Sommerhitze

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LiaPfote

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Die Straßen waren menschenleer, als ich durch die Stadt lief. Die Hitze war drückend, niemand wollte sich dieser sonnenlosen Wärme aussetzen. Nur ich war da. Ganz allein. Ich genoss diesen Marsch. Ich musste meinen Kopf frei bekommen. Mein T-Shirt war schweißnass, doch ich bemerkte es kaum. Ich liebte diese windlose Hitze. Ab und zu sah ich jemanden auf einem Balkon sitzen oder im Garten. Eine Frau mit Kindern. Einen alten Soldaten auf dem Hotelbalkon. Alle sahen mich komisch an. Ihre Blicke schienen zu sagen: Wie kannst du bei der Hitze so rumlaufen? Ich grinste. Ich mochte es einfach.
Ich ging nachhause, rief Jakko zu mir und streifte ihm das Geschirr über. "Komm, wir gehen spazieren." Ich
hatte noch nicht genug. Wir beide liefen zum Wildpark. Die Rehe lagen entspannt auf den Wiesen. Wir betrachteten sie kurz, ich musste schmunzeln, als ein Reh wohlig seufzte. Dann gingen wir weiter. Hinein in den wunderbar grünen Wald. Leider war er nicht groß und bald kam ich auf der anderen Seite wieder hinaus. Ein paar Schafe weideten, die Lämmer sprangen fröhlich herum. Ein einsamer Hirsch mit abgeschlagenem Geweih trottete aus dem Unterholz, schaute uns kurz aus tiefen Augen an und ging weiter seines Weges. Auch ich setzte meinen Gang fort.
Wir kamen zur Brücke. An einem Baum, der in den See hineinragte, stand ein Pärchen, das sich küsste. Ein kurzer Stich der Eifersucht durchfuhr mich. Ich schüttelte den Kopf. Ich würde schon noch den richtigen Jungen finden. Ich schaute nach links. Das Schwanenpärchen drehte gemeinsam seine Runden. Ein paar Enten schnatterten aufgeregt, sobald das Vogelpaar in ihre Nähe kam.
Das Pärchen ging Hand in Hand davon. Jakko stellte sich in den kleineren See und trank. Ich folgte ihm nach unten ans Ufer. Wir gingen da entlang, wo in der Dunkelheit die Hirsche tranken. Es schien, als grinste Jakko mich an, nachdem er sich geschüttelt und mich durchnässt hatte. Ich lächelte zurück. Wir gingen weiter, vorbei an der Enteninsel, vorbei am Karpfenteich. Zum Ausgang. Ich hörte ein leises Donnergrummeln. Ich hatte gar nicht bemerkt, wie die Zeit vergangen war. Der Horizont war dunkel geworden. Ich ging mit Jakko gemütlich weiter. Ein Gewitter störte mich nicht. Es würde höchstens angenehme Abkühlung bringen.
Jakko und ich tollten noch ein wenig auf einer Wiese am Wildpark, als die ersten Tropfen fielen. Es waren sehr wenige. Und sie waren warm. Es donnerte, dann blitzte es einige Zeit später. Ich beschloss nachhause zu gehen. Auch Jakko schien zu merken, dass ein Gewitter im Anmarsch war. Er lief neben mir her, ohne zu trödeln. Wieder blitzte es. Wir bogen in unsere Straße ein, ich leinte Jakko ab. Es grummelte wieder. Wir bogen in unsere Einfahrt ein. Ich fütterte die Kaninchen, dann gingen wir ins Haus. Und als ich die Tür schloss, fing es an zu schütten.
 
02.05.2012
#1
A

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Guest

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Schattenseele

Schattenseele

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Wow den Text hast du toll geschrieben.
Ich liebe solche Tage auch sehr. Manchmal braucht man Ruhe und die Natur um zu spüren wie schön das Leben eigentlich ist.
 
Mascha

Mascha

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:shock:richtig, richtig schön geschrieben:clap:
 
LiaPfote

LiaPfote

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Danke ihr beiden
 
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