Nun war aber relativ schnell klar, dass es erstens nur wenige dieser Katzen gibt und die Anschaffung zweitens über meinem Budget lag. Dazu wies mich ein guter Freund mit Perser eindrücklich auf die Haar-Katastrophe hin, die so ein Tier mit sich bringt.
Gut, dann sollte es etwas Halblangaahriges sein. Ich habe mir viele Anzeigen angesehen, hatte schon einen Kater, in den ich mich sofort vom Foto verliebt hatte, den ich aber erstmal besuchen und kennenlernen wollte und der deshalb an jemand anderen abgegeben wurde. Im Nachhinein denke ich, dass es besser
so war.
Schließlich stieß ich auf eine Anzeige von privat. Ein ganzer Wurf knuffelduffeliger Norweger-Mix-Kitten. Und darunter nur ein Kater.
Schnell war eine Katzenbesichtigung ausgemacht und die Umstände, unter denen die Kitten lebten, haben mich positiv überrascht. Dort ist mir sofort eine Katze aufgefallen, die so ganz anders war als die anderen. Ganz weiß mit braunem Schwanz und ein paar braunen Flecken. So gar nicht Waldkatze. Ich fragte nach dem Kitten, da es von ihm keine Fotos im Internet gegeben hatte und erfuhr, dass es ein zweiter Kater war, der allerdings schon den Eltern der Züchterin versprochen war.
So kam ich also dann zu dem Kitten, das ich auf dem Foto gesehen hatte. Nero war damals erst ein paar Wochen alt und die Züchterin meinte, ich sei die erste Person, die ihn auf dem Schoß hatte und wo er nicht sofort nach Mama geschrien hat. Das war also MEIN Kater.
Als ich den Süßen dann mit 10 Wochen abholte (ich wollte eigentlich 12 Wochen warten, aber nach dem Erlebnis mit dem Kater zuvor hatte ich richtige Panik, dass Nero dann jemand anderem gegeben werden würde. Heute würde ich das nicht mehr machen) erfuhr ich, dass der weiße Kater, der inzwischen Charly hieß, doch nicht bei den Eltern der Züchterin unter kam, da diese eine sehr alte Katze hatten, für die sie in ihrem Lebensabend noch voll da sein wollten. Stattdessen war Charly weitervermittelt worden. Ich hätte mir in den Hintern beißen können.
Aber wie das Leben so spielt.

Ich nahm Nero als mit Heim und er machte sich sofort wahnsinnig gut. Ich mochte ihn allerdings nie allein zu Hause lassen. Er war doch noch so klein. Und ganz alleine.
Er sollte zwar Freigänger werden, aber das wollte ich erst, wenn er kastriert und geimpft sein würde, also frühestens mit 6 Monaten. Und bis dahin?
Eine Woche lang zermaterte ich mir den Kopf. Ich hielt Kontakt zur Züchterin, da die sich vergewissern wollte, dass mit ihren lieben Fellkneulen auch alles in Ordnung war. Und die erzählte mir mehr beiläufig, dass Charly wieder abzugeben wäre. Der Freund der derzeitigen Besitzerin hatte eine Katzenhaarallergie und käme in zwei Tagen vom Bund zurück. Bis dahin müsse die Katze weg sein und die Züchterin helfe nun bei der Vermittlung.
Ich war entsetzt. Wie konnte man bloß ein Kitten wieder abgeben, weil der Freund (den die damalige Besitzerin höchst vermutlich heute schon nicht mehr hat) eine Katzenhaarallergie hat? Zumal der noch beim Bund und damit sowieso nie da ist? Ungeheuerlich!
Auf jeden Fall stand ich dann natürlich auf der Matte: "Ich will Charly. Die Wohnung ist gerade groß genug für zwei und ich mag Nero sowieso nicht alleine lassen. Also kommt Charly zu mir!"
Gesagt getan, Halsüberkopfaktion und am nächsten Tag stand die alte Besitzerin mit Züchterin und Charly vor der Tür.
Ungeheuerlicherweise wollte die auch noch die Schutzgebühr von mir zurück. Ich finde, sie hätte froh sein sollen, dass ihr jemand die Katze so schnell abgenommen hat. Aber gut, ich habe also zähneknirschend bezahlt und dank der Verhandlungsgabe meines damaligen Freundes zumindest Spielzeug und Napf umsonst dazu bekommen.
Die Vorbesitzerin hat dann noch erzählt, dass sie 8 Stunden am Tag arbeiten müsse und dass es so schrecklich gewesen wäre, dass Charly sie nachts nicht schlafen lassen hätte.
Ich wäre beinahe in Ohnmacht gefallen. Ein 11 Wochen altes Kitten 8 Stunden täglich alleine zu Hause? Oh mein Gott.
Und ich kannte Charly bereits von mehreren Besuchen bei der Züchterin, er war immer der anhänglichste der Rasselbande und hat die Nähe der Menschen gesucht. Das arme Tier!
Er war im Vergleich zu Nero auch schrecklich klein und dünn, obwohl er der stärkste aus dem Wurf gewesen war.

Nach ein paar Stunden Prügeln haben sich Nero und Charly wunderprächtig verstanden, ein Glück!
Aber Charly hatte Durchfall. Ich dachte erst: Naja, die Aufregung. Aber er ging und ging nicht weg, bis endlich, nach bestimmt noch über einer Woche, Giardien diagnostiziert wurden. Nero hatte sich inzwischen angesteckt. Und wie gefährlich sowas für Kitten ist, kann man sich vorstellen. Schrecklich, schrecklich, schrecklich. Und ich habe in dieser Zeit gefühlt 24h am Tag Wäsche gewaschen und Katzenstreu durch die Gegend getragen.
Von den Giardien geschwächt, hat beide Kater dann noch eine schlimme Erkältung erwischt. Charly mehr als Nero. Er mochte nicht fressen, nicht spielen. Nur noch schlafen. In dieser Zeit hat er viel unter meinem Pullover oder Nachthemd gelegen und ich habe ihn wie ein Baby durch die Gegend getragen. Dass mein Bauch am Ende aussah, wie ein schweizer Käse, war mir egal.

Zum Glück haben beide Tiger aber die ganzen Strapazen überstanden und sind zu wirklich anständigen Fellkneulen herangewachsen.
Charly ist immer klein und dürr geblieben und natürlich kuschelt er auch noch seeehr gern, aber er hat sich von mir abgenabelt und ist ein stolzer Kater geworden.
Und darüber bin ich unglaublich glücklich.

PS: Ich habe Charlys Namen übrigens übernommen, auch wenn er mir nicht gefiel. Ich finde es nicht toll, den Namen von Katzen zu wechseln. Wenn man ein Kind adoptiert, benennt man es ja auch nicht um ;)
 
09.11.2010
#1
A

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Guest

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Hamster-Luisa

Hamster-Luisa

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*uuhwaaaah* Toll toll toll! Find ich klasse das du dich dann noch fürCharly entschieden hast. Liebe Grüße an die Fellpopos ;)
 
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